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Montageanleitung für

Tauschschieber

Best.-Nr. 411 (lange Baulänge „F5“) und Best.-Nr. 412 (kurze Baulänge „F4“)

1. Bestimmungsgemäße Verwendung:

Baulänge „F4“) 1. Bestimmungsgemäße Verwendung: Baulänge „F5“ L Schnittdarstellung „F5“ ø d DN

Baulänge „F5“

L Schnittdarstellung „F5“ ø d DN H
L
Schnittdarstellung „F5“
ø d
DN
H
„F5“ L Schnittdarstellung „F5“ ø d DN H Baulänge „F4“ Hawle-Tauschschieber mit zuggesicherten
„F5“ L Schnittdarstellung „F5“ ø d DN H Baulänge „F4“ Hawle-Tauschschieber mit zuggesicherten

Baulänge „F4“

Hawle-Tauschschieber mit zuggesicherten beweglichen Losflanschen werden für den erleichterten Austausch de- fekter Keiloval- oder Keilflachschieber in der Trinkwasserversorgung bis zu einem max. Betriebsdruck von 16 bar eingesetzt. Bitte beachten Sie die gültigen Normen und Regelwerke, Unfallverhütungsvorschriften und die Vorschriften der Berufsgenossenschaften. Armaturen sind lt. DVGW-Regelwerk „spannungsfrei“ einzubauen - dies gilt auch für den Hawle-Tausschieber. Der Einbau sollte nur von entsprechend unterwiesenem Personal vorgenommen werden.

2. Produktbeschreibung:

Bei der Auswechslung defekter Flanschenschieber besteht aufgrund der erfolgten Verpressung der eingesetzten Zwischenflansch-Flachdichtungen häufig das Problem, dass der Einbauraum für einen baulängengleichen Flan- schenschieber mit neuen Flachdichtungen nach Ausbau des alten Schiebers nicht mehr ausreichend bemessen ist. Um die Flachdichtungen einlegen zu können, hilft meist nur gewaltsames Aufspreizen der Gegenflansche mit Keilen, um genügend Einbauraum zu schaffen. Dies ist nicht nur arbeits- sondern auch kostenintensiv.

Beim Tauschschieber sind bereits Manschettendichtungen mit Flachdichtungsfunktion auf den beiden Schieber- Spitzenden angebracht. Das Einbaumaß inklusive Dichtungssystem entspricht der Baulänge „F5“ oder „F4“ und er- laubt damit, aufgrund der Einsparung zweier sonst zusätzlich benötigter Flachdichtungen, einen einfachen Einbau. Die beiden Flansche sind sowohl in Schieberlängsrichtung beweglich als auch bis zu 360° drehbar.

Aufgrund der Drehbarkeit ist ein problemloses Angleichen des Flanschenlochbildes zwischen z.B. neuem DN 80 8-Loch-Flansch und altem 4-Loch Flansch möglich.

Bei nicht zugfesten Tauschschiebern könnte sich durch auftretende Längszugkraft auf Rohrleitung und Schieber das Schieberspitzende aus Manschettendichtung und Flansch herausziehen und der Schieber damit undicht werden. Die Zugfestigkeit wird beim Hawle Tauschschieber über eine umlaufende Nut auf beiden Spitzenden, in die ein Kunststoffanschlagring eingelegt ist, erreicht. Bei eventuell auftretender Axialbewegung liegt der Losflansch am Anschlagring an und verhindert ein Ausziehen des Spitzendes aus der Manschettendichtung.

Bei Bedarf kann die Zugsicherung durch Entfernen des Anschlagringes unwirksam gemacht werden. Besonderer Vorteil der vorhandenen Zugsicherung ist, dass der Anschlagring beim Festziehen der Flansche frei von Zugspannungen bleibt. Der Flansch kann dadurch bei der Montage nicht vorzeitig auf dem Spitzende blockieren. Dies erlaubt ein Festziehen der Flansche ohne zusätzliche Zugspannungen und eine optimale Verpressung der Dichtmanschetten. Die Zugfestigkeit wird erst wirksam, wenn bei Drucksteigerung und möglicher Axialbewegung der Losflansch zum Abgleiten neigen würde.

08/2004

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Änderungen vorbehalten

3. Montage:

1. Freilegen des auszutauschenden Flanschenschiebers mit den Gegenflanschen

2. Lösen der Flanschverbindungen

3. Ausbau des alten Flanschenschiebers und der Flachdichtun- gen.

Da der Schieber durch die Verpressung der Flachdichtungen meist unter starker Spannung steht, sind hierzu geeignete Hilfs- mittel zu verwenden (entweder Hebel, Keile, Montiereisen oder andere Arbeitsmittel)

4. Reinigung der Dichtfläche der Gegenflansche, zwischen die der Tauschschieber eingesetzt werden soll

5. Einsetzen des Tauschschiebers in die entstanden Lücke. Die beweglichen Flansche, Manschettendichtungen und Anschla- gringe für die Losflansche zur Zugsicherung sind bereits monta- gefertig auf den Schieberspitzenden aufgebracht.

