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GRUNDLAGEN ZU KOOPERATIVEM

LERNEN

Arbeiten und Lernen in Gruppen


GLIEDERUNG

• 1. Begrifflichkeiten
• 2. Kooperatives Lernen
• 3. Theorien und Mythen des kooperativen Lernens
• 4.Verbindungen zur pädagogischen Praxis
BEGRIFFLICHKEITEN
„SELBSTGESTEUERTES LERNEN“

• Unter selbstgesteuertem Lernen versteht man: „die wesentlichen


Entscheidungen, ob, was, wann, wie und woraufhin [der/die Lernende] lernt,
[und dies] gravierend und folgenreich beeinflussen [kann]“ (zit. WEINERT,1982, S. 102)

• Entscheidung über Lernziel, Lernstrategien, Lernort, Lernzeit, Lernhilfen und


Lernkontrolle
• Man spricht auch von informellem Alltagslernen
• Lernprozesse werden in der Regel vom Lernenden selbst gesteuert und von
externen Instanzen angeleitet.
(zit. BREUER, 2001,S.89)

• Als Idealform wird zumeist eine Kombination beider Ansätze genannt


BEGRIFF „KOOPERATION“

• jede Form von gesellschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Personen,


Gruppen oder Institutionen, welche als Folgeerscheinung der Arbeitsteilung
betrachtet werden kann
• das koordinierte Erarbeiten eines übergeordneten Gesamtziels
• Beim kooperativen Lernen interagieren demnach mehrere Gruppenmitglieder
(die Lernenden) mit einem gemeinsamen Ziel: dem Lernen.
THEORIEN ZUM KOOPERATIVEN
LERNEN

(zit. BREUER, 2001,S.94)


KOGNITIVE THEORIEN

• individuelle kognitive Entwicklungen finden aufgrund von Interaktionen mit


anderen Menschen statt.

• Die Möglichkeit für Lernende, mit anderen zu diskutieren, Meinungen


auszutauschen, über unterschiedliche Standpunkte nachzudenken
und so zu neuen Erkenntnissen zu kommen, konstituiert den Verlauf eines
Lernprozesses.
MOTIVATIONSTHEORIEN

• die Lernenden werden dadurch motiviert, dass sie ihre eigenen Ziele nur im
Zusammenhang mit der Erreichung des Gruppenziels verfolgen können.
oder
• weil der einzelne sich mit der Gruppe identifiziert, dadurch dass die
Gruppenmitglieder gemeinsam von dem Gruppenziel „betroffen“ sind und sich
somit gegenseitig unterstützen.
KONSTRUKTIVISTISCHE ANSÄTZE DES
KOOPERATIVEN LERNENS

• Der theoriegeleitete Wechsel vom Lehrer-zentrierten zum Lerner-orientierten


Ansatz mit der Betonung der Selbstverantwortlichkeit des Lerners führt dazu,
dass die konstruktivistischen Perspektive des Wissenserwerbs als wichtiger
erachtet wird

• Folglich wird die Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen bzw. Gestaltung von


Lernumgebungen zur Förderung des Wissenserwerbs beeinflusst.

• Konstruktivistische Instruktionsansätze sehen Lernen in


kooperativen Arrangements vor. Zentral für die Kooperation wird der
Aushandlungsprozessen, durch den gemeinsam Wissen konstruiert wird
KONSTRUKTIVISTISCHE
GRUNDANNAHMEN

• Lernen ist ein aktiver Konstruktionsprozess - Akzent auf Eigentätigkeit


statt auf Außensteuerung
• Lernende konstruieren ihr Wissen, indem sie wahrnehmungsbedingte
Erfahrungen interpretieren - der sozialen Situation kommt deshalb
besondere Relevanz zu.
• Wissen ist vom Individuum generiert und nicht von der externen
Quelle. Generative Verarbeitung beinhaltet, dass neue Informationen mit dem
Vorwissen verknüpft werden, um elaborative Wissensstrukturen aufzubauen.
• Zentral für den Wissenserwerb ist das soziale Aushandeln von
Bedeutungen auf der Grundlage kooperativer Prozesse - jeder
Lernende interpretiert das gleiche Ereignis etwas anders. Dies impliziert auch
unterschiedliche Lernergebnisse
• Der Bezug zu einem relevanten Kontext ist von der große Bedeutung
• Zur Reflexion bzw. Kontrolle des eigenen Lernhandelns ist der Einsatz
metakognitiver Fertigkeiten wichtig.
GESTALTUNG KONSTRUKTIVISTISCHER
LERNUMGEBUNGEN

• Authentizität und Situierheit: Die Lernumgebung ermöglicht den


Lernenden, mit realistischen Problemen und authentischen Situationen
umzugehen
• Multiple Kontexte: Die Lernumgebungen bietet den Lernenden multiple
Kontexte
• Multiple Perspektiven: Die Lernumgebung bietet den Lernenden die
Möglichkeit, Probleme aus multiplen Perspektiven zu betrachten
• Sozialer Kontext: Kooperatives Lernen und Problemlösen zwischen
Lernenden sowie die Zusammenarbeit mit Experten werden gefördert
KOOPERATIVES LERNEN

• Kooperatives Lernen ist eine Form der Instruktion, die die Zusammenarbeit der
Lernenden in Gruppen beinhaltet, mit dem Ziel gemeinsame Ziele zu erreichen.

