Sie sind auf Seite 1von 13

Effizienz von Wohnungslüftungsgeräten Teil 1:

Wohnungslüftungsgeräte mit Kunststoff-Wärmetauscher …

… und trotzdem höchste Effizienz – wie geht das?

Dipl.-Ing. Eberhard Paul, Paul Wärmerückgewinnung GmbH, Vettermannstr. 1-5, 08132 Mülsen Tel. 037601/3900, Fax: 037601/25845, Mail: info@paul-lueftung.de, Internet: www.paul-lueftung.net

1. Wohnungslüftungsgeräte – historische Entwicklung

Wohnungslüftungsgeräte werden seit ca. 25 Jahren am Markt angeboten. In den vergangenen 13 Jahren wurde diese Gerätetechnik rasant weiterentwickelt. Heute werden solche Komfortlüftungsgeräte mehr und mehr in mo- dernen Wohngebäuden (Ein- und Mehrfamilienhäusern und anderen Gebäuden) eingebaut.

und Mehrfamilienhäusern und anderen Gebäuden) eingebaut. Bild 1: Haus mit Lüftungsanlage du

Bild 1: Haus mit Lüftungsanlage du Wärmerückgewinnungsgerät

Das Lüftungssystem besteht aus Luftkanälen, über die das Haus mit Frischluft versorgt wird. In Küche, WC und Bad wird verbrauchte Luft (20 °C) abgesaugt – Gerüche und Feuchtigkeit verschwinden. Die Wärme der Abluft wird im Wärmerückgewinner genutzt um damit die Außenluft zu erwärmen – von 0 °C auf 18 °C. Im Erdwärme- Rohr wird selbst bei -15 °C Außentemperatur die Frischluft bis über 0 °C vorgewärmt. Im Sommerbetrieb bringt der Erdwärmetauscher kühle Luft ins Haus.

Durch die konstante Versorgung mit Frischluft wird ein wesentlich besseres Raumklima (sauerstoffreiche Luft, Abfuhr verbrauchter Luft und Feuchte, keine Schimmelpilzgefahr usw.) erreicht als bei der Fensterlüftung. Durch die ständig steigenden Energiepreise wird das Augenmerk vermehrt auf eine Energieeinsparung durch den Wärmerückgewinnungseffekt gelenkt. Das Herzstück solcher Geräte ist der Wärmetauscher – mit seiner Bauform steht und fällt die Effizienz bei der Abwärmenutzung. Hier wird die Wärme der warmen Abluft an die kalte Außenluft übertragen.

C:\tmp\Originaltext mit Tabellen.doc

1

Bild 2: Wärmetauschprinzip In der Vergangenheit wurde der Wärmetauscher in seiner Bauform ständig weiterentwickelt:

Bild 2: Wärmetauschprinzip

In der Vergangenheit wurde der Wärmetauscher in seiner Bauform ständig weiterentwickelt:

Zunächst baute man einfache Geräte mit einem Kreuzstrom-Wärmetauscher, bei dem die beiden Luftströme (Abluft und Außenluft) in den Platten-Zwischenräumen geführt werden – ihre Richtungen „kreuzen“ sich – daher:

Kreuzstrom-Wärmetauscher. Die Strömungslänge ist recht kurz und damit auch die Kontaktzeit, die für die Wär- meübertragung von der Abluft an die Außenluft zur Verfügung steht.

von der Abluft an die Außenluft zur Verfügung steht. Bild 3: Kreuzstrom-Plattenwärmetauscher Bild 4:

Bild 3: Kreuzstrom-Plattenwärmetauscher

Verfügung steht. Bild 3: Kreuzstrom-Plattenwärmetauscher Bild 4: Wärmerückgewinnungsgerät mit

Bild 4: Wärmerückgewinnungsgerät mit Kreuzstrom-Plattenwärmetauscher

Eine Verbesserung der Wärmeübertragung erreicht man durch den Kreuz-Gegenstromwärmetauscher. Hierbei werden die beiden Luftströme in den Plattenspalten teilweise im Gegenstrom aneinander vorbeigeführt: die Strömung erfolgt über einen längeren Weg – die Kontaktzeit für den Wärmeübertragungsprozess vergrößert sich.

