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DER 

EUROPÄISCHE GERICHTSHOF (EUGH)
RÉKA ILLÉS MÁRTON SZALAI
GLIEDERUNG

1. Was macht der Europäische Gerichtshof (EuGH)?

2. Wie setzt sich der EuGH zusammen?

3. Wann und wo tagt der EuGH?

4. Entstehung des EuGH

5. Zusammensetzung und Organisation

6. Arbeitsweise des EuGH

7. Verfahren und Zuständigkeiten

8. Entscheidungen, Sprachen und Urteile

9. Quellen

06/06/2021
WAS MACHT DER EUROPÄISCHE GERICHTSHOF (EUGH)?

 Der Europäische Gerichtshof ist das


oberste Rechtsprechungsorgan der EU.
Der EuGH gewährleistet, dass das EU-
Recht in allen EU-Mitgliedstaaten auf
die gleiche Weise angewandt wird, und
trägt dafür Sorge, dass die EU-Länder
und die EU-Institutionen das EU-Recht
einhalten.
WIE SETZT SICH DER EUGH ZUSAMMEN?

 Der EuGH gliedert sich in zwei Gerichte: den


Gerichtshof und das Gericht.
Der Gerichtshof besteht aus je einem Richter oder
einer Richterin aus je einem EU-Mitgliedstaat,
also insgesamt 27. sowie neun Generalanwältinnen
und Generalanwälten.
 Das Gericht besteht aus je zwei Richtern oder
Richterinnen pro Mitgliedtaat, also insgesamt 54
Richtern. Die Richter und Richterinnen beider
Gerichte sowie die Generalanwälte und
Generalanwältinnen werden von ihren nationalen
Regierungen für 6 Jahre ernannt.
WANN UND WO TAGT DER EUGH?

 Der EuGH hat seinen Sitz in Luxemburg. Für


jeden Fall wird ein Richter oder eine
Richterin ernannt („Berichterstatter“) plus
einen Generalanwalt oder eine
Generalanwältin.
 Der Europäische Gerichtshof (EuGH) und
das ihm beigeordnete Europäische Gericht
erster Instanz (EuG) bilden die
Gerichtsbarkeit der Europäischen Union.
ENTSTEHUNG DES EUGH

 Der in Luxemburg ansässige Europäische


Gerichtshof (EuGH) wurde 1952 zunächst nur für
die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl
(EGKS) gegründet. Nachdem er mehrere Jahre
erfolgreich im Rahmen des EGKS-Vertrages
judiziert hatte, wurde am 25. März 1957 ein
einheitlicher Gerichtshof für alle drei – mittlerweile
zwei – Gemeinschaften geschaffen (Römische
Verträge).
GERICHT ERSTER INSTANZ (EUG)
 Seit dem 1. November 1989 wird der EuGH vom
einem Gericht erster Instanz (EuG) entlastet, das für
Entscheidungen über einzelne Gruppen von Klagen
im ersten Rechtszug zuständig ist und gegen dessen
Entscheidung ein auf Rechtsfragen beschränktes
Rechtsmittel beim Gerichtshof nach Maßgabe der
EG-Satzung eingelegt werden kann.
 Mit der Schaffung der Europäischen Union durch
den Vertrag von Maastricht wurde der
Zuständigkeitsbereich des EuGH erweitert.
 Wichtige verfahrenstechnische Neuerungen wurden
im Dezember 2000 mit dem Vertrag von Nizza
beschlossen. Diese wurden angesichts der steigenden
Anzahl von Verfahren vor dem EuGH und EuG und
im Hinblick auf die Erweiterung der EU notwendig.
ZUSAMMENSETZUNG UND ORGANISATION
 Im Europäischen Gerichtshof ist jedes Mitgliedsland der EU mit einem Richter vertreten (Art. 221 EGV).

 Die Richter des EuGH wählen aus ihrer Mitte für die Dauer von drei Jahren den Präsidenten des Gerichtshofes.

