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Das RTB

Das Reisetagebuch von Stefan und Stefan on Tour

14.9.2000 bis 29.4.2001


Backpacking.Bis -Der-Arzt -Kommt.de
Dieses Reisetagebuch wäre nicht das was es jetzt ist, wenn es nicht die Backpacking.Bis-Der-Arzt-Kommt -
Homepage gegeben hätte. Diese Webpage hat unser Freund Matthias „Jim“ Knopf während unsere Reise
programmiert und gepflegt, was sicher oft mit viel Mühe und Arbeitszeit verbunden war. Die ersten Entwürfe hat er
mit Stefan Schäfer noch vor der Reise entworfen. Von meinem Organizer aus schickten wir dann nach der ersten
Woche zum ersten mal eMails mit sehr kurzen Berichten über unsere Reise. Jeder Buchstabe musste zu der Zeit noch
mit einem Stift ziemlich umständlich auf dem TRG Organizer eingegeben werden. Schon von Melbourne aus
schickten wir aus einem Internetcafe die Bali-Photos von meiner Digitalkamera zu Jim. Bald war die Homepage um
eine Bildergallerie erweitert und und die Besucher konnten die ersten 50 Photos vom fernen Indonesien bestaunen.
Mit den Spenden von Tante Gittchen und Onkel Gerd kauften wir uns in Adelaide dann eine kleine Tastatur für den
Organizer. In den nächsten zwei Monaten gehörte es schon fast zum Alltag, daß ich, während Schäfer am Steuer
saß, RTB-eMails an Jim geschrieben habe.
Im Internet wurde unsere Seite immer öfter angeklickt, und von beiden Seiten der Welt wurden immer mehr
Wünsche an Jim gerichtet. Bald konnte man auf der Homepage einfach seine eMail-Adresse hinterlassen und
bekam dann immer unsere aktuellen Berichte zugeschickt.
Damit ihr uns auf der Seite auch etwas hinterlassen konntet, baute Jim ein Gästebuch ein. Hier konnte jeder ein paar
Zeilen hinterlassen die Jim dann direkt per eMail an unseren Organizer schickte. Das Gästebuch ist weiterhin auf
http://www.backpacking.bis-der-arzt-kommt.de zu finden und wir freuen uns immernoch über neue Einträge.
Leider war bald schon der Höhepunkt unserer Hi-Tech-Expedition erreicht. Gegen Ende von Australien ging erst die
Tastatur und dann der Organizer mit totalem Datenverlust kaputt. Die nächsten sechs Monaten haben wir die
Einträge auf Papier geschrieben und bei Gelegenheit setzten wir uns dann stundenlang in ein Internetcafe und
haben alles abgetippt.
Während Jim hier und da etwas an der Homepage verbesserte, suchten wir immer nach günstigen Möglichkeiten
um die digitalen Bilder von der Kamera zu verschicken. Mal haben wir sie bei neuen Bekannten auf den Rechner
kopiert und von dort in stundenlangen Onlinesitzungen abgeschickt, ein anderes mal haben wir 40$ im Internetcafe
gelassen und deren gesammtes Netzwerk für Stunden lahmgelegt. Zweimal haben wir auch eine CD mit den Photos
gebrannt und diese dann mit der Post zu Jim geschickt.
In Neuseeland war damit auch ersteinmal Schluß als meine Digitalkamera runtergefallen ist. Obwohl das Budget
nicht dafür sprach, habe ich mir nach zwei Wochen eine neue digitale Kamera gekauft. Die Qualität der Bilder ist bei
der neuen Kamera leider merklich schlechter.
Während wir in Neuseeland waren, programmierte Jim ein neues Feature damit wir uns an unserem Geburtstag
nicht so weit weg fühlen würden. Im SSOT-Chatroom konnten wir jetzt mit euch chatten. Nicht nur an unseren
Geburtstagen, aber besonders dann, war der Chat für uns ein echt aufregendes Treffen mit Deutschland.
Nachdem am 31. März 2001 unser Freund Diddel in Jakarta zu uns gestoßen ist, wurde es immer schwerer die Ruhe
und Zeit zu finden um für das RTB_zu schreiben. Der letzte Eintrag stammt vom 19.4. und kam aus Georgetown,
Malaysia.
Für unsere Eltern, Verwandten, Freunde und natürlich am meisten für uns selber war die Homepage DAS Medium
um unsere Geschichten und Abenteuer auszutauschen.

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Am Ende waren auf der Homepage 135 RTB-Einträge zum nachlesen gespeichert und man konnte sich über 1200
Bilder ansehen!
Bis heute wurde die Seite (Jim nicht mitgezählt) 3118 mal aufgerufen und dabei wurden 28525 Clicks erzeugt!
Die Homepage war das beste Souvenier von Deutschland, daß wir hatten.
Vielen Dank Jim!

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From: Stefan Krüger skrueger@gmx.net
Date: Wednesday, August 23, 2000, 9:26:06 PM
Subject: Auf Wiedersehen

Hallo
Wie Ihr wohl schon wisst, werde ich Anfang nächste Woche mit Stefan Schäfer für lange lange Zeit auf
Reisen gehen.
Desbalb wollen wir uns nochmal mit euch in der Rheinaue treffen. Ich sage extra nicht, daß wi da eine Party
schmeißen, weil wir kein Geld mehr haben.
Alle Ersparnisse sich locker gemacht worden um damit die südliche Hemisphäre zu untersützen. ALSO
BRINGT BITTE ALLE GANZ VIEL ZU ESSEN UND TRINKEN MIT. Wir werden einen Grill besorgen.
Stattfinden soll das ganze am Samstag, den 9.9.2000 in der Rheinaue Bonn: 20:00h, das Ende ist offen.
Stefan Schäfer und ich werden wohl die Nacht über da zelten.
Ihr geht vom Bahnsteig aus rechts neben der Brücke den Hügel runter. Wenn ihr euch ein bisschen rechts
haltet, kommt ihr über eine Brücke. Hinter der Brücke haltet ihr euch noch ein bisschen rechts/gerade aus,
und auf der Wiese sollte ein Rondell erscheinen.

Also, bis Samstag,

Stefan & Stefan

PS: Es sind alle eingeladen, die wir gerde habe und die uns gerne haben.
Frohn, du zählst nicht dazu.

Im Flugzeug
From: skrueger@gmx.net
To: Jim Knopf jim@users.de
Date: Thursday, 14 Sep 2000
Subject: Tag 0, im flugzeug

SK:
wir fliegen gerade über Indien: Flughöhe 11300m, Geschwindigkeit 920 km/h.
Ich bin ziemlich ausgepowert, aber hier im Flugzeug kann ich leider nicht pennen. Wir haben uns schon
Pläne für die Tage in Bali gemacht.
Wenn’s klappt, und wenn wir ‘fit wie ein turnschuh’ sind, dann wollen wir auf den höchsten Berg (3142m)
hier klettern. Der Aufstieg von Besakih dauert wohl nur 3 Stunden. Dann kann man bei Sonnenaufgang auf
ganz Bali runterblicken.
Das hört sich alles ganz super an, aber vorstellen kann ich es mir noch nicht.
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SS:
Wir haben gerade unsere Visa-Formulare für Indonesien ausgefüllt. Stefan hat danach die Korelioliskraft
(kein Plan ob die sich so schreibt) getestet, und dabei seinen Kaffee über den Antrag gegossen. Schade um
den Kaffee... Beim ausfüllen haben wir leider „nicht gesehen“, das man keine Handies einführen darf, also
haben wir auch keines angegeben... wäre jetzt dumm wenn sie es finden... Schätze so etwas gibt 10 Jahre
Zwangsarbeit im Bergwerk... mindestens

Stefan und Stefan

Tag Null, noch nichts passiert


SK:
Wir sitzen bei 11000m im Flugzeug. Draußen ist es gerade dunkel geworden. Das ganze Flughafenzeug war
bis jetzt easy. Aber – das war ja auch ein deutscher Flughafen. Mal sehen wie das in Bangkok aussieht. Das
Flugzeug ist ziemlich groß (9 Plätze, 70 Reihen), aber cooler Weise nicht sehr voll. Schäfer und ich haben 3
Plätze für uns alleine.
Ansonsten ist noch nichts aufregendes passiert.

SS:
Wir sitzen hier zwar in keiner Never-come-back-Airline, die Filme sind aber Müll...
Viele Grüße an alle die morgen arbeiten müssen...

