Sie sind auf Seite 1von 38

2.

Molekularbiologie

2.1 Von Molekülen zum Stoffwechsel


Das werden wir lernen:
Was ist Molekularbiologie?
Warum ist Kohlenstoff so wichtig für das Leben?
Welches sind die 4 Hauptgruppen der Kohlenstoffverbindungen?
Was ist Stoffwechsel?
Was ist Anabolismus und Katabolismus?
Können organische Verbindungen künstlich synthetisiert
werden?
Wie zeichne und erkenne ich molekularen Diagrammen von
Glucose, Ribose, einer gesättigten Fettsäure und einer
verallgemeinerten Aminosäure?  Amir
Was ist Metabolismus?

Der Metabolismus ist


das Netz aller
enzymkatalysierten
Reaktionen in einer
Zelle oder einem
Organismus.
Die Molekularbiologie erklärt Lebens-
Prozesse in Bezug (relación) auf die beteiligten
(involucradas) chemischen Substanzen.

Die Molekularbiologie
• ist ein Studiengebiet, das sich auf die
Erforschung der biologischen Aktivität auf
molekularer Ebene (chemische Moleküle)
konzentriert.
• dazu gehören:
– die Aufklärung (aclaración) von Struktur und Funktion
chemischer Stoffe
– die Bestimmung ihrer Wechselwirkungen (interacción)
Vokabeln
• die Grundlage, -n - la base
• die Bindung, -en – enlace
• die Verbindung, -en – compuesto
• sich abspalten, abgespalten – separarse
• sich anlagern, angelagert – acumularse
• das Molekül, -e – molécula
• die Wechselwirkung, -en – interacción
Vokabeln: Wichtige Elemente
• das Calcium / Kalzium (Ca) - calcio
• das Eisen (Fe) - hierro
• der Sauerstoff (O) - oxígeno
• das Natrium (Na) - sodio
• der Phosphor (P) - fósforo
• der Schwefel (S) - azufre
• der Kohlenstoff (C) – carbono
• der Stickstoff (N) – nitrógeno
• der Wasserstoff (H) – hitrógeno
Chemische Grundbegriffe
• das Atom, -e:
kleinstes Teilchen eines chemischen Elements
• das Molekül, -e:
Verbindung von mehreren Atomen
• das Monomer, -e:
reaktive chemische Verbindungen, die im Einzelzustand vorliegen
(z.B. ein Ribosemolekül = Monosaccharid)
• das Polymer, -e:
mehrere Moleküle finden sich zu größeren Molekülen
zusammen (z.B. mehrere verbundene Zuckermoleküle =
Di- oder Polysaccharid)
• das Makromolekül, -e:
sehr großes Polymer
Die Biochemie – Chemie des Lebens
Alle Lebewesen bestehen aus:
• Anorganischen Stoffen
• Organischen Stoffen = Moleküle die C enthalten und in
Lebewesen vorkommen, außer CO2 und wenige weitere Stoffe

Merke!:
Organisch vs. anorganisch
• Alle organischen Verbindungen haben Kohlenstoff
• Aber: nicht alle Kohlenstoffverbindungen sind organisch, z.B.
– CO2
– Carbonate
Das Spurenelement, -e
Die am häufigsten vorkommenden chemischen
Elemente in Lebewesen sind:
• Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff und
Stickstoff (C, H, O, N)

Spurenelemente sind seltenere chemischen


Elemente, die von Lebewesen benötigt werden.
Das Spurenelement, -e
Zu den biologisch bedeutsamen Spurenelementen gehören:
– Calcium (Ca) - Wichtig für die Freisetzung von Neurotransmittern
aus Synapsen
– Eisen (Fe) - Wird im Hämoglobin gefunden und für den
Sauerstofftransport benötigt
– Natrium (Na) - Beteiligt an der Erzeugung von Nervenimpulsen in
Neuronen
– Phosphor (P) - Bestandteil von Nukleinsäuren und Zellmembranen
– Schwefel (S) - In einigen Aminosäuren enthalten, ermöglicht es
Disulfidbindungen zu bilden

Eselsbrücke: CaFé-NaPS
Kohlenstoffatome können vier kovalente
Bindungen bilden, so dass eine Vielzahl von
stabilen Verbindungen vorhanden ist.
Die Aminosäure-Struktur

Wo befindet sich hier ein C-Atom?


Das Kohlenstoffatom
Das Leben basiert auf Kohlenstoffverbindungen
wie Kohlenhydraten, Lipiden, Proteinen und
Nukleinsäuren.

