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Mündli Mündlichkeit – Lehrmittel –

Grammatik und Sprachbetrachtung


Grammatik und Sprachbetrachtung
im Zyklus I
Herbstsemester 2017 chkeit – Lehrmittel –

Grammatik und Sprachbetrachtung


Herbstsemester
Vorlesung 2017
vom 16.11.2021
Eva Lauper

FDD 3. Semester: G II Lae


1 Pädagogische Hochschule St.Gallen
Übersicht

1. Definition Sprachbetrachtung:
Grammatik – Semantik – Pragmatik LZ 17
2. Lehrplan: Sprache(n) im Fokus
LZ 17
3. Fachliche Grundlagen I: Wortartenlehre
LZ 12
4. Kompetenzaufbau Grammatikbegriffe, Zyklus I
LZder
5. Didaktische Leitplanken der Sprachbetrachtung auf 14, 17
Unterstufe

FDD 3. Semester: G II Lae


1: Def. SB

Sprachbetrachtung: „Grammatik und Co.“


Nachdenken über Sprache
Sprache analysieren
Sprache in der Anwendung reflektieren

Erweiterung des Unterrichtsbereichs

Grammatik Semantik Pragmatik

FDD 3. Semester: G II Lae


1: Def. SB

Grammatik
Lehre vom (regelhaften) Bau einer
Sprache

auch:
• Regeln einer Sprache
• Regelwerk, “Buch“
• Menschl. Sprachfähigkeit als psychologische und
physiologische Realität

FDD 3. Semester: G II Lae


1: Def. SB

Pragmatik
Lehre des Sprachhandelns

• Menschliche Verständigung
• Durch Sprachgebrauch etwas bewirken
• Immer abhängig von Kontext und Kultur

FDD 3. Semester: G II Lae


1: Def. SB

Inhalte der Pragmatik


• Regeln des kommunikativen Handelns
Verhältnis Gesagtes – Mitgeteiltes
Verhältnis Mitgeteiltes – Gemeintes
Gestaltung des komm. Austauschs
• Sprachebenen, Stile
Register
sprachliche Höflichkeit
phatische Funktion von Sprache
• Sprachformen, Varietäten

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1: Def. SB

Semantik
Lehre der Bedeutung sprl. Zeichen

Stuhl

Bedeutung ist
• arbiträr
willkürlich, nicht vorhersagbar
• festgelegt
Gilt innerhalb einer Sprachgemeinschaft für längere Zeit.
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1: Def. SB

Inhalte der Semantik


• Wortschatz inklusive Bedeutung
einfache Wörter
Komposita
Phraseologismen
Metaphern
• Wortherkunft
Etymologie
Sprachentwicklung
• Sprachvergleich

• Sprachliche Relativität

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1: Def. SB

Zsf.: Was ist Sprachbetrachtung?


(vgl. Sprachfenster, Themenheft 4: Sprache erforschen)

Reflexion über Sprachmaterial und sprachliches Handeln

Sprache ist ein System von Zeichen und Regeln zur


Verknüpfung der Zeichen.
Wort – Satz – Text
mündlich und schriftlich
Interaktion
Sprachbetrachtung meint das Nachdenken und Reden
über die Sprache und ihre Phänomene. Auf allen Ebenen
(Pragmatik, Semantik, Grammatik), in allen sprachlichen Einheiten
(Laute, Buchstaben, Wörter, Sätze, Texte) und in
allen sprachlichen Tätigkeiten (Lesen, Schreiben, Reden,
Zuhören, Gespräche
FDD 3. Semester: G II führen). Lae
1: Def. SB

Sprachbetrachtung: mögliche Themen


• Sprachliche Phänomene aus dem Alltag untersuchen
• Soziale Varietäten
• Fragen von Normen und sozialer Wertung
• Sprachvergleiche
• Manipulation durch Sprache
• Werbung spielt mit Sprache
• Gesellschaftsgeschichtlicher Wandel von Sprache
• Individualgeschichtlicher Wandel von Sprache
• Sprachphilosophische Überlegungen

