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Die Reformation.

Martin Luther
V4
Die Reformation

• Reformation (< lat. reformatio „Wiederherstellung,


Erneuerung“): kirchliche Erneuerungsbewegung zwischen
1517 und 1648 ͢ Spaltung des westlichen Christentums in
verschiedene Konfessionen (katholisch, lutherisch, reformiert).
• Anfänglich war die Bewegung ein Versuch, die
römisch-katholische Kirche zu reformieren. Viele Katholiken
waren mit den falschen Lehren und den Missbräuchen
innerhalb der Kirche besonders in Bezug auf die Ablassbriefe
und die Käuflichkeit kirchlicher Ämter unzufrieden.
• Vertreter: in Dt. Martin Luther, in der Schweiz Ulrich Zwingli
und Johannes (Jean) Calvin.
Soziale und wirtschaftliche Faktoren

• Das 16. Jahrhundert: Umwandlungsprozessen. Ein Grund dafür war


die zunehmende Bedeutung der Städte. Durch Handel hatte sich in
den Städten eine wohlhabende Bürgerschicht gebildet.
• Frühkapitalismus. Die Patrizier in den Städten, z. B. die Fugger in
Augsburg, verfügten über ein Vermögen, das oft den landsässigen Adel
übertraf. Die Landwirtschaft beruhte auf der Arbeit der Bauern, die
den Großteil der Bevölkerung bildeten. Sie lebten meistens am
Existenzminimum und litten unter Steuern und Leibeigenschaft.
• Diese sozial und wirtschaftlich bedingte Unzufriedenheit führte seit
dem Ende des 15. Jahrhunderts immer wieder zu Aufständen, die im
Deutschen Bauernkrieg 1525 gipfelten.
• Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation bestand aus vielen
Einzelterritorien, war also kein zentralisierter Staat wie England oder
Frankreich. Der Kaiser als höchste Instanz im Reich wurde von den
Kurfürsten gewählt: fehlende Zentralinstanz im Reich.
Die Reformation
• Die Ref. hatte mit ihren Anliegen, die Religion zu reinigen und zu erneuern,
auf eine Öffentlichkeit getroffen, die auch in den Städten durch Lesen und
Schreiben konstituiert war.
• Volkssprache: Medium der Öffentlichkeit
• Die Schriften in der Volksspr. Anfang de 16. Jhds. fanden schnell
Verbreitung
• Schulen wurden zu städtischen Anstalten, die nicht mehr Mönche und
Priester zum Lehrer hatten; das Schulwesen wurde verweltlicht, die
Volkssprache aufgewertet und die Inhalte änderten sich.
• Reformatoren wie PHILIPP MELANCHTON, ULRICH ZWINGLI oder JOHANN
STURM rückten an die Stelle der biblischen Kommentarliteratur und der
patristischen Schriften die klassischen römischen Autoren, v.a. CICERO.
• Das Griechische wurde in den Lehrkanon eingeführt, um das wahre Wort
Gottes, so wies es im griech. Originaltext des Neuen Testament steht,
herangehen zu können.
Reformation in der Literatur
• Reformation: Bewegung, die den Umgang mit Literatur
bestimmte
• Es handelte sich um Moralliteratur und religiöse Literatur
• Die Volksspr. wurde grundsätzlich aufgewertet und vermochte
die Verkündigung des Wortes Gottes zu tragen

• Gattungen: pragmatisch motivierte Formen: Sittenliteratur,


Narrenliteratur, aber auch Gemeindelieder, Schuldramen und
Flugschriften.
• Funktion: Sozialdisziplinierung. An die Stelle der
Christianisierung u. Feudalisierung (M.A.) tritt die
Konfessionalisierung und Verweltlichung der Inhalte.
Martin Luther (1483-1546)
• Luther wurde in Eisleben geboren.
• Ab 1501 studierte er Philosophie in Erfurt.
• 1505 brach er das Studium ab und trat ins Augustinerkloster ein.
• 1508 wurde er Professor für Moraltheologie in Wittenberg.
• Von 1510 bis 1511 war er in Rom.
• Eine Polemik gegen den Ablassverkauf führte ihn 1517 zum
Anschlag der 95 Thesen gegen die katholische Kirche an die
Schlosskirche in Wittenberg.
• Da er den Widerruf ablehnte,wird er aus der kathol. Kirche
ausgeschlossen. Seine Freunde brachten ihn auf die Wartburg in
Sicherheit.
• Hier entstand sein Lebenswerk: die Bibelübersetzung.
• Er starb in Eisleben.
Eisleben
Lutherzelle im Augustinerkloster
Erfurt Lutherstube auf der Wartburg
Lutherporträt, Lucas Cranach der Luthers 95 Thesen an der
Ältere 1529 Schlosskirche Wittenberg
Wittenberg
Lutherhaus (Augustinerkloster) Schlosskirche
Martin Luther (1483-1546)
Luther als Augustinermönch, Lucas Luther auf dem Totenbett, Lucas
Cranach d. Ä. 1520 Cranach d. Ä.
Luthers Bibelü bersetzung
• Er übersetzte 1521 das ganze Neue Testament ins Deutsche.
• Das Alte Testament folgt 1534. Damit war die ganze Bibel, die
bis dahin als lateinische Vulgata vom Klerus und den Gelehrten
gelesen wurde, in der Volksspr. zugänglich u. fand im Druck
eine ungeahnte Verbreitung.
• Es gab vor Luther keine einheitliche dt. Literatursprache.
• L. richtet sich bei seinen Übertragungen an dem Sprach- und
Schreibgebrauch der sächsichen Kanzlisten, so wie in Meißen,
Prag und Eger gab.
Luthers Bibelü bersetzung
• So trieb er die Vereinheitlichung der dt. Sprache voran: diese
Sprache kennen wir unter dem Namen von
Frühneuhochdeutschem. Das war eine Sprachstufe zw. dem
Mhd. und dem heutigen Dt. (ca 1350 bis 1650) und beruhte
auf dem ostmitteldeutschen Dialekt.
• Man kann aber auch die lateinische Vorlage der Vulgata an L.
Übersetzung erkennen:
Et pax dei/ quae exsuperat/ omnem sensum / custodiat corda
vestra et intelligentias vestras in Christo Jesu ….
Luther: Vnd der friede Gottes/ welcher höher ist/ den alle
vernunfft/ beware ewre hertzen vnd sinne in Christo Jhesu.