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Gegenwart in Serie: Abgründige Milieus im aktuellen Qualitätsfernsehen
Wann, wenn nicht jetzt?: Versuch über die Gegenwart des Judentums
Von der Schwelle: Diana: Ihr eigener Tod in der Ordnung der Anderen
eBook-Reihen15 Titel

Relationen. Essays zur Gegenwart

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Über diese Serie

In diesem Essay wollen wir uns einem jungen Phänomen widmen, das viele Namen hat. Bezeichnungen wie "Post-Wahrheit", "post-truth" und "postfaktisches Zeitalter" wie auch "Krisis der Rationalität" oder "Das Ende der Eindeutigkeit" (Zygmunt Bauman) sollen helfen, der gefühlt neuen Situation zu begegnen. Die Medien und die politische Rhetorik sind zunehmend von "alternativen Fakten" bzw. "fake news" geprägt, das Vertrauen der Adressat*innen geht verloren. Auch viele andere gesellschaftlichen Bereiche sind von diesem bemerkenswerten Zweifel an der Objektivität und der "Realität der Realität" (Luc Boltanski) durchsetzt.
Für viele Autor*innen repräsentiert die Situation der Post-Wahrheit die postmoderne Situation schlechthin. Man bezieht sich dabei vielfach auf die Werke von Bruno Latour und Zygmunt Bauman oder neuere Studien zu den Auswirkungen der Virtualität. Aber die post-faktische Haltung, die den Fakten und Realitäten vorwirft, per se nur der Willkür und Manipulation zu dienen, weist auch bemerkenswerte Parallelen zu den konstruktivistischen Setzungen in den Sozialwissenschaften auf. Diesen theoretischen Parallelen soll genauer nachgegangen werden. Auch die wissenschaftsinternen Debatten um die Objektivität von "wissenschaftlichen Tatsachen" und die gesellschaftliche Macht, die mit dieser Objektivität verknüpft ist, müssen in diesem Zusammenhang näher betrachtet werden.
Nicht zuletzt wird zudem ein historischer Rückblick fruchtbar sein. Dieser zeigt, inwiefern die offensichtlichen oder vorerst nur antizipierten prekären Folgen der Post-Wahrheit für demokratische Politik bereits etablierte historische Vorgänger haben. So sehr die postmodernen Wurzeln der Post-Wahrheit antitotalitär gedacht waren, so sehr hat dieselbe Post-Wahrheit paradoxerweise durchaus auch totalitäre Mitbegründer.
SpracheDeutsch
HerausgeberNeofelis Verlag
Erscheinungsdatum21. Okt. 2014
Gegenwart in Serie: Abgründige Milieus im aktuellen Qualitätsfernsehen
Wann, wenn nicht jetzt?: Versuch über die Gegenwart des Judentums
Von der Schwelle: Diana: Ihr eigener Tod in der Ordnung der Anderen

Titel in dieser Serie (15)

  • Von der Schwelle: Diana: Ihr eigener Tod in der Ordnung der Anderen
    Von der Schwelle: Diana: Ihr eigener Tod in der Ordnung der Anderen
    Von der Schwelle: Diana: Ihr eigener Tod in der Ordnung der Anderen

    Als Diana, die Prinzessin von Wales, am 31. August 1997 an den Folgen eines Autounfalls in Paris stirbt, wird ihr noch am Unfallort die Schwelle des Sterbens als letzter Übergang ihres Lebens zum Tod entrissen. Die Paparazzi rauben Diana diese private Schwelle ihres Daseins und überführen ihr Sterben umgehend in die mediale Narration, die um sie herum existiert. Dies ist nur die äußerste Konsequenz eines Lebens, das immerzu auf der Schwelle, die Öffentliches und Privates trennt, zerrieben worden ist – nicht zuletzt, da das Königshaus als Privatbereich der Königlichen Familie sowie öffentlicher Ort der Repräsentation auf genau dieser Schwelle steht. Doch mit Dianas Tod gerät auch die britische Gesellschaft in einen 'Schwellenzustand'. Stirbt eine Person, die so viele Menschen bewegte, so bewältigt eine Gesellschaft ihre Trauer durch rituelle Handlungen und positioniert sich damit selbst neu. Der Verkehrsunfall zieht weitere 'Unfälle' nach sich: in der Ordnung des Königshauses, der Kunst, der Theoriebildung und Sprache. Von der Schwelle folgt ausgewählten Akteur*innen (Elizabeth II., Elton John, Mohamed Al-Fayed u. a.) und nimmt ihr Sprechen und Handeln anlässlich des Todes von Diana in den Blick. Wie nehmen diese Bezug auf die Schwelle als Ort ihrer Rede, wie wird Diana dort erinnert, welche Geschichten gehen ihrem Sprechen und Handeln voran? Können wir von der Schwelle des Sterbens sprechen und sie als einen Übergang bezeugen, der nicht zur Überführung und dadurch zur Vereinnahmung des Anderen wird?