Stefan & Stefan

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Bali
Date:Thursday, 14 Sep 2000
Subject:Tag 1, früh morgens

Diese Email könnte als erste mal ganz interessant


werden. Zumindest war für uns der erste Tag
ziemlich spannend.
Also: Nach dem Stop in Bangkok (Thailand) sind wir
noch mal 5 Stunden nach Denpasar (Bali) geflogen.
Am Flughafen hat uns erst mal die Hitze
erschlagen. Nach ca. 1h konnten wir den Flughafen
verlassen, ohne dass mein Handy konfisziert wurde.
Wir haben uns dann erst mal auf den Grünstreifen
vor dem Flughafen gesetzt und ein bisschen
umgepackt. Jacke, Stiefel und lange Hose rein,
Sandalen und Shorts raus. Es war so um die 2 Uhr.
So genau wußten wir das nicht weil wir unsere Uhren seit Frankfurt in den Rucksack verbannt haben.
Vom Flughafen aus wollten wir nach Kuta. Das ist DER Touristenort auf Bali. Für den ersten Tag vielleicht
genau das Richtige. Kuta liegt ungefähr 5 km vom Flughafen entfernt. Also haben wir den Kompaß
ausgepackt und sind nach Norden gelaufen. Die Taxifahrer konnten damit nichts anfangen und wir wurden
auf dem Weg nach Kuta bestimmt 100 mal gefragt, ob wir nicht ‚Taksi‘ oder ‚Transport‘ bräuchten. Die Idee
zu Fuß vom Flughafen loszugehen war eine gute! Hinter dem 2 Meter hohen Flughafenzaun lag eine andere
Welt. ‚So was‘ haben wir noch nie vorher gesehen.
Irgendwann kamen wir auch am Strand an. Ich war wie erschlagen. Palmen, kleine Fischerboote, Korallen
im Sand, Strandverkäufer, viele winzige Krabben, ...
Als wir dem Strand bis Kuta gefolgt waren, wurden unsere Rucksäcke zu schwer. Wir schlugen uns in den
Ort um eine Unterkunft zu finden.
Jetzt sitze ich um 5 Uhr morgens vor dem Zimmer und schreibe euch. Wir haben gestern beim dritten
Anlauf ein Zimmer in unserer Preisklasse gefunden. Der Rest war zu teuer oder voll. Dabei hat uns ein
balinesischer ‚Junge‘ (22J) geholfen, und wollte dann kein Geld von mir.
Es passiert zu viel um alles im einzelnen aufzuschreiben.
Ich bin sehr froh
hier zu sein.

Stefan & Stefan

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Kuta ist ein doofes Touristen -Kaff
Date:Tu,17 Sep
Subject:Tag 4

Es war einmal Sonntag der 17.9.2000


Nach unseren zwei Tagen auf dem Lande sind wir heute mit dem Bemo nach Kuta zurück gekommen. (Ein
Bemo ist das billigste Transportmittel: Ein japanischer Kleinbus in den bis zu 16 Passagiere gepackt
werden.)
Kuta erschien uns plötzlich viel zu
touristisch und teuer. Die ganzen Mofas mit
Suppe waren verschwunden. Auf dem Land
war es schöner!
Mit Mühe haben wir noch ein günstiges
Losmen (= Appartment) gefunden.
Dieses mal wieder mit Klo, dafür dreckig
und knüselig. Nichts für meine Mutter. Ich
denke ich werde heute Nacht auf meinem
Schlafsack schlafen. Nicht weil es kalt wäre, sondern einfach weil das Bett zu dreckig ist.
Unterm Strich läuft alles super. Wir haben heute Abend auch die ersten Backpacker getroffen. Die hatten
gerade 6 bzw. 14 Monate Australien hinter sich. Die Vorfreude ist gross. Wir haben jetzt den Floh im Kopf,
dass wir uns ein Auto leisten wollen. We will see. Erstmal nach Tasmanien und da Jonglieren üben.
Grüße an alle. Und schreibt uns mal wie es zu Hause läuft.
Morgen Abend geht es mit dem Flieger nach Melbourne. Viel Schlafen werden wir da nicht können.
Stefan & Stefan

Der erste Tage in Melbourne


Es war einmal Donnertag, der
21.9.2000
Heute ist unser dritter Tag in Melbourne.
Bis jetzt war es zum Kotzten im
wörtlichen Sinne: Wir haben uns nach 34
Stunden ohne was zu Essen so mit Käse,
Brot und Milch vollgehauen, das wir die
ganze Nacht gekotzt haben. Der Durchfall
ist heute fast wieder weg.
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Wir werden heute Abend die dritte Nacht in der selben Jugendherberge verbringen und erleben hier
eigentlich nicht so viel tolles. Ein Spaziergang durch die City und zum Supermarkt wurde zum 8km
Gewaltmarsch. Spätestens seit dem Moment haben wir die Idee, uns hier ein Auto zu kaufen. Die ersten
Autoangebote und Händler waren nicht so das Wahre. In 2 Stunden schauen wir uns noch eins für 2000 DM
an. Ein Nissan Camera Combi. Den könnten wir aber erst nächste Woche haben.
Wenn dieses Auto nicht das Wahre ist, dann wollen wir die ganze Auto-Idee langsam vergessen und uns
doch mit dem Bus von Nationalpark zu Nationalpark bewegen und dort immer ne Woche wandern.
Da wir uns hier im Internetcafe die Photos von Bali ansehen konnten, ist unsere Motivation gerade wieder
gestiegen.
So weit, so gut, Stefan & Stefan

Wir haben ein Auto!


Es war einmal Freitag der
22.9.2000
SS:
Haben nun doch ein Auto gekauft. Einen
20 Jahre alten Chrysler. Wir stellen selbst
unser Umweltbewusstsein in Frage, haben
aber keine andere Wahl, wenn wir hier
echt was sehen wollen. Nach unseren
schwerwiegenden Verdauungsproblemen an den ersten zwei Tagen in Melbourne gingen wir unsere
Alternativen durch. Bahnlinien gibt es keine; Greyhoundbusse fahren einen nur zu vorgesehenen Punkten,
von wo aus man dann wieder kleinere Rundfahrten antreten kann. Diese kosten dann aber schon wieder
extra.
Schon auf Bali trafen wir Backpacker die aus Australien kamen, und die uns rieten in jedem Fall ein Auto zu
kaufen. Wir versuchten es über Zeitung, einen Händler (den dicken Griechen Stan der uns wahrscheinlich
über den Tisch gezogen hätte), und wurden, nachdem wir schon mehrere Wagen probegefahren waren
über einen neuen Flyer in unserer Jugendherberge fündig.
Wir kauften endlich einen alten Kombi für 1200 A$ von einem Holländer. Ich versuche nun mein verlorenes
Gewicht wieder draufzubekommen. Krüger macht der Verlust von 3-4 Kilos nichts aus, was mich auch nicht
wundert. Habe daher beschlossen zu den verlorenen 3 noch weitere 3 Kilo dazu zuzunehmen. Nur für den
Fall ich verliere durch irgendeine Infektion wieder Gewicht! Könnte ja sein, das uns eine von den bösen
Schlangen über den Weg kriecht...
War Blödsinn, giftige Schlangen werden ab heute plattgewalzt!
..Brauchen Spenden...Wir malen auch eure Namen auf den Chrysler...bringen Schlangenhäute als
Gegenleistung...
Stefan Schäfer

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Es war einmal der
23.9.2000
Das war unser erster Tag „on
the road“. Wir sind auf die
„Great Ocean Road“ gefahren
und haben irgendwo am Meer
zum Kochen gehalten. Dann
haben wir 3 Stunden am
Strand gekocht und nach
Muscheln (nicht zum Essen)
gesucht. Mir kommt die Fauna & Flora hier viel intakter vor als an unserer Nord- oder Ostsee.
Plötzlich wurde es dunkel und wir mussten uns noch einen Platz zum Campen suchen. Hat aber auch
geklappt. Das war das erste Mal auf der Reise, das ich einen mega Sternenhimmel gesehen habe. Ich muss
mir für den Outback bestimmt noch Steigerungen von mega überlegen.
Im Zelt haben wir noch die neusten Emails gelesen und sind dann mit Meeresrauschen eingepennt.

Es war einmal der 24.9.2000


Bis jetzt bin ich immer vor Schäfer aufgewacht. Zuerst
bin ich am Strand spazieren gegangen, danach habe
ich mich ins Auto gesetzt und Emails geschrieben. Wir
wollen uns in Adelaide mal nach einer Tastatur für den
Palm-Pilot umschauen (Schäfer ist gerade
versehentlich rechts gefahren :-), Ups). Als Schäfer
dann aufwachte waren schon 6 Surfer auf „unserem
Campingplatz“ und stürzten sich in die Fluten.
Auf der Great Ocean Road ging es weiter nach Westen.
Der kleine Otway Nationalpark lag auf dem Weg: Das
ist der südlichste Regenwald der Welt. Also angehalten
und einen Spaziergang im gemacht.
Am Nachmittag wurde das Wetter immer feuchter und kälter. Die Küste ist zu einer krassen Steilküste
geworden.
Abends haben wir keinen besseren Platz zum Campen finden können, als zwischen Kuhwiese und Straße.
Hier ist alles sehr gross. Und die Vögel machen Geräusche, die machen Vögel in Europa nicht.
Abends habe ich mir noch alleine die Kante gegeben, während Schäfer seinen Magen im Liegen
auskurierte. War aber nicht so toll.

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Es war einmal der 25.9.2000
Heute morgen sind wir so gegen 10 Uhr aufgebrochen und haben eben die Küste verlassen. Unser nächstes
Ziel sind die Grampians. Ein Nationalpark auf der Höhe von Adelaide. Paul, der uns das Auto verkauft hat,
hat uns die Grampians mehrmals ans Herz gelegt.
<TIME>
Wir haben uns jetzt einen Platz zum Campen in den Grampians gesucht. Ist cool hier. Die Vegetation trifft
sehr stark das, was ich mir unter Australien vorgestellt habe. Unter den krassen Bäumen sind überall kleine
Blümchen. Ihr könnt es ja bald auf den Photos sehen. Die nächste Bilderserie versuchen wir euch von
Adelaide aus auf die
Homepage zu schicken.
Schäfer hat den ganzen Tag
Probleme mit dem Magen und
liegt jetzt pennend auf dem
Poncho. Hoffentlich ist er
morgen wieder fit.
Dummerweise haben wir
heute morgen kein neues
Wasser geholt. Für heute
reichts noch, aber morgen
müssen wir erstmal aus dem
Nationalpark wieder raus um
uns überlebensfit zu machen.
Nur so zur Info: Wir hatten in Australien noch keinen richtigen Sonnentag. Ich bin heute sogar etwas
verschnupft. Ist das „Australia the Sunshine-State“!?
Viele Grüße von Stefan & Stefan on Tour

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Es war einmal der 26.9.2000
Die Nacht über hat es geregnet und erst um 10am heute morgen aufgehört. Toller Nationalpark hier: Alles
nur nass & kalt.

