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Geschichte des Nachhaltigkeitsbegriffs

Evo Morales vor den Vereinten Nationen


(September 2009)

„If We Don’t Defend Mother Earth’s Rights, There’s No Use in


Defending Human Rights“
• There exists an ongoing debate about the financial crisis, climate change and
democracy. We cannot forget the food and energy crises. I applaud the
addresses, which focus on the origins of the crisis. However, the majority of
the speeches only speak of effects, never the cause. I came here today to
speak plainly with you all. The origin of this crisis is the exaggerated
accumulation of capital in far too few hands. It is the permanent removal of
natural resources and the commercialization of Mother Earth. The origins
come from the system and an economic model of Capitalism. If we don’t
share the truth of this crisis with one another nor the international community,
we will disseminate a lie to our people whom expect more from their
presidents, governments and these kinds of forums.
Evo Morales vor den Vereinten Nationen
(April 2009, zit. nach Grober 2013, S. 61)

„Die Erde ist für uns Indianer etwas Heiliges,“ sagte er,
„Mutter Erde, die Pachamama, wie sie in unserer
Sprache heißt, schenkt uns das Leben. Deshalb darf
sie nicht als Ware gehandelt werden. Sie darf nicht
zum Geschäft werden.“
• 1.        Gelobt seist du, mein Herr,
mit allen deinen Geschöpfen,
zumal dem Herrn Bruder Sonne...
2.        Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Mond und die Sterne ...
3.        Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken
und heiteren Himmel und jegliches Wetter,
durch das du deinen Geschöpfen den Unterhalt gibst.
• 4.        Gelobt seist du, mein Herr,
durch Schwester Wasser,
gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.
• 5.        Gelobt seist du, mein Herr,
durch Bruder Feuer, / durch das du die Nacht erleuchtest ...
6.        Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns ernährt und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt / und bunte Blumen und Kräuter.
(zit. nach http://www.franziskaner.de/Sonnengesang.23.0.html)
(Über das Leben von Franz von Assisi s. http://www.franziskaner.de/FRANZISKUS-
KLARA.25.0.html
- Eine moderne religiöse Adaption: https://www.youtube.com/watch?v=lRompOkrXNk)
Aus den Veden
Zit. nach Grober 2013, S. 13

• alles tragende, fest gegründete, goldbrüstige


Mutter Erde
• Was ich von dir, o Erde, ausgrabe, laß es schnell
nachwachsen. Lass mich, o Reinigende, weder
deinen Lebensnerv durchtrennen noch dein Herz
durchbohren
Europäischer Vorläufer: Providentia Dei

• Theologischer Begriff im Mittelalter: Vorherbestimmung, Vorausschau, Vorsorge,


Fürsorge durch Gott für seine Geschöpfe („Gottes Wille bleibt in der Schöpfung
aktiv“):
„Gott sorgt für alle seine Geschöpfe, erhält sie auf Dauer in ihrer Existenz, führt sie
ihrer Bestimmung, ihrem Telos, nämlich der Erlösung, entgegen“
(Grober 2013, S. 50 – 54 )
• Kernaspekte der „Providentia“:
- conservatio (Erhaltung = „kein Rückfall ins Nichts“ – aber auch: Werden und
Entwicklung sind eingeschlossen)
- gubernatio (Lenkung, Leitung, Regierung: die gesetzmäßigen Erscheinungen in der
Natur)
- concursus (Zusammenkommen oder Zusammenspiel der verschiedenen
Wirkursachen = göttliches und menschliches „Wirken“)
(Ausführlicher: Grober 2013, S. 49 ff.)
Kernthese von Grober

• Wer an die Providentia glaubt, braucht keinen


Nachhaltigkeitsbegriff. Denn die Zukunft liegt in
Gottes Hand.
(Grober 2013, S. 54)
• In der Epoche der Aufklärung kollabierte der
Glaube an die Providentia. Aus seinen Trümmern
aber, so meine These, stammen tragende Pfeiler des
modernen Nachhaltigkeitsdenkens.
(Grober 2013, S. 49)
Der Begriff Nachhaltigkeit

