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 Trümmerliteratur

Wolfgang Borchert – Biographie

 Inhalt und Interpretation des Werkes

 Zusammenfassung
Trümmerliteratur

 Am 8. Mai 1945 war der zweite Weltkrieg beendet und damit beginnt eine neue
Literaturepoche, die man Trümmerliteratur nennt

 Diese Epoche wird auch „Literatur der Stunde Null“ und „Heimkehrerliteratur“
gennant

 Die Literaturepoche dauerte bis 1950


Trümmerliteratur

 Die deutsche Epoche der Trümmerliteratur beginnt 1945 mit


dem Ende des Zweiten Weltkriegs
Zerstörung
Thema
Zerstörung
Thema

Krieg und
Krieg und
zentrales

Heimkehr
zentrales
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Heimkehr
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THEMEN DER
EPOCHE

- Auseinandersetzung
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- Selbstfindung
derder
Situation

- Selbstfindung
Situation

Schuldfrage
sinnlose

Schuldfrage
sinnlose
Wichtige literarische Gattungen

Wichtige literarische
Gattungen waren:

 Lyrik
 Prosa
 Drama

realistisches Schreiben

 unpoetische Sprache

kurze und knappe Sätze

Wiederholungen
Prägende Vertreter
Prägende Vertrater der Trümmerliteratur waren:

Wolfgang Borchert,
Heinrich Böll,
Günter Eich,
Erich Kästner
Walter Kolbenhoff
Arno Schmidt.
Wolfgang Borchert – Biographie

 Wolfgang Borchert wurde in 1921 in


Hamburg geboren.

 Bereits in seiner Jugend verfasste er erste


literarische Werke. 

 Er wurde nur 26 Jahre alt.

 Sein kurzes Leben war von Krieg und


Krankheit gekennzeichnet und diese schwere
Erlebnisse in den Kriegsjahren waren Grund,
warum Krieg und Krankheit Hauptthemen seines GEBOREN
literarischen Schaffens waren.
1921
GESTORBEN
1947
Wolfgang Borchert – Biographie

Seine bekannten Werke sind:

Die drei dunklen Könige (1946)


An diesem Dienstag (1946)
Die Hundeblume (1946)
Das Brot (1946)
Draußen vor der Tür (1946)
Nachts schlafen die Ratten doch
 (1947)
Die Kirschen (1947) GEBOREN
Dann gibt es nur eins!  (1947)
1921
Die lange lange Strasse lang (1947)
GESTORBEN
1947
Analyse

Das Drama „Draußen vor der Tür“ spielt in Hamburg nach dem Ende des Zweiten
Weltkrieges und spiegelt die damalige Zeit.

Das Stück verkörpert eine Mischung aus Realität, Fiktion, Allegorie und Traum.

Der Handlungszeitraum umfasst nur einen einzigen Abend. 

Das Drama kommt mit sehr wenigen Personen aus. Es hat nur eine Hauptfigur -
Beckmann.

Die Figuren teilen sich in fiktive und reale Figuren.

Fiktive Figuren sind als Mittel geeignet, die Innenwelt Beckmanns beleuchten.
„Ein Mann kommt nach Deutschland. Er war lange weg,
der Mann. Sehr lange. Vielleicht zu lange.
Und er kommt ganz anders wieder, als er wegging.
Äußerlich ist er ein naher Verwandter jener Gebilde,
die auf den Feldern stehen, um die Vögel (und abends
manchmal auch die Menschen) zu erschrecken.
Innerlich – auch.“
Er möchte nicht mehr leben, hat den Lebensmut verloren
und will Selbstmord begehen. Beckmann springt in die Elbe,
die im Werk als Mensch personifiziert auftritt. Hier stellt die
Elbe eine Mutterfigur dar. Sie ist streng, aber fürsorglich.

“Laß dir das von einer alten Frau sagen: Lebe erst mal. Laß
dich treten. Tritt wieder! Wenn du den Kanal voll hast, hier, bis
oben, wenn du lahmgestrampelt bist und wenn dein Herz auf
allen vieren angekrochen kommt, dann können wir mal
wieder über die Sache reden. Aber jetzt machst du keinen
Unsinn, klar? Jetzt verschwindest du hier, mein Goldjunge.”
Noch eine wichtige Figur im Werk ist der Andere. Er bildet
Beckmanns Gegenstück, sein Alter Ego. Er ist der Teil von ihm,
der an das Gute im Menschen glaubt. Er ist die
Personifikation der Hoffnung.

