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Unterrichtsplanung

Sinnvolle finanz-
mathematische Funktionen
im MS Excel 2003
Didaktik der
Wirtschaftswissenschaften II

Neue Medien im
kaufmännischen Unterricht
reflektieren

eingereicht bei
Mag. Martin Trojer

eingereicht am
11. Dezember 2008
Wintersemester 2008

eingereicht von
Gruber Elisabeth

Lengauer Dietmar

Kansiz Okan

Wimmer Vanessa

Didaktik II
Gruber, Lengauer, Kansiz, Wimmer
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Unterrichtsplanung

Inhaltsverzeichnis

1 Unterrichtsplanung 3
1.1 Zielformulierungen 3
1.2 Begründung für die Themenwahl 4
1.2.1 Lehrplan ......................................................................................................................................................... 4
1.2.2 Praxisrelevanz ........................................................................................................................................... 5
1.2.3 Individuallage der Schüler/innen .................................................................................................. 5
1.3 Analyse der dafür notwendigen Voraussetzungen 5
1.3.1 Persönliche Voraussetzungen ....................................................................................................... 5
1.3.2 Organisatorische Voraussetzungen ........................................................................................... 6
1.3.3 Institutionelle Voraussetzungen .................................................................................................... 7
1.4 Didaktisch kommentierter Unterrichtsentwurf 7
1.4.1 Lehrskizze der ersten Stunde ......................................................................................................... 7
1.4.2 Lehrskizze der zweiten Stunde ...................................................................................................... 8
1.4.3 Lehrskizze der dritten Stunde ......................................................................................................... 9
2 Unterrichtsmaterialien 9
3 Mitarbeitskontrolle 33
3.1 Rechtsgrundlage 33
3.2 Beurteilungsraster für Punktesystem 33
3.3 Angabe Mitarbeitskontrolle 34
4 Theorie 36
5 Literaturverzeichnis 39
6 Anhang 39
6.1 Abbildungsverzeichnis Fehler! Textmarke nicht definiert.
6.2 Excel-Sheets 39

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1 Unterrichtsplanung

1.1 Zielformulierungen
Die Schüler/innen sollen am Ende der jeweiligen Unterrichtseinheiten selbst-
ständig und fehlerfrei die wichtigsten finanzmathematischen Funktionen an-
hand einfacher Übungen im Excel 2003 "wissen, verstehen, anwenden und
analysieren"1 können. Dazu zählen vor allem die
► Einzelwertrechnung,
► RMZ-Funktion (Kreditrate),
► ZINS-Funktion (Zinssatz),
► ZW-Funktion (Zukunftswert),
► BW-Funktion (Barwert),
► ZZR-Funktion (Perioden),
► Rentenrechnung mit nachschüssiger Zahlungsweise sowie die
► Rentenrechnung mit vorschüssiger Zahlungsweise.

Für diese Inhalte sind in Summe drei Unterrichtseinheiten vorgesehen. Für


die erste Unterrichtseinheit werden grundlegende betriebswirtschaftliche Be-
grifflichkeiten erklärt und/oder wiederholt. Anschließend wird die Einzelwert-
rechnung anhand eines praxisnahen Beispiels zum/zur Schüler/in demonst-
riert und erklärt.

Für die zweite Unterrichtseinheit ist eine Grobwiederholung der ersten Stun-
de vorgesehen. Nachdem die Schüler/innen motiviert sind, können Kreditra-
te, Zinssatz, Zukunftswert, Barwert, Perioden sowie die Rentenrechnung mit
nachschüssiger und vorschüssiger Zahlungsweise erklärt werden.

Bei der dritten und letzten Unterrichtseinheit wird das Kapitel "Finanzmathe-
matische Funktionen im Excel 2003" abgeprüft. Dies erfolgt durch eine
schriftliche Mitarbeitsüberprüfung, die maximal 15 Minuten dauern soll. Im
Anschluss wird die Mitarbeitsüberprüfung gemeinsam verbessert, sodass

1http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNZIELE/ (Abrufdatum: 30. Nov. 2008)


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Schüler/innen sich ihren Fehlern sofort bewusst werden können und in der
Hoffnung, dass die Aha-Effekte hier minimal sind.

1.2 Begründung für die Themenwahl

1.2.1 Lehrplan
Die Schüler/innen sollen in der Lage sein eine "Standardsoftware zur Lösung
von Aufgaben der Berufspraxis auswählen, einsetzen und die gestellten Auf-
gaben damit selbstständig lösen können."2 Des weiteren sollen Schü-
ler/innen erweiterte Funktionen umsetzen sowie betriebswirtschaftliche
Sachverhalte anwenden können.3 Alle Inhalte bilden eine Grundlage für das
Arbeiten in der Übungsfirma.4

Zu den Unterrichtsprinzipien zählen unter anderem, dass Schüler/innen


"Schlüsselqualifikationen entwickeln und zum logischen, kreativen und ver-
netzten Denken …"5 befähigt werden.

"Das Unterrichtsprinzip Entrepreneurship Education (Erziehung zu Unter-


nehmergeist) beinhaltet das Erarbeiten einer speziellen Haltung unternehme-
rischen Denkens und Handelns und zieht sich als Aufgabe quer durch alle
Unterrichtsgegenstände und berücksichtigt dabei allgemein gültige Werte."6

Im Sinne der Methodenfreiheit setzen wir kooperatives offenes Lernen


(COOL) ein, damit Schüler/innen zur Lösung von Problemen befähigt wer-
den. Die Schüler/innen werden somit zur Eigenständigkeit, Verantwortlichkeit
und Teamfähigkeit erzogen.7 Außerdem werden leistungsschwächere Schü-
ler/innen dabei gefördert und für leistungsstarke Schüler/innen stellt dies eine
Herausforderung dar.

2 Vgl. Stundentafel und Lehrplan Handelsakademie 2004; S. 44


3 Vgl. Stundentafel und Lehrplan Handelsakademie 2004; S. 45
4 ebenda
5 Vgl. Stundentafel und Lehrplan Handelsakademie 2004; S. 4
6 ebenda
7 Vgl. Stundentafel und Lehrplan Handelsakademie 2004; S. 5
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1.2.2 Praxisrelevanz
Zeit ist Geld und Geld ist kostbar. Daher müssen die Schüler/innen im Be-
rufsleben in der Lage sein, betriebswirtschaftliche Sachverhalte, wie finanz-
mathematische Funktionen rationell, formrichtig und fachlich richtig umsetzen
können.