  • Gegenwart in Serie: Abgründige Milieus im aktuellen Qualitätsfernsehen
    Gegenwart in Serie: Abgründige Milieus im aktuellen Qualitätsfernsehen
    Gegenwart in Serie: Abgründige Milieus im aktuellen Qualitätsfernsehen

    Kaum ein Medium hat die TV-Landschaft in den letzten Jahren so verändert wie Serien. Mut zum Experiment, erzählerische Komplexität, vertrackte Plots, Selbstreflexion und differenzierte Gesellschaftskritik sind hier häufig an der Tagesordnung – so der Konsens im Feuilleton und der wissenschaftlichen Forschung. Diese These scheint nachvollziehbar, wenn man den Blick auf die Flut aktueller Serien richtet, die dem sogenannten Quality TV zuzuordnen sind. Gegenwart in Serie folgt in Einzelstudien ausgewählten US-amerikanischen Serien und Qualitätsserien aus Europa, die sich auch in Deutschland eines großen Publikums erfreuen, darunter etwa Oz, The Wire, Breaking Bad, House of Cards, Homeland, Boardwalk Empire, Luther, Orange is the New Black, Kriminaldauerdienst, Mad Men, The Newsroom, The Hours, Sherlock, Misfits, Borgen und viele weitere. Dabei geht es in den Beiträgen nicht um schlichte Werturteile über die Gesellschaft; vielmehr werden konkrete Mechanismen hinterfragt. Von wem lässt die Gesellschaft sich leiten, wie geht sie mit denen um, die für sie unbequem sind, wen schließt sie aus, bzw. wem gewährte sie niemals Zugang, wer repräsentiert sie medial, wer unterläuft sie und wer versucht, sie zu ordnen? Über diese Fragen will der Band sich der Komplexität der Gegenwart nähern, ohne dabei in Anspruch zu nehmen, einfache Antworten bieten zu können.

  • Wann, wenn nicht jetzt?: Versuch über die Gegenwart des Judentums
    Wann, wenn nicht jetzt?: Versuch über die Gegenwart des Judentums
    Wann, wenn nicht jetzt?: Versuch über die Gegenwart des Judentums

    "Wann, wenn nicht jetzt?" Die Frage aus den talmudischen Sprüchen der Väter weist darauf hin, dass eine Selbstbesinnung der Juden, ihrer Geschichte und ihres gemeinsamen Schicksals zu keiner Zeit Aufschub erlaubte. Die Wahlen zum israelischen Parlament im Frühjahr 2015 haben mit dem Sieg Benjamin Netanyahus, seinen rassistischen, antiarabischen Ausfällen sowie seiner glasklaren Stellungnahme gegen jede Zweistaatenlösung einen Einschnitt markiert, der auch Jüdinnen und Juden in der Diaspora nicht gleichgültig sein kann. Zudem lässt sich eine steigende antisemitische Stimmung in vielen europäischen Ländern ausmachen. Vor diesem Hintergrund ist eine Selbstbesinnung des Judentums in der Diaspora, auch und gerade in Deutschland, ebenso ein Gebot der Stunde wie eine Reflexion über die Zukunft Israels als jüdischem Staat. Micha Brumliks Essay verbindet ein Plädoyer für jüdisches Leben in der Diaspora mit einer geschichtsphilosophischen Skepsis über die Zukunft des Staates Israel als eines jüdischen Staates und erwägt erneut und zeitgemäß modifiziert die Idee eines binationalen Staates Israel/Palästina durchaus im Bewusstsein der blutigen Krise der arabischen Welt zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Judentum aber, sei es in Israel, sei es in der Diaspora, ist ohne den Reichtum der jüdischen Tradition gerade in ihren religiösen Aspekten nicht zu haben. Das Judentum des 21. Jahrhunderts wird – in welcher Form auch immer – ein religiöses Judentum sein oder es wird nicht sein.

