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Universität Hanoi

AUSDRUCKSMITTEL
Abteilung für deutsche
Sprache
DER HÖFLICHKEIT
Leiterinnen:
Dang Thi Thu Hien
Phan Thi Hong

Seminar: Referentinnen:
Einführung in die kontrastive Linguistik Ly Phuong Thao
Nguyen Thi Thu Uyen
Gliederung
I ●
Überblick

II Höflichkeitsmittel im Deutschen

III Höflichkeitsmittel im Vietnamesischen


IV Gemeinsamkeit und Unterschiede



I. Überblick
1. Definition
– höflich : (in seinem Verhalten anderen Menschen gegenüber)
aufmerksam und rücksichtsvoll, so, wie es die Umgangsformen
gebieten.
– Lịch sự: có thái độ nhã nhặn, lễ độ khi tiếp xúc, phù hợp với quan
niệm và phép tắc xã hội.
Nói năng lịch sự.
Ăn mặc lịch sự.
- Die Höflichkeit bezeichnet im Allgemeinen eine
Verhaltensweise, die Rücksicht und Respekt vor dem
Adressaten ausdrücken soll.
- Sie dient dabei auch dazu, bestimmte soziale
Verhaltensweisen und Konventionen (quy ước) einzuhalten.
 verbale Höflichkeit (schriftlich/mündlich)
 nonverbal Höflichkeit
2. Höflichkeit in der Linguistik

- In der Höflichkeitsforschung ist häufig ein sozialer und


sprachlicher Phänomenbereich erkennbar.
- Die sprachliche Höflichkeit zeichnet sich durch einen
„angemessenen Sprachgebrauch“ aus.

Sprachgebrauch, der reibungslose und unproblematischen


Kommunikation erlaubt.
Theorie der Höflichkeit von
Levinson und Browne (1979)
- Die Höflichkeit ist ein Mittel, um die Wahrung des Gesichts zu
realisieren.
 ein positives Gesicht: das Bedürfnis nach einem
Gemeinschaftsgefühl
=> Positive Höflichkeit: Gemeinsamkeit und Kooperation betonen,
Wünsche des Hörers erfüllen
 ein negatives Gesicht: das Bedürfnis nach Individualität und
Handlungsfreiheit
=> negative Höflichkeit: Zwang auf Hörer vermeiden, Autonomie
und Handlungsfreiheit des Hörers betonen.
II. Höflichkeitsmittel in der deutschen Sprache:

1. Konjunktiv II:
würden + Inf. Präteritum + Umlaut

 Konjunktiv II der Höflichkeit:


- diskretes (rücksichtvolles) und höfliches Verhalten signalisieren.
- sich mit dem Komunikationspartner entfernen.
- direkt Konfrontation mit einem Sachverhalt vermeiden.
- Bitten, Aufforderungen, Wünsche äußern.
Bsp: Hätten Sie mir ein Augenblick Zeit für mich?
Hinweise
– dies wird meistens in Formen einer Frage formuliert.
Bsp: Leihen Sie mir bitte das Buch!  Imperativ
Würden Sie mir bitte das Buch leihen?  Konjunktiv II
– Um den Satz noch höflicher zu machen:
+ Die Modalverben im Konjunktiv II.
Bsp: Könntest du die Tür öffnen?
+ Die Partikel „vielleicht”, „(ein)mal” und „gern”.
Bsp: Ich hätte gern noch 2 Bier.
Könntest du mir vielleicht mal die Tür öffnen?
Könntest du mir bitte mal den Salzstreuer geben?
2. Modalverben
2.1. dürfen
– kann sowohl in der Indikativ als auch im Konjunktiv II die Höflichkeit
ausdrücken. (die Konjunktiv-II-Form des Modalverbs dürfen ist höflicher)
Bsp: Darf ich Sie bitten, das Formular auszufüllen?
Dürfte ich Sie bitten, in diesem Raum nicht zu rauchen?
2.2. können
– wird häufig in Fragesatz und in der Konjunktiv-II-Form gebraucht, um eine
höfliche Aufforderung auszudrücken.
– Im Konjunktiv II drückt es eine indirekte Aufforderung aus.
– signalisiert die höfliche Zurückhaltung des Sprechers beim Ausdruck einer Bitte/
einer Aufforderung.
Bsp: Könntest du mir mal die Zeitung geben?
2.3. wollen
– drückt in Frage- und Aufforderungssätzen verschiedene Nuancen (Abstufungen) der
Höflichkeit aus.
– Die Präteritum-Form des Modalverbs „wollen“ wird gebraucht, um die Höflichkeit
auszudrücken.
Bsp: Ich wollte nur fragen, wann die Verhandlung nun stattfindet.  die Feststellung
wird abgeschwächt.
2.4. mögen
– die Konjunktiv-II-Form: möchten.
– drückt in der Konjunktiv-II-Form oft diskrete und höfliche fragen, Aufforderungen
und Wünsche aus.
Bsp: Was möchten Sie haben? (Frage) – Ich möchte noch (gerne) ein Eis haben.
(Aufforderung).
– Im Vergleich zu „wollen“ ist „möchten“ zurückhaltender und zaghafter.  höflicher.
Bsp: Ich möchte gern irgendwann einmal nach Nepal reisen.
Ich will meinen nächsten Urlaub in Mecklenburg verbringen.
3. Modalpartikel
– Modalpartikel: denn, doch, aber, wohl, ja, einfach, nämlich, noch, mal, vielleicht,
bitte, eigentlich, eben, usw.
Bsp: Wie heißt du denn? Mach doch kein so böses Gesicht!
Was will du eigentlich? Komm doch!
– häufig in Gespräch verwendet, die Höflichkeit zu signalisieren.
+ Aufforderungen zu Bitten oder Ratschlägen abschwächen:
Bsp: Sprechen Sie doch mal mit dem Arzt!
+ Befehle abmildern:
Bsp: Dann gibt es eben das Buch an die Bibliothek zurück(, wenn es unbedingt
nötig ist).
4. Höfliche Anredeformen