Wir sind jetzt bis zum nächsten Kaff gefahren und schlürfen hier einen Cappuccino im Warmen. Wir setzen
uns gleich ins Auto und mal sehen ob wir morgen schon in Adelaide sind. Dort hat uns Steffen, der Freund
meiner Schwester, eine Adresse von einer deutschen Auswandererin vermittelt. Mal sehen wie es bei
Steffens „Omi“ so ist.
So weit, so nass.

Viele Grüße von Stefan & Stefan on Tour

Es war einmal der 28.9.2000


Heute ist Donnerstag der 28.9.2000. Ich haben ein bisschen das Gefühl, als würde Australien heute erst
richtig anfangen. Wir haben blauen Himmel und es ist schon ziemlich warm im Auto.
Vorgestern sind wir bei Doris angekomen. Doris ist eine superliebe Omi in Adelaide. Wir sind so gegen 6 Uhr
angekommen. Nach Duschen und Essen trudelten dann ein paar Verwandte und Freunde bei ihr ein. Wir
saßen gemütlich zusammen und haben Olympia geguckt. Das war für Sportfan Schäfer das Größte.

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Er reist seit einer Woche durch das Olympialand und kriegt nur das Allerwenigste mit. Leider kriegt man
hier hauptsächlich nur Infos über australische Spieler.
Weder Doris noch ihre Verwandten haben viel Verständniss für unser Interesse an den Aborigines. Die zwei
Völker dieses Landes scheinen total nebeneinander zu leben (Zitat von Steffen). Ich bin gespannt auf ein
paar eigene Erfahrungen.
Am nächsten Tag sind wir mit der O-Bahn nach Adelaide rein gefahren. Die O-Bahn ist ein Bus der manche
Strecken auf einer Führung fährt. Da rast er dann mit 100 km/h.
In der City haben wir dann Stunden bei Telstra (aust. Telefonanbieter) verbracht. Mit Erfolg: Als neuer
Kunde von Telstra kann ich jetzt für 22 Cent pro Minute ins Netz meine Emails cheken. Vorher mit
D2/Mannesmann habe ich 2,60DM pro Minute gezahlt. In der City haben wir uns auch die Tastatur für den
Palm geholt. Das erleichtert das Schreiben doch erheblich.
Abends war dann wieder jemand bei Doris zu Besuch und Schäfers Herz wurde auch wieder von
Olympiaflimmern und Bierwerbungen erweicht. Nach der zweiten Nacht in einem richtigen Bett sind wir
heute vormittag nach Norden aufgebrochen. Obwohl ich es mir wirklich vorgenommen habe, hab ich es
total vergessen ein Photo von Doris und ihrer Tochter Rita zu machen.
<TIME>
16:00 Uhr. Wir sind die letzten 100km in die falsche Richtung gefahren.
Weil kein Straßenschild kam, ist es uns erst so spät aufgefallen. Aber nicht schlimm. Zurückfahren ist blöd,
und deshalb erkunden wir jetzt diesen Teil von South Austalia genauer: Wie meistens wenn man aus dem
Autofenster schaut, sieht man hier bis zum Horizont kein bisschen Zivilisation. Wir haben unsere Karre 30
Meter ab von der Straße geparkt und sind spazieren gegangen. Der Murray River zieht sich in einer Schlucht
durch die sonst so flache Landschaft. Zum Flussbett geht es 10 Meter steil hinunter. Ich hab viele Photos
von kleinen krassen Pflanzen gemacht.
Die Sonne knallt heute so, wie man es von Australien erwartet. 99% wolkenloser Himmel.
Ich liege hier auf dem Autodach, tippe vor mich hin und warte auf den Abend.

Viele Grüße von Stefan & Stefan on Tour.

Heute ist der 29.9.2000


In der Nacht fegte ein wahnsinniger
Wind über den Outback. Wir
mussten raus und alles fest machen.
Das war aber mehr ein Erlebnis als
wirklich schlimm. Doch wirklich
schlimm war, das morgens das Auto
nicht ansprang!!!
Nichteinmal ein „töf, töf“ wenn
man den Schlüssel umdrehte. :-(
Wir sahen uns schon mit grossen Unkosten beim australischen ADAC anrufen. Anrufen!? Vom Outback aus!?
Ab von der Straße!? Das durfte einfach nicht wahr sein.
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Wir haben das Auto mit grosser Mühe auf die Straße zurückgeschoben. Auf dem Asphalt haben wir kräftig
angeschoben und den zweiten Gang rein, – schwupps der Motor war an. Seit dem läuft wieder alles. Es war
also nur die Batterie. Ab jetzt gilt Radio und Tape Verbot im Outback!
Wir sind jetzt auf dem richtigen Weg nach Norden.
Auf der Straße liegen manchmal so komische Würmer. Wir haben angehalten und uns die Tiere genauer
angesehen. Es handelte sich um ca. 25 cm lange Echsen mit ganz kleinen Beinen und einem dicken,
wurstartigem Körper. Die liegen auf der warmen Straße und werden anscheinend nicht überfahren. Wir
nannten sie „Straßenkrokodile“.

Ciao, Stefan

Eine eMail von Jim


To: Stefan&StefanOnTour-Mailingliste
From: Matthias “Jim” Knopf
Date: Thu, 5 Oct 2000
Subject: Probleme und Hoffnung

Wer hier jetzt die neusten Infos von Stefan & Stefan aus Australien erwartet, muss leider enttäuscht werden:
Es gab technische Probleme mit dem Palm/TRG (Organiser), so dass die Berichte von vier Tagen verloren
sind. Außerdem gibt es nur alle 700km Netzempfang, so dass das Mailschreiben sowieso kaum möglich ist,
was durch weitere technische Probleme noch erschwert wird: Sie haben zwar jetzt die Möglichkeit, billiger
ins Internet zu kommen, dann ist jedoch der Mailversand nicht möglich. (*)
Was uns bleibt ist die Vorfreude, das Auto endlich auf den nächsten Bildern bewundern zu dürfen :-) Ach ja:
Wer sich kreativ engagieren will, der möchte sich doch bitte einen neuen Titel-Spruch für diese Homepage
ausdenken und mir zuschicken, es ist auch nicht nötig, meinen geschwollenen Textstil nachzuahmen :-)
Den Web-Counter für diese Homepage habe ich zwar immernoch nicht fertig (ich komme in letzter Zeit zu
garnichts...), aber die Logfiles zeigen, dass seit Erstellen dieser Seite bereits ca. 134 Mal diese Homepage
durchstöbert wurde, wobei bereits 2775 Zugriffe gemacht wurden, mit Bildern sogar 11168 ! Bei diesen
Zahlen sind meine eigenen Zugriffe selbstverständlich NICHT berücksichtigt, und um die Statistik vollständig
zu machen: Wir haben kürzlich die 100 Megabyte Traffic-Marke durchbrochen... das sind Zahlen, die uns
erstmal jemand mit einer privaten Homepage nachmachen soll!!!
Gruss an alle Daheimgebliebenen, Fernwehgeplagten, Freunde, Bekannte und Verwandte, sowie natürlich
auch an Stefan & Stefan selber, die sich ab und an mal von einem Internet-Cafe aus hier umschauen.

Matthias „Jim“ Knopf

(*) Wer ein sog. „offenes Mail-Relay“ im Internet kennt, sollte mir schnellstmöglich Bescheid geben.

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Es waren einmal die Tage vom 30.9. bis 5.10.2000
Heute, am 4.10. ist der Organizerabgestürzt und ich mußte ein Backup vom 30.9. einspielen. Dadurch ist
natürlich auch das Reisetagebuch der letzten 4 Tage weg. :-(
Macht aber nichts, denn ich erzähle es euch einfach nochmal.
Nach dem Stress mit unserem Auto sind wir am 29.9. noch im Flinders Ranges National Park angekommen.
Wir sind abends reingefahren und haben einmal die 6$ Eintritt bezahlt. Der Park ist mit lila Blumen übersät.
Alle Hügel schimmern hier lila! Wir sind wohl in der besten Jahreszeit hier. Wir haben uns eine Stelle zum
Campen gesucht und Burger gemacht. Schäfer hatte Abends noch schlimme Bauchschmerzen. Und ich
hatte einen großen Stein unterm Zelt

Als ich am Samstag morgen zum Schei*n im Wald hockte, leisteten mir zwei Kangoroos Gesellschaft. Wir
sind dann mit dem Auto ein bisschen durch den Park gefahren und haben da angehalten wo es am
schönsten war. Von dort sind wir spazieren gegangen. Unglaublich schön!
Am Nachmittag sind wir weiter mit 15km/h durch den Park getuckert und haben uns dann auf einer
Nebenpiste niedergelassen. Hier gibt es Kängurus und wir können viele Emuherden im Wald spazieren
gehen sehen.
Diese Nacht war die beste die ich bisher im Zelt hatte. Es kommt auch langsam etwas Routine in unser
Camping.
Nach dem Aufstehen haben wir ein bisschen Ordnung im Auto gemacht und wollten eigentlich vor der
großen Mittagshitze noch jonglieren. Da kam plötzlich der Sohn vom Sheriff und fragte uns ob wir eine
Permit zum Campen hätten. Wir hatten natürlich keine Permit, denn wir hatten ja unser tolles Zelt und
Wasserpumpe und alles was wir brauchten. Der ist dann grummelnd weg gefahren und wir auch.
Wir sind gegen Abend in Leight Creek angekommen, Die gute Doris hat dort damals Kängurus gepflegt. Ist