1.2.3 Individuallage der Schüler/innen


Die Schüler/innen sollten bereits die grundlegenden Funktionen und Forma-
tierungen durchgearbeitet haben. Einige Fachbegriffe, die im jetzigen Kapitel
bearbeitet werden, wurden im Pflichtgegenstand Betriebswirtschaft schon
besprochen, sodass nur mehr eine Wiederholung der Begrifflichkeiten not-
wendig ist. Das vorliegende Kapitel setzt diese Grundlagenkenntnisse vor-
aus, damit die Schüler/innen betriebswirtschaftliche Sachverhalte im Excel
umsetzen können – kurzum, es ist uns sehr wichtig, dass die Schüler/innen
von ihrem jetzigen Wissensstand abgeholt werden. Das erleichtert uns, ein
einheitliches Niveau am Ende der Stunde zu erreichen. Nun sollen die Schü-
ler/innen die erweiterten Funktionen im Bereich der Finanzmathematik ken-
nen lernen.

1.3 Analyse der dafür notwendigen Voraussetzungen


Um erfolgreiches Lehren und Lernen zu ermöglichen und um Lehrziele zu er-
reichen, bedarf es der Analyse bestimmter Voraussetzungen. Bezogen auf
das Thema „Sinnvoller finanzmathematischer Funktionen im Excel 2003“
wollen wir nun nachfolgend, die für uns als wichtig erscheinende Kriterien be-
leuchten.

1.3.1 Persönliche Voraussetzungen


Die persönlichen Voraussetzungen betreffen einerseits die Lehrperson und
andererseits die Schüler/innen. Die Lehrperson muss neben fachlichen
Kompetenzen auch über zahlreiche weitere Qualifikationen verfügen und un-
ter anderem in der Lage sein, die Vorkenntnisse der Schüler/innen zu ermit-
teln. Für uns als wesentlich erscheint es, mögliche Voraussetzungen von
Schüler/innenn zu definieren um darauf aufbauend einen didaktischen Unter-
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richtsentwurf zu planen. Ausgehend davon, dass bereits im Mathematikunter-


richt Investitionsrechnungen theoretisch bzw. anhand von Stift und Papier
gelernt wurden und im Betriebswirtschaftunterricht das Thema behandelt
wurde, setzen wir ein Grundverständnis für finanzmathematische Funktionen
voraus. Mit Hilfe von „Einstiegsübungen“ wollen wir jedoch das tatsächliche
Wissen abtasten bzw. überprüfen sowie in Absprache mit den Kolleg/innen
das Niveau eruieren. Der Umgang mit dem Computer sollte ebenso problem-
los erfolgen, wenn es sich auch in der von uns geplanten Klasse nicht um ei-
ne „Laptopklasse“ handelt. Da jedoch der Inhalt der finanzmathematischen
Funktionen im 2. Semester in der 2. Klasse unterrichtet wird, ist das Niveau
der Klasse bezüglich des Computerverständnisses bereits bekannt. Auch
das Klassenklima sowie die Beziehung zwischen Lehrperson und Schü-
ler/innen sind in der zweiten Hälfte des Schuljahres bekannt, eingespielt. Die
bereits bekannten individuellen Fähigkeiten der Schüler/innen sollen mit Hilfe
unterschiedlichster Übungen bestmöglich gefördert werden. Die Lehrperson
als Coach soll zur Geltung kommen.

1.3.2 Organisatorische Voraussetzungen


Die organisatorischen Voraussetzungen beziehen sich auf Raum, Computer
und Ausstattung. Ausgehend davon, dass eine Klasse im zweiten Jahrgang
relativ groß (ca. 28 Schüler/innen) sind, nehmen wir eine Klassenteilung – in
Absprache mit dem Administrator vor; je Gruppe benötigen wir standardge-
mäß 18 Computer – für jede/n Schüler/in einen. Der Unterricht pro Gruppe
erfolgt alle zwei Wochen. Eine genaue Einteilung muss den Schüler/innenn
vorgelegt werden, um Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. Auf die Aus-
stattung des Raumes haben wir als Lehrperson keinen Einfluss und nehmen
diesen Folge dessen als gegeben hin. Bei der Planung des Unterrichts je-
doch berücksichtigen wir die Ausstattung des Raumes. Einen Beamer zählen
wir zur Grundausstattung, wodurch ein Vorzeigen von Übungen und Aufga-
ben vom Lehrer-PC aus möglich ist. Das Öffnen der Fenster am Anfang der
Stunde erscheint uns jedoch als wichtig, da durch die vielen Computer
schnell eine stickige Luft und die Wärmeausstrahlung die Folge ist. Während
dessen werden die Computer „gemeinsam“ hochgefahren und etwaige Prob-
leme wenn möglich aus dem Weg geräumt. Am Ende der Stunde werden die
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Computer ordnungsgemäß ausgeschalten bzw. abgemeldet und der Compu-


terraum abgesperrt.

1.3.3 Institutionelle Voraussetzungen


Institutionell vorgegeben werden die jeweiligen Schulstunden; wann diese
angesiedelt sind, können wir als Lehrperson nicht beeinflussen. Zu berück-
sichtigen ist jedoch, dass es durch das Wechseln des Raumes zu zeitlichen
Engpässen kommen kann. Besonders dann, wenn keine bzw. nur eine
Fünfminutenpause eingeplant wurde und der/die vorangehende Lehrer/in
eventuell seine Unterrichtsstunde überzieht. Ausgehend davon, dass uns laut
Lehrplan in der 2. Schulstufe drei Schulstunden pro Woche zur Verfügung
stehen, planen wir nun wie folgt unsere Wirtschaftsinformatikstunden zum
Thema „Sinnvolle finanzmathematische Funktionen im MS Excel 2003“.

