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SEUCHEN UND

ANDERE
KRANKHEITEN
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DIE PEST IM
MITTELALTER
Die Pest (lateinisch"pestis", Seuche) ist eine

hochansteckende Infektionskrankheit, die im Mittelalter
Mitte des 14. Jahrhunderts in Europa mehr als 20
Millionen Tote forderte. Als im Jahre 1347 die Pest
ausbrach, dauerte es lange, bis man herausfand, wie die
Ausbreitung der Pest verhindert werden konnte.
 Vier Erscheinungsformen kann man unterschieden:
 Beulenpest (auch Bubonenpest; griechisch bubo
"Beule")
 Pestsepsis (=Blutvergiftung)
 Lungenpest
 abortive Pest (=mildere Variante)
WIE DIE PEST NACH
EUROPA KAM
 Auf Schiffen gelangte der Schwarze Tod von China
und Persien aus ans Schwarze Meer, auf die Krim:
Hier belagerten 1346 Tataren die Hafenstadt Caffa, die
eine wichtige Handelskolonie Genuas war. Die
wenigen Überlebenden flüchteten auf Schiffen in die
italienische Heimat. Mit an Bord reiste die Pest. Von
Italien aus verbreitete sich der Schwarze Tod über ganz
Europa.
 Erst im Jahre 1894 entdeckt der Arzt Alexandre Yersin
aus der Schweiz den Erreger der Pest und entwickelt
den ersten Impfstoff. Heute ist die Pest behandelbar,
tritt aber hauptsächlich nur noch als „Lungenpest“ auf.
DIE WEGE DER
ANSTECKUNG
 Die Pest wird vom Bakterium "Yersinia pestis" hervorgerufen.
Übertragen wird der Erreger über Ratten auf Flöhe und durch sie auf
den Menschen.
 Die Lungenpest kann auch über Tröpfchen (Husten, Schleim,…)
verbreitet werden.
 Sündenbockfaktor: So entstand das Gerücht, die Juden hätten die
Welt vergiftet.
 Als Folge kam es zu regelrechten Massakern an den Juden.
BUSSE ALS SCHUTZ VOR DER
PEST – RELIGIÖSER WAH

 Die mit Elementargewalt hereinbrechende Pest


erschütterte die Moral der Bevölkerung.
Massenhysterische Prozesse, wie Geißlerumzüge
und Ausschreitungen gegen Juden, erschütterten die
Städte.
 Die Flagellanten oder Geißler (lat. flagellum =
Geißel) gelobten, um die Barmherzigkeit Gottes
herabzurufen, sich 33 Tage zu geißeln. Das entspricht
der Zahl der Lebensjahre Jesu Christi. In
Prozessionen zogen sie durch die Städte und Dörfer.
Dabei beteten und sangen sie, schlugen sich selbst
oder gegenseitig mit Geißeln, beichteten und
sprachen sich einander von den Sünden los. Auch die
sogenannte Tanzwut riss Tausende mit sich.
BEHANDLUNG UND
GEGENMITTEL
 Im Mittelalter kannten die Menschen kein
wirksames Mittel gegen die Pest. Häufig wurden die
Erkrankten zur Ader gelassen: Man entnahm ihnen
Blut, indem man – meist im Oberarm – in eine Vene
schnitt.
 Andere Kranke wiederum bekamen Brechmittel
oder Einläufe.
 Um sich zu schützen, trugen die Menschen Tücher
oder Masken vor dem Gesicht. Außerdem
versuchten sie durch das Verbrennen duftender
Hölzer und Kräuter sowie durch das Versprühen von
Essig- oder Rosenwasser gegen die Krankheit
anzukämpfen, doch auch das blieb erfolglos.
DIE PEST IN EUROPA

