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Jesus

in der Ökumene

Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen


Vorgelegt von Hoàng Oanh Châu, Klasse 13.1
Im Neigungsfach Religion bei Herrn Reinert
Am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Pfullingen

08. Januar 2009


Inhalt
1. Einführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

1.1 Worterklärung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

2. Die drei Jesusbilder

2.1 Jesus im Christentum:

Gegenüber Juden und Muslimen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

2.2 Jesus im Judentum:

Jüdische Ablehnung des christlichen Jesusbildes . . . . . . . . . . . . . . . . 7

2.2.1 Das Messianische Judentum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

2.3 Jesus im Islam . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

3. Die drei Jesusbilder im Vergleich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

4. Beispiel: Iberische Halbinsel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

5. Schlussbemerkung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15

6. Quellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
1. Einführung

Ökumene ist ein Ausdruck, der einem in jüngster Vergangenheit immer öfter über
den Weg läuft. Oft geht es um das Bemühen um die Wiederherstellung der sicht-
baren Einheit der Kirche Jesu. Durch verschiedene Ebenen ökumenischer Arbeit
wie die kirchlichen Hilfswerke, die ökumenisch zusammenarbeiten, die Commu-
nauté de Taizé oder den ökumenischen Rat der Kirchen hat der Begriff der Öku-
mene immer wieder Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Doch Ökumene wird ebenfalls im Sinne der notwendigen Dialoge zwischen den
drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Islam durch Ereig-
nisse wie die blutigen Konflikte im Nahen Osten oder Terroranschläge, die sich auf
ihre Religionen berufen, zunehmend wichtiger.

Die Person Jesus spielt in diesen drei Religionen eine mehr oder weniger bedeu-
tende Rolle, die von Gegensätzen gekennzeichnet ist. So nimmt Jesus im Christen-
tum als der Messias eine zentrale Rolle des Glaubens und des religiösen Lebens
ein; das Judentum sah in Jesus und seinen Nachfolgern seine Glaubensgrundsätze
verletzt und der Islam betrachtet sich als Erbe der Botschaft Jesu, welche durch
Mohammed und den Koran repräsentiert wird.

Mit dieser Arbeit will ich versuchen, genau diese verschiedenen Bilder Jesu im
Einzelnen genauer zu untersuchen und miteinander zu vergleichen. Ziel ist es, am
Ende ein Fazit ziehen zu können, was die Schwierigkeiten beim religiösen Dialog
sind. Ein besseres Verständnis soll damit ermöglicht werden.
Zunächst werde ich den Begriff Ökumene im Allgemeinen erläutern. Als nächstes
werde ich die verschiedenen Jesusbildern im Christentum, im Judentum und im
Islam untersuchen und gegenüberstellen. Zuletzt werde ich anhand des Beispiel
Spaniens die Koexistenz dieser drei Religionen anführen und zuletzt ein Schluss-
wort anführen.

Als Quellen dienen mir verschiedene Internet- und Literaturquellen, sowie haupt-
sächlich das Buch „Jesus zwischen Juden, Christen und Muslimen“ von Míkel de
Epalza.

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1.1 Worterklärung

Der Begriff Ökumene leitet sich von dem griechischen Wort „οἰκουμένη“ (oiku-
mene) ab und bedeutete ursprünglich „ganze bewohnte Erde“.
Heutzutage wird er in verschiedenen Zusammenhängen benutzt, beispielsweise
bezeichnet man in der Geographie den ständig besiedelten und landwirtschaftlich
nutzbaren Teil der Erdoberfläche als Ökumene.
Jedoch ist der Begriff der Ökumene oftmals eher im religiösen Bereich einzuord-
nen.
Zum einen wären da die sieben allgemeinen ökumenischen Konzile1 der gesamten
christlichen Kirche; zum anderen die ökumenische Bewegung, welche die gemein-
samen Dialoge zwischen christlichen Kirchen und deren Bestreben nach Einheit
bezeichnet und zuletzt die abrahamitische Ökumene, welche die gemeinsamen
Dialoge zwischen den drei monotheistischen Religionen Christentum, Judentum
und Islam beschreibt.

1
sieben allgemeine Bischofsversammlungen im Christentum, die 325-787 stattfanden und von der ortho-
doxen, katholischen und evangelischen Kirche anerkannt werden

4
2. Die drei Jesusbilder

2.1 Jesus im Christentum:


Gegenüber Juden und Muslimen

Das Christentum ist eine Gemeinschaft von Menschen, die Jesus als deren Be-
gründer ansehen und ihn daher mit ihren Glaubensüberzeugungen und Lebens-
formen nachfolgen.
Er ist im Christentum zuallererst der von Gott gesandte Messias, der auf die Erde
kam und Mensch wurde um alle Menschen zu erretten und ihnen so das ewige Le-
ben zu ermöglichen. Die Lehre vom Christentum drückt sich durch das Verhalten
jedes einzelnen Christen aus.