1.4 Didaktisch kommentierter Unterrichtsentwurf

1.4.1 Lehrskizze der ersten Stunde


Problembewusstsein

Funktionsträger

Dauer (Minuten)
Arbeitserfolg

Sozialform
bearbeiten
schaffen

Problem

sichern

Medien
Aktion

Inhalt

1 X Was sind finanzmathematische Funktionen L + SS Klasse AB 5

X X Finanzmathematische Begriffe erklären


Zahlungsrom
Zeitfaktor (n)
Kalkulationszinssatz (i) AB
2 Abzinsungsfaktor 1/(1+i)^n L + SS Partner/in Rätsel 10
Barwert Beamer
X Zeitwert (Kn) x Abzinsungsfaktor = Ko
X X Vorschüssige Zahlungsweise
X X Nachschüssige Zahlungsweise

X Endwertberechnung durch Einzelwertrechnung L


Berechnung durchführen L
X Endwertberechnung mit Jahreszinssatz durch Funktion L
Wo findet man die Funktion L
Syntax erörtern =ZW(Zins;Zzr;Rmz) L Beamer
3 Klasse 25
X Beispielberechnung SS AB
X Endwertberechnung mit Monatszinssatz durch Funktion L
Wo findet man die Funktion L
Syntax erörtern =ZW(Zins;Zzr/12;Rmz) L
X Beispielberechnung SS

X Barwertberechnung durch Funktion L


Wo findet man die Funktion L Beamer
4 Klasse 5
Syntax erörtern =BW(Zins;Zzr;ZW) L AB
X Beispielberechnung SS

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X Zinssatzberechnung durch Funktion L


Wo findet man die Funktion L Beamer
5 Klasse 5
Syntax erörtern =Zins(Zzr;BW;ZW) L AB
X Beispielberechnung SS

X Laufzeitberechnung durch Funktion L


Wo findet man die Funktion L Beamer
6 Klasse 5
Syntax erörtern =ZZR(Zins;BW;ZW) L AB
X Beispielberechnung SS

1.4.2 Lehrskizze der zweiten Stunde


Problembewusstsein

Dauer (minuten)
Funktionsträger
Arbeitserfolg

Sozialform
bearbeiten
schaffen

Problem

sichern

Medien
Aktion

Inhalt

X WH finanzmathematische Funktionen
1 X WH vorschüssige Zahlungsweise L + SS Klasse Beamer 5
X WH nachschüssige Zahlungsweise

X Rentenrechnung mit nachschüssiger Zahlungsweise


X Endwertberechnung durch Funktion AB
2 L + SS Klasse 10
X Syntax erörtern =ZW(Zins;Zzr;RMZ;0) Beamer
X Beispielberechnung

X Rentenrechnung mit nachschüssiger Zahlungsweise L


X Barwertberechnung durch Funktion L
Beamer
3 X Wo findet man die Funktion L Klasse 5
AB
X Syntax erörtern =BW(Zins;Zzr;RMZ;0) L
X Beispielberechnung SS

X Rentenrechnung mit nachschüssiger Zahlungsweise L


X Laufzeitberechnung durch Funktion L
Beamer
4 X Wo findet man die Funktion L Klasse 5
AB
X Syntax erörtern =ZZR(Zins;RMZ;BW;0) L
X Beispielberechnung SS

X Rentenrechnung mit nachschüssiger Zahlungsweise L


X Zinssatzberechnung durch Funktion L
Beamer
5 X Wo findet man die Funktion L Klasse 5
AB
X Syntax erörtern =Zins(Zzr;RMZ;ZW;0) L
X Beispielberechnung SS

X Rentenrechnung mit nachschüssiger Zahlungsweise L


X Rentenberechnung durch Funktion L
Beamer
6 X Wo findet man die Funktion L Klasse 5
AB
X Syntax erörtern =RMZ(Zins;Zzr;ZW;0) L
X Beispielberechnung SS

X X Rentenrechnung mit vorschüssiger Zahlungsweise SS


X X Endwertberechnung durch Funktion SS
X X Barwertberechnung durch Funktion SS
7 Klasse PC 10
X X Laufzeitberechnung durch Funktion SS
X X Zinssatzberechnung durch Funktion SS
X X Rentenberechnung durch Funktion SS

PC
X Lösungsvergleich
8 L + SS Klasse Beamer 5
Ankündigung SMÜ
Drucker

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1.4.3 Lehrskizze der dritten Stunde

Problembewusstsein

Dauer (minuten)
Funktionsträger
Arbeitserfolg

Sozialform
bearbeiten
schaffen

Problem

sichern

Medien
Aktion

Inhalt
1 X Schriftliche Mitarbeitskontrolle SS Klasse AB 15

AB
2 X Besprechung und Verbesserung der SMÜ L + SS Klasse 20
Beamer

3 X Coachprogramm für die Schularbeit L Klasse Beamer 15

2 Unterrichtsmaterialien

Die Unterrichtsmaterialien werden in einer Excel-Mappe über das „Freie


Laufwerk“ den Schüler/innen zugänglich gemacht. Die Lösungen werden in
der Lehr- und Lernplattform Moodle zur Verfügung gestellt, für den Fall, dass
Schüler/innen aus irgendwelchen Gründen fehlen, trotzdem Zugang zu die-
sen Materialien finden.

Im folgenden Teil der Arbeit werden den Aufgabenstellungen die Lösungen


als Screenshot hinzugefügt.

2.1 Einstiegsbeispiele

Barwert:
Betrag in Höhe von € 450,00 muss in einem Jahr bezahlt werden. Berechnen
Sie den heutigen Wert des Betrages bei einem Zinssatz von 9 %.
Annuität -€ 450,00
Jahr 1
Zinssatz 9%

Wert heute:

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Zinssatz:
Der Kredit in Höhe von 6.000€ hat eine Laufzeit von 54 Monaten. Die Annui-
tät beträgt € 150. Wie hoch ist der Zinssatz?
Ratenzahlung -€ 150,00
Laufzeit (Monate) 54
Kreditbetrag € 6.000,00

Zinssatz

Zinszahlung:
Berechnen Sie die Zinszahlungen in den Jahren 1, 2 und 3!
jährlich Verzinsung 9%
Laufzeit (Jahre) 3
Kreditbetrag € 6.000,00