• Joachim Heinrich Campe: „Nachhalt“ ist das „woran man


sich hält, wenn alles andere nicht mehr hält“
(Wörterbuch der deutschen Sprache, 1809
Der Begriff Nachhaltigkeit II
• To Sustain – Oxford Dictionary:
- to keep in being (im Dasein halten)
- to cause to continue in a certain state (bewirken, dass etwas in einem
bestimmten Zustand fortdauert)
- to keep or maintain at the proper level or standard (auf dem
angemessenen Stand erhalten )
- to preserve the state of (den Zustand von etwas bewahren)
• Lateinisch:
- sustenere
- sustenare
deutsch: aushalten, aufrechterhalten, tragen, stützen, bewahren, etwas
zurückhalten
• Club of Rome: Wir suchen nach einem Modell, das ein Weltsystem
abbildet, das 1. nachhaltig (sustainable) ist ohne plötzlichen und
unkontrollierbaren Kollaps; und 2. fähig ist, die materiellen
Grundansprüche aller seiner Menschen zu befriedigen.
Der Begriff Entwicklung

• Entwicklung ist bei Nikolaus von Kues zunächst ein Terminus der
Geometrie: Linea est puncti evolutio. Die Linie ist die Entwicklung -
wörtlich: Ausrollung - des Punktes. Synonym mit evolutio gebraucht
Cusanus das Wort explicatio, eine Ableitung von plicare - falten.
Entwicklung ist in jener Epoche die Entfaltung der den Dingen
innewohnenden Anlagen. Nicht mehr, nicht weniger.
(Zit. nach Grober 2013, S. 64)
• Das lateinische evolutio bezog sich ursprünglich auf das Ausrollen
einer Schriftrolle. Im französischen developper steckt das lateinische
develare - enthüllen, entschleiern. Die englische Fassung des Wortes
- evolution - erscheint zum ersten Mal 1670 in der Zeitschrift der
Royal Society, hier schon bei der Erörterung biologischer Fragen.
(Zit. nach Grober 2013, S. 77)
„Formeln der Nachhaltigkeit“
(nach Ulrich Grober 2013, S. 20f.)

• Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche die


Bedürfnisse der gegenwärtigen Generation befriedigt, ohne die
Fähigkeit zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre
eigenenBedürfnisse zu befriedigen (Brundtland-Bericht 1987)
• Dreieck der Nachhaltigkeit
(„Ökologisches – Wirtschaftliches – Soziales“)
• Nicht mehr Holz fällen als nachwächst
(Nachhaltige Forstwirtschaft: Carl von Carlowitz)
• Die Schöpfung bewahren
(Christliche Theologie)
Spinoza (nach Gruber)