Begründer des Christentums und dessen Lehre


Im Mittelalter war es viel üblicher eine Person durch ihre religiöse Identität zu
definieren und zu erkennen als heute. Das Aufeinandertreffen von verschiedenen
Religionen führte also dazu, dass Christen oft exzessiv bemüht waren, Juden und
Muslimen ihre spezielle Sichtweise Jesu aufzudrängen und sie dazuzubringen ihre
Ansichten anzunehmen. Dadurch, dass einige Geistliche sich besonders verpflich-
tet gefühlt haben, die christliche Lehre zu verteidigen, entstand in den Augen der
Juden und Muslimen ein Jesusbild eines autoritären Führers.
Für die Juden ist es inakzeptabel die christliche Kirche und Jesus als ihren Führer
anzuerkennen, da er ihrer Meinung nach das Alte Testament verraten hat indem
er behauptet der Messias zu sein und die christliche Kirche sich als Erbe des gött-
lichen Versprechens und Ablösung der Synagoge sieht. Da das Judentum Jesus also
keinen göttlichen Ursprung zuspricht, hat die christliche Kirche in ihren Augen
ebenfalls keine göttliche Autorität.
Der Islam sieht in der kirchlichen Lehre nicht unbedingt eine Verbindung zur ur-
sprünglichen Lehre Jesu. Vielmehr wurde seine Lehre durch die Kirche verfälscht
und stimmt daher nur bedingt mit der grundlegenden Lehre Jesu überein. Jesus
trägt in ihren Augen daher keine Verantwortung dafür, was die Kirche aus ihm
gemacht hat.

Die Göttlichkeit Jesu


Der Kern des christlichen Glaubens besteht aus der klaren Aussage, dass Gott
in drei Personen besteht: dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Was in
der Bibel lediglich einmal im Missionsbefehl definiert wurde (s. Matthäus 28:19),
wurde von der katholischen Kirche 675 formuliert und 1215 im 4. Laterankonzil

5
bestätigt und danach nie wieder in Frage gestellt.
Diese Vorstellung von der Trinität ist für Juden und Muslime völlig absurd, da
Gott über allen Dingen steht und somit transzendent ist. Gott drei „Personen“
zuzuschreiben bedeutet nach Meinung des Judentums und Islams ihm mensch-
liche Eigenschaften zuzuordnen, was wiederum der Vorstellung von der göttlichen
Transzendenz widerspricht. Das ist demnach der Grund für die Nicht-Akzeptanz
der Göttlichkeit Jesu.

Nicht nur Gott, sondern auch Mensch


Nun darf man jedoch nicht außer Acht lassen, dass Jesus ebenso ein Mensch war.
Diese belegbare Tatsache ist ebenso wichtig wie seine Göttlichkeit. Dem christ-
lichen Glauben nach war Jesus ein vollkommener Mensch, der über seinen Mit-
menschen stand. Auch diesem Punkt waren Juden und Muslime gegenüber eher
negativ eingestellt.
Für die Juden galt Jesus als alles andere als vollkommen. Er war nicht einmal ein
frommer Jude, da er zu Lebzeiten Unruhe gestiftet hat, indem er falsche Lehren
predigte und seine Wundertaten als Blasphemie und Hexerei verurteilt wurden.
Die Muslime sahen keinen Sinn darin sich mit den Lehren Jesu zu befassen, da
diese ihr Grundlagen in den Evangelien hat und diese in ihren Augen bekanntlich
verfälscht sind. Alles Notwendige finden sie ohnehin im Koran und in der Lehre
Mohammeds.
Beide Religionen erkennen die Existenz und den menschlich vorbildlichen Cha-
rakter Jesu also an, nehmen allerdings nicht die daraus resultierende christliche
Vorstellung an.

