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Fürstenkrone Classic 2 – Adelsroman: Die Frau, die er liebt - einem anderen versprochen
Fürstenkrone Classic 3 – Adelsroman: Zärtliche Melodie einer jungen Liebe
Fürstenkrone Classic 1 – Adelsroman: Liebe, sanft wie der Abendwind …
eBook-Reihen30 Titel

Fürstenkrone Classic

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Über diese Serie

Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit.

Die untergehende Abendsonne tauchte das ehrwürdige alte Schloss in ein zauberhaftes Licht. Die schneeweiße Fassade schien jetzt in einem zarten Rosaton zu leuchten, und die mit Kupfer belegten Türme der beiden Seitenflügel erstrahlten in beinahe mystisch anmutendem Glanz. Herward Graf von Lichtenau saß auf einer der weitläufigen Terrassen, die sich auf der Rückseite des Schlosses befanden, und ließ seinen Blick über den Park gleiten. Was er dort sah, gefiel ihm. Überall hatten die Gärtner kunstvolle Blumenbeete angelegt, die zu dieser Jahreszeit bereits üppig blühten. In den Bäumen sangen die Vögel ihr Abendlied, und auf dem See im hinteren Teil des Parks zogen zwei weiße Schwäne ihre Runden. Eigentlich hätte der Graf ein glückliches Leben führen können. Er residierte in einem prachtvollen Schloss, das sich schon seit vielen Generationen im Familienbesitz befand, und kannte keine finan­ziellen Sorgen. Die Verpachtung großer Ländereien und die Vermietung zahlreicher exklusiver Immobilien sicherten ihm ein Leben in Luxus. Trotzdem lag seit fast zwei Jahren ein Schatten auf Schloss Lichtenau, ein düsterer Mantel von Trauer. Nein, so richtig glücklich war der achtundfünfzig Jahre alte Graf nicht. Er schreckte aus seinen Gedanken auf, als plötzlich der Butler Arnold auf die Terrasse kam und ihn ansprach. Der erfahrene Angestellte, der sich schon seit beinahe dreißig Jahren im Dienst der Familie befand, hatte sich diskret und nahezu lautlos genähert. »Herr Graf, die Mamsell Annerose lässt fragen, ob Sie heute Abend besondere Wünsche für das Dessert haben. Wenn das nicht der Fall ist, würde sie Fruchtgelee servieren.« »Fruchtgelee?« Herward dachte kurz nach. »Ja, richten Sie der Mamsell bitte aus, dass ich damit einverstanden bin.« »Das werde ich umgehend erledigen. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?«
SpracheDeutsch
HerausgeberKelter Media
Erscheinungsdatum9. Apr. 2019
Fürstenkrone Classic 2 – Adelsroman: Die Frau, die er liebt - einem anderen versprochen
Fürstenkrone Classic 3 – Adelsroman: Zärtliche Melodie einer jungen Liebe
Fürstenkrone Classic 1 – Adelsroman: Liebe, sanft wie der Abendwind …

Titel in dieser Serie (40)

  • Fürstenkrone Classic 1 – Adelsroman: Liebe, sanft wie der Abendwind …
    Fürstenkrone Classic 1 – Adelsroman: Liebe, sanft wie der Abendwind …
    Fürstenkrone Classic 1 – Adelsroman: Liebe, sanft wie der Abendwind …

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Es war ein heftiges Gewitter, das sich an diesem drückend schwülen Augustnachmittag entlud. Wie tosende Riesenwellen rollten die Donner heran, grelle Blitze schleuderten zuckend ihr bläuliches Licht in die fahle Dämmerung, und auf dem Wachturm von Burg Hoheneck drehte sich ächzend und knirschend die Wetterfahne im Sturm. Anna hatte Kerzen bereitgelegt, wie sie es immer tat, wenn ein Gewitter heraufzog. "Falls es einmal in die Leitung einschlägt", meinte sie in ihrer betulichen, fürsorglichen Art. "Es hat noch nie eingeschlagen", lächelte die achtzehnjährige Komtesse Bianca-Maria und kniete auf der Holzbank nieder, die unter dem Fenster in der großen Burgküche stand, wo die blankgeputzten kupfernen Pfannen und Tiegel von dunklen Holzbalken herabhingen. Die Arme aufgestützt, den Kopf mit den nach Pagenart geschnittenen schwarzen Haaren in die Handfläche gelegt, so schaute sie hinaus in das Toben der Elemente. Angst? Bianca-Maria kannte keine Angst, nicht hier, denn sie war ja zu Hause und geborgen. "Hoffentlich hat Vater rechtzeitig das Forsthaus erreicht", sagte Bianca. "Aber sicher." Jetzt klang Annas Stimme sorglos. "Wenn einer sich hier mit dem Wetter auskennt, dann ist es doch der Herr Graf." Bianca nickte vor sich hin. "Er hat ja auch seine Revierförster für halb vier zu Erdmann bestellt. Den Wilderern soll endlich das Handwerk gelegt werden." Sie zuckte zusammen, als mit einem aufheulenden Windstoß das Klirren und Prasseln wie von zersplitterndem Glas einherging. "Mariaundjosef"

  • Fürstenkrone Classic 2 – Adelsroman: Die Frau, die er liebt - einem anderen versprochen
    Fürstenkrone Classic 2 – Adelsroman: Die Frau, die er liebt - einem anderen versprochen
    Fürstenkrone Classic 2 – Adelsroman: Die Frau, die er liebt - einem anderen versprochen

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Die blaue Luft war erfüllt vom Glockengeläut. Fanfarentöne schwangen zum Himmel empor, dem seidigen Mittsommerhimmel Spaniens. Die kleine Provinzstadt konnte kaum die Gäste fassen, die aus aller Welt herbeigeströmt waren. Vom kleinen Wochenschaureporter bis hinauf zu gekrönten Häuptern, roten Kardinalsroben und bestrickend schönen Gesichtern unter goldenen Diademen. Es gab viele Frauen aus dem europäischen Hochadel, die schöner waren als die Braut. Und die meisten von ihnen, wenn nicht sogar alle, waren größer als sie. Clarissa di Angeli, 24 Jahre alt, Prinzessin aus ehemals reichem, inzwischen verarmtem, aber sehr noblem Hause, reichte selbst ihrer Mutter nur bis zur Schulter. Sie war eine Miniatur­ausgabe, mit winzigen Füßen, winzigen Händen, zierlichster Gestalt und einem kleinen weißen Gesicht. Das Größte darin waren die Augen, schwarz und unergründlich, und schwarz war auch das Haar, das ihr glatt und glänzend bis auf die Schultern fiel. Sie war kein ausgesprochen schönes Mädchen, aber sie war apart und faszinierte die Menschen, wenn auch niemand recht wußte, warum. Der einzige, der es zu wissen glaubte, war der Mann, der sie an jenem Sommertag am Hauptaltar der Kathedrale erwartete, der Mann, mit dem sie in der elften Stunde des dritten Juli vermählt wurde, der Mann, den sie kaum kannte, mit dem sie weniger Worte gewechselt hatte als mit ihrem alten Lehrer, weniger sogar als mit dem Bischof, der sie trauen sollte. Prinz Jesco von Peramon, 28 Jahre alt, juristischer Berater seines Vaters, zwei Jahre später regierender Fürst eines Kleinstaates im Herzen Europas. Jesco von Peramon glaubte zu wissen, warum die jüngste Prinzessin di Angeli die Menschen faszinierte. Er glaubte in ihren glühenden schwarzen Augen lesen zu können, er glaubte die Starrheit des kleinen weißen Gesichts lösen zu können. Er glaubte an sie wie an eine Heilige, die erst durch die Kraft der Liebe menschlich heiter und kindlich fröhlich gemacht werden konnte. Denn lieben wollte er sie mit seinem ganzen stürmischen Herzen, mit aller Wärme und Innigkeit, die er für sie fühlte. Lieben und von ihr geliebt werden, das war alles, was Jesco von Peramon sich vornahm, als ihm seine kleine, nonnenhaft mit gesenktem Kopf dahinschreitende Braut entgegengeführt wurde. Die Orgel setzte brausend ein, verhaltenes Schluchzen wurde laut, und Jescos Herz dehnte sich vor schmerzlicher Hingabe. Da trat sie neben ihn, eine kleine weiße, starre Gestalt, die Augen riesig, schwarz und tränenlos, die Hände ineinander verkrampft, als ginge sie zum Schafott. Mitleid und Zärtlichkeit stiegen in ihm auf, als er sich tief hinunterbeugen mußte, um ihr seinen Ring an den dünnen Finger zu stecken.

