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Burnout

Definition Burnout

«Burnout» beschreibt sowohl ein Syndrom als auch einen Prozess. Wir sprechen dabei von
einer anhaltenden Stressreaktion auf chronische Arbeits- und/oder interpersonale Stressbelastung mit
drei anhaltend und progredient auftretenden Symptomdimensionen:
 emotionale und körperliche Erschöpfung (Kardinalsymptom): «Ich kann nicht mehr.»
 Depersonalisation (Entfremdung) und Zynismus gegenüber der Arbeit: «Wozu mache ich das alles?»
 Reduzierte Leistungsfähigkeit, Ineffektivität bei der Arbeit: «Schaffe ich das alles noch?»

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Burnout – 7-Phasen-Modell nach Burisch
Welche Phasen des Burnout kennen Sie?

1. Warnsymptome der Anfangsphase 


2. Reduziertes Engagement / Rückzug 
3. Emotionale Reaktionen / Schuldzuweisungen 
4. Abbau 
5. Verflachung 
6. Psychosomatische Reaktionen 
7. Verzweiflung 

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Burnout – 7-Phasen-Modell nach Burisch
Welche Phasen des Burnout kennen Sie?

1. Warnsymptome der Anfangsphase


 
• vermehrtes Engagement für Ziele: überhöhter Energieeinsatz. - Hoher Idealismus -
Hohe / unrealistische Ziele - Überhöhte Ansprüche - Nach der Arbeit nicht mehr
abschalten können: Teufelskreis durch fehlende Erholung geschwächte
Widerstandskraft / Effizienz 
• gleichzeitig Gefühle von Erschöpfung - Müdigkeit - Energiemangel -
Unausgeschlafenheit 
• des Weiteren häufig zu beobachten: - Gefühl, nie Zeit zu haben („Hurry-Sickness“) -
Verleugnung eigener Bedürfnisse - Hyperaktivität - Verdrängung von Misserfolgen
und Enttäuschungen - Gefühl der Unentbehrlichkeit

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Burnout – 7-Phasen-Modell nach Burisch
Welche Phasen des Burnout kennen Sie?

2. Reduziertes Engagement / Rückzug  


• Rückzug Kunden / Patienten bzw. der Arbeit gegenüber → Aus Begeisterung wird
Überdruss: - Desillusionierung - Verlust positiver Gefühle ggü. Kunden / der Arbeit -
Widerwillen und Überdruss - Widerstand, täglich zur Arbeit zu gehen - Den
Feierabend, das Wochenende bzw. den nächsten Urlaub herbeisehnen - Zynismus:
„Die Niere von Zimmer 43 nervt“ - Schuldzuweisung für Probleme beim Kunden: „Die
sind doch selbst schuld….“ - Meidung von Kontakt mit Kunden / Kollegen -
Stereotypisierung von Kunden, Abwertung: „Das ist wieder so ein Idiot, der….“ -
Aufmerksamkeitsstörungen in der Interaktion mit Kunden 
• wo früher eher im Übermaß gegeben wurde, wird jetzt genommen: - Überziehen von
Arbeitspausen - später Arbeitsbeginn - früher Arbeitsschluss - Fehlzeiten -
Konzentration auf die eigenen Ansprüche und Bedürfnisse - Verlagerung des
Schwergewichts auf die Freizeit – Aufblühen am Wochenende 
• Rückzug von der Familie / Freunden gegenüber - Unfähigkeit oder Unwille zu geben
(teils anderes Selbstbild) - Verlust des Einfühlungsvermögens / Verständnislosigkeit -
Schwierigkeiten, anderen zuzuhören - „Ich habe tagsüber genügend Probleme zu
lösen: da will ich abends wenigstens meine Ruhe haben.“ 

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Burnout – 7-Phasen-Modell nach Burisch
Welche Phasen des Burnout kennen Sie?

3. Emotionale Reaktionen / Schuldzuweisungen 


 
• Depression: der Ausbrennende sieht die Schuld bei sich - Gefühle der Hilflosigkeit -
Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit gehen zurück - Schuldgefühle - Reduzierte
Selbstachtung - Insuffizienzgefühle - Gedankenverlorenheit - Selbstmitleid -
Humorlosigkeit - Unbestimmte Angst – Nervosität - Abrupte Stimmungsschwankungen
- Verringerte emotionale Belastbarkeit - Bitterkeit - Abstumpfung, Gefühl von Leere
und Abgestorbensein - Schwächegefühl - Neigung zum Weinen - Ruhelosigkeit -
Gefühl des Festgefahrenseins - Pessimismus, Fatalismus - Apathie -
Selbstmordgedanken 
• Aggression: der Ausbrennende sieht die Schuld bei anderen - Reizbarkeit –
Nörgeleien – chronisch gereizte Stimmung – Launenhaftigkeit - Häufige Konflikte mit
anderen - Gefühl des Angegriffenseins: „Alle hacken nur auf mir rum“ – „Die wollen
mich absägen“ - Negativismus – Pessimismus – Misstrauen - Schuldzuweisungen an
andere oder „das System“ – Vorwürfe anderen gegenüber - Verleugnung der
Eigenbeteiligung - Ungeduld – Intoleranz – Kompromissunfähigkeit  

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Burnout – 7-Phasen-Modell nach Burisch
Welche Phasen des Burnout kennen Sie?