  • Ambivalenzraum Universität
    Ambivalenzraum Universität
    Ambivalenzraum Universität

    Die Kritik an der Ökonomisierung und Quantifizierung aller Wissenschaftsbereiche im Zuge eines 'neoliberal turn' ist mehr als berechtigt. Die Klage über jene Ökonomie- und Zweckorientierung verbindet sich allerdings meist mit der Setzung eines diffus überfrachteten Idealbilds. Diese Betrachtungsweise erweckt den Eindruck, es gäbe eine homogene, von ökonomischer Unterjochung bedrohte 'Schicksalsgemeinschaft' aller Wissenschaftler*innen. Der Blick auf die Herrschaftspraktiken und Machtasymmetrien innerhalb des universitären Systems bleibt jedoch verstellt. Verdeckt bleibt überdies die Tatsache, dass die finanzielle Prekarisierung ganz besonders diejenigen betrifft, denen auch die Teilhabe an institutioneller und epistemischer Macht verwehrt ist. In Ambivalenzraum Universität übernimmt deshalb ein Oppositionspaar Leitcharakter: Freiheit vs. Herrschaft. In Auseinandersetzung mit dieser heuristischen Dichotomie entsteht ein Bild von Universität und Wissenschaft, das sich von rein ökonomisch orientierten kritischen Diskursen deutlich unterscheidet. Der machtkritische Fokus des Bandes wird um Perspektiven ergänzt, die auf die Auslotung bestehender und die Erschließung neuer, emanzipatorischer Handlungsmöglichkeiten innerhalb des universitären Systems abzielen.

  • Minimale Männlichkeit: Figurationen und Refigurationen des Anzugs
    Minimale Männlichkeit: Figurationen und Refigurationen des Anzugs
    Minimale Männlichkeit: Figurationen und Refigurationen des Anzugs

    Ein modischer Mann – schon die Formulierung wirkt unpassend. Das ist kein Zufall, sondern historisch bedingt: Seit Ende der Aristokratie in Europa hat Mode immer das Andere der Moderne und damit das Andere der Männlichkeit dargestellt. Während die Frau sich herausputzte, um den Reichtum ihres Mannes der Öffentlichkeit zu präsentieren, trug er schmucklose Dreiteiler in gedeckten Farben. Was damals als 'große männliche Entsagung' galt, hat sich lange Zeit kaum verändert. Sinnbildlich für diese Entwicklung der Männermode steht der Anzug als männliches Kleidungsstück par excellence. Minimale Männlichkeit zeichnet die Geschichte des Anzugs bis zu den jüngsten Kollektionen der Designer Raf Simons und Hedi Slimane nach. Ihre Designs bedeuten mehr als die Hinwendung zu einer androgynen Ästhetik: Sie greifen auf Prinzipien zurück, die bis dato der Frauenmode vorbehalten waren. Damit ist der Anzug als Anti-Mode selbst modisch geworden. Der Essay zeigt, weshalb dem Anzug als Form seine Konstanz historisch eingeschrieben ist, und skizziert die soziale und politische Dominanz eines 'männlichen Prinzips' in der Mode. Schließlich analysiert er die Veränderungen des Anzugs in den letzten beiden Jahrzehnten und deren Auswirkungen auf ein zeitgenössisches Männerbild.