  • Fürstenkrone Classic 3 – Adelsroman: Zärtliche Melodie einer jungen Liebe
    Fürstenkrone Classic 3 – Adelsroman: Zärtliche Melodie einer jungen Liebe
    Fürstenkrone Classic 3 – Adelsroman: Zärtliche Melodie einer jungen Liebe

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. "Seine Königliche Hoheit, der Kronprinz, hat bei mir um deine Hand angehalten. Weiche Antwort darf ich ihm geben?" Prinzessin Ameli stand vollkommen unbeweglich im Erker des Salons, nur ihre großen grauen Augen verdunkelten sich ein wenig. Durch die hohen Spitzbogenfenster fielen Sonnenstrahlen herein und ließen ihr dichtes dunkles Haar glänzen, eine Strähne war ihr in die weiße Stirn gefallen und schien sich dort gleich einer kleinen Schlange zu winden. Ameli war von sehr zierlicher Gestalt und zweifellos eine ganz ungewöhnlich liebliche Erscheinung. Und sie war noch blutjung. Sie gab keine Antwort, und fast schien es, als hätte sie die Frage des Vaters nicht gehört. Aber dem war nicht so. Schreck und Überraschung lähmten ihr die Zunge. Forschend betrachtete der Herzog seine einzige Tochter, und für einen Moment stieg die unsinnige Hoffnung in ihm auf, Ameli könnte den Antrag zurückweisen. Aber er besann sich sofort. Allein der Gedanke war sinnlos. Man schlug die Werbung eines Kronprinzen nicht aus. Außerdem war es nicht die beste Lösung all seiner heimlichen Probleme? Aber sie würde auf Kosten seines einzigen Kindes gehen. Ein schreckliches Schuldgefühl gegenüber Ameli stieg plötzlich in dem Herzog empor und suchte nach einem Ausweg. Aber es gab keinen. "Ameli!" Sie wandte sich endlich dem Vater zu. "Es kommt so überraschend"

  • Fürstenkrone Classic 4 – Adelsroman: Der Traum, der sie zur Liebe führte
    Fürstenkrone Classic 4 – Adelsroman: Der Traum, der sie zur Liebe führte
    Fürstenkrone Classic 4 – Adelsroman: Der Traum, der sie zur Liebe führte

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Daniela von Eckwarden beschattete ihre Augen mit der Hand. Ihr Bruder lächelte nur spöttisch, als er es sah. "Er ist es", bestätigte er ihr in einem höhnisch klingenden Tonfall. "Herr Schönfeld…" Danielas Stimme klang anders, unbewußt voller Wärme und Zuneigung. Ihr Bruder Herwart ärgerte sich darüber. "Du wirst gleich Gelegenheit haben, ihn aus nächster Nähe anhimmeln zu dürfen", knurrte er. "Willst du ihm nicht gleich die Schuhe putzen?" "Das solltest du ruhig tun. Es würde dir nichts schaden. Bis du einmal so bist wie er, dauert es noch lange, mein Lieber. Schönfeld ist ein Mann, und du…" Graf Herwart ballte die Rechte zur Faust. Sein Atem ging schwer. "Ich möchte nur einmal wissen, was ihr alle an diesem hergelaufenen Kerl findet. Vater hat ihn aus dem Waisenhaus geholt…" "Ein sehr guter Gedanke von ihm, finde ich", reizte die entzückend aussehende kleine Komteß ihn.

  • Fürstenkrone Classic 5 – Adelsroman: Tanja, die Herrin von Schloß Meerseck
    Fürstenkrone Classic 5 – Adelsroman: Tanja, die Herrin von Schloß Meerseck
    Fürstenkrone Classic 5 – Adelsroman: Tanja, die Herrin von Schloß Meerseck

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. "Wie freudig Ihnen Isabel heute wieder ihren Morgengruß zugewiehert hat", sagte Prinz Konstantin lächelnd, als er Dodi in den Sattel half. "Sie haben wirklich alle Herzen hier im Sturm erobert!" Strahlend lächelte die Komteß zurück. Sie war entzückend anzusehen in ihrem knapp anliegenden Reitanzug. Das Lackleder ihrer Stiefel glänzte, die Sporen klirrten leise. In der Hand hielt sie eine kleine schmiegsame Gerte mit silbernem Knauf. Ein keckes Hütchen war auf die goldbraunen Naturlocken gedrückt. Sie ergriff die Zügel und fragte: "Alle Herzen, Konny?" In seinen blauen Augen blitzte es auf. Sie hatte sich verändert, die kleine Komteß, seit sie hier war. Das war nicht mehr das junge Mädchen mit den schüchternen Blicken und Worten, die ihre Herkunft aus dem Internat verrieten. Sie hatte das Kindliche abgestreift und konnte manchmal auf eine bezaubernde Art und Weise kokett sein. Ihre Blicke kreuzten sich. "Wer sollte Ihnen widerstehen", fragte er leichthin, bevor er sich abwandte und auf sein Pferd "Sultan" zutrat, das, ebenso wie "Isabell", makellos war vom Kopf bis zu den Fesseln. Dodi blickte auf das Schloß, das im Glanz der Morgensonne vor ihr lag. Es war im prächtigen Barockstil erbaut, mit zahllosen Fenstern, in deren hohen Scheiben sich das Licht des Tages spiegelte.

  • Fürstenkrone Classic 6 – Adelsroman: Der Schritt vom Wege
    Fürstenkrone Classic 6 – Adelsroman: Der Schritt vom Wege
    Fürstenkrone Classic 6 – Adelsroman: Der Schritt vom Wege

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Schon seit einer geschlagenen Stunde warteten die zahlreichen Fotoreporter auf das Erscheinen der fürstlichen Familie von Keuthen. Sie lungerten neben der Freitreppe des ehrwürdigen Jagdschlößchens herum, das aus hellem Sandstein erbaut war und eine bezaubernde Barockfassade hatte. Jetzt öffneten zwei livrierte Diener das reichgeschnitzte Hauptportal, über dem das Emblem der Fürsten Keuthen in Sandstein gehauen war, und das einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen zeigte. Wie Wachtposten flankierten die Diener das Portal, und jetzt erschien das Fürstenpaar, gefolgt von seinen Töchtern, den Prinzessinnen Silvina und Josefine. Jetzt waren die Reporter nicht mehr zu halten. Die dreistesten stürmten die Freitreppe hoch und entfachten ein wahres Feuerwerk von Blitzlichtern. Die Kameras richteten sich hauptsächlich auf Silvina, die als die schönste Prinzessin Europas verehrt wurde. Lächelnd und selbstsicher blickte Silvina in die Kameras. Ihre großen tiefblauen Augen strahlten. Das silber­blonde Haar war zu einer attraktiven Abendfrisur hochgekämmt, ein kostbarer Rahmen für ihre ebenmäßigen Züge. Ihr Abendkleid war ein Traum aus champagnerfarbenem Organza, auf dem handgestickte Margeriten blühten. Eine Schärpe aus gelbem Samt betonte ihre schmale Taille und war mit einer großen künstlichen Margerite verziert. Silvina wurde pausenlos fotografiert und mit Fragen bestürmt. "Was ist der Anlaß zu diesem Fest, Durchlaucht? Werden Sie sich mit Ihrem Jugendfreund Graf Lodz verloben?" "Kein Kommentar!" entgegnete Silvina lächelnd. "Warten Sie es ab, meine Herren!" Schon fuhren die Wagen der Gäste vor. Die Diener drängten die Reporter zur Seite, die ihre Kameras jetzt auf die Gäste richteten, denn zum Frühlingsfest der Keuthens kamen hauptsächlich prominente Gäste, die herzlich von der Fürstenfamilie begrüßt und in der prachtvollen Halle von Lohnkellnern mit Champagnercocktails bewirtet wurden.

  • Fürstenkrone Classic 7 – Adelsroman: Er schenkte ihr sein Schloss – und ging
    Fürstenkrone Classic 7 – Adelsroman: Er schenkte ihr sein Schloss – und ging
    Fürstenkrone Classic 7 – Adelsroman: Er schenkte ihr sein Schloss – und ging

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Die letzten Tage im Juli waren heiß und trocken gewesen, jetzt hingen schwere Wolken über den Weinbergen. Gelber Staub wirbelte auf, als Eberhard von Gronaus Wagen die Kurven nahm. Er drosselte das Tempo und zwang sich zu ruhiger Fahrt. Schloss Gronau würde ihm nicht davonlaufen. Er war verblüfft als er um die letzte Kurve gebogen war und die Allee schlanker Pappeln vor ihm lag, die zum Eingangshof des Schlosses führte. Was für ein Schmuckstück hatte sein Bruder Claus aus dem verfallenen Familiensitz gemacht! Das kleine Barockschlösschen erstrahlte in sattem Ockergelb, Sockel und Fensterumrandungen waren aus rötlichem Sandstein, den man abgeschliffen und erneuert hatte, und über der Eingangspforte thronte das Familienwappen, das ein Vorfahre im siebzehnten Jahrhundert in Stein hatte einmeißeln lassen. Eberhard fuhr durch die Pappelallee bis zum Eingangstor. Das Schloss war um einen Innenhof gebaut, der ebenfalls restauriert und mit einer Kastanie bepflanzt worden war. An den Wänden rankten sich Kletterrosen, ob der alte Sandsteinbrunnen an der Südwand noch da war, konnte man nicht sehen. Autos aller Herren Länder standen hier dicht an dicht geparkt. Eberhard stellte seinen Wagen auf einem gerade frei gewordenen Platz ab und stieg aus. Was für ein merkwürdiges Gefühl, nach all den Jahren wieder im Hof von Schloss Gronau zu stehen. Es war das gleiche alte Pflaster auf dem er als kleiner Junge Seilhüpfen gespielt hatte, das gleiche Fenster, von dem aus die Köchin hin und wieder einen Blick auf die spielenden Knaben geworfen hatte. Wie hieß sie doch noch? Richtig: Paula. Eine treue Seele war sie gewesen. Ob sie wohl noch lebte? Die schwere, zweiflügelige Eingangstür stand offen, Besucher gingen ein und aus. Schwatzend, staunend, begutachtend.