für den Wärmeübertragungsprozess vergrößert sich. Bild 5: Kreuzgegenstrom-Plattenwärmetauscher Bild 6:

Bild 5: Kreuzgegenstrom-Plattenwärmetauscher

sich. Bild 5: Kreuzgegenstrom-Plattenwärmetauscher Bild 6: Wärmerückgewinungsge- rät mit Kreuzgegenstrom-

Bild 6: Wärmerückgewinungsge- rät mit Kreuzgegenstrom- Plattenwärmetauscher

Eine weitere deutliche Verbesserung bezüglich der übertragenen Wärme wurde durch eine Veränderung des Strömungsprofils erreicht: statt in Plattenspalten (Plattenwärmetauscher) werden die beiden Luftströme in quad- ratischen Kanälen geführt – daher: Kanal-Wärmetauscher. Die Struktur ist so ausgebildet, dass beide Luftströme hermetisch voneinander getrennt sind. Damit verdoppelt sich die Wärmetauschfläche gegenüber den Platten- tauschern. Üblicherweise wird dieser Wärmetauscher in einer mehr längs gestreckten Form gebaut. Bei diesem Typ vergrößert sich die Strömungslänge, wodurch auch die Wärmeübertragungszeit erhöht wird – der Gegens-

C:\tmp\Originaltext mit Tabellen.doc

2

trombereich überwiegt, woraus sich die Bezeichnung „Gegenstromwärmetauscher“ ableitet. Dieser Wärmetau- schertyp wird seit 13 Jahren gebaut.

Dieser Wärmetau- schertyp wird seit 13 Jahren gebaut. Bild 7: Gegenstrom-Kanalwärme- tauscher Bild 8: atmos 175

Bild 7: Gegenstrom-Kanalwärme- tauscher

13 Jahren gebaut. Bild 7: Gegenstrom-Kanalwärme- tauscher Bild 8: atmos 175 DC (links) und thermos-Schnittmodell
13 Jahren gebaut. Bild 7: Gegenstrom-Kanalwärme- tauscher Bild 8: atmos 175 DC (links) und thermos-Schnittmodell

Bild 8: atmos 175 DC (links) und thermos-Schnittmodell (rechts) mit Gegenstrom-Kanalwärmetauscher

2. Bauform und Effizienz von Wärmetauschern

Die Bauform des Wärmetauschers ist entscheidend für die Effizienz bei der Wärmerückgewinnung: je mehr Wärme aus der Abluft an die Außenluft übertragen wird, umso höher ist der Wärmerückgewinnungsgrad. Dieser Wirkungsgrad wird außerdem noch von der Fläche, die die beiden Luftströme im Wärmetauscher trennen, be- einflusst.

   
    Kreuzstrom
    Kreuzstrom
    Kreuzstrom

Kreuzstrom

Gegenstrom

Gegenstrom

Prinzipskizze

l =

Länge des Gegens-

 

trombereiches im Wärmetauscher b = Breite des Wärme- tauschers

 

Kreuzstrom-

Kreuz-

Gegenstrom-

WT

Gegenstrom-WT

WT

Wärmetauscher-

     

Fläche [m²]

4 – 10

6 – 14

17

– 60

Strömungsprofil

Strömungsprofil
Strömungsprofil
Strömungsprofil

Wärmerückge-

     

winnung

effektiv [%]

50 – 70

70 – 80

85

– 99

(92)

Bild 9: Wärmetauscher-Typen

a) Wärmetauscher-Geometrie: Kreuz-/Gegenstrombereich

Die äußeren Bauformen unterscheiden sich hinsichtlich der Länge des Gegenstrom-Bereiches l (siehe Bild 9). Beim Kreuz-Gegenstrom-Wärmetauscher (WT) sind – wie es die Bezeichnung schon ausdrückt – beide Durch- strömformen geometrisch nahezu gleichberechtigt vertreten:

C:\tmp\Originaltext mit Tabellen.doc

3

Kreuzstrom

Gegenstrom im Mittelteil

an den Spitzen

Beim reinen Gegenströmer hingegen dominiert der Gegenstromanteil, wenn

l

2

ist. Mit einer solchen Bau-

b

form in Verbindung mit einem Kanalwärmetauscher werden die höchsten Wirkungsgrade erreicht.