  • Menschen mit fremden Wurzeln in hybriden Stadtlandschaften: Versuch über Identität und Urbanität im Postfordismus 
    Menschen mit fremden Wurzeln in hybriden Stadtlandschaften: Versuch über Identität und Urbanität im Postfordismus 
    Menschen mit fremden Wurzeln in hybriden Stadtlandschaften: Versuch über Identität und Urbanität im Postfordismus 

    Es wachsen im deutschen massenmedialen Einwanderungsdiskurs 'Wurzeln' heran: ausländische, fremde, türkische, islamische, afrikanische usw. Sie konstruieren Menschen als Pflanzen. Wer 'wurzelt', steckt fest im 'kulturellen Herkunftsraum', bleibt fremd im 'neuen Kulturraum'. In einer nicht mehr zu leugnenden Einwanderungsgesellschaft steht jene Metapher zugleich für – widersprüchliche – Auffassungen von Hybridität. Hybridität spielt auch bei den Ästhetisierungen des Urbanen im Postfordismus eine heraus ragende Rolle. Städte werden nun vielfach als hybride Stadtlandschaften aufgefasst, in denen sich Strukturen des Urbanen und der Landschaft inklusive partieller Wildnisse miteinander verbinden – eine Entwicklung, die nicht ohne Brüche und soziale Kämpfe verläuft. Marcus Termeers Essay zeigt die performative Kraft der Metaphern. Er widmet sich sozialen Konstruktionen von Fremdheit durch 'Wurzeln' in ökologischen Diskursen, die 'Pflanzen mit Migrationshintergrund' entwerfen und diese in 'unproblematische Neubürger' und zu bekämpfende 'Integrationsverweigerer' unterteilen. Das wiederum spiegelt sich in Überfremdungsdiskursen, in denen Stadtquartiere mit hohen Anteilen 'sichtbarer Ausländer' als bedrohte Ökosysteme imaginiert werden.

  • Verheerende Bilanz: Der Antisemitismus der Linken: Klaus Rózsa und Wolfgang Seibert zwischen Abkehr, kritischer Distanz und Aktivismus
    Verheerende Bilanz: Der Antisemitismus der Linken: Klaus Rózsa und Wolfgang Seibert zwischen Abkehr, kritischer Distanz und Aktivismus
    Verheerende Bilanz: Der Antisemitismus der Linken: Klaus Rózsa und Wolfgang Seibert zwischen Abkehr, kritischer Distanz und Aktivismus

    Klaus Rózsa, Jahrgang 1954, und Wolfgang Seibert, Jahrgang 1947, vereint eine aktivistische, linksradikale und jüdische Biografie, die immer wieder von Zweifeln an und Brüchen mit der Linken geprägt war und ist. Ihre vehemente Kritik an einst selbst unterstützten Positionen militanter, antiimperialistischer und antizionistischer Zusammenhänge haben sie in ihren heutigen Aktivismus integriert. Auf der Grundlage von Veranstaltungen, Interviews und Gesprächen entstand eine Textmontage, die eine Vielzahl von Themen und zugehörigen Geschichten beinhaltet. Kontextualisiert und ergänzt durch einen einleitenden Essay werden beispielhafte wie anschauliche Einblicke in Genese und Kritik dichotomer Weltbilder wie das des Antiimperialismus geliefert.

  • Autoritär, elitär & unzugänglich: Kunst, Macht und Markt in der Gegenwart
    Autoritär, elitär & unzugänglich: Kunst, Macht und Markt in der Gegenwart
    Autoritär, elitär & unzugänglich: Kunst, Macht und Markt in der Gegenwart

    Dürfen ein toter Haifisch in einer mit Formalin gefüllten Theke von Damien Hirst oder die Skulptur eines enormen Luftballonhündchens von Jeff Koons als Kunst verstanden werden? Liegen Denk- und Handlungsweisen in der heutigen Kunstwelt jenen des Aktienmarkts näher, oder entsprechen sie den gesellschaftlichen Vorstellungen, also einer zugänglichen Kunst? Gibt es noch Künstler*innen, die einen demokratischeren oder partizipatorischen Weg planen? Welchen Sinn für Ästhetik schafft zeitgenössische Kunst in ihren mannigfaltigen Erscheinungen und wie werden dadurch Machtrelationen bzw. soziale Bedingungen geprägt? Der Essay geht diesen Fragen nach und bewegt sich an der Schnittstelle von Ästhetik, Kunstgeschichte, Soziologie und Wirtschaftslehre, um auch anhand von Beispielen die facettierte Beschaffenheit der heutigen Kunstwelt kritisch zu durchdenken. Der Kunstraum wird dabei als politisches Schlachtfeld verstanden, wo Kunstsinn und Autoritätsvergabe auf dem Spiel stehen.

