Sie sind auf Seite 1von 2

Messias kommen sollte.

Er wird „das Herz der für die entscheidende Begegnung mit Gott
Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz vorbereitet. Offensichlich hatten er und seine
der Söhne zu ihren Vätern“ (Mal 3,24), um das Frau ja sogar für einen Kind gebetet, denn
Gericht Gottes abzuwenden und den Weg für Kinderlosigkeit wurde damals oft als Schande
den Messias vorzubereiten. Der Vorläufer wür- angesehen. Und ebenso offenkundig müssen
de das Volk darauf vorbereiten, dass „die Herr- sie wohl schon längere Zeit vor dem Erschei- Falkenstrasse 1 8630 Rüti
lichkeit des HERRN offenbart werden“ wird, nen des Engels wieder enttäuscht damit aufge-
hatte schon Jesaja geschrieben (Jes 40,5). hört haben, als sie langsam „hochbetagt“ wur-
den. Predigt vom 09. Dezember 2007
Aber es gab eben ein Problem dabei: Zwischen Wie schade—ist das nicht etwas, das uns nach-
der letzten Verheissung im Alten und dem Be- denklich machen sollte? Wir können „fromm vor
ginn der Erfüllung im Neuen Testament lagen Gott“ sein und lebten „in allen Geboten und
über 400 Jahre. 400 lange Jahre. Sicherlich Satzungen des Herrn untadelig [leben]“ (Luk
eine dunkle Periode der Geschichte des Got- 1,6), und doch fehlt uns das Entscheidende,
tesvolks für die, die doch so sehr auf seine Gottes Verheissung im Glauben anzunehmen.
Erlösung und die Erfüllung von Gottes Verheis- Das Entscheidende ist die Bereitschaft, zu
sungen warteten! glauben, dass Gott nicht nur irgendwo in der
Was ist genau im Herzen Zacharias‘ vorgegan- Weltgeschichte, sondern an uns Unmögliches
gen, als er den Engel traf? Wir wissen es tun kann!
„durch die uns besuchen wird das aufge-
nicht—aber die lange Pause, die Gottes Reden
eingelegt hatte, wird sicherlich ein Problem für
hende Licht aus der Höhe“ (Luk 1,78)
Es ist die alte Frage, die sich kristallisiert am
seinen Glauben und den des Volks gewesen Unterschied zwischen: „Gott kann alles tun,
sein. was er will“ und „Gott kann durch mich bzw. an
Warten macht das Herz müde. mir alles tun, was er will“. Formell sind die bei- nicht mehr so bewusst wahr.
Ein kleiner Junge war dabei, seinen Part für die
Wie ist das denn bei uns? Wie lange ist es in den Sätze gleichwertig, man kann logischerwei-
jährliche Weihnachtsfeier in seiner Gemeinde
Deinem Leben her, dass Du von Gott Wegwei- se nicht den zweiten verneinen, wenn man an
den ersten glaubt. Aber doch—fällt uns der auswendig zu lernen. Als seine Mutter ihm Jeder, der verheiratet ist, wird früher oder spä-
sung bekommen, seine Stimme gehört hast? dabei half, sich seinen Text einzuprägen, unter-
erste nicht so viel leichter? Und Hand auf‘s ter einmal daran erinnert: Nimm Deinen Ehe-
Das braucht nicht eine Erscheinung zu sein wie brach er sie plötzlich und meinte: „Mami, kön-
Herz—stocken wir nicht beim zweiten? partner nicht als selbstverständlich hin. Sei
bei Zacharias– aber ganz gewiss das sichere nen wir die Geschichte dieses Jahr nicht än-
Fühlen von Gottes Nähe. Wenn das schon dankbar, dass Du ihn hast, er ist wirklich ein
dern? Sie ist jedes Jahr die gleiche!“ Geschenk!