b) Strömungsprofil

Üblicherweise werden Plattenwärmetauscher verwendet (Bild 10). Hierbei erfolgt der Wärmefluss in 2 Richtun- gen. Bei dem neuartigen Kanalwärmetauscher (Patent Fa. Paul) strömt die Luft in quadratischen Kanälen durch den Wärmetauscher, dessen Querschnitt einem Schachbrett ähnelt. Dieses Kanalstrom-Prinzip ermöglicht einen Wärmetausch nach vier – statt bisher zwei Seiten, was das Gerät weitaus effektiver arbeiten lässt als herkömm- liche Plattenwärmetauscher (Bild 10). Damit wird die Wärmetauschfläche pro Raum verdoppelt.

Damit wi rd die Wärmetauschfläche pro Raum verdoppelt. Bild 10: Wärmetauscher-Strömungsprofile c)

Bild 10: Wärmetauscher-Strömungsprofile

c) Wärmetausch-Dichte

Die Wärmetauschdichte f gibt an, wie viel Wärmetauschfläche F in einem bestimmten Wärmetauscher- Rauminhalt V untergebracht ist. Je dichter die Wärmetauscher-Struktur ist (siehe Bild10), umso mehr Fläche lässt sich unterbringen. Hieraus resultiert wiederum ein höherer Wärmerückgewinnungsgrad.

Wärmetausch-Dichte

f =

F

 

V

F

– Wärmetauschfläche

V

– Rauminhalt des Wärmetauschers (Korpus)

3. Materialarten in Wärmetauschern

In Standardgeräten sind häufig Metall-WT eingesetzt: Aluminium, Stahl. Dies hat den Hintergrund, dass die Wärmeleitzahl λ bei Metallen (z. B. Aluminium) deutlich höher liegt als z. B. bei Kunstoffen. Wärmeleitzahlen λ verschiedener Wärmetauscher-Materialien:

λ = 221 W/mK

Aluminium (Al)

λ = 0,17 W/mK

Polystyrol (PS)

λ = 0,17 W/mK

PVC

λ = 0,22 W/mK

Polypropylen (PP)

Entscheidend für den Luft-Luft-Wärmetransport ist aber die Wärmeübergangszahl α auf der warmen und kalten Luftseite. Beide Kennzahlen (λ, α) sind in der Wärmedurchgangszahl k zusammengefasst, wodurch sich das

Phänomen erklärt, dass bei Luft-Luft-Wärmeübertragern die Materialart nur eine untergeordnete Rolle spielt! Bei zwei bauartgleichen Plattenwärmetauschern aus Kunststoff (PP) und Aluminium (Al) ergeben sich nur geringfü- gige Unterschiede hinsichtlich der Wärmedurchgangszahl k (s. u.: Tabelle 2).

&

Aus der Gleichung für die Berechnung der übertragenen Wärme Q

&

Q = k FΔt

m

C:\tmp\Originaltext mit Tabellen.doc

soll dieses Phänomen hergeleitet werden:

4

k

=

1

1

d

1

+

+

α

i

λ

α

a

W

Berechnet bei einem Kanal-WT: k = 14,9 m²K

bei Kunststoff (PP)

k = 15,1

W

bei Aluminium

m²K

[W] = übertragene Wärme im Wärmetauscher

k [W/m²K] = Wärmedurchgangszahl

Δ t m [K]

α i [W/m²K] = Wärmeübergangszahl innen (warme Seite)

α a [W/m²K] = Wärmeübergangszahl außen (kalte Seite)

λ [W/mK]

d [m]

&

Q

= mittlere Temperaturdifferenz zwischen warmer Luft und kalter Luft – siehe Bild 11 und Tab. 3

= Wärmeleitzahl des Wärmetauscher-Materials

= Materialdicke der Wärmetauscher-Platine

= Materialdicke der Wärmetauscher-Platine Bild 11: Wärmeübergang Auswirkung Al- oder PP-Material

Bild 11: Wärmeübergang

Auswirkung Al- oder PP-Material (PVC ähnlich) auf die Wärmedurchgangszahl k am Beispiel eines Kanalwärme-

tauschers

k =

1

1

0,00025

1

+

+

30

0,22 (PP)

30

tauschers k = 1 1 0,00025 1 + + 30 0,22 (PP) 30   221 180
 

221

180

(Al)

k

 

1

1

= 14,9

W

=

0,033

+

0,001(PP)

+

0,033

=

0,067

m²K

k

1

1

= 15,1

W

 

=

=

 

0,033

+

0,0000011(Al)

+

0,033

0,066

m²K

Wärmetauscher aus …

Metall

oder

?

