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Wiederholung

keine Beeinflussung (0/0) Neutralismus

Beispiele
 
jede Seite durch die andere (-/-) Konkurrenz

negativ beeinflußt
 
eine Seite positiv beeinflußt, (+/0)
Kommensalismus
eine unbeeinflußt
 
eine Seite positiv beeinflußt, eine negativ (+/-) Prädation
i. w. S.

eine Seite negativ beeinflußt, (-/0)


Amensalismus
eine unbeeinflußt
 
jede Seite durch die (+/+) Mutualismus
Interspezifische Konkurrenz
Wiederholung
 
1. Begriff

2. Entstehung

3. Verschiedene Formen von Konkurrenz

4. Populationsdynamik und Konkurrenz


(Lhotka-Volterra-Modell der interspezifischen
Konkurrenz)

5. Folgen der Konkurrenz für Koexistenz und Evolution der


Arten
(Konkurrenzausschlußprinzip und
Nischendifferenzierung)
 
3.1 Definition, Experimente
 
3.2 Probleme:
Wiederholung

Einige mögliche Ursachen dafür, daß trotz


gleicher Nischen Koexistenz

3. Rolle der Ausgangshäufigkeit


4. Fluktuierende Umwelt
5. Diffuse Konkurrenz
6. Irrelevanz der Konkurrenz
Wiederholung

keine Beeinflussung (0/0) Neutralismus

Beispiele
 
jede Seite durch die andere (-/-) Konkurrenz

negativ beeinflußt
 
eine Seite positiv beeinflußt, (+/0)
Kommensalismus
eine unbeeinflußt
 
eine Seite positiv beeinflußt, eine negativ (+/-)
Prädation i. w. S.

eine Seite negativ beeinflußt, (-/0)


Amensalismus
eine unbeeinflußt
 
jede Seite durch die (+/+) Mutualismus
Überblick
 
1. Definition
2. Entstehung von Prädation
3. Formen prädatorischer Beziehungen
Einteilungsprinzipien Räuber-Beute-Beziehungen
-Jäger – Sammler; Jäger/Sammler – Beute
-echte Räuber, Weidegänger, Parasiten,
Parasitoide

4. Populationsdynamik in prädatorischen
Beziehungen

5. Folgen von Prädation für Koexisistenz und


Evolution von Arten

- Auswirkungen der Prädation auf Beute


-Auswirkungen der Prädation auf Räuber
1) Definition – zum Begriff Prädation

Unterscheiden von Konsumtion/Exploitation:


Auch nicht-lebende Ressourcen können
konsumiert/ausgebeutet werden

Ausgebeutet kann ein Organismus nur werden,


solange er lebt
(ausgebeutet kann auch Population werden)
Konsumiert kann ein Organismus auch nach seinem
Tod werden

Prädation (im weiteren Sinne):


Organismen werden getötet und dann
konsumiert, lebend konsumiert oder lebend
ausgebeutet
<<Nentwig: Trophische Interaktionen sind
Beziehungen zwischen einem Konsumenten und
seiner Nahrung in Form von lebendigen
Organismen. Bb S. 150
Trophische Beziehungen kann man anhand von 2
Parametern, nämlich Intimität der Beziehung
von Konsument und der Letalität ... in 4 Klassen
einteilen (Tab.) [bei Begon nicht Intimität,
sondern viele – einer; das wird hier nur
abgeleitet; „Intimität“ muß aber nichts
individuen-bezogenes bedeuten.] Bb S. 150 >>
<<Verschiedene mögliche
Einteilungsprinzipien
(Herbivore-Karnivore; Intimität
(Nentwig), ....)

Beispiele:
5) Jäger-Gejagte-Sammler
6) Begon-Typen (Prinzipien töten und
Anzahl)>>
Prinzipien der Einteilung von Prädatoren
im weiteren Sinne :

Werden die Opfer getötet oder nicht?

Hat ein Prädator im Leben notwendig viele


Opfer oder nicht?
Prädation i. w. S.
Prädation i. e. S. („echte Räuber“)
Einer der Beteiligten (Prädator) tötet den anderen (Beute) und
konsumiert ihn (oder Teil von ihm); Prädator tötet notwendig
viele Beute-Organismen in seinem Leben
 
Weidegängertum
Organismus wird nicht getötet, nur ein Teil von ihm wird
konsumiert; der Weidegänger konsumiert in seinem Leben
notwendig Teile vieler Organismen
 
Parasitismus
Organismus („Wirt“) wird vom Parasiten nicht getötet, nur ein
Teil von ihm wird konsumiert; der Parasit muß in seinem Leben
nur an einem einzigen Organismus konsumieren
 
Parasitoidismus
Organismus („Wirt“) wird getötet; der Parasitoid muß in
seinem Leben nur an einem einzigen Organismus konsumieren
Tarantelwe
spe
Prädatoren im engeren Sinne lassen sich einteilen in:
 
