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Technische Werkstoffe

Einführung
Begriff
• Unter technischen Werkstoffen verstehen
wir alle Materialien, die zur Herstellung
von Gegenständen der Technik bzw.
Industrie dienen.
• Im voraus ist es wichtig zu klären: Nicht
nur Metalle und nicht nur Stähle bzw.
Eisenwerkstoffe!
• In Englisch: technical materials aber eher
engineering materials oder materials for
engineering
Bedeutung der Werkstoffe
• Werkstoffe haben zu allen Zeiten eine
sehr wichtige Rolle für die Menschheit
gehabt.
• Dies zeigt sich daran, dass ganze
Zeitepochen nach Werkstoffen benannt
werden, wie die Stein-, die Bronze- oder
die Eisenzeit.
Fachgebiete
• Die Fachgebiete, die mit den technischen
Werkstoffen beschäftigen:
- Werkstoffkunde
- Werkstofftechnik
- Werkstoffwissenschaft
Werstoffkunde
• Name für ein Lehrfach, das die Erkenntnisse der
Werkstoffwissenschaft – als Grundlage –
benutzt
- die Stoffeigenschaften und Vorgänge in
Stoffen bei der Verarbeitung erklärt
- mit Hilfe von Modellvorstellungen (Gitter-
struktur) das Unsichtbare veranschaulicht
Werkstofftechnik
• der moderne Name für die Werkstoffkunde
• ihre Aufgabe: Umsetzen der wissen-schaftlichen
Erkenntnisse in technische Anwendungen
• ihre Ziele:
- Eigenschaften vorhandener Werkstoffe
verbessern
- neue Werkstoffe entwickeln
- zugehörige Fertigungsverfahren optimieren
• wird von Ingenieuren ausgeübt
Werkstoffwissenschaft
• ein Fachgebiet der Ingenieurwissenschaften
• es besteht fächerübergehend aus Inhalten von
Physik, Chemie, Kristallographie usw.
• es wird in Universitäten und Hochschulen
gelehrt, wo auch Grundlagenforschung betrieben
wird;
• „Merkmale”: Forschungsinstituten, Forscher,
Wissenschaftler
Fazit
• Das wichtigste ist für uns

die Werkstofftechnik
Einteilung von Werkstoffen
• Jede Wissenschaft muss ihre Gegenstände
ordnen, um die Vielzahl der Werkstoffe in
Gruppen einzuteilen. Das kann nach
verschiedenen Gesichtspunkten erfolgen.
 
• Die drei Hauptgruppen in der Industrie:
- Metalle
- Nichtmetalle
- Verbundwerkstoffe 
Die drei Hauptgruppe
Einteilung metallischer
Werkstoffe
Metalle
• Metalle bilden unter den chemischen Elementen die größte Gruppe,
es sind etwa 70 unter den 88 natürlich vorkommenden Elementen.
Siehe: PSE (Periodedensystem von Elementen)
• Eisen ist das technisch wichtigste Metall. Deshalb unterteilt man die
Metalle in die Gruppe der Eisenwerkstoffe sowie in die Nichteisen-
metalle.
• Eisenwerkstoffe:
- Stähle: C ≤ 2,02% (z. B. Baustähle,
Werkzeugstähle)
- Gusseisen Werkstoffe: C > 2,02 % (z. B. Grauguss
Temperguss)
• Nichteisen (NE)-Metalle
- Leichtmetalle ρ ≤ 5 g/cm3 (z. B. Al, Mg, Ti)
- Schwermetalle ρ  5 g/cm3 (z. B. Cu, Fe, Ni, Sn)
Das Periodensystem der Elemente
(PSE)
Nichtmetalle
• Zu den Nichtmetallen gehören organische sowie
anorganische Werkstoffe:
 
• Organische Werkstoffe
- Naturstoffe (z. B. Holz, Leder)
- Kunststoffe (z. B. PVC, Polyuretan)

• Anorganische Werkstoffe
- Mineralien (Gesteine, Diamant, Graphit)
- künstlich hergestellte Stoffe (Keramik, Glas)
Verbundwerkstoffe
• bestehen aus zwei oder mehr Einzelwerkstoffen,
die zu einem neuen Werkstoff verbunden sind.
• Beispiele:
- Stahlbeton
- Schleifkörper
- Hartmetalle
Stahlbeton

• ein künstlicher Baustoff im Stahlbetonbau,


ist ein Verbundwerkstoff aus den beiden
Komponenten Beton und Bewehrungs-
stahl. Der Verbund beider Komponenten
entsteht durch die Verklebung des
Bindemittels Zement mit der Rippung des
runden Bewehrungsstahls.
Anwendung
Schleifmittel

• bzw. Abrasive oder Abrasivstoffe,
(engl.: abrasives) werden Hartstoffkörner
bezeichnet, die zum Schleifen, also zum
Materialabtrag durch Zerspanen mit
gebundenem Korn eingesetzt werden.
Man unterscheidet natürliche Kornwerkstoffe (
Quarz, Korund,  Granat, Naturdiamant)
und synthetische Kornwerkstoffe  (
Siliziumcarbide, Chromoxide, 
kubisches Bornitrid, Diamanten).
Beispiele

