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Literatur 1945-1950

DIE TEILUNG DEUTSCHLANDS.


DIE SITUATION IN DER BUNDESREPUBLIK
UND IN DER DDR
Die Prosa der 1950er Jahre

Die Prosa der 1950er Jahre erliegt dem starken


Einfluss des Existentialismus, das gilt vor allem für
Hans Erich Nossak, Alfred Andersch und Max
Frisch.
Existentialismus – Sartre und Camus
Geschichtspessimismus, aber gleichzeitig
Glaube an die aktive Rolle des Schriftstellers
im öffentlichen und politischen Geschehen
Die Zerstörung Hamburgs 1943 und die Vernichtung
seiner Manuskripte bedeutet für Nossak nicht nur
Vergangenheitsverlust, sondern die Freisetzung seiner
Person als Schriftsteller.
Der Sinn des Lebens und des Sterbens - konstantes
Thema im Werk von Nossak, das immer wieder in
fiktiven Berichten, Verhören und Interviews auftaucht
Sammelband Interview mit dem Tode - unter
dem Einfluss des Existentialisten Alber Camus beurteilt
Nossak die Welt immer aus der Perspektive einer
Grenzsituation
Der Roman Spätestens im November (1955) -
Bemühung um Selbsverwirklichung unter
Zurückweisen eines gewöhnlichen Daseins
Abrechnung mit der Vergangenheit und mit der
Schuld in dem Aufsatz Jahrgang 1901: „Ich verlange
für meine Generation nach einem Gericht [...], das
nicht nach dem Gesetz des Zwecks und der
Verbrauchtheit Recht spricht, sondern nach dem
Gesetz der Möglichkeiten des Menschen, ohne das es
sich nicht lohnte, dies Dasein auch nur eine Sekunde
länger zu ertragen.“
Dieses Gericht ist eine imaginäre moralische
Instanz, an die alle Nossakschen Helden appelieren:
Bedürfnis nach Rechtfertigung und erfahrung des
Anders-Seins; Selbsisolierung und Selbsttarnung des
Wissenden. In den 1960er jahren wird diese Haltung
von der Intelligenz nicht mehr als subversiv und
kritisch anerkannt. Generationenkonflikt.
Alfred Andersch (1914 - 1980)

1952 - Die Kirschen der Freiheit -


autobiografischer Bericht: Schilderung seiner
Herkunft aus einer kleinbürgerlichen Familie; Vater
- nationalistisch gesinnter Hauptmann der Reserve,
der seinen Wunden erliegt; fünf Monate nach dem
Tod des Vaters begeistert sich Andersch für die Idee
des Kommunismus, wird Organisationsleiter des
Kommunistischen Jugendverbandes in Südbayern
und kommt mit 19 Jahren ins Konzentrationslager
Dachau.
Alfred Andersch
enttäuscht von der „deterministischen“ Ideologie
des Marxismus, welche „die Freiheit des Willens
leugnet“ und von der Widerstandslosigkeit der KPD
nach dem Reichstagsbrandprozess. Er löst sich von
der KPD und zieht sich in die Künste zurück
März 1940 einberufen, entschließt sich zur
Fahnenflucht
„Zwischen Denken und Vollzug“ genießt er diese
Entscheidung 1944 in Etrurien. Die Erfahrung der
Freiheit und der Flucht – Schlüsselerlebnis und
Thema des ersten Romans
Andre Gides Tagbuchnotiz „Ich baue nur noch auf
die Deserteuere“ steht als Motto des Berichts: Der
Wille zur Freiheit verwirklicht sich auf der Flucht
1957 Der Roman Sansibar oder der letzte
Grund schildert die Geschichte einer Flucht aus
dem dritten Reich; Hintergrund - die Philosophie
Sartres; wieder ein Modell der Selbstverwirklichung
durch Flucht.
1974 Der Romann Winterspelt. Thema: die
sinnlose Schlacht in den Ardennen (Herbst 1944);
thematisiert die Möglichkeiten, wie ein
verantwortungsvoller Befehlshaber ein ganzes
bataillon vor der Vernichtung bewahren könnte.
Enttäuschung von der Gruppe 47, die sich seiner
Meinung nach zu einem Marktinstrument
entwickelt.1962 zieht er sich davon zurück
1972 wird Andersch Schweizer Staatsbürger
Fazit: Andesch versucht, im Widerspruch und im
Nonkonformismus seine Identität zu finden.

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