Sie sind auf Seite 1von 11

RUNEN ALS DIE ALTEN

SCHRIFTZEICHEN DER
GERMANEN
 Runen sind die Schriftzeichen der Germanen. Runen stammen aus einer alten und
lange vergangenen Kultur. Runen sind abstrakte Symbole die auf verschieden Art
gedeutet bzw. genutzt werden können:
 Runen können schützen
 Runen können Kraft geben
 Runen können weissagen
 Sie wurden ungefähr ab dem Jahr 200 n. Chr. bis zum Mittelalter genutzt. Das Wort
Rune mit der Bedeutung „Schriftzeichen“ ist allerdings eine Neubildung aus dem 17.
Jh., die zuerst in Skandinavien geprägt wurde. Dieses Wort kommt bereits in den
älteren germanischen Einzelsprachen vor, z.B. gotisch rūna, althochdeutsch rūna(stab),
altnordisch rún und mittelhochdeutsch rŭne, und zwar mit der Grundbedeutung
„Geheimnis“.
 Ursprung
 Die Runen sind vermutlich weder unabhängig entstanden, noch sind
sie von den Germanen als fertiges Schriftsystem übernommen
worden, sondern wurden weitgehend eigenständig nach Vorbildern
südeuropäischer Schriften entwickelt. Der Ursprung der
Runenschrift ist zeitlich und räumlich kaum zu erhellen, weil die
ältesten Belege bereits einen etablierten Satz von Zeichen
präsentieren. Die bisher ältesten gesicherten Funde von Runen
liegen auf der Halbinsel Jütland. Aber auch in Schleswig-Holstein
tauchen etwa gleich alte Funde auf. Ebenfalls auch in Schweden. Sie
sind alle zeitlich in die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts
einzuordnen. Es handelt sich um Gegenstände aus Mooropferplätzen
in Jütland wie Vimose, Illerup Ådal, Nydam und Thorsberg.
 Es werden vier Thesen zur Entstehung der
Runenschrift vertreten:
 Italisch-etruskische These
 Lateinische These
 Griechische These
 Punische These

