Sie sind auf Seite 1von 15

Die Appellfunktion der Sprache

Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober


1
2015
Sprachliche Funktionen: der Appell

In Bezug auf den Hörer fungiert das sprachliche


Zeichen als Signal, das äußeres oder inneres
Verhalten auslöst.

Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober


2
2015
Der Appell
Der Zweck einer appellativen sprachlichen
Handlung (Aufforderung) ist es, dass der
Adressat will und ausführt, was der Sprecher
gewollt hat.

Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober


3
2015
Aufforderung
Aufforderung:
- bindend (der Adressat muss die Aufforderung erfüllen):
Anordnung, Ermahnung;
- nicht bindend (der Adressat kann die Anforderung
erfüllen):
- im Interesse des Sprechers: Bitte,
- im Interesse von Sprecher + Adressat: Appell,
Vorschlag, Angebot,
- im Interesse des Adressaten: Ratschlag, Anleitung,
Warnung.
Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober
4
2015
Anordnung
Der Sprecher wird zu einer Tätigkeit/ einem
Verhalten aufgefordert, das der Adressat
aufgrund bestimmter Kompetenz- und
Autoritätsbedingungen erfüllen muss.
Auftrag, Weisung, Verbot, Gebot, Anordnung
können sowohl in mündlicher als auch in
schriftlicher Form vorkommen, in der offiziellen
und in der privat-mündlichen Kommunikation.
Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober
5
2015
Sprachliche Mittel der Anordnung
• Aussagesatz
- Verben des „Anordnens“
- Wortfeld „verbieten“
- Modalverb: sollen, müssen, nicht dürfen
- sein/ haben + zu + Infinitiv
- werden-Passiv/ Passiversatzform: lassen +
sich + Inf. / -bar-Adjektive
- Indikativ Präsens Aktiv
Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober
6
2015
Sprachliche Mittel der Anordnung
• Verkürzte Satzform: Infinitiv, Partizip II,
Adverb, Substantiv, Präpositionale
Wortgruppe
• Aufforderungssatz, meist + bitte
• Fragesatz ohne Fragewort + können, dürfen,
wollen, würden + bitte.

Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober


7
2015
Sprachliche Mittel der Anordnung
Wortfeld „verbieten“
- etw. ist verboten
- etw. ist untersagt
- etw. ist zu unterlassen
- etw. ist nicht gestattet
- etw. ist nicht erlaubt
- etw. ist nicht erwünscht / unerwünscht
a) Das Betreten der Grünanlagen ist verboten.
b) Es ist nicht gestattet, Tauben von der Wohnung
aus zu füttern.
Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober
8
2015
Übung: Piktogramme

Was bedeuten folgende Piktogramme, wo findet


man sie? Verwenden Sie Modalverben und die
Verben des „Verbietens“!

Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober


9
2015
Übung: werden-Passiv

Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober


10
2015
Appell
Appelle kommen meist in der offiziell-öffentlichen
Kommunikation vor, ihre Inhalte sind oft
gesellschaftlich relevant, gelegentlich auch
individuell bedeutsam.
Aufrufe, Losungen, Parolen, Resolutionen, Appelle.
Eine Gruppe oder Institution wendet sich an einen
Adressaten (einzelne Personen, Personengruppen,
Institutionen) mit dem Ziel, diesen durch Beeinflussung,
Überzeugung oder Ermahnung zu bestimmten
Handlungen/ Verhalten aufzufordern.
Für Appelle sind die auffordernde und die
Überzeugungsfunktion bestimmend.

Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober


11
2015
Sprachliche Mittel des Appellierens
1) Aussagesatz
- Indikativ Präsens
- Konjunktiv Präsens, Präteritum
- Modalverben: müssen, nicht dürfen
- Verben des „Appellierens“: jmdn. aufrufen, an
jmdn. appellieren
2) Verkürzte Satzformen: Infinitiv, subst. Wortgruppe,
Adjektiv
3) Aufforderungssatz (du/ Sie-Form, wir-Imperativ)
Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober
12
2015
Übung

Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober


13
2015
Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober
14
2015
Literatur
Busch, Joachim u.a.: Grammatik in Feldern. Ein
Lehr- und Übungsbuch für Fortgeschrittene.
Ismaning 1998. S. 239-252, 265-269.

Dr. Marina Iakushevich Chisinau Oktober


15
2015