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ein ziemliches Kaff und außer der Tankstelle hatte nichts offen.
Wir haben die Stadt bald wieder verlassen und haben am Leight Creek Stausee gecampt. Das Bächlein das
da rausfloß hat ein tolles Biotop geschaffen. Ich habe wilde Hummer und fette Gelbrandkäfer gesehen. Und
viele riesige Libellen. Aber am Abend hat uns die fliegenden Viehcher dann doch zu sehr genervt und wir
sind ein paar hundert Meter vom Wasser weg gefahren. Schäfer hat an diesem Abend beschlossen, das sein
Magen wieder OK ist und wir haben allen Alkohol leergesoffen.
Nachher war es zu dunkel und wir zu blau um das Zelt aufzubauen. Wir haben uns total knülle noch
Bakedbeans und eine Maggi 2 Minuten Nudelsuppe gemacht und sind in den Autositzen eingepennt.
Am nächsten Tag wollten wir richtig toll und viel und lecker einkaufen aber es war Labour Day und immer

noch alles zu. Also haben wir uns nur Spritt gekauft und sind weiter Richtung CooberPedy gefahren.
Nach Marree fingen die Remote Areas an (vom Schild gibt’s ein Photo): genug Wasser, Essen und Spritt
mitnehmen, 2 Ersatzreifen, Eine Schaufel, Zwei Abschleppseile, usw. Aber wer wird denn gleich alles so
ernst nehmen. :-) Was soll denn da schon passieren? :-)
Weil die viele Fahrerei den Schäfer schlauchte, weil eine Hälfte vom Auto mir gehört und auf den Pisten so
wenig Verkehr ist, bin ich die nächsten 200km gefahren.

Nach einer guten Stunde tauchte auf der rechten Seite der North Lake Eyre auf. Das ist der größte Salzsee in
ganz Australien. Ich bin von der Piste runter um näher ran zu kommen (nicht nachmachen – nur was für

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Profis!). Ich bin näher am Salzsee dran und alles sieht so trocken aus und plötzlich kratzt was am Boden und
plötzlich steckten wir fest.
Festgefahren auf einem Salzsee ab von der Straße in den Remote Areas! Jipee! Jeden Tag ein Abenteuer!
Unser großes Glück war, daß noch ein anderer Australier in Sichtweite war. Es hatte die Straße auch
verlassen um sich mit seiner Familie den See anzusehen, aber er hatte früher halt gemacht und Stand auf
festem Boden. Er schaute unserem Versuch den
Wagen mit den Händen aus dem Schlamm zu
buddeln und mit seltenen Holzstücken zu
unterlegen eine Zeit lang zu und half sogar mal
schieben. Aber alles ohne Erfolg. Wir mußten aus
dem Salz-Schlamm gezogen werden.
Der Aussie wollte mit seinem Mercedes aber nicht
so weit raus fahren, aus Angst selber fest zu
fahren. Er versprach uns aber, dem nächstem
Wagen mit Vierradantrieb Bescheid zu sagen. Und
schon war er weg und wir alleine. Dann warteten
wir erstmal im Auto eine Weile ab und tranken
unser nun so kostbares Wasser.
Das nächste was passierte war, daß wir eine
einzelne Person über den See spazieren sahen. Ein Aborigine der über sein heiliges Land spaziert? Ich bin
mit einer Flasche Wasser zu ihm aufgebrochen. Es war kein Aborigini, es war ein deutscher Backpacker.
Aber leider auch ohne 4WD-Fahrzeug.
Dann kam irgendwann ein weißer Jeep. Er war angeblich zum spazieren hier raus gefahren. Der Typ war
mit Satellitentelefon und allem möglichen Hi-Tech ausgerüstet. Aber auch er wollte nicht so weit an uns ran
und fuhr wieder weg um ein längeres Seil von der „base“ zu holen. - Der Base??
Und wir waren wieder alleine auf dem Salzsee. Oli, so hieß der Deutsche, machte ein Photo von uns und
ging weiter. Vielleicht würden wir uns ja nochmal wiedersehen.
Bald drauf kam dann ein schwarzer Jeep. Der Fahrer ist vom Mercedesfahrer angesprochen worden. Im Jeep
war ein Cowboy-Papa mit seinen drei Kindern. Als ich seinem Tun etwas besorgt zuschaute meinte das
kleine Mädchen zu mir :“Don’t worry. He will get you out.“ And so he did! Er holte uns in 15 Minuten aus der
Siffe. Jippe!! Auf ins nächste Abenteuer!
Das nächste Abenteuer begann sobald wir wieder auf der Straße waren. Am Straßenrand stand ein Schild
:“Lake Eyre Tourist Information! Get a free Cup of Coffee or Tea!“.
Da das Schild so schön selbstgemacht aussah, sind wir wieder ab von der Piste dem Pfad gefolgt. Nach ca.
500m konnte man auf dem Hügel eine Blechhütte erkennen. Über ihr wehte die Fahne der Aborigines und
überall waren Parolen gegen Uranabbau und für die Zukunft der Erde auf das Wellblech gepinselt. In der
Hütte lebte zur Zeit nur Noddy. Noddy war 19 Jahre und wir haben mit ihm den ganzen Nachmittag bei
einer geilen Tasse frischen Kaffee gequatscht. Die Hütte war ein Aktionscamp gegen die Western Mining
Company.
Die WMC ist eine riesige Firma die unmengen Mengen Land im Outback aufkauft und an allen natürlichen
Wasserlöchern Pu
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mpen aufstellt um Wasser für ihre Uran-, Gold- und Kupferminen abzupumpen. Ist das Grundwasser an
einer Stelle leergesaugt wird woanders weitergesaugt. Somit trocknet die WMC den Outback so richtig aus.
Ausserdem werden die Pu
mpen aufgestellt, ohne die Besitzansprüche der Ureinwohner zu beachten. Wer mehr zu den Zielen von
Noddy und seinem Camp wissen will, der kann mal bei http://www.come.to/lakeeyre vorbeischauen.
Im Laufe des Nachmittags haben wir beschlossen die Nacht bei Noddy zu bleiben. Wir haben zusammen
gekocht und dann noch mit den Mäusen Dart gespielt. Von der Isomatte aus konnte ich Nachts die Mäuse
zu hunderten über den Fußboden rennen hören.
Der nächste Tag müßte der 3.10. gewesen sein. Ich bin morgens in der Wüste baden gegangen. Wie das
geht? Das Camp war auf einer verlassenen und jetzt besetzten Wasserpumpe der WMC errichtet. Hier gab
es einen großen Betonbrunnen durch den einmal viele Millionen Qubikmeter Wasser vom Arthesischen
Becken abgesaugt wurden. Jetzt ist der Druck so schwach, dass nur ein kleines Rinnsal austritt. Das Wasser
schmeckte nicht hervorragend, aber Noddy trank es ohne Bedenken. Mit dem Wasser speißte Noddy eine
Badebecken bevor es in seinem Gemüsegarten wieder versickerte. So konnte ich mitten im Outback, noch
bevor jemand wach war, ganz gemütlich baden und dabei auf den riesigen Salzsee am Horizont schauen.
Nachmittags ist Schäfer mit Noddy nach Marree gefahren um ein paar Besorgungen zu machen. Ich bin
dageblieben, da Noddy meinte das Camp wäre schon zweimal gebulldozert worden während keiner da
war. Und er meinte die WMC würde ihn beschatten. Den ganzen Tag würde sich ein weißer 4WD-Jeep in
der Gegend rumtreiben und ihn beobachten. Wir haben ihm dann erzählt, das wir bereits Bekanntschaft
mit dem Spion gemacht haben.
Während ich alleine im Camp war, kamen zweimal Touristen vorbei. Einmal zwei Australier, mit denen ich
eine Tasse Kaffee getrunken habe, und dann ein
Jeep mit 12(!!) Leuten drin. Das war so eine
organisierte Tour von Adelaide nach Darwin. Einer
von ihnen konnte jonglieren und wir haben
spontan ne viertel Stunde ein paar Keulen
gepassed.
Abends haben wir bei Noddy noch eine Flasche
Vodka sozialistisch geteilt und nach dem Essen sind
wir mit dem Auto noch ein bisschen durch den
Outback geheizt. Ganz spät Abends kam dann no
ch Simone. Die gehörte zu Noddys Mitstreitern und
kam vorbei um ein paar Tage im Camp zu wohnen.
Am nächsten Morgen haben wir beschlossen weiter
zu fahren. Nach dem superleckeren Mittagessen
haben wir noch rumgehangen und sind dann
ziemlich spät erst nach CooberPedy aufgebrochen.
Die letzten 70 km Piste mußten wir genau gegen
die Sonne fahren und später sogar im Dunkeln. Die
Straßen sind hier sehr schlecht und wir mussten
sehr vorsichtig fahren um nicht von der Straße
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abzukommen oder ein Kanguru zu treffen. Eine Stunde nach Sonnenuntergang kamen wir in CooberPedy
an. Das ist die Opalhochburg von Australien. Hier sollte man den Outback nicht betreten weil es über
250000 unmarkierte Bohrlöcher gibt wo jemand vorher nach Opalen gesucht hat. Es gibt Schilder die wie
kleine Comicstreifen zeigen, das man z.B. beim Filmen nicht rückwärts laufen darf, da man sonst in ein Loch
fallen könnte.
Am nächsten morgen war der 5.10. Wir haben Abends auf einem Parkplatz im Auto geschlafen. Als wir
morgens losfuhren, haben wir das Auto prompt gegen einen Mülleimer gesetzt. Die Beifahrertür hat jetzt
einen guten Schlag. Aber sonst ist nichts passsiert.
Auf der Suche nach einem Laden wo wir noch Konserven kaufen könnten ist mir noch was Krasses passiert:
Ich lauf da barfuß die ersten 10 Meter durch die OutBack-Stadt und plötzlich schneidet eine Schlange
meinen Weg. Die Schlange schlängelte sich zu zwei Typen und ich dachte mir „mm, ist das hier normal?“ –
aber dann habe ich doch was zu den Typen gesagt und plötzlich schienen alle in Panik auszubrechen:
Kinder wurden auf die Autos gesetzt, die Polizei wurde gerufen und der Laden wo die Schlange dann rein
ist wurde sofort evakuiert. Die Schlange war irgendein braunes Viech (Brown Viper?), und angeblich tödlich.
Ich hab den Ladenbesitzer am nächsten Tag im Supermarkt getroffen und er sagte mir, die Zeitung würde
einen Artikel schreiben. Es ist also auch mitten in einer Outbackstadt nicht normal, dass sich Schlangen auf
dem Bürgersteig schlängeln.
Wir sind dann zum Supermarkt gefahren und haben uns für 90 DM richtig gut mit Lebensmitteln
eingedeckt. Danach haben wir uns noch ein bisschen in der Stadt umgesehen. Die Häuser sind hier wegen
der schlimmen Temperaturen in den hinein Berg gebaut. Man hat also eine Hausfront mit Tür und dann
geht’s es nach hinten in den Berg weiter. Wir haben auch noch einen lustigen Typen Namens Marcel
getroffen.
Aber so toll war Coober Pedy dann doch nicht und wir sind weiter nach Norden aufgebrochen.
Abends haben wir einfach auf einem Rastplatz neben dem Highway Stop gemacht. Hier waren auch schon
3 andere Wohnmobile. Wir schlugen unser Zelt auf und genossen den Outback vom Autodach aus.
Plötzlich bog ein weißer Ford vom Highway ab und kam auf uns zugefahren. Es war Oli! Der Deutsche der
alleine über den Salzsee gelaufen war. Wir haben uns gefreut und er hat erstmal mit uns gecampt.