Das Abendmahl
Jesus ist für den christlichen Glauben nicht einfach nur eine Person, die irgend-
wann einmal gelebt hat und die darauffolgende Zeit beeinflusst. Vielmehr wird
seine Gegenwart den Gläubigen durch bestimmte Riten immer wieder offenbart.
Bei diesen Riten handelt es sich um die sieben heiligen Sakramente, wie z.B. die
Taufe oder die Ehe. Vor allem werden beim Abendmahl der Tod und die Auferste-
hung Jesu gefeiert. In Form von Brot und Wein sollen die Gläubigen Jesus in sich
aufnehmen.
Regelmäßiges Zusammenkommen um religiöse Riten durchzuführen ist nichts
Ungewöhnliches für das Judentum und den Islam. Doch die Gegenwart Jesu in
Brot und Wein ist ein Mysterium, das sie weder nachvollziehen noch akzeptieren
können.
Die von Christen oft genannte Parallelität zwischen dem jüdischen Passahfest und
dem christlichen Abendmahl wird von Juden stark dementiert. Das Passahfest wird
im Gedenken an den Auszug des israelischen Volkes aus der Sklaverei in Ägypten
6
gefeiert. Das Abendmahl hingegen feiert die Gegenwart Jesu.
Nach Ansicht der Muslime ist das Abendmahl völlig unverständlich und absurd
und nur ein weiterer Beweis für die Irrlehren des Christentums.

2.2 Jesus im Judentum:


Jüdische Ablehnung des Jesus der Christen

Es gibt kein allgemein gültiges Jesusbild im Judentum, da es keine notwendige


Bezugsgröße wie das Credo oder die Konzile der Christen oder den Koran der
Muslime gibt. Vielmehr setzt sich das Bild von Jesus aus verschiedenen individu-
ellen Meinungen jüdischer Gläubiger zusammen.
Es gibt eine Reihe von Überzeugungen, die der christliche Glaube beinhaltet und
das vom Judentum strikt zurückgewiesen wird. Um diese Zurückweisungen besser
zu verstehen, darf man nicht vergessen, dass das Christentum historisch gesehen
nach dem Judentum entstand. Der jüdische Glaube war schon festgelegt bevor
Jesus auftrat.
Grundsätzlich kann man sagen, dass das Judentum den Jesus von Nazareth nicht
als Sohn Gottes ansieht, da ein Mensch nach jüdischer Auffassung nicht göttlich
sein kann. Es sieht in ihm auch nicht den Messias, da er nicht die endgültige Ver-
wandlung der Welt gebracht habe, welche Juden nach biblischer Prophetie vom
Messias erwarten. Aufgrund dessen haben Juden sich nach seinem Tod nicht wei-
ter großartig mit ihm beschäftigt. Erst als das Christentum zur offiziellen Religion
wurde und anfing Juden zu verfolgen, waren die Juden dazu gezwungen sich erneut
mit der Person Jesus auseinanderzusetzen. Aufgrund dieser Verfolgung kam es al-
lerdings auch dazu, dass Juden anhand der Taten der Christen über Jesus urteil-
ten.

Zurückweisung der Göttlichkeit Jesu


Zum einen wird die Göttlichkeit Jesu zurückgewiesen. Dies wird, wie bereits an-
gesprochen, durch die Transzendenz Gottes, welches ein Grundelement des jü-
dischen Glaubens ist, begründet.
Die Vorstellung, dass Gott den Lebensweg eines Menschen durchlaufen hat, wäre
ein völliger Widerspruch zum jüdischen Glauben. Würden die Juden anerkennen,
dass der Mensch Jesus gleichzeitig Gott sein könnte, wäre die logische Konse-
quenz ihn anzubeten – was aber wiederum eine Sünde gegen das erste Gebot der
Götzenanbetung wäre.
Ein weiteres Argument, das die Juden anführen, um die Nicht-Göttlichkeit Jesu zu
unterstreichen, ist die Ablehnung der Trinitätslehre. Dazu werden von jüdischen

7
Autoren oft Texte aus den Evangelien angeführt, in denen Jesus menschliche
Schwächen durchlebt, beispielsweise wie Hunger2 und Angst3. Diese durchaus
menschlichen Züge sollen beweisen, dass Jesus keineswegs göttlich sein kann.

Zurückweisung von Jesu göttlicher Mission


Wenn man akzeptiert hat, dass Jesus kein Gott war, kann man immer noch glau-
ben, dass er ein von Gott gesandter Prophet ist. Doch auch diese Vorstellung von
Jesus erkennen die Juden ihm nicht an.
Grund hierfür ist das einfache Faktum, dass die Botschaft Jesu sich zu sehr von der
des Judentums unterscheidet. Auch wenn Jesus Jude war, so gilt er mittlerweile als
Begründer einer Religion, die im Gegensatz zum Judentum steht.
Obwohl inzwischen immer öfters eingeräumt wird, dass Jesus in seiner Botschaft
den jüdischen Glauben weitgehend respektiert hat, wurde im Mittelalter der gött-
liche Ursprung seiner Botschaft abgelehnt. Er konnte weder Prophet, noch Bote,
noch Engel Gottes sein, da er der Thora widersprach oder zumindest von ihr ab-
wich.