“Ich bin der Andere, der immer da ist. Der andere Mensch,


der Antworter. Der lacht, wenn du weinst. Der antreibt,
wenn du müde wirst, der Antreiber, der Heimliche,
Unbequeme bin ich. Ich bin der Optimist, der an den Bösen
das Gute sieht. Ich bin der, der glaubt, der lacht, der liebt! Ich
bin der, der weitermarschiert, auch wenn gehumpelt wird.
Und der Ja sagt, wenn du Nein sagst, der Jasager bin ich.”
Nach jeder Szene ist er draußen, auf der Straße und die
Türen sind für ihn geschlossen.

Er verliert ständig seine Hoffnung und möchte nicht mehr


leben, aber der Andere taucht immer wieder auf und gibt
ihm die neue Hoffnung.
“Es sind nur elf Frauen, Herr Oberst, bei mir sind es nur elf.
Wieviel sind es bei Ihnen, Herr Oberst? Tausend?
Zweitausend? Schlafen Sie gut, Herr Oberst? Dann macht es
Ihnen wohl nichts aus, wenn ich Ihnen zu den zweitausend
noch die Verantwortung für meine elf dazugebe. Können Sie
schlafen, Herr Oberst? Mit zweitausend nächtlichen
Gespenstern? Können Sie überhaupt leben, Herr Oberst,
können Sie eine Minute leben, ohne zuschreien? Herr Oberst,
Herr Oberst, schlafen Sie nachts gut? Ja? Dann macht es
Ihnen ja nichts aus, dann kann ich wohl nun endlich pennen –
wenn Sie so nett sind und sie wieder zurücknehmen, die
Verantwortung.“
Die deutsche Bevölkerung war nach dem Krieg noch nicht bereit,
sich mit der Realität auseinander zu setzen und nach Schuldigen
zu suchen.
Kabarettdirektor symbolisiert den schweigenden Teil der
Gesellschaft.
 
„DIREKTOR: Damit machen Sie sich nur unbeliebt. Wo kämen
wir hin, wenn alle Leute plötzlich die Wahrheit sagen wollten!
Wer will denn heute etwas von der Wahrheit wissen? Hm? Wer?
Das sind die Tatsachen, die Sie nie vergessen dürfen.
BECKMANN: Ja, ja. Ich verstehe. Danke auch. Langsam verstehe
ich schon. Das sind die Tatsachen, die man nie vergessen darf,
die man nie vergessen darf: mit der Wahrheit kommt man nicht
weit. Mit der Wahrheitmacht man sich nur unbeliebt. Wer will
denn heute etwas von der Wahrheit wissen?”
In der letzten Szene des Stücks weißt Beckmann nicht mehr
wohin er hingehen soll und es fällt ihm noch eine letzte
Möglichkeit ein.

Beckmann versucht seine Eltern zu besuchen. Nachdem er


alle anderen Stationen durchlaufen hat, geht er zur Wohnung
seiner Eltern und findet sie nicht mehr dort, nur eine Frau
Kramer, die da wohnt.

Und die erzählt ihm dass seine Eltern nicht mehr da sind, dass
sie sich mit Gas selbst umgebracht haben. Frau Kramer
beklagt, dass es schade um das Gas sei, weil man mit dem
Gas einen ganzen Monat hätte kochen können.
Mehrfach sind die Türen vor ihm zugeschlagen worden. Er steht nun
wieder draußen. Die Gesellschaft bietet ihm keinen Platz mehr.
Beckmann ist verzweifelt und will wieder zu der Elbe. Der Andere
versucht, ihn aufzuhalten, und sagt ihm, dass er weiterleben soll.
Doch Beckmann will nicht mehr weiter.

Gott wird in dem Werk als machtlos dargestellt. Viele Menschen


verstanden nicht, wie Gott eine solche Tragödie zulassen konnte.

Der Tod beispielsweise wird als dicker, lachender Mann dargestellt


und Gott als alter, gebrechlicher Mann, der keine Kraft mehr hat und
am Ende auch keine Antwort auf die Fragen von Beckmann und auf
die Fragen einer ganzen Nation geben kann.
Beckmann ist am Ende ganz allein und er ruft nach dem
Anderen, der am Anfang des Stücks da war und immer wieder
aufgetaucht ist aber dieser Andere schweigt jetzt und auch
Gott schweigt und ist nicht mehr da und er ruft hinaus:

„Was soll das alles, was ist mit dem Leben, wie soll ich denn
jetzt weitermachen, wie soll jetzt weitergehen mit mir, und er
steht ständig stellvertretend für eine ganze Generation und
ruft: gibt denn keiner keiner Antwort?“