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Walter Ulbricht

Der letzte Stalinist


Leben
• 30. Juni 1893 Leipzig
• Schon in der Jugend in sozialistischen
Arbeiterbewegung im späten Kaiserreich und
der Weimarer Republik
• Über SPD und USPD ab 1920 KPD
• Endphase Leiter KPD Berlin
• Galt als sog. Berufsrevolutionär
Sowjetische Prägung
• 1924 Erste Fahrt nach Moskau
– Stark prägend für Ulbricht
– Weitere Radikalisierung
• Kampf gegen SPD, eigentlich nahestehensten
Verbündeten
• 1931 Rededuell mit Joseph Goebbels
• Nach Machtergreifung untergetaucht, ab 1938
wieder in Sowjetunion
Fahndungsplakat Berliner Polizei September 1933.
In sowjetischem Exil
• Kriegseinsatz zur Kapitulation und Bekehrung
deutscher Soldaten und kriegsgefangener
• Pläne für Neuaufbau Deutschlands nach
Kriegsende nach sowjetischem KPD Vorbild
• 30. April 1945 Rückkehr nach Deutschlands und
Neugründung der KPD
• Leiter der „Gruppe Ulbricht“
• Organisierte 1946 Vereinigung KPD und SPD zur
SED
Ulbricht in Moskau zu Stalins 71. Geburtstag Dezember 1949
Politisches Wirken DDR
• 1950 bis 1971 stand er an der Spitze des Zentralkomitees
der DDR  höchste politische Entscheidungsgewalt
• Dazu ab 1955 Erster stellvertretender Vorsitzender des
Ministerrates und Vorsitzender des Nationalen
Verteidigungsrates  an quasi allen politischen
Entscheidungen beteiligt
• Mehr Macht und Einfluss als eigentlicher Staatspräsident
und Vorsitzenden MR
• 1960 bis Tod 1973 Vorsitzende des Staatsrates der DDR 
vertrat DDR völkerrechtlich
Politisches Wirken
• Nach Scheitern Stalin Noten ab 1952 Aufbau des
Sozialismus nach sowjetischem Vorbild,
Absprache und Genehmigung mit Stalin
• Aufbau innerdeutschen Grenze
• Abschaffung der Länder  Zentralisierung der
DDR
• Verstaatlichung der Wirtschaft, Fokus
Schwerindustrie
• Kollektivierung der Landwirtschaft
Rede vor Parteikonferenz 1952
„Die politischen und die ökonomischen Bedingungen der Arbeiterklasse sowie das
Bewußtsein der Arbeiterklasse und der Mehrheit der Werktätigen sind so weit entwickelt,
daß der Aufbau des Sozialismus zur grundlegenden Aufgabe in der Deutschen
Demokratischen Republik geworden ist. […] Der Aufbau des Sozialismus erfordert:

a) Durchführung der grundsätzlichen Aufgaben der Volksmacht: den feindlichen Widerstand


zu brechen und feindliche Agenten unschädlich zu machen; die Heimat und das Werk des
sozialistischen Aufbaus durch die Organisierung bewaffneter Kräfte zu schützen […] Die
Stärkung der demokratischen Staatsmacht ist zu einer dringenden Notwendigkeit geworden.
Es ist eine Verwaltungsreform durchzuführen […]

b) […] Die Parteikonferenz lenkt die Aufmerksamkeit der Parteimitglieder im Staatsapparat


und in der Industrie auf die Notwendigkeit der Rekonstruktion der Hüttenindustrie, des
Bergbaus, des Schwermaschinenbaus und der Energiewirtschaft […]

c) Der breiteste sozialistische Wettbewerb ist zu entfalten, die Erfahrungen der Neuerer sind
weitestens zu verbreiten und zu popularisieren […]

d) Den Landarbeitern und werktätigen Bauern, die sich auf völlig freiwilliger Grundlage zu
Produktionsgenossenschaften zusammenschließen, ist die notwendige Hilfe zu gewähren und
dadurch zugleich das Bündnis der Arbeiterklasse mit den werktätigen Bauern zu festigen.“
• Drohte nach Tod Stalins 1953 abgesetzt
werden
• Galt als Archetyp des Stalinisten
• Aufstand vom 17 Juni rettete seine Position,
obwohl dieser durch Aufbau des Sozialismus
begünstigt war
Stalinismus
• Bezeichnet Herrschaft Stalins 1927-1953
• Vollständige Zwangs Kollektivierung der
Landwirtschaft
• Personenkult
• Verschärfter Klassenkampf
Rücktritt
• Harter Kurs der SED kollidierte Mitte 60er mit
Interesse UdSSR auf Klimawechsel und
Verhandlungsbereitschaft mit Westen
• Stellte Ende 60er wirtschaftlichen
Führungsanspruch SU in Frage, „Modell DDR“
sollte Vorbild für ganzen Ostblock werden
• 1971 Rücktritt auf sowjetischem Druck,
Nachfolger Erich Honecker
Bau der Berliner Mauer
• Nach längeren Verhandlungen mit Moskau auf
Betreiben und Verantwortung Ulbrichts
• Entscheidung fiel am 3. August
• 13. August 1961 nachts gegen 1 Uhr Grenze
Westberlin und um DDR Gebiet, insgesamt
nahezu 170 km
• Enormer Aufwand, quasi über Nacht
• Große Geheimhaltung, Bevölkerung und Alliierte
überrascht
• https://
www.youtube.com/watch?v=YjgKKOdVRx4

• https://
www.youtube.com/watch?v=Yz9DNSTrHBY

• https://www.youtube.com/watch?v=DTQvjTR
GS2I
Schießbestimmung Nr. 319 der DDR Grenztruppen 1965

• In der Truppenbelehrung ist jeder Flüchtling ein


Grenzverletzer, jemand, der die
Grenzbefestigungen angreift, ja zerstört. Also
ein Delinquent, der mit der Waffe daran
gehindert werden muss. In dieser Belehrung
wird das rücksichtslose gezielte Schießen
verlangt und befohlen, denn es ist besser, 10
Tote auf dieser Seite der Demarkationslinie als
einen Lebenden jenseits in Freiheit zu wissen.

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