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Aussagen

 Der Faschismus ist der Sozialismus kleinbürgerlicher Massen


 Faschisten sind sozialistische Monster!!!
 Beide Bewegungen, Sozialdemokratie wie Faschismus sind die Kampfesmittel der
großkapitalistischen Diktatur gegen das um die politische Macht kämpfend
revolutionäre Proletariat.
 Der Faschismus ist die offen terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten
chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals
 Der Faschismus ist vernünftig!
 Der historische Verdienst des Faschismus ist, dass er im Ablauf der politischen
Entwicklung zum ersten Male der Welt den Versuch demonstriert, den Marxismus an
sich in die Knie zu zwingen. Das ward bis dahin nie versucht. Vor allem deshalb nicht,
weil man diese Aufgabe für unlösbar und unmöglich hielt.
 Nichts ähnelt mehr einem Chamäleon als der Faschismus.
 Satan kam als Hitler auf die Welt.
 Der Faschismus ist Ausdruck sexueller Unterdrückung.
Weltbewegung (Kerndaten)

 Nach dem Ersten Weltkrieg gibt es eine Reihe proletarischer


Aufstände.
 Mussolini (ehemals Sozi) entbindet sich der Aufgaben als
Chefredakteur der Avanti.
 In Italien wird der Marsch auf Rom inszeniert.
 In Deutschland kommt es zur Reichsexekution
 Hitlers Putsch scheitert
 Machtwechsel in der SU, Weltwirtschaftskrise
 Präsidialkabinett in Deutschland
 Tiefe Krise der NSDAP
 Machtübertragung an Hitler
 Jegliche Opposition wird zerschlagen
 Sozialfaschismustheorie wird fallen gelassen
 Aufrüstung und wirtschaftlicher Aufschwung
 Zweiter Weltkrieg
Faschismus und
Klassengesellschaft
 Die faschistische Bewegung ist eine Massenbewegung
 Es gibt keinerlei Belege für Finanzierung durch
Großindustrie
 Bourgeoisie scheißt zunächst auf Mussolini und Hitler
 Faschistische Parteien gaben sich antikapitalistisch,
hatten aber keinen wirklichen ökonomischen Plan
 Wirtschaft und Sozialpolitik diente der Mobilisierung und
Kontrolle der Gesellschaft
Faschismus und Marxismus

Probleme marxistischer Interpretationen


 Zwei Hauptzweige
 Innere Machtverhältnisse in Sowjetrussland
 Versuch das neue Phänomen mit alten Methoden zu analysieren
(kein Faschismus bei Marx und Engels)
 Keine einheitliche Analyse
 Unterschätzung und Komplexität
Die Dimitrow-Formel

 Der Faschismus ist die tödliche Bedrohung


des Marxismus schlechthin.
 Zuerst: Historische Analogie zu
konterrevolutionären Bewegungen
 Fatale Sozialfaschismusthese von Sinowjew
(die Schuld trägt einzig und allein die
Sozialdemokratie) vor allem in der KPD
Vor Dimitrow

Sozialfaschismusthese

Kapital (Finanzkapital) Faschismus Kommunisten

• Alle nichtkommunistischen Parteien sind


faschistisch Bourgeoisie hat
•Der Hauptfeind: Die Sozialdemokratie als linker politische Macht
Flügel des Faschismus
auch im
• Keine Differenz zwischen autoritären
bürgerlichen Demokratien und Faschismus Faschismus
Ein bisschen Marx…
 Marxsches Polarisationsmodell
2. Gesellschaft verschärft sich zu zwei Klassen: Arbeit
und Kapital
3. Alle anderen Klassen sterben ab, d.h. Mittelschicht
z.B. wird zwangsproletarisiert oder steigt zur
Oberschicht auf
 Zentralisierung der ökonomischen und
wirtschaftlichen Macht führt zur Revolution
Dimitroff
 Machtantritt Hitlers führt zur Verfolgung aller so
genannten „faschistischen Parteien“
 Faschisten in Frankreich werden durch gemeinsame
Front mit Sozialdemokratie zurückgeschlagen
(Volksfronttaktik)
 Faschismus ist keine einfache Ersetzung, sondern
Ablösung der bürgerlichen Herrschaft durch eine offen
terroristische
 Anhänger des Faschismus sind arme Opfer der
propagandistischen Sozialdemagogie
 Dimitroffs Idiotie wird zur offiziellen Doktrin
Warum diese Doktrin Schwachsinn ist

Widersprüche:
 Faschismus ist Massenbewegung
 Warum werden tausende qualifizierte Arbeiter umgebracht, wenn es den
Kapitalinteressen zuwider ist?
 Aggressive Außenpolitik beeinträchtigt internationale Handelsbeziehungen
Kritiker:
 Reine Herrschaft des Finanzkapitals hat nie irgendwo existiert
 Kapitalismus war auch früher nie rein demokratisch, sondern auch immer etwas
unterdrückerisch
 Kapital agiert nicht in einem Vakuum, sondern muss mit Widerstand der
anderen Klassen rechnen (Bourgeoisie ist verschwindend kleine Minderheit)
 Es gibt nicht nur Faschismus und Parlamentarismus im Kapitalismus
Nach Stand der Faschismusforschung gilt die Dimitroffthese als widerlegt
Bonapartismustheorie (Bauer, Thalheimer, Trotzki,
Gramsci/Poulantzas)

Analogie zur Marxs Analyse der französischen Revolution (1848):