Zinsen im Jahr
1
2
3
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Zahlungszeitraum:
Der Barwert beträgt 1.000€, der Zinssatz liegt bei 6% und die Annuität be-
trägt 150€. Nach wie vielen Perioden ist der Kredit zurückgezahlt?
Zinssatz 6%
Annuität -€ 150,00
Barwert € 1.000,00

Zahlungszeitraum

Annuität:
Berechnen Sie, wie hoch die jährliche Kreditrate ist, wenn Zinssatz, Kreditbe-
trag und Laufzeit gegeben sind!
Zinssatz 6%
Laufzeit (Jahre) 5
Kreditbetrag € 7.500,00

Jährliche Kreditrate bei nachschüssiger Zahlung:


Jährliche Kreditrate bei vorschüssiger Zahlung:
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Zukunftswert:
Jemand legt am Ende eines Jahres € 1500,00 auf ein Sparkonto. Wie entwi-
ckelt sich das Vermögen bei einem Zinssatz von 5% in den nächsten fünf
Jahren?
jährl. Sparrate -€ 1.500,00
Zinssatz 5%

Endwert nach Jahren:


1
2
3
4
5

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2.2 Übungsbeispiel

1. Lösen Sie die folgenden Aufgaben zur Einzelwertrechnung mittels finanzmathematischer


Funktionen und machen Sie die Ergebnisse „fett“:
a. Auf welche Summe wachsen EUR 5.000,- bei 5 % Zinsen p.a. in 10 Jahren an,
wenn das Kapital jährlich verzinst wird ? Lösen Sie das Beispiel zuerst ohne fi-
nanzmathematischen Funktion und danach mit.
b. Wie hoch wäre das Kapital am Ende der 10 Jahre, würde es monatlich und nicht
jährlich verzinst werden?
c. Wie viel Kapital müsste man anlegen, um bei 5 % Zinsen p.a. und jährlicher
Verzinsung EUR 7.000,- nach 10 Jahren zu erhalten?
d. Wie hoch müsste der Zinssatz bei einem Kapital von EUR 5.000,- sein, um nach
10 Jahren EUR 70.000,- zu erhalten?
e. Wie lange muss man EUR 5.000,- bei 5 % Zinsen p.a. und jährlicher Verzinsung
sparen, um EUR 57.337,00 zu erhalten?

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2. Lösen Sie die folgenden Aufgaben zur Rentenrechnung mittels finanzmathematischer


Funktionen:
a. Wie hoch ist das Endkapital, wenn sie zehn Jahre jährlich am Ende des Jahres
(also nachschüssig) EUR 5.000,- auf ein Sparkonto einzahlen, das mit 5% p.a.
verzinst wird?
b. Welchen Betrag müssen Sie heute auf ein Sparbuch mit 5% p.a. Zinsen einzah-
len, um 10 Jahre lang jährlich am Ende des Jahres EUR 5.000,- abheben zu
können?
c. Wie lange reicht ein Kapitel von EUR 70.000,-, wenn sie bei 5% p.a. Zinsen am
Ende jedes Jahres EUR 5.000,- entnehmen?
d. Welchen Zinssatz müssen Sie erhalten, um bei jährlichen Einzahlungen (am
Ende des Jahres) von EUR 5.000,- nach 10 Jahren EUR 70.000,- zu bekom-
men?
e. Wie hoch müssen die am Ende eines Monats getätigten Einzahlungen bei 5%
Zinsen p.a. sein, um nach 10 Jahren EUR 70.000,- angespart zu haben?

3. Lösen Sie dieselben Aufgaben von Punkt 2 mit vorschüssiger Zahlungsweise!

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2.3 Beispielsammlung

Sparform
Monatlicher Sparbetrag € 400,00
Laufzeit (Monate) 48
Zinssatz p.a. 5%

Endwert (inkl.KESt)

Endwert
Eigenleistung
Zinsen
KESt
Zinsen abzügl. KESt
Endwert abzügl. KESt

ZIELWERTSUCHE:
Wie muss sich der Zinssatz verändern, damit man
einen Endwert (inkl. KESt) von € 26.000,-- erhält.

Monatlicher Sparbetrag € 400,00


Laufzeit (Monate) 48
Zinssatz p.a.

Endwert (inkl.KESt)

Lösung:

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Kredit Darlehn
1) Kreditberechnung

Folgender Kredit ist gegeben:

Laufzeit in Monaten 60
Zinssatz p.a. 6%
Kreditbetrag 100.000

Annuität (Rückzahlungs-
betrag inkl. Zinsen)
Zinsen der Periode 1
Tilgung in der Periode 1

ZIELWERTSUCHE:
Welche monatliche Rate ist bei einer Laufzeit von 84 Monaten möglich?

Laufzeit
Annuität

Lösung:

2) Hypothekardarlehn

Laufzeit in Jahren 30
Laufzeit in Monaten 360
Zinssatz p.a. 5%
Kreditbetrag 300000

Annuität der Periode 50


Zinsen der Periode 50
Tilgung der Periode 50
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ZIELWERTSUCHE:

Welcher Kreditbetrag ist bei einer Laufzeit von 25 Jahren möglich.

Laufzeit
Annuität
Kredit

Lösung

Kredit
Folgender Kreditwunsch ist gegeben:

Annuität 150
Zinssatz p.a. 5%
Laufzeit (Monate) 24

Welche Kreditsumme ist möglich?


Kreditsumme

ZIELWERTSUCHE:
Welcher Kreditbetrag ist bei einer Laufzeit
von 48 Monaten möglich?

Barwert/Kredit
Laufzeit

Lösung:

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Tilgungsplan
Tilgungsplanrechnung eines Kredites

Kreditbetrag € 25.000,00
Zinssatz p.a. 5,50%
Zinsberech-
nung quartalsmäßig
Laufzeit 9 Quartale

Erstellung des Tilgungsplanes

Quartal Kredit Zinsen Tilgung Annuität Rest


1 € 25.000,00
2
3
4
5
6
7
8
9

Lösung:

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Tilgungsrate
Kapitaltilgungsrate

Kredit 25.500,00 €
Prozentsatz 7,6 %
Laufzeit in Monaten 48

Kapitaltilgung

Lösung:

Kreditrate
Darlehen 750.000,00 €
Zinssatz 8,75%
Anzahl der Raten 30

Monatliche Kreditrate

Lösung

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Zinssatz
monatlicher Sparbetrag 15 €

Guthaben 10.000 €
Jahre 5

Zinssatz

Lösung:

Sparplan

1. Die Spareinlage beträgt 2007 € 30000 bei einem Zinssatz von 5% und ei-
ner einmaligen Bonuszahlung am Ende der Laufzeit von € 500.
Berechne das Sparguthaben für die Jahre 2007 bis 2011, addiere
2011den Bonus zum Sparguthaben und vervollständige den Auszah-
lungsbetrag?