18
Heute ist der 6.10.2000
Wir hatten zusammen mit Oli eine Wagenburg auf dem Rastplatz gebaut und zusammen gecampt.
Morgens habe ich erstmal eine grosse Portion Reis gemacht um Schäfers Riesenhunger zu stillen. Danach
haben wir uns von Oli verabschiedet und uns lose für eine Besteigung des Mt. Conner für den nächsten Tag
verabredet. Oli wollte vorher noch ein paar Opale suchen gehen. War aber quatsch und als wir uns nach
170km wieder getroffen haben sind wir Kolonne zum Mt. Conner gefahren.
Der Mt. Conner liegt „in der Nähe“ vom Ayers Rock. Er ist doppelt so gross, sieht von einer Seite genau so
aus, ist aber touristisch nicht erschlossen. Das wichtigste aber : Er ist den Aborigines wohl nicht so heilig.
Laut Reiseführer konnte man sich eine Erlaubniss zum Besteigen bei einem Roadhouse in der Nähe holen.
Wir suchten uns einen Platz zum Campen ca. 15km vom Berg entfernt und wollten morgens zum
Roadhouse um eine Klettererlaubnis zu erbitten.
Der Abend hatte noch richtig Stil, da wir Zitronen und Oli Tequilla dabei hatte.
Jee-Haa – Tequilla!!

Ein Cowboy will uns abknallen


Heute ist der 7.10.
Wir sind ziemlich zügig aufgestanden und sind zum Roadhouse nach Courtin Springs gefahren. Dort haben
wir nach einer Möglichkeit zur Besteigung des Mt. Conner gefragt. Pustekuchen! Alles was es da gab war
eine Tagestour für 175 $ pp. Das war uns natürlich zuviel und wir gingen anders an die Sache ran. Erstmal
sind wir zurück auf die Piste gefahren und haben nach noch kleineren Pisten zum Berg hin gesucht.
Damit waren wir nicht so erfolgreich. Während wir so auf der Piste rumtuckerten, sah ich plötzlich eine
einzelne Person am Straßenrand laufen. Ein wilder Aborigin? Nein, der Jongleur, den ich bei Noddy schon
kennengelernt habe. Australien ist genauso klein wie der Rest der Welt! ;-)
Der Jongleur war Amerikaner und hiess auch Steve. Steve war mit dieser Campwild Tour unterwegs,die
wildcampenderweise von Adelaide nach Darwin in 20 Tagen fuhren. (http://www.campwild-tours.com.au).
Wir liefen mit Steve zu ihrem Lager ab von der Straße und informierten uns bei ihrem Guide nach einem
Weg zum Berg.
Er meinte es dürfte nur ein einziger Veranstalter Touren dorthin machen, aber da wir ja keine Tour waren
würde er uns gerne einen Geheimweg zum Mt. Conner zeigen. Jetzt wußten wir also den geheimen Weg
zum Berg. Wir haben ihn tatsächlich gefunden und konnten auch ohne Allradantrieb die Sache meistern.
Die Tour zum Berg dauerte über eine Stunde und führte durch einen wirklich beeindruckend schönen
Outback. Zum Schluss mussten wir die Autos stehen lassen und zu Fuß weiter gehen. Der Berg lag aber
schon direkt vor uns. Also packten wir drei Rucksäcke, um heute noch so weit wie möglich an den Berg ran
zu kommen und morgen dann rauf zu klettern.
Wir liefen mit 17l Wasser, Essen, Zelt, usw. los um den Berg zu erklimmen.

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Nachdem wir die ersten 200 Meter gewandert sind hörten wir ein Auto kommen. Egal. Wir sind mit gutem
Gewissen weitergeklettert. Plötzlich konnte man am Fuss des Berges 4 Leute sehen. Peng! Wir wurden
beschossen. Etwas verdattert sind wir dann wieder runtergeklettert. Unten war ein australischer Cowboy
mit seinem Gewehr und schmiss mit Kraftausdrücken nur so um sich. Wir waren plötzlich Trespassers und er
erzählte uns, das wenn er uns nicht gefunden hätte, dann hätte er unsere Autos verbrannt.
Also die Sache war so: Diesem Cowboy, der da seine 3 Touristen für 300 $ zum Berg karrte, war Besitzer von
44,000 km2 Outback
inkl. dem ganzen Berg
von der doppelten
Grösse des Ayers Rock.
Woher hat so ein
Cowboy soviel Land?
Erst 1870 sind hier im
Landesinneren die
weissen Farmer
gekommen und haben
sich das Land
genommen. Wir
fanden es schon
ziemlich heftig, das wir
nicht auf so einen Berg
steigen konnten, aber
was sollen denn die
Aborigines sagen, nach
deren Verständniss man Land sowieso nicht besitzten kann?
Demnächst kaufe ich mir auch die Zugspitze oder das Mittelmeer! :-)
Wir mussten dem Cowboy dann bis zu einem Gatter folgen und er erkläte uns nochmal, das er bei nächster
Gelegenheit nicht mehr nur über unsere Köpfe schiessen würde usw., usw. ...
Nun, das wars dann. Wir sind weiter nach Westen gefahren und haben die Tankstelle am Curtin Springs
Roudhouse mit Hilfe unserer Reservekanister boykottiert.

Zitat von Oli:

„Da fliegt man um die ganze Welt um mal so richtig frei zu sein, und dann wird
man beim Bergsteigen beschossen.“

20
Date: Tue, 10 Oct 2000 19:20:00 0900
From: Stefan Krüger <skrüger@gmx.net>_
To: Jim Knopf <jim@users.de>
Subject:RTB 8.10.

Ich erzähl jetzt mal vom 8.10.2000


Keine Ahnung was das für ein Wochentag war. Es spielt auch keine Rolle wenn man im Outback zeltet.
Irgendwann um 8/9 Uhr wird es richtig hell im Zelt und man dreht sich noch ein paar mal auf der Isomatte.
Ein Gedanke ging mir an dem Morgen ganz klar durch den Kopf : „Heute machst du mal garnichts!“. Also
bin ich einfach liegen geblieben und überlegte wie man so einen Tag Nichtstun anfängt. Erstmal bin ich
länger als Schäfer liegengeblieben. Schäfer hat dann bei Oli im Auto gefrühstückt.
Olis Aktivität konnten wir dann im Laufe des Vormittags bremsen. Wir haben uns in der Sonne breit
gemacht und Tee getrunken.
Wir haben den Nachmittag lang RUMGELUNGERT. War sehr gut für Geist und Körper.
Eine Runde FightClub gegen Schäfer ging unentschieden aus. Dann haben wir mal 20 Minuten versucht bei
dem Wind zu
jonglieren. Und wir
haben oft und viel
gegessen. Am Abend
fing es dann an zu
regnen und stürmen.
Wir haben dann im
Vorzelt
weitergekocht. Hat
gut geklappt. Den
Kocher hab ich
mitlerweile unter
Kontrolle.
Der Tag tat gut.