• „Beim kooperativen Lernen arbeiten die Lernende in kleinen Gruppen, um sich beim Aufbau
von Kenntnissen und beim Erwerb von Fertigkeiten gegenseitig zu unterstützen.“ (Hasselhorn und Gold
2013, S. 308 )

• Die Lernenden müssen sich zur selben Zeit mit den kognitiven Anforderungen einer Aufgabe
und mit den Erfordernissen der kooperativen Zusammenarbeit auseinandersetzen.
Gruppenarbeit

kooperatives Lernen

• Wenn sich nicht alle Gruppenmitglieder in gleicher Weise für das Lernen
verantwortlich fühlen kann das zu Motivationsproblemen und zu
schlechten Lernergebnissen führen sowie ein schlechtes
Gruppenklima und eine Abneigung gegen Formen des
gemeinsamen Lernens
BASISELEMENTE KOOPERATIVES
LERNENS

• Positive Interdependenz: die Mietglieder einer Lerngruppe müssen erkennen, dass sie ein
gemeinsames Ziel verfolgen – Aufgabenstellung und Ziele
• Individuelle Verantwortlichkeit: individuellen Leistungsanteile jedes Gruppenmitglieds werden
registriert und sowohl an das Mitglied selbst als auch an die Gruppe zurückgemeldet
• Unterstützende Interaktionen: die Lernenden müssen die Gelegenheit haben, direkt und frei
miteinander zu interagieren, einander zu unterstützen, und sich gegenseitig zu ermutigen
• Reflexion über den Gruppenprozesse: kritische über die Effektivität der bisherigen Arbeit, über die
Qualität der Beziehungen in der Gruppe und über die Notwendigkeit von Verhaltensänderungen, um zu
einer Verbesserung der Funktionsfähigkeit einer Gruppe zu gelangen nachzudenken
• Kooperative Fähigkeiten: Um sowohl die kognitiven als auch sozialen Zielsetzungen des
kooperativen Lernen erreichen zu können, müssen die Lernende besondere Fähigkeiten der
Kommunikation, die Fähigkeit zum Aufbau eines Vertrauensklimas, die Bereitschaft zur
Übernahme von Gruppenführungsaufgaben und Kompetenzen zum Umgang mit
Kontroversen erwerben.
MYTHEN DES KOOPERATIVEN LERNENS

• Teilt Euch jeweils in 4er Gruppen auf


• Teilt euch in der Gruppe gleichmäßig die Pro und Contras der Mythen auf und
diskutiert diese in einer Gegenüberstellung
• Überlegt euch einen Fazit fürs Plenum
VERBINDUNGEN ZUR PRAXIS

• Wie sehen die traditionelle Vorstellung und der lernzentrierte Unterricht


bezüglich des Lehren und Lernens aus?

• Bleibt in Euren Gruppen und findet jeweils die passenden lernzentrierten


Vorstellungen, die den traditionellen gegenüberstehen.
• Auflösung (zit. KONRAD, 2010, S. 10)
(zit GREEN, 2006,S. 26)
• Mentimeter:
• www.menti.com

• Code: 26725
• Auflösung (zit. Green, 2006, S. 29)
LITERATUR

• BORSCH, F. (2015): Kooperatives Lernen: Theorie – Anwendung –Wirksamkeit


• BREUER J. (2001): Selbstgesteuertes Lernen, kooperatives Lernen und komplexe
Lehr-/Lernmethoden. S. 87-99.
• GREEN K.,N. (2006): Kooperatives Lernen im Klassenraum und im Kollegium. Das
Trainingsbuch. S. 13-23, S. 24-41.
• KONRAD K. & TRAUB S. (2010): Theoretische Grundlagen (Kapitel 2). In: Konrad,
K. & Traub, S.: Kooperatives Lernen. S. 5-38.
• WEINERT F.: Selbstgesteuertes Lernen als Voraussetzung, Methode und Ziel des
Unterrichtgs. In: Unterrichtswissenschaft. Zeitschrift für Lernforschung. 10. Jg. 1982,
Heft 2, S. 99-110