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Thema 11

Unveränderliche Wortarten
Begriff der unveränderlichen WA und ihre Klassifikation

• Das sind WA, die weder dekliniert, noch


konjugiert, noch gesteigert werden.
• Sütterlin und Grebe nennen diese Wortklasse
«Partikeln».
• Für die russische Germanistik ist eine engere
Auffassung der Partikeln charakteristisch.

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• Inmitten der unveränderlichen WA unterscheidet man:
MODALWÖRTER, INTERJEKTIONEN, eigentliche PARTIKELN,
KONJUNKTIONEN, PRÄPOSITIONEN.
Das Gemeinsame für alle: die Unveränderlichkeit.
Sie unterscheiden sich in syntaltischer FU und in der Semantik.
Modalwörter: Ausdruck der subjektiven Modalität
Interjektionen: Ausdruck der Emotionen
Präpositionen und Konjunktionen: Ausdruck der syntaktischen
Beziehungen zwischen den Satzgliedern, Wortgruppen und
Sätzen
Partikeln: Verleihung den Satzgliedern und Sätzen zusätzlicher
Schattierungen

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• Als unveränderlich gelten auch andere
Wortgruppierungen im Rahmen solcher WA wie
Pronomen (alles, etwas, man, nichts usw.),
Adverbien (wobei, wodurch, heute, hier u.a.),
Numeralien (hundert).
• Tendenz die sprachlichen Einheiten vom
Standpunkt ihrer pragmatischen FU zu
beschreiben.
• Eine bedeutende Rolle bei der Erfüllung dieser
FU spielen Modalwörter, Interjektionen,
Partikeln.
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• Die kategorielle grammatische Semantik lässt
sie von den Adverbien unterscheiden:
• Die meisten Adverbien bezeichnen eine
bestimmte logisch-grammatische Bedeutung
des Merkmals eines Vorgangs - die
Modalwörter drücken die subjektive Modalität
aus; zwar die Einschätzung eines Vorgangs in
bezug auf seine Irrealität oder die emotionale
Einschätzung der Aussage seitens des
Sprechenden.

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Modalwörter

• Äußerlich fallen sie mit den Adverbien zusammen:


z.B. Zweifellos – ziellos; möglicherweise –
paarweise.
• Grebe, Jung, Erben u.a. – zählen Modalwörter zu
den Adverbien
• Admoni, Moskalskaja, Stepanova – erkennen die
Modalwörter als eine selbständige WA an.
• Argumente: sie haben einen speziellen Charakter
der semantischen Struktur, sie dienen zum
Ausdruck subjektiver modaler Bedeutungen
dienen.
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Die deutschen Linguisten gliedern die
Modalwörter auch aus. Nach Heldig und
Buscha: diese Wortklasse besteht aus 48
Einheiten. Sie unterscheiden 2 semantische
Subklassen:
1) Modalwörter zum Ausdruck der Modalität
(Bestätigung oder Verstärkung des Inhaltes der
Aussage: bestimmt, gewiß, sicher, natürlich…;
Einschränkung oder Herabsenkung des Inhaltes
der Aussage: allerdings, eigentlich, freilich…;

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Vermutung oder Zweifel: anscheinend, offenbar,
wohl, vielleicht, angeblich…; Verstärkung der
Verneinung der Aussage:keinesfalls,
keineswegs)
2) Modalwörter zum Ausdruck der Emotionalität
(positive Emotionen: glücklicherweise,
lieber;negative Emotionen: leider,
unglücklicherweise).
Eine selbständige Gruppe bilden nach Heldig und
Buscha Wörter zum Ausdruck der Summierung,
Begründung, Reihenfolge (jedenfalls, ohnehin,
übrigens, vielmehr) 8
• Die von Helbig und Buscha genannte Zahl der
Modalwörter (48) ist keine stabile Größe. Die
anderen Linguisten nennen von 40 bis 80
Einheiten (danach, wie sie das Wesen der
Modalität verstehen).

