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Buddhismus interkulturell gelesen
Niklas Luhmanns Systemtheorie interkulturell gelesen
Grundpositionen der interkulturellen Philosophie
eBook-Reihen30 Titel

Interkulturelle Bibliothek

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Über diese Serie

Aus dem Vorwort

Die Beschäftigung mit philosophischem Denken ist seit den frühesten Tagen der Menschheitsgesichte inhärenter Teil aller Kulturen. Umso mehr drängt es den Menschen in Zeiten massenmedialer Allgegenwart und internationaler Globalisierung nach Stabilität, die in der Gewissheit um bestimmte Erkenntnisse erhofft. Umso schneller tritt hierbei die Frage zu Tage, welchen Stellenwert die als unzweifelhaft wahr angenommenen Erkenntnisse des Menschen haben und ob die Welt, die er als wirklich empfindet, nur Schein oder tatsächliches Sein ist?

Auf dieser Basis begründet sich die skeptische Philosophie als ein Angebot auf der Suche nach Erkenntnissen. Die Philosophie des Zweifels trägt hierbei unterschiedliche Ausprägungen und zeigt in ebenso ernüchternder wie ermutigender Weise, wie facettenreich eine Beschäftigung mit der Frage nach der Tatsächlichkeit von Erkenntnissen sein kann. Insbesondere in aktuellen, wissenschaftlichen Diskursen im internationalen Raum erscheint eine skeptische Betrachtungsweise erforderlich, um kulturübergreifende Phänomene beurteilen und analysieren zu können. Eine solche Betrachtungsweise macht es jedoch notwendig, einerseits eine Ablösung von jedweden zentrischen Denkmustern einzunehmen, andererseits einer universalistischen Perspektive vorzubeugen, die Problemverkürzung und Reduktionismus zur Folge haben kann. Daher ist das Anliegen aktueller skeptischer Philosophie ebenso schwierig wie komplex und zieht weit über eine rein historisch-vergleichende Skizze ihre Kreise. Diesem Anliegen möchte die vorliegende Studie einen Beitrag leisten.
SpracheDeutsch
HerausgeberTraugott Bautz
Erscheinungsdatum21. Feb. 2008
Buddhismus interkulturell gelesen
Niklas Luhmanns Systemtheorie interkulturell gelesen
Grundpositionen der interkulturellen Philosophie

Titel in dieser Serie (40)

  • Grundpositionen der interkulturellen Philosophie
    Grundpositionen der interkulturellen Philosophie
    Grundpositionen der interkulturellen Philosophie

    Die Notwendigkeit interkultureller Philosophie ergibt sich aus dem Ruf nach Befreiung von der bisherigen Geschichts- und Philosophieschreibung, die zentristisch geprägt ist. Ein interkulturell orientiertes Geschichtsverständnis erkennt aufgesetzte Grenzen zwischen den Menschen nicht an und läßt keinen Zweifel daran, daß eine rein kulturgebundene Geschichtsschreibung der interkulturellen Verständigung im Wege steht und als Zündstoff unversöhnlicher Konflikte dient. Geschichte ist keine apriorisch gegebene Größe. Sie ist offen, wird von Menschen gedacht, konzipiert und geschrieben; sie zeigt irrationale Projektionen auf. Im Geist des Menschen muß ein Umdenken über das Eigene und Fremde in Gang gesetzt werden. Es handelt sich um die Annäherung an einen Paradigmenwechsel und eine Perspektivenerweiterung des Einzelnen auf intra- und interkultureller Ebene. Daß die Historiographie, nicht nur der Philosophie, sondern aller Kulturwissenschaften, ja sogar der Naturwissenschaften, aus einem neuen Blickwinkel heraus, der die Anerkennung des Anderen beinhaltet, kritisch zu revidieren ist, ergibt sich von selbst als Konsequenz. Die Anerkennung der Gedankenwelt anderer Kulturen ist konstitutiv für den Frieden. Diese Forderung ist allen interkulturell-philosophischen Ansätzen gemeinsam, auch wenn diese sich im Detail und in ihrem Forschungsbereich unterscheiden. Interkulturalität besitzt eine theoretische und eine praktische Ausrichtung. Sie erfordert die Klärung von Begriffen wie ›Wahrheit‹ ›Absolutheit‹, ›Anerkennung‹, ›Identität‹, ›Differenz‹, ›Überlappung‹, ›Toleranz-Dialog‹, ›Hermeneutik‹ und vielen anderen Begrifflichkeiten. Interkulturelle Philosophie steht dem Mythos der Einheitlichkeit ablehnend gegenüber und distanziert sich von einem Absolutheitsanspruch. Es ist ein Hauptanliegen der Autoren, Aufgaben, Methoden und Intentionen interkultureller Philosophie in einem historischen Zusammenhang darzustellen und zu erläutern.

  • Buddhismus interkulturell gelesen
    Buddhismus interkulturell gelesen
    Buddhismus interkulturell gelesen

    Das Buch konzentriert sich auf Kernaussagen der buddhistischen Philosophie, ihre Interpretation in ver-schiedenen Schulen und Verbreitungsgebieten des Buddhismus sowie ihre Rezeption in der westli-chen Denktradition. Ferner werden grundlegende Struk-turen des buddhistischen Denkens mit der abendländi-schen Philosophie verglichen. Hierbei wird besonders herausgearbeitet, inwieweit sich für Fragestellungen im Buddhismus analoge Strukturen in der Philosophie von Platon über die Aufklärungsphilosophie und den Deut-schen Idealismus bis zur Moderne (Heidegger, Wittgen-stein etc.) entdecken lassen. Als Schlüsselbegriff erweist sich hierbei die für den Buddhismus zentrale Kategorie der "Leere" (sunyata), die in ihrer Differenz zur abendländischen Substanz-Metaphysik und Wirklich-keitslehre dargestellt wird. Der Vergleich zum Buddhis-mus erlaubt es auch, Motive in eher wenig beachteten abendländischen Traditionen (z.B. der Rhetorik, der Gnosis usw.) neu zu interpretieren, während andererseits in einer Gegenwirkung westliche Einflüsse auf den Buddhismus plausibel gemacht werden können. Der Text entfaltet den Begriff einer "interkulturellen Lek-türe" auch dahingehend, daß die Differenzen zwischen buddhistischen Schulen diskutiert und her-ausgearbeitet werden; der Buddhismus ist in sich ein interkulturelles Phänomen. So tauchen z.B. in der jüngsten Diskussion in der japanischen Philosophie unter dem Titel "kritischer Buddhismus" Fragestellungen auf, die im tibetischen Buddhismus mehrfach erörtert wur-den, sich aber auch schon in den alten Texten des Pali-Kanons auf Sri Lanka nachweisen lassen. Andererseits zeigt gerade die jüngste japanische Diskussion einen direkten Bezug zu Descartes und Vico. Das Buch ist nach einem einleitenden Kapitel in drei Hauptteile gegliedert: Erkennen - Handeln - Wissen. Diese Dreiteilung kann als Analogie zu den Schulbe-zeichnungen Erkenntnistheorie bzw. Logik, Ethik und Metaphysik gelesen werden; sie entspricht aber auch den drei berühmten Fragen Kants ("Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen?"), da "Wissen" im Buddhismus stets eine soteriologische Bedeutung besitzt. Andererseits entspricht sie der traditionellen Einteilung des buddhistischen Weges (prajna - sila - dhyana). Im letzten Teil ("Wissen") werden auch zentrale Motive der Kernaussagen monotheistischer Theologie mit dem buddhistischen Nicht-Theismus ver-glichen und eine gemeinsame Verständnisbasis heraus-gearbeitet.