 Im Germanischen gibt es wie in anderen Kulturen den


Mythos, dass die Schrift von den Göttern stammt. In der
Hávamál, den Reden des Hohen aus der Edda, wird
erzählt, dass Odin die Runen fand, als er am Weltenbaum
Yggdrasil hing, um sich selbst sich selbst zu opfern.
Aufgrund der göttlichen Herkunft der Runen genoss die
Schrift ein hohes Ansehen, das sich auch auf die Person
des Schreibers übertrug.
 Die älteste Runenreihe - das ältere Futhark
 Die germanische Runenschrift wird nach den ersten sechs Runen Futhark
genannt. Zwischen 200 und 700 n. Chr. war das ältere Futhark in Gebrauch,
das aus 24 Runen besteht. Diese wurden in drei ættir bzw. „Geschlechter“
zu je acht Runen eingeteilt. Sie war anfangs nur bei nordgermanischen
Stämmen, in der Völkerwanderungszeit vereinzelt auch bei Ostgermanen
(vor allem Goten, ab 3. Jh.) und Westgermanen (ab 5. Jh.) in Benutzung.
Gut 350 Inschriften in dieser ältesten Runenreihe wurden bislang entdeckt.
Alle jüngeren Runenreihen ab etwa 700 leiten sich vom älteren Futhark ab.
 Die altnordische Runenreihe - das jüngere Futhark
 In der Wikingerzeit (ab 800) und dem Mittelalter (das in Skandinavien erst
1050 beginnt) nutzte man das jüngere Futhark, ein verkürztes
Runenalphabet mit 16 Runen (f u th o r k: h n i a s: t b l m R). Diesen
Verlust an Zeichen glich man am Ende des 10. Jahrhunderts mit der
Einführung von Punktierungen aus; später gab es auch noch andere
Systeme, die sogar für Laute wie Q eine Rune einführten. Im hohen
Mittelalter entsteht so, von Norwegen ausgehend, eine punktierte
Runenreihe in alphabetischer Reihenfolge, bei der jeder lateinische
Buchstabe eine Entsprechung hat.
 Die angelsächsische Runenreihe - das Futhork
 Es entwickelte sich in England und Friesland ein angelsächsisches
Futhark mit einigen Sonderzeichen. Die Angelsachsen erweiterten das
Futhark aufgrund der reichen Entwicklung des Vokalismus im
Altenglischen schrittweise auf 33 Zeichen (davon sind nebenstehend
nur die auch wirklich verwendeten abgebildet). Das 33-buchstabige
Futhork war in dieser Form im 9. Jahrhundert ausgebildet.
 Hälsinge-Runen
 In Schweden gab es die sogenannten Hälsinge-Runen,
die nur regional genutzt wurden. Die Hälsinge-Runen
entwickelten sich aus den schwedisch-norwegischen
Runen der 16-typige Runenreihe, indem man die
Hauptstäbe der Zeichen entfernte. So gleichen die
Hälsinge-Runen eher der Keilschrift als Runen. Das
wichtigste Zeugnis, das mit diesen Runen geritzt ist, ist
der Runenstein von Malsta .Die Schwedisch-
norwegischen Runen unterscheiden sich von den
Dänischen Runen durch ihre weit getriebene Reduzierung
der Beistriche. Weiter konnte man auf diesem Wege die
Vereinfachung kaum treiben. In Hälsingland (Schweden)
fand man indessen im 12. Jhd. einen anderen Ausweg,
um an Ausdrucksknappheit noch weiter zu kommen: man
entfernte die Hauptstäbe. So kamen die sogenannten
Hälsinge-Runen auf, die eher der Keilschrift als Runen
gleichen. Das wichtigste Zeugnis, das mit diesen Runen
geritzt ist, ist der Runenstein von Malsta.
 Die Runen sind nicht nur Schriftzeichen mit
einem Lautwert, sondern sie tragen auch
Namen. Ab dem 4. Jh. treten Runennamen
vereinzelt auf, erst in mittelalterlichen
Handschriften und Runengedichten sind sie
zusammenhängend überliefert.
 Runen konnten rechts- und linksläufig
geschrieben werden. Manchmal wechselte
dies in der selben Inschrift, zum Teil in
jeder Zeile nach Art der Pflugwende. Auch
senkrechte Runeninschriften kommen vor.
In der Wikingerzeit setzte sich die
linksläufige Schreibweise durch.
 Runeninschriften
Runeninschriften gibt es als Namensnennungen (z.B. als Besitzerangabe auf Gegenständen), als
Herstellerinschriften, als magische Inschriften auf Amuletten, als kultische und rituelle
Handlungen oder zum Totengedenken. In einigen Inschriften soll nur ausgedrückt werden, dass der
Schreiber Runen ritzen kann. Diese Kunst war bedeutsam, denn nur wenige Menschen
beherrschten sie.
Runeninschriften sind z.B. auf Steinen zu finden, die zum Gedenken an bestimmte Ereignisse
gesetzt wurden, aber auch auf persönlichen Gegenständen wie Amuletten, Kämmen und Fibeln
sowie auf Brakteaten (dünne, einseitig geprägte Münzen). In Skandinavien werden immer wieder
Funde bei Restaurierungen in Kirchen gemacht, da Runensteine in Kirchen oft mit verbaut
wurden.
 Die frühesten Runeninschriften treten ungefähr ab
dem Jahr 200 in Dänemark auf. Durch die Fahrten
der Wikinger verbreiteten sich die Runen über ein
weites Gebiet, von Grönland im Nordwesten bis
Russland im Nordosten und dem griechischen
Mittelmeerhafen Piräus im Südosten. Bis jetzt wurden
rund 6500 Runendenkmäler entdeckt, die meisten
davon in Schweden. Auch in Norwegen, Dänemark,
Island, Grönland, England und Deutschland wurden
zahlreiche Runendenkmäler gefunden, einzelne gibt
es in den Niederlanden, in Irland, auf den Orkneys
und den Färöern.
 Bis heute sind nur ca. 370 Inschriften im älteren
Futhark überliefert. Nur wenige davon lassen sich
eindeutig lesen und deuten, da die Fundstücke
beschädigt sind oder da sich ihr sprachlicher Sinn
nicht leicht erschließen lässt. Einige Runeninschriften
sollten gar nicht gelesen werden, da sie in Steine
geritzt wurden, die im Grab den Toten zugewandt
waren. Bei Fibeln (Gewandnadeln) treten Runen eher
auf der Rückseite auf.