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Das

Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz
(BilMoG)
- Die größte HGB-Reform seit mehr
als 20 Jahren -
Gliederung

1. Zeitplan

2. Die wichtigsten Änderungen gegenüber RegE

3. Änderungen im Jahresabschluss

4. Änderungen im Konzernabschluss

5. Anwendung/Übergangsvorschriften

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1. Zeitplan

 Ankündigung im 10-Punkte-Programm der Bundesregierung


vom 25.2.2003
 Entwurf ursprünglich Ende 2004 geplant
 Eckpunktepapier vom 16.10.2007
 Vorlage Referentenentwurf am 8.11.2007
 Gesetzentwurf der Bundesregierung am 21.5.2008
 Stellungnahme des Bundesrats am 4.7.2008
 Verabschiedung im Bundestag am 26.3.2009
 Zustimmung des Bundesrates am 3.4.2009
 Erstmalige Anwendung überwiegend für nach dem 31.12.2009
beginnende Geschäftsjahre

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2. Die wichtigsten Änderungen gegenüber RegE

 Aktivierungswahlrecht statt Aktivierungspflicht für selbst


geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens
 Aktivierungswahlrecht statt Aktivierungspflicht für
latente Steuern
 Zeitwertansatz von Finanzinstrumenten nur für Banken
und Finanzdienstleister
 Konsolidierungspflicht für Zweckgesellschaften
 zahlreiche Klarstellungen
 Verschiebung der erstmaligen Anwendung um ein Jahr

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3. Änderungen im Jahresabschluss
a) Aufstellung

 Befreiung kleiner Einzelkaufleute von der Pflicht zur


Buchführung, Erstellung eines Inventars und Aufstellung eines
Jahresabschlusses (§§ 241a, 242 Abs. 4 HGB)
 Umsatzerlöse: max. 500.000 €

 Jahresüberschuss: max. 50.000 €

 Pflicht zur Aufstellung von Kapitalflussrechnung und EK-Spiegel


für kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften, die nicht
konzernrechnungslegungspflichtig sind (§ 264 Abs. 1 Satz 2
HGB)
 Anhebung der Schwellenwerte für Bilanzsumme und
Umsatzerlöse um rund 20 % (§ 267 HGB)

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3. Änderungen im Jahresabschluss
b) Ansatz

 Aktivierungspflicht für entgeltlich erworbenen


Geschäftswert (§ 246 Abs. 1 HGB)
 Abschaffung des SoPo mit Rücklageanteil (§§ 247 Abs. 3,
273 HGB)
 Einführung eines Aktivierungswahlrechtes für
selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens (§ 248 Abs. 2 HGB)
 Passivierungsverbot für Rückstellungen für unterlassene
Instandhaltung nach mehr als 3 Monaten und andere
Aufwandsrückstellungen (§ 249 HGB)
 Streichung der Bilanzierungshilfe (§ 269 HGB)
 Umstellung der Steuerabgrenzung auf bilanzorientiertes
Konzept; Beibehaltung des Ansatzwahlrechts für aktive
latente Steuern (inkl. Verlustvorträge) (§ 274 HGB)

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3. Änderungen im Jahresabschluss
c) Bewertung

 Zeitwertbewertung für Vermögen, das ausschließlich zur Erfüllung


von Altersversorgungsverpflichtungen dient
(§ 253 Abs. 1 Satz 4 HGB)
 Bewertung von Rückstellungen
 Berücksichtigung künftiger Preis- und Kostensteigerungen (§ 253
Abs. 1 Satz 2 HGB)
 Abzinsung Rückstellungen und Rentenverpflichtungen mit dem
Marktzins (§ 253 Abs. 2 HGB)
 Bewertungseinheiten bei Sicherungsgeschäften (§ 254 HGB)
 Einbeziehungspflicht variabler Gemeinkosten in die
Herstellungskosten (§ 255 Abs. 2 HGB)

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3. Änderungen im Jahresabschluss
c) Bewertung

 Einschränkung von Abschreibungen


 Anlagevermögen: Abschreibung ohne dauernde
Wertminderung nur noch zulässig für Finanzanlagen
(§ 253 Abs. 3 Satz 3 HGB)
 keine Abschreibungen für künftige Wertschwankungen
und im Rahmen der vernünftigen kaufmännischen
Beurteilung (§ 253 Abs. 3+4 HGB)
 generelles Wertaufholungsgebot, Ausnahme:
Geschäftswert (§ 253 Abs. 5 HGB)
 Verbot steuerrechtlicher Abschreibungen (§ 254 HGB)

 Währungsumrechnung zum Devisenkassamittelkurs am


Stichtag; keine Begrenzung durch AK (§ 256a HGB)

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3. Änderungen im Jahresabschluss
d) Ausweis

 Saldierungsgebot für Vermögensgegenstände zur Erfüllung von


Altersversorgungsverpflichtungen u. ä. mit entsprechenden
Schulden (§ 246 Abs. 2 HGB)
 Bilanzierung eigener Anteile (§§ 265 Abs. 3 Satz 2, 272 Abs. 1a
HGB):
 Nennbetrag: offene Absetzung vom Gezeichneten Kapital
 Restbetrag: Verrechnung mit anderen Gewinnrücklagen
 Anschaffungsnebenkosten: Aufwand

 Erweiterung des Bilanzgliederungsschemas (§ 266 HGB)