  • Niklas Luhmanns Systemtheorie interkulturell gelesen
    Niklas Luhmanns Systemtheorie interkulturell gelesen
    Niklas Luhmanns Systemtheorie interkulturell gelesen

    Obgleich der Begriff der Interkulturalität in Niklas Luhmanns (1927-1998) Systemtheorie zumindest keine systematische Rolle spielt, zeigt der Autor wie sich eine interkulturelle Perspektive in der neueren deutschen Systemtheorie entdecken und entsprechende Begrifflichkeiten einbauen lassen. Hierzu wird nach einer allgemeinen Einführung in Grundpositionen und -begriffe der Theorie zunächst der Kulturbegriff Luhmanns erläutert. Es wird vorgeführt, daß sich Kultur aus systemtheoretischer Perspektive zum einen als Gedächtnis der Kommunikation, zum anderen als besondere Semantik der europäischen Moderne analysieren läßt. In diesen Zusammenhängen wird sodann der Begriff der Interkulturalität eingeführt. Daran schließt sich eine Auseinandersetzung mit der Theorie der Weltgesellschaft an. Schließlich wird am Beispiel der religiösen Toleranz deutlich gemacht, wie sich Phänomene der interkulturellen Problematik mit systemtheoretischen Mitteln modellieren lassen.

  • Ibn Ruschds Philosophie interkulturell gelesen
    Ibn Ruschds Philosophie interkulturell gelesen
    Ibn Ruschds Philosophie interkulturell gelesen

    In der Philosophiegeschichte liefert uns Ibn Ruschds Philosophie ein einzigartiges Beispiel für ein interkulturelles Schicksal par excellence. Als Ibn Ruschd bei den Arabern, Averroes bei den Lateinern und Ben Ruschd (B"R) bei den Juden stellt er mit seiner Philosophie bis heute ein facettenreiches Phänomen in der philosophischen Rezeptionsgeschichte dar, das aber auch umstritten ist und sich einer simplen Definition widersetzt. Er hatte bis zu den Anfängen der Moderne Schüler in ganz Europa und blieb eine Herausforderung für die Philosophiehistoriker. Die Rezeptionsgeschichte des Ibn Ruschd widerspiegelt die entscheidenden Momente der mittelalterlichen Philosophie, aber auch die Ansätze und die Hauptprobleme des arabischen Denkens im 20. Jahrhundert. Die Auseinandersetzung mit Ibn Ruschds Philosophie kann aus interkultureller Sicht in einem Erkenntnisprozeß höchst aufschlußreich sein, Averroes und der Averroismus eignen sich in besonderer Weise dafür, die Möglichkeit einer Selbsterkenntnis und einer Erkenntnis des Anderen gleichzeitig zu erlangen.

  • Hans Küngs Projekt Weltethos interkulturell gelesen
    Hans Küngs Projekt Weltethos interkulturell gelesen
    Hans Küngs Projekt Weltethos interkulturell gelesen

    Der Blick in Geschichte und Gegenwart zeigt, daß Religionen in vielen Konflikten als Mittel zum Zweck missbraucht werden und/oder sich missbrauchen lassen. Viele Kriege und Massaker sind deshalb so unbeschreiblich fanatisch, blutig und gnadenlos, weil sie religiös fundiert sind. Durch diese negative Seite der Religionen wird oft übersehen, daß alle Religionen auch eine positive ethische Seite vertreten. Beim Parlament der Weltreligionen 1893 in Chicago erklärten 200 Vertreter der Weltreligionen das erste Mal in der Geschichte ihren Konsens über einige ethische Werte, Standards und Haltungen. Dank der Weltethos-Erklärung, die von Hans Küng unter Konsultation von vielen Experten aus aller Welt entwickelt wurde, wird deutlich, daß die Weltreligionen sich nicht wie bisher angenommen - in den letzten Jahrzehnten einfach aufeinander zu bewegt haben, sondern es ist sogar - dank der Weltethos-Erklärung - zu der erstmaligen Wahrnehmung einer Überschneidung im ethischen Bereich gekommen. Angesichts der Überlebenskrise der Menschheit und des Planeten Erde sind es nach Hans Küng die Religionen, denen eine besondere Rolle bei der Suche nach einer neuen Weltordnung zukommt. Er geht davon aus, daß das bisher in der Geschichte gezeigte zerstörerische Potential der Religionen umkehrbar ist, daß die internationale Gemeinschaft angesichts der bereits sichtbaren Probleme im Globalisierungsprozess nicht ohne gemeinsame Werte existieren kann und daß gerade die Verbundenheit im Ethos zu einem einigenden, friedenstiftenden Band der Völkergemeinschaft werden könne. Küngs Schlüsselbegriff für diese Zukunftsstrategie ist die "planetarische Verantwortung". Um diesem Bewusstseinsprozess eine zukunftsfähige Basis zu geben, bedarf es der Einführung einer international angelegten interreligiösen Erziehung.

  • Rückkehr ins Eigene: Die Dimension des Interkulturellen in der Philosophie
    Rückkehr ins Eigene: Die Dimension des Interkulturellen in der Philosophie
    Rückkehr ins Eigene: Die Dimension des Interkulturellen in der Philosophie

    Nach einer Periode von mehr als 15 Jahren, in der ich mich auf vielen Reisen nach Afrika mit Aufenthalten an afrikanischen Universitäten und bei zahlreichen Gegenbesuchen afrikanischer Kollegen mit afrikanischer Philosophie vertraut zu machen versuchte, reise ich nun sehr viel weniger und beschäftige mich mit der Frage, wie die Dimension des Interkulturellen in der Philosophie Form gegeben werden kann. Es geht (1) nicht um eine Rückkehr zu sich im Hegelschen Sinn, bei der die Ausgangsprämissen konkretisiert worden sind, eher im Schillerschen Sinn: ›Fremd kehrt er heim ins Vaterhaus‹. So ist die nächste (2) Frage: ›Was ist anders geworden durch die Bemühung um das Verständnis einer anderen Philosophie?‹ Eine neue Konzeption des Philosophiebegriffs und der Philosophiegeschichte ist zu entfalten. Das Verhältnis der europäisch-westlichen Politik zu den nicht-westlichen Teilen der Welt, insbesondere die unilaterale Kriegspolitik der USA, ist (3) kritisch zu hinterfragen. Das Gegensatzdenken wird am Beispiel des Gegensatzes von Leib und Seele, den es im afrikanischen Denken nicht gibt, wird (4) auf dem Weg von Hegel über Merleau-Ponty und Derrida dekonstruiert. Die Welt der Geister erscheint als eine dem europäisch-westlichen Denken entglittene Dimension der Wirklichkeit. Insbesondere die Anwesenheit der Geister in der Natur, der Animismus, muß (5) neu bewertet werden. Die interkulturelle Kunst ist mehr als ein Vorläufer der interkulturellen Philosophie. Afrikanische Kunst mit ihren ethischen Implikationen kann (6) helfen, Kunst stärker ins Leben zu re-integrieren.

  • Die Bibel interreligiös gelesen
    Die Bibel interreligiös gelesen
    Die Bibel interreligiös gelesen

    Die biblischen Geschichten werden normalerweise dem Judentum und dem Christentum zugeordnet. Aber gerade ihre oft lange literarische Entwicklung - von der mündlichen Tradition bis zum heiligen Text- zeigt kulturelle und religiöse Querverbindungen zu anderen Religionen des Mittelmeerraumes. Hinzu kommt, dass es sehr früh schon Tendenzen in der hebräischen Bibel und dann im Neuen Testament gab, Gott, als den Schöpfer der Welt und damit als den Gott aller Völker zu sehen und ihn nicht nur als Regionalgott oder den Gott einer Religion exklusiv zu verstehen. In diesem offenen Verständnis bringt sich auch Jesus in die jüdische Tradition ein und überschreitet bewusst enge dogmatische Grenzen. Davon erzählen einige Geschichten im Neuen Testament. Und immer wieder bekommen Texte einen anderen oder weiteren Verständnishorizont, wenn sie mit den Augen anders Glaubender gesehen werden. Vielleicht ist es sogar geboten, bestimmte Aussagen der Bibel im Blick auf andere Völker und Religionen kritisch zu lesen. Hier soll nun der Versuch gemacht werden, nach der Tendenz interreligiöser Offenheit im Alten und Neuen Testament zu fragen, unter Umständen sogar einige Texte gegen ihre ursprüngliche Intentionen interpretierend zu lesen. Hintergrund dieser Überlegungen ist, dass jede Religion Defizite hat, dass sie unter menschlichen Bedingungen vom Transzendenten von jener "letzten Realität" erzählt. Weil aber keiner Religion die Vollständigkeit gegeben ist, darum brauchen sie einander: Bereicherung, Ergänzung, Korrektur im Sinne von Komplementarität. Praktisch kann das so aussehen, dass biblische Texte gewissermaßen in anderen Religionen gespiegelt werden. So lässt sich Verwandtes aufdecken, ja es lässt sich die Frage, wie Menschen der Bibel Menschen anderen Religionen gegenüber treten, zum hermeneutischen Kriterium machen. Der Versuch, die Bibel bewusst unter interreligiösen Gesichtspunkten zu lesen, heißt auch, gerade angesichts der vielen religiös mitbedingten Konflikte exklusive Wahrheitsansprüche abzubauen und sich auf andere Religionen als gleichwertige Gesprächspartner einzulassen.