• Traditionell in der russischen Germanistik 5-6


Subklassen:

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1. eigentliche MW(Modalwörter):
a). Verstärkende MW wirklich, natürlich,gewiß,
tatsächlich, wahrhaftig, selbstverständlich,
bestimmt, unbedingt, sicher, wahrhaft,
zweifellos,…
b). Abschwächende MW wohl, offenbar
wahrscheinlich, kaum, scheinbar, womöglich…
2. summierende, begründende MW: allenfalls,
ebenfalls, gleichfalls, jedenfalls, im
allgemeinen, meistens,schließlich,übrigens…

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3). Einschränkende MW (nur 3 Einheiten):
eigentlich, freilich, allerdings – werden häufig
gebraucht.
4). Bejahende und verneinende MW: ja, jawohl,
doch, nein, keineswegs, keinesfalls
5).Subjektiv-einschätzende MW: lieber, leider,
hoffentlich, meinetwegen, unglücklicherweisem
bedauerlicherweise,…

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der syntaktische Wert der MW wird nicht
eindeutig verstanden: Admoni FU des
Satzgliedes;
Moskalskaja, Helbig Satzcharakter).
MW werden in allen Redearten gebraucht
(besonders häufig in der direkten Rede).
Aussage- und Fragesatz
Keine MW in Aufforderungssätzen

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Partikeln

• Weite Auffassung: man versteht darunter alle


unveränderliche Wortklassen (Grebe:
Adverbien, Präpositionen, Komjunktionen).
• Für die russische Germanistik ist eine enge
Auffassung charakteristisch: nur diejenigen
unveränderlichen Wörter, die zum Ausdruck
zudätzlicher logischer, modaler, emotionaler
Kobedeutungen der einzelnen Wörter oder der
ganzen Sätze dienen. Diese Deutung gewinnt
auch Platz bei den deutschen Linguisten.

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PROBLEME:
Abgrenzung von anderen Wörtern (Adverbien,
Konjunktionen, Modalwörtern)
Die Feststellung der Liste der Partikeln
Die Prinzipien der Klassifikation
Die Bedeutung und Funktionen der Partikeln.

Die Analyse der Partikeln gewinnt am Interesse


mit der Verbreitung der pragmatichen
Betrachtungsweise der sprachlichen Einheiten.
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Differenzierende Merkmale von Partikeln:
1). Sie sind nicht imstande, die erste Stelle im Satz
vor dem Verb zu bekommen.
2) Sie können nicht als Antwort auf Ergänzungs-
und Enrscheidungsfragen gebraucht werden.
Sie haben keinen Satzcharakter und sind
weniger als Satzglied.
3) Viele Partikeln beziehen sich auf ein Satzglied
und können ihre Stellung im Satz nur mit dem
Satzglied ändern.
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Heringer:
• Partikeln sind: unveränderlich, keine
Satzglieder, sie regieren keine Wörter, sind
nicht erfragbar ABER viele Wörter gehören zu
Partikeln und zu anderen WA (die Abgrenzung
ist schwierig), als Partikeln sind sie nicht betont.
• Die Partikelliste: von 63 bis 104!!!!

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Subklassen der Partikeln:
Die Abtönungspartikeln (Modalpartikeln,
Satzpartikeln,Einstellungspartikeln) dienen
zum Ausdruck der subjektiv-modalen
Einstellung des Sprechenden zum Inhalt der
Aussage. Sie beziehen sich auf das Prädikat und
bewirken den modalen Gehalt des ganzen
Satzes, nicht auf einzelne Wörter (aber,
allerdings, also, bloß, denn, doch, eben, gleich,
etwa, gar, einmal…)