  • Fürstenkrone Classic 8 – Adelsroman: Annelie wehrt sich gegen die Liebe
    Fürstenkrone Classic 8 – Adelsroman: Annelie wehrt sich gegen die Liebe
    Fürstenkrone Classic 8 – Adelsroman: Annelie wehrt sich gegen die Liebe

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Der Garten war der Schönste von Klein Rossewitz, einem Dorf mit 306 Einwohnern, einer schlecht gepflasterten Straße und mehr oder weniger ansehnlichen Häusern. In ihm wuchsen inmitten weiter Rasenflächen und umgeben von einer niedrigen Ligusterhecke prächtige Stauden, Rosen in allen Farben und Formen, blühende Sträucher und eine Unmenge von Zwiebelblumen, angefangen von den zierlichen Schneeglöckchen bis hin zu den zartlila Herbstzeitlosen. Edith Reimer war sehr stolz auf diesen Garten, nachdem sie ihn nach dem Tod ihres wesentlich älteren Mannes erst mit ihrer Hände Arbeit zu einem wahren Schmuckstück hatte werden lassen. Der Verstorbene hatte aber auch so gar keinen Sinn für die Gartengestaltung nach englischem Vorbild gehabt und Blumen nur als Unkraut angesehen und Gräser als Kuhfutter bezeichnet. Nun ja, er hatte es nicht besser gewusst und mit seinem Bauernhof immerhin soviel verdient, dass sie nach dem Verkauf desselben und einer für sie angelegten Rente recht gut leben konnte. Üppig allerdings nicht, denn die Hälfte seines Besitzes erbte Annelie, ihr einziges Kind. Ein Mädchen, das ihrem Mann leider allzu ähnlich war, das lieber las oder arbeitete, als zur Disco zu gehen, und kaum Anklang bei den Jungen des Dorfes fand. Nur den Sinn für schöne Möbel, kostbare Vorhänge, Teppiche und alles, was zu einem gepflegten Heim gehörte, hatte sie von der Mutter geerbt. Landwirtin war sie allerdings nicht geworden, sondern Kauffrau, und hatte in der nur acht Kilometer entfernten Kreisstadt eine gute Stellung. Selbstverständlich wohnte Annelie noch zu Hause. Wo denn sonst? An einen eigenen Hausstand war leider nicht zu denken. Ja, wenn sie so aussehen würde wie ihre Cousine Nelly – mit hübscher Oberweite und langen schlanken Beinen –, wenn sie blonde Locken, himmelblaue Augen und einen herzförmigen Mund gehabt hätte, dann hätte ihr sicher so mancher Mann einen zweiten Blick gegönnt. Doch Annelies Haare waren einfach nur braun, waren glatt und sahen im Grunde genommen nach Nichts aus. Ihre Augen waren grau und eigentlich recht schön, aber hinter der Brille kaum zu sehen. Gewiss, sie war recht hübsch und schlank auch, aber mit Nelly natürlich nicht zu vergleichen. Das Schlimmste aber war, dass ihre Tochter so gar nichts an sich hatte, was einem jungen und heiratswilligen Mann gefallen würde, sie war viel zu ernst, konnte nicht flirten und nicht tanzen. Das arme Kind, es war genauso still und unbeholfen wie sein Vater. Edith Reimer, die an diesem Nachmittag verblühte Blumen abschnitt, seufzte bei diesen Gedanken, wurde aber im gleichen Augenblick auf eine junge Frau aufmerksam, die über den Rasen lief und sie gleich darauf stürmisch umarmte. Dabei flüsterte sie aufgeregt: "Mario will mich heiraten, Tantchen.

  • Fürstenkrone Classic 9 – Adelsroman: Als Fremde auf dem Schloss des Liebsten
    Fürstenkrone Classic 9 – Adelsroman: Als Fremde auf dem Schloss des Liebsten
    Fürstenkrone Classic 9 – Adelsroman: Als Fremde auf dem Schloss des Liebsten

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. "Du planst doch nicht ernsthaft, wieder nach Deutschland zu gehen." Erschrocken blickte Mandy Miller ihre deutsche Freundin an. "Ernsthaft noch nicht, aber gewiss mit einer zunehmenden Ernsthaftigkeit." "Das kannst du mir nicht antun! Was soll ich denn ohne dich anfangen?", rief Mandy in gespielter Verzweiflung aus. Julia lachte laut auf. "Du bist zwar eine gute Schauspielerin, aber ich falle nicht darauf herein, wenn du mir Theater vorspielst." Mandy hängte sich bei ihrer Freundin ein. "Du würdest mir wirklich fehlen. Was würde dich in Deutschland auch großartig erwarten? Mal abgesehen von diesem Idioten Leon Martin." Es tat nicht einmal mehr weh, seinen Namen zu hören. Dabei hatte Julia einmal geglaubt, ohne diesen Mann nicht leben zu können. Alles hatte sie seinetwegen aufgegeben: Ihr früheres Leben, ihre Freunde, selbst ihre Stelle in einem Düsseldorfer Verlag. Ganz besonders allerdings sehnte sie sich nach dem kleinen efeubewachsenen Haus am Rhein, das sie von ihren Eltern geerbt hatte. In Deutschland war Leon Martin ein berühmter Schauspieler gewesen. Doch das reichte ihm nicht. Er wollte international Karriere machen und hatte das Angebot eines New Yorker Filmproduzenten angenommen. Leon war so davon überzeugt gewesen, mit dieser ersten Filmrolle sogar Hollywood auf sich aufmerksam zu machen, dass er Deutschland vollständig den Rü­cken gekehrt hatte und nach New York übergesiedelt war.

  • Fürstenkrone Classic 10 – Adelsroman: Neues Glück im Frühling
    Fürstenkrone Classic 10 – Adelsroman: Neues Glück im Frühling
    Fürstenkrone Classic 10 – Adelsroman: Neues Glück im Frühling

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. "Nun übst du schon über zwei Stunden, Katarin. Meinst du nicht, dass es allmählich an der Zeit wäre, den Flügel zuzuklappen und dir ein wenig frische Luft um die Nase wehen zu lassen?" Mit säuerlicher Miene stand Ellinor von Loetzen in der Tür des Musikzimmers und hörte ungeduldig zu, wie ihre Tochter wieder und wieder dieselbe Stelle aus Chopins Barcarole spielte und dabei jedes Mal das Tempo um eine winzige Nuance steigerte. "Okay, Mama. Wenn du unbedingt meinst, werde ich später eben ein Stündchen ausreiten. Aber nicht jetzt. Erstens ist es ohnehin noch viel zu heiß. Und zweitens schaffe ich diese Terzen und Sexten noch nicht einmal halb so schnell wie vorgeschrieben. Es ist wie verhext: Immer wenn ich die Geschwindigkeit über ein bestimmtes Maß hinaus steigere, verheddern sich meine Finger. Oder die Töne kommen nicht gleichzeitig. Oder ich bin zu langsam mit dem Pedalwechsel." Ellinor verdrehte die Augen zur Zimmerdecke. "Das bildest du dir ein, Katarin. In Wirklichkeit klingt alles, was du spielst, absolut perfekt. Es gibt nichts mehr daran zu verbessern, glaube mir." Katarin von Loetzen dehnte und reckte ihre Finger, während sie einen tiefen Seufzer ausstieß. "Das verstehst du nicht, Mama. Deinen bescheidenen Ansprüchen mag meine Kunst genügen, aber das hat im Grunde gar nichts zu bedeuten. Wenn ich Professor Sauter vorspiele, die Aufnahmeprüfung an der Münchner Musikhochschule bestehen und später als Konzertpianistin Karriere machen will, muss ich mich noch gewaltig steigern. Und viel mehr üben.

  • Fürstenkrone Classic 11 – Adelsroman: Aschenputtel im eigenen Schloss?
    Fürstenkrone Classic 11 – Adelsroman: Aschenputtel im eigenen Schloss?
    Fürstenkrone Classic 11 – Adelsroman: Aschenputtel im eigenen Schloss?

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. "Wohin soll's denn gehen bei dem Sturm?", fragte der Kutscher verwundert. Nicht gerne verließ er bei diesem Wetter die warme Kutscherstube des Gasthofs. "Nach Schloss Hochwald muss ich! Ich kann auch bezahlen", antwortete die Frau, die gesehen hatte, wie zweifelnd der Mann sie ansah. Sie war einfach, aber sauber gekleidet und schien noch jung zu sein. Im Arm trug sie ein Bündel, auf das sie sorgsam achtgab. "Nach Hochwald hinauf? Alle Wetter. Ist wohl dort eine Stelle freigeworden?" "Na, das wär' wohl was", erwiderte die Frau und seufzte. Sie wies auf das Bündel in ihrem Arm. "Ich bringe dem Grafen Hochwald sein Enkelkind." Man trat vor die Tür des Gasthauses. Eine Windböe kam auf und riss das schützende Tuch weg. Nun konnte man sehen, dass in dem Bündel tatsächlich ein Säugling eingewickelt war. "Sein Enkelkind!", rief der Kutscher erstaunt aus.