• Es gibt in der Natur nichts, wovon man sagen könnte, es gehöre diesem
Menschen und nicht jenem, sondern alles gehört allen. Spinoza glaubt an
die gerechte Verteilung der Güter und an die potentia multitudinis, die
demokratische Macht der Menge. Für den Menschen ist nichts nützlicher
als der Mensch, und nichts Vorzüglicheres, behaupte ich, vermögen die
Menschen zur Erhaltung ihres Seins sich zu wünschen, dass alle in allem
derart übereinstimmen, dass alle Geister und Körper zusammen gleichsam
einen einzigen Geist und einen einzigen Körper bildeten und alle zumal, so
viel als möglich, ihr Sein zu erhalten strebten und alle zumal den
gemeinsamen Nutzen aller für sich suchten. An dieser Stelle der »Ethik«
formuliert er den Grundgedanken der sozialen Gerechtigkeit: Nichts für
sich verlangen, was sie nicht auch für die übrigen Menschen fordern.
René Descartes
• »Cogito, ergo sum.« Ich denke, also bin ich. Auf diesen Nullpunkt - die
Gewissheit, ein denkendes Subjekt zu sein - setzt René Descartes die Hoffnung
auf einen Neuanfang. Die Vernunft an die Macht! erscheint ihm als letzter
Ausweg in einer Zeit, die aus den Fugen geraten ist. (Grober 2013, S. 75:
Descartes‘ Antwort auf den „Zusammenbruch der Providentia“)
• »Je pense, donc je suis.« Diese erste unbezweifelbare und unumstößliche
Gewissheit wählt er 1637 zum Ausgangspunkt seines »Discours de la
méthode«, der Suche nach einer Methode der Wahrheitsfindung. »Ich denke,
also bin ich« war ein unerhörter Befreiungsschlag. Das autonome Subjekt
agiert unabhängig von der Autorität der Kirche oder eines absoluten
Herrschers.
• Aber: Das Denken befreit sich damit auch von den Bindungen an einen
Leib, an die Natur insgesamt. Die körperlose »res cogitans« und die
materielle Welt sind radikal getrennt. Natur, selbst der menschliche
Körper, ist »res extensa«, ausgedehnte Substanz, ein Mechanismus.
(Grober 2013, S. 69 f.)
René Descartes Denken als Grundlage der
Naturwissenschaft und der „Herrschaft über die
Natur“
• Das befreite Denken richtet sich nun auf das Ziel der Selbsterhaltung. Der Weg: Die
Herrschaft über die Natur gewinnen, sie in Besitz nehmen, ihr eine Ordnung geben
und sie nutzbar machen. Dies geschieht mit der Methode des rationalen Denkens:
Nur das als wahr anzuerkennen, was evident und beweisbar ist. Eine Sache in so viele
Teile wie nötig zu zerlegen, die Dinge sezieren, analysieren, vermessen, neu ordnen
und konstruieren - wird zum Königsweg. Auf diesen Bahnen sucht Descartes
Erkenntnisse, die »für das Leben nützlich« sind. Sein Ziel ist eine praktische
Philosophie, wodurch wir die Kraft und Wirkung des Feuers, des Wassers, der Luft, der
Gestirne, der Himmel und aller übrigen Körper in unserer Umwelt ebenso deutlich als
die Geschäfte unserer Handwerker kennenlernen und also im Stande sein würden, sie
ebenso praktisch zu allem möglichen Gebrauch zu verwerten und uns auf diese Weise
zu Herrn und Eigentümern der Natur (maitres et possesseurs de la nature) zu machen.
Descartes' Weg führt zu der Vorstellung, der Mensch könne und müsse die Natur - er
bevorzugt das Wort Materie - beherrschen, für seine Zwecke zurichten, neu
einrichten, konstruieren. Sie erscheint als bloßes Ressourcenlager, das nach
rationalen Kriterien zu ordnen und auszubeuten sei. In der Konsequenz bedeutete
das eine radikale Entwertung der Natur. Die Trennung von Geist und Materie bereitet
dem »Tod der Natur« den Weg. Ob das so beabsichtigt war, ist fraglich. (Grober 2013,
S. 70 f.)
Auch Spinoza gibt die „Providentia“ auf
• Die Lehre von der Vorsehung lehnt Spinoza kategorisch ab. Die Vorstellung,
Gott habe alles um des Menschen willen gemacht und. es gäbe einen ... Lenker
der Natur, welcher alles für sie besorgt und alles zu ihrem Nutzen geordnet, sei
ein Vorurteil. Er hält dagegen, dass alles in der Natur nach einer gewissen
ewigen Notwendigkeit vor sich geht. Die Substanz könne nicht hervorgebracht
werden, sondern existiert, schreibt er 1661 in einem Brief an Heinrich
Oldenburg, den Sekretär der Royal Society in London. Daraus folgert er, dass
jede Substanz unendlich oder, in ihrer Art, höchst vollkommen sein muss. Damit
kippt der Herrschaftsanspruch des Menschen. Die Klassifizierung der
Naturphänomene in gut und böse, nützlich und schädlich, unentwickelt und
entwickelt wird hinfällig. Das unzertrennbare Gewebe des Lebens tritt an diese
Stelle. Gegenüber Descartes' Inthronisierung des Menschen als Meister und
Besitzer der Natur beharrt Spinoza darauf, dass der Mensch ebenfalls Teil der
Natur sei. Und ich weiß nicht, schreibt er in einem Brief, wie jedes Teil der Natur
mit dem Ganzen verbunden ist, und wie mit den anderen Teilen.
Grober (2013, S. 73)
Spinozas ethische Schlussfolgerung
(zit. nach Grober 2013, S. 75)

