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Structura Limbii

Textlinguistik

SoSe 2015-2016
Lekt.Dr. Evemarie Draganovici
Sprachwissenschaft
=Linguistik: systematischen Erforschung
und Beschreibung der Sprache
unter den Gesichtspunkten ihrer
 Entstehung,
 Funktionen,
 inneren Struktur
Untersucht: die menschliche Sprache + die
verschiedenen Einzelsprachen und
Sprachtypen der Welt: Was ist Sprache?,
Ist sie typisch für den Menschen?, Wie wird
sie erworben?
Linguistik?
= neuere Bezeichnung Sprachw.-Syn. (F. de
Saussure)
auch Linguistik für die moderne, strukturalistisch
orientierte Sprachw., als Teildisziplin einer
allgemeinen und umfassenden Sprachw.
Wissenschaft, die sprachliche Regularitäten auf
allen Beschreibungsebenen untersucht und ihre
Ergebnisse in expliziter (formalisierter)
Beschreibungssprache und in integrierten
Modellen niederlegt.“ [Bußmann, H., S. 458-
459]
Teilgebiete der allgemeinen
Linguistik
 Phonetik
Produktion, physikalische Beschaffenheit
und Rezeption von Sprachschall zum
Gegenstand (naturwissenschaftlich).

 Phonologie
die Funktion von Sprachlauten im
Sprachsystem.
Lexikologie
 lexis, gr. Wort, wissenschaftliche
Beschäftigung mit den Wörtern
 Lehre von den Strukturierungen im
Wortschatz.
 untersucht die Bestandteile einer Spr.
(spezielle Lexikologie) oder von Spr.
allgemein (allgemeine Lexikologie) und
versucht, zwischen den einzelnen
lexikalischen Bestandteilen (Morphemen,
Wörtern und festen Wortgruppen)
Beziehungen und Regeln festzustellen.
Lexikologie
 Wortbildung, Polysemie (Ring:
Straße, Schmuckstück, Boxring),
Homonymie: Homophon (Wahl –
Wal), Homograph (Hahn),
Wortfamilie, Wortfeld, Denotat
(Hauptbedeutung), Konnotat
(Nebenbedeutung),
Hyperonymie>Übernamen,
Überbegriffe (B. Blume für: Nelke,
Rose, Tulpe), usw.
Lexikologie. Gliederung des
Wortschatzes
 rund 500 000 Wörter.
1) grammatische Gliederung
Untergliederung des Wortschatzes in
Autosemantika (eine eigene Bedeutung) und
Synsemantika (keine eigene
Bedeutung,Präpositionen, Konjunktionen)
2) etymologische Gliederung
heimische/native Wörter, Lehnwörter,
Fremdwörter
3) semantische Gliederung
4) stilistische Gliederung
salopp – vulgär – derb
Gliederung
 normaler/Nullmarkierter/ nicht markierter
Gesicht, alt
 gehobenen Wortschatz
Antlitz, Angesicht, bejahrt, betagt
 „Umgangssprachlich“ oder „salopp “
Visage, klapprig, abgetakelt, Krach, Schwips,
Rausch (hoch- oder umgangssprachlich?)
 derb & vulgär: Fresse, Schnauze
Stilfärbungen und Nuancen (die
Lexikographen)
 scherzhaft
nackt>im Adamskostüm, Gesäß>der Allerwerteste
 verächtlich: jemanden abhalftern > für feuern
 spöttisch, ironisch: der Amtsschimmel,
Bückling
 gespreizt: transpirieren statt schwitzen
 verhüllend, euphemistisch: der Allerwerteste,
die vier Buchstaben
 Papierdeutsch, amtssprachlich: vermittels,
baldigst
Gliederung
 zeitliche Gliederung: Archaismen,
Historismen (Ritter, Minne, Turnier),
Neologismus,
 räumliche Gliederung
Lexikografie
 beschäftigt sich mit der Erstellung
von Wörterbüchern und greift dabei
auf lexikologische Ergebnisse zurück
bzw. liefert neue Infos zur
lexikologischen Untersuchung
Morphologie
 Lehre von den kleinsten
bedeutungstragenden Einheiten: die
Lehre von den "kleinsten lautlichen
oder graphischen Einheiten mit einer
Bedeutung oder grammatischen
Funktion" (Linke 1996, S. 60)
 Goethe (Formenlehre; griech. morphé
"Gestalt, Form", logos "Wort, Lehre").
Syntax
 syntaxis auf Griechisch
Zusammenstellung, Anordnung,
Aneinanderreihung (Syntaktik als
Teilbereich der Semiotik)
 Lehre vom Satz, Lehre von den
Regeln, wonach in Sprache(n) aus
den Wörtern zusammengehörige
Wortgruppen gebildet werden
 Lehre von der Kombination
von Wörtern zu Sätzen (Linke 1996,
S. 80)
Semantik
Bedeutungslehre