  • Fürstenkrone Classic 12 – Adelsroman: Nur du sollst meine Fürstin sein
    Fürstenkrone Classic 12 – Adelsroman: Nur du sollst meine Fürstin sein
    Fürstenkrone Classic 12 – Adelsroman: Nur du sollst meine Fürstin sein

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. "Verflixt, verflixt!" Aufgebracht warf Fürst Andreas von Hauneck seinen goldenen Füllfederhalter, den die Gravur des Familienwappens zierte, auf die eng beschriebenen Seiten, die vor ihm lagen. Unzählige Staubteilchen tanzten in dem Sonnenstrahl, der warm durch das Fenster in die Bibliothek des Schlosses fiel. Es roch nach vergilbtem Papier, altem Leder und ganz leicht nach süßlichem Pfeifentabak. Der Raum wurde von Bücherregalen dominiert, die vom Boden bis unter die Decke reichten. Leitern auf Rollen erleichterten dem Leser den Griff auch nach jenen Folianten, die in den obers­ten Reihen der Schränke standen. Nur an einer Wand fehlten die Regale. Dort hing über einem Kamin mit verschnörkeltem Sims das Porträt einer jungen Dame, die mit ihren bernsteinfarbenen Augen jeden Betrachter hypnotisch in ihren Bann zog. Konzentriert und mit zerwühltem Haar beugte sich Fürst Andreas von Hauneck erneut über seine Akten, die großflächig verteilt auf seinem antiken Schreibtisch lagen. Immer wieder war er die Zahlenkolonnen durchgegangen, aber es änderte nichts an dem Ergebnis! Er musste auf den Biedermeiertisch verzichten, den er in dem Katalog des Auktionshauses Christie's aufgestöbert hatte. Schon für den nächsten Morgen war eine Reise nach Edinburgh in Schottland geplant, um einige Möbel bei einer Auktion zu ersteigern. Der herrlich verzierte Tisch, den er in dem Katalog des Auktionshauses entdeckt hatte, hätte sehr gut in seine eigene Sammlung gepasst. Aber er konnte sich keine zu großen Extravaganzen leisten, schließlich wollte er irgendwann in Zukunft sein Ziel – die finanzielle Unabhängigkeit seines Antiquitätengeschäfts – erreichen. Angespannt fuhr er sich zum wiederholten Mal durch sein schwarzes dichtes Haar und rieb sich die Nasenwurzel. Fürst Andreas musste an erster Stelle ans Geldverdienen denken, und das hieß, keine Möbel für das Esszimmer im Schloss, sondern nur Möbel für das Antiquitätengeschäft in Paderborn. An seiner kräftigen braunen Hand spannten sich die Sehnen, als er nach dem Stift griff und rigoros den begehrten Tisch von der Liste strich. Dann lehnte er sich versonnen in seinem bequemen Ledersessel zurück, welcher schon mehrere Generationen des Fürsten von Hauneck als Sitzplatz gedient hatte, und ließ seinen Blick zu dem großen Porträt an der Wand gegenüber wandern. Immer wieder war er von dem Antlitz, welches ihn von dort mit hellbraunen Augen verfolgte, fasziniert. Magisch war er bei einer Auktion von Sothebys von der Frau auf dem Bild angezogen worden, war von ihrer Schönheit gefesselt gewesen, konnte ihr einfach nicht widerstehen.

  • Fürstenkrone Classic 13 – Adelsroman: Die große Liebe für Komtess Regina
    Fürstenkrone Classic 13 – Adelsroman: Die große Liebe für Komtess Regina
    Fürstenkrone Classic 13 – Adelsroman: Die große Liebe für Komtess Regina

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Das Universitätsgelände lag still in der Mittagssonne. Auf dem Rasenstück vor dem großen hellen Gebäude plätscherte der große Springbrunnen, dessen Wasserfontäne hoch in den blauen Himmel stieg, um dann wie schwere gläserne Tropfen in die stufenförmigen weißen Steinbecken zu fallen. Das Geräusch versprach Kühlung. Doch kaum jemand ging derzeit durch die hohe Tür des Gebäudes, denn die Vorlesungen waren noch nicht zu Ende. Regina spazierte nervös um das große Brunnenbecken, das nur wenige Meter vor dem Eingang zur Universität lag. Sie wartete auf Adam, den Chauffeur ihres Papas. Adam hätte längst wieder da sein müssen. Er wollte nur kurz in die Autowerkstatt fahren, um etwas abzuholen, hatte er gesagt, während Regina sich in der Zwischenzeit die Uni von innen ansehen wollte. Bald würde auch sie hier aus und ein gehen. Zwei Stunden waren seitdem vergangen. Sie hätten längst daheim sein müssen. Papa würde wütend sein, und Berta, die Köchin, musste das Essen warm stellen. Tante Charlotte wartete auch. "Es verbrutzelt alles, wenn man es warm halten muss!", würde die kleine rundliche Schwester des Grafen jammern. Sie war ein Jahr älter als der Hausherr, eine ältere Dame mit grauem Haar und wasserhellen blauen Augen. Der Chef des Hauses Hohensteinbach, das bereits seit dem Mittelalter existierte, war Karl Friedrich von Hohensteinbach. Aber der gute Geist des Hauses war Charlotte, seine Schwes­ter. Papa war sicher wütend. Und das fürchtete Regina am meisten, denn wenn er richtig böse war, zog er die Augenbrauen zusammen, dass sie wie ein schwarzer Strich über den graugrünen Augen lagen.

  • Fürstenkrone Classic 14 – Adelsroman: Friederikes arabischer Traum
    Fürstenkrone Classic 14 – Adelsroman: Friederikes arabischer Traum
    Fürstenkrone Classic 14 – Adelsroman: Friederikes arabischer Traum

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Falko Edler von Falkenhorst auf Burg Falkenhorst saß an seinem Schreibtisch und sah die Post der letzten Woche durch. Er sah genauso aus, wie es zu seinem Namen passte: scharfe Augen, eine scharfe gebogene Nase, eine hagere, leicht gebeugte hohe Gestalt. Sehr vornehm. Daran änderte auch seine abgetragene Kleidung nichts. Eine Rechnung, noch eine Rechnung, eine Mahnung, eine Rechnung, noch eine Mahnung und noch eine Rechnung, die vom Tierarzt. Herr von Falkenhorst schob die restliche Post zur Seite, das reichte vorläufig! Wenn doch Rike endlich mit ihrem Studium fertig wäre, dann könnte er sich wenigstens den teuren Tierarzt sparen! Er brauchte einen mit Fachwissen, und das muss­te natürlich bezahlt werden. Rike oder genauer Friederike Edler von Falkenhorst studierte Tiermedizin, Schwerpunkt Greifvögel. Sie sollte einmal die alte Tradi­tion, die aus der Zeit von Kai­ser Friedrich II von Hohenstaufen stamm­te, weiterführen. Leider ließ sich nicht leugnen, dass ihr vorläufig noch das rechte Bewusstsein fehlte, was für eine vornehme Aufgabe dies war. Sie hatte ihr Diplom jetzt schon zum zweiten Mal verschoben, weil immer irgendwelche Partys wichtiger waren. Ihr Vater war bereit, ihr zuzugestehen, dass ihre Verlobung ein echter Grund war. Besonders, weil es sich bei dem jungen Mann um einen Schwiegersohn ganz nach seinem Herzen handelte. Er war adelig und arbeitete als Gartenarchitekt für die Stadt Heidelberg. Eberhard von Klumm stammte aus einer Soldatenfamilie. Sein Vorfahre war von Friedrich II von Preußen wegen Tapferkeit vor dem Feind geadelt worden. Natürlich ließ sich dieser Adel nicht mit dem der Falkenhorsts vergleichen, wie sich schließlich der preußische Friedrich auch nicht mit dem Staufer vergleichen ließ! Aber heute war man nicht mehr ganz so streng wie noch vor hundert Jahren, und das mit der Bedeutung war vielleicht auch Ansichtssache. Obwohl Eberhard da seine Ansicht fehlte, ein weiterer Grund, ihn zu mögen.

