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Modul 4

Konzeption von Lernzirkeln –


am Beispiel „Lernzirkel Energie Klasse 9/10“

Horst Petrich, Seminar f. Didaktik u. Lehrerbildung (Gymnasien), Freiburg


Leitgedanken zum Kompetenzerwerb

 Didaktische Grundsätze in den Bildungsstandards S. 180/181

 Handlungsorientiertes und entdeckendes Lernen und


Arbeiten in Teams – auch im Physikpraktikum – sind
tragende Säulen des Physikunterrichts.

 Diese Handlungsorientierung ermöglicht einen


differenzierten Unterricht, sodass jede Schülerin und jeder
Schüler eine Chance hat, auf der eigenen Stufe des Könnens
zu arbeiten.

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Lernen an Stationen

Überlegungen
zur
Planung eines Lernzirkels

Horst Petrich, Seminar f. Didaktik u. Lehrerbildung (Gymnasien), Freiburg


Erste Fragen bei der Planung einer UE im Hinblick auf
Lernen an Stationen

An welchen Stellen im Verlauf der UE gibt es Möglichkeiten


den Lernprozess schüleraktiv zu gestalten?
(Klippert: „Wo sind Arbeitsinseln möglich?“)

Gibt es in der geplanten UE einfach zu organisierende


Schülerversuche die zu verschiedenen Lernstationen
zusammengefasst werden können?

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In welcher didaktischen Funktion
möchte ich Lernstationen einsetzen?

Erarbeitungszirkel Einführungszirkel

Didaktische
Funktion

Übungszirkel Anwendungszirkel

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Auswahlkriterien für die Aufgaben an den Stationen

• Mit den Aufgaben soll ein breites Kompetenzspektrum abgedeckt


werden.

• Die Stationen sollen unterschiedliche Anforderungsbereiche


ansprechen.

• Gibt es möglichst einfaches und kostengünstiges Material,


so dass jeder Versuch mehrmals vorhanden ist?

• Eine Textstation verringert den Materialaufwand.

• Die Bearbeitung sollte in beliebiger Reihenfolge möglich sein.

• Wahl – und Pflichtstationen?

Bei der Zusammenstellung von Aufgaben kann eine Gruppe von


Kollegen / Kolleginnen sich die Vorbereitung der Stationen aufteilen.

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Beispiel eines Materialtisches zum
Einführungszirkel „Brechung des Lichts“
mit 2 x 7 Stationen

Zu Beginn des Lernzirkelphase


wird der Materialtisch vom
Lehrer / von der Lehrerin
bestückt und so in den
Fachraum mitgebracht.

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Vorbereitung der SchülerInnen auf die Stationenarbeit

• Alle Kopien werden in der Stunde vor der Stationenarbeit ausgegeben


(keine Nachkopien).

• Zahl der Kopien möglichst gering halten: Rückseite mitbenutzen.

• Die Arbeitsblätter können zur Gruppeneinteilung verwendet werden,


z.B. indem sie mit Zahlen versehen werden.

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Organisatorische Hinweise zur Durchführung

• Zu Beginn Stationsnummern, z.B. Papierreiter im


Klassenraum verteilen.

• Laufzettel und Übersichtsliste an zentraler Stelle im Raum


anbringen.

• Jede Gruppe holt das Material für ihren ersten


Versuch vom Materialtisch und beginnt mit der Arbeit.

• Es gibt Lernzirkel bei denen man mehr als einen Versuch in einer
Stunde / Doppelstunde durchführen kann. Die SuS lassen ihr
Material am Platz stehen und gehen zum nächsten Versuch.
Jede Gruppe räumt die zuletzt bearbeitete Station auf.

• Bevor eine Gruppe zum nächsten Versuch geht kontrolliert


der Lehrer / die Lehrerin kurz das Arbeitsergebnis.

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Nachbesprechung der Stationenarbeit

• Alle SchülerInnen haben den Versuch auf Konzeptpapier


protokolliert (nicht in das Physikheft!!).

• Bei der Vorstellung einzelner Stationen durch die Gruppen im Plenum


werden Fragen beantwortet, Unklarheiten beseitigt, zentrale
Erkenntnisse hervorgehoben.

• Wichtig: Die Nachbesprechung ist keine Neubearbeitung des


Inhalts. Die Zeit dafür beträgt i. d. R. nicht mehr als eine Stunde.

• Eine Woche später geben die SchülerInnen eine Protokollmappe


mit allen bearbeiteten Versuchen ab. Möglich ist auch die
Dokumentation im Physikheft durchzuführen.