  • Islam interkulturell gelesen
    Islam interkulturell gelesen
    Islam interkulturell gelesen

    Wir leben im Überfluß der Informationen. Alle Wege zum Wissen stehen uns offen, und doch erleiden wir Ignoranz. Wir erleben das Zeitalter der Kommunikation, und doch erleiden wir den ›Clash of Civilisations and Religions‹. Und wir alle reden heute so oft vom Islam, und doch reden so viele von uns am Islam vorbei. Dieses Buch will den Islam für sich selbst sprechen lassen. Ein schwieriges, aber nicht unmögliches Bemühen, das der Autor mit großem Interesse an der Wahrheit aufbringt. Es gelingt ihm, einen Zugang zum Islam zu öffnen, der die Grenzen des Dogmatischen und Missionarischen und noch weit darüber hinaus aufbricht. Der ›Islam‹, der hier zur Sprache kommt, hebt weniger die exotisch-fremdklingende Melodie der arabischen Bezeichnung hervor als vielmehr den humanen und tief vertrauten Sinn des Wortes, über den schon Goethe sagte: "Wenn ›Islam‹ Gottergebenheit heißt; im ›Islam‹ leben und sterben wir alle."

  • Liang Qichaos Weltanschauung interkulturell gelesen
    Liang Qichaos Weltanschauung interkulturell gelesen
    Liang Qichaos Weltanschauung interkulturell gelesen

    Der Journalist, Politiker, Intellektuelle, Reformer und Philosoph Liang Qichao (1873-1929) ist ein beispielhafter Vertreter einer neuen Generation chinesischer Intellektueller, wie sie sich nach dem Opiumkrieg im ausgehenden Kaiserreich China entwickelte. China stand damals vor enormen wirtschaftlichen und sozialen Problemen, die durch die Kolonialmächte noch verstärkt wurden. Durch diesen Impetus begann der Aufbruch dieses großen Reiches in die Moderne. Die chinesische Modernisierung konzentrierte sich auf zwei Kernfragen, die im Grunde bis heute maßgeblich sind: In welchem Verhältnis stehen der Westen und China und in welchem Verhältnis stehen das Alte und das Neue innerhalb der eigenen Tradition, oder, mit anderen Worten, wie können Rettung des Landes und Aufklärung in eine Balance gebracht werden? Liang Qichao, der zunächst den traditionellen Bildungsweg seiner Zeit beschritten hatte, aber dann zum Advokaten neuen Denkens in seinem Land geworden war, gab darauf seine ganz eigene Antwort.

  • Grundlagen der interkulturellen Religionswissenschaft
    Grundlagen der interkulturellen Religionswissenschaft
    Grundlagen der interkulturellen Religionswissenschaft

    Noch heute hat die religionswissenschaftliche Forschung schwer zu tragen an einer Vergangenheit, die durch eurozentrische Orientierung und mangelnde interkulturell-interreligiöse Ordnung in der Betrachtung ihres Gegenstands gekennzeichnet ist. Es wird immer offensichtlicher, daß diese Forschungsmethode in vielen Fällen keine eindeutige Antwort auf die bestehenden Probleme zu geben vermag. Der vorliegende Band will nicht die Weltgeschichte der Religionswissenschaft darstellen, sondern versteht sich als eine Einführung in die Interkulturelle Religionswissenschaft, die unterschiedliche religionswissenschaftliche Traditionen mit ihren je eigenen Fragestellungen und Lösungsansätzen als gleichberechtigte Diskursbeiträge zusammenbringt. Insofern wird der Versuch unternommen, Begriffssysteme zu klären, die mit Struktur, Gegenstand und Aufgabe der Interkulturellen Religionswissenschaft als einer interdisziplinären Ausrichtung eng verbunden sind. Es werden drei Ansätze vorgestellt: die Praktische Religionswissenschaft nach Udo Tworuschka, die Engagierte Religionswissenschaft nach Wolfgang Gantke und die Angewandte Religionswissenschaft nach Richard Friedli. Die Darstellung zeigt, daß diese Ansätze der Sache nach viele Gemeinsamkeiten aufweisen.

  • Asiatische Philosophie: Schopenhauer und Buddhismus
    Asiatische Philosophie: Schopenhauer und Buddhismus
    Asiatische Philosophie: Schopenhauer und Buddhismus

    Für Arthur Schopenhauer (1788-1860) ist die Philosophie kein Glasperlenspiel weniger privilegierter Geisteswissenschaftler; für ihn ist sie ein universales Mittel, mit dem sich jeder Mensch aus seinem Leiden befreien kann. Vor allem im Buddhismus sah Schopenhauer eine willkommende Bestätigung seiner Willensphilosophie und vor allem seiner Leidensauffassung. Dieser Band versucht mögliche Parallelen zwischen der Schopenhauerschen Philosophie und dem Buddhismus aufzuzeigen und sie anschließend kritisch zu beurteilen. Anhand von sieben Punkten wird systematisch in der Schopenhauerschen Philosophie nach buddhistischen Elementen gesucht. Dabei wird stets die Frage gestellt, inwiefern Schopenhauers Philosophie als eine asiatische Philosophie bezeichnet werden kann.

  • Ludwig Wittgensteins Philosophie interkulturell gelesen
    Ludwig Wittgensteins Philosophie interkulturell gelesen
    Ludwig Wittgensteins Philosophie interkulturell gelesen