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Die Gradpartikeln sind logischer Natur. Sie
beziehen sich auf einzelne Satzglieder und dienen
zur Hervorhebung, Präzisierung, Einschränkung
dieser Satzglieder (allein, auch, ausgerechnet,
besonders, mindestens, ziemlich...)
Die Steigerungspartikeln sind auch logischer Natur,
beziehen sich auf einzelne Satzglieder (vor allem
Adjektive und Adverbien) und dienen zur
Verstärkung der Eigenschaft, des Merkmals
(absolut,ausgesprochen, äußerst, direkt, echt,
extrem, total…)
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Manche deutsche Linguisten unterscheiden andere
Gruppen der Partikeln:
Gesprächspartikeln (nanu, na), Temporalpartikeln (schon,
bereits), Vergleichspartikeln (als, wie).
Bei höherer Stufe der Abstrahierung kann man drei
Gruppen ausgliedern:
Logische, modale und grammatische Partikeln.
Als logische P.: Wörter, die die Semantik modifizieren
Als modale P.: Wörter, die subjektive Schattierungen
verleihen
Als grammatische P.: Wörter, die eine gr. Fu im Satz haben
(nicht, zu, es, am)
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Die Präpositionen
• Zu den Präp. zählt man die Wörter, die zum
Ausdruck der syntaktischen Beziehungen zw.
den Wörtern im Satz dienen. In dieser FU
spielen sie dieselbe Rolle wie einzelne Kasus
(ich schreibe dem Vater – ich schreibe an den
Vater).
• Nach Heringer bilden Präp. eine überschaubare
Liste von ungefähr 100 Wörtern.

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Zwei Gruppen:
- Entstanden aus den Lokaladverbien: an, auf, aus,
durch, hinter, mit, nach, um, unter, von, vor, wider,
zu.
- Aus Substantiven, Adjektiven, Partizipien: laut, kraft,
links, dank, entsprechend, ausgenommen,
ungeachtet.
Eigenschaften:
sind unveränderlich,
verlangen Kasus für das Sudstantiv oder Prnomen,
das sie regiert (Kasusrektion) abseits der Srtaße,
hinter ihnen…
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• In der Valenztheorie werden die Präpositionen als
ergänzungsbedürftig anerkannt, sie verfügen also
über eine Valenz: für +Akk., vor + Akk./Dat.
Präp. können monovalent, bivalent sein.
Nach dem Bau:
Einfache Präpositionen (in; vor, zu… auch wider den
Zwang, laut der Regel, binnen drei Tage)
Aus anderen WA geliehen (zeit seines Lebens, dank
deiner Stärke)
Aus anderen Sprachen übernommen (15 Euro pro
Stück, per Post schicken)
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• Komplexe Präpositionen (innerhalb,
gegenüber,außerhalb)
• Entstanden durch Wortbildung aus anderen WA
(mittels, zwecks, anstatt; links, rechts,
hinsichtlich; während, betreffend)
• Gespaltene Präp.
um… willen; vom…aus; von…an
Modifizierte Präp.
Direkt neben der Tür, genau um 3 Uhr, lange vor
der Zeit (präzieisert durch Gradpartikeln)
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• Präpositionale Fügungen: in bezug auf, auf G
• rund von, in Verbindung mit, in Hinblick auf…
• Manche Fügungen sind so verwachsen, dass sie
zusammen geschrieben werden: infolge von,
aufgrund…
• Admoni: Präp. haben die grammatisch-
kategorielle Bedeutung der syntaktischen
Beziehung und lexisch-konkrete Bedeutung
(räumliche, temporale,kausale,
instrumentale…)

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• Als Verbindungswörter bekommen Präp. Ihre Bedeutung
erst im Kontext.