Jäger – Sammler

Jäger – bewegliche Beute


Sammler – (relativ) unbewegliche Beute
 
-Jäger und Sammler ist immer Räuber i. e. S.
-Beute kann alles sein
 

Einteilung nach diesem Prinzip besonders für Gestalt und


Verhalten aufschlußreich
Dagegen z. B. : „Räuber i. e. S.“ haben wenig Gestalt- und
Verhaltens-Gemeinsamkeiten
Typische Lebensformen, unabhängig von
Verwandtschaft

 
Beispiele für Eigenschaften:

Jäger: Augen eng zusammenstehend,


vorwärtsgerichtet
Beute: Augen seitlich
folie

 
Gebiß (Unterschied Jäger – Sammler,
Weidegänger)
Muskulatur (Unterschied Jäger – Sammler,
Weidegänger)
Darmlänge (Unterschied Jäger – Sammler,
Weidegänger)
Beutephasen (Unterschied Jäger - Sammler)
 
Sammler: suchen, fressen (beschaffen, aufschließen)
 
Jäger: aufspüren, belauern, entscheiden, verfolgen,
überwältigen, töten, beschaffen (= fressen),
aufschießen
 
 
Hauptunterschied: verfolgen, nicht töten
 
 
Jede Phase des Jagdverhaltens: eigener Trieb
 
 
Zeitliche Hauptbeschäftigung:
 
Jäger: verfolgen
Sammler: fressen (nicht Flucht)
Regulieren Jäger die Beute?
 
Diese Auffassung ist Begründung für viele Maßnahmen in
Landwirtschaft u. a.

Meist unzutreffend:

-Jäger im allgemeinen zu selten

-Wenn relativ spezialisiert, entwickeln Gejagte Fluchtverhalten


Jäger brauchen sehr großes Revier
Jäger für Populationsdynamik der Beute wenig wichtig
Beispiel Luchs-Aussetzung Schweiz
(Regulieren Jäger Beutepopulationen?)

-Regulation für Beute durch Kombination vieler Faktoren


(abiotische Umweltfaktoren, Krankheiten, Parasiten, Dichtestreß
...)

- Jäger konzentrieren sich auf häufigste Beute


Wenn seltener geworden: Konzentration auf andere
erste Beute-Population erholt sich wieder
Beispiel Ausrottung Schalenwild im Bayerischen Wald

Populations-Reduzierung aber durch Beunruhigung


Beispiel Nager-Populationsexplosion nach Puma-Ausrottung
Welche Individuen werden gejagt?

Von Norm abweichende, nicht notwendigerweise schwache

Z. B. Albinos

Manchmal wirklich Schwache:


Wölfe prüfen Stärke der Rentiere durch Scheinangriffe

Jeder fehlgeschlagene Angriff wirkt als Rückkoppelung:


Entkommene pflanzen sich besser fort, optimieren ihre
Eigenschaften in Evolution
 
Brauchen Gejagte die Jäger, um nicht zu degenerieren?
Prädation i. w. S.
Prädation i. e. S. („echte Räuber“)
Einer der Beteiligten (Prädator) tötet den anderen (Beute) und
konsumiert ihn (oder Teil von ihm); Prädator tötet notwendig
viele Beute-Organismen in seinem Leben
 
Weidegängertum
Organismus wird nicht getötet, nur ein Teil von ihm wird
konsumiert; der Weidegänger konsumiert in seinem Leben
notwendig Teile vieler Organismen
 
Parasitismus
Organismus („Wirt“) wird vom Parasiten nicht getötet, nur ein
Teil von ihm wird konsumiert; der Parasit muß in seinem Leben
nur an einem einzigen Organismus konsumieren
 
Parasitoidismus
Organismus („Wirt“) wird getötet; der Parasitoid muß in
seinem Leben nur an einem einzigen Organismus konsumieren
Ungewohnte Gemeinsamkeiten:

Löwe und Taube in einer Gruppe: echte Räuber

Fleischfresser und Pflanzenfresser können beide z. B. echte


Räuber oder Parasiten sein

Blutsaugende Insekten ebenso wie blätterfressende:


Weidegänger

Heuristischer Wert
Anmerkungen zu einem der
Typen:

Parasitismus
Parasitismus - Überblick
 
 
Begriff
 
(praktische) Bedeutung
 
Stand der Forschung
 
 
Wirkung auf die „Wirte“ - Reaktion der
„Wirte“
 
Anti-Abwehrreaktionen der Parasiten;
Bildung von Gallen
 
Populationsdynamik der Parasit-
„Wirt“-Beziehung:
 
Virulenz-Resistenz-Dynamik
  Beschleunigung der Evolution
Zum Begriff Parasitismus
Definition: Organismus („Wirt“) wird vom Parasiten nicht
getötet, nur ein Teil von ihm wird konsumiert (oder:
laufende Leistung wird genutzt??); der Parasit muß in
seinem Leben nur an einem einzigen Organismus
konsumieren

Es gibt aber auch Parasiten, die an mehr als einem


Organismus konsumieren müssen
Definition ist idealtypisch

Idealtypische Definitionen müssen nicht umfassend sein,


sondern aufschlußreich, pointiert, markant
Idealtypische Definitionen da sinnvoll, wo Übergangsbereiche

Übergänge bei Parasiten ist zwei Richtungen:


-Mehrere Opfer
-zu kleinen Weidegängern (denen reicht auch 1 Opfer)
Typen von
Parasiten

Mikro- und
Makroparasiten

Hemi- und
Holoparasiten

Hemiparasit: Kuckuck

Hemiparasit: Mistel
Mistleto
e

Silverbir
Lathraea
squamaria

Schuppenwurz
(auf Hasel, Buche,
Orobanche
hederae
Monotropa hypopitys
(Fichtenspargel)
(praktische) Bedeutung

½ aller Arten sind Parasiten

Kaum eine Art hat nicht mehrere

Infektionskrankheiten: Parasiten-Ökologie
vielleicht praktisch wichtigster Teil der
Wissenschaften überhaupt

Besonderheit für Wissenschaft Ökologie:


Spezialisierung

Parasitenökologie überwiegend nicht in


Gemeinde der Ökologen
Forschungsstand

Nicht eindeutig zu sagen, ob gut oder schlecht

Vielleicht am besten mathematisch bearbeitetes


Gebiet der Ökologie

Dagegen: anekdotisch

Ursache: meist angewande Forschung


Populationsdynamik der Räuber-Beute-
Beziehungen

Auch hier:

Frühe Experimente von Gause

und

Gleichungen von

Lhotka und Volterra


Lotka-Volterra-Modelle der Räuber-Beute-Beziehungen

Exponentielles Wachstum der Beute-Population: dN/dt = rN

Räuber entfernt Individuen der Beute-Population:


„Konsumtionsrate“ des Räubers subtrahieren

Konsumtionsrate hängt ab von Häufigkeit des


Zusammentreffens von Räuber- und Beute-Individuen
Häufigkeit steigt mit Dichte jeder der beiden Populationen

Ferner abhängig von „Angriffsrate“ oder „Sucheffizienz“


(a‘) des Räubers

Subtrahieren: a‘ . N . C
(C: Anzahl der Räuber-Individuen bzw. Dichte, „Consumer“)

dN/dt = r . N – a‘ .N . C Lotka-Volterra-Modellder Beute-


Population
Wenn keine Beute vorhanden, nimmt Räuber-Population ab:
dC/dt = -q . C
(q ist Sterberate der Räuber-Population)

Wenn genügend Beute vorhanden, nimmt Räuber-Population zu


Geburtenrate der Räuber-Population hängt ab von:
- Konsumtionsrate a‘ . C . N
- Effizienz f, mit der Räuber Nahrung in Nachkommen
umwandelt
(f von fecundus)

Geburtenrate des Räubers = f . a‘ . C . N

Wachstum der Räuber-Population: dC/dt = -q . C + f . a‘ . C . N

Lotka-Volterra-Modell der Räuber-Population


Lotka-Volterra-Modelle:

charakteristisches Bild

Phasenverschobenes Oszillieren von


Räuber- und Beute-Population

Voraussetzung:
kein völliges Ausstreben, Zuwanderung
möglich
Folie noch mal

Folien phasenverschobenes Oszillieren


Luchs-Schneeschuhhase-Populationsdynamik

Wichtig in Geschichte der Tierökologie („Sonnenflecken-


Theorie“)

Allerdings:
Populationsrückgänge des Hasen nicht durch Luchs,
sondern durch Beziehung zu eigener Nahrung:
Nahrungsmangel

Aber nicht durch Wegfressen der Nahrung,


sondern:
Pflanzen reagieren auf Überweidung mit Toxinproduktion

Es schien Luchs-Hase-Zyklus, es ist Hase-Pflanzen-Zyklus

Reale Phasenverschobene Oszillationen von Räuber- und Beute-


Populationen müssen nicht durch Lotka-Volterra-Modelle zu erklären
Andere Muster von Räuber-Beute-
Populationsdynamik

Räuber ohne Wirkung

Beispiel:

Rüsselkäfer Apion ulicis zur Bekämpfung von Ulex


europaeus in Neuseeland eingeführt

Zerstört jährlich 95 % der Samen, aber ohne Einfluß auf


Häufigkeit von Ulex

Prädation auf Populationsebene also nicht schädlich


Ulex
europaeus
Populationsdynamik der Beute ohne Einfluß auf Räuber

Beute-Population (Mäuse): extreme Schwankungen

Waldkauz-Population bleib mehr oder weniger gleich

folie
Besonderheit:

Populationsdynamik der „Wirt“-Parasit-Beziehung

Ursache: Spezialisierung
 
Wachstumsrate der Parasiten-Population abhängig von
Übertragungsrate
 
Übertragungsrate abhängig von Dichte die Population der
„Wirte“
 
Wirtsdichte nicht Zahl der Individuen,
sondern
Zahl der nicht-resistenten und Zahl der noch nicht
infizierten Individuen
Diese Dichte in gemischten Beständen geringer
 
Großteil der Parasiten oder Vektoren landet auf
„falschen Wirten“
 
Epidemien mehr oder weniger nur in
„Monokulturen“
 

Wegen Genotyp-Spezifität
muß als Nicht-Monokultur auch Bestand
aus einer einzigen Art gelten,
aber aus anfälligen und nicht-anfälligen Genotypen