 Der Präsident leitet die rechtsprechende Tätigkeit sowie die Verwaltung des Gerichtshofes.

 Die Arbeit der Richter bei der Rechtsfindung wird durch je acht Generalanwälte unterstützt.

 Die Richter und Generalanwälte werden von den Regierungen der Mitgliedstaaten im gegenseitigen Einvernehmen auf
sechs Jahre ernannt.
 Sie müssen jede Gewähr für Unabhängigkeit bieten.

 Die Generalanwälte unterstützen den Gerichtshof bei der Erfüllung seiner Aufgaben. Sie sind unabhängige, nur dem
Gemeinschaftsrecht verpflichtete Berichterstatter. Der zuständige Generalanwalt fasst am Ende einer mündlichen
Verhandlung den Tatbestand zusammen, trägt eine detaillierte Analyse der Rechtslage vor und schließt mit einem
Entscheidungsvorschlag.
ARBEITSWEISE DES EUGH

Schriftliches Verfahren
• Die beteiligten Parteien legen dem Gericht eine schriftliche
Erklärung vor. Bemerkungen dazu können auch von nationalen
Behörden, EU-Institutionen und in manchen Fällen
Einzelpersonen hinzugefügt werden.
• Der Richter (Berichterstatter) fasst dies in einem Bericht
zusammen, der in der Generalversammlung des Gerichts erörtert
wird. Dort wird beschlossen
• wie viele Richter mit dem Fall befasst werden: drei, fünf
oder 15 (gesamtes Gericht), je nach Bedeutung und
Komplexität des Falls. Die meisten Fälle werden von fünf
Richtern behandelt; das gesamte Gericht wird nur äußerst
selten befasst.
• Sie entscheiden auch, ob eine öffentliche Anhörung
(mündliche Verhandlung) stattfinden muss und ob eine
offizielle Stellungnahme des Generalanwalts erforderlich
ist.
ARBEITSWEISE DES EUGH

Mündliche Verhandlung – öffentliche Anhörung


• Die Anwälte beider Parteien können den
Richtern und dem Generalanwalt ihre
Ausführungen vortragen. Letztere können
Fragen stellen.
• Hat das Gericht beschlossen, dass eine
Stellungnahme des Generalanwalts erforderlich
ist, wird diese einige Wochen vor der Anhörung
vorgelegt.
• Die Richter beraten dann gemeinsam über das
Urteil und erlassen es.
• Das Verfahren des Gerichts ist ähnlich, nur dass
lediglich in den meisten Fällen nur drei Richter
damit befasst werden und die Stellungnahme eines
Generalanwalts entfällt.
VERFAHREN UND ZUSTÄNDIGKEITEN

 Der Gerichtshof übt seine Rechtsprechungsbefugnisse


im Rahmen verschiedener Klagearten und
des Verfahrens für den Erlass von
Vorabentscheidungen aus.
 Vertragsverletzungsklage 

 Nichtigkeitsklage 

 Untätigkeitsklage 

 Schadensersatzklage 

 Vorabentscheidungsverfahren 
VERTRAGSVERLETZUNGSKLAGE

 So können die Kommission und die Mitgliedstaaten z. B. mit


der Vertragsverletzungsklage (Art. 226, 227 EGV)
mitgliedstaatliche Vertragsverletzungen rügen und der
gerichtlichen Kontrolle unterwerfen.
 Die Klage kann entweder von der Europäischen Kommission –
dies ist der häufigste Fall – oder von einem Mitgliedstaat
erhoben werden. Stellt der Gerichtshof die behauptete
Vertragsverletzung fest, so ist der betreffende Staat verpflichtet,
sie unverzüglich abzustellen.
 Stellt der Gerichtshof nach einer erneuten Anrufung durch die
Kommission fest, dass der betreffende Mitgliedstaat seinem
Urteil nicht nachgekommen ist, so kann er ihm die Zahlung eines
Pauschalbetrags oder Zwangsgelds auferlegen.
NICHTIGKEITSKLAGE