Es gibt vier Hauptgruppen von organischen


Verbindungen, die zu einem Großteil der Struktur
und Funktion einer Zelle beitragen:

das Kohlenhydrat, -e
das Lipid, -e
das Protein, -e
die Nukleinsäure, -n
Das Leben basiert auf Kohlenstoffverbindungen
wie Kohlenhydraten, Lipiden, Proteinen und
Nukleinsäuren.
Der Stoffwechsel (Metabolismus) ist das Netz aller
enzymkatalysierten Reaktionen in einer Zelle oder
einem Organismus.
• Der Stoffwechsel beschreibt die Gesamtheit der
chemischen Prozesse, die in einem lebenden
Organismus ablaufen, um das Leben zu erhalten.
• Stoffwechselreaktionen haben zwei
Schlüsselfunktionen:
– sind Energiequelle für zelluläre Prozesse
(Wachstum, Vermehrung, etc.)
– ermöglichen die Synthese und Assimilation neuer
Materialien für den Einsatz in der Zelle
Der Stoffwechsel (Metabolismus) ist das Netz aller
enzymkatalysierten Reaktionen in einer Zelle oder
einem Organismus.
Stoffwechsel beinhaltet:

der Anabolismus der Katabolismus


ist die Synthese (Aufbau) von ist der Abbau komplexer
komplexen Molekülen aus Moleküle in einfachere
einfacheren Molekülen, Moleküle, einschließlich der
einschließlich der Bildung von Hydrolyse von
Makromolekülen aus Makromolekülen zu
Monomeren durch Monomeren.
Kondensationsreaktionen.
Der Stoffwechsel (Metabolismus) ist das Netz aller
enzymkatalysierten Reaktionen in einer Zelle oder
einem Organismus.
Stoffwechsel beinhaltet: der Katabolismus
die Hydrolyse
• Große Moleküle (Polymere) werden in kleine
Moleküle gespalten.
• Wasser wird angelagert
• Energie wird frei, wenn Bindungen gespalten
Der Stoffwechsel (Metabolismus) ist das Netz aller
enzymkatalysierten Reaktionen in einer Zelle oder
einem Organismus.
Stoffwechsel beinhaltet: der Anabolismus
die Kondensation
• kleine Moleküle (Monomere) verbinden sich
mit anderen Monomeren durch eine
Kondensationsreaktion
• Wasser wird abgespalten
• benötigt Energie für Erzeugen der Bindungen
IB-Anwendung: Harnstoff (Urea) als Beispiel für eine
Verbindung, die von lebenden Organismen produziert wird,
aber auch künstlich synthetisiert werden kann.

anorganisch organisch

synthetisch Darm Muskel

Blausäure + Ammoniak Ammoniak Glutamin + Alanin (AS)

Aspartat (Enzym)
Ammoniumcyanat Harnstoff-
Zyklus
Harnstoff (in Leber)

im Labor Fumarat (Salz) im Körper


Natur der Wissenschaft:
Die Falsifizieren von Theorien - die künstliche
Synthese von Harnstoff half, den Vitalismus zu
falsifizieren. (1.9)
Die Theorie des Vitalismus besagt, dass organische Moleküle nur von
lebenden Systemen durch eine Lebenskraft (vis vitalis) synthetisiert
werden können.

• 1828 erhitzte Frederick Wöhler ein anorganisches Salz


(Ammoniumcyanat) und produzierte Harnstoff
• Harnstoff ist Abfallprodukt des Stickstoffstoffwechsels und wird bei
Säugetieren über die Nieren ausgeschieden.

Die künstliche Synthese von Harnstoff zeigt, dass sich organische Moleküle
nicht grundlegend von anorganischen Molekülen unterscheiden.
IB-Fertigkeit: Zeichnen von Molekulardiagrammen
von Glukose, Ribose, einer gesättigten Fettsäure
und einer generalisierten Aminosäure.
• wichtige funktionelle Gruppe

Hydroxyl-Gruppe

Amino-Gruppe

Carboxyl-Gruppe

Methyl-Gruppe
IB-Fertigkeit: Zeichnen von Molekulardiagrammen
von Glukose, Ribose, einer gesättigten Fettsäure
und einer generalisierten Aminosäure.
• die Glukose, -n
• Hydroxylgruppe (-OH) C6H12O6 Monosaccharid
IB-Fertigkeit: Zeichnen von Molekulardiagrammen
von Glukose, Ribose, einer gesättigten Fettsäure
und einer generalisierten Aminosäure.
• die Ribose, -n
• Hydroxylgruppe (-OH) C5H10O5 Monosaccharid
das Kohlenhydrat, -e
In den Zeichnungen werden nur die Ringformen von D-
Ribose, Alpha-D-Glucose und Beta-D-Glucose erwartet.
IB-Fertigkeit: Zeichnen von Molekulardiagrammen von Glukose,
Ribose, einer gesättigten Fettsäure und einer generalisierten
Aminosäure.
• Fettsäuren sind lange Ketten von
Kohlenwasserstoffen, die Doppelbindungen enthalten
können (ungesättigt) oder auch nicht (gesättigte)
IB-Fertigkeit: Zeichnen von Molekulardiagrammen
von Glukose, Ribose, einer gesättigten Fettsäure
und einer generalisierten Aminosäure.
die gesättigte (saturado) Fettsäure
• gesättigt = ohne Doppelbindungen
• Methylgruppe (CH3), Carboxylgruppe (-COOH)
• Es wird nur ein gesättigtes Fett erwartet und sein spezifischer
Name ist nicht erforderlich.
IB-Fertigkeit: Zeichnen von Molekulardiagrammen von Glukose,
Ribose, einer gesättigten Fettsäure und einer generalisierten
Aminosäure.
das Protein, -e
• bestehen aus Monomeren, den sogenannten Aminosäuren
(AS), die sich zu Polypeptidketten verbinden
• die Aminosäure,-n (AS),
das Oligopeptid, -e (< 10 AS),
das Polypeptid, -e (<100 AS);
das Protein, -e (> 100 AS)
die Aminosäure, -n
• Jede AS besteht aus zentralem C, mit einer Aminogruppe (-NH2)
und einer Carboxylgruppe (-COOH)
• eine variable Gruppe („R“ (Rest)) gibt AS unterschiedliche
Eigenschaften (z.B. polar/unpolar, etc.)