    Weder versucht diese kleine Schrift über Wittgenstein eine allgemeine Einführung in seine Philosophie zu sein, noch möchte sie alle wichtigen Gedanken seiner Philosophie zum Thema machen. Seit einiger Zeit wird Wittgenstein verstärkt asiatisch thematisiert. Immer wieder wird die Frage gestellt: Wie viele Wittgensteins gibt es? Die Einhelligkeit der vielfältigen Antworten besteht darin: Es gibt mehrere. Ob es auch einen ›interkulturellen Philosophen‹ Wittgenstein gibt, soll der Leser selbst entscheiden. Die Spätphilosophie Wittgensteins zeichnet sich in der Tat durch eine zunehmende Kulturkritik aus, in der Hauptsache der europäisch-amerikanischen Kultur, und durch seine Kritik der mächtigen rationalistischen Tradition der europäischen Philosophie. Der Alleinvertretungsanspruch der europäischen Vernunft ist für Wittgenstein eine Illusion. Wittgenstein ist ebenso ein Kritiker einer übertriebenen technologischen Formation. Er ist skeptisch, ob die Technologie die von ihr produzierten Probleme lösen kann. Zeitlebens war Wittgenstein auf der Suche nach Klarheit. Am Anfang meinte er sie im Begriff ›einer idealen Exaktheit‹ a priori dingfest machen zu können. Er wurde enttäuscht, denn der historische Gang auch der Ideengeschichte kennt nicht das eine höchste Ideal der Exaktheit. Später war für Wittgenstein nicht die intellektuelle Seite der Philosophie schwierig, sondern die dem Leben zugewandte. Die Klarheit, mit der Wittgenstein jetzt zu tun hat, ist eine Forderung. Die eigentliche philosophische Authentizität besteht für ihn daher in ihrer ›transformativen‹ Kraft. Einige zentrale Gedanken seiner Philosophie werden aus einer interkulturellen Perspektive thematisiert: seine Gedanken über die Kontextualität, Familienähnlichkeit, Lebensform, Relativismus, Skeptizismus u.a. Hierbei wird sein Antiessentialismus im Vergleich der Kulturen besprochen und auf Gemeinsamkeiten zwischen ihm und dem Buddhismus hingewiesen. Der schillernde Satz am Ende seines ›Tractatus‹: "Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen" lädt uns ein, das Thema des Schweigens, des Unsagbaren, Zeigbaren und des Mystischen in den weltphilosophischen, hier besonders in den indischen, in den buddhistischen, Kontext zu stellen. Es gibt hier grundsätzliche Gemeinsamkeiten und erhellende Differenzen, die Überlappungen aufweisen und eine interkulturelle, auch eine intra-kulturelle Verständigung und Kommunikation auch ohne einen strengen Konsens ermöglichen. Die Besprechung einiger religionsphilosophischer Ansichten Wittgensteins hat mich dazu geführt, daß ich ihn einen ›kognitiven Mystiker‹ genannt habe, ein Ausdruck, den der indische Philosoph Matilal für Nagarjuna gebraucht. Und in der Tat ist Wittgensteins Mystizismus dem von Nagarjuna näher als dem der streng theologischen Lehren. Wittgensteins kritische Bemerkungen zu der bekannten ethnologischen Schrift "Golden Bough" des berühmten Ethnologen Sir Frazer führen uns zu der Konzeption einer ›interkulturellen Ethnologie‹. Alle Kulturwissenschaften, und nicht nur sie, buchstabieren die Welt in ihrer je eigenen Weise und keine Buchstabierung darf sich in den absoluten Stand setzen. Oft zweifelt man an der Bedeutung und Relevanz ethnologischer Forschungen angesichts der Globalisierung der westlichen Zivilisation und Kultur. Der paradigmatische Charakter einer interkulturellen Ethnologie macht aber möglich, daß Ethnologen von der Verabsolutierung einer bestimmten Stimme Abstand nehmen. Hier verbindet sich die Überlappungsthese der interkulturellen Philosophie mit der ›interpretativen Anthropologie‹ Geertz'. Unsere interkulturelle Lesart der Philosophie Wittgensteins, besonders der späten Schriften, hat deutlich gemacht, daß Philosophen in erster Linie durch philosophische Fragestellungen und Lösungsansätze ihre Identität erhalten und nicht so sehr durch irgendwelche geographische, kulturelle und sprachliche Merkmale, so wichtig diese auch sein mögen. Denn ein europäischer rationalistischer Philosoph ist einem

  • Esoterik als moderne Religionsform
    Esoterik als moderne Religionsform
    Esoterik als moderne Religionsform

    Esoterik ist mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft und Kultur. In der vorliegenden Publikation werden Wesen und Kennzeichen der Esoterik auf der einen Seite am Beispiel der - angeblich auf den Kalender der klassischen Maya-Kultur basierenden - Endzeitprophezeiungen für das Jahr 2012, auf der anderen Seite am Beispiel der Tierkommunikation dargestellt. Am Beispiel der Prophezeiungen für 2012 wird aufgezeigt, wie Esoterik in selektiver Weise wissenschaftliche Forschungsergebnisse und Vorstellungen fremder Kulturen und Religionen in das Konzept der "Transformation" aufnimmt. Erstmals wird in diesem Zusammenhang ausführlich die Entwicklungsgeschichte der Prophezeiungen für 2012 verfolgt und "Der Maya-Faktor" von José Argüelles als deren Ursprung festgemacht. Die inzwischen als Heilungstherapie weit verbreitete Tierkommunikation wird hier erstmals von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet und der Frage nach dem Einfluss der Esoterik auf unsere Gesellschaft nachgegangen. Denn das von der Tierkommunikation postulierte ganzheitliche Weltbild hat sich neben unserem bisherigen, durch Judentum und Christentum geprägten anthropozentrischen Weltbild erfolgreich etabliert. Zur Autorin: Dr. Ulrike Peters, geboren 1957, Religionswissenschaftlerin. Nach dem Studium in Bonn und Wien zunächst Tätigkeit am Museo Nacional de Antropología in Mexico City, danach wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Bonn und Paderborn (im Bereich Katholische Theologie). Heute ist sie Sachbuchautorin (u. a. "Altes Mexiko", Köln 2004, "Esoterik", Köln 2005, "Philosophie der Azteken. Eroberung und Mission als Transkulturation", Nordhausen 2010) und Dozentin in der Erwachsenenbildung. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Judentum, altmexikanische Kulturen, Religionsethnologie, Tierschutzethik und Esoterik.

  • José Martí interkulturell gelesen
    José Martí interkulturell gelesen
    José Martí interkulturell gelesen

    Im vergangenen 20. Jahrhundert hat keine andere Gestalt die Kulturgeschichte in Lateinamerika so stark inspiriert wie der Kubaner José Martí (1858-1895), der mit seinem vielschichtigen literarischen Werk, aber auch mit seinem politischen Engagement für die Befreiung Lateinamerikas neue Horizonte im Denken und Handeln eröffnet hat. Das vorliegende Buch versteht sich als eine Einführung in Leben und Werk von José Martí. Es will aber nicht nur eine Einführung sein, die am Leitfaden zentraler Themen seines Werks wie etwa die Marginalisierung der indigenen und afroamerikanischen Völker oder seine Vision von einer gerechten Welt zeigt, dass Martí interkulturell gelesen bzw. verstanden werden kann. Das Buch will darüber hinaus zeigen, dass Martí ein Vorläufer der Theorie und Praxis der Interkulturalität ist. Denkart und Methodik sind bei José Martí interkulturell, und zwar nicht nur implizit, wie insbesondere die Darstellung seiner Philosophie in den Kapiteln V und VII dieses Buches dokumentiert. Und genau in dieser Martís Werk auszeichnenden Interkulturalität liegt die aktuelle Bedeutung seines Denkens für uns. Der Autor Raúl Fornet-Betancourt, geboren in Kuba, studierte Philosophie, Literaturwissenschaft, Soziologie und Katholische Theologie in Salamanca, Paris und Aachen. Er ist wissenschaftlicher Referent am Missionswissenschaftlichen Institut Missio e.V. in Aachen, Professor für Philosophie an der Universität Bremen, Honorarprofessor an der RWTH-Aachen und Mitglied der Societé Européene de Culture.

  • Herbert Marcuse interkulturell gelesen
    Herbert Marcuse interkulturell gelesen
    Herbert Marcuse interkulturell gelesen

    Dieses Buch beschäftigt sich mit der Kritischen Theorie Herbert Marcuses. Marcuse war marxistischer Denker, Gesellschaftskritiker, Ideengeber der Studentenbewegung und der Neuen Sozialen Bewegungen sowie Philosoph der Praxis. Marcuses Denken erlaubt es, der heutigen Dominanz der affirmativen, eindimensionalen Interkulturalität die dialektische Form der Einheit in der Vielfalt als negierende und humanistische interkulturelle Kraft gegenüberzustellen. Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf Marcuses Verständnis von Dialektik und Kultur. Kapitel 1 beschäftigt sich mit der dialektischen Denkmethode Marcuses, die auf Hegel und Marx basiert und auf der seine gesamte Gesellschaftskritik beruht. Kapitel 2 ist eine Darstellung der Kulturtheorie Marcuses, es wird gezeigt, dass die spätkapitalistische Kultur eindimensional und affirmativ ist und dass eine Alternative in der interkulturellen Form der Einheit in der Vielfalt besteht. Die neuen Protestbewegungen der globalisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts stehen für die begründete, tätige Hoffnung auf eine freie, demokratische Gesellschaft, ein radikales Befreiungs- und Praxispotenzial bleibt durch sie aktuell. Es ist wichtig, in dieser Situation an Marcuses Einsichten anzuknüpfen, um eine lebendige Einheit von Theorie und Praxis zu schaffen, die für Befreiung eintritt.