Kunststoff

Wärmerückgewinnung

gut

gut (bei hoher Fläche)

Gewicht

hoch

gering

Reinigungsmöglichkeit

ja

leicht

Korrosion

möglich

unmöglich

C:\tmp\Originaltext mit Tabellen.doc

5

kann Schmutz anhaften

ja

kaum möglich

Primärenergie-Aufwand für die Herstellung

hoch

gering

(Aluminium-Elektrolyse)

Tabelle 1: Materialvergleich hinsichtlich verschiedener Eigenschaften

Will man bei Luft-Luft-Wärmeübertragern die Leistung steigern, muss nicht die Materialart optimiert, sondern die Wärmetauschfläche vergrößert werden. Dies kann durch den o. g. Kanalwärmetauscher erreicht werden: Ver- dopplung der Wärmetauschfläche gegenüber Plattenwärmetauschern bei sonst gleichen Geometrien (Bild 10).

bei sonst gleichen Geometrien (Bild 10). Bild 12: Strömungsprofile Bei Veränderung der

Bild 12: Strömungsprofile

Bei Veränderung der Strömungsform ändern sich gleichzeitig 3 Kennzahlen:

1)

der gleichwertige Durchmesser d gl

d gl =

4A

U

A

[mm²] – Strömungsquerschnittsfläche von einem Strömungsprofil

U

[mm] – Umfang jeweils vom Strömungsprofil

Platten-WT

d gl 2 a

z.

B.:

a

= 3,5 mm

 

d gl = 7,0 mm

Kanal-WT

d gl = a

z.

B.:

d gl = 3,5 mm

2)

3)

a [mm]

– Höhe des Plattenspaltes im Platten-Wärmetauscher, oder: Kantenlänge des Quadrat-Profiles beim Kanal-Wärmetauscher

d gl [mm] – gleichwertiger Durchmesser

die α-Zahl:

α =

λ Nu

d gl

α [W/m²K] – Wärmeübergangszahl

λ [W/mK]

– Wärmeleitzahl

Nu [-]

– Nußeltzahl

und damit

die k-Zahl

 

Platten-WT

Platten-WT

Kanal-WT

Wärmetauschertyp

Aluminium

Kunststoff

Kunststoff

Wärmedurchgangszahl k [W/m²K]

10,4

10,1

14

Wärmedurchgangszahl k [W/m²K] 10,4 10,1 14 nur geringfügiger Unter- schied zwischen Kunst- stoff und

nur geringfügiger Unter- schied zwischen Kunst- stoff und Aluminium

deutliche Verbesse- rung vom Platten-WT zum Kanal-WT

Tabelle 2: Vergleich der Wärmedurchgangszahl k bei verschiedenen WT-Typen und Materialarten

Hieraus kann man ableiten, dass bei einem intelligenten Strömungsprofil (z. B. der quadratische Kanal beim PAUL-Wärmetauscher) die Wärmedurchgangszahl k und die WT-Übertragungsfläche F vergrößert werden. Folg- lich wird die Effizienz (Wärmerückgewinnungsgrad) merklich erhöht.