FDD 3. Semester: G II Lae


FDD 3. Semester: G II Lae
FDD 3. Semester: G II Lae
1: Def. SB

Pragmatik
• Wer spricht wie mit wem?
• Woran erkenne ich eine erfundene Geschichte?
Semantik
• Bedeuten alle Wörter für alle dasselbe?
• Wann ist ein Text fertig?
• Welche Wörter tönen in verschiedenen Sprachen ähnlich?
Grammatik
• Was ist ein Satz?
• Warum gibt es verschiedene Mehrzahlformen?
• Wo steht das Verb in verschiedenen Sprachen?
(Vgl. Sprachfenster)

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2: Lehrplan

Lehrplan 21: Sprache(n) im Fokus, 5 Kompetenzen


D.5 A Verfahren und Proben
Die SuS können Sprache erforschen D.5 D Grammatikbegriffe
und Sprachen vergleichen. Die SuS können Grammatikbegriffe
für die Analyse von Sprach-
D.5 B Sprachgebrauch untersuchen strukturen anwenden.
Die SuS können den Gebrauch und
die Wirkung von Sprache untersuchen. D.5 E Rechtschreibregeln
Die SuS können ihr orthografisches
Regelwissen in auf die Regel
konstruierten Übungen anwenden.
D.5 C Sprachformales untersuchen
Die SuS können Sprachstrukturen
in Wörtern und Sätzen untersuchen.

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3: Grundlagen

Grammatikbegriffe: fachliche Grundlagen I

Kriterien für 10 Wortarten, veraltet


• Formale Kriterien:
z.B. Verb: konjugierbar
• Inhaltliche Kriterien:
z.B. Numerale: alles, was mit Zahlen
zusammenhängt.
Problem: Million – Nomen oder Numerale?
dreimal – Adverb oder Numerale?
• Syntaktische Kriterien:
Sie schläft tief. – ihr Schlaf war tief.
Adverb Adjektiv

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3: Grundlagen

Aktuell: 5 Wortarten

• Die Einteilung der Wortarten geschieht nach einem


formalen Kriterium: Veränderbarkeit
(Flektierbarkeit)
• Konjugieren (der Person anpassen)
• Deklinieren (dem Fall anpassen)

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3: Grundlagen

nicht flektierbar
veränderbar?

Personalformen,
Tempus? konjugierbar

Deklinierbarkeit Kasus?

attributive Stellung
festes Genus? zw. Artikel Begleiter/
und Nomen? Stv. von Nomen?

vgl.
Gallmann/Sitta 2018;
Sprachstarken;
Sprachland

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OASE

Sprache erforschen/
Wirkung untersuchen

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4: Komp.aufbau

Grammatikbegriffe: Kompetenzaufbau Zyklus 1

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4: Komp.aufbau

Erste Erfahrungen mit Nomen sammeln


Einkaufsliste für
Weihnachtsguetsli
(Klassenprodukt/Protokoll
der Lehrperson)
integrativ
Mehl
Zucker „induktiv“
Eier
Butter
Haselnüsse funktional
Vanillezucker

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4: Komp.aufbau

Erste Erfahrungen mit Nomen sammeln


Thema Bauernhof:
Der Bauer macht Inventur
(Gruppenarbeiten)
funktional
5 Kühe Auto
5 Kälber Äpfel Traktor
„integrativ“1 Sau Birnen Mähdrescher
12 Ferkel Kirschen Schubkarre
27 Hühner Velos
Zwetschgen
„induktiv“ 1 Hahn Rollschuhe

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4: Komp.aufbau

Erste Erfahrungen mit Nomen sammeln

Kuckuckseier
(„Arbeitsblatt“)

Marco
Yunus Silvie
Alex Milena
Peter Maria
Fernando

Marco
Milena
Fernando induktiv
lustig
Sven
Irène funktional
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4: Komp.aufbau

Erste Erfahrungen mit Verben sammeln

integrativ

induktiv

funktional

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4: Komp.aufbau

Erste Erfahrungen mit Verben sammeln

integrativ

induktiv

funktional

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4: Komp.aufbau

Erste Erfahrungen mit Adjektiven sammeln

FDD 3. Semester: G II Lae


4: Komp.aufbau

Erste Erfahrungen mit Adjektiven sammeln

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4: Komp.aufbau

Erste Erfahrungen mit Adjektiven sammeln

Fabelwesen Mein Tier ist


lustig,
neugierig,
lieb und
ungefährlich.