lange her ist—nicht 400 Jahre, aber vielleicht Zacharias konnte, nachdem ihm die Strafe
viele Jahre in Deinem Leben! — hat es Dich Jeder, der Kinder hat und den ganzen Tag mit
durch den Engel auferlegt worden war, nicht
müde gemacht? mehr den Segen über das Volk sprechen, das Gewohnheit stumpft ab ihnen zusammen ist, muss sich einmal wieder
Das ist sie tatsächlich! Darum müssen wir uns bewusst daran erinnern: Kinder sind ein riesi-
draussen wartete. Ebenso kann es uns gehen:
davor hüten, uns von der Vertrautheit mit dem ges Geschenk, über das man sich jeden Tag
Wenn ja, bist Du in guter Gesellschaft—aber Wenn sich Unglaube in unserem Inneren breit-
macht, verlieren wir die Kraft, zu segnen. Text den Blick für seine Einzigartigkeit nehmen neu wieder freuen kann—auch wenn sie einem
Weihnachten ist die Zeit, in der Gott uns ganz manchmal auf den Nerv gehen und man es
zu lassen.
besonders an seine Bundestreue erinnert: Er Gott möchte, dass unser Inneres wieder in vielleicht gerne leiser hätte! :-)
kann eingreifen und sogar die Umstände der Ordnung kommt, dadurch, dass wir wieder an
Jeder, der eine Arbeitsstelle hat, oder zur Schu-
Natur, der Schöpfung ändern, und hochbetag- seine Kraft glauben können. Dann können wir Ein junges Missionarspaar war auf der Ausreise
ten Menschen Kinder geben. Er kann eingrei- andere wieder vollmächtiger segnen —denn le geht, muss sich (wahrscheinlich ziemlich
auf sein Feld, wo es den Dienst von versierten
bald) wieder daran erinnern: Das ist an sich
fen, und Deinen hartherzigen Verwandten, der dazu sind wir alle berufen, weil wir in Christus Veteranen übernehmen sollte, die aus Alters-
kein Grund zum Stöhnen, sondern man kann
ein Leben lang ein Spötter war und nichts, aber alle Priester sind (1. Pet 2,9). gründen ausschieden. Die altgedienten Arbeiter
auch gar nichts, von Gott wissen wollte, zu sich dankbar sein dafür, dass man sie hat! Schulbil-
gaben ihren jungen Nachfolgern u.a. folgenden
dung ist ein kostbares Gut, dass längst nicht
ziehen und bekehren. Er kann eingreifen und Rat mit auf den Weg: „Was Ihr auch immer an
Und uns wenn bei all‘ unserem frommen Tun jedem auf der Welt zuteil wird, und Arbeit wird
das Leiden, dass Dich schon so lange be- Fotos machen wollt für Eure Freunde zu Hau-
das persönliche Ergriffensein von Gottes Nähe von vielen heiss ersehnt!
schwert, mildern. Er kann die Herzen der Men- se—macht sie in den ersten sechs Monaten!
abhanden gekommen ist und wir seine persönli-
schen lenken wie Wasserbäche—auch Versöh- Denn anschliessend werdet Ihr den Blick für
che Ansprache schon lange nicht mehr gehört
nung schenken mit Deinem Freund/Deiner das, was die anderen zu Hause gerne sehen Ihr seht, die Liste könnte man endlos weiterfüh-
haben—dann ist Weihnachten und die Advents-
Freundin, mit der Du Dich schon vor Jahren wollen, verlieren, weil Ihr euch schon viel zu ren. Gewohnheit stumpft ab. Innerlich
zeit die Verheissung dafür, dass sich das ganz
verkracht hast und von dem oder der Dich seit- sehr an all die neuen Eindrücke gewöhnt habt!“ „übersehen“ wir Dinge leicht, die wir schon zu
plötzlich ändern kann!
dem ein Graben trennt. lange gesehen haben. Und wenn das schon für
  körperliche, offenkundig sichtbare Dinge gilt
Manche sagen, aus Vertrautheit würde Verach-
(Ehepartner, Kinder, Beruf, Schule), um wieviel
Der ständige Aufenthalt im Tempel hatte Wolfgang v. Ungern-Sternberg tung erwachsen—aber das ist zu stark. Man
Zacharias nicht geschützt—selbst sein mehr gilt es dann für geistliche Dinge, für die
055 241 16 35 könnte eher sagen: Gewohnheit macht blind.
wir erst die „Augen des Herzens“ bemühen
(völlig richtiges!) frommes Tun hat ihn nicht wolfgang.vonungern@chrischona.ch Was man zu lange gesehen hat, nimmt man
müssen, um sie überhaupt zu sehen!