  • Fürstenkrone Classic 15 – Adelsroman: Maskenball der Liebe
    Fürstenkrone Classic 15 – Adelsroman: Maskenball der Liebe
    Fürstenkrone Classic 15 – Adelsroman: Maskenball der Liebe

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. "Guten Morgen, lieber Berger! Der Weg um den See und vom Gutshof herüber bis zum Schloss ist mir noch nie so beschwerlich gewesen wie heute. Ich glaube, ich werde doch langsam alt." Graf Konrad von Wildenstein hatte zu seinem Verwalter ein sehr gutes, beinahe herzliches Verhältnis, denn er wusste, er konnte sich auf Thomas Berger seit über dreißig Jahren verlassen. "Herr Graf, ich muss Sie daran erinnern, dass Sie es waren, der bestimmte, dass kein Fahrzeug auf dem Damm vom Festland zum Schloss hinüberfahren darf und nichts verändert oder gar erneuert werden soll! Aber immerhin machen Sie diesen weiten Spaziergang mit Ihren fast achtzig Jahren täglich. So mancher junge Mensch könnte …" "Ich gehöre noch lange nicht zum alten Eisen", wies ihn Graf Konrad zurecht. Vertraulicher fügte er dann hinzu: "Ich kann es mir noch nicht leisten, mich zur Ruhe zu setzen, denn es gibt einige Probleme, die ich lösen muss." Er nickte dem Verwalter freundlich zu und ging die Freitreppe zum Schloss hinauf. Konrad von Wildenstein drehte sich noch einmal um und blickte mit Genugtuung über den See hinüber zum Gutshof, von wo aus sich ein freier Blick über die Wiesen und Felder bot, die erst am Waldrand endeten. Auf dem Weg in die Privatgemächer fragte er nach seiner Tochter. "Frau von Wildenstein ist im Kleinen Salon und hat schon mit dem Frühstück begonnen", sagte Fritz. Während der Diener für den Grafen in der Küche frischen, heißen Kaffee bestellte, zog sich dieser rasch um und betrat kurze Zeit später den Salon. "Guten Morgen, lieber Papa!", sagte Victoria. Ein herzliches Lächeln lag auf ihren Lippen. Die Sonne ließ ihr vorzeitig etwas grau gewordenes Haar silbrig schimmern.

  • Fürstenkrone Classic 16 – Adelsroman: Kannst du mit mir glücklich werden?
    Fürstenkrone Classic 16 – Adelsroman: Kannst du mit mir glücklich werden?
    Fürstenkrone Classic 16 – Adelsroman: Kannst du mit mir glücklich werden?

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Marco von Lohenstein suchte gerade fieberhaft nach seinem roten Kashmir-Pullover, als unten vor dem Schloss die Tür der Limousine seines Großvaters zuschlug. Er trat ans Fens­ter, sah den Baron Rothenfeld darin fortfahren und atmete auf. Der alte Herr war heute mit dem Landrat und mit dem Dorfbürgermeister verabredet. Das dauerte immer Stunden. Erst gegen Mittag würde er zurück sein. Marco konnte seinen Pullover also in aller Ruhe weitersuchen. Etliche Kleidungsstücke aus den Schrankfächern und der Kommode landeten auf dem Teppich, aber das edle Teil aus Kashmir war nicht dabei. Wo konnte er nur sein? Marco brauchte heute seinen roten Pulli. Der passte so gut unter seine schwarze Reitjacke und hielt an diesem Apriltag, der grau und kühl jede Hoffnung auf den nahen Frühling zerstörte, mollig warm. Und wenn er die Stunden bis Mittag schon nutzen musste, um hinter dem Rücken seines Großvaters hinüber zum Herrenhaus Orthensee zu reiten, wollte er dort unbedingt einen guten Eindruck machen. Einmal musste Bianca von Orthensee doch merken, was für ein schmucker Typ und netter Kerl er war! Bianca war nicht unbedingt eine auffallende Schönheit, und mit ihrer zurückhaltenden Art konnte sie ihn manchmal direkt verwirren. Darum war es nicht mehr als Neugier, die ihn in ihre Nähe trieb. Oder dieses tägliche Einerlei auf dem Schloss seines Großvaters, das ihn dazu brachte, die Gesellschaft Gleichaltriger zu suchen und wenigstens manchmal etwas Aufregendes zu erleben. Er hörte Stimmen auf der Treppe, und gleich darauf betraten Lisa und Carla, die beiden Hauswirtschafterinnen im Schloss, sein Zimmer. Carla, die Älteste, bemerkte das wüste Durcheinander von Hosen und Pullovern auf dem Boden sofort und sah Marco vorwurfsvoll an. "Haben Sie etwa deshalb nach uns geklingelt, Marco?" Er nickte. "Der rote Kashmir-Pullover!

  • Fürstenkrone Classic 17 – Adelsroman: Happy End auf Gut Renken
    Fürstenkrone Classic 17 – Adelsroman: Happy End auf Gut Renken
    Fürstenkrone Classic 17 – Adelsroman: Happy End auf Gut Renken

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. "Gratuliere, Frau Dr. von Renken! Sie haben das Rigorosum mit summa cum laude bestanden!" sagte der Vorsitzende der Prüfungskommission der TU Weihenstephan, Professor Adalbert Thiele, mit freundlicher Anerkennung zu der noch immer sehr aufgeregten Kandidatin. Dem Prüfungsteam gehörten noch Frau Dr. Ilse Miller und Dr. habil Michael von Thalheim an. Beide nickten Annika zu, und sie glaubte, in den Augen von Dr. Thalheim so etwas wie ein Blinzeln zu sehen, das auf sie sehr persönlich und gar nicht nach strengem Prüfer wirkte. Und gerade dies letztere war es, was sie zusammen mit dem hervorragenden Ergebnis dazu brachte, für einen Moment zu vergessen, wo sie war. "Hurra!" Die drei lachten, weil sie prompt über sich selbst erschrocken errötete und irgendeine Entschuldigung murmelte. "Wir freuen uns, daß Sie sich so freuen", sagte Professor Thiele und stand auf, um ihr die Hand zu schütteln. "Was haben Sie für Pläne?" "Das weiß ich selber noch nicht so genau. Wir haben zu Hause einen landwirtschaftlichen Betrieb –, und ich würde mich eigentlich gerne auf eine Großtierpraxis spezialisieren. Aber mein Vater meint, für eine Frau wäre eine Kleintierpraxis vernünftiger." "Tja, das meinen die Männer auch heute immer noch, daß es bei einer Großtierpraxis in erster Linie auf Kraft und nicht auf Geschick ankommt", sagte Dr.

  • Fürstenkrone Classic 18 – Adelsroman: Ein Märchenprinz mit kleinen Fehlern
    Fürstenkrone Classic 18 – Adelsroman: Ein Märchenprinz mit kleinen Fehlern
    Fürstenkrone Classic 18 – Adelsroman: Ein Märchenprinz mit kleinen Fehlern

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Geschafft! dachte Sabine Hübner erleichtert. Hastig spannte sie den Brief aus der Maschine und legte ihn in die Unterschriftenmappe. Mit der Mappe unter dem Arm, klopfte sie wenige Sekunden später an die Tür des Chefzimmers. Verblüfft schaute sie auf den braungebrannten jungen Mann, der hinter dem Schreibtisch saß und Sabine mit blitzenden Zähnen anlächelte. "Kommen Sie nur herein, Frau Hübner. Ich bin Andre von Langenburg – der Juniorchef. Frisch importiert aus den Staaten. Mein alter Herr hat eine wichtige Verabredung und bat mich, für ihn die Briefe zu unterschreiben. Wenn ich ehrlich bin, ich tue es ohne große Begeisterung. Viel lieber würde ich jetzt Tennis spielen." Sabine kam aus dem Staunen nicht heraus. Diese Offenheit war nahezu herzerfrischend. Andre von Langen, oder vielmehr: Prinz Andre von Langenburg, musterte das junge, auffallend hübsche Mädchen mit unverhohlenem Interesse. Sabine Hübner reichte dem Juniorchef die Unterschriftenmappe. Eine feine Röte überzog ihre Wangen. "Von nun an müssen Sie sich daran gewöhnen, mich öfters hinter diesem Schreibtisch zu sehen." Der Prinz sah die Briefe flüchtig durch und unterzeichnete sie. "Ach, du liebe Güte!" rief er dann.

  • Fürstenkrone Classic 19 – Adelsroman: Doppelhochzeit auf Gut Regau
    Fürstenkrone Classic 19 – Adelsroman: Doppelhochzeit auf Gut Regau
    Fürstenkrone Classic 19 – Adelsroman: Doppelhochzeit auf Gut Regau

