Sie sind auf Seite 1von 13

Höflichkeit

Was ist Höflichkeit?

● Das Prinzip der Höflichkeit Unter dem Gesichtspunkt des Sprachgebrauchs in


konkreten Kommunikationssituationen bezieht sich Höflichkeit nicht auf die
sozialen Verhaltensregeln, sondern auf die sprachlichen Ausdrücke, die die
Sprecher wählen, um Abstand zu halten oder im Gegenteil, um dem
Gesprächspartner ihr Interesse zu zeigen.
Wie es funktioniert, tatsächlich Höflichkeit?

● Haltung, Verhalten nachgiebig mit Gutmütigkeit, Art, höflich; freundlich. Mit


anderen Kurz gesagt, Höflichkeit ist in der Tat eine Strategie zur
Anpassung an Konventionen existierendes soziales auf einmal.
Die pronominale Höflichkeitsform „Sie“

● Es ist durch ihre alltägliche Verwendung als Standard-Anredeform unter


Erwachsenen seit 200 bis 300 Jahren (Beginn und Ausbreitung unterschiedlich)
in ihrer ehemaligen ehrerbietenden Bedeutung abgeflacht. Sie hat daher
zunächst nichts mehr mit spezieller „Höflichkeit“ im eigentlichen Sinne zu tun,
sondern entspricht der gesellschaftlich erwarteten Norm für die Anrede fremder
oder unvertrauter erwachsener Personen im schriftlichen und mündlichen
Verkehr.
Beispiele:

● Würden Sie mir bitte Ihren Namen sagen ?


● Vielleicht woollen Sie etwas dazu sagen, Herr Herbst ?
● Folgen Sie mir bitte. Ich begleite Sie in den Konferenzraum.
● Entschuldigen Sie bitte, aber die Sache eilt.
Positive und Negative Höflichkeit

Höflichkeitsstrategien
Positive Höflichkeit

● Es betont die Zusammenarbeit mit dem Gesprächspartner und zeichnet


sich durch eine vertraute Haltung gegenüber dem Gesprächspartner
aus.
Mit Hilfe von diesen strategien wird das positive gesicht vom horer gewahret.

● Anspruch auf gleichen Hintergrund: Du hast bestimmt Hunger. Willst du


etwas essen ?
● Verwendung von In-group-Markierungen: Wie geht‘s, Mäuschen/ Gib mir n‘
Stücken Kuchen, Schatz!
● Suche nach ‘sicheren‘ Gesprächsthemen
● Witze machen
● Wiederholung von Aussagen des Vorredners: Ich Fuß gekommen. – Bist du
zu Fuß gekommen?
● Vermeidung von Differenzen: Kommst du heute Abend ins Kino? - Ich
versuche es.
● Präsupponieren von Gemeinsamkeiten: Das tut ganz schön weh, weißt du?
● die Wünsche vom Hörer kennen: Ich hab’ deine Liblingsschokolade gekauft.
● Angebote machen: Ghenen wir heute ins Kino?
● Optimismus zeigen: Das schaffen wir bestimmt.
● den Hörer mit einziehen: Lass uns etwas essen gehen!
● Geschenke machen
Negative Höflichkeit

● Es geht darum, Abstand zu Einzelpersonen zu halten und zeichnet sich durch


eine zurückhaltende Haltung gegenüber dem Gesprächspartner aus.
● Konventionelle Indirektheit: Kannst du mir bitte 20 Euro bis morgen leihen?
● Vagheit, Vermeidung von Verantwortung: Dieses Hotel soll ziemlich teurer
sein.
● Pessimismus: Könntest du mir vielleicht das noch mal erklären?
● Verlangen minimieren: Ich wollte nur wissen, ob du heute kurz vorbei
kommst.
● Unterwürfiges Verhalten zeigen: Guten Tag, Frau X.
● Entschuldigungen: Ich möchte Sie nicht stören, aber könnten Sie…?
● Sich in Schuld vom Hörer stellen: Ich wäre Ihnen zu Dank verpflichtet,
wenn…
Übung

● Bauen Sie einen Dialog mit maximal 8 Repliken auf, in denen Sie
Höflichkeitsstrukturen verwenden können.
Bibliographie:
● Gofman Erving, Interaktionsrituale. Über Verhalten in direkter
Kommunikation, 1986
● Ionescu- Ruxăndoiu Liliana, Limbaj și comunicare. Elemente de pragmatică
lingvistică, 2003

Das könnte Ihnen auch gefallen