 https://www.youtube.com/watch?v=ZaHc
VELvzQM
 https://youtu.be/ZaHcVELvzQM
ISOLATION UND
QUARANTÄNE
 Anfangs wurden die Kranken ohne besondere Vorkehrungen in die
örtlichen Krankenhäuser gebracht, die Toten wurden normal beerdigt.
Später kennzeichnete man die Häuser von Pestkranken mit einem Kreuz,
die Betroffenen mussten in Zwangsunterkünfte außerhalb der Städte
ziehen.
 Erst nachdem mehrere Hunderttausend Menschen gestorben waren, wurde
klar, dass die Ausbreitung der Seuche durch die Isolation der Kranken
eingedämmt werden konnte. Um 1423, lange nachdem die Verbreitung der
Seuche ihren Höhepunkt erreicht hatte, gab es auf einer Insel bei Venedig
das erste Pestkrankenhaus Europas.
 Ebenfalls auf einer venezianischen Insel entstand eine Quarantänestation.
Da die Venezianer einen Zusammenhang zwischen Pest und Schiffsverkehr
vermuteten, standen Reisende, die aus verpesteten Städten kamen, zunächst
für 40 Tage unter Beobachtung. Für diese Zeit mussten sie auf der Insel
Lazzaretto Nuovo in der Lagune von Venedig bleiben. Aus dieser
Zeitspanne der Isolation entstand der Begriff "Quarantäne", denn
"quaranta" ist das italienische Wort für 40.
DIE GROSSE PEST VON
WIE
Die Große Pest von Wien war eine Pestepidemie, der 1679

in Wien vermutlich rund 12.000 Menschen zum Opfer fielen.
Zeitgenössische Berichte bezifferten die Anzahl der Toten mit
70.000 bis 120.000.
 Nach Ende der großen Pestepidemie erinnerte zunächst ein
hölzerne, später eine steinerne Dreifaltigkeitssäule
Pestsäule (1, Graben) an das Ereignis, welches als Dank vor
deren Abklingen wegen eines Gelübdes Kaiser Leopolds I.
errichtet wurde.
 Mit der Pest wurde auch der Straßenmusikant Augustin
berühmt, mit dem das Lied Oh du lieber Augustin in
Verbindung gebracht wird.
KARLSKIRCHE
ZUM GEDENKEN
 Am 22. Oktober 1713, während der letzten
großen Pestepidemie, die auch Wien
heimsuchte, gelobte Kaiser Karl VI. im
Stephansdom, eine Kirche bauen zu lassen. Sie
sollte seinem Namenspatron, Karl Borromäus,
geweiht sein, der auch als Pestheiliger gilt.
Durch das kaiserliche Versprechen sollte die
Seuche beendet werden. Die Pest war 1714
erloschen, und Kaiser Karl VI. schrieb für den
Bau einen Architektenwettbewerb aus.
5 GROSSE SEUCHEN DER
GESCHICHT
 https://www.youtube.com/watch?v=l6AunvYYeFo&list=FLAVN6onTeeeEpGbTNQHctUQ&i
ndex=30&t=3s
 https://youtu.be/l6AunvYYeFo
DIE PEST UND IHRE HEUTIGE
BEDEUTUNG
 Die Gefahr, sich mit Pest anzustecken, besteht besonders in Gebieten, wo es pestinfizierte
wildlebende Nagetiere gibt. Das ist laut Robert Koch Institut jedoch nur noch in begrenzten
Endemiegebieten in Afrika, Asien, im tropischen Mittel- und Südamerika sowie im
Südwesten der USA der Fall. Begünstigt wird die Verbreitung der Pest, wenn viele Menschen
unter schlechten hygienischen Bedingungen auf engem Raum zusammenleben.
 Zwischen 2010 und 2015 registriert die Weltgesundheitsorganisation WHO weltweit 3.248
Pest-Erkrankungen, darunter 584 Todesfälle. Diese Zahl ist allerdings sehr ungenau, da mehr
als 80 Prozent der Infektionen in Afrika auftreten, wo nicht alle Fälle der WHO gemeldet
werden. Auch in Deutschland besteht übrigens eine Meldepflicht gemäß
Infektionsschutzgesetz (IfSG) für jeden Verdacht auf Pest, nachgewiesene Erkrankungen
sowie Todesfälle durch Pest.