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Der Stierhof war ein riesiger alter Bauernhof, der auf Grund seiner Schönheit unter Denkmalschutz stand. Er wurde bereits im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt und war seit damals im Besitz der Familie. Schon im Mittelalter waren die Regaus freie Bauern, die sich als Viehzüchter im Land einen guten Namen machten. Sie hielten mehrere Stiere, und die kleineren Bauern aus dem Umkreis kamen mit ihren Kühen, um sie von den Regauer Stieren decken zu lassen. ›Jodl‹ nannte man die Stiere damals. Das war ein altes, keltisches Wort für Stier, und der Hof war der Jodlhof, bis nach dem 30-jährigen Krieg aus den freien Bauern die edlen Herren von Regau wurden, dank der Verdienste um die Verpflegung der Wittelsbacher Soldaten. Eine vergleichsweise billige Ehrung des ›blauen Kurfürsten‹ für seine treuen Untertanen. Von da an war der offizielle Name ›Regauer Hof‹. Aber weil die Herren auch weiterhin im Grunde Bauern blieben und Vieh züchteten und sich Stiere hielten, hieß das Anwesen ›Der Regauer Stierhof‹ oder eben nur ›Der Stierhof‹. Im Wappen führten die Regauer einen schwarzen Stier, und sie waren auf ihren Adel fast ebenso stolz wie auf den Umstand, schon im Mittelalter freie Bauern gewesen zu sein. Freilich war der Hof keine mittelalterliche Festung, war dies auch nie gewesen. Er war im Lauf der Jahrhunderte mehrmals abgebrannt und immer wieder aufgebaut worden. Die Kellergewölbe stammten noch aus dem 13. Jahrhundert. Die Stallungen mit ihren Kreuzgewölben, die von steinernen Säulen getragen wurden, und die steinernen Futtertröge für das Vieh konnten immerhin auf fast fünfhundert Jahre zurückschauen. Wegen der Brandgefahr hatten die Regauer zuerst an das Vieh gedacht, das schließlich ihren Reichtum begründete. Das Wohnhaus wurde erst, nachdem es im 30-jährigen Krieg heruntergebrannt war, in Stein aufgebaut und in den folgenden Jahrzehnten immer wieder vergrößert und verschönert, so dass es zu dem prachtvollen Hof wurde, der heute stolz von einem Hügel auf die weiten Wiesen und Weiden herabschaute, die zum Besitz der Herren von Regau gehörten. Tja. Wiesen und Weiden, etwas sumpfiges Gelände, ein kleiner Wald – alles in der hügeligen, lieblichen Landschaft des Voralpenlandes gelegen, die sich nur für Weide- und Milchwirtschaft eignet.

  • Fürstenkrone Classic 20 – Adelsroman: Braut wider Willen
    Fürstenkrone Classic 20 – Adelsroman: Braut wider Willen
    Fürstenkrone Classic 20 – Adelsroman: Braut wider Willen

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Fürst Nikolaus von Toska stand am Fenster seines Arbeitszimmers und sah versonnen auf das idyllische Städtchen hinunter, das sich an den Fuß des Berges schmiegte, auf dem sich die Burg Toska erhob. Früher war es nur ein kleines Dorf gewesen, doch im Laufe der Zeit hatten sich dort immer mehr Menschen angesiedelt. Zur Zeit der Raubritter und Eroberungskriege suchte das Volk Zuflucht in der wehrhaften Festung, die mit dem stattlichen Burgfried, den soliden Mauern und den Wehrgängen nur schwer einzunehmen war. Heute bot die Burg zwar gegen die moderne Kriegsführung keinen Schutz mehr. Aber trotzdem lebten die Menschen gern im Schatten des noch immer imposanten Gemäuers, das tapfer dem Zahn der Zeit trotzte. Das Volk liebte seinen Fürsten, der nicht nur eine vergangene Epoche repräsentierte, sondern für sie sorgte, wie es einst die Vorfahren getan hatten. So hatte Fürst Nikolaus unter anderem eine Klinik errichten lassen, die über alle modernen Gerätschaften verfügte, und eine Stiftung ins Leben gerufen, die auch Kindern weniger betuchter Eltern eine gute Bildung ermöglichte. Er fühlte sich für jeden einzelnen seiner Untertanen verantwortlich. Der Fürst seufzte. Leider trat sein einziger Sohn so gar nicht in seine Fußstapfen. Prinz Janko war ein Mann mit vielen Gesichtern. Er war hochintelligent, von großem Ernst und hatte das schwierige Studium der Wirtschaftswissenschaft mit Bravour gemeistert, war in Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft bewandert, was ihn als würdigen Nachfolger auf den Fürstentitel auszeichnete. Aber in seinen Adern floss auch das heiße Blut der Magyaren, denen sie entstammten. So nahm der Prinz lieber an Reitturnieren teil oder übte sich im Fechten, statt hinterm Schreibtisch zu sitzen und die Nase in die Bücher zu stecken. Hingegen war er auch ein charmanter Unterhalter, glänzte in Gesellschaften mit seinem scharfsinnigen Witz oder lehrte seinen Gegner auf dem Golfplatz das Fürchten, wenn er mit ruhiger Hand die schwierigsten Bälle einlochte. Trotz seiner einunddreißig Jahre war Prinz Janko noch Junggeselle und dachte auch nicht daran, diesen Status zu ändern. Er stürzte sich lieber in amouröse Abenteuer, statt sich nach der Dame seines Herzens umzusehen, wollte das Leben genießen, bevor er sich den Zwängen und Verpflichtungen seines Standes unterordnete. Den fünfundsiebzigjährigen Vater wähnte er rüstig genug, um das Fürstenhaus noch eine Weile zu repräsentieren und die Familiengeschäfte zu führen. Fürst Nikolaus wusste, dass nicht zuletzt ihrer beider Eigensinn am Verhalten des Sohnes schuld war. Er konnte sich mit den Neuerungen nicht anfreunden, die der Sohn durchführen wollte, sobald dieser das Zepter auf Burg Toska schwang, und Janko wollte nicht die altbackenen Ideen des Vaters übernehmen.

  • Fürstenkrone Classic 21 – Adelsroman: Neues Glück auf Montblanche
    Fürstenkrone Classic 21 – Adelsroman: Neues Glück auf Montblanche
    Fürstenkrone Classic 21 – Adelsroman: Neues Glück auf Montblanche

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Madeleine Norwich warf einen kurzen Blick auf das kleine Mädchen, das ihr am Schreibtisch gegenübersaß, erhob sich und trat an eines der hohen Fenster, die auf den hinteren Teil des Schlossparks hinausgingen. Ihr Blick glitt zum Pico de Aneto, dem höchsten Berg der Pyrenäen. Selbst von hier aus konnte sie die Gletscher sehen, die weite Teile von ihm bedeckten. Fröstelnd zog die junge Frau die Schultern zusammen. Trotz des Kachelofens, der erst vor einer halben Stunde von einem der Dienstmädchen nachgeheizt worden war, empfand sie es im Schulzimmer ausgesprochen kühl. Nicht nur im Schulzimmer war es kühl. Auf Schloss Montblanche, wo sie seit zwei Monaten lebte, wurde es selbst im Sommer, wie sie gehört hatte, niemals richtig warm. Und jetzt war erst April! "Mademoiselle Madeleine", wurde die junge Frau aus ihren Gedanken gerissen. Sie wandte sich um. "Ja, Prinzessin Pauline." Sie kehrte an den Schreibtisch zurück und beugte sich über das kleine Mädchen. "Das haben Sie ganz wunderbar gemacht", lobte sie, als sie die beiden Reihen sorgfältig gemalter "M" begutachtete. "Und nun versuchen wir ›Maman‹ zu schreiben." Sie griff nach dem Übungsblock und zeichnete die Buchstaben vor. Pauline Prinzessin von Raimont-Lynes griff nach ihrem Stift. "Wann gehen wir in den Park hinunter, Mademoiselle?"

  • Fürstenkrone Classic 22 – Adelsroman: Fürstin meines Herzens
    Fürstenkrone Classic 22 – Adelsroman: Fürstin meines Herzens
    Fürstenkrone Classic 22 – Adelsroman: Fürstin meines Herzens

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Aus drei Himmelsrichtungen schoben sich schwere Gewitterwolken zusammen und verfinsterten den Nachthimmel. Nur ab und zu zuckten blauweiße Blitze zwischen den Fronten hin und her. Die folgenden Donner rollten nicht, sondern schlugen wie kurze trockene Sprenggeschosse ein. Hinter zahlreichen Fenstern von Schloß Maissenau brannte noch Licht. Die Dienerschaft wagte es in dieser Nacht nicht, zeitiger schlafen zu gehen. Stubenmädchen, Mägde und Köchinnen drängten sich in der im Kellergeschoß etablierten Küche zusammen, als dürften sie sich dort vor einer drohenden Katastrophe sicher fühlen. Diener und Hausknechte standen hinter den Fenstern bereit, um im Notfall sofort einzugreifen. Nur Franz, der noch recht junge Kammerdiener des Fürsten Harald von Maissenau, hielt sich in der Nähe seines Herrn auf. Der Fürst, mit dreißig Jahren bereits zweifacher Doktor und anerkannter Archäologe, merkte nichts von dem drohenden Unheil, das langsam über das Land näherrückte und sich ausgerechnet über dem Schloß zusammenballte. Er liebte die Nachtstunden, weil sie ihm eine vollkommene Konzentration auf seine historischen Studien ermöglichten. In dieser Nacht arbeitete er in der umfangreichen, historisch möblierten Bibliothek des Schlosses. Auf einem großen Tisch mit kostbaren Intarsien stand eine etwa einen Meter hohe Steinstatue. Sie stellte eine Gottkönigin von unfaßbarer Schönheit dar. Fürst Harald hatte selbst die wirkungsvolle indirekte Beleuchtung des Kunstwerks durch Spotlights ersonnen. Doch dann zerbarst die Atmosphäre durch einen schmetternden Schlag, der die Fundamente des historischen Schlosses erzittern ließ. Blitze zuckten in ununterbrochener Folge aus den schwarz zusammengeballten Wolken nieder, Donner dröhnten. Fürst Harald von Maissenau sprang auf. Sein sonnengebräuntes Gesicht war fahl geworden. Er trat zu einem der hohen Fenster, riß den schwarzen Samtvorhang zurück und sah das Feuermeer am Himmel. Schon im Hinauslaufen, brachte er das Tonbandgerät zum Schweigen.