• Es gibt in der Natur nichts, wovon man sagen könnte, es gehöre


diesem Menschen und nicht jenem, sondern alles gehört allen.
Spinoza glaubt an die gerechte Verteilung der Güter und an die
potentia multitudinis, die demokratische Macht der Menge. Für
den Menschen ist nichts nützlicher als der Mensch, und nichts
Vorzüglicheres, behaupte ich, vermögen die Menschen zur
Erhaltung ihres Seins sich zu wünschen, dass alle in allem derart
übereinstimmen, dass alle Geister und Körper zusammen
gleichsam einen einzigen Geist und einen einzigen Körper bildeten
und alle zumal, so viel als möglich, ihr Sein zu erhalten strebten
und alle zumal den gemeinsamen Nutzen aller für sich suchten. An
dieser Stelle der »Ethik« formuliert er den Grundgedanken der
sozialen Gerechtigkeit: Nichts für sich verlangen, was sie nicht
auch für die übrigen Menschen fordern.
Eine ähnliche Schlussfolgerung bei Novalis

• In einem Blüthenstaub-Fragment, schon 1798 veröffentlicht, hatte


Novalis das Verhältnis von Natur und Gesellschaft erörtert: Die Natur ist
Feindin ewiger Besitzungen. Sie zerstört nach festen Gesetzen alte
Zeichen des Eigenthums, vertilgt alte Merckmale der Formazion. Und
dann folgt ein Vorgriff auf die Brundtland-Formel. Er ist freilich ein
gutes Stück radikaler: Allen Geschlechtern gehört die Erde - jeder hat
Anspruch auf alles. Die Früheren dürfen diesem Primogeniturzufalle
(dem Zufall der frühen Geburt) keinen Vorzug verdanken.
(Grober 2013, S. 144)
Markt und utilitaristische Ethik
• Goethes Zeitgenosse, der schottische Moralphilosoph Adam Smith, verknüpfte im
Jahre 1776 ... die Idee der Humanität mit dem Konzept des freien Marktes. Die
überwölbende Idee war »das größte Glück der größten Zahl«. ... Francis
Hutcheson [hatte schon 1725] die Frage aufgeworfen, wie man die moralische
Qualität von Handlungen messen und vergleichen könne, um die eigene
Entscheidung in jeder Situation zu »regulieren«. Seine Antwort: »Das ist das
beste Handeln, welches das größte Glück der größten Anzahl bewirkt.« ... Der
Philosoph spricht selbst von seiner »moral algebra«. Bei gleichen »Graden an
Glück«, so Hutchinson, hänge die Wahl davon ab, auf wie viele Personen sich das
Glück erstrecke. ... Die schottischen Aufklärer bekannten sich zum Utilitarismus.
Ihr philosophisches System macht die Nützlichkeit einer Erkenntnis und in der
Folge das Kosten-Nutzen-Kalkül zum entscheidenden Kriterium. Adam Smith
baut Hutchinsons Ansatz aus. Individuen, die in völliger Freiheit und im
Eigeninteresse für ihr persönliches Glück arbeiten, sorgen dadurch gleichzeitig
für das größtmögliche allgemeine Glück. Ins Ökonomische übersetzt: Wenn jeder
Einzelne sein Kapital so lenkt, dass der Ertrag den höchsten Wertzuwachs erzielt,
wird die »unsichtbare Hand des Marktes« Volkseinkommen und Wohlstand
insgesamt auf das höchste mögliche Niveau anheben. So koppelt Adam Smith das
Konzept des freien Marktes an das Prinzip des größten Glücks.
(Grober 2013, S. 145 f.)
Gerald Mackenthun
zit. nach http://home.arcor.de/g.Mackenthun/risk/index.htm#waskannmantun