Die Konjunktionen
sind Fügewörter, die nicht nur Wörter, sondern auch Sätze
verbinden.
Zwei Gruppen:
Echte Kojunktionen ( alle unterordnenden und folgende
nebenordnenden K. «aber, allein, denn, ja, sondern, und»
gezählt). Sie haben keinen Satzcharakter und bewirken
die Wortfolge nicht.
Unechte Konjunktionen erfüllen im Satz die FU eines
Satzgliedes, nehmen im Satz eine bestimmte Stelle ein).
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• Helbig gliedert 34 Konjunktionen aus: 12 –
beiordnende und 22 – unterordnende. Die
sogenannten Konjuktionaladverbien und
Pronominaladverbien schließt er aus.
• Die meisten K. erfüllen auch eine semantische FU.
• Unter echten K. unterscheidet man Subklassen:
beiordnend
Kopulative K. (und, ja, sowohl…als auch, nicht nur…
sondern auch, weder…noch)
Disjunktive K. (oder, entweder…oder)

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• Adversative K. (aber, allein, sondern, doch)
• Kausale K. denn
• Erläuternde K. zum Beispiel, das heißt
unterordnend
Temporale K. (als, wenn, nachdem,, sobald, ehe,,
bevor, bis, seit, seitdem, sooft, kaum dass,
solange, während)
Kausale K- (weil, da)
Finale K. (damit, dass)
Konsekutive K. (als dass, so dass)
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• Konzessive K. (wenn auch, obwohl,obgleich,
obschon, trotzdem, wenngleich)
• Komparative K. (je…desto,je nachdem…umso)
• Restrektive K. (außer wenn, nur dass, soweit, ,
soviel, insofern)
• Modale K. (ohne dass, indem)
• Konditionale K. (wenn, falls)
Ausnahme: ob, dass - sie haben NUR strukturell-
gr. FU.

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Interjektionen
sind Wörter zum Ausdruck der menschlichen
Gefühle und Eindrücke.
Früher: das sind keine Wörter, sondern nur
Ausrufe eines Menschen
Heute: das ist eine sprachliche Erscheinung; eine
spezifische Gruppierung von Wörtern mit
eigentümlicher semantischer Struktur.

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• Zwei Auffassungen:
• Eine enge – Gruppierungen zum Ausdruck der
Emotionen (Ach! Oh!)
• Eine weite – Wörter, die auch subjektive
Modalität und andere pragmatische
Bedeutungen (Begrüßung, Verzeihung)
ausdrücken.
• Argument: Ausdruck der Gedanken ist nie von
der emotionalen Schattierung frei und Ausdruck
der Modalität wird nur durch einen Sinn
vermittelt.
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Subklassen
1). Eigentliche (primäre) Int. Sozial bedingte ,
allgemein aberkannte Ausrufe zum Ausdruck
der Empfindungen und Willensäußerungen
(über 100 Wörter) Ach! Aha! Au! Ba! Huch!
Hallo! He! Heda! Juchhe! Na! Puh!...
2). Abgeleitete (sekundäre) Int. Das sind Wörter,
Wortgruppen und Sätze, die ihre nominative
FU und strukturelle Gliederung verloren haben
und nur zum Auadruck der Gefühle dienen

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Ach Gott! Alle Wetter! Ei der Teufel! O weh!
Verdammt! Zum Kuckuck!
3). Schallnachahmungsint.
Grebe zählt drei Untergruppen zu dieser Gruppe
hin:
a) Mensch: äh, hatschi, hick, hopp, trallala…
b) Tier: muh, mäh, meck, wau, miau, kineriki,
quieck,krah…
c) Geräuschlaute: ticktack,bum, piff, ritze…

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Testfragen

1)Was versteht man unter dem Begriff


«unveränderliche Wörter»?
2)Die kategorielle Bedeutung der Modalwörter…
Die Subklassen der Modalwörter…
3)Die kategorielle Bedeutung der Präpositionen…
Die Subklassen der Präpositionen…
4)Die kategorielle Bedeutung der Konjunktionen…
Die Klassifikation der Konjunktionen
5)Die kategorielle Bedeutung der Interjektionen…
Die Subklassen der Interjektionen…
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