C:\tmp\Originaltext mit Tabellen.doc

6

   

Plattenwärmetauscher

 

Kanalwärmetauscher

Kreuzgegenstrom

Gegenstrom

   

baugleicher Typ von vielerlei Anbietern

 

Patent: Fa. PAUL Typ „thermos 200 DC“

Korpusgröße V des WT markt- üblicher Geräte

 

15,1 l

 

107 l

 

realistische Wärmetauschflä- che F marktüblicher Geräte

 

7 m²

 

60 m²

 

Wärmedurchgangszahl k

 

10,1 W/m²K

 

14 W/m²K

theoretisch berechneter Wär- metausch

&

ΔQ k F Δt m

=

1)

&

ΔQ k F Δt m

=

1)

&

&

ΔQ 10,1 7 8,7 615W

=

&

ΔQ 14 60 1,18 991W

=

ΔQ

= zurückgewonnene Wärme

Δt m = mittlere Temperaturdifferenz 1)

Wärmebereitstellungsgrad

 

η = 59 %

 

η = 94 %

 

(Temperaturwirkungsgrad)

Tabelle 3: Vergleichende Gegenüberstellung wärmetechnisch relevanter Größen

1) Δt m = Mittelwert aus Δt 1 und Δt 2 , mittlere Temperaturdifferenz, siehe Bild 11 und 13

t 2 , mittlere Temperaturdifferenz, siehe Bild 11 und 13 Bild 13: Temperaturen am Wärmetauscher siehe

Bild 13: Temperaturen am Wärmetauscher

siehe auch Bild 11

C:\tmp\Originaltext mit Tabellen.doc

Δt 1 = t Zu - t Ab

Δt 2 = t Fo - t Au

t Zu – Zulufttemperatur

t Ab – Ablufttemperatur

t Fo – Fortlufttemperatur t Au – Außenlufttemperatur

7

Effizienz von Wohnungslüftungsgeräten Teil 2:

4. Korpusgröße von Wärmetauschern und Lüftungsgeräten

Wenn die Wärmetauschfläche in Luft-Luft-Wärmetauschern so enorme Bedeutung hat, liegt der Gedanke nahe, neben der Wärmetausch-Dichte f (s. o. Pkt. 2c)) auch den Wärmetauscher als Korpus geometrisch zu vergrö- ßern. Damit steigt die Wärmetauschfläche F, aber auch (meist) die gesamte freie Strömungsquerschnittsfläche A/2. Hierbei sinkt die Strömungsgeschwindigkeit w, der Druckverlust Δp wird geringer und die elektrische Leis- tungsaufnahme P el am Ventilator sinkt!

w

=

&

V

A/2 3600

w [m/s]

&

– Strömungsgeschwindigkeit der Luft im Wärmetauscher

V [m³/h] – Luftvolumenstrom eines Mediums

A/2 [m²] – freie Strömungsquerschnittsfläche eines Mediums

– freie Strömungsquerschnittsfläche eines Mediums Bild 14: Effizienz im Bezug zur Korpusgroße

Bild 14: Effizienz im Bezug zur Korpusgroße

C:\tmp\Originaltext mit Tabellen.doc

8

& V = 100 – 300 m³/h & V = 85 – 295 m³/h Bild

&

V = 100 – 300 m³/h

& V = 100 – 300 m³/h & V = 85 – 295 m³/h Bild 15:

&

V = 85 – 295 m³/h

Bild 15: Zwei Wärmetauscher für den gleichen Einsatzzweck (Luftvolumenstrom)

Bei einer Recherche von marktgängigen Wärmerückgewinnungsgeräten für jeweils vergleichbare Einsatzberei- che (Volumenstrombereiche) bestätigt sich dieser Zusammenhang nicht nur hinsichtlich der Korpusgröße des Wärmetauschers (WT) sondern auch des gesamten Geräte-Volumens:

WT-Korpusgröße gesamtes bzw. WT-Fläche Geräte-Volumen Wärmerückge- Stromverbrauch Ventilatoren P el Geräte-
WT-Korpusgröße
gesamtes
bzw. WT-Fläche
Geräte-Volumen
Wärmerückge-
Stromverbrauch
Ventilatoren P el
Geräte-
winnungsgrad η eff
Geräusche

Geräte-

Volumen-

WT-

WT-

gesamtes

effektiver

Leistungs-

Geräuschschall-

typen

strom-

Volumen

Fläche

Geräte-

Wärmerück-

aufnahme

druckpegel 3) in

verschie-

Einsatz-

volumen

gewinnungs-

P

el 3)

1 m Entfernung

dener

bereich

grad 2) η eff

 

Hersteller

[m³/h]

[l]

