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Patient Blood Management

26. März 2018


Ausgangslage
 17 Millionen chirurgische Eingriffe jährlich in
Deutschland

 jeder 3. Patient ist bei Einweisung ins


Krankenhaus bereits anämisch

 jeder 2. Patient erwirbt während des


Krankenhausaufenthaltes eine Anämie
Patient Blood Management
 Aufforderung WHO seit 2010 zum PBM

 Querschnittsleitlinie der deutschen


Bundesärztekammer 2014

 Leitlinie AWMF: Eisenmangelanämie (letzte


Zertifizierung 2016)
Patient Blood Management
 Präoperatives Anämiemanagement
 Moderne Eisensubstitutionstherapie
 Restriktive Transfusionspraxis
 Multimodales Patient Blood Management
Eisenmangel
 Eisenmangel ist als eigene Entität abzugrenzen
 Definition : Verminderung des
Gesamtkörpereisens.
 Er ist die häufigste Ursache für eine
Eisenmangelanämie.

Prävalenz : EU 5-10%, ♀20%


Diagnostik eines Eisenmangels
Eisenmangel
 Bei der Eisenmangelanämie sinkt die Hb-Konzentration unter die
(alters) und geschlechtsspezifische Norm ab.
 Bei gesunden Personen TSAT < 20% sowie Serum-Ferritin-
Konzentration von <30 mikrogram/L

Eisenmangel ist eine


eigenständige Ursache für
Krankheits-assoziierte
Symptome
Anämie
 Anämie nach WHO : ♀ <12 g/dL ♂<13 g/dL
Leichte Anämie : ♀ 11-12 g/dL ♂12-13 g/dL
Mittlere Anämie : >9 g/dL ≤ 12 g/dL
Schwere Anämie : ≤9 g/dL
Häufige Diagnose

2013  400.000 Hospitalisierungen  jeder 2. Patient  Anämie

Koch CG, Li L, Sun Z, Hixson ED et al. Hospital-acquired anemia: Prevalence, outcomes, and healthcare implications. J Hosp
Med 2013, 8: 506-512
Prävalenz des Eisenmangels

Grunderkrankung:

 Gastrointestinale Blutungen bei CED 13-90%


 Onkologische Erkrankungen Eisenmangel
 Chr. Herzinsuffizienz 50%
 Chr. Niereninsuffizienz 50%
Unbehandelter Eisenmangel
Ursachen der Anämie
 Hämodilution durch Intravenöse Gabe von
isovolämischen Lösungen oder Pharmaka
 Blutverluste aufgrund von Laboruntersuchungen
 Chirurgischen Eingriffen
 Koagulopathie
 Drainagen
 Okkulten Blutungsquellen
 gestörter Erytropoese z.B. durch Entzündungen,
Freisetzung von Zytokinen, Veränderungen im
Eisenmetolismus oder Sepsis
Transfusion allogener
EK ist assoziiert mit:

Infektionsrisiken
immunologischen
Veränderungen
Kosten
Anämie und Mortalität
Baron und Mitarbeiter (2015) - ♀ 26,5%
Nicht-kardialen chirurgischen 39.309
Eingriffen ♂ 31,1%

Mittelschwere Präoperative
Anämie

Mortalität verdoppelt

Schwere Präoperative Anämie

3-fach Mortalität erhöht


 Musallam und Mitarbeitern (2011)
 Retrospektiven Kohortenstudie
(227425)
 Nicht herzchirurgische Patienten

 Von Heymann und Mitarbeiter


 Herzchirurgische Patienten (4494)
 Längere Verweildauer auf der Intensiv
 station
Korrektur Eisenmangel bei
kardiologischen Patienten
Lebensqualität verbessern
Korrektur des Eisenmangels Rehospitalisierungsraten
< Bluttransfusionen
Morbidität
Mortalität
Therapie
 Dextran-freies Eisen (III)-Kohlenhydrate
(Ferinject, Eisencarboxymaltose)

 Dextran-basiert Eisen(III)-Kohlenhydrate
Eisen i.v. Substitutionstudie
 Bei Patienten mit geplanter OP in den nächsten 2-4
Wochen und vorliegendem Eisenmangel (TSAT < 20%,
Ferritin < 100 ng/ml)
 geplanter abdomineller Eingriff und präoperativ
nachgewiesener Anämie
 Randomisiert 4-21 Tage vor der OP
Eisencarbonxymaltose i.v. (einmalige Infusion von
15mg/kg Körpergewicht bis maximal 1000 mg)
 Ergebnis: 60% weniger Transfusionen, Reduktion der
Verweildauer um 3 Tage pro Patient
Prävention der Krankenhaus-erworbenen Anämie

Patient Blood Management


Ein klinische Projekt zur Steigerung der Patientensicherheit

Frühe Detektion und Minimierung des


Behandlung einer ggf. Blutverlustes und
rationaler Einsatz von
vorhandenen Anämie vor vermehrte Nutzung
Blutkonserven
elektiven Eingriffen mit fremdblutsparender
hohem Transfusionsrisiko Maßnahmen
Maschinelle Autotransfusion (MAT)
Restriktive vs Liberal
 restriktive: bei Hb-Abfall < 7 g/dL
 Liberales: bei Hb-Abfall < 9-10 g/dL

Der primäre Endpunkt :


Im Liberalen Arm (immunologischer Veränderungen aufgrund allogener
Erytrozyten vermehrt zu Wundinfektion oder Sepsis)
Im restriktiven Arm (vermehrt zu ischämischen Ereignissen kommt)

Ergebnis:
 Liberales Regime bring hinsichtlich klinischer Outcome-Daten keinen Vorteil
 Rekstriktives Regime eindeutig ökonomisch überlegen
 Im liberalen Arm 2-4 fach mehr EK-Konserven gegeben
Die 3 Säulen des multimodalen
PBM
1. Frühe Detektion und Behandlung einer ggf.
vorhandenen Anämie vor elektiven Eingriffen
mit hohem Transfusionsrisiko
2. Minimierung des Blutverlustes und vermehrte
Nutzung fremdblutsparender Maßnahmen
3. Rationaler Einsatz von Blutkonserven
PBM Studie bei herzchirurgischen Patienten

 Drainageverlust  721 ml auf 552 ml


 Transfusionsrate  39% auf 21%
 Transfusions-assoziierten Reduktion eins akuten
Nierenversagens  von 7,6% auf 5%
 Krankenhausverweildauer  10 auf 8 Tage pro
Patient
 Kosten pro Patient  3300 Euro

Gross I, Seifert B, Hofmann A, Spahn DR. Patient blood management in cardiac surgery results in fewer transfusions and better
outcome. Transfusion 2015; 55: 1075-1081
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Vielen Dank für Ihre


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