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PS Methoden und Elemente des


politikwissenschaftlichen Denkens und
Arbeitens
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1. Warum, was, wann und wie


zitieren?
2. Zitiervorschlag
3. Plagiate
+Warum, was, wann und
wie zitieren?
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Warum?

 Überprüfbarkeit

 Fortentwicklung

 Gegenentwicklung

 Sichtbarmachen fremder Gedanken


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Leitsatz

Zitate sollen von anderen


Forscherinnen und Forschern gefunden,
überprüft und weiterverwendet werden
können.
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Was und wann?

 Textstellen, die analysiert, kritisiert oder interpretiert


werden

 Textstellen, die die eigene Argumentation unterstützen

 Prägnante Textstellen bzw. wesentliche Aussagen, auf


die man die eigene Argumentation aufbaut (z.B.
Definitionen)
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Was und wann nicht?

 aus unzuverlässigen Quellen (Wikipedia& Co)

 aus Skripten

 maximale Länge eines zitierten Textes: ½ Seite


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direktes vs. indirektes Zitat

 Zitat: Der Text wird wörtlich wiedergegeben.


Das Zitat steht unter Anführungszeichen und ist mit einer
Quellenangabe versehen.

 Paraphrase: Die Argumentation eines Textes wird


zusammengefasst oder sinngemäß wiedergegeben.
Paraphrasen stehen nicht unter Anführungszeichen. Am Ende
der Paraphrase wird der Quellenverweis angegeben.
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Amerikanische Zitierweise: direktes Zitat

 Nach dem Zitat wird der Nachname des Autors, das


Erscheinungsjahr des Buches und die Seitenzahl in
Klammer angeführt.

 Es wird keine Fußnote verwendet.


Beispiel:
Weber setzt das „Prestige der Vorbildlichkeit oder
Verbindlichkeit“ (Weber 1972: 16) einer politischen Ordnung
mit deren Legitimität gleich.

 Die genaue Quellenangabe steht am Ende des Textes


im Literaturverzeichnis
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Amerikanische Zitierweise: indirektes Zitat

 Im Unterschied zu einem direkten Zitat wird einem


indirekten Zitat „Vgl.“ vorangestellt.

Beispiel:
Die Beendigung des Naturzustandes geschieht durch den
Zusammenschluss der Menschen zu einer politischen
Gemeinschaft durch Vertrag. (Vgl. Locke 1966: 120)
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Europäische Zitierweise: direktes Zitat

 Nach dem Zitat wird eine Fußnote eingefügt. In der


Fußnote steht die genaue Quellenangabe.

 Beispiel:
Im Mittelpunkt der politischen Philosophie Jean Bodins,
ausgeführt in den SixLivres de la République von 1583,
steht der Begriff der Souveränität, „die dem Staat
eigene absolute und zeitlich unbegrenzte Gewalt“1.

________________
1Bodin, Jean (1583/1981): Sechs Bücher über den Staat. Buch
I-III, C.H. Beck, München, S. 205.
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Europäische Zitierweise: Kurzzitat

 Kurzzitat dient der Übersichtlichkeit

 Nachname, Kurztitel, S. Seite.

 Beispiel:
Bodin, Staat, S. 68-69.
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Direktes oder indirektes Zitat?

 Weber setzt das „Prestige der Vorbildlichkeit oder


Verbindlichkeit“ (Weber 1972: 16) einer politischen Ordnung mit
deren Legitimität gleich.

 Legitim sei eine politische Ordnung, wenn deren Geltung von der
Bevölkerung akzeptiert werde, wenn sie also das tatsächliche
Verhalten der Individuen bestimme, so Weber. (Vgl. Weber 1972:
16)

 Die Beendigung des Naturzustandes geschieht durch den


Zusammenschluss der Menschen zu einer politischen
Gemeinschaft durch Vertrag. (Vgl. Locke 1966: 120)

 Wenn Locke den Begriff ‚Eigentum‛ verwendet, meint er einen


Sammelbegrifffür „his life, liberty, and estate“ (Locke 1966: 159)
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Zitiervorschlag
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Zitiervorschlag
Allgemeine Hinweise