[m²]

[l]

[%]

[W]

[dB(A)]

1 1)

50

– 300

107

60

390

92 4)

44

25,7

2 50

 

– 260

37

44

252

78

4)5)

59

34,8

3 90

 

– 230

15,1

7

166

57,7 4)

58

40,4 6)

4 80

 

– 285

   

268

73

4)

50

39

5 50

 

– 295

 

12

134

74 4)

86

44

6 63

 

– 280

33,4

11

134

74

4)

82

43

7 90

 

– 300

 

10

181

76

4)

58,2

43

Tabelle 4: Auswirkungen von WT-Fläche und Gerätevolumen auf Wärmerückgewinnungsgrad, Leis- tungsaufnahme und Gerätegeräusch

C:\tmp\Originaltext mit Tabellen.doc

9

Bemerkungen zu Tabelle 4:

1) Gegenstrom-Kanal-WT Gerätetyp atmos – Fa. Paul Wärmerückgewinnung GmbH – alle anderen Typen (2 bis 7) sind marktgängige Geräte verschiedener Hersteller mit Kreuzgegenstrom-Platten-WT

2) η eff abluftseitig ermittelter effektiver Wirkungsgrad

η eff

=

t

Ab

t

Au

+

P

el

&

m

c

t

Ab

t

Au

t

[°C]

– Temperatur

P

el [W] – elektrische Leistungsaufnahme

η eff gemäß Passivhaus-Institut Darmstadt (Dr. Feist), auch anerkannt durch schweizer Energieetikette und im FIA-Forschungsbericht der Hochschule Bremen (Prof. R.-P. Strauß)

3)

4)

5)

6)

η

=

H

Zu

H

Au

H

Ab

*

H

Au

H [W]

H Ab * [W] – Abluftenthalpie bei Außenluftfeuchte

bei 150 m³/h und 100 Pa ext. Pressung

für feuchte Abluft

η eff = η - 12 % ist gängige Regel zur Umrechnung des zuluftseitigen Wirkungsgrades η in η eff . Allerdings liegt der tatsächliche Unterschied zwischen η und η eff bei ca. 24 % gemäß Untersuchung durch ein zugelas- senes Prüflabor an einem Gerät nach beiden Methoden (zuluftseitig → η, abluftseitig → η eff )

in 1,5 m Entfernung

– Enthalpie

5. Wärmetauschfläche und Wärmebereitstellungsgrad

Aus der bekannten Gleichung zur Errechnung der übertragenden Wärmeleistung:

&

ΔQ = k FΔt

m

k

W

m²K

⎤ ⎥ – Wärmedurchgangszahl

F [m²]

Δt m [K] – mittlere Temperaturdifferenz

– Wärmetauschfläche

&

lässt sich ableiten, dass die vergrößerte Fläche F eine höhere Wärmeübertragungsleistung ΔQ

selbst wenn sich Δt m (mittlere Temperaturdifferenz zwischen kaltem und warmem Luftstrom) etwas verkleinert. Daraus resultiert dann auch der erhöhte effektive Wärmebereitstellungsgrad η eff bei größerer Wärmetauschflä- che F! Bild 16 zeigt, wie bei 7 marktgängigen Wärmerückgewinnungsgeräten bei größer werdender Wärme- tauschfläche der effektive Wärmebereitstellungsgrad η eff steigt.

nach sich zieht,

C:\tmp\Originaltext mit Tabellen.doc

10

100 1 90 80 6 7 2 70 5 3 60 50 40 30 20
100
1
90
80
6
7
2
70
5
3
60
50
40
30
20
10
0
0
10
20
30
40
50
60
70
η eff - effektiver
Wärmebereitstellungsgrad [%]

WT-Fläche [m²]

Bild 16: Abhängigkeit des Wärmebereitstellungsgrades von der WT-Fläche

6. Stromverbrauch und Gerätevolumen

Wie aus Tabelle 4 hervorgeht, sind die 7 Gerätetypen nahezu für den gleichen Einsatzbereich (Volumenstrom 50 bis 300 m³/h) bestimmt. Wenn sich der gleiche Volumenstrom durch einen kleineren Wärmetauscher (WT- Volumen niedrig) bzw. durch ein kleines Gerätevolumen hindurchzwängt, entsteht eine höhere Luftgeschwindig- keit w, was wiederum zu einem ansteigenden Druckverlust und Stromverbrauch (elektrische Leistungsaufnahme P el ) führt siehe Bild 17 und 18.