Zurückweisung der übernatürlichen Wunder


Die logische Schlussfolgerung ist, seine Wunder als Zauberei, als Magie zu be-
zeichnen, mit der er die Menschen getäuscht hat. Das nötige Wissen hierfür eig-
nete er sich während des Aufenthalts in Ägypten an, wo sich zu damaliger Zeit be-
kanntlich die Hochburg der Magie befindet. Nebenbei ist die Flucht nach Ägypten
ebenfalls ein Beweis dafür, weshalb Jesus nicht Gottes Bote sein kann. Gottes Ge-
sandte standen jeher unter göttlichem Schutz und mussten nicht fliehen. Ebenso
zurückgewiesen, werden das Wunder und der unbefleckten Empfängnis der Ma-
ria und das Wunder seiner Auferstehung. Nach rabbinischer Tradition soll Maria
sich, laut dem Talmud, mit einem römischen Offizier eingelassen haben. Das dabei
entstandene schrieb sie dem Heiligen Geist zu. Durch seinen römischen Vater
sei Jesus „nicht nur ein Bastard, sondern der Sohn eines Nichtjuden“. Schlussfol-
gernd könnte man also behaupten, dass die angekündigte Abstammung Davids
auch nicht zutrifft3.

Jesus als entfremdeter Jude


Jesus mag ethnisch gesehen Jude gewesen sein, doch die Tatsache, dass er das Chri-
stentum begründet hat, lässt ihn zum Fremden und Feind des jüdischen Volkes
werden. Dadurch, dass er und seine Jünger wichtige Elemente des jüdischen Ge-
setzes (wie z.B. die Beschneidung, die Sabbatruhe, etc.) übertreten haben, geht

2
vgl. Matthäus 4:2
3
vgl. Lukas 22:44
4
vgl. Peter Schäfer: Jesus im Talmud, S. 45f

8
man sogar soweit zu sagen, dass Jesus nach der jüdischen Lehre und Religion
kaum mehr als Jude betrachtet werden könne.

Der Tod Jesu


Die Passion wird nicht wie im Christentum als Beweis für Jesu Göttlichkeit ver-
wendet, sondern ganz im Gegenteil als Beweis für seine Menschlichkeit.
In der Kreuzigung selbst sehen Christen eine Art Erhöhung; Juden betrachten
sie eher als Erniedrigung. Schließlich wurden nur Verbrecher zum Tode verur-
teilt und daran ist nichts Ruhmreiches zu finden. Oft wird von Juden der elende
Tod Jesu als Ausschluss aus Gottes Volk und Heil angesehen, was mit der Stelle
aus dem Deuteronomium 21:23 begründet wird: „Denn ein Aufgehängter ist ein
Fluch Gottes.“
Auch der Bezeichnung als geopfertes Osterlamm lehnen die Juden strikt ab. Für
sie ist das Opferlamm ein Symbol der Erlösung aus Ägypten und kann nicht für
einen in ihren Augen gewöhnlichen Verstorbenen symbolisieren.
Die Auferstehung Jesu ist eins der wichtigsten Grundelemente des christlichen
Glaubens. Für Juden stellt sie nur eine weitere Absurdität dar.
Die Symbole, die Christen in der Bibel gefunden hatten, wie z.B. das Bild des
jungen Löwen und seines scheinbaren drei Tage langen Tod in Genesis 49:9ff,
wird auf Jesu Tod und Auferstehung übertragen. Zweifelsohne wehren sich die
Juden auch hier gegen einen Vergleich. Der Meinung der Juden nach, ist Jesus
ganz normal gestorben wie jeder andere Mensch. Die Auferstehung stellt nur eine
weitere Absurdität im christlichen Glauben dar, um das Scheitern ihres Meisters
zu rechtfertigen.

Der Messianismus
Der Hauptgrund der jüdischen Ablehnung Jesu besteht in seinem Messianismus.
Für die Christen gilt den Juden zu beweisen, dass Jesus wirklich zum messianischen
Stammbaums der Bibel und der jüdischen Tradition gehört. Für die Juden war die
Verbindung zwischen dem Messias und Jesus eigentlich nicht vorhanden. Erst als
das Christentum den Messiastitel für Jesus beanspruchte, waren die Juden genöt-
igt, ihre Ansichten zu verteidigen.
Der jüdischen Auffassung nach, kann der Messias nicht Gott selbst sein, sondern
ein Mensch, der u.a. folgende Kriterien, die im Alten Testament zu finden sind,
erfüllt: er muss jüdisch sein5, er muss ein direkter Nachkomme Davids6 und Salo-
mons7 sein, er muss den Weltfrieden bringen8, etc. Da Jesus aber laut christlicher
Überzeugung Teil der göttlichen Trinität ist, schließt ihn das als Messias aus. Hin-
5
vgl. u.a. Deuteronomium 17:15; Numeri 24:17
6
vgl. u.a. 1. Chronik 17:11; Jeremia 33:17
7
vgl. u.a. 1. Chronik 22:10; 2. Chronik 7:18
8
vgl. u.a. Jesaja 11:6; Micha 4:3

9
zu kommen Dinge wie die Zerstörung Jerusalems, Verbannung der Juden und der
ausbleibende allgemeine Frieden, den der Messias herbeiführen wollte, was daher
Zeichen für die Nichtübereinstimmung von Jesus und dem Messias sind.

