Sie sind auf Seite 1von 2

Manfred W.

Petz - Innovations-Management – Vordere Karlstraße 12, 73033 Göppingen

Thema: IT-Investitionen in Bezug auf Rechnungswesen, Controlling, etc.


Was sind die Trends? Was ist sinnvoll? Wieviel Software braucht ein Mittelständler? IT-
Strategie intern?

Der Mittelstand muß seine Investitionen im IT-Bereich heute sehr gut überlegen, da er bei
einem nicht durchdachten Architekturmodell mit erheblichen Folgekosten, sowohl bei
Hardware, wie auch bei Softwarelizenzen rechnen muß.
Eine wichtige Komponente sind auch die internen Personalkosten, welche einen
erheblichen Teil der laufenden IT-Budgets benötigen. Die größte Gefahr besteht nach wie
vor noch darin, im Bereich der IT-Experten, Abhängigkeiten zu schaffen, die auf einzelne
Wissensträger fokussiert sind und beim Ausfall derselben zu dramatischen Einbrüchen und
Qualitätsverlusten in der Verfügbarkeit der IT hervorrufen können.
Dies gilt im besonderen bei einer Entscheidung die Office-Architektur mit Open-Source zu
betreiben, was gut funktionieren kann, wenn man im eigenen Haus genügend Know how
vorhält, welches duplizierbar und transparent dokumentiert ist.

Deshalb gilt bei allen IT-Entscheidungen, vor allem im Mittelstand, die Transparenz der
Prozesse, dem sämtliche Entscheidungen folgen müssen.

Welche IT-Strategie in Bezug auf die Systemarchitektur umgesetzt wird, hängt von der
Unternehmensstruktur ab und von den vorhanden Komponenten. Grundsätzlich sollten
dabei die zukunftsweisenden Verfahren der Internettechnologie im Vordergrund stehen.

Dazu gibt es entsprechende Architekturmodelle (s. Anlage), die sich zunächst an den
Office-Kommunikationssystemen ausrichten, da diese für den Anwender die Arbeitsweise
an seinem Arbeitsplatz am stärksten beeinflussen. Somit ist die wichtigste Entscheidung die
Festlegung auf die Groupware-Plattform Lotus Notes, Microsoft, Open Source oder evtl.
auch Aussenseitersysteme wie Groupwise (wobei sich Novell durch den Kauf von Suse
eindeutig in Richtung Open Source bewegt) bzw. Oracle. Grundsätzlich sollte man sich hier
für Standards entscheiden. Aus Kostengründen bietet sich durchaus Open Source an, was
jedoch einen höheren Organisationaufwand im Verhältnis zu den eingesparten Lizenzen
erfordert und wie bereits erwähnt Experten-Know-how im eigenen Hause voraussetzt. Das
Hauptkommunikationsmedium für die allgemeinen Office-Tätigkeiten wird künftig immer
stärker der Browser sein. Allerdings muss man für spezielle Arbeitsweisen, wie z.B. sach- und
fachbezogene Tätigkeiten im Bereich Controlling, Finanzwesen und Buchhaltung nach wie
vor auf spezielle Anwendungsoberflächen achten, da hier der Browser eher
Einschränkungen mit sich bringt. Deshalb ist bei der Auswahl eines ERP (Enterprise Ressource
Planning)-Systemes nicht unbedingt eine Browsergestütze Oberfläche für den
Hauptanwender entscheidungsrelevant, sondern hier muss die Ergonomie im Vordergrund
stehen. Trotzdem sollte ein gesicherter Zugriff von außen auf Daten möglich sein, jedoch nur
für informative Anforderungen.

Wichtig ist die Integration der Anwendungen über eine einheitliche Oberfläche und die
muss heute als Firmenportal über einen Internet-Homepage-Einstieg auch im Mittelstand
zum Standard werden. Der einzelne Anwender muss sofort nachdem er sich am System
identifiziert und angemeldet hat in seine Hauptanwendung navigiert werden und im
allgemeinen Kommunikationsnetz der Firma verfügbar sein (schwarze Bretter, eMail, Info-
systeme und Wissensdatenbanken). Damit werden für den Anwender sämtliche
Manfred W. Petz - Innovations-Management – Vordere Karlstraße 12, 73033 Göppingen

nachgelagerten Systeme nicht mehr sichtbar und sollten dies auch nicht sein.

Die darunterliegende IT-Architketur ist ausschließlich nach den Anforderungen der


Anwender auszurichten und dementsprechend sollten auch die ERP-Systeme und damit
verbundene Vorgangsbearbeitungen und Dokumentenflüsse aufgebaut sein.

Also gilt hier für den Mittelstand die Auswahl der notwendigen Systemkomponenten nach
dem Best Practice-Modell und der Tatsache dass man nicht immer 100% Leistung erhält, da
diese oft in den letzten 10% einen immensen Kostensprung verursachen. Sofern man noch
nicht zuviel in überkomplexe ERP-Systeme, wie dies z.B. von SAP angeboten investiert hat
sollte man die Vorgangsbearbeitung, die Serviceprozesse und alle Internetinteraktion stark
an der Office- (Groupware)Plattform orientieren und dort primär die Workflows abwickeln.

Das ERP-System sollte so konfiguriert sein, dass es alle Finanz-, Controlling- und
Buchhaltungsdaten verarbeiten und liefern kann und für das Informationsmanagement die
notwendigen Schnittstellen für Datenselektionen aufweise, die wiederum in herkömmlichen
Reportingsystemen aus dem Groupware oder Business-Intelligence-Umfeld verarbeitet
werden können und für die Managementinformationen entsprechend aufbereitet werden
können. Sämtliche Report und Abfragen in den ERP-Systemen abzuwickeln, hat sich oft als
sehr teuer, komplex und unflexibel erwiesen. Also heißt die Devise für den Mittelstand: ERP-
Systeme so schlank wie möglich zu fahren und mit den Office- und Internetkomponenten
die Flexibilität der Vorgangsbearbeitungen, des Datenaustausches und des Reportings
umzusetzen. Welches ERP-System dabei eingesetzt wird ist dann nur noch abhängig von der
Marktdurchdringung, den laufenden Kosten und des prozentualen Einsatzgrades nach
Installation. Dieser sollten sehr hoch sein, damit man unnötige Folgekosten im vorab
vermeidet – dies muss übrigens mit dem ERP-Anbieter im Vorfeld sehr deutlich geklärt sein.