  • Egozentrismus im interkulturellen Kontext
    Egozentrismus im interkulturellen Kontext
    Egozentrismus im interkulturellen Kontext

    Egozentrismus als die Unfähigkeit, die eigene Perspektive in ein relationales Ordnungsgefüge mit anderen Perspektiven zu setzen, ist ein Denkhindernis für die Aneignung des Ich- Fremden und damit auch ein Hindernis für einen rationalen interkulturellen Diskurs. Egozentrismus ist in der Darstellung von Jean Piaget nicht primär der mangelnde Wille zur Kommunikation, sondern vorrangig ein intellektuelles Phänomen der Vor- rationalität. Er zeichnet sich aus (1) durch geistige Unordnung mit der Unfähigkeit zur Synthese (Synkretismus, Parataxe, Transduktion, Unempfindlichkeit gegen den Widerspruch); (2) durch mangelnde Lernfähigkeit im Sinne der Unfähigkeit, sich durch die Gegenstände der Welt und die Gedankendarstellungen des Mitmenschen belehren zu lassen; (3) die Unfähigkeit, eine ich- andere objektive Realität anzuerkennen und (4) die Unfähigkeit, die Sprache in der Funktion der Mitteilung des Gedankens an den anderen Menschen zu gebrauchen. Diese Denkform, die das Ich- Fremde nicht begreift, kann das für den interkulturellen Dialog gültige Prinzip von ›Selbstbehauptung und Anerkennung‹ (Horst Dräger) nicht einhalten und ist der ›Kritischen Rationalität‹ (Karl Popper) diametral entgegengesetzt. Der Egozentrismus ist nur durch geistige Steigerung überwindbar und wäre somit der Pädagogik als Aufgabe zugewiesen. Die rationale Pädagogik der Gedankenkreiserweiterung als Beitrag zur Überwindung von Denkhindernissen wird aber leider vom gegenwärtigen Zeitgeist ›vergessen‹. Pädagogik sollte sich, wenn sie die Überwindung von Egozentrismus befördern und damit einen Beitrag zur Interkulturalität jenseits einer konkretistischen Erlebnispädagogik leisten will, wieder auf ihre rationalen Traditionsbestände beziehen und diese weiterzuentwickeln.

  • Bhagavadgita: Gesang des Erleuchteten
    Bhagavadgita: Gesang des Erleuchteten
    Bhagavadgita: Gesang des Erleuchteten

    INHALT Ironiker in Graubünden oder Das Lachen im Hinterkopf. Zum 65. Geburtstag Ein Buch, das sich von alleine schrieb Einleitung. Wolfgang Hildesheimer. Eine Bibliographie Erleichterung eines Aussteigers. Endlich allein Kulmbacher Rede über Wolfgang Hildesheimer Flucht als Vorstoß Kunst aus Kunst. Gedanken zur Collage Windsbrautzug Die letzten Zettel Vita Wolfgang Hildesheimer Das Gesamtwerk im Überblick Das Hildesheimer-Archiv Sterbensmüde bleib ich am Leben. Zum 70. Geburtstag Nachlese. Notate und Zitate von Wolfgang Hildesheimer Das Ende kommt doch. Die Hörspiele Das Ende im Anfang. Die Theaterstücke Vorbemerkung zum Materialienband Mit dem Bausch, dem Bogen. Gruppe 47 Gesammelte Werke - die Abschiedsvorstellung Scheiterndes Quellennachweise

  • Jacques Derrida interkulturell gelesen
    Jacques Derrida interkulturell gelesen
    Jacques Derrida interkulturell gelesen

    Welcher Autor würde sich mehr dazu eignen, interkulturell gelesen zu werden, als Jacques Derrida (1930-2004), ein französischer Staatsbürger, der als Araber in Algerien in einer Familie jüdischen Glaubens geboren ist? Derrida hat nach seinen eigenen Worten ›niemals wirklich aufgehört‹ in diesem arabisch-islamischen Land zu wohnen, obwohl er schon in jungen Jahren nach Frankreich übergesiedelt ist, wo er sich im Blick auf dessen Sprache und Kultur zutiefst integriert hat. Und er hat die Grundfragen des jüdischen Glaubens, daß Gott nicht erkannt werden kann und nicht genannt werden darf, zum Angelpunkt seines Denkens gemacht. Seine Dekonstruktion der europäisch-westlichen Philosophie, insbesondere Platons, Rousseaus, Hegels und Husserls, als phonozentrisch weitet er in seiner Grammatologie (1968) aus zu einer Kritik am Ethnozentrismus dieser philosophischen Tradition. Der Kern von Derridas Haltung anderen Kulturen gegenüber ist der Respekt vor dem Anderen, den er im Sinn von Levinas radikal zu denken sucht. Zwischen der Dekonstruktion (der europäisch-westlichen Philosophie) und der Dekolonisation (Afrikas) sieht er (als Afrikaner) eine strukturelle Übereinkunft, sofern beide ihren Weg finden müssen, ohne das Ziel zu kennen. Die europäisch-westliche politische Kultur, die auf dem Weg zur Demokratie ist (und bleibt), ist seiner Ansicht nach nicht ein Modell für den Rest der Welt, sondern ein ›Versprechen‹, auf das sich jedes andere Land in anderen Weltteilen auf seine Weise berufen kann. Indem er ›unbedingte Gastfreundschaft‹ geradezu mit Ethik identifiziert, setzt er ein unübersehbares Zeichen für die Diskussion inter- und multikultureller Fragen. Das ist nicht als Ideal gemeint, das nie ganz verwirklicht werden kann, auch nicht als ›regulative Maxime‹ im Sinne Kants, nach der man handeln soll, ›als ob‹ sie bestünde, sondern als ›Messianik‹ ohne Messianismus, als etwas das Zukunft ist und bleibt und als solches das Denken und Handeln bestimmt.

  • Hans-Georg Gadamers Hermeneutik interkulturell gelesen
    Hans-Georg Gadamers Hermeneutik interkulturell gelesen
    Hans-Georg Gadamers Hermeneutik interkulturell gelesen

    Inhaltsübersicht Vorwort. 11 1. Hermeneutik im Kontext der Weltphilosophie. 17 1. 1. Dimensionen der Hermeneutik. 22 1. 2. Hermeneutik und Anthropologie. 27 1. 3. Zwischen Offenheit und Einverleibung. 28 1. 4. Zum Primat des Textes vor dem Autor. 35 1. 5. Hermeneutik und Soteriologie. 39 2. Hermeneutik im Vergleich der Kulturen. 41 2. 1. Hermeneutik im indischen Denken. 47 2. 2. Buddhistische Hermeneutik. 48 2. 3. Hermeneutik der Jaina-Philosophie. 58 2. 4. Hermeneutik in der Mimansa-Schule. 59 2. 5. Hermeneutik Friedrich Schleiermachers. 63 2. 6. Hermeneutik Wilhelm Diltheys. 68 3. Gadamers philosophische Hermeneutik. 73 3. 1. Das ambivalente Verhältnis zur interkulturellen Verständigung. 88 3. 2. Das Metonymische im Vergleich der Kulturen. 89 3. 3. Mit Gadamer gegen Gadamer. 95 3. 4. Postmoderne Kritik Derridas an Gadamer. 99 4. Orthafte Ortlosigkeit interkultureller Hermeneutik. 105 5. Für und wider die Universalität der Hermeneutik. 114 Schlußfolgerungen. 125 Der Autor und das Buch. 129

  • Moses Maimonides interkulturell gelesen
    Moses Maimonides interkulturell gelesen
    Moses Maimonides interkulturell gelesen

    Unter den mittelalterlichen jüdischen Gelehrten ragt Moses Maimonides (ca. 1138-1204) als eine der wichtigsten Gestalten heraus. Sein Werk umfaßt sowohl religionsgesetzliche (halachische) als auch philosophisch-enzyklopädische, bibelhermeneutische und medizinische Schriften, am bekanntesten sein halachischer Codex ›Mischne Tora‹ und sein philosophisches Werk ›Führer der Unschlüssigen‹. Die Werke entstanden in unterschiedlichen Kontexten seit den frühen 1160er Jahren. Der biografische Zusammenhang ihrer Entstehung und ihrer diversen Übertragungen in Sprachen verschiedener Kulturen seit dem ausgehenden 12. Jahrhundert wird in dem vorliegenden Band nachgezeichnet und ausgewählte Aspekte des Denkens (im Blick auf Religionskontakte, Ethik und Lebensführung, sowie systematische Aspekte wie die Gotteslehre) werden interpretiert. Zum Autor: Görge K. Hasselhoff, Evangelischer Theologe und Kirchenhistoriker (Promotion 2004 in Heidelberg), z.Z. Fellow im "Internationalen Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung ›Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Asien und Europa‹", Ruhr-Universität Bochum. - Arbeitsschwerpunkte: Christlich-jüdische Beziehungen in Antike und Mittelalter, oberdeutsche Reformation, Wissenschaft des Judentums, religiöse Interaktionen in der Gesellschaft.

