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Fachhochschule Frankfurt am Main

Soziologie

2. Modul: Sozialwissenschaften
Betriebswirtschaft im Wissenschaftssystem

Wissenschaft: Aussagensystem über einen


abgegrenzten Gegenstand

Universalwissenschaften Einzelwissenschaften
- Philosophie-

Formalwissenschaften: Realwissenschaften
Mathematik, Logik

Naturwissenschaften Kulturwissenschaften

Sozialwissenschaften

Soziologie Wirtschaftswissenschaften Rechtswissenschaften

Volkswirtschaftslehre Betriebswirtschaftslehre

Soziologie Dozent Dr. Robert Zirps 2


Lernziel

Gemeinsamer Untersuchungsgegenstand aller Wirtschaftswissenschaften


ist die Wirtschaft, also dasjenige Gebiet menschlicher Tätigkeiten,
das der Bedürfnisbefriedigung dient.

Die menschlichen Bedürfnisse sind praktisch unbegrenzt. Die


naturgegebene Knappheit der Güter zwingt zum wirtschaften.

Ziel ist die vorhandenen Mittel so einzusetzen, dass ein möglichst großes
Maß an Bedürfnisbefriedigung erreicht wird.

Das wirtschaftliche Handeln unterliegt dem allgemeinen Vernuftsprinzip


(Rationalprinzip):
Ein bestimmtes Ziel mit dem Einsatz möglichst geringer Mittel zu
erreichen.

Auf die Wirtschaft übertragen nennt man es das ökonomische Prinzip.

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Ökonomisches Prinzip

Wirtschaften ist das als rational verstandene Verhalten, welches


darauf gerichtet ist, die knappen Güter so einzusetzen, dass sie
eine höchstmögliche Bedürfnisbefriedigung gewährleisten
(=ökonomisches Prinzip/Wirtschaftlichkeitsprinzip)

Ausprägungen des ökonomischen Prinzips

Maximum Prinzip Minimum Prinzip Extremum-


Prinzip
Handle stets so, dass Handle stets so, dass Handle stets so, dass
mit dem ein vorgegebener das Verhältnis von
vorgegebenen Nutzen mit dem Einsatz und Nutzen
Einsatz ein geringstmöglichem bestmöglich wird!
maximaler Nutzen Einsatz erzielt wird!
erzielt wird!
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Lernziel

Das ökonomische Prinzip ist ein rein formales Prinzip. Es macht keine
Aussage über die Motive oder Zielsetzungen der wirtschaftlich
handelnden Menschen.

Ein Unternehmer kann beispielsweise nach dem ökonomischen Prinzip


handeln, um:
- den größtmöglichen Gewinn zu erzielen;
- die Güterversorgung der Allgemeinheit zu verbessern;
- wirtschaftliche Macht/Prestige/Anerkennung zu erringen;
- uvm.

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Maslowsche Bedürfnispyramide

Individualität, Talententfaltung…
Selbstverwirklichung

Soziale Anerkennung Status, Respekt, Anerkennung

Soziale Beziehungen Familie, Freundeskreis, Kommunikation

Sicherheit
Recht und Ordnung, fester Arbeitsplatz, Absicherung

Körperliche Bedürfnisse
Freiheit, Atmung, Wärme, Nahrung, Wohnraum, …

Die Maslow'sche Bedürfnispyramide (eigentlich: Bedürfnishierarchie) beruht auf einem vom US-
amerikanischen Psychologen Abraham Maslow 1943 veröffentlichten Modell, um Motivationen
von Menschen zu beschreiben.

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Die Betriebswirtschaftslehre habt im Wege der isolierten Abstraktion nur einen Teilbereich, eine „Seite“ des
Erfahrungskomplexes des Wirtschaftens heraus.

Die Problemstellungen und Sachverhalte des wirtschaftens sind aber zu komplex, als dass sie von einer
einzigen wissenschaftlichen Disziplin erforscht werden könnten.

Andere Disziplinen, wie z.B.


- die Volkswirtschaftslehre,
- die Rechtswisschenschaften,
- die Arbeitswissenschaften,
- die Soziologie
beziehen andere betriebliche Teilbereiche in ihr Erkenntnisobjekt ein.

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Betrieb als Kombination von Produktionsfaktoren

Fasst man den Betrieb als Kombination von Produktionsfaktoren auf, mit
dem seine Eigentümer ein bestimmtes Ziel realisieren wollen
(z.B. Maximierung ihres Einkommens, Verbesserung des Sozialprestige,
Erreichung wirtschaftlicher Macht),
so sind Gegenstand einer solchen Betriebswirtschaftlehre alle
Entscheidungen über den Mittel, mit denen diese Ziele optimal realisiert
werden können.