 Bilanzierung ausstehender Einlagen (§ 272 Abs. 1 HGB):
 nicht eingeforderte Einlage: offene Absetzung vom
Gezeichneten Kapital
 eingeforderte Einlage: Ausweis unter Forderungen

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3. Änderungen im Jahresabschluss
d) Ausweis

 Ausschüttungs- bzw. Entnahmesperre (§§ 172


Abs. 4, 268 Abs. 8 HGB) für
 aktivierte selbst geschaffene immaterielle
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
(abzgl. passive latente Steuern hierauf)
 aktivierte latente Steuern, soweit sie die passiven
latenten Steuern übersteigen
 Zeitwertansatz bei Altersversorgungsvermögen,
soweit über Anschaffungskosten (abzgl. passive
latente Steuern hierauf)

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3. Änderungen im Jahresabschluss
e) Anhang

 Erweiterung der Angabepflichten (§ 285 Abs. 1 HGB), u. a.:


 Off-Balance-Geschäfte

 Honorare des Abschlussprüfers

 Finanzinstrumente

 nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommene


Geschäfte mit nahe stehenden Personen
 Forschungs- und Entwicklungskosten

 Bewertungsverfahren bei Pensionsrückstellungen

 Anteile an Spezialfonds

 Eventualverbindlichkeiten und Haftungsverhältnisse

 ausschüttungsgesperrte Beträge

 Erläuterungen zu den latenten Steuern

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3. Änderungen im Jahresabschluss
f) Steuerliche Auswirkungen

 Streichung der umgekehrten Maßgeblichkeit (§ 5 Abs. 1 Satz 2


EStG a. F.)
 gesondertes Verzeichnis für Wirtschaftsgüter, die in der
Steuerbilanz abweichend zur Handelsbilanz bewertet werden
(§ 5 Abs. 1 Satz 2+3 EStG n. F.)
 Klarstellung, dass künftige Preis- und Kostensteigerungen bei
der Rückstellungsbewertung nicht zu berücksichtigen sind (§
6 Abs. 1 Nr. 3a lit. f EStG)
 Finanzinstitute: Zeitwertansatz für zu Handelszwecken
erworbene Finanzinstrumente (§ 6 Abs. 1 Nr. 2a EStG);
Wahlrecht zur Verteilung des Buchgewinns auf zwei Jahre (§
52 Abs. 16 Satz 10 EStG)

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4. Änderungen im Konzernabschluss

 Wegfall des Beteiligungskriteriums (§ 290 Abs. 1 Satz 1 HGB),


explizite Konsolidierungspflicht für Zweckgesellschaften
 Anhebung der Schwellenwerte (§ 293 HGB)
 Kapitalkonsolidierung (§ 301 HGB):
 Pflicht zur Anwendung der Neubewertungsmethode
 Erstkonsolidierung zwingend zum Zeitpunkt, zu dem Unternehmen
Tochterunternehmen geworden ist
 gesonderter Ausweis eines passiven Unterschiedsbetrages nach
dem Eigenkapital
 keine Verrechnung aktiver und passiver Unterschiedsbeträge
 Ausweis einer Rückbeteiligung analog zum Ausweis eigener Anteile
im Jahresabschluss
 Abschaffung der Interessenzusammenführungsmethode (§ 302 HGB
a. F.)

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4. Änderungen im Konzernabschluss

 bilanzorientiertes Konzept der Steuerabgrenzung auch im


Konzernabschluss, Ausnahmen: Geschäftswert und Outside-Basis-
Differences (§ 306 HGB)
 Währungsumrechnung (§ 308a HGB):
 Umrechnung Bilanzen zum Devisenkassemittelkurs am Stichtag
(Ausnahme: Eigenkapital)
 Ausweis der Umrechnungsdifferenz im Eigenkapital
 Umrechnung GuV mit Durchschnittskurs
 assoziierte Unternehmen (§ 312 HGB):
 Pflicht zur Anwendung der Buchwertmethode
 erstmalige Bewertung zwingend zum Zeitpunkt, zu dem Unternehmen
assoziiertes Unternehmen geworden ist
 Erweiterung der Anhangangaben analog zum Jahresabschluss (§ 314 Abs.
1 HGB)

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5. Anwendung/Übergangsvorschriften

 Erleichterungen (Aufstellung, Schwellenwerte) erstmals für


Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2007 beginnen
 Erstmalige Anwendungen aller Vorschriften vorgeschrieben
für Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2009 beginnen
 prospektive Anwendung für
 entgeltlich erworbenen Geschäftswert
 Bewertungsuntergrenze bei Herstellungskosten
 Konsolidierungsvorschriften
 selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände

 Anwendung ein Jahr früher möglich, allerdings nur


insgesamt

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5. Anwendung/Übergangsvorschriften

 Ansammlung des Erhöhungsbetrages bei


Pensionsrückstellungen über max. 15 Jahre möglich
 Beibehaltungswahlrecht für Alt-Rückstellungen,
Bilanzierungshilfen und Sonderposten
 Fortführungswahlrecht für Alt-Abschreibungen
 Bei Nicht-Ausübung des Wahlrechts erfolgt
Auflösung/Zuschreibung direkt gegen Gewinnrücklagen
(Ausnahme: Zuführung, Auflösung im Jahr 2009)
 Neu zu bildende latente Steuern werden ebenfalls direkt
gegen Gewinnrücklagen gebucht
 Umstellungseffekt im Erstjahr als „außerordentliches
Ergebnis“

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