From: skrüger@gmx.net Mon Oct 16 21:32:12 2000_


Date: Mon, 16 Oct 2000 23:10:00 0900_
From: Stefan Krüger <skrüger@gmx.net>_
To: Jim Knopf <jim@users.de>__
Subject: RTB 9.10.

Gestern war der 9.10.


Nachdem wir lange geschlafen haben, sind wir mit Oli zum Ayers Rock gefahren. Die Eintrittskarte für den
Park hat jeden 16$ gekostet und ist 3 Tage gültig. Der National Park beinhaltet Uluru und Kata Tjuta. Das
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sind für den weisshäutigen Aussie Ayers Rock und die Olgas. Der Nationalpark ist voll auf Touries eingestellt.
Aber trotzen kann man zwischen den Busladungen die Ruhe des Outback auch direkt in den Kata Tjuta
fühlen. Ich hatte gehört, das hier alle Angestellten Aborigines wären – dem ist aber nicht so. Ich würde
raten, das nicht die Hälfte der Angestellten Aborigines sind.
Uluru sieht schon ziemlich krass aus. Schäfer und ich wollten nicht rauf, weil die Ureinwohner auf Schildern
darum bitten es nicht zu tun. Wir sind statt dessen einmal ganz rum gelaufen. Ich trage schon lange keine
Uhr mehr, aber es wird mind. 2 Stunden gedauert haben. Der Felsen ist an vielen Stellen mit Höhlen und
Löchern gespickt.
Abends haben wir uns für eine Nacht von Oli getrennt. Der wollte sich nen Campingplatz mit Dusche
gönnen. Doch das lag nicht in unserem Budget. Wir sind wieder raus in den Outback zur gleichen Stelle wie
in der Nacht zuvor gefahren. Auf der Höhe von Yulara bekam ich mal wieder Netz fuers Handy und wir
haben das Auto neben der Straße geparkt. Das war seit langer Zeit das erste mal, das alles wieder
funktionierte.
Die Sprittkosten sind hier im Landesinneren viel höher. An der Südküste gab es den Liter Leaded für 96¢,
hier mussten wir schon 129¢ zahlen. Und laut Oli kostet der Sprit an der Ostküste nur 80¢.

„Revolution in Yugoslavia“
Heute ist der 10.10.
Wir sind morgens ziemlich
früh aufgewacht. Mit Oli
waren wir zwischen 10
und halb 11 in Yulara
verabredet. Den Morgen
haben wir mit Kochen,
Lesen und Schreiben
verbracht. Wir waren noch
vor halb 11 am Treffpunkt
in Yulara. Aber von Oli
keine Spur. Das war sehr
komisch, denn wir hätten
gedacht, das Oli schnell los
wollte und auf uns warten
würde.
Die Lösung: Meine Uhr
ging einfach ne Stunde

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falsch. Da wir mit dem Auto von einer Zeitzone in die nächste gefahren sind, und SA sogar um eine halbe
Stunde verschiebt, ging die Uhr in meinem Organizer einfach falsch. :-) Im Supermarkt habe ich dann mal
die teuersten Batterien gekauft, und siehe da: Meine Digitalkamera tut es wieder!
Wir haben uns auch eine Zeitung gekauft. Von Hoffnung auf Frieden in Israel stand da nichts. Aber eine
andere Überschrift hat mich bewegt: „Revolution in Yoguslavia“. Ich finde man merkt richtig wie da
Zeitgeschichte passiert wenn man Zeitungsseiten mit solchen Überschriften sieht.
Nachdem Oli dann natürlich doch noch pünktlich auftauchte, sind wir zu den Kuta Tjuta gefahren. Das
heisst wörtlich übersetzt „Viele Köpfe“.
Es handelt sich um eine krasse Felsformation, die unterirdisch sogar mit Uluru (Ayers Rock) verbunden ist.
Das Gestein und die Formation ist aber ganz anders. Wir sind in den Felsen ein bisschen gewandert.
Eigentlich wollten wir abends noch Richtung Kings Canyon fahren, doch die Dunkelheit holte uns zu schnell
ein. Wir sind dann schonwieder auf denselben Campingplatz gefahren.
Viele Grüße von Stefan&Stefan on Tour.

23
20.9.2000 -3.12.2000

24
Heute ist der 11.10.
Nachdem wir alle langsam und der Reihe nach aufgewacht sind, bekam ich leider eine kleine Migräne. Ist
mir unerklärlich, woher das bei all der Ruhe und Schlaferei kommt.
Wir haben nach einer Portion Nasi mit Sweet Chilli Sauce erstmal die 300 km zum Kings Canyon
runtergerissen.
Dabei kam uns ein Kerl entgegen, von dem uns Noddy erzählt hatte. Der Typ hat aus einem VW-Bus den
Motor und alles Schwere ausgebaut und hat sich 6 Kamele davor gespannt. Was für ein Anblick das war.
Wir wurden Augenzeugen, wie jemand damit durch den Outback zieht.
Im Kings Canyon angekommen, konnten wir erstmal keine Einigung finden, wo wir schlafen sollten. Oli
wollte einen Campingplatz bezahlen, während ich eher dafür war mit dem Zelt auf den Canyon zu steigen
und morgen wieder rauszukommen. Wir konnte uns nicht einigen, sind dann aber erstmal ohne Zelt auf die
4h Wanderroute aufgebrochen.
Der Weg ging oben auf der Kante des Canyon entlang. Weil im Canyon ein Bächlein war, war der Canyon
bis oben hin voll mit Grün. Der Ausblick von hier war super. In der Mitte der Wanderung ging eine Treppe
hinunter in den Canyon und wir haben es geschafft vom Weg abzukommen und dem Bächlein etwas
stromaufwärts zu folgen: Palmen, rote Steilwände, kühles Wasser, viele unbekannte Geräusche und
weissgraue Euykaliptusbäume. Hier war es superschön und wir haben eine längere Pause eingelegt.
Als wir bei der Dämmerung zurück kamen, haben wir uns entschlossen das „no camping“ Schild beim
nächsten Rastplatz zu übersehen. Schäfer und ich haben diese Nacht mal ausprobiert hinten im Auto zu
pennen.
Dafür haben wir im Dunkeln angefangen alles von hinten auf die beiden Vordersitze zu qütschen. Am Ende
hat es funktioniert und hier haben auf der umgeklappten Rückbank und dem Kofferraum gepennt.

Viele Grüße von stefan&stefan on tour.

Heute war der 12.10.


SS:
Liebe Reiseleitung.
Die Reisegruppe hat sich heute jäh gespalten und hat sich nun wie verabredet zum abendlichen
Beisammensein eingefunden.
Ich bin so dreckig das ich mir den Dreck mittlerweile von den Beinen kratzen kann und denke es wärn
Ameisen.
Meine Laminatschicht hat sich heute wieder verdoppelt.

SK:
Heute morgen haben Schäfer und ich lange gepennt. Das Wildcampen auf dem Touristenparkplatz war
überhaupt kein Problem weil nicht mal Turisten kamen. Aber so im Kombi pennen ist schon gemütlich. Und
man hat überall Fenster zum rausgucken.

25
Der Morgen fing bei uns so langsam an, das Oli schon vorgefahren ist. Wir haben uns in ca. 350km auf
einem Campingplatz verabredet.
Wir haben alle möglichen Kram gemacht und uns dann ein leckeres Essen mit 50% echten, grünen Pflanzen
gekocht.
Für $2,20 kauften wir uns dann unsere erste Permit. Diese Permit war dazu da um die Dirt Road nach
Norden durch das Aboriginal Land zu benutzen.
Es war eine sehr holprige Piste, aber wir haben schon schlimmere gesehen. Dafür war das Land durch das
wir fuhren sehr schön und manchmal richtig grün. Das letzte Drittel der Piste bin ich gefahren, und das hat
sehr viel Spaß gemacht.
Hinter der Windschutzscheibe zu sitzen und die Straße zu „überfahren“ erinnert mich an ein Computerspiel.
Als wir auf dem Campingplatz angekommen sind, war Oli noch nicht hier. Wir haben gerade noch das Zelt
aufgebaut und schon wieder ist die Sonne untergegangen. Nach Anbruch der Dunkelheit kam Oli auch noch
auf dem Campingplatz an.
Später saß ich gerade auf dem Autodach als mich das Pärchen vom nebnzelt leise fragte, ob wir einen Joint
mit ihnen rauchen wollten....

26
Mt. Giles
Es war mal der 13. und 14.10.2000
Ich sitzte alleine auf meinem Bergipfel. Unter dem blauen Himmel kann ich bis zum Horizont diese
wunderschöne Landschaft sehen. Mein Berg liegt in einer grossen Ebene, die von zwei kilometerlangen
Bergwänden eineschlossen ist. Doch wie bin ich in diese Traumlandschaft geraten?
Gestern sind wir auf dem Campingplatz aufgewacht und haben uns bei dem Ranger über den Mount Giles
erkundigt. Wir bekamen eine topographische Karte und gaben Sonntag als als Datum unserer Rückkehr an.
Also los ... Die ersten 3 km konnten wir einem markierten Wanderweg folgen. Danach gab es nur uns, die
Karte ohne Markierungen, den Kompas und NATUR.