  • Narrative des Neuen Menschen: Vom Versprechen einer besseren Welt
    Narrative des Neuen Menschen: Vom Versprechen einer besseren Welt
    Narrative des Neuen Menschen: Vom Versprechen einer besseren Welt

    Offenbar hat der Neue Mensch sein utopisches Potential in den totalitären Bewegungen des letzten Jahrhunderts nicht erschöpft. Die Frage nach der Perfektibilität des Menschen treibt die Öffentlichkeit weiterhin um, wie sich an den Debatten um künstliche Intelligenz oder die Reproduktionsmedizin und deren bisweilen ressentimentgeladene Zurückweisung ablesen lässt. Dabei artikulieren sich Ängste vor technischen Entwicklungen und den jeweils neuen Unübersichtlichkeiten unserer sozialen Lebenswelten. Das Versprechen einer besseren Welt harrt derweil noch immer seiner Einlösung. Nur in den digitalen Fantasien künstlicher Intelligenz und den utopischen Reichen der Produktwerbung oder der Esoterik scheint die Sehnsucht nach neuen Möglichkeiten und Intensitäten des Menschseins greifbar. Schließlich eignet dem Topos vom Neuen Menschen eine widersprüchliche universale Dimension, die in diesem Essay durch Analysen historischer Quellen, kultureller Texte sowie politischer Debatten freigelegt wird.

  • Wie aus Fremden Freunde werden: Ein politisches Essay über Begegnungen mit Flüchtlingen
    Wie aus Fremden Freunde werden: Ein politisches Essay über Begegnungen mit Flüchtlingen
    Wie aus Fremden Freunde werden: Ein politisches Essay über Begegnungen mit Flüchtlingen

    Wie können aus Fremden Freunde werden? Wie ist es möglich, mit kulturellen Unterschieden und Konflikten in solchen Freundschaften umzugehen? Welche Veränderungen bewirken sie zwischen Fremden? Und was ist an ihnen politisch? Das Buch erzählt die Geschichte einer außer gewöhnlichen Freundschaft zwischen einer jungen, aus Afghanistan geflüchteten Frau und einem deutschen Mann, die ihren Ausgang in einer Begegnung vor dem Berliner LAGeSo im Herbst 2015 nahm. Eindringlich porträtiert das Buch die Frau, ihre Hoffnungen und Träume ebenso wie die Schwierigkeiten, mit denen sie kämpfen muss. Und so intim die Geschichte ist, die das Buch erzählt, so politisch ist sie. In einer Freundschaft lässt sich lernen, mit großen Differenzen umzugehen, sie offen auszusprechen und dennoch Freunde zu bleiben. In Freundschaften bildet sich das Vertrauen, das eine demokratische Polis braucht. In einer von Sorgen und Ängsten geprägten Debatte über Flüchtlinge und deren Integration macht dieses Buch Hoffnung, ohne Schwierigkeiten zu verkennen.

  • Vom komischen Scheitern: Über neue (Selbst-)Bilder der Weiblichkeit aus Amerika
    Vom komischen Scheitern: Über neue (Selbst-)Bilder der Weiblichkeit aus Amerika
    Vom komischen Scheitern: Über neue (Selbst-)Bilder der Weiblichkeit aus Amerika

    Das Subjekt der Moderne sieht sich immer neuen Optimierungsimperativen ausgesetzt. So weitreichend diese sind, so ungleich werden sie als Maßstäbe an die Geschlechter angelegt. Frauen sehen sich Erwartungen gegenüber, die ein kaum noch zu realisierendes Ideal entwerfen, das nicht nur in den Sozialen Netzwerken stetig aktualisiert wird. Doch es gibt Widerspruch – und der kommt aus der Populärkultur. Dort hat sich inzwischen ein weiblicher Gegenentwurf etabliert, der die bekannten (Selbst-)Optimierungsformeln ironisch unterläuft. Frauen wie Amy Schumer, Tina Fey oder Rachel Bloom entwerfen in Fernsehserien, Filmen und Büchern Geschichten und Selbstbetrachtungen, die ihre Protagonistinnen in Erzählräume voller Missgeschicke und Selbstzweifel schicken. Und genau darin liegt die soziologische Pointe: Die komischen Bilder weiblichen Misslingens verweisen auf ein neues Selbstverständnis von Frauen in der Populärkultur, das viele komisch scheiternde Männer seit jeher für sich beanspruchen. Der Essay legt die damit einhergehenden Bedeutungszusammenhänge des Scheiterns frei und widmet sich jener gegenwärtigen Komik, in der weibliches Misslingen als gesellschaftliches (Gegen-)Narrativ lesbar wird.