  • Fürstenkrone Classic 23 – Adelsroman: Eine Fürstenkrone für Alex
    Fürstenkrone Classic 23 – Adelsroman: Eine Fürstenkrone für Alex
    Fürstenkrone Classic 23 – Adelsroman: Eine Fürstenkrone für Alex

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. "Die arme Kathi!", seufzte Brigitta von Starnberg tief. Dann drehte sie das stark parfümierte rosafarbene Briefpapier um und las weiter: "Die Spencer-Wellingtons sind furchtbar langweilige Leute. Theater, Museen, Oper. Dabei gibt es in London die verrücktesten Boutiquen. Ich hatte noch kein einziges Mal die Gelegenheit zu schoppen!" "Ja, die arme Kathi!", ahmte der zwölfjährige Leonard seine Groß­mutter nach, lehnte sich dabei aber lässig in seinen Stuhl zurück. "Sie wird wohl ohne drei zusätzliche Koffer nach Hause kommen!" Für die Kaufwut seiner ältesten Schwester Katharina hatte Leonard überhaupt kein Verständnis, denn er selbst trug am liebsten Jeans, Sweatshirts und Turnschuhe. "Du könntest dir von Katharina eine gehörige Portion abschneiden, Leonard! Sie kleidet sich einer Prinzessin gemäß! Aber dieses unförmige Schuhwerk, das du trägst, und diese blauen Hosen, die dir bis in die Kniekehlen herabhängen. Einfach skandalös! Dass dein Vater so etwas toleriert!" Sie schaute missbilligend zu ihrem Sohn hinüber, der am anderen Ende der langen Frühstückstafel saß und sich ein Brötchen butterte. "Du übertreibst mal wieder, Mutter!", sagte Fürst Lars von Starnberg lachend. Dann blinzelte er Leonard verschwörerisch zu: "Ich habe Kathi extra für ein halbes Jahr zu unseren Verwandten geschickt, damit sie eben keine Gelegenheit zum Shoppen hat. Du hast sie in der letzten Zeit maßlos verwöhnt, Mutter.

  • Fürstenkrone Classic 24 – Adelsroman: Ein Prinz flieht vor der Liebe
    Fürstenkrone Classic 24 – Adelsroman: Ein Prinz flieht vor der Liebe
    Fürstenkrone Classic 24 – Adelsroman: Ein Prinz flieht vor der Liebe

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. "Ein wunderschönes Märchen", flüsterte Baroneß Amata und ließ ihre Fingerspitzen seitlich der Bootswand in das Seewasser tauchen. Es war mild und weich wie die Nacht. Der Mond stand, umgeben von silbrigen Schäfchenwolken, auf einem samtigen dunkelblauen Himmel. Ein leiser Windhauch kräuselte manchmal den Silberspiegel des Wassers und zerstörte für Sekunden das tanzende Bild des Mondes im See. Lautlos zog Prinz Bodo die Ruder durch die Silberwellen und malte damit schwarze Kreise in den See. Wie auf einer mächtigen Drehscheibe zogen die Ufer vorbei. Bodo von Podenstain vermochte nicht den Blick von dem wunderschönen, bezaubernden Märchenbild zu lösen: Amata saß halb, lag halb auf der mit einer Decke ausgestatteten Bank. Auch in ihrem goldblonden Haar lag ein Schimmer des Mondlichtes. Das reine, unschuldsvolle Gesicht verriet ein bißchen Trotz zwischen Kind und erwachender Frau. Sogar in der Nacht strahlten ihre hellgrauen Augen noch wie zwei Lichter. Sie lockten zu Liebe und Seligkeit, wie es sie nur im Märchen geben dürfte. Ihre kirschroten Lippen waren leicht geöffnet. Zwischen ihnen schimmerten die Zähne wie Perlen. Jetzt formten sie sich zu einem Kußmund. Prinz Bodo flüsterte ergriffen: "Du bist so wunderschön, Amata. Niemand soll dich lieben dürfen, nur ich!" "Ich liebe dich, mein Märchenprinz", antwortete sie. Es klang sehr lieb, auch innig, vielleicht aber doch nicht ganz glaubwürdig.

  • Fürstenkrone Classic 25 – Adelsroman: Warte auf mich!
    Fürstenkrone Classic 25 – Adelsroman: Warte auf mich!
    Fürstenkrone Classic 25 – Adelsroman: Warte auf mich!

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Goldenes Licht durchflutete den Ballsaal. Während in kleineren, intimeren Räumen Disco-Musik gespielt wurde, erklangen im Barocksaal Walzer und die Paare schwebten elegant über das Parkett. Wände und Logen waren mit Blumen geschmückt. In seidenen, samtenen Roben oder in Barock, wetteiferten die Damen darum, zu den Schönsten des Abends zu gehören. Es war eine rauschende Pariser Festnacht. Die elegantesten, vornehmsten Kavaliere scharten sich um eine kaum zwanzigjährige Dame, als würden sie in einen köstlichen Strudel Lebensfreude gelockt. Sie schien mit allen zu spielen, die kleine rotblonde Komteß; und keiner verübelte es ihr. Auf den ersten Blick sah man schon ihr flammendgoldenes, in langen weichen Wellen bis an die Schultern fallendes Haar, in dem eine winzige Ballkrone von unabschätzbarem Wert befestigt war. Sie hatte kaum Make-up benutzt, weil sie wußte, daß ihre zarte, pfirsich­samtene Haut in aller Natürlichkeit am besten zur Geltung kam. Mit ihren zwanzig Jahren wirkte sie frisch wie eine Frucht am Baum, die noch kein Reif des Lebens gestreift hatte. Aus den großen leuchtendblauen Augen strahlte ungetrübte Lebensfreude, ein bißchen Übermut und ein geradezu unzähmbares Temperament. Das Näs­chen war etwas zu klein geraten. Die Komteß bemühte sich nicht, die drei winzigen Sommersprossen darauf mit Schminke zum Verschwinden zu bringen, denn auch sie gehörten zu ihr, waren ein Teil ihrer Schönheit und verrieten etwas von ihrem Wesen. In dieser köstlich milden Sommernacht ließ sich Komteß Heidrun von Gerhausen huldigen. Sie wußte sich begehrt, verteilte kleine Aufmerksamkeiten und gewährte… nichts. Sie ließ sich von einem Baron André, dessen Nachnamen sie längst vergessen hatte, zu einem Walzer entführen. Er fühlte sich ausgezeichnet, als Sieger über alle Konkurrenten. Aber das Komteßchen mit dem goldenen Haar zerstörte sehr bald seine seligsten Erwartungen. "Wer ist dieser blonde Siegfried?" unterbrach sie das zärtlich werbende Geflüster ihres Tänzers.

  • Fürstenkrone Classic 25 – Adelsroman: Warte auf mich!
    Fürstenkrone Classic 25 – Adelsroman: Warte auf mich!
    Fürstenkrone Classic 25 – Adelsroman: Warte auf mich!

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. "Papa, liebster Papa, was für eine wunderbare Überraschung! Da hast du mir aber eine Riesenfreude gemacht! Tausend, tausend Dank, Papachen!" Das junge Mädchen, das da wie ein Wirbelwind in den Speisesaal fegte und dem grauhaarigen, ernst und gesetzt wirkenden Hausherrn um den Hals fiel, achtete überhaupt nicht auf die teils amüsierten, teils etwas konsternierten Blicke der Tischgesellschaft, die sich zur abendlichen Tafel auf Schloß Arnstein versammelt hatte. Baron von Arnstein konnte sich der stürmischen Umarmung des anmutigen Persönchens kaum erwehren. Und je mehr er in gespieltem Unmut die Stirn runzelte, je nachdrücklicher er seine Brille mit dem feinen Goldrand zurechtrückte, desto verräterischer zuckte es um seine Mundwinkel, bis sein freudiges Lächeln nicht mehr zu übersehen war. "Aber Melanie, Schwesterherz, hast du unsere Gäste vergessen?" Die schlanke junge Dame zur Rechten des Barons lächelte zwar nachsichtig, doch ihre großen dunkelblauen Augen unter dem üppigen blonden Haarkranz hefteten sich tadelnd auf die jüngere Schwester. "Oh, Verzeihung!" antwortete das zierliche dunkelhaarige Mädchen mit einem Augenaufschlag, der Zerknirschung andeutete, gefolgt von einem feierlichen Hofknicks, der zwar ironisch gemeint war, aber alle Anwesenden amüsierte und bezauberte. "Unsere Gäste habe ich doch heute bereits bei ihrer Ankunft begrüßt. Tante Angie und Onkel Ernst sind sogar heute morgen schon mit mir ausgeritten. Und unsere liebe Mamsell und unser Verwalter sitzen ja täglich mit uns zu Tisch. Sie werden mir meine Unhöflichkeit sicher verzeihen!" Freundliche Gesichter, auf denen sich Zuneigung zu dem jungen Mädchen spiegelte, wandten sich ihr zu. "Nun mußt du uns aber auch von der Überraschung berichten, die dich so gefreut hat", drängte der Onkel. "Wir sind schon sehr gespannt darauf! Natürlich nur, wenn deine große Schwester Stefanie und dein Vater nichts dagegen einzuwenden haben." Beide nickten lächelnd, und Melanie ließ sich nicht lange bitten: "Als ich soeben auf mein Zimmer ging, um mich zum Abendessen umzukleiden, was sehe ich da wunderschön drapiert auf meinem Bett liegen?