2.2.1 Das Messianische Judentum

An dieser Stelle sei eine synkretistische9 Bewegung erwähnt, die sich in Amerika
in den 1960er Jahren aus dem Judentum heraus entwickelt hat.
Sie selbst sehen sich als Teil des Judentums, glauben allerdings an Jesus als ihren
versprochenen Messias und Gottes Sohn. Im Grunde kann man sagen, dass Mes-
sianische Juden Christen sind, die an jüdischen Traditionen festhalten. Sie führen
traditionelle jüdische Riten durch, die unter christlichem Einfluss neu interpretiert
und abgeändert wurden.
Natürlich birgt solch eine Glaubenseinstellung auch Konflikte – interne, wie auch
externe.
Grob kann man die Bewegung in zwei Hauptströme unterteilen. Zum einen sind
da diejenigen, die sich weiterhin an die Thora halten und ausleben; jedoch werden
auch einige christliche Dogmen, wie z.B. die Trinität, abgelehnt. Dies führt unwei-
gerlich dazu, dass sie von Juden, wie auch von Christen abgelehnt werden. Zum
anderen gibt es diejenigen, die die Thora ablehnen und sie für nicht mehr geltend
erklären. Viele dieser Gruppen sind meist von christlichem Ursprung und werden
daher stark von Christen unterstützt. Von außen sehen traditionelle Juden diesen
Glauben an Jesus als Messias völlig unvereinbar mit der Glaubensüberzeugung
der Juden, weshalb Messianische Juden von traditionellen Juden klar als Christen
bezeichnet werden.

2.3 Jesus im Islam

Jesus wird im Koran „Isa ibn Maryam“ genannt, was übersetzt „Jesus, Sohn Ma-
riens“ heißt. Hier steht auch, dass er zu den fünf wichtigsten Propheten gehört:
Adam, Ibrahim (Abraham), Musa (Moses) und Mohammed. Im Wesentlichen
weist das Jesusbild im Koran einige Gemeinsamkeiten, aber auch grundlegende
Unterschiede zum christlichen und jüdischen Verständnis auf.
So wird Jesus im Koran als von Allah gesandter Prophet dargestellt, jedoch nicht
als Gottes Sohn.
9
Synkretismus: Vermischung von religiösen Ideen/Philosophien zu einem neuen System oder Weltbild

10
Parallelität und Unterschied zwischen Mohammed und Jesus
Im Islam ist das Ash-Shifá10 wohl bedeutendste Beschreibung des Propheten Mo-
hammed. Beim Durchlesen wird man erstaunt feststellen, dass einige Parallelen
zum Leben Jesu zu finden sind. So kommen beide aus ärmlichen Familienverhält-
nissen, vollbrachten Wunder und besaßen Tugenden, die meist von passiver Art
waren, wie z.B. Demut, Sanftmut, Armut, etc. Obwohl der Text auf Mohammed
ausgelegt ist, passt die Beschreibung ebenso gut auf Jesus.
Der für die Muslime offensichtliche Unterschied zwischen Jesus und Mohammed
besteht nun im Scheitern Jesu und Triumph Mohammeds.
Jesus wurde laut Koran mit einem göttlichen Auftrag ausgestattet. Doch seine
Jünger entstellten seine ursprüngliche Lehre und somit ist der Auftrag Jesu ge-
scheitert. Folglich basiert die heute christliche Kirche auf Irrlehren.
Da Jesus erfolglos war, wurde Mohammed gesandt um eine neue rechtgeleitete
Gemeinde zu gründen. Die Muslime. Er kam ebenfalls mit einer Lehre und einem
Buch (dem Koran), welches nicht von seinen Jüngern verfälscht wurde.

