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Fürstliche Bauten auf sächsischen Medaillen: Studien zur medialen Vermittlung landesherrlicher Architektur und Bautätigkeit
Herrschaft - Architektur - Raum: Festschrift für Ulrich Schütte zum 60. Geburtstag
Legitimation und Repräsentation: Zum dynastischen Selbstverständnis thüringisch-sächsischer Reichsgrafen in der frühen Neuzeit
eBook-Reihen12 Titel

Schriften zur Residenzkultur

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Über diese Serie

Johan Heinrich Gerken kam vor drei Jahrhunderten als Fremder nach Berlin. Er sah eine Stadt, die rasant wuchs und repräsentativ zur Residenz der preußischen Könige umgebaut wurde. Damit waren alle älteren Beschreibungen der Stadt hinfällig. Gerken sah seine Chance und verfasste so ausführlich wie kein Autor vor ihm in den Jahren von 1714 bis 1717 eine Beschreibung der ganzen Stadt »vermittelst selbstgenommener ocularer Inspection«. Durch diese Inaugenscheinnahme Berlins schuf er ein unhintergehbares Zeugnis, eine Quelle ersten Ranges.
Sein Werk blieb jedoch teilweise unvollendet und vermutlich deswegen ungedruckt. Allerdings zirkulierten seine Manuskripte unter den Gelehrten. Vor allem Georg Gottfried Küster bediente sich daraus vielfach und ohne Nachweis. Gerkens Werk bildete somit eine Art von Urtext für spätere Stadtbeschreibungen und kann heute als der erste »Baedeker« Berlins gelten. In Form von Spaziergängen lädt uns Gerken ein, die sich wandelnde Stadt zu Beginn des 18. Jahrhunderts zu erkunden.
Die vorliegende Edition präsentiert erstmalig den vollständigen Text mit den im Original vorgesehenen Illustrationen.
SpracheDeutsch
Erscheinungsdatum3. Sept. 2010
Fürstliche Bauten auf sächsischen Medaillen: Studien zur medialen Vermittlung landesherrlicher Architektur und Bautätigkeit
Herrschaft - Architektur - Raum: Festschrift für Ulrich Schütte zum 60. Geburtstag
Legitimation und Repräsentation: Zum dynastischen Selbstverständnis thüringisch-sächsischer Reichsgrafen in der frühen Neuzeit

Titel in dieser Serie (12)

  • Legitimation und Repräsentation: Zum dynastischen Selbstverständnis thüringisch-sächsischer Reichsgrafen in der frühen Neuzeit
    Legitimation und Repräsentation: Zum dynastischen Selbstverständnis thüringisch-sächsischer Reichsgrafen in der frühen Neuzeit
    Legitimation und Repräsentation: Zum dynastischen Selbstverständnis thüringisch-sächsischer Reichsgrafen in der frühen Neuzeit

    Die Studie untersucht am Beispiel thüringisch-sächsischer Reichsgrafen generelle Fragen des dynastischen Selbstverständnisses vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Der Verweis auf eine ehrenvollen Vergangenheit, die Suche nach standesgemäßen Ehepartnern, eine repräsentative Ausgestaltung von Hof und Residenz sowie das Bemühen um eine verbesserte Rangstellung des eigenen Geschlechts innerhalb der höfischen Öffentlichkeit waren dabei entscheidende Kriterien. Ob durch die Ausgestaltung des eigenen Hofzeremoniells oder den Einsatz der Künste, mittels vielfältiger Zeichen und Symbole demonstrierten die Geschlechter ihren Anspruch auf politische Unabhängigkeit und Selbständigkeit innerhalb des Alten Reiches.