4.1. Personalpronomen: du/ihr/Sie

Nach Kohz werden der Gebrauch der Personalpronomen zur


Anrede durch folgenden Faktoren bestimmt:
Intention des Sprechers Die Sprecher-Adressat-Dyade Interaktionalen
(Absicht des Sprechers) (Die Beziehung von Sprecher Rahmenbedingungen
und Adressat) (Kommunikationssituation)

Respekt- Vertrau- soziale Kommunikations


Alter Wann?
voll lich Geschlecht Themen -form (Sprechen/
Stellung Wo?
Schreiben)
m
ite
in t
a nd stell
er c h ge
ve i
rtr gle
a ut

Du
Intention des Sprechers Die Sprecher-Adressat-Dyade Interaktionalen
(Absicht des Sprechers) (Die Beziehung von Sprecher Rahmenbedingungen
und Adressat) (Kommunikationssituation)

Respekt- Vertrau- soziale Kommunikations


Alter Wann?
voll lich Geschlecht Themen -form (Sprechen/
Stellung Wo?
Schreiben)
nic
ht

t
mi

ll
ste
te
ina

ge
nd

ich
er

le
ve

tg
rtr

ch
au
t
ni

Sie
Intention des Sprechers Die Sprecher-Adressat-Dyade Interaktionalen
(Absicht des Sprechers) (Die Beziehung von Sprecher Rahmenbedingungen
und Adressat) (Kommunikationssituation)

Respekt- Vertrau- soziale Kommunikations


Alter Wann?
voll lich Geschlecht Themen -form (Sprechen/
Stellung Wo?
Schreiben)
nic
ht

e
m

iss
ite

tn
ina
nd

nn
er

Ke
ver
tra

ine
ut

ke

Sie
Intention des Sprechers Die Sprecher-Adressat-Dyade Interaktionalen
(Absicht des Sprechers) (Die Beziehung von Sprecher Rahmenbedingungen
und Adressat) (Kommunikationssituation)

Respekt- Vertrau- soziale Kommunikations


Alter Wann?
voll lich Geschlecht Themen -form (Sprechen/
Stellung Wo?
Schreiben)
mi l lt
te te
ina
nd ges
er l ei ch
ve g
rt rau i c ht
t n

von der jeweiligen


Situation abhängig
Intention des Sprechers Die Sprecher-Adressat-Dyade Interaktionalen
(Absicht des Sprechers) (Die Beziehung von Sprecher Rahmenbedingungen
und Adressat) (Kommunikationssituation)

Respekt- Vertrau- soziale Kommunikations


Alter Wann?
voll lich Geschlecht Themen -form (Sprechen/
Stellung Wo?
Schreiben)

nic
ht

llt
m ite

ste
ina

ge
nd
er

ch
ve

i
rtr

gle
au
t

von der jeweiligen


Situation abhängig
Gebrauchsmöglichkeiten der pronominalen Höflichkeitsformen:
du (singular)/ ihr (plural) Sie-Form

- hat grundsätzlich Kombination mit Vornamen, - hat Kombination mit


Spitznamen oder Verwandtschaftsbezeichnungen. Titeln wie Herr, Doktor, Professor + Nachname
Bsp: Peter, komm mal bitte her! Bsp: Wie geht es Ihnen denn, Herr Müller?
 