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2. Wie hoch muss die Spareinlage sein, um im Januar 2007 bei einem Zins-
satz von 5% und einem Bonus von 500 € einen Auszahlungsbetrag von €
42.000 zu erhalten?
3. Wie hoch muss der Zinssatz sein, um im Januar 2007 bei einer Sparein-
lage von € 30.000 und einem Bonus von € 500 einen Auszahlungsbe-
trag von € 42.000 zu erhalten?

Lösung

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Investitionsrechnung mit Ertragssteuern

Eine GmbH plant die Durchführung einer zusätzlichen Investition. Der Kauf-
preis der zusätzlich anzuschaffenden Maschine beträgt € 100.000 und soll zu
70% durch einen endfälligen Kredit finanziert werden. Die Fremdwährungs-
kapitalzinsen betragen 5% p.a.. Die erwartete Nutzungsdauer kann mit 5
Jahren angenommen werden. Durch die zusätzliche Maschine können im
Vergleich zur Nichtanschaffung jährlich Umsatzerlöse in Höhe von € 25.000
erzielt werden.
Wird die zusätzliche Investition nicht durchgeführt, kann das Unternehmen
einem anderen Unternehmen ein Darlehen gewähren, das eine jährliche
Verzinsung in Höhe von 10% vor Steuer aufweist.

Aufgabenstellung: Ermitteln Sie den Barwert der Investition, wenn Sie


a.) Steuern vernachlässigen.
b.) Ertragssteuern berücksichtigen. Begründen Sie den Unterschied zwi-
schen den beiden Ergebnissen.

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Lösung

Vergleich Leasing-/Kreditfinanzierung

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Eine GmbH plant eine Erweiterung des Betriebes. Dafür soll das Unterneh-
men eine Maschine mit Anschaffungskosten iHv € 400.000 und einer be-
triebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von fünf Jahren entweder über Leasing-
bzw. Kreditfinanzierung zur Verfügung gestellt werden. Allfällige Unterschie-
de in der Liquiditätsbelastung der Finanzierungsvarianten können vernach-
lässigt werden.
Kalkulationszinssatz vor Berücksichtigung der Besteuerung wird mit 10%
vorgegeben. Unabhängig von der gewählten Variante ist bei der GmbH ins-
gesamt mit Gewinnen zu rechnen. Die Finanzierungsalternativen sind fol-
gendermaßen ausgestaltet:

Leasing:
Grundmietzeit: 4 Jahre
Mietvorauszahlung am Beginn der Laufzeit: € 77.600
Restwert am Ende der Grundmietzeit: € 97.000
Zinssatz des Leasinggebers: 8%
Der Leasinggegenstand wird am Ende der Grundmietzeit eigenfinanziert an-
geschaffen
Die Mietvertragsgebühr kann vernachlässigt werden.

Kredit:
Darlehensform: Annuitätendarlehen
Laufzeit: fünf Jahre
Zinssatz nachschüssig: 6% p.a., Disago: 1%
Das Disagio wird durch den Kreditgeber dem aushaftenden Betrag zuge-
schlagen. Die Kreditvertragsgebühr beträgt 0,8% und wird ebenfalls fremdfi-
nanziert.

Aufgabenstellung:
Ermittele die Höhe der vorschüssigen Leasingrate unter der Bedingung, dass
sich beim Leasinggeber ein Nettobarwert aus der Investition in Höhe von €
20.000 ergibt, wenn steuerliche Effekte vernachlässigt werden. Die Anschaf-
fungskosten des Leasinggebers liegen 3% unter jenen der GmbH im Fall der
Kreditfinanzierung.
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Ermittle den (Belastungs-) Barwert der Leasingvariante aus Sicht der GmbH
unter Berücksichtigung erstragsteuerlicher Effekte.

Erstelle den Tilgungsplan für das Annuitätandarlehen.


Ermittle den (Belastungs-) Barwert der Kreditvariante aus Sicht der GmbH
unter Berücksichtigung ertragssteuerlicher Effekte und vergleiche das Er-
gebnis mit dem errechneten Barwert der Leasingvariante.

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Lösung

Da sich beim Leasinggeber ein Nettobarwert von € 20.000 ergeben soll müssen die Barwer-
te der zu leistenden Zahlungen € 408.000 (Anschaffungskosten + gewünschter Barwert). Die
Anzahlung von € 77.600 wird zu Beginn des Berechnungszeitraumes geleistet und muss
nicht abgezinst werden. Die Zahlung des Restwertes wird erst am Ende des 4. Jahres ge-

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leistet und muss daher 4 Jahre abgezinst werden. Zählt man die Barwerte der Zahlungen
von jenem der Anschaffungskosten (inkl. gewünschter Barwert) ab, so verbleiben noch €
259.102,10, welche durch die 4 vorschüssigen Leasingraten abgedeckt werden sollen, was
bei einer Höhe von € 72.433 gelingt.

Die Maschine wird also nach IAS 17 im Anlagevermögen der GmbH aktiviert, wodurch pas-
sivseitig eine Verbindlichkeit von € 408.000 gegenüber dem Leasinggeber entsteht. Diese
vermindert sich mit jeder Zahlung abzüglich der Leasing-Zinsen. Da die Leasing-Raten vor-
schüssig zu bezahlen sind, werden in Periode 1 noch keine Zinsen getilgt, da zu Beginn des
Jahres noch keine Zinsen angefallen sind. Die Restschuld am Ende des 1. Jahres beträgt
also 408.000 abzüglich der Zahlung von 150.034 (Anzahlung + 1. Leasingrate), also
257.966. Die Zahlung der Zinsen für Periode 1 erfolgt somit erst zu Beginn der Periode 2.
Bei der Bezahlung des Restwertes am Ende der Periode 4 wird daher nicht nur der Restwert
der Maschine bezahlt sondern auch die Zinsen für Periode 4.Aufwandswirksam werden die
Zinsen aber natürlich in jenem Jahr, in dem Sie anfallen, was bei der Ermittlung der Steuer-
ersparnis von Bedeutung ist.