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Betrieb als Einheit von Real- und Nominalgüterbewegung

Beschaffungs Bestand liquider Dispositiver Faktor


markt Mittel

Arbeitskräfte
Personalbestand
Elementarfaktoren Erstellung Verwertung
der der
Betriebs- Betriebs-
Betriebsmittel leistung leistung
Anlagenbestand (Produktion) (Absatz)

Werkstoffe
Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe

Güterbewegung
Finanzbewegung

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Produktionsprozess
Beschaffungsmarkt
Personal Gebrauchs- Verbrauchs
güter - güter

Finanz- und Rechnungswesen


Steuern Ein-
und Ab- lagen
gaben und
Beschaffung Kredite

Geld- und Kapitamakrt


Sub-
ventione
n Produktion
Tilgung,
Ent-
nahme,
Rechts-
ordnung Absatz Kapital-
/Infra- erträge
Staat

struktur

Güterbewegung Haushalte Betriebe


Finanzbewegung

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Der Produktionsprozess
Fasst man den Betrieb als Kombination von Produktionsfaktoren auf,
so lässt sich der Produktionsprozess folgendermaßen beschreiben:
- Der Betrieb beschafft sich Kapital.
- Beschaffung sog. Elementarfaktoren:
Betriebsmittel,
Werkstoffe,
Arbeitskräfte.

 Der dispositive Faktor (Betriebsführung) koordiniert die Erstellung


der Betriebsleistung (Produktion), die dann dem Absatz zugeführt wird.

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Betrieb als Sozialgebilde

Sieht man im Betrieb ein Sozialgebilde, dass den Interessen aller in ihm tätigen Menschen und nicht
nur den egoistischen Zielen der Eigentümer dienen soll, so ist die Problemauswahl und Analyse
notwendigerweise eine andere.

Geisteswissenschaften haben die gesamte Kultur zum Gegenstand. Hierzu gehört alles, was erst
durch oder mit Hilfe des Menschen in Erscheinung tritt.

 Geisteswissenschaften haben psychische Gegenstände als Erkenntnisobjekt.

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Betrieb als Sozialgebilde

Sieht man im Betrieb ein Sozialgebilde, dass den Interessen aller in ihm tätigen Menschen und nicht
nur den egoistischen Zielen der Eigentümer dienen soll, so ist die Problemauswahl und Analyse
notwendigerweise eine andere.

Geisteswissenschaften haben die gesamte Kultur zum Gegenstand. Hierzu gehört alles, was erst
durch oder mit Hilfe des Menschen in Erscheinung tritt.

 Geisteswissenschaften haben psychische Gegenstände als Erkenntnisobjekt.

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Betrieb als Sozialgebilde

Psychische Gegenstände entstehen durch bewusstes und unbewusstes Handeln.

Hierzu gehören alle gesellschaftlichen Erscheinungen:


- Sprache,
- Religion,
- Kunst,
- Recht,
Wirtschaft,

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Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Die Wirtschaftswissenschaften werden häufig als Teilgebiet der Sozialwissenschaften


aufgefaßt:
 Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Die Bedeutet:

- Gleichordnung,
- enge Bindung,
- Selbständigkeit
und Verschiedenheit des Gegenstands.

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Sozialwissenschaften

Unter den Begriff der Sozialwissenschaften fasst man alle wissenschaftlichen


Disziplinen zusammen, die sich mit dem Manschen als soziales Phänomen und
mit den institutionellen und organisatorischen Voraussetzungen für menschliches
Handeln und Zusammenleben in Gemeinschaften und Gesellschaften beschäftigt.

Grunddisziplin der Sozialwissenschaften ist die Soziologie.

Fasst man den Begriff der Sozialwissenschaften sehr weit, gehören auch die
Rechts- und Wirtschaftswissenschaften dazu, denn auch wirtschaften
basiert auf menschlichem Handeln und Zusammenleben und ist somit ein
soziales Phänomen.

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Homo oeconomicus

• Der Homo oeconomicus bezeichnet einen (fiktiven) Akteur, der


• eigeninteressiert und
• rational handelt,
• seinen eigenen Nutzen maximiert,
• auf Restriktionen reagiert,
• feststehende Präferenzen hat
• und über (vollständige) Information verfügt.[1]

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homo oeconomicus
Die Verselbständigung der Wirtschaftswissenschaften wird durch die
Fiktion des „homo oeconomicus“ erreicht.

Der homo oeconomicus ist ein ausschließlich nach wirtschaftlichen


Zweckmäßigkeitsüberlegungen handelnder Mensch.

Der Mensch -als Unternehmer und Arbeitnehmer- wird als zweckrational


denkendes und handelndes Wesen erfasst, dessen Ziel in der Maximierung
seiner wirtschaftlichen Vorteile besteht.

Dieses Wesen reagiert auf die von der Unternehmensleitung angebotenen


finanziellen Anreize.

Er ist von anderen Personen Isoliert.

Stillschweigend wird unterstellt, dass er wie eine Maschine nach einer


mechanistischen, standardisierten Methode handelt.

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Handlungskompetenz

Ziel des Studiums ist die Aneignung von Handlungskompetenz.

=> Fähigkeit, Probleme eigenständig zu lösen und dadurch


möglichst viele (neue) Situationen zu bewältigen.

Entnommen aus Dorfer, A et al.: Bologna Prozess und kompetenzorientierte Lehrveranstaltungsevaluierung:


GEKo, das Grazer Evaluationsmodell des Kompetenzerwerbs, Karl-Franzens-Universität Graz, Vortrag 10.
Arbeitskreis Evaluation und Qualitässicherung Berlin und Brandenburger Hochschulen, 26.03-27.03. 2009. 19

Technik des wissenschaftlichen Arbeitens Dozent Dr. Robert Zirps