  • Fürstliche Bauten auf sächsischen Medaillen: Studien zur medialen Vermittlung landesherrlicher Architektur und Bautätigkeit
    Fürstliche Bauten auf sächsischen Medaillen: Studien zur medialen Vermittlung landesherrlicher Architektur und Bautätigkeit
    Fürstliche Bauten auf sächsischen Medaillen: Studien zur medialen Vermittlung landesherrlicher Architektur und Bautätigkeit

    Medaillen und Gedenkmünzen waren innerhalb der höfischen Kultur der Frühen Neuzeit ein bevorzugtes Mittel fürstlicher Repräsentation. Nahezu jedes offizielle Ereignis, darunter auch die landesherrliche Bautätigkeit, gab Anlaß für Medaillenprägungen. Diese Architekturdarstellungen wurden gezielt zur politischen Überzeugungsarbeit eingesetzt. Dabei dienten die Medaillen sowohl der Interaktion der Herrscher und Höfe untereinander als auch der Kommunikation zwischen Landesherren und Untertanen. Am Beispiel der Herzöge und Kurfürsten von Sachsen ernestinischer und albertinischer Linie untersucht die Autorin die Darstellung landesherrlicher Architektur auf sächsischen Medaillen des 17. und 18. Jahrhunderts. Neben der Architektur und der Ikonographie bilden das höfische Zeremoniell und rezeptionstheoretische Überlegungen den Forschungsschwerpunkt. Anhand eingehender Quellenanalysen gelingt erstmals eine Einordnung und Interpretation der Medaillen in ihrem sozialhistorischen Kontext. Das Buch widmet sich einem interdisziplinären Themenkomplex, der bislang weder seitens der Kunst- und Architekturgeschichte noch seitens der Numismatik und Medaillenkunde angemessen gewürdigt wurde. Ein ausführlicher Objektkatalog mit der Abbildung und fachwissenschaftlichen Beschreibung der Medaillen und Gedenkmünzen bietet zusätzliche Hinweise auf zum Teil noch unerschlossenes Quellenmaterial. Als in Gold und Silber geprägtes Herrscherlob werden die Werke auch dem heutigen Betrachter eindrucksvoll vor Augen geführt.

  • Herrschaft - Architektur - Raum: Festschrift für Ulrich Schütte zum 60. Geburtstag
    Herrschaft - Architektur - Raum: Festschrift für Ulrich Schütte zum 60. Geburtstag
    Herrschaft - Architektur - Raum: Festschrift für Ulrich Schütte zum 60. Geburtstag

    Die Schlagworte Herrschaft, Architektur und Raum markieren drei Forschungsschwerpunkte des Kunsthistorikers und langjährigen Hochschullehrers Ulrich Schütte. Gleichzeitig benennen sie Leitmotive der hier versammelten neunzehn Beiträge seiner Schülerinnen und Schüler. Sie zeigen ein breites Themenspektrum, darunter zur Architektur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, zur Ausstattung von Schlössern, zum Herrschaftsverständnis in seiner Abhängigkeit von Darstellungsformen in verschiedenen Medien, aber auch zur Denkmalpflege nach 1945. Topographisch – darin ebenfalls einem wichtigen Akzent innerhalb der wissenschaftlichen Aktivitäten Ulrich Schüttes folgend – erfährt der Raum Hessen und Thüringen besondere Berücksichtigung, ist aber bei weitem nicht darauf beschränkt.

  • Fürsten ohne Land: Höfische Pracht in den sächsischen Sekundogenituren Weißenfels, Merseburg und Zeitz
    Fürsten ohne Land: Höfische Pracht in den sächsischen Sekundogenituren Weißenfels, Merseburg und Zeitz
    Fürsten ohne Land: Höfische Pracht in den sächsischen Sekundogenituren Weißenfels, Merseburg und Zeitz

    Nach dem Tod des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. einigten sich seine vier Söhne im Jahr 1657 in einem Vergleich auf die Einrichtung von Herrschaftsgebieten auch für die drei jüngeren, von der Nachfolge eigentlich ausgeschlossenen Prinzen. Während der älteste Sohn als Kurfürst in Dresden folgte, kam es daneben zur Bildung der Sekundogeniturfürstentümer Weißenfels, Merseburg und Zeitz. Die hier residierenden jüngeren Brüder begannen sofort mit dem Ausbau ihrer Herrschaft und dem Aufbau eigener Hofhaltungen, obwohl sie in den ihnen zugewiesenen Territorien nur über eingeschränkte Souveränität verfügten. Das baldige Aussterben in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts sowie der Rückfall der Territorien an die Hauptlinie in Dresden ließen die Sekundogenituren in der öffentlichen Wahrnehmung lange in Vergessenheit geraten. Erst in den letzten Jahren sind sie erfreulicherweise wieder stärker in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Der vorliegende Band zeigt, zu welcher künstlerisch-kulturellen Blüte die drei Hofhaltungen in ihrer Zeit gelangten und wie sie noch heute das Erscheinungsbild der Region zwischen Saale, Unstrut und Elster mitbestimmen.