  • Fürstenkrone Classic 26 – Adelsroman: Komteß Wirbelwind
    Fürstenkrone Classic 26 – Adelsroman: Komteß Wirbelwind
    Fürstenkrone Classic 26 – Adelsroman: Komteß Wirbelwind

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Goldenes Licht durchflutete den Ballsaal. Während in kleineren, intimeren Räumen Disco-Musik gespielt wurde, erklangen im Barocksaal Walzer und die Paare schwebten elegant über das Parkett. Wände und Logen waren mit Blumen geschmückt. In seidenen, samtenen Roben oder in Barock, wetteiferten die Damen darum, zu den Schönsten des Abends zu gehören. Es war eine rauschende Pariser Festnacht. Die elegantesten, vornehmsten Kavaliere scharten sich um eine kaum zwanzigjährige Dame, als würden sie in einen köstlichen Strudel Lebensfreude gelockt. Sie schien mit allen zu spielen, die kleine rotblonde Komteß; und keiner verübelte es ihr. Auf den ersten Blick sah man schon ihr flammendgoldenes, in langen weichen Wellen bis an die Schultern fallendes Haar, in dem eine winzige Ballkrone von unabschätzbarem Wert befestigt war. Sie hatte kaum Make-up benutzt, weil sie wußte, daß ihre zarte, pfirsich­samtene Haut in aller Natürlichkeit am besten zur Geltung kam. Mit ihren zwanzig Jahren wirkte sie frisch wie eine Frucht am Baum, die noch kein Reif des Lebens gestreift hatte. Aus den großen leuchtendblauen Augen strahlte ungetrübte Lebensfreude, ein bißchen Übermut und ein geradezu unzähmbares Temperament. Das Näs­chen war etwas zu klein geraten. Die Komteß bemühte sich nicht, die drei winzigen Sommersprossen darauf mit Schminke zum Verschwinden zu bringen, denn auch sie gehörten zu ihr, waren ein Teil ihrer Schönheit und verrieten etwas von ihrem Wesen. In dieser köstlich milden Sommernacht ließ sich Komteß Heidrun von Gerhausen huldigen. Sie wußte sich begehrt, verteilte kleine Aufmerksamkeiten und gewährte… nichts. Sie ließ sich von einem Baron André, dessen Nachnamen sie längst vergessen hatte, zu einem Walzer entführen. Er fühlte sich ausgezeichnet, als Sieger über alle Konkurrenten. Aber das Komteßchen mit dem goldenen Haar zerstörte sehr bald seine seligsten Erwartungen. "Wer ist dieser blonde Siegfried?" unterbrach sie das zärtlich werbende Geflüster ihres Tänzers.

  • Fürstenkrone Classic 27 – Adelsroman: Flucht ins Glück
    Fürstenkrone Classic 27 – Adelsroman: Flucht ins Glück
    Fürstenkrone Classic 27 – Adelsroman: Flucht ins Glück

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Fest klammerte sich das kleine Mädchen an die Hand des Jungen. Die beiden Kinder standen auf dem kleinen Friedhof, der zu Schloss Schönfeld gehörte. Eben wurde der Sarg der verstorbenen Baronin Elisabeth in die Erde gelassen. Das Mädchen hob das verweinte Gesicht zu seinem Bruder empor und fragte: "Die Mama kommt wirklich nicht wieder, Harro?" "Nein, Schwesterchen, leider nicht." Die Stimme des Jungen bebte. Eine eisige Windböe fuhr über den Friedhof. Es war zwar schon März, aber der Frühling schien noch weit entfernt zu sein. Eben traten die Trauergäste vor, um noch eine letzte Schaufel Erde auf den Sarg der Verstorbenen zu schütten. "Komm, Tessa, du auch. Tue es für Mama." Der junge Baron von Schönfeld nahm seine kleine Schwester an die Hand und geleitete sie näher an das offene Grab. "Sag Mama noch einmal Lebewohl." Dann nahm der Junge selbst Abschied. Wie schwer fiel es ihm! War doch die geliebte und verehrte Mutter kaum vierzig Jahre alt geworden, bevor sie eine heimtückische Krankheit hinweggerafft hatte. "Lebewohl, Mama, Lebewohl. Ich werde auch immer brav sein, das verspreche ich." Schluchzend tat Tessa an der Hand ihres Bruders ein paar Schritte zurück. Nach und nach traten nun auch andere Trauergäste an das Grab, um der Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.

  • Fürstenkrone Classic 28 – Adelsroman: Schon immer hab ich ihn geliebt
    Fürstenkrone Classic 28 – Adelsroman: Schon immer hab ich ihn geliebt
    Fürstenkrone Classic 28 – Adelsroman: Schon immer hab ich ihn geliebt

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. "Ich denke nicht daran, Isabel zu heiraten", sagte Joachim Erkert heftig. Wütend starrte er seinen Vater an. "Ich weiß, du bist es gewohnt, Menschen wie Figuren auf einem Schachbrett zu bewegen, aber ich bin keine Schachfigur." "So habe ich es ja auch gar nicht gemeint, Joachim", beschwichtigte Wilhelm Erkert. Mit einer müden Bewegung strich er durch seine angegrauten dunkelblonden Haare. "Ich war immer der Meinung, du liebst Isa­bel. Immerhin bist du jetzt achtundzwanzig, es wird Zeit…" Isabel Komtesse Steinfels, ein hübsches junges Mädchen mit dunklen, im Nacken durch eine Spange zusammengehaltenen Haaren und braunen Augen, schloß die Salontür hinter sich. Es war ein wunderschöner Frühlingstag, und sie wollte ihn auf der Terrasse vor dem Haus genießen. Plötzlich hörte sie ihren Namen. Instinktiv blieb sie stehen. Joachim und sein Vater stritten sich. Die Stimmen kamen aus dem Arbeitszimmer des Bankiers, dessen Tür nur angelehnt war. An und für sich haßte es Isabel zu lauschen, aber hier schien es sich um sie zu handeln, und es war ihr unmöglich, einfach weiterzugehen. "Natürlich habe ich Isabel gern, aber ebenso, wie man eine Schwester liebt", erwiderte Joachim Erkert seinem Vater. Wie er, hatte er grüne Augen und dunkelblonde Haare. Er sah sehr gut aus.

  • Fürstenkrone Classic 29 – Adelsroman: Vom Adel unerwünscht
    Fürstenkrone Classic 29 – Adelsroman: Vom Adel unerwünscht
    Fürstenkrone Classic 29 – Adelsroman: Vom Adel unerwünscht

    Romane aus dem Hochadel, die die Herzen der Leserinnen höherschlagen lassen. Wer möchte nicht wissen, welche geheimen Wünsche die Adelswelt bewegen? Die Leserschaft ist fasziniert und genießt "diese" Wirklichkeit. Suchend ließ Alwin Rehbeck seine Blicke über den Blumengarten gleiten, der hinter dem Haus lag. Es war gar nicht so einfach, seine Frau zwischen den üppigen Blütenstauden zu finden. Schließlich entdeckte er sie inmitten der hohen, leuchtend gelben Herbstastern. Juliane Rehbeck war damit beschäftigt, einen hübschen Strauß für die Vase zu schneiden. "Ich hole die Pferde von der Weide und bringe sie in den Stall", teilte Alwin seiner Frau mit. "Es wird Zeit für die beiden. Die Sonne geht gleich unter." Juliane nickte und blickte ihrem Mann nach. Mit schwungvollen Schritten ging der Einundsechzigjährige zur Weide hinüber, die unmittelbar an den Garten grenzte. Sein Alter sah man dem kräftig gebauten Mann von großem Wuchs nicht an. Sein Beruf als Hufschmied, den er bis vor wenigen Monaten noch ausgeübt hatte, hatte ihn jung gehalten. Auch jetzt sorgte Alwin dafür, dass er körperlich fit blieb. Er war auch heute noch ein guter Reiter, wanderte gern und betätigte sich in seinem Rentnerdasein als Kunstschmied. Die beiden zehn und elf Jahre alten Holsteiner hatten den Tag auf ihrer Weide verbracht. Sie hoben die Köpfe als sie Alwin erblickten und kamen langsam näher. Romeo und Badina wussten genau, dass es jetzt in den Stall ging. Das war ihnen recht. Zwar liebten sie den Aufenthalt unter freiem Himmel, aber im Stall wartete eine mit Kraftfutter gefüllte Krippe auf sie. Dieses leckere und herzhafte Futter war ihnen dann doch noch lieber als das etwas langweilige Gras von der Weide.

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