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ANTIGAY PREJUDICE AMONG

HETEROSEXUAL MALES:
RIGHT-WING AUTHORITARIANISM
AS A STRONGER PREDICTOR THAN
SOCIAL-DOMINANCE
ORIENTATION AND
HETEROSEXUAL IDENTITY
Christopher R. Stones,
Rhodes University, South Africa
Was untersucht die Studie?

Ermittlung, inwiefern right-wing authoritarianism (RWA), social-dominance


orientation (SDO) und heterosexual identity Vorurteile gegenüber Homosexuellen
vorhersagen.

Studienergebnis: right-wing authoritarianism hat stärksten Vorhersagewert!


Interindividualität vs. sozialer Kontext

Frage in der Stereotyp-/Vorurteilsforschung: sind Vorurteile das Ergebnis von

persönlichkeitsbezogenen Variablen

oder

dem sozialen Kontext, mit dem man sich identifiziert?


Einteilung der Begriffe

Interindividuelle
Sozialer Kontext
Unterschiede
Right-wing
authoritarianism Heterosexuelle
Social-dominance Identität
orientation
Definitionen
Social- Heterosexualität
Right-wing
dominance- als sozialer
authoritarianism
orientation Kontext
authoritarian social-identity theory &
Glaube an
submission social categorization:
hierarchische
Struktur von positive soziale
Identität wichtig,
authoritarian Gruppen in
ingroup Mitglieder
aggression Gesellschaft und positiver als outgroup
Unterteilung dieser  Einfluss auf
in höher/niedrig Wahrnehmung der
conventionalism gestellte Gruppen Fremdgruppe
Unterschiede zwischen RWA und SDO

RWA SDO

konservative Ideologie im Gruppenungleichheit im


Vordergrund Vordergrund

oft religiös, politisch konservativ, rassistische/sexistische/


selbst-gerecht antihomosexuelle Überzeugungen
Hypothesen

RWA wird signifikant positiv mit


Hypothese 1: antihomosexuellen Vorurteilen assoziiert

SDO wird signifikant positiv mit


Hypothese 2: antihomosexuellen Vorurteilen assoziiert

Heterosexuelle Identität hat größeren


Einfluss auf Vorurteile gegen
Hypothese 3: Homosexuelle als RWA oder SDO,
wenn sexuelle Identität salient ist
Aufbau des Versuchs

■ Unterteilung in zwei Phasen

– Phase 1: anonymes survey design


– Phase 2: anonymes survey design + experimentelle Methodik
Phase 1
In welchem Ausmaß stehen RWA und SDO in einer Beziehung zu
Vorurteilen gegenüber Homosexuellen?
■ Testfragenkatalog zu:
– social-dominance orientation (14 items, Cronbach‘s alpha*: 0.85)
– right-wing authoritarianism (10 items, C.alpha: 0.83)
– negative Stereotypen gegenüber Homosexuellen (12 Adjektive, 5
point rating, C.alpha: 0.82)
■ Ergebnis:
– RWA und SDO korrelieren signifikant mit Stereotypen (p<0.1)
– Multiple Regression Analyse: RWA als einzig signifikantes
Vorhersagemaß für Vorurteile
* Cronbach‘s alpha: Maßzahl
für interne Konsistenz,
mindestens 0.7
Phase 2

■ Erweiterung der ersten Phase


■ Zusatz: sexuelle Identität wird geprimed
■ Vorhersage: wenn heterosexuelle Identität salient ist, hat sie stärkeren
Einfluss auf Vorurteile gegen Homosexuelle als RWA und SDO.
Phase 2: Methode
■ n= 52 australische Psychologiestudenten (18-22 Jahre)
■ Aufteilung in experimental group (n=27) und control group (n=25)
■ drei Stufen:

Stufe 1
 Fragebögen zu:
- social-dominance orientation (14 item Fragebogen aus Phase 1)  Cronbach‘s
alpha: 0.85
- right-wing authoritarianism (10 items Fragebogen aus Phase 1)  Cronbach‘s
alpha: 0.78
Stufe 2:
 experimental group: 60s Ausschnitt aus Film „The Priest“
 Betrachtung von romantischer Szene zwischen zwei Männern
 Heterosexualität ist salient
 control group: 60s Ausschnitt aus BBC Dokumentation „Royal homes and gardens“

Stufe 3
Messung Liste Beispiel
Kontrollfrage Ist man eigener sexuellen / “No, not at
Neigung/Identität durch Filmszene all.“ -
bewusst geworden? “Yes, a lot.“
Sexuelle Identität Frage nach eigener Sexualität: 5 Items von Hinkle et al. z.B.:
wenn Antwort „heterosexuell“  “I am glad to
Frage nach Stärke der Identität belong to this
group.“
Vorurteile gegenüber Vorurteile 12-Item Adjektivskala aus Phase 1 z.B. “insecure,
Homosexuellen & 7-Item-Skala Attitudes to perverted,
Homosexuals Skala stable...“
Auswertung
Nachweis der Salienz-Manipulation:

 Manipulation durch Filmsequenz führte zu erhöhter Salienz von sexueller Identität


in experimental group:

experimental group: M=3.85 SD= 1.35

control group: M=1.64 SD= 1.15

t(50)=6.37, p < .0001 (hochsignifikant)


Korrelationen

 Beziehung zwischen beiden Vorurteilsmaßen und RWA bzw. SDO signifikant


 Stereotypes of gays nicht signifikant in Bezug auf auf heterosexual identity,
aber RWA und SDO
 Korrelation zwischen Stereoytpes of gays und RWA zeigt signifikanten
Unterschied bei experimental vs. control group
Regressionsanalyse

 RWA als einzig signifikanter Prädiktor für Attitudes toward homosexuals (N^2=.294)
und Stereotypes of gays
Wichtigste Erkenntnisse der Auswertung:

 Hypothese 1 und Hypothese 2 belegt


 RWA: größter Einfluss auf Vorurteile gegenüber Homosexuellen
 Heterosexuelle Identität keinen großen Einfluss auf Vorurteile
Generelle Diskussion
■ Daten illustrieren Ausmaß, in dem persönlichkeitsbezogene und
gruppenbezogene Faktoren unterschiedliche Rollen bei Vorurteilen
gegenüber Homosexuellen spielen
■ besondere Rolle von RWA sowohl in Phase 1, als auch Phase 2
■ Phase 2: trotz Priming von sexueller Identität ist RWA am wichtigsten
(entgegen Meinungen von social-identity Theoretikern)
■ Übereinstimmung mit Altemeyers Überzeugung von besonderem
Stellenwert des RWA
■ warum geringer Effekt des priming in Phase 2?
– Homosexuelle nicht als Bedrohung gesehen (vgl social identity
theory: Bedrohung führt zu ingroup bias)
Kritik
■ relativ kleine Stichprobe (n=52)!
■ Versuchspersonen: Psychologiestudenten, junges Alter
■ keine Verallgemeinerung auf andere Länder (SDO evtl. höher außerhalb
Australiens?)
 Australien: höheres prosoziales und gerechtigkeitsbetonendes
System (Feather,1998) als Kanada und USA
 Vorurteile basieren auf anderen Faktoren als SDO