 ist die Theorie der Bedeutung in einem


semiotischen System und untersucht die
Beziehungen zwischen Zeichen (signifiant)
und Begriffen. ( z.B.
Buchstabenkombination Sonne und Konzept
/ Vorstellung von der Sonne im Bezug auf
das Bezeichnete (konkreter Sonne).
Semiotisches Dreieck
Bedeutung
Relation zwischen einem
Zeichen und dem Begriff,
der zwischen Zeichen und
dem außersprachlichen
Bezug vermittelt
Begriff: eine mentale
Repräsentation, eine
“Wissenseinheit”, die Klassen
von Objekten und
Sachverhalten aufgrund
ihrer invarianten
Merkmale zu einem
Ganzen zusammenfasst.
Semiotisches Dreieck
Referenz: Die Beziehung
zwischen einem
Zeichen und dem
außersprachlichen
Gegenstand oder
Sachverhalt, auf den
das Zeichen Bezug
nimmt.
Referent (Denotat):
Der Gegenstand oder
Sachverhalt, worauf
durch sprachliche
Ausdrücke Bezug
genommen wird.
Semiotisches Dreieck
Pragmatik

 untersucht, wie Sprache gebraucht


wird und welche Arten von
Sprachhandlungen ein Sprecher
einsetzt.
 Austin 1962: Antworten auf die
Frage How to do things with words?
gesucht werden (Wie kann ich mit
Worten etwas tun?).
Textlinguistik
 „geht es vor allem darum, die allgemeinen
Bedingungen der Textkonstitution und der
Textrezeption zu beschreiben, über die der
kompetente Sprachteilhaber in konkreten
Kommunikationssituationen im allgemeinen
unbewußt verfügt.“ (Brinker, 1988, S. 10)
Textlinguistik. Aufgaben
 Analyse
 Klassifikation
 Abgrenzung von Texten
 Untersuchung der kommunikativen
Funktion und Rezeption von Texten
Textlinguistik
Die Vorlesung
 Einführungskurs
 Definition der Textlinguistik
 Der Text
 Grammatische Bedingungen der
Textkohärenz: Formen der
Wiederaufnahme
 Thematische Progression
 Thematische Entfaltung
Textlinguistik

 Der Sprechakt. Typologie der


Sprechakte. Sprechakte und ihre
Ausdrucksformen
 Textfunktion
 Textstruktur
 Textsorten
 Textanalyse
Ziel
 zu erfahren
WAS DEN TEXT IM
INNERSTEN
ZUSAMMENHÄLT
Johann Wolfgang von Goethe:
Faust: Eine Tragödie - Kapitel 4

Faust: Der Tragödie Erster Teil


Nacht.

“Daß ich erkenne, was die Welt


Im Innersten zusammenhält,
Ich hoffe, dass es nicht so
geschieh!!!!
Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
Und leider auch Theologie
Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor!
Und bin so klug als wie zuvor;
Heiße Magister, heiße Doktor gar
Und ziehe schon an die zehen Jahr
Herauf, herab und quer und krumm
Meine Schüler an der Nase herum –
Und sehe, daß wir nichts wissen können!
Semesterarbeit

Wählen Sie einen deutschen


Text (eine Textsorte) und
einen rumänischen und
analysieren Sie sie nach dem
von Brinker vorgeschlagenen
Modell.
Form der Semesterarbeit
Deckblatt
 Name der Universität
 Studiengang
 Titel der Arbeit
 Art der Veranstaltung und Titel der
Veranstaltung
 Art der Arbeit
 Semester
 Name Dozentin
 Name des Referenten/der Referentin
 Ort, Datum
Deckblatt
Universität Bukarest
Fremdsprachenfakultät
Abteilung für Dolmetscher, Übersetzer und
Terminologen