4. Abbau der Leistungsfähigkeit


 
• Abbau der kognitiven Leistungsfähigkeit: - Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
- Schwierigkeiten bei komplexen Aufgaben - Desorganisation - Unfähigkeit zu klaren
Anweisungen - Probleme, Entscheidungen zu fällen 
• gesunkene Motivation: - Verringerte Initiative: Ungenauigkeit – Flüchtigkeitsfehler -
Verringerte Produktivität - Dienst nach Vorschrift 
• undifferenzierte Wahrnehmung: - Rigides Schwarz-Weiß-Denken - Widerstand gegen
Veränderungen aller Art („Das haben wir schon immer so gemacht…“) 
• gesunkene Kreativität: - Verringerte Fantasie - Rückgang der Innovationskraft -
Reduzierte Flexibilität 

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Burnout – 7-Phasen-Modell nach Burisch
Welche Phasen des Burnout kennen Sie?

5. Verflachung 

• emotionales Leben: - Gleichgültigkeit - Verflachung gefühlsmäßiger Reaktionen 


• soziales Leben: - Beschäftigung mit sich selbst – Freunde ziehen sich zurück –
Einsamkeit - Meidung informeller Kontakte - Eigenbrötelei 
• geistiges Leben: - Desinteresse - Aufgabe von Hobbies - Langeweile

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Burnout – 7-Phasen-Modell nach Burisch
Welche Phasen des Burnout kennen Sie?

6. Psychosomatische Reaktionen 

• natürlich zeigen sich psychosomatische Reaktionen auf vielfältige Arten auch schon in
den vorherigen Phasen:
• veränderte Essgewohnheiten und damit einhergehende Gewichtszu- oder Abnahme,
Verspannungen, Kopfschmerzen und Rückenbeschwerden durch Bewegungsmangel,
erst Schlafprobleme, dann Konzentrationsmangel, wenn die Job-Themen nachts den
Schlaf beeinträchtigen 
• Muskelverspannungen: Hals, Nacken, Rücken etc. 
• Schlafstörungen: Einschlaf- und Durchschlafprobleme, Alpträume
• Kopfschmerzen / Migräne 
• Verdauungsstörungen: Magen / Darm,  Übelkeit, Magen-Darm-Geschwüre
• Schwächung des Immunsystems (häufige Erkältungen etc.), Unfähigkeit zur
Entspannung - Koronare Herzerkrankungen, Herzklopfen, Beschleunigter Puls,
Erhöhter Blutdruck,  Panikattacken, Angst vor der Angst, Atembeschwerden
(Kurzatmigkeit, Asthma etc) 

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Burnout – 7-Phasen-Modell nach Burisch
Welche Phasen des Burnout kennen Sie?

7. Verzweiflung 

• existenzielle Verzweiflung: Aus dem temporären Gefühl der Hilflosigkeit wird das
chronische Gefühl der Hoffnungs- und Sinnlosigkeit
• negative Einstellung zum Leben: da Zuversicht und Sinn fehlen 
• Selbstmordgedanken: als letzter Ausweg

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Burnout
Was versteht man unter „Burnout Prozess“?

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Burnout
Was versteht man unter „Burnout Prozess“?

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Burnout - Ursachen
Welche Ursachen für die Entstehung von Burnout gibt es?

• Enttäuschung über die Grenzen der Medizin


• Patienten erinnern an eigene nahestehende Angehörige
• an Kinder unheilbarer Patienten denken
• unrealistische Heilungserwartungen der Patienten
• verschlossene oder klammernde Patienten
• Betroffenheit durch weinende Patienten
• Miterleben langer Krankheitsprozesse
• Tod mehrerer Patienten
• beim Einschlafen an Patienten denken müssen
• Fragen nach dem Nutzen der eigenen Arbeit
• unzureichende Schmerzbehandlung
• kein Raum für Gespräche mit Kollegen
• Patient leidet unter meiner Therapie

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Burnout – vorbeugende Maßnahmen
Zeigen Sie vorbeugende Maßnahmen zum Burnout auf.

• Distanz zur Arbeit aufbauen - bspw. keine ständige Erreichbarkeit


• Perfektionismus ablegen - niemand kann immer perfekt sein
• nein sagen lernen - man kann nicht immer allen alles recht machen
• täglich erholen - herausfinden was man zur Erholung braucht
• Entspannungstechniken erlernen - bspw. autogenes Training, Yoga
• dem Stress davonlaufen - bspw. Ausdauersport
• Selbstwert steigern - über das freuen, was man geschafft hat

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Kristin Bacharis
DEKRA Akademie EPE

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