- Wann soll man sich mit Anderen duzen? - Wann soll man sich mit Anderen siezen?
+ Freundschaft/ Bekanntschaft z.B gute Bekannte, + Unbekannte erwachsene Person.
Schulkameraden, usw. + Sozialer Absatnd: in einigen Gesprächssituationen wenn
+ Verwandschaft/ Familie z.B zwischen Eltern und Kindern, man einen sozialen Abstand bewahren möchte.
usw.  Sie statt du oder ihr zu sagen kann auch im Gegenteil
+ die Solidarität (Zusammengehörigkeit) zu zeigen z.B unhöflich sein. So wird die folgende Situation gestellt:
zwischen Mitarbeitern/ Kollegen, in einem Verein, usw. Ein Mann trifft nach langer Zeit seinen Schulfreund wieder.
+ ungleichmäßiges Duzen z.B Ewachsene zu Kindern, Es wäre eine Unhöflichkeit und für seinen Freund
Professor zu Studierenden, usw. beleidigend, wenn er sich mit ihm siezen würde. 
4.2. Titelbezeichnungen  
 
– Titel-Bezeichnungen sind die jemand als Ehrung bzw. aufgrund einer akademischen Leistung bekommt
oder die seine berufliche Stellung. z.B Professor, Doktor, Präsident, Rektor, usw.
– Man sollte den Kommunikationspartner mit dem Titel anreden, um Respekterweisung und Ehrerbietung
(Hochschätzung) zu äußern.
Bsp: Guten Tag, ich möchte bitte mit Herrn Professor Doktor Müller sprechen.
Nein, Herr Doktor, lieber als 50 Tabletten als eine Spritze.
 die respektvolle Anrede: Herr/frau + Ehren-/Berufstitel + Nachname
– Herr / Frau gelten auch als allgemeine Anredeformen im Deutschen für den Erwachsenen.
Bsp: Der Herr wünschen? (vom Kellner zum Gast gesprochen).
– Welche Anredeform wird benutzt, das hängt nicht nur vom Statusverhältnis von Sprecher und Hörer ab,
sondern auch von der Anwesenheit einer 3. Person oder anderen Faktoren.
Bsp: Normalerweise duzen sich zwei Mitarbeiter, doch sobald die Kunden dabei sind, siezen sie sich.   
5. Höflichkeitsbezogene Wörter
- Wörter wie: bitte, danke, vielen Dank, danke sehr,
danke schöne, sehr geehrter/geeherter...
Bs: Sehr geeherte Damen und Herren.
6. Euphemismus

– aus Griechischen „ephemia“  Worte von guter Bedeutung.


(Beschönigungen).
– Um bestimmtes Thema abzuschwächen, Inhalte durch die Blume zu sagen.
– wird im Alltag, in politischen Reden, in den Nachrichten verwendet.
Bsp: War es gestern Abend schlimm im Krankenhaus?
Es war traurig, aber Opa ist ganz friedlich entschlafen.
(Opa ist gestorben).
Bsp: In den Nachrichten: „Die Wirtschaft eines Landes hat ein Nullwachstum.“
(Stagnation: Zustand, in dem kein Wachstum mehr stattfindet).
III.Höflichkeitsmittel im
Vietnamesischen
1. Höfliche Anredeformen
2. Modalpartikel
3. Höflichkeitsbezogene Wörter
4. Wörtliche Wiederholungen
5. Bestätigungsfrage
6. Euphemismus
1. Höfliche Anredeformen
1.1. Personalpronomen
– Personalpronomen mit verwandtschaftlicher Bedeutung: bác, chú, cậu,
dượng, mợ, dì, thím, anh, chị, em,…
Bsp: Em mời anh xơi nước.
– Personalpronomen wie bần đạo, bần sĩ, quả nhân, ngài, chúng ta, mình, ta,…
Bsp: Bần đạo không dám nhận nhã ý của ngài.
Chúng ta cùng giúp nhau học tập.
– Höflichkeit drückt sich durch die Wahl von Personalpronomen aus, die für
Kommunikationszwecke geeignet sind.
1.2 Titelbezeichnungen
- Titel: giáo sư, tiến sĩ, phó giáo sư, viện trưởng, đại
tá, bác sĩ,...
Bsp:
A: Nếu còn việc gì chưa rõ, anh có thể hỏi tôi.
B: Xin cảm ơn viện trưởng. Khi nào cần, em sẽ đến
phiền viện trưởng sau.
2. Modalpartikel
- Modalpartikel: nha, nhé, đi mà, nè, à, ơi, ạ, ...