 Mit der Nichtigkeitsklage (Artikel 230 EGV),
können die Mitgliedstaaten, das Europäische
Parlament, der Rat der Europäischen Union
(Ministerrat) und die Kommission beantragen,
Gemeinschaftsvorschriften ganz oder teilweise für
nichtig zu erklären.
 Einzelpersonen können die Nichtigerklärung von
Rechtsakten fordern, die sie unmittelbar und
individuell betreffen. Der Gerichtshof kann auf diese
Weise die Rechtmäßigkeit der Handlungen der
Gemeinschaftsorgane überprüfen.
UNTÄTIGKEITSKLAGE

 Die Untätigkeitsklage (Art. 232 EGV) gestattet es
dem Gerichtshof, die Rechtmäßigkeit der Untätigkeit
eines Gemeinschaftsorgans zu prüfen und
gegebenenfalls dessen Schweigen oder Nichthandeln
zu ahnden.
 Bei der Schadensersatzklage (Art. 235 EGV), mit der
die außervertragliche Haftung der Gemeinschaft
geltend gemacht wird, hat der Gerichtshof darüber zu
entscheiden, ob die Gemeinschaft für Schäden
aufzukommen hat, die ihre Organe oder Bediensteten
in Ausübung ihrer Amtstätigkeit verursacht haben.
VORABENTSCHEIDUNGSVERFAHREN

 Das Vorabentscheidungsverfahren (Art. 234 EGV) ist von


zentraler Bedeutung für die einheitliche Auslegung des
Gemeinschaftsrechtes.
 Es handelt sich um ein Zwischenverfahren innerhalb
eines Rechtsstreits vor einem nationalen Gericht. Dieses
kann vom EuGH eine Vorabentscheidung verlangen,
wenn es in einem Verfahren Gemeinschaftsrechtsnormen
anwenden muss und Zweifel hinsichtlich deren
Auslegung hat. Nationale Gerichte letzter Instanz sind
sogar verpflichtet, beim EuGH Vorabentscheidungen
einzuholen.
 Das nationale Gerichtsverfahren wird ausgesetzt, bis die
Vorabentscheidung ergeht. Diese Entscheidung ist dann
für das nationale Gericht bindend. So wird gewährleistet,
dass Europarecht in allen EU-Ländern einheitlich
ausgelegt wird.
ENTSCHEIDUNGEN, SPRACHEN UND URTEILE

 Entscheidungen des EuGH und EuG werden mit einfacher


Mehrheit gefällt. Daher kann der Gerichtshof nur in
Besetzung mit einer ungeraden Zahl von Richtern
rechtswirksam entscheiden.
 Als Verfahrenssprache kann der Kläger eine der elf
Amtssprachen der Gemeinschaft wählen. Ist die beklagte
Partei ein Mitgliedstaat oder eine natürliche oder
juristische Person, die einem Mitgliedstaat angehört, so ist
die Amtssprache dieses Mitgliedstaats Verfahrenssprache.
 Die Richter beraten in nichtöffentlicher Sitzung und
verkünden das Urteil dann öffentlich. Die Urteile des
EuGH sind verbindlich, können nicht mehr angefochten
werden und stehen über nationalem Recht.
QUELLEN

 https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/politikwirtschaft/artikel/europaeischer-gerichtshof#

 https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/europa/wie-funktioniert-europa/der-europaeische-gerichtshof

 https://curia.europa.eu/jcms/jcms/j_6/de/

 https://www.europaimunterricht.de/eu-gerichtshof

 https://europa.eu/european-union/about-eu/institutions-bodies/court-justice_hu

 https://curia.europa.eu/jcms/jcms/j_6/hu/
DANKE FÜR DIE AUFMERKSAMKEIT!

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