Bilder: http://www.mtv.ch/news/58319-dieser-mann-erweckt-kinderzeichnungen-als-pluschtiere-zum-leben

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4: Komp.aufbau

Wortspielereien – Scherzfragen
Was springt von Ast zu Ast und tropft?
Das Seichhörnchen
Was ist orange und geht über die Berge?
Eine Wanderine
Was ist grün und liegt im Sarg?
Ein Sterbschen
Was ist bunt und läuft über den Tisch?
Fluchtsalat
Was ist braun und taucht tief?
Ein U-Brot
Was ist rot und sitzt auf der Toilette?
Ein
Was ist magisch und bellt?

Was ist weiss, fliegt und wär gern gross?

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5: Leitplanken

Didaktische Leitplanken der SB auf der Unterstufe


(vgl. Sprachfenster, Themenheft 4)

„Durch die Vermittlung von grammatikalischen Kenntnissen


können die muttersprachlichen Fähigkeiten auf der
Unterstufe nicht wirksam gefördert werden.“
≠ gramm. Kenntnisse vermitteln
= Sprachaufmerksamkeit aufbauen
• Selber entdecken, in eigener Sprache beschreiben
• Arbeit mit schriftlichen Texten: konkretes Handeln möglich
• Arbeit mit eigenen Texten: Inhalt bereits erschlossen
• Zunächst mit kleineren Bausteinen der Sprache arbeiten
• Gewonnene Erkenntnisse und Erfahrungen wiederholen
und reflektieren
FDD 3. Semester: G II Lae
5: Leitplanken

Didaktische Leitplanken der SB auf der Unterstufe


(vgl. Sprachstarken 2, Kommentar)

• Sprache lernt man in sprachlich reichen und in inhaltlich


bedeutsamen Situationen.
• Sprachlernen in allen Fächern
• Forschend, lustvoll, eingebettet in interessanten Kontext
• Gebrauch und Struktur der Sprache reflektierend und
philosophierend untersuchen
• Reflexion über Sprachstruktur, Textqualitäten,
Schreibprozesse, Gesprächsregeln, über die ästhetische
Wirkung von Sprache

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Hirzlichin Dink fir Ihri Ifmirksimkit!

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Anhang 1: Literatur, Auswahl
• Ossner, Jakob (20082): Sprachdidaktik Deutsch. Ferdinand Schöningh. Paderboer, München, Wien, Zürich.
• Peyer, Ann (20189): Grammatikunterricht. In: Lange, Günter; Weinhold, Swantje (Hgg.): Grundlagen der Deutschdidaktik.
Schneider Verlag Hohengehren. Baltmannsweiler. S. 73–100.
• Schuster, Karl (20019): Einführung in die Fachdidaktik Deutsch. Schneider Verlag, Hohengehren.
• Gallmann, Peter/ Sitta, Horst (2018): Deutsche Grammatik. Zürich: Lehrmittelverlag des Kantons Zürich.
Lehrmittelteile:
• Sprachfenster: Themenheft 4: Sprache erforschen.
• Sprachstarken 2: Sprachbuch, Kommentarband
Bilderbücher:
• Die Heinzelmännchen von Köln. August Kopisch & Nikolaus Heidelbach, Beltz & Gelberg, 2012.
• Das Buchstabenmonster: Vera Eggermann & Ueli Kleeb, atlantis thema, 2000.
• Freunde: Mies van Hout, aracariverlag, 2012.
• Heute bin ich: Mies van Hout, aracariverlag, 2011.
Hörbuch:
• Der Weisse Neger Wumbaba: Axel Hacke, Hörkunst Kunstmann, 2005.
vgl. auch: Der weisse Neger Wumbaba: Kleines Handbuch des Verhörens, Axel Hacke & Michael Sowa, Verlag Antje Kunstmann,
2004.
www:
• Tierlaute: http://www.ceryx.de/sprache/tierlaute_international.htm

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Anhang 2: Begriffe

• Grammatik, Semantik, Pragmatik


• Sprachbetrachtung
• Induktiv, integrativ, funktional (Repetition)
• Grammatikalische Definition der Wortarten
Nomen, Verb, Adjektiv, Pronomen, Partikel
Konjugieren, deklinieren

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Anhang 3: Ideen für Bachelorarbeiten

• Produktorientierte Arbeit mit einer Sammlung von Rätseln/


Witzen/ Sprachspielereien zur Sprachbetrachtung auf der
Unterstufe

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