Bsp: Em ở nhà học bài đi nhé!


Cô đi làm ạ!
3. Höflichkeitsbezogene Wörter

– Adjektive: hân hạnh, chân thành,...

Bsp: Tôi cũng rất hân hạnh được làm quen với anh.

– Interjektion: dạ, vâng

Bsp: Dạ, con chào cô con đi học.


Verben:
+ cảm ơn, tạ ơn, làm ơn, đội ơn,

+ phiền, cảm phiền, xin, xin được phép, xin mạo muội, mạn phép

+ kính chào, kính chúc, kính thưa, kính mời, bẩm, tâu, trân trọng, trộm nghĩ,...

Bsp: Buổi lễ xin được phép bắt đầu.

Phiền anh chỉ giúp em nhà bác An với ạ.

Mạn phép cụ, con xin có ý kiến!

Kính thưa các quý vị đại biểu, kính thưa các thầy cô giáo, thưa toàn thể các bạn

học sinh thân mến.


4.Wörtliche Wiederholungen
Bsp: Bác ăn cơm chưa bác?
5. Bestätigungsfrage
- Die Vietnamesen benutzen die Frage mit den Wörtern wie liệu
có thể, làm ơn, được không, được chứ,… um ihre höfliche
Fragen, Aufforderungen und Wünsche auszudrücken.

Bsp: Anh có thể lấy giúp em cuốn sách đó được không?

Cậu xin cô giúp tớ được chứ?


6. Euphemismus
– Ein sprachlicher Ausdruck, in welchem eine Bedeutungsverhüllung, eine abschwächende
oder eine beschönigende Umschreibung der Bedeutung ausgedrückt wird.

,,nói giảm nói tránh, bằng cách không dùng lối diễn đạt trực tiếp mà dùng
hình thức diễn đạt nhẹ nhàng hơn, mềm mại hơn”.

Bsp: Bác đã lên đường theo tổ tiên. (chết)


Anh ta có chiều cao khiêm tốn. (thấp)
IV. Gemeinsamkeit und Unterschiede des Ausdrucksmittels
der Höflichkeit im Deutschen und im Vietnamesischen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Höflichkeit auszudrücken.


Während im Deutschen häufig bestimmte Kategorien eingesetzt
werden, um Höflichkeit auszudrücken ( z. B. durch die Verwendung
des Konjunktivs, die Wahl der Anredeformen „du“ und „Sie“, oder
den Gebrauch von Modalverben), finden sich im Vietnamesischen
häufig die eigene Kategorie „Respekt“, und mehr gebundenen
Formen, wie z. B. eigene höflichkeitsbezogene Wörter.
Höflichkeitsrealisierung
  Im Deutschen Im Vietnamesischen
Modalpartikeln denn, doch, aber, wohl, ja, usw. nha, nhé, nè, à, ạ, usw.
Professor, Doktor, Präsident, Rektor, giáo sư, tiến sĩ, phó giáo sư, viện
Höfliche Anredeformen usw. trưởng, đại tá, bác sĩ, usw.
 
Gemeinsamkeiten
bitte, danke, vielen Dank, danke sehr, hân hạnh, cảm ơn, tạ ơn, làm ơn,
Höflichkeitsbezogene Wörter
usw. usw.
entschlafen statt gestorben, „hy sinh“ statt „chết“, „chiều cao
Euphemismus
Nullwachstum statt Stagnation, usw. khiêm tốn“ statt „thấp“, usw.

Konjunktiv II
_
(könnte, hätte, usw)
Modalverben
  _
(können, dürfen, wollen, mögen)
 
Wörtliche Wiederholungen
Unterschiede _
(Bác ăn cơm chưa vậy bác?)
 
Bestätigungsfrage
_ (Liệu bạn có thể giúp tôi một việc
được không vậy?)
Literatur

(1) Salifou Traoré (2014): Sprachvergleich im Kontext des Lehrens und Lernens fremder
Sprachen. Zur Modellierung Eines Funktionalen Apparates ALS tertium Comparationis.
Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang S.99-115
(2) Nguyen Van Khang (2012): Ngon ngu hoc xa hoi, S.405-417 - NXB Giao duc Viet Nam.
(3) TS. Ta Thi Thanh Tam (2009): Lich su trong giao tiep tieng Viet - NXB Tong hop TP Ho
Chi Minh.
(4) Duden 04: Die Grammatik
(5) Duden Wörterbuch [online]: https://www.duden.de/ 
(6) Glottopedia :http://www.glottopedia.org/
Danke für Ihre
Aufmerksamkeit!