Art der Veranstaltung und Titel der Veranstaltung


Semesterarbeit
Titel der Arbeit

Student/in:
Dozentin:
Ort, Datum
Struktur
 Inhaltsverzeichnis
 Einleitung: Themenwahl wissenschaftlich
begründen und das weitere Vorgehen 
Hinführung auf das gewählte
wissenschaftliche Problem bzw. die
Problemstellung,
 Angaben: Vorgehensweise + Aufbau der
Arbeit + Informationen zur Materialauswahl
nur kurz umrissen
 !!! Persönliche Beweggründe für die
Beschäftigung mit einem Thema haben in
einer Einleitung nichts zu suchen!
Hauptteil
 Kern der wissenschaftlichen Arbeit:
behandelt das gewählte Thema
 „trichterförmig“: vom Allgemeinen zum
Speziellen.
 logisch in Teilbereiche gegliedert.
relevante Theorie bzw. die Theorien mit
Blick auf die eigene Forschungsfrage
diskutiert.
 1. Brinker, Nord, Reiss u.a
 2. Textsorte: allg. Beschreibung und
Analyse des Korpus (das!!!)
Zusammenfassung und Fazit

zusammengefasst: Fragestellung, Ziel,


Vorgehen, Methode und Ergebnisse.
Ergebnisse der Arbeit, die Antwort(en)
auf die Forschungsfrage(n) sowie daraus
resultierende Schlussfolgerungen
nochmals kurz und prägnant formulieren
und begründen. Ein Fazit + Ausblick auf
weitere Forschungsperspektiven
Weiteres
Wissenschaftliche Sprache
 kurz, einfach und präzise.
 wichtige Aussagen: Hauptsätze und nicht in
Nebensätze.
 Präsens erhöht die Lesbarkeit.
 Die Sprache sollte möglichst aktiv sein:
1. Person Singular und Plural („ich“, „wir“) sind
zu vermeiden;
2. vorgezogen: Passivkonstruktionen oder
Formulierungen wie „hierzu ist festzuhalten“,
„dem wäre noch hinzuzufügen“ u. ä.
Weiteres
Wissenschaftliche Sprache
 Fachbegriffe sind zu verwenden, aber keine
unnötigen Fremdwörter.
 Der Stil ist sachlich, d.h. ohne persönliche
Kommentare und Diskriminierungen.
 Abschwächende Ausdrücke wie „wohl“,
„fast“ und „vermutlich“ zeigen Unsicherheit
an und sind zu vermeiden.
 Ausdrücke wie „natürlich“ und
„selbstverständlich“ sind unwissenschaftlich
Formale Gestaltung

 Zeilenabstand von 1,5 Zeilen für den


Haupttext, einfacher Zeilenabstand für den
Fußnotentext und längere wörtliche Zitate.
 Seitenränder: mindestens 3,0 cm links und
rechts sowie 2,5 cm oben und unten.
 Seitenzählung: Seite 1 ist die erste
Textseite, d.h. in der Regel die Einleitung;
Titelblatt und Inhaltsverzeichnis werden
nicht nummeriert.
Formale Gestaltung
 Empfehlenswerte Schrift für den
Haupttext: z. B. Times Roman 12 Pt.
oder Arial 11 Pt.
 Überschriften werden fett oder
unterstrichen gesetzt.
 Hervorzuhebende Wörter werden
kursiv oder unterstrichen gesetzt.
 VERSALIEN sind sparsam zu
verwenden.
Bibliographie
 Brinker, Klaus (1988): Linguistische
Textanalyse. Eine Einführung in
Grundbegriffe und Methoden, Erich Schmidt
Verlag, Berlin
 Engel, Ulrich (1996): Deutsche Grammatik,
Julius Groos Verlag Heidelberg
 Engel, U; Isbăşescu, M. u.a. (1993):
Kontrastive Grammatik. Deutsch-
Rumänisch, 2. Band, Julius Groos Verlag,
Heidelberg