 Zitat über mehrere Seiten  „von-bis“ statt „f“ oder


„ff“
S. 125f  S. 125-126
S. 125ff  S. 125-132

 Herausgeberin/Herausgeber  (Hg.)

 bis zu drei Verlagsorte, Autoren, Herausgeber 


anführen und trennen mit „/“

 mehr als drei Verlagsorte  erster Ort und „u.a.“


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Zitiervorschlag
Allgemeine Hinweise

 Auflage ab der 2. Auflage anführen

 Mehrbändigen Werke  Band anführen (z.B. „Band 1“)

 ohne Jahresangabe  o.J.

 ohne Ort  o.O.

 Ersterscheinungsjahr anführen sofern sinnvoll


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Zitiervorschlag
Monographien

 Nachname, Vorname (Jahr): Titel. Untertitel, Ort, Verlag,


S. Seite.

 Beispiel:
Rathkolb, Oliver (2005): Die paradoxe Republik. Österreich
1945 bis 2005, Wien, Zsolnay, S. 127.
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Zitiervorschlag
Sammelbände bis zu 3 AutorInnen

 NN AutorIn1, VN AutorIn1/NN AutorIn2, VN AutorIn2/NN


AutorIn3, VN AutorIn3 (Hg.) (Jahr): Titel. Untertitel, Ort,
Verlag, S. Seite.

 Beispiel:
Mols, Manfred/Lauth, Hans-Joachim/Wagner, Christian (Hg.)
(2006): Politikwissenschaft. Eine Einführung. 5. aktualisierte
Auflage, Paderborn u.a., Schöningh, S. 25.
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Zitiervorschlag
Sammelbände mehr als 3 AutorInnen

 NN AutorIn1, VN AutorIn1 u.a. (Hg.) (Jahr): Titel.


Untertitel, Ort, Verlag, S. Seite.

 Beispiel:
Dachs, Herbert u.a. (Hg.) (2006): Politik in Österreich. Das
Handbuch, Wien, Manz
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Zitiervorschlag
Aufsatz in Sammelband

 NN Aufsatz, VN Aufsatz: Titel Aufsatz. Untertitel


Aufsatz, in: NN Hg., VN Hg. (Hg.) (Jahr): Titel. Untertitel,
Ort, Verlag, S. Seitenangabe Aufsatz, S. Seite.

 Beispiel:
Ucakar, Karl: Verfassung – Geschichte und Prinzipien, in:
Dachs, Herbert u.a. (Hg.) (2006): Politik in Österreich. Das
Handbuch, Wien, Manz, S. 119-139, S. 125.
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Zitiervorschlag
Zeitschriftenaufsatz

 NN Aufsatz, VN Aufsatz: Titel Aufsatz. Untertitel


Aufsatz, in: Zeitschrift, Jg. Jahrgang, Nr. Heftnummer,
Jahr, S. Seitenangabe Aufsatz, S. Seite.

 Beispiel:
Huntington, Samuel: The Clash of Civilization?, in: Foreign
Affairs, Jg. 72, Nr. 3, 1993, S. 22-49, S. 34.
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Zitiervorschlag
Zeitungsartikel mit Verfasser

 Nachname, Vorname: Titel. Untertitel, in: Zeitung,


Datum, S. Seite.

 Beispiel:
Hassler, Peter: Die weissen Götter. Wie sich die Entdecker und
Eroberer Mexikos sahen, in: Neue Zürcher Zeitung,
15./16.09.2007, S. 29.
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Zitiervorschlag
Zeitungsartikel ohne Verfasser

 „Titel“, Zeitung, Datum, S. Seite.