Gestern sind wir 6 Stunden


einem ausgetrockneten
Creek gefolgt. Neben allen
möglichen tollen Tieren
war ich am meisten von
einem Schwarm wilder
Wellensittiche begeistert.
Wir konnten die kleinen,
knatschgrünen Vögel ein
paarmal beobachten wie
sie piepsend durch die
Gegend düsten. Auch
verblüfft war ich von einem
Vogel, der wie ein Mensch
pfeifen konnte. Dabei hat
er keine Melodien gesungen, sondern wie ein Mensch beim Baden ein paar Töne vor sich hin gepfiffen. Ich
erwartete hinter jeder Creekbiegung einen Typen beim Baden zu stören.

Als wir unser Camp aufgeschlagen hatten, fiel uns ein leichter Mangel an Lebensmitteln auf. Wir hatten uns
in letzter Sekunde von zwei auf drei Tage wandern umentschieden und ohen die Rucksäcke neu zu packen.
Jetzt hatten wir nur ein bisschen Reis und ein paar Snacks. Schäfer hat das sehr geschockt, und er fing an
nervös die anderen Rucksäcke nach Essen abzusuchen. Mittlerweile hat er sich mit der Fastenzeit
abgefunden.
Der Abend war sehr schön. Wir haben uns ein Lagerfeuer gemacht. Das war mein erstes Lagerfeuer auf der
ganzen Reise. Wir haben lange schweigend ins Feuer geguckt.
Bei dem ganzen Wildcampen kriegt man den Mond total mit. Gestern war Vollmond und ich konnte mitten
in der Nacht jonglieren.

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Heute morgen bekam jeder ein kleines Schälchen Haferflocken mit Wasser und Milchpulver und dazu eine
Orange. Danach ging es zum Berg. Da es keinen Weg nach oben gab, mussten wir erstmal entscheiden wo
wir überhaupt in den Berg steigen wollten. Wir haben dann bestimmt nicht den besten Weg gewählt. Die
letzte Stunde bis zum Gipfel war nur noch Kraxelei auf allen vieren (zumindest bei mir). Schäfer und Oli
konnten schneller klettern als ich.
Jetzt sitzte ich hier auf dem Gipfel und geniesse unendliche Ruhe und Weite. Die beiden anderen sind mit
diesem Gipfel nicht zufrieden und sind einen noch etwas höheren Gipfel erklimmen gegangen. Wir treffen
uns in einer Stunde für den Abstieg wieder hier. Mittlerweile habe ich sie auch schon als zwei bunte Punkte
auf dem anderen Gipfel gesehen. Auf dem anderen Gipfel gab es auch ein Gipfelkreutz, bestehgend aus
einer Tonne auf einem Stab.
Mensch, wenn ich mich an den bescheuerten Cowboy am Mt. Conner erinnere! Wir kaufen uns jetzt auch
nen Berg. Wenn die hier keine Namen haben ... Wir besetzen einfach einen Gipfel und verjagen alle
anderen Touristen... Hoffentlich kommen wir überhaupt noch im Hellen von diesem Berg runter.

Zitat von Oli: „Ein sinnvoller Vorsatz für den Abstieg: viele Pausen.“

Das Tagesabenteuer war natürlich nicht mit dem Erreichen des Gipfels zuende. Da unsere Aufstiegsroute
nicht so toll war, haben wir auf halben Weg nach unten die Route geändert. Das war nicht unbedingt
schlimmer, aber auf keinen Fall besser. Wir sind nach viel Kraxelei in der steilen Wand irgendwann einem
Geröllfeld nach unten gefolgt. Das wurde immer steiler und endete wie ein Wasserfall in eine tiefe Spalte
im Berg. Wir haben es dann zum Glück geschafft in die Spalte hinab zu steigen. Das Geröllfeld hätten wir
nicht mehr zurück klettern können. Die Sonne konnten wir von hier nicht mehr sehen. Hier unten wuchsen
Palmen und es gab Wasser. Das erinnerte mich sehr an die Oase im Kings Canyon. Als wir der Spalte bis aus
dem Berg gefolgt waren, war die Sonne schon unter gegangen. Das war in letzter Minute. Jetzt war aber
immer noch ein langer Marsch durch den Outback bis zu unserem Lager zu bewältigen. Im Dunkeln war das
eine echte Strapaze. Am schlimmsten waren die Schmerzen die das Steppengrass einem bereitete. Diese
Grasbüsche haben so pieksige Spitzen, daß sie mit Leichtigkeit durch Hose und Socken hindurch die
Unterschenkel maltretieren.
Dank Olis Kompasspeilung
haben wir das Camp dann auf
dem direkten Wege erreicht.
Das war eine Freude!
Wir haben Reis gekocht und
hörten Dingos zum Mond
heulen.

viele grüße von stefan&stefan


on tour. news+bilder
tourpage:
http://backpacking.bis-der-
arzt-kommt.de
28
Es war einmal der 15.10.
Stefan zu Stefan : „Ich glaube ich bin hier von Verrückten umgeben – genaugenommen sitzt einer vor mir!“

Wir sind in Ruhe augestanden und haben alle Haferflocken aufgegessen. Es war ein sonniger Morgen. Wir
haben alle ein bisschen die Ruhe genossen und sind dann so gegen 11 Uhr aufgebrochen. Die Rucksäcke
schienen kein bisschen leichter geworden zu sein obwohl wir nur noch 2 Liter Wasser und kein Essen mehr
dabei hatten.
Den Heimweg sind wir in einem schnellen Schritt angegangen. Zwischendurch mussten wir aus dem
eingetrockneten Flussbett trinken um wenigstens ein bisschen was zum Schwitzen zu haben. Das war das
erste mal, daß wir unseren Wasserfilter sinnvoll benutzt haben. Aber das Wasser schmeckte überhaupt
nicht gut. Es wanderten stundenlang durch den Creek und die Knie wurden sehr strapaziert, da man
durchgehend über Felsen klettern mußte.
Doch die Wanderung sollte sollte noch einen kleinen Höhepunkt haben: Als wir endlich nur noch 30
Minuten vom Campingplatz entfernt waren, stiessen wir auf ein Wasserloch zwischen zwei hohen
Felswänden. Es wurde vom Campingplatz aus sogar zum Schwimmen genutzt -nur standen wir jetzt auf der
anderen Seite.
Ich bin als erster im kühlen Wasser gewesen. Nach ein bisschen erfrischender Planscherei mussten wir alle
unser ganzes Hab und Gut durchs Wasser tragen. Das war garnicht so einfach.
Nachdem wir mit Olis Werkzeug bei unserem Auto den Reifen wieder aufgepumpt haben, haben wir auf
dem Campingplatz gekocht. Danach ist Oli direkt weggepennt und wir freuten uns schon darauf am
nächsten Tag Lebensmittel in Alice Springs zu kaufen.
viele grüße von stefan&stefan on tour.

Es war einmal der 16.10.


Hi
Als wir am 16.10. nach kurzen 180km
mit blinkender Tankleuchte in Alice
Springs ankamen, hatten wir noch 2
Stunden bis wir uns mit Oli
wiedertreffen wollten. Da wir nichts
mehr zu Essen hatten, schlugen wir
uns in den ersten Supermarkt.
Da gab es ein Regal mit abgelaufenen
Sonderangeboten. Wir haben
zugeschlagen! Auch gabs da eine
Aktionswerbung, das alles aus der
Tiefkühltruhe zum halben Preis verkauft wurde. Da lagen unter anderem ganze Känguruhschwänze drin.
Wir haben uns mit 500g Känguruhgehacktem für 2 DM zufrieden gegeben.
29
Im zweiten Supermarkt haben wir nur etwas zu trinken und zwei Bücher a 3$ gekauft.
Im dritten Supermarkt gab es Konserven für 59 Cent. Wir haben für 80$ all die leckeren Köstlichkeiten im
Blechmantel gekauft, von denen wir bei Mt.Giles geträumt haben.
Oli haben wir natürlich nicht wie verabredet getroffen, sondern er lief uns vorm Supermarkt über vors Auto.
Der nächste Stop war das Internetcafe. Ist nicht so toll gelaufen. Eine Kopie aller 310 Bilder liegt jetzt bei
einem Typen in Alice Springs. Wenn er sein Versprechen hält, dann schickt er sie bald zu euch. Wir konnten
Sie nichteinmal selber ansehen.
Abends konnten wir Oli davon überzeugen, uns doch nicht in Umkosten zu reißen, und die Backpacker
Lodge für 16$A pp gegen einen schönen (d.h. schön billigen) Campingplatz zu tauschen. Der Campingplatz
war sehr gut im Schuss (mit Pool usw.) und hatte zur Zeit ein Sondergebot von 5,5$pp.
Das sollte unser letzter Abend mit Oli sein. Also wurden Känguruhburger gebraten und eine Palette Bier
angebrochen. Oli machte noch einen Nudelsalat dazu.
Nervig waren hier nur die Mücken. Deshalb zogen wir uns alle lange Sachen an. Noch nie getragene weisse
Hemden und lange Jeans wurden angezogen. Wir sahen richtig anständig aus.
Zum eMail checken mit dem handy sind wir spät Abends dann noch ins Licht gegangen. Da haben wir noch
ein Bier mit einem betrunkenen Schotten geleert.
Als Oli wiedermal als erster ins Bett viel, haben Schäfer und ich noch mit Begeisterung unsere 31! eMails
gelesen. Dabei haben wir uns so laut gefreut, das wir noch Beschwerden wegen der Laustärke bekamen.
viele grüße von stefan&stefan on tour.

Ich berichte vom 17.10.