100 90 1) 6 80 70 2 3 60 50 1 40 30 20 10
100
90
1)
6
80
70
2
3
60
50
1
40
30
20
10
0
0
20
40
60
80
100
120
elP
- elektr. Leistungsaufnahme [W]

WT-Volumen [l]

1) gesamtes Gerätevolumen (siehe Bild 18) ist von 6 deutlich kleiner (134 l) als von 2 (252 l) – deshalb liegt P el bei 6 höher als bei 2

Bild 17: Abhängigkeit der Leistungsaufnahme vom WT-Volumen

C:\tmp\Originaltext mit Tabellen.doc

11

100 90 5 6 80 70 2 3 60 4 7 1 50 40 30
100
90
5
6
80
70
2
3
60
4
7
1
50
40
30
20
10
0
0
100
200
300
400
500
elP
- elektr. Leistungsaufnahme [W]

Gerätevolumen [l]

Bild 18: Abhängigkeit der Leistungsaufnahme vom Geräte-Volumen

7. Schalldruckpegel und Gerätevolumen

Das kleinere Geräte- bzw. Wärmetauscher(WT)-Volumen führt, wie oben erwähnt, zu einer größeren Luftge- schwindigkeit und damit auch zu erhöhter Turbulenzbildung, welche eine höhere Geräuschentwicklung nach sich zieht siehe Bild 19 und 20!

50 1) 6 45 3 40 2 35 30 1 25 20 15 10 5
50
1)
6
45
3
40
2
35
30
1
25
20
15
10
5
0
0
20
40
60
80
100
120
Schalldruckpegel in 1 m Entfernung
[dB(A)]

WT-Volumen [l]

1) gesamtes Gerätevolumen (siehe Bild 20) ist von 6 deutlich kleiner (134 l) als von 2 (252 l) – deshalb liegt der Schalldruckpegel bei 6 höher als bei 2

Bild 19: Abhängigkeit des Schalldruckpegels vom WT-Volumen

C:\tmp\Originaltext mit Tabellen.doc

12

50 5 7 45 3 4 6 40 2 35 30 1 25 20 15
50
5
7
45
3
4
6
40
2
35
30
1
25
20
15
10
5
0
0
100
200
300
400
500
Geräte-Volumen [l]
Schalldruckpegel in 1 m Entfernung
[dB(A)]

Bild 20: Abhängigkeit des Schalldruckpegels vom Gerätevolumen

Zusammenfassung

Wärmerückgewinnungsgeräte für Wohnungslüftung weisen deutliche Unterschiede hinsichtlich ihres Wärmerückge- winnungsgrades auf. Dies hängt so gut wie überhaupt nicht von der Materialart und der Wärmeleitzahl λ des Wärme- tausch-Materials (Aluminium oder Kunststoff) ab – viel mehr hat der luftseitige Wärmeübergang α den gewichtigen Einfluss auf den Wärmedurchgang k. Da aber der luftseitige Wärmeübergang über die „Stellschraube: Luftgeschwin- digkeit“ kaum erhöht werden kann (weil mit der Strömungsgeschwindigkeit der Ventilator-Stromverbrauch und die Geräte-Geräusche steigen), ist die wesentliche Größe die Wärmetauschfläche, die die Wärmerückgewinnungseffi- zienz deutlich beeinflusst.

Die Untersuchung an 7 marktgängigen Gerätetypen zeigt, dass eine vergrößerte Wärmetauscher-Fläche deutlich den Wirkungsgrad η eff verbessert. Aber auch das größere WT-Volumen (Korpusgröße) und das größere (gesamte) Gerä- tevolumen wirken sich positiv auf den Stromverbrauch (Ventilatoren) und das Gerätegeräusch aus – beide Werte sinken bei größeren Wärmetauschern bzw. größeren Geräten.

Stand: 15.06.2007

C:\tmp\Originaltext mit Tabellen.doc

13