  • Hofmannsthals Existenzbegriff interkulturell gelesen
    Hofmannsthals Existenzbegriff interkulturell gelesen
    Hofmannsthals Existenzbegriff interkulturell gelesen

    Hugo (Laurenz August Hofmann, Edler) von Hofmannsthal (1874-1929) Im Gegensatz zu dem Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe etwa, dem ausdrücklich seiner Inneren Religion und (beispielsweise) ausweislich des West-östlichen Divan ein veritables interkulturelles Ansinnen in der Optik einer Emanzipation von konfessionellen Gängelbändern attestiert werden kann, ist Hugo von Hofmannsthal ein vorzüglich wienerisch-österreichisches Gewächs, das seine nationalen Wurzeln als Textlieferant für berühmte Strauß-Opern (Elektra, Der Rosenkavalier, Ariadne auf Naxos.; 1909, 1910, 1911/3), Mitbegründer und Mitherausgeber der Österreichischen Bibliothek (ab 1915), poetische Ikone der Salzburger Festspiele (Jedermann, Das Salzburger Große Welttheater; 1920/2) und sendungsbewusstes Sprachrohr kulturpädagogischer Positionskommentare (Das Schrifttum als geistiger Raum der Nation, Wert und Ehre der deutschen Sprache; 1927) in einen lokal- und kulturpatriotischen Boden einschlägt. Und wenngleich sich seine Blüte, aufgehend mit den lyrisch-dramatischen Einaktern (Gestern, Der Tor und der Tod.;1891/3) des Siebzehnjährigen (!) Loris (Hofmannsthal-Pseudonym), mit scheinbarer Leichtigkeit in den imposanten Horizont einer einschüchternden Bildungsfülle erhebt, so bleibt Hofmannsthal eine seltene Zierpflanze der abendländischen Kulturgeschichte. Der sich - durchaus in geographischer Unmittelbarkeit - ganz Europa erschließende Reisedichter Hugo von Hofmannsthal kennt die transkontinentale Welt vorzüglich als vermitteltes Bildungserlebnis, und mag der ein oder andere Aphorismus aus seinem Buch der Freunde (1921) auch die eine oder andere konfuzianische Weisheit galionieren, mag Hofmannsthal einige Schauplätze seiner dramatischen Werke auch in den Orient verlegen und mit Titeln wie: Das Märchen der 672. Nacht (1895) eine literarische Verwandtschaft zu Schahrasad, der großen Geschichtenerzählerin und dergestalt Überlebenskünstlerin aus Tausendundeine Nacht suggerieren, so ist seine spezifische Kulturgenese - typisch europäisch - ein Amalgam aus Antike und Christentum. Und dennoch gilt: Hugo von Hofmannsthal ist zwar kein interkultureller Dichter, und doch ein Dichter von höchster, nein: tiefster Interkulturalität. Er hat zwar kein interkulturelles Werk geschrieben, und doch ist sein Œuvre vorzüglich interkulturell, nicht nach Maßgabe seiner interkulturellen Schatten, die es würfe, sondern nach Mikroskopie seiner poetischen Keimzelle, die auch im Anfang eines jeden interkulturellen Weitblicks steht: das ihm sakrosankte Wörtchen >du In einer späten Selbstbetrachtung seines Gesamtwerkes, Ad me ipsum (1916), erkennt Hugo von Hofmannsthal in einer Metaschau die formidable Einheit des Werkes und entwickelt, erst- und einmalig in holistisch-systematischer Prägung, sprich: als Philosoph, mit Seitenblick auf Platon, Gregor von Nyssa et altera die Begriffsdichotomie von Praeexistenz (= Noch-nicht-Existenz) und Existenz. Das in den Hafen der Existenz eingelaufene Individuum, das Zu sich selber gekommen und durch Tätigsein zum eigentlichen Sein, einem genuin sozialen Sein gelangt ist und sich als Gemeinschaftswesen versteht, muß - als Kandidat einer gelingenden ars vivendi - unter der Maxime veritabler Anteilnahme das interkulturelle Urei ausbrüten und dieses Urgut durch ein Zweites, durch die Treue bewahren und pflegen. Hugo von Hofmannsthal gehört in die Interkulturelle Bibliothek, weil er wie kein zweiter deutscher Dichter, nicht etwa mit singulär-sporadischen Vorstößen, sondern mit seinem Gesamtwerk um eine Grundidee des Interkulturellen wirbt - und dies mit einer intellektuellen Schärfe, die zumindest ein wissenschaftliches Echo verdient, wenn nicht gar mehr.

  • Philosophie der Azteken: Eroberung und Mission als Transkulturation
    Philosophie der Azteken: Eroberung und Mission als Transkulturation
    Philosophie der Azteken: Eroberung und Mission als Transkulturation

    Philosophie der Azteken. Eroberung und Mission als Transkulturation * Die mesoamerikanischen Hochkulturen - Vorläufer und Nachbarkulturen der Azteken (Olmeken, Teotihuacán, Tula und Tolteken, Oaxaca und Zapoteken / Mixteken, El Tajín und Totonaken, Maya-Kulturen) * Die Azteken (Geschichte, Kultur, Religion und Weltbild) * Die Begegnung zweier Welten: Eroberung und Missionierung der Azteken durch die Spanier * Philosophie und Theologie der Azteken * Die Wiederentdeckung aztekische Kultur * Die Azteken (Nahuas) heute - Indianische oder christliche Religion? Schon vor der spanischen Eroberung war die Kultur der Azteken durch Transkulturation geprägt. Unser Bild von der aztekischen Kultur ist oft negativ mit den aztekischen Menschenopfern konnotiert. Aber diese Menschenopfer waren Teil eines durch Theologie und Philosophie geprägten Weltbildes. Tenochtitlan (heute Mexiko City) war als Hauptstadt der Azteken eine kulturelle Metropole und durchaus vergleichbar mit den europäischen Städten seiner Zeit wie z. B. Paris. Direkt nach der spanischen Eroberung begann die Missionierung der Azteken. Bernadino de Sahagún (ca. 1500-1590), der bekannteste Missionar der Azteken und seine Nachfolger gingen von der Voraussetzung aus, daß nur durch die Kenntnis der Kultur und Religion der Indianer ein Zugang zu ihnen möglich sei und die meisten dieser Autoren lernten dabei die indianische Kultur zu schätzen. In einem berühmt gewordenen Gespräch zwischen aztekischen Priestern und Franziskanermönchen 1524 zeigten sich die Azteken in der Kunst des Argumentierens, an philosophischer Tiefe und Weitsicht durchaus ebenbürtig mit den christlichen Geistlichen. Bis heute leben ca. 6 Millionen Azteken (Nahuas) in Mexiko und die indianische Religion ist nach wie vor lebendig, auch wenn sie einen Synkretismus mit dem Christentum einging, der seinen deutlichsten Ausdruck im sog. Guadalupanismo, der Verehrung der Jungfrau von Guadalupe, hat. Gerade am Beispiel der aztekischen Religion zeigt sich besonders deutlich der Umgang europäischer Eroberer mit fremden Kulturen, das Zusammentreffen, Zusammenwachsen und die Transkulturation zweier Welten. Zur Autorin: Ulrike Peters, Jahrgang 1957, Religionswissenschaftlerin, Studium der Vergleichenden Religionswissenschaft, Ethnologie und Altamerikanistik. Promotion über das Wiener Judentum des 19./20. Jh. Arbeitsschwerpunkte: Judentum, Religionsethnologie, Tierkult und Tierschutzethik, neureligiöse Bewegungen der Gegenwart und indianische Kulturen Amerikas. Sachbuchautorin und Dozentin in der Erwachsenenbildung.