  • Die Prinzenreise: Bildungsaufenthalt und Kavalierstour im höfischen Kontext gegen Ende des 17. Jahrhunderts
    Die Prinzenreise: Bildungsaufenthalt und Kavalierstour im höfischen Kontext gegen Ende des 17. Jahrhunderts
    Die Prinzenreise: Bildungsaufenthalt und Kavalierstour im höfischen Kontext gegen Ende des 17. Jahrhunderts

    Prinzenreisen gehörten in der Frühen Neuzeit zum Kern der Fürstenerziehung. Die jungen Männer sollten sich auf einer mitunter mehrjährigen Europareise nicht allein Studien und Exerzitien unterziehen, sondern auch Weltläufigkeit lernen, ihre Sprachkenntnisse erweitern sowie an den wichtigsten Höfen vorstellig werden. Ihr Weg führte nach Frankreich, Italien, in die Vereinigten und die Spanischen Niederlande, nach England und Skandinavien. Die Zeit um 1700 gilt als Hochphase derartiger Kavalierstouren. Die Autorin geht erstmals der Frage nach, welche Ursachen diese intensivierte Reisetätigkeit hatte. Auf der Basis einerseits von normativen Quellen wie Fürstenspiegeln und andererseits den unterwegs geführten Korrespondenzen analysiert sie die Reisen aller zwischen 1671 und 1681 geborenen deutschen Prinzen. Im Fokus stehen Aspekte wie die Reisedauer, das Alter der Prinzen, das Inkognito, die Begleitung und die Kosten. Daneben werden die geographischen und bildungsrelevanten Reiseziele betrachtet; eine Schlüsselstellung in der Analyse der Interaktionen kommt auch dem Zeremoniell zu. Denn sehr genau wurde das den Prinzen von den auswärtigen Souveränen entgegengebrachte Verhalten dokumentiert und an den heimischen Hof kommuniziert. Die dem Prinzen entgegengebrachte Ehre galt als Gradmesser für die Stellung seiner Dynastie und seines Territoriums innerhalb der höfischen Gesellschaft. Die Autorin weist nach, dass die verstärkte Reisetätigkeit deutscher Prinzen in der staatsrechtlichen Situation der Reichsstände nach 1648 begründet lag. Diese konkurrierten um Aufstieg innerhalb der europäischen Adelshierarchie. Ein wesentliches Instrument zur Formulierung des beanspruchten Ranges war dabei die Prinzenreise.

  • Residenz der Musen: Das barocke Schloss als Wissensraum
    Residenz der Musen: Das barocke Schloss als Wissensraum
    Residenz der Musen: Das barocke Schloss als Wissensraum

    Die Schlösser der Frühen Neuzeit waren nicht nur 'Gehäuse der Macht', sondern auch Räume des Wissens. Als Ballungszentren von Macht und Kapital zogen die Höfe Akteure unterschiedlichster Wissensfelder an, die den wachsenden Erfordernissen der Verwaltung, der politischen Repräsentation und mitunter auch den genuinen Interessen der Fürsten dienten. So entstanden höfische Wissenskulturen mit großem Einfluss auf die intellektuelle Geschichte des Alten Reichs. Das Schloss – in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen von der Residenz bis zum Lustschloss – und seine dazugehörigen Bauten und Anlagen bildeten dabei den architektonischen Rahmen eines weiten Wissensspektrums; dieses umfasste etwa Architektur und Bildende Künste, die artes mechanicae, aber auch Kameralistik, Jurisprudenz, Genealogie und Historiographie sowie Naturphilosophie, Astrologie und Alchemie. Der Band versammelt Beiträge aus Geschichte, Architektur-, Kunst-, Philosophie- und Sammlungsgeschichte, die die Rolle des Schlosses für die frühneuzeitliche Wissens- und Wissenschaftsgeschichte beleuchten.