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Übersicht Lernstationen „Energie“ 1. Möglichkeit:
Enteilung nach Pflicht-
und Wahlversuchen
1. Wirkungsgrad eines Elektromotors Pflicht: 1 /3 / 6a / 7
2. Energiestromstärke einer Kerze 4 oder 5
3. Wirkungsgrad von Haushaltsgeräte 6b oder 9
8 oder 10
4. Ein geschlossener Entropiekreislauf
Wahl: 2
5. Energieübertragungsketten
6a.Kennlinie einer Solarzelle 2. Möglichkeit: Einteilung
6b.Wirkungsgrad einer Solarzelle der Versuche nach
Schwierigkeitsgrad
7. Eine Kilowattstunde – viel oder wenig
(Anforderungsbereichen)
Energie?
8. Hausmittel gegen Hitze – Textstation I  2/7/8
9. Wirkungsgrad einer Wärmepumpe II  1/3/4/10
10. Brennstoffzelle III  5/6a/6b/9

Bearbeite 5 Stationen aus


Horst Petrich, Seminar f. Didaktik u. Lehrerbildung (Gymnasien), Freiburg mindestens zwei Bereichen!
Lernzirkel „Energie“ als Übungs- bzw. Anwendungszirkel

Durchführung:  Ende Klasse 9

 Einstieg in NwT Klasse 10 –


Weiterführung von technischen
Aspekten (Referate)

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Zentrale Ziele des vorliegenden Lernzirkels

• Übung und Vertiefung von Inhalten (Schwerpunkt


Energie) und Methoden der Klassen 7/8/9

 Kompetenz 8 - grundlegende Größen *Energie


(Energieerhaltung)

• „Experimente unter Anleitung planen, durchführen,


auswerten, grafisch veranschaulichen.“

 Kompetenz 4 - spez. Methodenrepertoire der Physik

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Kompetenzmatrix nach Leisen

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Kompetenzmatrix zum Lernzirkel „Energie“

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Arbeitsauftrag ca. 45 min

1. Bearbeiten Sie den Versuch Ihrer Station!


Zeitvorgabe beachten!

2. Welchem Anforderungsbereich würden Sie den Versuch


zuordnen ?

Welche Kompetenzen können die Schüler(innen) bei diesem


Versuch erwerben?

Tragen Sie die Ergebnisse Ihrer Überlegungen in die zentrale


Kompetenzmatrix ein!

3. Es besteht die Möglichkeit sich mit anderen Versuche zu


beschäftigen!

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Umsetzung in den Fachschaften

1. Zu welcher Kompetenz (inhaltsorientiert und/oder


fachmethodenorientiert) könnte man Lernstationen zusammenstellen?

2. Erarbeitung von möglichen Lernstationen in der Fachschaftsgruppe


auf der Grundlage der Physiksammlung vor Ort
 Kompetenzmatrix erstellen!

3. Mit Blick auf die Kompetenzmatrix:


Gibt es Kompetenzen, die in den erstellten Lernstationen erscheinen
sollten, dort aber noch nicht auftreten?
Welche Aufgabenstellungen sind geeignet, diese
Kompetenzen anzusprechen?

4. Erprobung des Lernzirkels durch die Kolleginnen/Kollegen im


Unterricht.

5. Reflexion und Weiterentwicklung des Lernzirkels.


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6. Der konkrete Lernzirkel

Reg. Fortbildung:
• Vorstellung der Ziele des Lernzirkels „Energie“:
Kompetenzorientierung, Inhalte und Methoden aus den Klassen 7/8/9

• Möglichkeiten der Differenzierung vorstellen


 z.B. je einen Versuch aus den Kompetenzstufen I, II, III vorführen.

 z.B. einen Versuch vorstellen, bei dem innerhalb der Aufgabe


differenziert werden kann (6a).

• Übung: Kollegen/Kolleginnen finden Kompetenzen zu den


vorgestellten Versuchen (Kompetenzmatrix).

• Individuelles Arbeiten der Schüler(innen) und Betreuung durch den


Lehrer(in) sind u. a. Grundlagen des kompetenzorientierten
Unterrichts und können mit dieser Methode umgesetzt werden.

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6. Der konkrete Lernzirkel

Arbeit mit den Fachschaften (Sprengel):

• Detaillierte Bearbeitung der Stationen mit der Fachschaft auf der


Grundlage der vorliegenden Arbeitsaufträge.

• Anpassung der Arbeitsaufträge, Materialien und Anzahl


der Stationen an die Gegebenheiten vor Ort .

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