und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn tung so epische Proportionen, dass man von
Unser Ehepartner, unsere Kinder werden sich gebären, und du sollst ihm den Namen Johan- Zacharias: Frommer Unglauben par excel- einem „Geburtsunglück“ des jüdischen Volkes
ganz sicher bemerkbar machen, wenn wir sie nes geben. […] lence sprechen kann. Weil zwei Menschen Gott nicht
eine Weile nicht oder nicht genügend anschau- 18 Und Zacharias sprach zu dem Engel: Wor- glaubten, dass er ihnen im hohen Alter einen
Man könnte sich an dieser Stelle natürlich fra-
en! Gott tut das in aller Regel nicht in dieser an soll ich das erkennen? Denn ich bin alt, und Sohn geben könnte, mussten letztlich Generati-
gen, warum Lukas uns eigentlich so viele
Form—er ist ein Gentleman, der nicht protes- meine Frau ist betagt. onen ihrer Nachfahren über Jahrhunderte unter
Details gibt über die Begegnung von Zacharias
tiert, wenn ihm nicht die gebührende Aufmerk- feindlichen Völkern leiden.
19 Der Engel antwortete und sprach zu ihm: und dem Engel. Die Bibel ist sonst eigentlich
samkeit zuteil wird. Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin ge- bekannt dafür, dass sie die grössten Ereignisse Als frommer Priester hätte Zacharias das wis-
sandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündi- in grösster Kürze berichten kann und das sich sen müssen!
Gewohnheit stumpft ab—und genau das war gen. Vorstellen der Einzelheiten im wesentlichen uns
das Problem des Mannes, dem wir heute be- 20 Und siehe, du wirst stumm werden und überlässt. Das Leben ganzer Könige wird im Moment! Hat er das denn nicht?
gegnen werden. nicht reden können bis zu dem Tag, an dem Alten Testament z.T. mehr oder weniger mit „er
Hier kommt eben genau das Brisante!
dies geschehen wird, weil du meinen Worten tat, was dem Herrn wohlgefiel“ (oder tat es
nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu eben nicht) abgehandelt.
Wollt Ihr einen Mann sehen, der ultimativ bibel- Wissen und Wissen ist nicht dasselbe!
ihrer Zeit.“ Zacharias, bzw. die Worte Gabriels an ihn,
fest ist? Hier ist er. Wollt Ihr einen Mann treffen,
Lukas 1,5—20 bekommen hier mehr Platz als mancher König. Natürlich hat Zacharias das alles gewusst! Und
der sein Leben lang unverrückbar, in Treuen
Warum der Aufwand schon für den Vorläufer er hätte die Texte wahrscheinlich auswendig
fest, seinem Gott im Tempel gedient hat? Hier
Jesu? zitieren können und aus dem FF die Stellen
steht er vor Euch. Wie schade, dass Zacharias gestolpert ist über nennen können! Er war Tag um Tag seines
Er ist einer der felsenfesten im Lande. Nicht die überraschende Verheissung des Sohnes. Lebens umgeben von den Dingen des Tem-
jemand, der sein Mäntelchen nach dem Wind Denn dadurch ist ihm das Wesentliche an den Vielleicht deswegen, weil Zacharias Unglauben pels, von all‘ den Hinweisen auf Gottes Güte
hängt, der heute so und morgen anders sagt. Worten des Engels entgangen, nämlich die symptomatisch ist. Er fasst genau alles das und seinen unverbrüchlichen Bund. Seine Welt
Nein, unverrückbar fest wie die Schweizer Ber- wundervolle Bedeutung dieses Sohnes: zusammen, was dem Glauben an Gottes Ver- bestand aus Erinnerungen daran.
ge steht er zu seinem Gott. Ein Mann wie ein heissungen entgegensteht und bezeichnet das
Das Problem ist nur: Es hat ihm in diesem Mo-
Fels in der Brandung. Da ist kein Wort in der Milieu, in dem dieser Unglaube am schmerzhaf-
ment überhaupt nichts genützt! Das Problem
Bibel, zu dem er nicht Amen sagen würde. testen ist.
