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Kurzpräsentation – Narrative Erzählmethode


M.Sc. Peter Fischer, Institut für Pädagogische Psychologie
Narrative: Definition (Dahlstrom & Ho, 2012)

„Form der Kommunikation mit einer temporalen Sequenz an Ereignissen, die von
spezifischen Charakteren beeinflusst werden“"

24.06.21 | M.Sc Peter Fischer | Psychologie der Gruppe | Seite 2


Narrative (Dahlstrom, 2014)

Unterschiede zwischen Narrativen und traditioneller wissenschaftlich-logischer


Kommunikation

Narrative Traditionelle
wissenschaftlich-logische
Kommunikation

Spezifischer Fall Abstrakte Wahrheiten


Stimuliert induktives Stimuliert deduktives
Denken Denken
Kontextabhängig Kontextunabhängig
Bewertung abhängig von Bewertung abhängig von
der Authentizität der Richtigkeit

24.06.21 | M.Sc Peter Fischer | Psychologie der Gruppe | Seite 3


Narrative (Dahlstrom & Ho, 2012)

Vorteile von Narrativen gegenüber traditioneller logisch-wissenschaftlicher


Kommunikation

• Narrative als „Standardmodus“ in der kognitiven Verarbeitung (Schank & Ableson, 1995)
• Unterschiedliche kognitive Verarbeitungsmodi: Narrative daher
• Leichter zu verstehen
• Einnehmender
• Erinnerungen leichter abrufbar
• Langfristigere Einstellungs- und Werteveränderungen

• Gefahr von Narrativen: Werteveränderungen treten „verdeckt auf“, da die Werte in der
Geschichte implizit sind, anstatt explizit genannt (Kreiswirth, 1992)
• Verhindert das Auftreten von Gegenargumenten (Green, 2006)
• Daher werden Wertveränderungen durch inkorrekte Narrative selten durch
Gegenbeweise beeinflusst
• Stattdessen braucht es eine „Gegennarrative“

24.06.21 | M.Sc Peter Fischer | Psychologie der Gruppe | Seite 4


Narrative (Dahlstrom, 2014)

Problem: Konflikt zwischen sich (möglicherweise) widersprechenden Zielen von


WissenschaftskommunikatorInnen

• Ziel 1: Kommunikation objektiver und akkurater Information


• Ziel 2: Gewinnung und Haltung von Aufmerksamkeit der LeserInnen

24.06.21 | M.Sc Peter Fischer | Psychologie der Gruppe | Seite 5


Narrative (Dahlstrom & Ho, 2012)

Ethische Abwägungen, wenn Narrative zur Kommunikation von Wissenschaft benutzt


werden

1. Sollte die Narrative zur Überzeugung oder zum besseren Verständnis genutzt werden?
• Public Understanding of Science (PUS) model: Ruht auf der Annahme, dass
Kontroversen über wissenschaftliche Themen auf mangelndem Wissen der
Allgemeinheit beruhen, welche durch Überzeugung aufgelöst werden können
• Public Engagement in Science and Technology (PEST) model: Ruht auf der
Annahme, dass Kontroversen über wissenschaftliche Themen hilfreich sind und es
die Aufgabe der Wissenschaftskommunikation ist, das wissenschaftliche Denken der
Allgemeinheit zu verbessern
2. Welches Level an wissenschaftlicher Genauigkeit soll in der Narrative beibehalten
werden?
3. Sollten Narrative überhaupt genutzt werden?
• Verletzen Narrative die wissenschaftliche Normen der Objektivität und Genauigkeit?

24.06.21 | M.Sc Peter Fischer | Psychologie der Gruppe | Seite 6


Narrative

Mögliche Forschungsfragen

• Welchen Effekt hat die narrative Erzählmethode im Vergleich zur traditionellen


wissenschaftlich-logischen Darstellungsweise bei der Kommunikation von Wissenschaft
bei den Rezipienten auf
• das Verständnis
• die Genauigkeit der aufgenommen Informationen
• Die Immersion
• Die Erinnerungsfähigkeit der Informationen
• Die Veränderung von Werten (langfristig?)
• Zum einen wäre dies eine Replikation früherer Studien
• Unterschied: Die meisten Studien haben keinen wissenschaftlichen Text benutzt
• Zum anderen würde ich gerne explorativ untersuchen, wie genau diese Variablen genau
im Zusammenhang stehen
• z.B. Ist besseres Verständnis (z.B. eines Textes) durch die erhöhte Immersion
mediiert, die durch die narrative Erzählmethode erzeugt wird?

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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

24.06.21 | M.Sc Peter Fischer | Psychologie der Gruppe | Seite 8


Quellen
Dahlstrom, M. F. (2014). Using narratives and storytelling to communicate science with nonexpert audiences. Proceedings of the National Academy of
Sciences, 111(Supplement_4), 13614–13620. https://doi.org/10.1073/pnas.1320645111
Green, M. C. (2006). Narratives and Cancer Communication. Journal of Communication, 56(suppl_1), S163–S183.
https://doi.org/10.1111/j.1460-2466.2006.00288.x
Kreiswirth, M. (1992). Trusting the Tale: The Narrativist Turn in the Human Sciences. New Literary History, 23(3), 629. https://doi.org/10.2307/469223
Wyer, R. S., & Schank, R. C. (Hrsg.). (1995). Knowledge and memory: The real story. Erlbaum.

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