 Der achtzehnte Brumaire
 Untypische Verselbstständigung der Politik gegenüber ökonomischer
Klasseninteressen
 Bedingung: Gleichgewicht der Klassen (beide Lager sind handlungsunfähig)
 Machtakkumulation in den Händen der staatlichen Bürokratie
 Erkenntnis der Bourgeoisie, das – aufgrund der Bedrohung durch Proletariat –
Diktatur einziger Ausweg, dass es „seine eigene politische Herrschaft loszuwerden
schmachte, um die Mühen und Gefahren der Herrschaft loszuwerden“
 „Glücksritter“ wird gebraucht: „Der Kampf scheint so geschlichtet, dass alle Klassen
gleich machtlos und gleich lautlos vor dem Kolben niederknien,“
 Bourgeoisie verliert politische Macht, jedoch um ökonomische zu behalten
 Glücksritter hat Massenbewegung und spielt Wohltäter aller Klassen („dazu ist man
gezwungen, die Gesellschaft als bedroht erscheinen zu lassen“ (Thalheimer)) ->
Krieg
Bonapartismustheorie

 Bonepartismus ist labile Vorstufe zum Faschismus


 Es ist eine Illusion der deutsche Faschismus gehe rasch an
seinen Widersprüchen zugrunde: „…für eine absehbare
Zukunft … würde der Sieg des Faschismus einen Bruch in der
revolutionären Tradition bedeuten“ (Trotzki)
 Faschismus ist Bürgerkrieg gegen Proletariat, um das Recht auf
Ausbeutung zu wahren (Krisenmanagement)
 Dritte Kraft zwischen Kapitalismus und Kommunismus
 Antikapitalismus wird aufgrund Kooperation mit alten Eliten
verworfen
Beispiel: Wirtschaft unterm Hakenkreuz

 Nach Hitlers Machtantritt werden alle gesellschaftlichen Kräfte entmündigt (auch


Großindustrie)
 Kluft zwischen Propaganda und ökonomische Wirklichkeit
 Rüstungswirtschaftliche Vorkehrungen und verdeckte Staatverschuldung führen zur
„kurzfristigen Erholung“ im Arbeitsmarkt
 Löhne waren aufgrund der vorherigen Depression sehr gering
 Ziel: Autarkie
 Wechselschulden. MEFO, Lieferschatzanweisungen, Steuergutscheine, „erzwungene“
Reichsanleihen, Abschöpfungen der Spar- und Versicherungsgelder
 Kurzfristige Leistungssteigerung auch durch Lenkung
 Rüstungsfirmen erzielten enorme Gewinne, Konsumwirtschaft hatte deutliche Beschränkung
 Aufgrund von Autarkiebestrebungen werden Ressourcen knapp
 Deutsche Arbeiterfront (DAF) wird gegründet: Vier-Säulen-Modell 1. Arbeiter 2. Angestellte 3.
Unternehmer 4. Angestellte
 NS-Linke wird ausgeschaltet. In DAF wird das Prinzip (unternehmerfreundliche) „Treuhänder“
eingeführt, die Arbeitsbedingungen und Löhne aushandelten
 Rücknahme sozialer Rechte, z.B. freie Wahl des Arbeitsplatzes
 Enttäuschung auch beim Mittelstand. Nur größere Unternehmen profitieren vom Aufschwung
„Monopolkapitalisten“ und Hitler (Beispiele)

 Nur wenige Ausnahmen, z.B. Fritz Thyssen, deswegen so


auffällig, zudem unglaubwürdige Quellen wie „I paid
Hitler“
 Alfred Hugenberg: Vorsitzender der DNVP soll beim
Young-Plan-Kampagne Gelder für NSDAP gesammelt
haben
 Emil Kirdorf: 1927 Mitglied der NSDAP, jedoch Austritt
ein Jahr später (verschwiegen)
 NSDAP bekam jedoch beträchtliche finanzielle
Zuwendung aus dem Mittelstand
Warum Krieg?
 Hitler war verrückt
 Die Nazis waren verrückt

1936 zeichnet sich eine drohende


Wirtschaftskrise ab
 Mangel an Rohstoffen und Devisen

 Starres Festhalten am Aufrüstungskurs

 Steigender Bedarf bei Rüstung und Konsum

 Flucht nach vorn bzw, außen


Raubkriege (Beispiele)

Hinter allen Expansionen steckt der Wunsch nach Autarkie und Neuordnung Europas
Österreich:
 Erbeutung vom Devisenvorräten der Staatsbank
Sudetendeutschland
 Machterweiterung im Südosten, Rohstoffe und Industrieanlagen
Tscheslowakei
 Massive Aufrüstung der Westmächte drohen zu einer militärisch-ökonomischen
Unterlegenheit zu führen
 Ökonomische und fiskalische Eroberungen beheben drohende Wirtschaftskrise nur temporär
 Verkehrsverbindungen zwischen Österreich und Deutschland wurden einfacher
 Rüstungsindustrie in Pilsen und Prag
Polen
 Rüstung ist Lokomotive der Wirtschaft
 Krieg dadurch unabwendbar
 …
Sowjetunion
 Bürgerliche Historiker: „Weltanschauungskrieg“
 Hitlers Lebensraumideologie ist auch agrar- und ernährungswirtschaftlich geprägt
 Rohstoffe immanent
Bürgerliche
Faschismusforschung
 Griff zur Weltmacht (Fischer)
 Volksstaatgedanke (Götz Aly)
 Wirtschaftliche Zukunft hängt von Krieg
und Frieden ab.
„Mobilisierungsdiktatur“ (Adam Tooze)