6. Durch Drehen der Losflansche Lochbild von Gegenflansch und Losflansch in Überdeckung bringen.

7. Darauf achten, dass die Rohrachsen und die Schieberlängsach- se fluchten. Abwinklungen der Schieberspitzenden von mehr als 3° innerhalb des beweglichen Losflansches sind nicht zulässig.

8. Nichtrostende Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben durch Flan- schenbohrungen anbringen. Durch um 180° versetztes Anzie- hen der Schraubverbindung eine gleichmäßige Verpressung der Manschettendichtung zwischen den Flanschen erzielen.

9. Montage der Einbaugarnitur

10. Dichtheitsprüfung entsprechend den gültigen DVGW-Richtlinien durchführen.

11. Verfüllen und Verdichten des Erdreiches

12. Setzen von Unterlegplatte und Straßenkappe

13. Erneuern des Straßenbelages

und Straßenkappe 13. Erneuern des Straßenbelages Der alte Flanschenschieber wird durch den
und Straßenkappe 13. Erneuern des Straßenbelages Der alte Flanschenschieber wird durch den
und Straßenkappe 13. Erneuern des Straßenbelages Der alte Flanschenschieber wird durch den

Der alte Flanschenschieber wird durch den Hawle-Tauschschieber ersetzt!

4. Kürzbarkeit des Tauschschiebers:

Ist in besonderen Einbausituationen die Standardlänge des Schiebers zu groß bemessen, ist bauseits eine ein- oder beidseitige zusätzliche Kürzung der Spitzenden möglich. Die zulässige Kürzung je Spitzende ist in beigefügter Maß- tabelle nennweitenabhängig dargestellt.

Bei der Kürzung ist zu beachten: Die Zugsicherheit geht verloren.

Vorgehensweise:

- Losflansch in Richtung Schiebergehäuse zurückschieben

- Manschettendichtung, Anschlagring und Losflansch vom Spitzende abnehmen

- Spitzende mit geradem Schnitt ablängen (max. Maße siehe Tabelle)

- metallisch blanke Stellen mit ausreichend Korrosionsschutz versehen

- Losflansch auf Spitzende aufbringen

- Manschettendichtung wieder montieren

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Änderungen vorbehalten

ACHTUNG:

Der Anschlagring entfällt!

Beim Absägen/Abtrennen der Spitzenden wird die EWS-Beschichtug beschädigt und die Schnittfläche ist me- tallisch blank. Um hier ausreichenden Korrosionsschutz zu gewährleisten, ist eine geeignete Zweikomponenten- Beschichtung aufzubringen (bei Bedarf Zwei-Komponenten-Reparaturmaterial bei Firma Hawle erfragen, es sind unterschiedliche Gebindegrößen lieferbar).

Die zulässigen nennweitenabhängigen Kürzungen (Baulänge „F5“) betragen :

DN

max. Kürzung je Seite

40

20

mm

50

20

mm

65

20

mm

80

25

mm

100

25

mm

125

25

mm

150

30

mm

200

30

mm

250

40

mm

300

40

mm

5. Wartung und Instandhaltung:

Die Hawle-Schieber sind von Haus aus für einen wartungsfreien Betrieb ausgelegt. Wir haben jedoch keinen Ein- fluss auf die Medienbeschaffenheit und empfehlen deshalb zur Sicherstellung eines störungsfreien Betriebes ein- mal im Jahr (bei starker Belagbildung bereits früher) den Schieber zu betätigen.

Bei Schiebern mit Elektro-Antrieb ist außer der Funktionskontrolle auch mindestens jährlich eine Sichtkontrolle von Schieber, Antrieb und elektrischer Installation notwendig. Bitte beachten Sie hier auch die europäischen Vorschrif-

ten zur CE-Kennzeichnung (z. B. EU-“Maschinenrichtlinie“, EU-“EMV-Richtlinie“, Unfallverhütungsvorschriften,

)

6. Inbetriebnahme und Dichtheitsprüfung:

Bitte führen Sie nach der Montage eine Druckprüfung im offenen Rohrgraben durch, so wie dies im DVGW-Regel- werk beschrieben ist. Schieber öffnen, Leitung befüllen und Druckprüfung bei unverfülltem Graben durchführen. Die Hawle-Schieber sind für einen max. Betriebsdruck von 16 bar ausgelegt.

Sollten Sie noch Fragen haben oder weitergehende Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an:

Hawle Armaturen GmbH - Anwendungstechnik - Liegnitzer Str. 6 83395 Freilassing

Telefon:

+49 8654 6303-0

Telefax:

+49 8654 6303-222

E-Mail: anwendungstechnik@hawle.de

Internet: www.hawle.de

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Änderungen vorbehalten