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Ao.Univ.Prof. DDr.

Rupert Klieber
Universität Wien

Mit dem Rosenkranz gegen Hitler


Österreichs Kirche im Oktober 1938
– eine Wende?

Vortrag KAV: Wien, 2. Oktober 2018


Maximilian
Liebmann
2010
Kardinal Theodor Innitzer bei der
Anschluss-Abstimmung 1938
Empfang
Adolf Hitlers
in Eger am
3. Oktober
1938
Eine drei Dutzend am 8.11.1938 zerstörten
Wiener Synagogen, Humboldtgasse Wien-Favoriten
Diözesanjugendtag am 4. Oktober 1937: Marsch von 15.000
Jugendlichen vom Rathaus über den Ballhausplatz zum Dom;
dort: Fenster-Huldigung Innitzers, Christ-König-Andacht
Gedenk-Heft
zur
Jugendfeier
vom
7. Okt. 1938
aus dem Jahr
1998
Text-Beispiele Festfeier:
„Das Heilmittel gegen alle Übel unserer Zeit liegt zu Tiefst darin,
dass wir alle wieder zu Christus zurückkehren … und die zu
unserer Fürsprecherin machen, der es zu allen Zeiten gegeben
war, alle Irrlehren heimzuführen zur Wahrheit“.
Gebet für die Regierung: „… Dein hl. Wille sei ihr Gesetz aller
Gesetze. … Dein Gericht Antrieb und Warnung …“
Innitzer-Rede von Pilgrim-Kanzel (ohne Lautsprecher!):
„Vielleicht haben manche von Euch in den letzten Monaten nicht
alles verstanden, was die Bischöfe getan haben“. …
„Wir wollen gerade jetzt in dieser Zeit umso fester und
standhafter … uns zu Christus bekennen, unserem Führer und
Meister, unserem König.“ … „Das Wort ‚Kraft durch Freude‘ hat
einen tiefen Sinn. Das ist ein biblisches Wort. Das hat der
Prophet Esra [den Israeliten] in einer schweren Zeit gesagt, als
sie beschlossen hatten, wieder zum Herrgott zurückzukehren.“
Diözesanjugendtag am 4. Oktober 1937: Marsch von 15.000
Jugendlichen vom Rathaus über den Ballhausplatz zum Dom;
dort: Fenster-Huldigung Innitzers, Christ-König-Andacht
Antiklerikale Kundgebung am
Heldenplatz am 13. Oktober 1938
Gedruckter
Erlebnis-
bericht
eines
KZ-Priesters
1956
Rechtfertigung Theodor Innitzers, am
Sonntag 23.10.38 in allen Kirchen verlesen:
„Ich verwahre mich gegen den kränkenden Vorwurf,
dass ich mich in diesen großen Tagen des deutschen
Volkes in bewussten Gegensatz zu Führer und Volk
gestellt habe. …
Nach wie vor stehe ich auf dem Standpunkt, dass der
Katholik aus seinem Gewissen heraus die Pflicht
gegenüber dem Staat zu erfüllen hat, dass aber der
Bischof jederzeit der beschworenen Gewissenspflicht
entsprechen muss, für die Rechte Gottes und der
Kirche einzutreten.“
Bischof Hefter begrüßt 1938
Adolf Hitler in Klagenfurt
Salzburger
Kirchen-
Zeitung
„Ruperti-
bote“

Oktober
1948
Delegiertentag der Katholischen Landjugend
Salzburg 1958