Schleifscheiben Nagelfräser
Hartmetalle

•  sind Metallmatrix-Verbundwerk-stoffe, bei
denen Hartstoffe, die als kleine Partikel
vorliegen, durch eine Matrix
aus Metall zusammengehalten werden.
• Hartmetalle sind dadurch etwas weniger hart als
die reinen Hartstoffe, aber deutlich zäher.
Andererseits sind sie härter als reine
Metalle, Legierungen und gehärteter Stahl, dafür
aber bruchempfindlicher.
Beispiele
Weitere Einteilugsmöglichkeiten
• Reine Stoffe (definierte Zusammensetzung:
chemische Elemente bzw. Verbindungen)
• Stoffgemische (variable Zusammensetzung:
homogene bzw. heterogene Gemische)
Einteilung von Stoffen
Weitere Einteilugsmöglichkeiten
• Rohstoffe: sind in der Natur oder in der
Erdkruste zu finden
• Hilfstoffe / Hilfsmittel: dienen zur Umwandlung
der Rohstoffe zu Werkstoffen sowie zur
Bearbeitung und Formgebung der Werkstoffe
Zweiteilung nach der
Verwendungsart
• Strukturwerkstoffe: geben dem Bauteil die
geometrische Form und Steifigkeit gegenüber
den angreifenden Beanspruchungen (z. B.
Stahl- und Al-Legierungen für Tragwerke,
Strukturkeramik für Abgasturbinenläufer)
• Funktionswerkstoffe: übernehmen, meist
örtlich begrenzt, spezielle Aufgaben aufgrund
ihrer besonderen chemisch-physikalischen
Eigenschaften (z. B. Metalle zum Oberflächen-
schutz, Lager- oder Ventilwerkstoffe)
Industrielle Anwendungen
• Zu den Werkstoffen zählen alle Stoffe für
Bauteile in
- Maschinen
- Geräten
- Anlagen
- Werkzeugen
Zusammensetzung eines PKW-s
… oder eine übersichtlichere
Darstellung
… ein weiteres Beispiel
Stellung der Werkstofftechnik in
der Technik
• Wechselwirkungen zwischen Werkstoff,
Konstruktion und Fertigungsablauf
- Konstruktion soll werkstoffgerecht sein
- Konstruktion muss fertigungsgerecht sein
- Fertigungsablauf ist werstoffabhängig

• Im Lebenslauf der Bauteile ist in allen Phasen


der Einfluss des Werkstoffes auf die zu fällenden
Entscheidungen erkennbar.
Lebenslauf der Bauteile
• Konstruktion (Entwurf, Bemessung)
• Fertigung
• Qualitätssicherung
• Gebrauch
Beschreibung der Werkstoffe
• Die Beschreibung eines Werkstoffes erfolgt mit
Hilfe seinen Eigenschaften.
• In der Technik interessieren die Eigenschaften,
die den Werkstoff in seinem Zustand und unter
äusseren Einwirkungen beschreiben.
• Die Summe aller Eigenschaften ergeben das
Eigenschaftsbild (Eigenschaftsprofil) des
Werkstoffes.
• Es entscheidet, ob ein Werkstoff für eine gestellte
Aufgabe geeignet ist.
Werkstoffeigenschaften
• Man unterscheidet

- physikalische
- chemische
- mechanisch-technologische
- fertigungstechnische
- Gebrauchs-

Eigenschaften
Einteilung von
Werkstoffeigenschaften
Werkstoff(aus)wahl
• Auswahlprinzip für Werkstoffe

- Bauteil → Anforderungsprofil
- Werkstoff → Eigenschaftsprofil

• Anforderungsprofil ist die Summe aller Bean-


spruchungen, die ein Bauteil in Funktion ertragen muss
• Eigenschaftsprofil ist die Summe aller Werkstoff-
eigenschaften im Bauteil
• Die Aufgabe der Materialauswahl: beide in Einklang zu
bringen!
Entwicklungsrichtungen der
Werkstofftechnik
• Endlichkeit der Rohstoffvorräte → sparsamen Umgang
mit den Rohstoffen und der Energie
• Gestiegene Umweltbewusstsein → sustainable
development (nachhaltige Entwicklung); eine globale
Zielsetzung seit der UN-Konferenz 1992 in Rio)
Nachhaltige Entwicklung bezeichnet eine Entwicklung,
die den Bedürfnissen der jetzigen Generation dient,
ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu
gefährden, ihre Bedürfnisse zu befriedigen.
• Internationale Wettbewerb (Herstellkosten zu senken,
bessere Produkte zu gleichen Preis zu liefern)
Zielrichtungen
• Reduktion des Werkstoffs- und Energie-
verbrauches
• Oberflächenbehandlungen
• Energiesparung durch bessere Nutzung oder
höhere Wirkungsgrade
… was kann noch die Triebkraft
der Entwicklung sein?
• Gullydeckel (Kanalabdeckungen) brauchen
Masse, damit sie bei Überfahren nicht ausge-
hoben werden und hohe Bruchlasten (40 t).
• Der hohe Metallanteil lockt Schrottdiebe an.
• Durch Verwendung höherfester, duktiler
Kunststoffe wird der Metallanteil gesenkt.
• Gusseisen: 105 kg
Beton: 75 kg
Kunststoff: 50 kg