Da es sich um ein Finance-Lease handelt ist die Maschine bei der GmbH zu aktivieren und
nach IAS 17 wie im Eigentum stehende Anlagen auf die Nutzungsdauer oder eine kürzere
Vertragsdauer abzuschreiben. Die Aktivierung erfolgt mit dem Barwert der Mindestleasing-
zahlungen berechnet mit dem Vertragszinssatz, also mit € 408.000, woraus sich eine jährli-
che Abschreibung von € 102.000 ergibt (kürzere Vertragsdauer von 4 Jahren). Zusammen
mit den Leasingzinsen stellt die Abschreibung den gesamten zusätzlichen Aufwand dar,
welcher die Bemessungsgrundlage für die Steuerberechnung vermindert. Da es sich um ein
Finance-Lease handelt sind die Anzahlung sowie die Zahlung des Restwertes nicht erfolgs-
wirksam. Sie sind lediglich zahlungswirksam und vermindern die Verbindlichkeit gegenüber
dem Leasinggeber.
Durch die zusätzlichen Aufwendungen für Abschreibung und Zinsen vermindert sich der
steuerbare Gewinn und die Steuerersparnis beträgt 25% der zusätzlichen Aufwendungen.
Der Nettozahlungsstrom ergibt sich somit aus den tatsächlichen Zahlungen der betreffenden
Periode abzüglich der Steuerersparnis. Die Summe der abgezinsten Nettozahlungsströme
ergibt den Belastungsbarwert von € 361.677 Dies bedeutet, dass die Leasingzahlungen der

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nächsten 4 Perioden abzüglich der Steuerersparnisse in t0 eine Belastung von € 361.677


darstellen.

Neben den Anschaffungskosten für die Maschine müssen durch den Kredit auch noch die
Kreditvertragsgebühr und das Disagio gedeckt werden. Das Disagio ist ein Prozentsatz der
Kredithöhe, welcher nicht ausbezahlt wird, im Falle der GmbH bedeutet dies also, dass nur
99% der Kreditsumme ausbezahlt werden. Da auch die Kreditgebühr mitfinanziert werden
soll, wird auch der Prozentsatz der Kreditgebühr nicht ausbezahlt (eigentlich wird er schon
ausbezahlt, aber er ist sofort zur Zahlung fällig, was einer Nicht-Auszahlung gleich kommt).
Es werden also nur 98,2% der Kreditsumme ausbezahlt. Dieser Prozentsatz soll zur Finan-
zierung der Maschine reichen, also € 400.000 betragen. Die notwendige Kredithöhe ergibt
sich somit aus 400.000 / 98,2 % und beträgt 407.331.98, woraus sich eine Annuität von
96.699,14 verteilt über 5 Jahre ergibt.

Wiederum verringern die Abschreibung sowie der Zinsaufwand den Gewinn und somit die
fälligen Steuerzahlungen. Da die Nutzungsdauer der Maschine 5 Jahre beträgt ist nun auf 5
Jahre abzuschreiben. Dies bedeutet, dass die jährliche Steuerersparnis auf Grund der Ab-
schreibung niedriger als beim Leasing ist, läuft dafür allerdings 1 Jahr länger. Insgesamt er-
gibt sich bei der Kreditfinanzierung für die GmbH ein Belastungsbarwert von € 294.218. Dies
bedeutet, dass die Annuitätenzahlungen der nächsten 5 Perioden abzüglich der Steuerer-
sparnisse in t0 eine Belastung von € 294.218 darstellen.
Im Vergleich zur Leasingfinanzierung ist dieser Barwert niedriger, weshalb für die
GmbH eine Finanzierung durch einen Kredit günstiger ist.
Der Ausschlag für den Kredit und gegen das Leasing geben die hohe Anzahlung, welche
zum Zeitpunkt 0 anfällt und somit nicht abgezinst wird, sowie die vorschüssig fälligen Raten
beim Leasing. Beim Kredit ist die Verteilung der Zahlungen relativ gleichmäßig und erfolgt
über einen längeren Zeitraum. Dadurch wird auch die letzte Annuität 1 Jahr mehr abgezinst
und hat einen niedrigen Barwert.
Wenn also der Zinssatz sinkt, so werden spätere Zahlungen weniger stark abgezinst und fal-
len daher mehr ins Gewicht als bei höherem Zinssatz. Die Zielwertsuche in Excel hat erge-
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ben, dass bei einem Zinssatz von ca. 4,1% vor Steuerberücksichtigung die beiden Alternati-
ven den gleichen Belastungsbarwert aufweisen und bei Zinssätzen unter 4,1% das Leasing
günstiger ist als der Kredit.
Zum Zinssatz ist noch zu sagen, dass die Abdiskontierungen mit dem Zinssatz nach Steuer-
berücksichtigung maßgeblich sind. Daher hat der Grenzsteuersatz einen doppelten Einfluss
auf die Entscheidung: zum einen durch die Höhe der Steuerersparnis und zum anderen
durch die Beeinflussung des Diskontierungszinssatzes nach Steuern. Natürlich gilt bei Kör-
perschaften der lineare Steuersatz von 25%, dennoch soll auf den Unterschied zu anderen
Gesellschaftsformen sowie zum Einzelunternehmen hingewiesen werden. Durch einen hö-
heren Grenzsteuersatz steigt nicht nur die Steuerersparnis, sondern es sinkt auch der Kalku-
lationszins nach Steuerberücksichtigung. Dies hat wiederum zur Folge, dass spätere Zah-
lungen noch weniger ins Gewicht fallen. Nimmt man im Beispiel nun einen Grenzsteuersatz
von 50% an, so ändert sich die Entscheidung zu Gunsten des Leasings bereits ab einem
Zinssatz von ca. 5,6 %, was im Moment wohl etwas höher ist, als mit einer sicheren Alterna-
tivanlage erzielt werden kann.