  • Otto Friedrich Bollnows Philosophie interkulturell gelesen
    Otto Friedrich Bollnows Philosophie interkulturell gelesen
    Otto Friedrich Bollnows Philosophie interkulturell gelesen

    Was kann die interkulturelle Philosophie von Otto Friedrich Bollnow (1903-1991) lernen? Auf diese Frage will die vorliegende Studie eine Antwort geben. Zunächst werden die Grundzüge der Hermeneutik Bollnows unter besonderer Berücksichtigung ihrer philosophischen und religionswissenschaftlichen Implikationen behandelt. Sodann wird auf die verschiedenen Stationen seines wissenschaftlichen Weges eingegangen. Das für die interkulturelle Philosophie wichtige Problem des Verhältnisses von Begriff und Leben durchzieht Bollnows Lebenswerk. In Bollnows ausgesprochen kompliziertem, vor allem von der Lebensphilosophie geprägtem Ansatz durchdringen und ergänzen sich hermeneutische, phänomenologische, anthropologische, existenzphilosophische, pragmatische, pädagogische und ethische Betrachtungsweisen in idealer Weise. Die interkulturelle Relevanz Bollnows zeigt sich u. a. darin, daß er durch seine starke Berücksichtigung der wirklichkeitserschließenden Kraft von Stimmungen und existentiellen Einstellungen dazu beigetragen hat, ein einseitig rationalistisches Welt-, Menschen- und Religionsverständnis, das sich nicht problemlos auf fremde Kulturen übertragen läßt, zu überwinden. In seiner lebenshermeneutischen Erkenntnisphilosophie hat Bollnow die Unmöglichkeit eines wert- und kulturneutralen "archimedischen Punktes" in der Erkenntnis, mithin einer Zentralperspektive, aufgezeigt und auf diese Weise die Verabsolutierung jeder kulturzentrischen Betrachtungsweise zurückgewiesen. Die Hermeneutik Bollnows zeichnet sich weiterhin durch ihre Offenheit für neue und fremde Erfahrungen aus und erlaubt auch ein Ernstnehmen vorrationaler mythischer und magischer, aber auch transrationaler mystischer Betrachtungsweisen aus nichtabendländischen Kulturkreisen. In der Studie wird auch Bollnows Nähe zur asiatischen Geistigkeit und insbesondere zu den neo- buddhistischen Philosophen der Kyoto- Schule thematisiert. Als ein entscheidendes Resultat der Untersuchung kann festgehalten werden, dass Bollnow gleichsam "diesseits der Theologie", auf lebensphilosophischer Grundlage einen transzendenzoffenen, auf "eine Kraft, die nicht die unsre ist" vertrauenden (Seinsvertrauen) Ansatz entwickelt hat, der dem Vernunftinteresse an interkultureller Verallgemeinerbarkeit weit eher entspricht als ein szientistischer Säkularismus, der heute im interkulturellen Kontext an Grenzen stößt.

  • Ideen zur interkulturellen Pädagogik
    Ideen zur interkulturellen Pädagogik
    Ideen zur interkulturellen Pädagogik

    Inhaltsübersicht Einleitung. 9 1. Ideen der Pädagogik zur Interkulturalität. 17 2. Das Prinzip der Unverfügbarkeit des Individuums. 23 2. 1. Differenzen pädagogischer Denkweisen über den Schutz der Unverfügbarkeit. 23 2. 2. Die Pädagogik der Unverfügbarkeit des Individuums in ihrem Beitrag zur Interkulturalität – dargestellt in überlieferten Ansätzen der Pädagogik. 28 2. 2. 1. Jan Amos Comenius (1592-1670). 28 2. 2. 2. Johann Friedrich Herbart (1776-1841). 38 2. 2. 3. Wilhelm von Humboldt (1767-1835). 57 3. Der Weltbürger als Herausforderung einer interkulturellen Pädagogik. 69 4. Zur Begegn ungsordnung für den unverfügbaren gebildeten Weltbürger. 83 5. Aufgaben der intentionalen Pädagogik. 87 5. 1. Die Beseitigung von Lernhindernissen. 90 5. 2. Die Darstellung der Welt. 95 6. Die Notwendigkeit erziehungswi ssenschaftlicher Forschung als Voraussetz ung für die pädagogische Gestaltung interkulturellen Lernens: Die Idee des Methodenlabors. 99 Die Autorinnen und das Buch. 105

  • Medien - Politik - Demokratie: Eine interkulturelle Perspektive
    Medien - Politik - Demokratie: Eine interkulturelle Perspektive
    Medien - Politik - Demokratie: Eine interkulturelle Perspektive

    Einen profunden Einblick in die italienischen Charakteristika liefert der Autor mit seiner im Oktober 2006 erschienen Monographie ›Arrivederci Berlusconi - Medienpolitische Verflechtungen in Italien seit 1945‹. Auf diesen Kenntnissen aufbauend verfaßte Hambückers den vorliegenden Band. Dabei kommt die interkulturelle Perspektive insbesondere durch die Konstruktion eines auf fünf medienwissenschaftlichen Ansätzen basierenden Theoriekonzepts und eines empirischen Untersuchungsdesigns zur inhaltsanalytischen Bestimmung der Qualität von Fernsehnachrichten zum Ausdruck. Zum besseren Verständnis verdeutlicht der Autor seine Reflexionen am Beispiel Italien. Zum Autor: Martin Hambückers, geboren 1976, ist Doktor der Philologie an der Universität Trier. Seine Forschungstätigkeit konzentriert sich vor allem auf die enge Interdependenz aus Medien und Politik.

  • Buddha und ich: Eine Begegnung in der Tiefe
    Buddha und ich: Eine Begegnung in der Tiefe
    Buddha und ich: Eine Begegnung in der Tiefe

    Buddha und ich. Eine Begegnung in der Tiefe Vor ungefähr einem halben Jahrhundert hat sich der Autor auf die beharrliche Suche nach der Philosophie von Buddha und der Tiefenstruktur des Buddhismus gemacht. In der vorliegenden Schrift wird deutlich, dass der Buddhismus in seiner 2500-jährigen Geschichte große Veränderungen durchlaufen hat. Der frühe, indische Buddhismus hatte dieselbe Neigung wie die griechisch-christliche Tradition, um "Gott", also das Mysterium, die Leere, jenseits der Welt zu platzieren; ein schmerzlicher Dualismus. In der Madhyamika entwickelt sich die Idee, dass sich das Mysterium auch in den Phänomenen befindet, dass die Wellen Ozean sind und sich nicht unabhängig vom Ozean denken lassen. Im Zen wird die Leere (der Ozean) als ewig betrachtet, doch die Phänomene selbst (die Wellen) sind die Träger dieser Leere. Sie sind also nicht Maya, Er-schein- ung, sondern haben Teil am Mysterium. Für Dogen schließlich besteht das Mysterium nur in der Zeit, in der Phänomenalität. Es gibt keinen Gott jenseits der Welt, die Welt ist Gott, wobei die Welt nicht als Materie, sondern als Prozess der Vergeistigung gesehen wird. Der Autor nennt zwei Gründe, weshalb der Buddhismus so bedeutsam ist. Zum einen ist er mit dem wissenschaftlichen Denken völlig im Einklang und passt dadurch zur Weltanschauung des modernen westlichen Lesers. Zum andern nähert der Buddhismus sich am weitesten der Tiefenstruktur von Religion, derjenigen Dimension, in der alle Religionen übereinstimmen. Hier ist Platz für transzendente Emotionalität, für das "Selig sind die Sanftmütigen", d.h. es werden diejenigen, die sich vom Mysterium des Daseins ergreifen lassen, ernst genommen. Da im Buddhismus die Oberflächenstruktur (Schriften, Riten, Liturgien usw.) immer als nebensächlich galt, ist er eine Religion des Friedens, der Toleranz und der Hoffnung. Der Buddhismus, wie er hier vorgestellt wird, ist Teil des komparativen Denkens des Autors, worin die drei fundamentalen Weltbilder, Rationalismus/Wissenschaft (Sein), Mystizismus/Buddhismus (Nicht-Sein) und Natur/Daoismus (Werden) als komplementär und Teil der menschlichen Natur ausgearbeitet werden. Zum Autor: Prof. Dr. Ulrich Libbrecht (1928) studierte Sinologie an den Universitäten Gent (Belgien) und Leiden (Niederlande). Er ist emeritierter Professor für Sinologie, chinesische Philosophie und komparative Philosophie der Fakultät Östliche Philosophie und im Philosophicum der Universität Leuven (Belgien). Im Jahr 1988 gründete er die "Schule für komparative Philosophie Antwerpen" und "Philosophie Ost-West Utrecht".