Jesus im Koran
Jesus wird in reichlichen Stellen im Koran namentlich erwähnt. Doch auch in
vielen Stellen, wo er nicht ausdrücklich genannt wird, bezieht sich der Koran auf
ihn. Für Muslime ist der Koran die einzig wahre Quelle, wenn es darum geht ein
Jesusbild zu erhalten.
Dem koranischen Jesusbild nach tat Jesus Wunder, übte sich in Demut und Buße,
etc. Jesus und sogar seine Mutter Maria werden im Islam hoch angesehen. Doch
Muslime spielen diese positiv eingestellte Ansicht in Gegenwart von Christen oft
herunter, um diesen nicht das Gefühl zu geben, dass sie die christlichen Überzeu-
gungen über Jesus eingestanden haben.

Jesu Verschwinden
Der muslimischen Lehre nach wurde Jesus weder gekreuzigt, noch ist er gestorben.
Eine andere Person, die ihm ähnlich sah wurde statt seiner gekreuzigt; er wurde von
Gott in den Himmel erhöht und am Ende der Zeiten zur Erde zurückkehren.
Der Islam verleugnet den Kreuztod Jesu deswegen, weil ihrer Ansicht nach, es nicht
sein kann, dass ein Prophet Gottes einen solch schändlichen Tod stirbt. Daher ist
es nur verständlich, dass das Symbol des Kreuzes vehement abgelehnt wird.

verfasst von Ayyad ben Moussa. Werk, in dem die Werke und Eigenschaften Mohammeds beschrieben
10

werden

11
3. Die drei Jesusbilder im Vergleich

Wo liegen also folglich die grundlegenden Differenzen und Gemeinsamkeiten der


verschiedenen Jesusbilder im direkten Vergleich?
Im Wesentlichen sehen Christen in Jesus einen göttlichen Meister, der ihre Glau-
bensgemeinschaft begründet hat. Zudem ist er Teil der heiligen Trinität und somit
auch Gott. Er ist der zur Erde gesandte Messias, der für die Sünde der Menschen
gestorben ist um ihnen so das ewige Leben zu ermöglichen.
Das Jesusbild der Juden besteht zum größten Teil darin, die christlichen Ansichten
zu dementieren und zurückzuweisen. Für sie war er weder Sohn Gottes, noch gött-
lich gesandter Prophet. Vielmehr galt er als Ketzer, der sich den jüdischen Traditi-
onen widersetzt und ihre Gebote übertreten hat.
Im Islam sieht man Jesus sehr wohl als ein von Gott gesandter Prophet, der also
auch in die Reihe der prophetischen Vorgänger Mohammeds. eingegliedert wird.
Aber keinesfalls war Jesus ein göttliches Wesen. Seine zwar göttliche Botschaft
wurde ohnehin von seinen Jüngern verfälscht, weshalb man jenen Irrlehren heute
nicht mehr trauen dürfe – was wiederum das Scheitern Jesu zeigt.
Judentum und Islam sprechen Jesus also keine Göttlichkeit zu, da sie an die Tran-
szendenz Gottes glauben und ein menschliches Wesen als göttlich zu bezeichnen,
wäre Blasphemie.

Die Heiligen Bücher


Ein weiterer Unterschied bezieht sich auf ihre Heiligen Bücher. Alle drei Reli-
gionen berufen sich auf ihre eigenen religiösen Bücher. Das Judentum hat den
Tanach, der Islam den Koran und das Christentum die Bibel – insbesondere bildet
das Neue Testament die Grundlage für den messianischen Glauben.
Das Judentum, wie auch das Christentum, haben den Ursprung ihrer heiligen
Schriften im Alten Testament. Trotzdem wird es von beiden Seiten auf verschie-
dene Weise gelesen und ausgelegt. Juden lesen die Texte auf der Grundlage der
jüdischen Traditionen; Christen gehen jedoch von Jesus aus und lesen die Schrift
im Lichte des Neuen Testaments. Das entstandene Jesusbild wird sozusagen auf
die gesamte Bibel, alle 72 Bücher, projiziert.
Durch die Heiligen Bücher wird den Juden der Weg zur Erlösung gezeigt, welcher
in ihrem Leben umgesetzt wird und worin sich die göttliche Offenbarung spiegelt.
Die Offenbarung ist im Christentum Jesus selbst. Im Islam ist die Offenbarung
dagegen der Koran, dessen Autor Gott selbst ist und durch seinen Propheten wei-
tergegeben wird.

12
4. Beispiel: Die Iberische Halbinsel

Im Folgenden, will ich versuchen die Koexistenz der drei verschiedenen Religi-
onen anhand des Beispiels der Iberischen Halbinsel in ihrer Geschichte zu veran-
schaulichen.
Durchweg kann man sagen, dass diese drei Religionen immer wieder aufeinan-
dertrafen. Im Zeitraum zwischen dem Untergang Roms und der Eroberung Kon-
stantinopels erreichte allerdings immer nur eine Religion eine für die Gesellschaft
dominante Rolle, während die anderen zwei eher die Minderheit bildeten und
mehr oder weniger geduldet wurden. So blieben diese unter sich und übten kaum
Einfluss auf die Gesellschaft und Kultur aus. So kann man grob drei Epochen mit
Unterschieden je nach Region feststellen: die westgotische, islamische und christ-
liche Periode.