Fremdfinanzierung

Eine GmbH möchte ein neues Projekt durchführen. Zur Finanzierung der An-
schaffungskosten ist ein Fremdfinanzierungsvolumen von € 1 Mio. erforder-
lich.
Ein Kreditinstitut bietet drei alternative Fremdfinanzierungsvarianten an. Es
kann ein Annuitätendarlehen, Ratendarlehen oder ein Zero-Bond (Null-
Kupon-Anleihe) in Anspruch genommen werden. Der Nominalzinssatz als
Preis für die Kapitalüberlassung beträgt jeweils 6% pro Jahr im Nachhinein.
Die Kreditlaufzeit wird mit fünf Jahren vereinbart.
Gebühren und allfällige Liquiditätsunterschiede der Finanzierungsvarianten
können bei der Beurteilung der Alternativen vernachlässigt werden.

Aufgabenstellung:
Erstelle den Tilgungsplan für ein Annuitätendarlehen auf und ermittle den
Barwert aus der Finanzierungsvariante „Annuitätsdarlehen“, wenn ein Kalku-
lationszinssatz vor Berücksichtigung von Steuern in Höhe 6% herangezogen
wird.

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Erstelle den Tilgungsplan für ein Ratendarlehen und ermittle unter den glei-
chen Rahmenbedingungen wie bei der ersten Fragestellung den Barwert.
Ermittle den Barwert für die Fremdfinanzierungsalternative „Zero-Bond“, in
dem wieder von einem Kalkulationszinssatz vor Steuern von 6% ausgegan-
gen wird.
Erstelle ein aussagekräftiges Diagram, welches die drei Finanzierungsalter-
nativen gegenüberstellt.

Lösung

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Mitarbeitskontrolle

3 Mitarbeitskontrolle

Um Schüler/innen die Möglichkeit zu bieten, inwieweit sie das besprochene


Kapitel verstanden haben sowie um aufzuzeigen, wo die Schüler/innen ihre
Defizite haben ist es zielführend, den Wissens-Ist-Stand aller Schüler/innen
anhand einer schriftlichen Mitarbeitskontrolle abzuprüfen.

3.1 Rechtsgrundlage
Die Mitarbeitskontrolle wird in den ersten 15 Minuten der Unterrichtsstunde
so abgehalten, dass alle Schüler/innen einen Nutzen daraus ziehen können.8
Die Grundlage für eine Mitarbeitskontrolle ist der Lehrplan, Bildungs- und
Lehraufgaben sowie Lehrstoffe bis zum Zeitpunkt der Leistungsfeststellung.9
Die Verteilung von Mitarbeitskontrollen soll möglichst gleichmäßig über den
Beurteilungszeitraum erfolgen.10 Es sollen nur so viele mündliche und schrift-
liche Leistungsfeststellungen erfolgen, wie für eine sichere Leistungsbeurtei-
lung für ein Semester bzw. die Schulstufe unbedingt notwendig sind.11 Allein
auf Grund schriftlicher Leistungsfeststellungen darf keine Semester- oder
Jahresbeurteilung erfolgen.12

3.2 Beurteilungsraster für Punktesystem


In dieser schriftlichen Mitarbeitsüberprüfung können maximal 14 Punkte er-
reicht werden. Die Beurteilung erfolgt nicht durch Noten, sondern mit den fol-
genden Zeichen, die den Schüler/innen und Erziehungsberechtigten bekannt
sind.

Zeichen Note

— Sehr Gut

☯ Gut

Befriedigend

~
8 Vgl. LBVO § 2, Abs. 5
9 Vgl. SchUG § 18, Abs. 1; vgl. LBVO § 2, Abs. 1
10 Vgl. LBVO § 2, Abs. 2
11 Vgl. LBVO § 2, Abs. 4
12 Vgl. SchUG § 18,
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Mitarbeitskontrolle

Genügend

– Nicht Genügend

Prozentwerte bis … Punkte Note

90 % 13 Sehr gut
77 % 11 Gut
66 % 9,5 Befriedigend
51 % 7,5 Genügend
50 % 7 Nicht genügend

3.3 Angabe Mitarbeitskontrolle


1. Wie entwickelt sich Ihr Geldvermögen in 10 Jahren bei einem Jahres-
zinssatz von 8 %, wenn Sie 500,00 € anlegen? Lösen Sie dieses Bei-
spiel als Einzelwertrechnung!
Jahr Kapital Zinsen 8 % Kapital + Zinsen

1. Jahr 500,00 €

2. Jahr

3. Jahr

4. Jahr

5. Jahr

6. Jahr

7. Jahr

8. Jahr

9. Jahr

10. Jahr

2. Kehren Sie gedanklich zur 1. Aufgabe zurück – Lösen Sie dieses Bei-
spiel nun mittels finanzmathematischer Funktion!

3. Wie hoch würde das Kapital in 10 Jahren anwachsen, würde es nicht


jährlich sondern monatlich verzinst werden?

4. Wieviel Euro müssen Sie heute anlegen, damit Sie nach 7 Jahren bei
einem Jahreszinssatz von 8 % 10.000,00 € erhalten?

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Mitarbeitskontrolle

5. Wie hoch müsste der Zinssatz sein, bei einem Kapital von 700,00 €, um
nach 8 Jahren 6.500,00 € zu erwirtschaften?

6. Wie lange muss man 700,00 € bei einem Jahreszinssatz von 6 % an-
sparen, um 7.000,00 € zu erhalten?

Aufgabe 2. 3. 4. 5. 6.