war nicht mal, dass er das alles irgendwie nicht
Möchtet Ihr einem Mann begegnen, den Gott geglaubt hätte. Keine Spur davon! (Damit bildet
bestraft für seinen Unglauben? Seht ihn Euch Da ist zunächst mal seine Entgegnung an den er einen angenehmen Gegensatz zu vielen
genau an—es ist derselbe Mann. Engel: „ich bin alt, und meine Frau ist be- heutigen Auslegern.)
tagt.“ (Luk 1,18) Nein, das Problem ist ein anderes—dass er
„5 Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Autsch! Das sind fast genau die Worte Abra- nämlich keinen persönlichen Bezug zu seiner
Judäa, lebte ein Priester von der Ordnung Abi- hams und Saras, nachdem Gott Abraham einen Situation hergestellt hat!
ja, mit Namen Zacharias, und seine Frau war Sohn verheissen hat. (Gen 17,17; 18,12f.) Spe-
aus dem Geschlecht Aaron und hieß Elisabeth. ziell Sara wird sofort drauf von Gott getadelt
Wir können ihm, meine ich, keinen Vorwurf
6 Sie waren aber alle beide fromm vor Gott dafür. Der Unglaube Saras und Abrahams an
machen—schliesslich erging es Abraham selbst
und lebten in allen Geboten und Satzungen des den verheissenen Sohn ist mehr als die Ge-
in diesem Punkt auch nicht besser als ihm
Herrn untadelig. schichte von einzelnen—er gehört zum Urtypus
(wobei man aber sagen muss, dass Abraham
der jüdischen Geschichte überhaupt! Das gan-
7 Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war natürlich an anderen Stellen makellos richtig
ze Motiv hat so weitreichende, tragende Bedeu-
unfruchtbar, und beide waren hochbetagt. reagierte und darum völlig berechtigt als Glau-
tung, dass es die ganze Geschichte des Volkes
8 Und es begab sich, als Zacharias den Pries- bensvorbild bezeichnet wird (Röm 4,11f.; Heb
Israel beeinflusst hat!
terdienst vor Gott versah, da seine Ordnung an 11,8ff.)).
„14 Und du wirst Freude und Wonne haben, Abraham und Saras Unglauben war es nämlich,
der Reihe war,
und viele werden sich über seine Geburt freu- der dazu führte, dass es statt dem verheisse-
9 daß ihn nach dem Brauch der Priesterschaft nen Sohn noch einen weiteren, aus der Linie Und warum fehlte Zacharias der persönliche
en.
das Los traf, das Räucheropfer darzubringen; von Gottes Verheissung her betrachtet eigent- Bezug? Deswegen, weil vorher etwas gesche-
und er ging in den Tempel des Herrn. 15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn; hen war, was für das Volk Israel nämlich sehr
lich illegitimen, Sohn gab, Ismael, den Sohn,
Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken schwierig war: Das sogenannte „Schweigen
10 Und die ganze Menge des Volkes stand der mit der Magd Hagar gezeugt wurde. Auch
und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden Gottes“. Etwas mehr als 400 Jahre vorher war
draußen und betete zur Stunde des Räucherop- er wurde zum Stammvater für ein „grosses
mit dem heiligen Geist. nämlich das grosse „Schweigen“ Gottes einge-
fers. Volk“ (Gen 17,20) und für Fürsten, aber weil er
16 Und er wird vom Volk Israel viele zu dem ein „wilder Mensch … [war]; seine Hand wider treten—ungefähr so viel liegt nämlich an Zeit
11 Da erschien ihm der Engel des Herrn und
Herrn, ihrem Gott, bekehren. jedermann und jedermanns Hand wider zwischen dem letzten Propheten des Alten
stand an der rechten Seite des Räucheraltars.
17 Und er wird vor ihm hergehen im Geist und ihn“ (Gen 16,12), wurden das eben Fürsten und Testaments, Maleachi und dem Anfang des
12 Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und in der Kraft Elias, zu bekehren die Herzen der Neuen Testaments.
Völker, die sich später feindlich zum Volk Got-
es kam Furcht über ihn.
Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen tes stellten!
13 Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Wahrhaftig kann man also sagen: Der Unglau- Maleachi hatte zugleich die letzte Verheissung
nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist.“ be Abrahams und Sarais hatte in seiner Bedeu- über den Vorboten, der vor der Geburt des