  • Die Kopie als Element fürstlicher Gemäldesammlungen im 19. Jahrhundert
    Die Kopie als Element fürstlicher Gemäldesammlungen im 19. Jahrhundert
    Die Kopie als Element fürstlicher Gemäldesammlungen im 19. Jahrhundert

    Mit dem Begriff 'Kopie' wird im Zusammenhang mit bildender Kunst meist Negatives assoziiert. Für den Kunstkenner ist es heute selbstverständlich, dass er in Museen und Galerien ausschließlich Originalen gegenübersteht. Dass die Gemäldekopie im 19. Jahrhunderts in einem ganz anderen Licht gesehen wurde, beweist ein Blick in die Bestandskataloge fürstlicher Sammlungen. Kopien waren darin keine Seltenheit und besaßen eine andere Wertigkeit als heute. Ilka Voermanns Arbeit geht erstmals den Ursachen dafür nach. Anhand der fürstlichen Sammlungen an den Höfen in Oldenburg, Schwerin, Karlsruhe, Weimar und Gotha wird untersucht, welche Kriterien beim Erwerb oder Auftrag einer Kopie ausschlaggebend waren, mit welchen Schwierigkeiten die Kopisten zu kämpfen hatten und wie mit den Nachahmungen im Vergleich mit den Originalgemälden umgegangen wurde. Darüber hinaus weist die Autorin nach, dass die Gemäldekopien in den untersuchten Sammlungen eine wichtige Rolle für das höfische Selbstverständis und die Repräsentation im politisch schwierigen 19. Jahrhundert spielten. Damit schneidet die Untersuchung zwei wenig erforschte Teilgebiete der Kunstgeschichte an und kann nicht nur Aufschluss über die 'Kunst aus zweiter Hand' und ihre Verwendung geben, sondern auch einen Beitrag zur Erforschung höfischer Repräsentation im 'bürgerlichen' 19. Jahrhundert leisten.

  • Kulturtransfer am Fürstenhof: Höfische Austauschprozesse und ihre Medien im Zeitalter Kaiser Maximilians I.
    Kulturtransfer am Fürstenhof: Höfische Austauschprozesse und ihre Medien im Zeitalter Kaiser Maximilians I.
    Kulturtransfer am Fürstenhof: Höfische Austauschprozesse und ihre Medien im Zeitalter Kaiser Maximilians I.

    Die Beiträge des vorliegenden Bandes thematisieren aus kunsthistorischer, historischer und germanistischer Perspektive das Phänomen des Kulturtransfers an deutschen Fürstenhöfen an der Epochenschwelle von Mittelalter und Früher Neuzeit. Während in den Jahrzehnten vor 1500 viele deutsche Höfe wegen der zunehmenden internationalen Vernetzung immer stärker die in Italien, den burgundischen Niederlanden oder Frankreich entwickelten kulturellen Standards rezipierten, bedeuteten die Jahrzehnte nach 1500 durch die Auswirkungen der Reformation für die deutschen Höfe sowohl eine Beschleunigung als auch eine nachhaltige Veränderung der kulturellen Transfer- und Transformationsprozesse. Die Analyse der Jahrzehnte vor und nach 1500 ermöglicht daher sowohl eine Würdigung des prozesshaften Verlaufs des Kulturtransfers als auch seiner Abhängigkeit von den konkreten historischen Rahmenbedingungen, innerhalb derer sich das kulturelle Niveau der Fürstenhöfe im Alten Reich entwickelte. Im Mittelpunkt der Beiträge stehen Fragen nach der Bedeutung der bildlichen und schriftlichen Medien, der Architektur und der Schatzkunst für Prozesse des Kulturtransfers um 1500. Behandelt werden u.a. der Hof Kaiser Maximilians I. sowie die kulturell führenden Höfe der kursächsischen Wettiner und der Wittelsbacher. Beiträge zu Jacopo de’ Barbari und Lucas Cranach d.Ä. vermitteln überdies neue Erkenntnisse über die Mitwirkung einzelner Hofkünstler bei Transfer und Transformation fremder kultureller Normen und künstlerischer Motive vom Süden in den Norden Europas.