  • Verbindungen und Brüche: Über (Neo-)Nationalsozialismus und die staatlichen Programme gegen Rechtsextremismus
    Verbindungen und Brüche: Über (Neo-)Nationalsozialismus und die staatlichen Programme gegen Rechtsextremismus
    Verbindungen und Brüche: Über (Neo-)Nationalsozialismus und die staatlichen Programme gegen Rechtsextremismus

    In der Bundesrepublik Deutschland stellt sich wegen der nationalsozialistischen Vergangenheit in besonderem Maße die Frage, wie der Staat heute gegen die Gefahr des Neonazismus vorgeht. Exemplarisch ist dies abzulesen an den Bestimmungen von Neonazismus und Rechtsextremismus, wie sie in den einschlägigen staatlichen Programmen erkennbar sind, und ihren Verbindungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, insbesondere solchen, die den historischen Nationalsozialismus zum Gegenstand haben. Der Essay setzt sich mit diesen Beziehungen auseinander. Insbesondere nimmt er dafür Studien in den Blick, die um die Zeit des NS-Staates entstanden: Der Doppelstaat (Ernst Fraenkel), Behemoth (Franz Neumann), Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft (Hannah Arendt), Adolf Hitler, Schüler der "Weisen von Zion" (Alexander Stein), Wie ist Deutschland zum Zentrum der reaktionären Ideologie geworden? (Georg Lukács) und The Authoritarian Personality (Theodor W. Adorno, Else Frenkel-Brunswik, Daniel J. Levinson sowie R. Nevitt Sanford).

  • Kritik und Reproduktion der Ideologie im Theater der Gegenwart
    Kritik und Reproduktion der Ideologie im Theater der Gegenwart
    Kritik und Reproduktion der Ideologie im Theater der Gegenwart

    Ausgehend von Louis Althussers Texten zum Theater und zum Begriff der Ideologie entwickelt Ivo Eichhorn in seinem Essay eine Theorie des Theaters, die sich den Bedingungen und Potenzialen einer kritischen Theaterpraxis widmet. Eine Brücke zwischen Theorie und Praxis schlagend, dient ihm die aktuelle Produktion Oratorium. Kollektive Andacht zu einem wohlbehüteten Geheimnis der Gruppe She She Pop als Beispiel, um auszuloten, an welchen Stellen Brüche im Theaterapparat ausgemacht werden können und wie sie für eine kritische theatrale Praxis eingesetzt werden können. Diese Überlegungen zielen angesichts gegenwärtiger Faschisierungsprozesse darauf ab, Gegentendenzen im Theater zu entwickeln und zu stärken und sind im Kontext einer Verfremdung fiktiver (nationaler, kultureller) Gemeinschaftsbildungen und einer Entmystifizierung der Beziehung von Theater und Politik zu verstehen.

  • Ästhetische Transformationen der Gesellschaft: Von Hiob zu Patti Smith
    Ästhetische Transformationen der Gesellschaft: Von Hiob zu Patti Smith
    Ästhetische Transformationen der Gesellschaft: Von Hiob zu Patti Smith