Westgotische Periode (6. - 8. Jahrhundert)


Unter der Herrschaft der Westgoten wurde nicht nur das Christentum zur Staats-
religion, sondern beeinflusste die christliche Kirche auch die politische Macht.
Obwohl man sehr bemüht war die Hispanier zu bekehren, gelang dies nur sehr
oberflächlich. Vor allem in ländlicheren Gebieten blieben sie in Wirklichkeit Hei-
den; im Norden hat man sich sogar strikt gegen die politische und religiöse Re-
form gewehrt. Hinzu kamen politische und religiöse Machtkämpfe, wodurch die
inoffizielle Glaubensüberzeugung des Volkes die bis zur muslimischen Durchset-
zung verdeckt wird.
Das Judentum wurde zu dieser Zeit durch scharfe Gesetze unterdrückt, zwangs-
christianisiert und zum Exil gezwungen. Diese Maßnahmen sollten verhindern,
dass Christen zum Judentum überliefen. Hinsichtlich dieser Behandlung begrüßten
die Juden die islamische Macht mit großer Hoffnung, da diese liberaler war.

Periode der islamischen Herrschaft (8. - 15. Jahrhundert)


Als das Christentum im 08. Jahrhundert ihre politische Macht verlor, unterwarf
sich das Land dem Islam. Die Mehrheit des Volkes, die oberflächlich zwangschris-
tianisiert wurde, konvertierte bereitwillig zum Islam. Christen, wie auch Juden,
wurden von den Muslimen als religiöse Minderheiten geduldet. Beide Gruppen
führten weiterhin ihre Aktivitäten aus, jedoch eher im Hintergrund, um nicht allzu
sehr aufzufallen.
Als das Kalifat von Córdoba im 11. Jahrhundert zerfiel und die damit verbun-
denen Kämpfe für Unruhe sorgten, ergriffen die Christen die Gelegenheit und
integrierten sich selbst in die Politik und Wirtschaft der muslimischen Länder.

13
Als die Almoraviden und Almohaden jedoch im 12./13. Jahrhundert die Macht in
den islamischen Teilen der Halbinsel einnahmen, veranlassten sie die Verfolgung
der Juden und Christen, was unweigerlich zu deren Auswanderung führte.
In der Schlacht von Las Navas de Tolosa (1212) verloren die Muslime allerdings zu
Gunsten der Christen nach und nach die Macht über fast alle Herrschaftsgebiete.
Die Zwangsbekehrung zum Christentum erfolgte dann im 16. Jahrhundert, wobei
sich auflehnende Muslime und Juden aus dem Land vertrieben wurden.
Je nachdem wie sich die gesellschaftlich-religiöse Situation der Muslime sich ver-
änderte, so variierte auch die Beziehung zum Christentum und Judentum. Somit
passte sich auch das Jesusbild je nach Status zum Christentum an.

Periode der christlichen Herrschaft (8. - 17. Jahrhundert)


Diese Periode kann man in vier Phasen einteilen.
In der Entstehungsphase der christlichen Staaten (8. - 11. Jahrhundert) lebten nur
sehr wenige Muslime und Juden dort. Es sind keine nachhaltigen Konflikte oder
Ereignisse dokumentiert. Durch die darauffolgende Politik im Geist der Kreuzzü-
ge (11. - 12. Jahrhundert) geraten eroberte muslimische Gebiete unter christliche
Herrschaft. Um der Almohadenmacht zu entkommen, fliehen die Juden in christ-
liche Länder. Gestärkt und bestätigt durch die erfolgreiche fast völlige Einnahme
der Iberischen Halbinsel, beginnt eine Phase der politischen und religiösen Herr-
schaft (12. - 15. Jahrhundert), in welcher die Christen von einem Bekehrungseifer
ergriffen sind, was wiederum zu Kampfschriften gegen Juden und Muslime und
letztendlich auch zu Verfolgungen von vor allem Juden führte. Als letztes folgt die
Phase der völligen Vernichtung von Juden und Muslimen. 1492 werden die letzten
Juden aus Spanien vertrieben, 1609-14 die letzten Muslime.
Die Reaktionen der Juden und Muslime bestand zum einen darin, sich ihr Überle-
ben samt Freiheit zu erkaufen. Zum anderen band sie die äußeren Angriffe inner-
halb der Glaubensgemeinschaft nur stärker zusammen. Hierin suchten Wege sich
in ihrem Glauben gegen das Christentum zu verteidigen.