  • Zeichen und Medien des Militärischen am Fürstenhof im frühneuzeitlichen Europa
    Zeichen und Medien des Militärischen am Fürstenhof im frühneuzeitlichen Europa
    Zeichen und Medien des Militärischen am Fürstenhof im frühneuzeitlichen Europa

    Das Element des Militärischen war im frühneuzeitlichen Europa nicht nur ein praktisches Mittel der Durchsetzung oder Abwehr von Machtansprüchen, sondern wurde auch vielfältig auf der Bühne höfischen Symbolgebrauchs eingesetzt, wenn es um die Demonstration von politischem und dynastischem Status und der damit verbundenen Privilegien und Dignitäten ging. Das kulturelle Fundament dieser militärisch bestimmten höfischen Symbolik und Metaphorik war die seit dem Mittelalter lebendige und in der Frühen Neuzeit besonders kultivierte Vorstellung, dass der Fürst oder König durch seine göttlich legitimierte Autorität die lebendige Verkörperung von Recht und Gesetz sei. Diese Vorstellung fand ihren Ausdruck in Medaillen, Porträts und Historienbildern sowie der bildlichen Ausstattung von höfischen Repräsentationsräumen, aber auch in der Hofmusik, wenn entweder ein bestimmtes Kriegsgeschehen oder einzelne Vertreter des fürstlichen Hauses als im dynastischen Sinne sinnstiftend verherrlicht wurden. Die Beiträge des Bandes untersuchen diesen wichtigen Bereich höfischer Kultur in interdisziplinärer Perspektive anhand der symbolischen Zerstörung von Schlössern durch Friedrich II. von Preußen, der Bedeutung höfischer Rüstkammern, den Bildprogrammen höfischer Prunkwaffen, dem Motiv des L’homme armé in der höfischen Musik um 1500, der Repräsentation des Militärischen in der höfischen Oper des 17. Jahrhunderts, der zeremoniellen Zurschaustellung militärischer Potenz bei Herrscherbesuchen sowie der Ausstattung höfischer Innenräume mit ihren Schlachtenbildern und allegorisch instrumentiertem Kunsthandwerk.

  • Fürst und Fürstin als Künstler: Herrschaftliches Künstlertum zwischen Habitus, Norm und Neigung
    Fürst und Fürstin als Künstler: Herrschaftliches Künstlertum zwischen Habitus, Norm und Neigung
    Fürst und Fürstin als Künstler: Herrschaftliches Künstlertum zwischen Habitus, Norm und Neigung

    Die Künste gehörten seit der Antike zu den wichtigsten Feldern herrschaftlicher Praxis, da erst ihre Kenntnis und Förderung den Typus des klugen, gebildeten Regenten zu sinnfälliger Anschaulichkeit verhalf. Von daher war es für Herrscher aller Zeiten eine Selbstverständlichkeit, Künstlern ein passendes Betätigungsfeld am Hof oder in der Stadt zu verschaffen. Ein Regent, der künstlerisch selbst tätig wird und dies noch dazu in aller Öffentlichkeit zelebriert, ist hingegen erklärungsbedürftig. Denn möchte man ein solches Verhalten nicht einfach nur als charakterliche Marotte, sondern als Ausdruck von Normen, Mustern und möglichen Topoi oder als Habitus bewerten, entstehen eine Reihe von Fragen und Problemen. Hier setzen die Beiträge des Buches an und nehmen erstmals aus einer interdisziplinären Perspektive heraus das nur wenig untersuchte Phänomen von zeichnenden, architekturentwerfenden, konstruierenden, drechselnden, stickenden oder komponierenden Fürsten und Fürstinnen diachron in den Blick. Zugleich gehen sie auf die damit verbundenen Theorien, Kategorien und historischen Habitus-Entwürfe ein. Der Fokus liegt dabei auf den Mitgliedern reichsunmittelbarer Familien, eigenständigen Territorialherren, Fürsten und Fürstinnen aus dem Alten Reich und den angrenzenden europäischen Ländern. Das Resultat sind neue Erkenntnisse zur Kunst-, Kultur- und Sozialgeschichte, aber auch zur materiellen Kultur höfischer Gesellschaften im Europa der Frühen Neuzeit.

