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Mit- & Rückversicherung

12.10.2018
Die Bilanzierung des übernommenen
(indirekten) Geschäfts

 Aufnahme in die Erfolgsrechnung der Abrechnungen über das


indirekte (übernommene) Geschäft jeweils um ein Jahr zeitversetzt
 die erfolgswirksamen Posten dieser Abrechnungen (Prämien,
Zahlungen für Versicherungsfälle und Provisionen) werden zunächst
nicht in die Erfolgsrechnung übernommen, sondern auf einem
Abgrenzungskonto gesammelt (als Rechnungsabgrenzungsposten in
der Bilanz )
 Grund: Zedent ermittelt am Ende des GJ die versicherungstechnischen
RSt
 Besonderheit: größere Verluste müssen vor deren Bezahlung gemeldet
werden
 RV muss bei größeren Verlusten eine entsprechende RSt in seine Bilanz
aufnehmen (RSt. für Verluste im indirekten Geschäft unter „Sonstige
versicherungstechnische Rückstellungen“)

2 31.10.2014
Bilanzierung des übernommenen
Geschäfts II

 Verrechnung der Retrozession (Abgaben aus dem indirekten


Geschäft) im gleichen Zeitpunkt wie die Verrechnung der Übernahmen
 die Abrechnungen über die Einbringung in den Pool müssen jedoch
unbedingt –ebenso wie die Abrechnungen über die Abgaben aus dem
direkten Geschäft – mit der Verrechnung mit den Versicherungsnehmern
zeitlich synchronisiert werden
 Rückversicherungsabrechnungen zwischen Mutter- und
Tochterunternehmen, deren Jahresabschlüsse in einen
Konzernabschluss einbezogen werden, dürfen beim Rückversicherer
nicht zeitversetzt erfasst werden.
 Abrechnungen in Fremdwährung zum Kurs des nächsten GJ

3 31.10.2014
Bilanzierung des übernommenen
Geschäfts III

 Abrechnung mit ein und demselben VU erfolgt auf gesonderten Konten


 keine Aufrechnung der laufenden Forderungen und Verbindlichkeiten an
dasselbe Versicherungsunternehmen, sondern diese werden in den
Bilanzen getrennt (also sowohl als Forderungen als auch als
Verbindlichkeiten) ausgewiesen
 Eine Aufrechnung oder eine Zusammenfassung von auszugleichenden
Abrechnungsforderungen und –verbindlichkeiten mit Depotforderungen
und Depotverbindlichkeiten ist nicht zulässig.
 Forderungen und Verbindlichkeiten aus der
Mitversicherungsverrechnung und aus der
Rückversicherungsverrechnung mit demselben
Versicherungsunternehmen dürfen nach den
Rechnungslegungsvorschriften in der Bilanz nicht zusammengefasst oder
gegeneinander aufgerechnet werden.

4 31.10.2014
Prämienüberträge für übernommene und
abgegebene Rückversicherungen

 Für das indirekte Geschäft müssen die Prämienüberträge zumindest


mit jenen Beträgen gebildet werden, die bei Auflösung der Verträge als
Portefeuilleprämien an die Zedenten zurückgegeben werden müssen.
 Falls sich jedoch bei zeitlicher Abgrenzung der Prämien höhere
Prämienüberträge ergeben, müssen diese in die Bilanz eingestellt
werden,
 der niedrigere Portefeuille-Stornosatz ist nur dann anzusetzen, wenn die
Auflösung des Rückversicherungsvertrags im Zeitpunkt der
Bilanzerstellung bereits feststeht.
 Sehr oft liegen allerdings für eine genaue zeitliche Abgrenzung der
Prämien für das indirekte Geschäft keine ausreichenden Informationen
vor; in diesem Fall sind die Prämienüberträge durch ein geeignetes
Näherungsverfahren zu ermitteln.