• Mit Björn Lomborg ("Apocalypse No!", Lüneburg 2002) und Julian Simon
("The State of Humanity", USA 1997) vertrete ich die Meinung, dass die
Welt vor realen Problemen steht, diese aber oftmals übertrieben und die
Fortschritte in der Entwicklung sträflich ignoriert werden. Das Ökosystem
bricht nicht zusammen, die Nahrungsmittelproduktion steigt, die Lichter
werden nicht ausgehen, die Lebenserwartung steigt, die Szenarien zur
globalen Erwärmung sind unrealistisch pessimistisch, der Artenschwund
ist nicht so dramatisch wie behauptet und der saure Regen hat nicht die
Wälder getötet. Wichtig ist, folgendes zu beachten: Überblickt man die
vergangenen 100 oder 200 Jahre, hat sich die Lebensqualität der Mehrheit
der Menschen verbessert. Das heißt nicht, dass die Lebensbedingungen
für alle gut genug sind! Die Dinge entwickeln sich zum Guten, sind aber
nicht notwendigerweise schon gut. Noch hungern viele Menschen auf der
Welt, doch der Knackpunkt ist, dass immer weniger Menschen auf der
Welt hungern. Das ist ein bemerkenswerter Prozess, der alle
Apokalyptiker Lügen straft, der aber objektiv noch nicht gut genug ist.
Gerald Mackenthun – Beispiel für eine moderne
Anwendung utilitarischer Ethik
• VII. 2. Das Beispiel Lipobay
• Am 8. August 2001 nahm der Pharmahersteller Bayer AG (Leverkusen) weltweit den
Cholesterinsenker Lipobay/Baycol vom Markt. Seit Markteinführung von
Lipobay/Baycol 1997 wurden von Bayer weltweit 52 Todesfälle und 1114 Fälle
schwerer Muskelschwund in zeitlichem Zusammenhang mit der
Medikamenteneinnahme registriert. Zur Begründung hieß es, Bayer könne nicht
verhindern, dass Ärzte vor allem in den USA Lipobay/Baycol weiterhin mit einem
weiteren Lipidsenker der Fibrat-Gruppe (Gemfibrozil) zusammen verschreiben, obwohl
Bayer und die Gemfibrozil-Hersteller ausdrücklich vor einer Kombination warnten. ...
Der Rückzug erfolge also aus Sorge um das Wohl der herzkranken Patienten. ...
Dieser Teil der Geschichte wurden in den Medien unterschlagen. ...
•   Insgesamt wurden sechs Millionen Menschen mit den beiden Bayer-Medikamenten
behandelt, denen wegen hoher Cholesterinspiegel Herzinfarkt und Gehirnschlag
drohten. Unter Risikogesichtspunkten ist ein Verhältnis von 52 mutmaßlich im
Zusammenhang mit Lipobay/Baycol stehenden Todesfällen zu sechs Millionen
Behandelten sehr gut. Angenommen, die 52 starben wegen des Medikaments zehn
Jahre vor ihrem "natürlichen" Ende, so sind kumuliert 520 Lebensjahre zu betrauern.
Angenommen ferner, den sechs Millionen Nutzern verschaffte Lipobay/Baycol ein
zusätzliches Lebensjahr, so stehen 520 verlorene Lebensjahre sechs Millionen
gewonnenen Lebensjahren gegenüber. Anders gesagt, der Nutzen von
Lipobay/Baycol übertrifft das Risiko um etwa das 115 000-fache. 
• Quelle: http://home.arcor.de/g.Mackenthun/risk/index.htm#VII.2.