  • Mahatma Gandhi interkulturell gelesen
    Mahatma Gandhi interkulturell gelesen
    Mahatma Gandhi interkulturell gelesen

    Mit Mohandas Karamchand Gandhi (1869-1948), genannt ›Mahatma‹, ›große Seele‹, tritt uns eine außergewöhnliche Persönlichkeit gegenüber. Zeitlebens setzte sich Gandhi für eine innere Besinnung in Richtung auf Gewaltlosigkeit des Menschen aufgrund der Erkenntnis der Wahrheit ein. Sein Ziel war nicht die missionarische Bekehrung, sondern eine Selbstreflexion bezüglich der eigenen Kultur, Religion und Philosophie in Gang zu setzen. In unermüdlichem Einsatz arbeitete Gandhi an der Verwirklichung dieser Maxime, die für ihn auch mit der Befreiung und Unabhängigkeit Indiens von der britischen Fremdherrschaft verbunden war. Gandhi stand im Briefwechsel mit Leo Tolstoi, Martin Buber und anderen Denkern seiner Zeit. Er hatte sich mit den Ideen des Ostens und des Westens vertraut gemacht und insbesondere zum Marxismus Stellung genommen. Dennoch blieb er dem indischen Kulturkreis fest verhaftet. Er konnte allerdings in den verschiedenen Kulturen keine großen Unterschiede feststellen und plädierte aus seiner Einsicht in die ›überall gleiche Natur des Menschen‹ heraus für ein dialogisch-gewaltfreies Miteinander, das auf Anerkennung fußt. Insbesondere in den Religionen beharrte er auf der Inspiriertheit aller Heiligen Schriften und der Akzeptanz aller Gottheiten, die für ihn lediglich die Ausprägung des Großen Einen waren. Die von Gandhi vorgelebte Botschaft von Wahrheit und Gewaltlosigkeit ist zeit- und ortlos gültig und von hoher interkultureller Relevanz. Interkulturelle Philosophie distanziert sich von dualen Denksystemen und pflegt eine kritisch-sympathische Methode, die einen ausgewogenen Dialog erst ermöglicht. In einer Gegenwart, in der das Überleben der gesamten Welt von neuen Wegen des Miteinanders zwischen den Völkern abhängig ist, erscheint insbesondere die Maxime der Gewaltlosigkeit Gandhis in einem neuen Licht. Es ist Aufgabe dieser Einführung, die interkulturelle Tragweite von Gandhis Botschaft als möglichen Ansatz zum Frieden ins Bewußtsein der Leser zu rücken.

  • Transnationalität soziale Unterstützung agency
    Transnationalität soziale Unterstützung agency
    Transnationalität soziale Unterstützung agency

    Agency-Theorien lassen sich als Handlungstheorie einer auf zivilgesellschaftliche Strukturen ausgerichteten entwicklungsbezogenen Sozialen Arbeit betrachten. Agency-Theorien gehen von der These aus, daß menschliche Handlungen nicht nur durch in der Vergangenheit entwi-ckelte Routinen bestimmt sind, sondern sich jene im Sinne produktiver Realitätsaneignung und -verarbeitung herausfordern lassen. Über Agency-Theorien sind im Sozialstaatsdenken verhaftete Ansätze Sozialer Arbeit weiter entwickelt worden. Im vorliegenden Band werden sozialwissenschaftliche Näherungen zu Agency dargestellt und Agency im Kontext von civil society und social development thematisiert. Des weiteren wer-den Agency-Theorien in transnationalen Diskursen Sozialer Arbeit im allgemeinen und am Handlungsfeld Armut und Armutsbekämpfung im besonderen thematisiert. Disziplin, Profes-sionalität und Organisationen, Sozialer Arbeit, Akteure sowie Gesellschaft und Politik sind die fünf Ebenen, in denen Agency und Transnationalität in der Sozialen Arbeit konkretisiert werden. Abschließend werden Perspektiven zur transnationalen Öffnung der Sozialen Arbeit als Dis-ziplin und Profession in Deutschland durch Agency-Ansätze dargestellt.

  • Wilhelm von Humboldts Theorie der Bildung interkulturell gelesen
    Wilhelm von Humboldts Theorie der Bildung interkulturell gelesen
    Wilhelm von Humboldts Theorie der Bildung interkulturell gelesen

    Auch innerhalb gegenwärtiger Diskussionen um die Frage der Bildung wird der ›Klassiker‹ bildungstheoretischen Denkens, Wilhelm von Humboldt, immer wieder genannt. Allerdings geschieht dies vielfach im Sinne einer Abgrenzung von einem überlieferten Bildungsideal und damit als ein Appell an das durch die Bildungsherausforderungen der Gegenwart notwendig werdende Vergessen seiner Bildungsideen. Die Frage der Interkulturalität ist zugleich eine Frage der Bildung. Wilhelm von Humboldts Werke beinhalten anthropologisch-vergleichende, bildungsphilosophische, bildungspolitische und sprachtheoretische Ansätze. Seine Gedanken sind in einer Fülle von Texten enthalten; ihre Vielfalt bildet keine Einheit im Sinne eines zusammenhängenden systematischen Ordnungsgefüges. Humboldts einheitsstiftender Gedanke ist allerdings die Frage nach dem Menschen und nach seiner Bildung. Die Mannigfaltigkeit der Welt ist mit der Tatsache und Möglichkeit der Mannigfaltigkeit der in ihr lebenden Individuen in einen Zusammenhang zu bringen. Die Vielfalt der Formen von Kultur und Gesellschaft einerseits und die zugleich vorhandenen vielfältigen Möglichkeiten der Entwicklung des Menschen sind für Humboldt im Gedanken einer zu entfaltenden Individualität enthalten. Die Individualität ist Form und Kraft des Menschen als ›höchste und proportionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen‹. In Humboldts Schriften ist die Grundfrage der Interkulturalität, das Verhältnis zwischen Eigenem und Fremdem, strukturell enthalten und entfaltet. Für die interdisziplinär zu bearbeitende Aufgabe der Entwicklung einer Theorie der Interkulturalität erscheint die Lektüre von Humboldts Schriften im Zusammenhang von Interkulturalität und Bildung von daher als unabdingbare Voraussetzung und als eine wesentliche Bereicherung.

  • Toleranz im interkulturellen Kontext
    Toleranz im interkulturellen Kontext
    Toleranz im interkulturellen Kontext

    Toleranz wird als eine moralische Haltung eines Handelnden verstanden, in der der Handelnde aus übergeordneten Gründen seine eigene ›Macht‹ beschränkt. Wenn sich ein Handelnder mit Meinungen, Überzeugungen oder Praktiken konfrontiert sieht, die er nicht teilt, bzw. moralisch falsch findet, greift er trotz seiner subjektiv gesehenen besseren Position nicht ein, sondern läßt das Abweichende bestehen. Die Spannung zwischen dem Abgelehnten und dessen Hinnahme wird mit dem Wort ›Duldung‹ wiedergegeben. Der interkulturelle Diskurs möchte über Toleranz als Duldung hinausgehen. Hier wird Toleranz eher als eine reziproke Haltung begriffen, die das Andere in seiner Andersheit anerkennt und es nicht ändern will. Außerdem soll auch die Pluralität des Anderen Anerkennung finden. In der Schrift ›Toleranz im interkulturellen Kontext‹ sollen Implikationen beider Begriffe - Duldung und Anerkennung - für den interkulturellen Dialog herausgearbeitet werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob dem interkulturellen Dialog nur einer der beiden Toleranzbegriffe genügt.

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