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Wiederholung 2. Std.

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Populationsdynamik

-Wachstum von Populationen

Logistische Wachstumsgleichung

- Populationsschwankungen

Oszillationen, Fluktuationen, Gradationen

- „Regulation“
dichteabhängige und dichteunabhängige
Regulation

- Abundanzstrategien
r-Strategie, K-Strategie
1.Autökologie: Umweltbeziehungen des Einzelorganismus
2. Ökologie inter-organismischer Beziehungen
2.1 Populationsökologie (intraspezifische Beziehungen)
2.2 Synökologie (interspezifische Beziehungen)
 
2.1 Populationsökologie
2.1.1 Populationsbegriff
2.1.2 Struktur der Populationen
Geschlechterdifferenzierung, Altersaufbau,
Individuenverteilung im Raum
 2.1.2 Dynamik der Populationen
Abundanzschwankungen, Regulationsmechanismen (z. B.
durch Konkurrenz)

2.1.4 Metapopulationen
2.1.5 Arten
Zum Artbegriff; Entstehung, Veränderung und Aussterben von
Arten
2.6 „Populationen als Superorganismen“
2.7 Areale
METAPOPULATIONEN
 
Bisher angenommen:
 
In Populationen und nur hier begegnen sich die
Individuen wirklich
(extrem: Panmixie)
 
Damit impliziert:
keine Individuenbewegungen zwischen Populationen
 
Dynamik einer jeden Population galt als intern erklärbar

 
Population kann aber auch durch Zuwanderung zu- und
durch Anwanderung abnehmen

Dynamik der Einzelpopulation vollständig erfaßt durch:


Geburts-, Sterbe-, Immigrations- und Emigrationsrate
Immigranten müssen aber aus anderer Population kommen

Begriff METAPOPULATION Ende der 60er Jahre


von R. Levins eingeführt
seit 1980 hat Begriff der Metapopulation Konjunktur
(I. Hanski)
 
 
Begriff Metapopulation in unterschiedlich weiter
Bedeutung gebraucht
 
Im weitesten Sinne:
 
Metapopulation ist eine
"Population von Populationen" (Levins),
zwischen denen der Genfluß (oder
Individuenaustausch) nicht unterbunden ist
Mehr oder weniger verinselte Populationen (Habitate) in
'Matrix‘
d. h. Raum, der durchwanderbar,
aber für Art zum dauerhaften Leben ungeeignet
 
Auf Metapopulation bezogen spricht man von 'regional',
auf Einzelpopulation bezogen von 'lokal‘
 
Dynamiken in den Einzelpopulationen voneinander
abhängig
Gesamtdynamik auf Ebene der Metapopulation
 
Dynamik ist völlig anders als bei homogener Population
gleicher Individuenzahl
Einzelpopulation dadurch vor Aussterben
bewahrt,
daß Individuen zuwandern:
Rettungseffekt

Extremfall Quelle-Senke-Situationen
(source-sink-situations):
lokale Populationen überhaupt nur durch
Zuwanderung aufrechterhalten
Besonderer Fall:
Einzelpopulation stirbt aus
und Ort wird durch Migranten von andern
Populationen der Metapopulation
wiederbesiedelt
 
„Metapopulation i. e. S.“ nur dann,
wenn lokales Aussterben und Wiederbesiedlung
= Levins-Metapopulation

Dazu nötig:
nicht zu viele,
aber auch nicht zu wenige Individuen wandern zwischen
lokalen Populationen und kolonisieren leere Habitate

In dem einen Fall käme es nie zum Aussterben,


in dem anderen nie zur Wiederbesiedlung
Wenn man Metapopulationsbegriff eng faßt,
wird es sinnvoll zu fragen:
 
Sind Metapopulationen weit verbreitet
oder selten?
 
und
 
weisen bestimmte Arten
Metapopulationsstruktur auf oder nicht ?
Ob weiter oder enger Metapopulationsbegriff
vorzuziehen,
hängt von Problem ab:
 
Wenn es darum geht,
ob in Gebiet Art erhalten werden kann,
obwohl Aussterben von Einzelpopulationen nicht zu
verhindern:

Levins-Metapopulationsbegriff angebracht

 
auch Schutz von Gebieten kann sinnvoll sein,
die zu klein für permanentes Überleben der Art
 
für Schutz der Art auch Orte von Bedeutung,
die zur Zeit nicht von ihr besiedelt sind
Oder die (als Matrix) nicht einmal permanent besiedelt
Welche Konsequenzen hat eine
Metapopulationsstruktur für die genetische Vielfalt?
 
Wenn Populationen zu Metapopulationen
verbunden:
sowohl Faktoren, die genetische Vielfalt
erhöhen,
als auch Faktoren, die sie erniedrigen
 
Gründereffekt, Flaschenhalseffekt:
Kolonisationen führen zu genetischer Verarmung
 
 
Weitgehende Trennung der Einzelpopulationen
voneinander kann aber auch Prozesse in Gang setzen,
die genetische Vielfalt erhöhen:
Anpassungsvorgänge anunterschiedliche lokale
Bedingungen
Wie wirkt sich Metapopulationsstruktur auf die
Überlebensfähigkeit aus?
 

Metapopulation im weiteren Sinn


Definitionsgemäß begünstigen Prozesse auf
Metapopulationsebene das Überdauern der
Einzelpopulationen

Levins-Metapopulationen

Begünstigt wird Vorkommen von Populationen der


betreffenden Art an einem Ort über lange Zeiten,
wenn auch mit Unterbrechungen
Begünstigt wird nicht das Überleben der lokalen Population
Problem:

Überlebenswahrscheinlichkeit einer
Metapopulation im Vergleich zu einer
homogenen Population gleicher
Individuenzahl
 
Gegenläufige Tendenzen zu vermuten

Einerseits:
besonderes Aussterberisiko, weil
Einzelpopulationen klein

Andererseits:
Abb. 22: Vier Beispiele einer in unterschiedlicher Weise
aufgeteilten Fläche. Manche Metapopulationsmodelle ermöglichen
es, diese „Szenarien“ nach der Überlebensdauer einer Art, deren
Initialpopulationen entsprechend aufgeteilt sind, in eine Rangfolge
zu bringen. Nach Hanski &Simberloff 1997, verändert.
Fazit:
Man ist sich weitgehend einig darüber,
daß die entscheidenden
Gesetzmäßigkeiten,
die das Verständnis von Dichteentwicklung
und Überlebenswahrscheinlichkeit der
meisten Arten ermöglichen,
auf Metapopulationsebene zu suchen

und nicht,
auf der Ebene der Einzelpopulation
(bis vor etwa 30 Jahren vorherrschende Meinung)