5 31.10.2014
Prämienüberträge (PÜ):
Zeitliche Abgrenzung

 Grundsätzlich: RV-Anteil an PÜ unabhängig


von PÜ in Bruttorechnung (PÜ des Zedenten)
 immer: bei Schadenexzedenz, Stop-Loss
 meist: bei Summenexzedenz

 PÜ identisch: bei Brutto-Quotenabgabe


 Für Netto-Quotenabgaben sind die PÜ von den Brutto-PÜ abzüglich der PÜ
für die sonstigen Rückversicherungsabgaben, abzuleiten
 Auch der Kostenabzug ist anders zu bemessen (i.H. der RV-Provisionen
und bei Staffelprovisionen i.H. der Mindestprovisionen)

6 31.10.2014
Prämienüberträge (PÜ):
Höhe

 beim Zedenten:
 min (anteilige PÜ ; Portefeuilleprämie)
 Niederstwertgrundsatz

 beim Rückversicherer:
 niedrigere Portefeuilleprämie nur, wenn
Vertragsauflösung feststeht

7 31.10.2014
Prämienübertrag (PÜ):
Beispiel

8 31.10.2014
Die Deckungsrückstellung für
Rückversicherungsübernahmen und
Rückversicherungsabgaben

 Die in den Bilanzen der Versicherungsunternehmen ausgewiesene


Deckungsrückstellung enthält auch die Deckungsrückstellung für das
indirekte Geschäft; diese muss den Mitteilungen der Zedenten
entnommen werden.
 Der Deckungsrückstellung für das indirekte Geschäft stehen in der
Lebensversicherung in der Regel Depotforderungen an die Zedenten in
gleicher Höhe gegenüber, da die Zedenten in der Regel die volle Brutto-
Deckungsrückstellung (daher auch die Anteile der Rückversicherer an
der Deckungsrückstellung) bei sich veranlagen.

9 31.10.2014
Deckungsrückstellung (DR):
Zedent

 muss den Deckungsstock in Höhe des gesamten


Deckungserfordernisses bilden
 d.h. inkl. abgegebenem RV-Geschäft
 Depotverbindlichkeiten

 Bsp. Bilanz Merkur-Versicherung (S.31)


 kein RV-Anteil unter D.II ausgewiesen
 Abgegebener RV-Anteil an PÜ unter D.I (-136.268 €)
wird durch Depotverbindlichkeit unter G (136.268 €)
vollständig kompensiert

10 31.10.2014
Deckungsrückstellung (DR):
Rückversicherer

 veranlagt DR nicht selbst, sondern Depotforderung gegenüber Zedent


 Merkur-Bilanz (S.30): B.IV
 Besonderheiten:
 mitunter andere Rechnungsgrundlagen zwischen
Versicherungsnehmer, Zedent und RV für die
Berechnung der Prämie und DR
 Gewährung überrechnungsmäßiger
Abschlussprovisionen des RV an den Zedenten
 Rückversicherung gegen reine Risikoprämie

11 31.10.2014
Schadensrückstellung
(Rst. für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle)
Mitteilung

 Höhe muss vom Zedent mitgeteilt werden


 falls nicht (Höhe unklar):
 Schätzungen; Problem: ungenau
 1 Kalenderjahr später verbuchen
 falls Verlust erwartbar:
Bildung einer Rückstellung für Verluste im
indirekten Geschäft
 manchmal: so gesetzt, um Bilanzergebnis auszugleichen

12 31.10.2014
Schadensrückstellung
(Rst. für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle)
Berechnung

 bei Brutto-Quotenabgabe
 pauschal anteilsmäßig

 bei Summenexzedenz
 einzeln anteilsmäßig

 bei Schadenexzedenz
 der Wert, der die Priorität übersteigt

13 31.10.2014
Rückstellung für Verluste aus dem
zeitversetzt gebuchten indirekten Geschäft

 Eine Rückstellung für Verluste im indirekten Geschäft muss dann


gebildet werden, wenn die Erträge und Aufwendungen des indirekten
Geschäfts ein Jahr zeitversetzt in die Gewinn und Verlustrechnung
aufgenommen werden, und aufgrund der Mitteilungen der Zedentenoder
nach der Erfahrung damit gerechnet werden muss, dass aus den
Abrechnungen für das Bilanzjahr ein technischer Verlust resultieren
wird.

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