Zinssatz

Laufzeit

Barwert

Endwert

7. Anmerkungen
Fügen Sie in die Kopfzeile Ihre Klasse, Gruppe sowie das Datum ein!
Fügen Sie in die Fußzeile Ihren Vor- und Zunamen, Seite X von Y so-
wie den Pfad ein!
Aktivieren Sie die Gitternetzlinien und die Zeilen- und Spaltenüber-
schriften!
Benennen Sie das Tabellenblatt in FINANZM um
Duplizieren Sie das Tabellenblatt FINANZM und benennen Sie es um
in FORMELN – Ändern Sie das Tabellenblatt in Querformat um!
Schalten Sie in die Formelansicht um und stellen Sie die optimale Spal-
tenbreite ein!
Dateiname:  SMÜ_Zuname
Drucken Sie das Tabellenblatt FINANZM aus!
Drucken Sie das Tabellenblatt FORMELN auf einer Seite aus!
Verschieben Sie zum Schluss Ihre Arbeit auf das Prüfungslaufwerk

Y:\LEHRERKÜRZEL\WINF\II.HAK

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Theorie

4 Theorie

Worin unterscheidet sich der von Ihnen geplante Unterricht mit dem
Computer/Laptop vom traditionellen Unterricht?

Unter traditionellem Unterricht verstehen wir einen Klassenraum, ausgestat-


tet mit Tischen, Sesseln, einer Tafel mit Kreiden und Schwamm sowie einem
Overhead-Projektor. Tische und Sessel sind beliebig anordenbar und können
je nach Unterrichtsform z. B. Gruppenunterricht, angepasst werden. Dies ist
in einem Computerraum nicht möglich. Computer sind fix montiert und kön-
nen nicht verschoben werden. Arbeitsformen sind begrenzt möglich. Auch
die Kontrolle der Schüler/innen bezüglich anderweitiger Beschäftigung stellt
eine Herausforderung für die Lehrperson dar. Technische Probleme können
jederzeit auftreten; schnelles Handeln ist ebenso notwendig wie Flexibilität in
der Umsetzung.

Der Vorteil hingegen besteht in zahlreichen verschiedenen Übungsmöglich-


keiten und kreativen Einschüben anhand von Internet sowie in der Ergebnis-
sicherung. Unterrichtsmaterialen können abgespeichert und ausgedruckt
werden sowie in der folgenden Stunde wieder aufgerufen werden. „Ich hab‘s
nicht dabei“ gehört der Vergangenheit an.

Was die institutionellen Voraussetzungen betrifft, so unterscheidet sich ein


Computerraum auch in Beleuchtung, Belüftung und Instandhaltung von tradi-
tionellen Unterrichtsräumen. Auch organisatorisch gesehen kann es zu Stö-
rungen kommen. Bis Schüler/innen den Weg vom Klassenraum in den Com-
puterraum „finden“ vergeht Zeit; bis Schüler/innen die Computer hochgefah-
ren haben, sind wiederum Minuten verstrichen. Abgelenkt durch das Internet
müssen „Gegenmaßnahmen“ überlegt werden.

Wo sehen Sie in Bezug auf Ihr Thema Möglichkeiten zur Zusammenar-


beit mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen?

Wie bereits erwähnt, scheint das Thema der finanzmathematischen Funktio-


nen nicht nur im Lehrplan des Wirtschaftsinformatikunterrichts vorgesehen zu
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Theorie

sein, sondern findet auch Relevanz in Mathematik, Betriebswirtschaft und der


Übungsfirma. Die Art und Weise der Vermittlung scheint hingegen in den vier
verschiedenen Fächern als differenzierbar. Im Mathematikunterricht können
die „einfachen“ Grundregeln und Formeln gelehrt und anhand Stift, Papier
und Taschenrechner ausprobiert werden. Im Betriebswirtschaftunterricht
können sinnvolle Beispiele für Investitionen und Finanzierungen und praxis-
nahe Varianten gefunden werden. Im Wirtschaftsinformatikunterricht soll das
MS Excel 2003 ein Hilfsmittel darstellen und als Erleichterung erfahren wer-
den. Vier Lehrer/innen, vier Perspektiven und zahlreiche neue Möglichkeiten
können einen Anreiz für Schüler/innen darstellen und die Frage „warum
müssen wir das Lernen“ möglicherweise beantworten.

Eine der im Lehrplan angeführten Bildungs- und Lehraufgaben der Wirt-


schaftsinformatik lautet:
„Die Schülerinnen und Schüler sollen […] die Auswirkungen der Informati-
onsverarbeitung und der Kommunikationstechnik auf Mitarbeiter, Betrieb,
Gesellschaft und Kultur erkennen und dazu fundiert Stellung nehmen kön-
nen.“ (vgl. BMBWK 2004)

Wie werden Sie dieser Forderung im Rahmen ihres geplanten Unter-


richts gerecht?

Gerade das Thema „Finanzmathematischer Funktionen im MS Excel 2003“


stellt eine sehr praxisnahe Thematik dar. Excel als Hilfsmittel und Arbeitser-
leichterung soll den Schüler/innen nahe gebracht werden, Zeitersparnis und
Wirtschaftlichkeit von Informationsverarbeitung sollen erkannt werden. Mögli-
che Vorteile im privaten als auch im beruflichen Alltag sollen aufgezeigt so-
wie auch kritische Überlegungen angestellt werden. In Form Übungen und
Beispielen sollen Schüler/innen einen eigenen (kritischen) Zugang erhalten
und anhand der Ergebnisse wirtschaftliche Entscheidungen treffen können.
Die Kommunikation der Schüler/innen untereinander erscheint uns als wich-
tig. Softskills und Schlüsselqualifikationen gewinnen in der heutigen Zeit -
speziell im Berufsleben immer mehr an Bedeutung und deshalb empfinden
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Theorie

wir es als wichtig, die Kommunikation der Schüler/innen untereinander zu


fördern. Ergebnisse sollen verglichen, gegenseitig erklärt und diskutiert wer-
den. Ein Gespür für die Zahlen muss entwickelt werden.

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Literaturverzeichnis

5 Literaturverzeichnis

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/LERNZIELE/ (Abrufdatum: 30. Nov.


2008)
http://www.bmukk.gv.at/medienpool/11702/vo_aend_lp_hak_hasch_anl2.pdf
(Abrufdatum: 09. Dez. 2008)
http://www.bmukk.gv.at/schulen/recht/gvo/lb_vo.xml#02
(Abrufdatum: 09. Dez. 2008)
http://www.bmukk.gv.at/schulen/recht/gvo/schug_teil1.xml#18
(Abrufdatum: 09. Dez. 2008)

6 Anhang

6.1 Excel-Sheets

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6.2 Rätsel

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Lösung

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