  • Königin Christiane Eberhardine – Pracht im Dienst der Staatsraison: Kunst, Raum und Zeremoniell am Hof der Frau Augusts des Starken
    Königin Christiane Eberhardine – Pracht im Dienst der Staatsraison: Kunst, Raum und Zeremoniell am Hof der Frau Augusts des Starken
    Königin Christiane Eberhardine – Pracht im Dienst der Staatsraison: Kunst, Raum und Zeremoniell am Hof der Frau Augusts des Starken

    Die Gemahlin des Herrschers nahm im zeremoniellen Rang des frühneuzeitlichen Hofes den zweiten Platz ein. Dies spiegelte sich in der Gestaltung ihres fürstlichen Ortes wider. Die Repräsentations- und Inszenierungsstrategien einer verheirateten Fürstin im Zeitalter des Absolutismus sind indes bisher kaum untersucht worden. Silke Herz ist es nun erstmals gelungen, einen Fürstinnenhof anschaulich zu rekonstruieren und dabei historische, kunsthistorische, wirtschaftliche, soziale, geschlechter- und rechtshistorische Fragestellungen zu verbinden. Christiane Eberhardine führte ab der polnischen Thronbesteigung Augusts des Starken 1697 bis zu ihrem Tod 1727 eine Art Doppelleben. Einerseits wurde von ihr die Mitwirkung an hohen zeremoniellen Akten des Kurfürstentums gemeinsam mit dem Ehemann im Dresdner Residenzschloss erwartet. Andererseits gelang ihr der Aufbau einer eigenständigen Residenz in Pretzsch an der Elbe mit allen Elementen einer unabhängigen Hofhaltung, einschließlich französischer Gartenanlage und Kunstsammlung. Die von ihr bewohnten Appartements in der Topografie des Dresdner Residenzschlosses, ihr Gartenraum, ihr Landschloss, die fürstlichen Logen im Sakralraum, die Transportmittel und ephemeren Gemächer während der Reisen werden als Orte und Indikatoren des sozialen Ranges der Fürstin und Landesherrin umfassend dargestellt. Zugleich wird deutlich gemacht, wie das Zusammenspiel aller Gattungen des Interieurs, die in Kostbarkeit, Farbe, Mode und Façon aufeinander abgestimmt waren, funktionierte. Exemplarisch bespricht die Autorin fünf Einrichtungsgruppen des mobilen Interieurs der Königin, die für die fürstliche Standesrepräsentation von besonderer Aussagekraft sind: Textilien, Silber, Gemälde, Porzellan und Lackarbeiten. Das dabei entstandene Inventar der Gemälde­galerie ist Teil dieses Buches.

  • Der erste »Baedeker« von Berlin: Die Stadtbeschreibung von Johan Heinrich Gerken 1714–1717
    Der erste »Baedeker« von Berlin: Die Stadtbeschreibung von Johan Heinrich Gerken 1714–1717
    Der erste »Baedeker« von Berlin: Die Stadtbeschreibung von Johan Heinrich Gerken 1714–1717

    Johan Heinrich Gerken kam vor drei Jahrhunderten als Fremder nach Berlin. Er sah eine Stadt, die rasant wuchs und repräsentativ zur Residenz der preußischen Könige umgebaut wurde. Damit waren alle älteren Beschreibungen der Stadt hinfällig. Gerken sah seine Chance und verfasste so ausführlich wie kein Autor vor ihm in den Jahren von 1714 bis 1717 eine Beschreibung der ganzen Stadt »vermittelst selbstgenommener ocularer Inspection«. Durch diese Inaugenscheinnahme Berlins schuf er ein unhintergehbares Zeugnis, eine Quelle ersten Ranges. Sein Werk blieb jedoch teilweise unvollendet und vermutlich deswegen ungedruckt. Allerdings zirkulierten seine Manuskripte unter den Gelehrten. Vor allem Georg Gottfried Küster bediente sich daraus vielfach und ohne Nachweis. Gerkens Werk bildete somit eine Art von Urtext für spätere Stadtbeschreibungen und kann heute als der erste »Baedeker« Berlins gelten. In Form von Spaziergängen lädt uns Gerken ein, die sich wandelnde Stadt zu Beginn des 18. Jahrhunderts zu erkunden. Die vorliegende Edition präsentiert erstmalig den vollständigen Text mit den im Original vorgesehenen Illustrationen.

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