14
5. Schlussbemerkung

Worin liegen also nun die Schwierigkeiten im heutigen religiösen Dialog?


Festhaltend muss man sagen, dass alle drei Religionen ein eigenes Bild von der
Person Jesus haben und diese Vorstellung auch nicht aufgeben wollen.
Der Jesus im Christentum ist das Zentrum des Glaubens und gilt als Teil der
göttlichen Trinität. Für das Judentum war er ein gewöhnlicher Mensch, der damals
für viel Aufruhr gesorgt hat und im Islam war er ein Prophet, der zwar mit einem
göttlichen Auftrag ausgestattet war, jedoch gescheitert ist.
So lange jeder auf seinem Standpunkt beharrt und seine Ansicht als die Richtige
betrachtet, lassen sich diese grundlegend verschiedenen Vorstellungen schlichtweg
nicht miteinander vereinbaren; vielmehr entstehen unüberbrückbare Konflikte.

Einen Lösungsansatz sehen viele Theologen in der „Abrahamitischen Ökumene“.


Mit den „Abrahamitischen Religionen“ werden die monotheistischen Religionen
beschrieben, die ihren Ursprung im ersten Hauptteil der hebräischen Bibel ha-
ben. Der Begriff bezieht sich auf den Stammvater Israels, also Abraham, den auch
Christen und Muslime als ihren von Gott auserwählten Stammvater ansehen.
Aufgrund derselben Wurzeln, ist die Abrahamitische Ökumene ein Versuch, die
drei großen monotheistischen Religionen der Welt auf einen gemeinsamen Nen-
ner zu bringen, um eine Einheit anzustreben.

Meiner Ansicht nach, haben diese unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen


solch tiefsitzende Wurzeln, dass es heutzutage schwierig ist einen gemeinsamen
Dialog zu führen. Natürlich besteht jede Religion auf ihren Ansichten und natür-
lich werden Andersdenkende nicht akzeptiert oder gar aufgenommen – denn das
wäre ein Eingeständnis und eine Bestätigung der eigenen Fehlbarkeit.
Trotzdem ist es nicht falsch, andere Überzeugungen zu tolerieren und sie ihren
Glauben ausleben zu lassen.
Im Hinblick auf aktuelle Konflikte wie z.B. im Nahen Osten oder Terroranschläge
auf der ganzen Welt, ist es unabdingbar verstärkt am religiösen Dialog zu arbei-
ten.

15
6. Quellen

Literaturquellen
• E.A. Bouter: Messianische Juden, Daniel-Verlag, 2004
• M. de Epalza: Jesus zwischen Juden, Christen und Muslimen. Lembeck,
Frankfurt a. M., 2002
• U. Parzany: Jesus im Koran. 1981
• W. Rennebaum: „Was glauben eigentlich messianische Juden?“,
Der Herold, 10/2006
• P. Schäfer: Jesus im Talmud. Mohr Siebeck, Tübingen, 2007, S. 45f
• J. Springer: „Religionsfrieden durch Abraham?“, Christ in der Gegenwart,
34/2008, S. 371 f.

Internetquellen
• Abrahamitische Ökumene: http://de.wikipedia.org/wiki/Abrahamitische_
%C3%96kumene, 07.01.2009
• Der Kreuzestod Jesu in koranischer Sicht: http://www.derprophet.info/inhalt/
der-kreuztod.htm, 05.01.2009
• Islam und Christentum im Vergleich: http://www.efg-hohenstaufenstr.de/
downloads/texte/islam_christentum_vergleich.html, 05.01.2009
• Jesus außerhalb des Christentums: http://de.wikipedia.org/wiki/Jesus_
au%C3%9Ferhalb_des_Christentums, 06.01.2009
• Messianische Juden: http://de.wikipedia.org/wiki/Messianische_Juden,
05.01.2009
• Ökumene: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kumene, 02.01.2009
• Rezension des Buches „Jesus zwischen Juden, Christen und Muslimen“ von
M. de Epalza: http://www.rpi-virtuell.net/workspace/users/535/Rezensionen/
Rz-Epalza.pdf, 06.01.2009
Erklärung

Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Hausarbeit selbständig verfasst und
keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel benutzt habe.
Die Stellen der Hausarbeit, die anderen Quellen im Wortlaut oder dem Sinn
nach entnommen wurden, sind durch Angaben der Herkunft kenntlich gemacht.

Lichtenstein, den 08. Januar 2009

Oanh Châu