 Beispiel:
„Ferrero muss 'Kinder' teilen“, Frankfurter Allgemeine
Zeitung, 21.09.2007, S. 10.
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Zitiervorschlag
Internetquelle

 Nachname, Vorname: Titel. Untertitel, unter Webseite


(Datum des Zugriffs)

 Dateiformat mit fixen Seitenumbrüchen (z.B. PDF-


Datei)  Seitenangabe

 Beispiel:
Bleuel, Jens: Zitation von Internet-Quellen, unter
http://www.bleuel.com/ip-zit.pdf (21.09.2007), S. 12.
+Besonderheiten beim
Direkten Zitat
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Zitiervorschlag
Direktes Zitat: Auslassungen

 eckige Klammern mit drei Punkten „[…]“

 Beispiel:
„Was nach außen formal mehr oder weniger demokratisch
wirkte, beruhte in der Praxis weitgehend auf oligarchischen
Machtstrukturen – und diese lassen die Verwendung des
Begriffs ‚Demokratie’ in jener Phase […] problematisch
erscheinen.“1

________________
1 Dippel, Horst (1985): Die Amerikanische Revolution. 1763-

1787, Frankfurt am Main, Suhrkamp, S. 25.


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Zitiervorschlag
Direktes Zitat: Ergänzungen

 eckige Klammern und „Anm. d. Verf.“

 Beispiel:
„Ohne ihn [den Juristen, Anm. d. Verf.] ist das Entstehen des
absoluten Staates so wenig denkbar wie die Revolution.“ 1

________________
1 Weber, Max (1919/2006): Politik als Beruf, Stuttgart,

Reclam, S. 30.
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Zitiervorschlag
Direktes Zitat: Hervorhebungen im Original

 übernehmen und mit „[Hervorheb. i. O.]“ kennzeichnen

 Beispiel:
„Der erste, der ein Stück Land eingezäunt hatte und es sich
einfallen ließ zu sagen: dies ist mein [Hervorheb. i.O.] und der
Leute fand, die einfältig genug waren ihm zu glauben, war
der wahre Gründer der bürgerlichen Gesellschaft.“1

________________
1 Rousseau, Jean-Jacques (1750/1997): Diskurs über die

Ungleichheit Kritische Ausgabe des integralen Textes. 4.


Auflage, Paderborn u.a. Schöningh, S. 173.
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Zitiervorschlag
Direktes Zitat: Anführungszeichen im Original

 Anführungszeichen in einfache Anführungszeichen


umwandeln

 Beispiel:
„Class interest has always been obscured behind an all-
encompassing veil called 'the national interest'.“ 1

________________
1Zinn, Howard (2003): A People's History of the United States.

1492 –Present, New York, Perennial, S. 684-685.


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Zitiervorschlag
Direktes Zitat: Druckfehler

 mit „[sic]“ kennzeichnen

 Vorsicht: [sic] manchmal auch ironisierende Bedeutung

 Beispiel:
„Den größten Tiel [sic] von dem, was meine Mitbürger gut
nennen, halte ich innerlich für schlecht, und wenn ich irgend
etwas bereue, so ist es höchstwahrscheinlich mein gutes
Benehmen.“ 1

________________
1Thoureau, Henry David (1854/2004): Walden oder Leben in den

Wäldern, Zürich, Diogenes, S. 32.


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Zitiervorschlag
Direktes Zitat: Sekundärzitate

 Vermeiden!

 Mit „zit. nach“ ausweisen

 Beispiel:
„As it is my design to make those that can scarcely read
understand, I shall therefore avoid every literary ornament, and
put it in a language as plain as the alphabet.“ 1

________________
1 Paine, Thomas (1776/1967): The Writingsof Thomas Paine.

CollectedandEditedbyMoncure Daniel Conway. Volume I. 1774-


1779, New York, AMS, S. 409, zit. nach Dvorák, Johann (2001):
Selbstorganisierter Intellekt. Aufklärung, Bildung und Politik im
neuzeitlichen England, Innsbruck u.a., Studienverlag, S. 100.
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Plagiate
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Plagiate
Definition

 Abschreiben von Textstellen, ohne sie zu zitieren.

 Übernehmen von Gedanken bzw. Zusammenfassung


von Textstellen, ohne sie zu paraphrasieren.

 Eine Arbeit einer/eines anderen als die eigene Arbeit


ausgeben.
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Plagiate
Konsequenzen

 man schadet sich selbst

 Nicht Genügend oder keine Beurteilung

 Aberkennung des akademischen Titels


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Fragen?
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Danke für die


Aufmerksamkeit!