    Haben Kunstwerke vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse die Kraft, die Welt zu verändern? Ausgehend von dieser Frage steht im Fluchtpunkt der vorliegenden Essays die Freiheit des Individuums, der vor allem mit Blick auf Paul Celan und Theodor W. Adorno nachgegangen wird: Kunstwerke sind soziale Tatsachen und als solche Resultate eines Aushandlungsprozesses zwischen individuell Einzelnem und gesellschaftlichem Ganzen. Dadurch werden gesellschaftliche Formationen beobachtbar. Kunst entfaltet in der Auseinandersetzung mit ihr transformatorisches Potenzial und kann das Individuum daran erinnern, die eigene Wirklichkeit als veränderlich zu verstehen. In einer kritisch-hermeneutischen Rekonstruktion werden auf unterschiedlichen Ebenen Fragmente der Freiheit hervorgehoben, welche in unterschiedlicher Weise den Kunstwerken eingeschrieben sind und auf die gesellschaftlichen Widersprüche und Debatten ihrer Zeit verweisen. Kunstwerke können dem Menschen als soziales, verwundetes Subjekt Passagen zu einer veränderbaren Realität aufzeigen: Die Freiheit wird beobachtbar im Bewusstsein ihrer Abwesenheit. Im Zentrum dieser These steht das Individuum und dessen Auseinandersetzung mit Kunstwerken als Residuen des ästhetischen Augenblicks. Sie legen Zeugnis ab von den gesellschaftlichen Antagonismen der Vergangenheit und Gegenwart und verweisen auf die Kontingenz einer Welterfahrung, die noch nicht nach einer Seite aufgelöst ist. Das Spektrum der in diesem Band versammelten Einzelbeobachtungen reicht von den Mythopoetiken der Bibel und deren Reflexion im 20. Jahrhundert über Franz Kafka, Frida Kahlo und Barnett Newman bis hin zur Popkultur von Patti Smith. Gemeinsam mit Überlegungen zu deutschen Erinnerungskulturen, Betrachtungen zu den 68ern, Hanna Diyāb – einem der Erzähler von Tausendundeine Nacht – und weiteren treten diese in einen spannungsreichen Dialog mit Szenarien der Gewalt, Exklusionssemantiken und den gesellschaftlichen Brüchen im gegenwärtigen Deutschland und Europa.

  • Post-Wahrheit: Über Herkunft und Bedeutung eines modisch gewordenen Begriffs
    Post-Wahrheit: Über Herkunft und Bedeutung eines modisch gewordenen Begriffs
    Post-Wahrheit: Über Herkunft und Bedeutung eines modisch gewordenen Begriffs

    In diesem Essay wollen wir uns einem jungen Phänomen widmen, das viele Namen hat. Bezeichnungen wie "Post-Wahrheit", "post-truth" und "postfaktisches Zeitalter" wie auch "Krisis der Rationalität" oder "Das Ende der Eindeutigkeit" (Zygmunt Bauman) sollen helfen, der gefühlt neuen Situation zu begegnen. Die Medien und die politische Rhetorik sind zunehmend von "alternativen Fakten" bzw. "fake news" geprägt, das Vertrauen der Adressat*innen geht verloren. Auch viele andere gesellschaftlichen Bereiche sind von diesem bemerkenswerten Zweifel an der Objektivität und der "Realität der Realität" (Luc Boltanski) durchsetzt. Für viele Autor*innen repräsentiert die Situation der Post-Wahrheit die postmoderne Situation schlechthin. Man bezieht sich dabei vielfach auf die Werke von Bruno Latour und Zygmunt Bauman oder neuere Studien zu den Auswirkungen der Virtualität. Aber die post-faktische Haltung, die den Fakten und Realitäten vorwirft, per se nur der Willkür und Manipulation zu dienen, weist auch bemerkenswerte Parallelen zu den konstruktivistischen Setzungen in den Sozialwissenschaften auf. Diesen theoretischen Parallelen soll genauer nachgegangen werden. Auch die wissenschaftsinternen Debatten um die Objektivität von "wissenschaftlichen Tatsachen" und die gesellschaftliche Macht, die mit dieser Objektivität verknüpft ist, müssen in diesem Zusammenhang näher betrachtet werden. Nicht zuletzt wird zudem ein historischer Rückblick fruchtbar sein. Dieser zeigt, inwiefern die offensichtlichen oder vorerst nur antizipierten prekären Folgen der Post-Wahrheit für demokratische Politik bereits etablierte historische Vorgänger haben. So sehr die postmodernen Wurzeln der Post-Wahrheit antitotalitär gedacht waren, so sehr hat dieselbe Post-Wahrheit paradoxerweise durchaus auch totalitäre Mitbegründer.

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