Sie sind auf Seite 1von 2

Atomkraftwerke

Funktionsweise eines Siedewasser- reaktors

Die Energiegewinnung erfolgt durch die „kon- trollierte“ Kernspaltung von Uran 235, welches sich im angereicherten Zustand (2-4%) in den Brennelementen befindet. Beim Siedewasserreaktor (siehe Abb.) ist der Reaktordruckbehälter (1) nur zu zwei Dritteln mit Wasser gefüllt, darüber befindet sich Was- serdampf. Durch die in den Brennelementen (2) erzeugte Wärme wird das Wasser auf 300°C erhitzt. Aufgrund des niedrigen Druckes von 70 bar siedet das Wasser. Der entstehende Wasserdampf wird direkt - ohne Zwischen- schaltung eines Sekundärkreislaufes - zur

Stromerzeugung genutzt. Durch die Regulier- stäbe wird die Spaltung „kontrolliert“, da sonst der Druckwasserbehälter explodieren könnte.

da sonst der Druckwasserbehälter explodieren könnte. Allgemeine Informationen Das erste Kernkraftwerk wurde 1942

Allgemeine Informationen

Das erste Kernkraftwerk wurde 1942 in den U.S.A errichtet. Weltweit sind z.Z. fast 440 Kernkraft- werke in Betrieb. In Deutschland wurden zwischen 1960 und 1989 insgesamt 35 Atomanlagen gebaut, 17 davon sind noch in Betrieb. Der Wirkungsgrad der Atomkraftwerke liegt bei rund 33%. Im Jahr 2009 stammt 22,6 % des in Deutschland erzeugten Stroms aus Atomkraftwerken. Laut einer FÖS- Studie aus dem Jahr 2009 belaufen sich die „Finanzhilfen“ in Deutschland auf insgesamt 253 Mrd. Euro.

Problematik

Man kann die Problematik grundsätzlich in drei Bereiche einteilen. Bei dem Abbau des Brennstoffs: Das zum Brennstoff nötige Uran wird zu 94% von zehn Staaten im Tagebau, unter Tage sowie durch Lösungsbergbau gewonnen. Dazu gehören Kanada, Australien, Kasachstan, Russland, Niger, Namibia, Usbekistan und den USA statt. Daraus folgert sich eine Abhängigkeit Europas vom Uranimport. Die Vorkommen liegen zu 70% auf indigenem Land, was Ver- treibung und Menschenrechtsverletzungen zur Folge hat. Das Uranerz enthält z.T. nur 0,1% Uran 235. Dadurch finden eine großflächige Zerstörung der Erde und die Kontaminierung des Grundwassers statt. Außerdem ist dies mit

einem hohen Energieaufwand und somit hohe CO 2 -Emmisionen verbunden. Die Vor- räte sind endlich, seit 1985 verbrauchen die Atomkraftwerke jedes Jahr deutlich mehr Uran als abgebaut wird. Der Betrieb ist sicherheitstechnisch bedenk- lich, es gibt ca. 150 Störfälle jährlich in Deutschland. Ein Super-GAU ist jederzeit möglich. Des Weiteren stoßen diese radioakti- ve Stoffe aus, welches das Krebsrisiko für Anwohner um Atomkraftwerke erhöht. Sie sind außerdem nicht vor Terroranschlägen oder Erdbeben geschützt. Eine rechtzeitige Evakuie- rung wäre bei einem Super-GAU nicht mög- lich. Die Wirtschaft wäre zerstört.

Ein weiterer Problembereich stellt der täglich entstehende Müll dar. Seit rund 60 Jahren sammelt sich hochradioaktiver Atommüll, der noch mindestens 24.000 Jahre strahlt, an. Die Entsorgungsfrage bleibt ungelöst. 12.500 Ton- nen wurden in Deutschland bis heute produ- ziert. Die Wiederaufarbeitung erzeugt weitere

Emissionen und erreicht nur eine 10%ige Auf- arbeitung des Mülls. Auch die Endlagerung in Salzstockwerken ist bis heute nicht möglich. Das Versuchsendlager Asse II ist bereits nach 20 Jahren undicht. Es gibt lediglich über- und unterirdische „Zwischenlager“.

Alternative Stromerzeugung ohne Atomkraft

Im Jahr 2007 brachte Greenpeace Deutschland die Studie „Klimaschutz Plan B 2050“ heraus, aus der hervorgeht, dass der Strombedarf in Deutschland ab 2020 ohne Strom aus Atomkraftwerken gedeckt werden könnte. Hierzu seien eine Effizienzsteigerung der übrigen Kraftwerke, der Ausbau der Strom- erzeugung im Sektor der erneuerbaren Energien, sowie die allgemeine Senkung des Stromverbrauchs nötig.

Quellen

Abiturtrainer Chemie, Chemie 1, Verlag: Stark, 2008

Film: Alptraum Atommüll, Arte, 2009

RWE

World Nuclear Association http://www.world-nuclear.org/

Bundesamt für Strahlenschutz, KIKK Studie

Valuing the greenhouse gas emissions from nuclear power: A critical survey, Benjamin K. Sovacool, National University of Singapore, 2008

Gesellschaft für bedrohte Völker www.gfbv.de

Greenpeace Risiko Atomkraft Warum der Ausstieg aus der Atomkraft der einzig richtige Weg ist Klimaschutz: Plan B 2050, 2009

FÖS-Studie: Staatliche Förderungen der Atomenergie 1950-2008, 2009

Bau+ Energiekonzepte

Wikipedia