variable
Restgruppe Carboxyl-
gruppe
H R
O
N C C
H O H
Amino H
gruppe
IB-Fertigkeit: Zeichnen von Molekulardiagrammen
von Glukose, Ribose, einer gesättigten Fettsäure
und einer generalisierten Aminosäure.
• die Aminosäure, -n
• enthält Aminogruppe (-NH2) und Carboxylgruppe (-COOH)

Der variable Rest der Aminosäuren kann als R dargestellt


werden. Die Struktur der einzelnen R-Gruppen muss nicht
gelernt werden.
IB-Frage
Mai 2017 / HL / prueba 2 / 3 Punkte

Unterscheidung zwischen Anabolismus,


Katabolismus und Stoffwechsel!
IB-Frage
Mai 2017 / HL / prueba 2 / 3 Punkte

Unterscheidung zwischen Anabolismus, Katabolismus und Stoffwechsel!

a. Stoffwechsel sind alle enzymkatalysierten Reaktionen in


einer Zelle/Organismus/ist Anabolismus plus Katabolismus.

b. Anabolismus ist die Synthese von


Polymeren/komplexen/größeren Molekülen/größeren
Substanzen "aus kleineren Molekülen/Monomeren".

c. Der Katabolismus zerlegt "komplexe" Moleküle/Substanzen


"in einfachere/kleinere/ in Monomere".
IB-Frage
Mai 2012 / SL / prueba 1 / 1 Punkte

Welche von lebenden Organismen produzierte


Kohlenstoffverbindung ist anorganisch?
A. DNA
B. Cellulose
C. Glukose
D. Kohlendioxid

D
IB-Frage
Mai 2015 / HL / prueba 1 / 1 Punkte

Welche sind die am häufigsten vorkommenden


Elemente in lebenden Organismen?
A. Kalzium, Phosphor, Eisen und Natrium
B. Kalzium, Natrium, Stickstoff und Phosphor
C. Kohlenstoff, Phosphor, Sauerstoff und Stickstoff
D. Stickstoff, Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff

D
IB-Frage
Mai 2015 / HL / prueba 1 / 1 Punkte
Das Bild zeigt die Strukturformel eines
Moleküls. Was ist dieses Molekül?
A. Aminosäure
B. Ribose
C. Desoxyribose
D. Laktose

A
Das haben wir gelernt (= IB-Lernziele):
Verständnis:
• Die Molekularbiologie erklärt Lebensprozesse anhand der beteiligten
chemischen Substanzen
• Kohlenstoffatome können vier kovalente Bindungen bilden, so dass eine
Vielzahl stabiler Verbindungen existieren kann
• Das Leben basiert auf Kohlenstoffverbindungen wie Kohlenhydraten, Lipiden,
Proteinen und Nukleinsäuren
• Der Stoffwechsel ist das Netz aller enzymkatalysierten Reaktionen in einer Zelle
oder einem Organismus
• Anabolismus ist die Synthese komplexer Moleküle aus einfacheren Molekülen,
einschließlich der Bildung von Makromolekülen aus Monomeren durch
Kondensationsreaktionen
• Katabolismus ist der Abbau komplexer Moleküle in einfachere Moleküle,
einschließlich der Hydrolyse von Makromolekülen zu Monomeren
Das haben wir gelernt (= IB-Lernziele):
Anwendungen:
• Harnstoff als Beispiel für eine Verbindung, die von lebenden
Organismen produziert wird, aber auch künstlich
synthetisiert werden kann

Kompetenzen:
• Zeichnen von molekularen Diagrammen von Glucose, Ribose,
einer gesättigten Fettsäure und einer verallgemeinerten
Aminosäure
• Identifizierung von Biochemikalien wie Zuckern, Lipiden oder
Aminosäuren aus molekularen Diagrammen  Amir