Eigentlich wollte Oli heute fahren. Doch
statt Oli in Aktion zu sehen, stand den
gazen Morgen sein angefangenes Müsli
vorm Zelt. Den Mittag über habe ich nur
seine Füsse aus dem Zelt hängen sehen. Am Nachmittag kam dann das Kotzen und das Fluchen auf unsere
Känguru Burger. Die Burger waren aber in Ordnung. Es muss an etwas anderem gelegen haben.
Schäfer und ich haben nach einem ausgiebigen Frühstück mit Instant Kaffee um das Auto und das Zelt
rumgehangen.
Ich habe mich dran gemacht den Riss im Zelt zu tapen, zu kleben, zu nähen und mit Silikon abzudichten.
Schäfer hat es geschafft die Fahrertür mit Gummibändern und Kordel zu reparieren. Wir müssen jetzt nicht
mehr durch den Kofferraum ins Auto! Auch die Fensterkurbel hat er mit einem selber angefertigtem
Ersatzteil repariert.
Wir haben noch einen Neuseeländer Namens Peter zum Kaffee eingeladen. Er war zwar was komisch, aber
genau so nett. Wir ihn auch noch zum Abendessen eingeladen. Das war superlecker (bloß hatte Oli nichts
davon).
Es regnete diese Nacht ziemlich heftig und wir waren froh so ein gemütliches Zelt zu haben.

viele grüße von stefan&stefan on tour.

30
Ich erzähle vom 18.10.
Wir sind aufgewacht und alles war nass (draussen). Oli ging es wieder halbwegs gut, aber er ist trotzdem
noch nicht gefahren. Schäfer und ich haben den Tag verbummelt: Jonglieren, Mit Peter Kaffee trinken,
Schwimmen, Zelt weiternähen, usw.
Am Abend sind wir dann mit Olis Auto in die Stadt gefahren und haben nochmal eingekauft. Unsere beste
Errungenschaft war ein „Schemel“, so einen wie man sie als Stufe vor den Campingwagen stellt. Den
können wir im Zelt als Stuhl oder Tisch benutzen. Beim Wandern setzen wir den dann bei Schäfer auf den
Rucksack. Damit kann man dann im Vorzelt auch noch angenehm sitzen.
Wir haben uns auch noch mit viel Alufolie eine Kerzenlampe fuers Zelt gebaut.Nach dem Shoppen sind wir
nochmal ins Internetcafe gegangen. Diesmal privat.
Schäfer und ich konnten uns zum ersten mal unsere Backpacking Homepage angesehen. DANKE JIM!!
viele grüße von stefan&stefan on tour.

Gestern war der 19.10.


Oli hat uns morgens verlassen. Es ging ganz schnell. Plötzlich war er weg und hat seinen Kaffee, sein
Besteck und seine Kerzen bei uns vergessen. Wir treffen ihn bestimmt nochmal an der Ostküste wieder.
Bis wir alles zusammengepackt hatten, war es schon 3 Uhr und wir mussten schnellstens zur Bank in Alice
Springs.
Wir hatten Glück, das Peter eine Reifenpumpe im Auto hatte. So konnten wir mit vollem Reifen und
blinkender Tankanzeige erst zur Bank und dann zur Tanke fahren.
Bei der Gelegenheit haben wir uns das TimeMagazin gekauft. Huihui!
Dann endlich sind wir nach Norden aufgebrochen und wir sind auch noch 3h gefahren bis es dunkel wurde.
Die Landschaft ist nicht so berauschend. Stundenlang der gleiche Anblick: Eine lange gerade Straße mit
Büschen und Sträuchern am Rand. Toll sind wiedermal die Vögel. Ich habe noch nie so viele und so grosse
Raubvögel wie hier gesehen. Das Zelt haben wir an irgendeinem Memorial neben dem Highway
aufgeschlagen.
Viele grüße von Stefan&Stefan on Tour.

31
Heute ist der 20.10.
Spätestens heute ist unser Motto „Jeden Tag ein Abenteuer“ gebrochen. Nach Lesen im Zelt bin ich 2
Stunden Richtung Norden gefahren. Es ist ziemlich einfach nach Darwin zu kommen, da man immer nur auf
diesem Steward Highway geradeaus fahren muss. Nach dem Steward heissen hier viele Sachen, weil er als
erster (Weisser) eine Route von Süden nach Norden geschafft hat. Nach seiner Frau Alice wurde dann auch
Alice Springs benannt. Jetzt fährt Schäfer wieder seit 3 Stunden. Die letzte grössere Stadt die wir
durchquert haben hieß Tennant Creek. Dort sind wir in einem Supermarkt gegangen und sind schon wieder
über 20$ losgeworden. Wir müssen aufhören uns frische Sachen zu kaufen und statt dessen morgens
mittags und abends Konserven essen. ;-) Wir arbeiten morgen dran.
Ach ja. Wir haben einen kleinen Stop bei den Devils Marbels gemacht. Schäfer hats hier gut gefallen weil es
ein super Kletterpark war. Mir war aber kalt.
Als es anfing zu regnen, haben wir uns überlegt direkt zu den Edith Falls durchzufahren. Das war unser
erstes Ziel im Norden. Da sollte es eine Free-Campsite und ein paar Wasserfälle geben. Freschies sollte man
mit etwas Glück auch treffen können.
Als wir um halb eins todmüde ankamen, bereuten wir das erste mal einen 6 jahre alten Lonly Planet zu
haben. Die Edith Falls hatten einen grossen Parkplatz, unterteilt für Busse und Cars. Der Campingplaz hatte
richtige Toiletten und eine Telefonzelle und kostete natürlich Geld.
Etwas enttäuscht haben wir dann auf dem Carpark das Auto zum Pennen umgepackt und haben noch was
gegessen.
viele grüße von stefan&stefan on tour.

Wir schreiben das Jahr


1871.
Ich, Steward Mc Dowall,
berichte Eurer Majestät, dem
König von England, über
meine letzten Fortschritte im
Namen der englischen Krone.
Nachdem wir uns die letzten
Wochen mit knappen
Reserven durch die Wüste
kämpften, konnten wir heute
morgen das Rauschen von
Wasser hören. Ein Wasserfall
stürzte nicht weit von unserem
Lager in einen kleinen See. Der
Grund war mit Sand bedeckt,

32
und meine Männer nahmen ein lange benötigtes Bad.
Um der englischen Krone zu Ruhm und Macht zu verhelfen, bin ich gegen Mittag mit meiner Frau Alice Fluss
aufwärts aufgebrochen.
Einem langen, tiefen See gaben wir den Namen Deep Water Hole. Hier schlugen wir auch unser Lager auf,
um hinter den nächsten Wasserfällen hoffentlich die Quelle der Ewigen Jugend zu finden. Nur mit Hose,
Gürtel und Messer bekleidet erkletterten wir den Felsen, von wo das Wasser hinabfiel. Obwohl uns das
Wasser bis zum Bauch ging, bahnten wir langsam und vorsichtig unseren Weg durch den tropischen
Flusslauf.
Dabei mussten Ihre königlichen Entdecker sehr aufpassen, nicht von den riesigen Spinnen entdeckt zu
werden, die ihre Beute über dem Wasser suchten.
Als die Sonne sich neigte mussten wir die Expedition leider abbrechen, ohne die Qülle der Ewigen Jugend
gefunden zu haben. Ich werde Ihrer königlichen Hoheit in zwei Monden wieder berichten.

Steward McDowall

Heute ist der 22.10.


Im Zelt war morgens alles nass. Das scheint der Morgentau zu sein, weil wir direkt neben dem Fluss zelten.
Zwei Wanderer weckten uns heute morgen, als sie an unserem Zelt vorüber gingen. Draussen war blauer
Himmel mit ein
paar kleinen
weissen Wölkchen.
Ich bin am
Vormittag
spazieren
gegangen.
Eigentlich wollte
ich auf die andere
Flussseite, doch
ohne wieder durch
kniehohes Wasser
zu waten ging das
nicht. Also bin ich am Fluss entlang stomaufwärts gelaufen. Gesehen habe ich ein paar Känguruhs und viele
krasse Vögel. Mein bester Fund war eine Stelle mit Busch-Minze. Sieht genau so aus wie unsere
Pfefferminze. Egal. Ich habe ein paar Pflänzchen zum Lager mitgebracht und wir haben Pfefferminztee mit
Zucker getrunken. Mal sehen wie lange der Tee reicht. Auf jeden Fall unser erstes Tucker!
Gestern haben wir schon so manchen Gedanken darauf verwendet, ein Floß zu bauen um mehr von dem
Long Deep Hole zu erkunden. Meine Versuche mit der Isomatte waren gescheitert als mireinfiel, das wir ja
eine 2-Mann Schlaf-Luft-Matratze mit dem Auto gekauft haben. Mit dem Deal, das er alles zu Essen holen

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könnte, was er wollte, ging Schäfer später zum Auto zurück um das gute Stück zu holen. Der Deal besagte
natürlich auch, das ich das Teil aufblasen musste.
Als unsere Lustmatratze endlich seetüchtig war, machten wir uns mit zwei Stöcken (ganz wichtig!) und
einer in Plastiktüten verstauten Kamera auf die Fahrt stromabwärts.
Am Ende des Long Deep Holes gab es einen zweiten, sehr kleinen Wasserfall. Hier gingen wir mit dem Boot
an Land. Der Fluss teilte sich hier in viele kleine Arme, die sich durch Palmen und anderes Grünzeug
durchschlängelten. Wir begannen unser Bachwalking. Wir sahen aus wie Wilde, als wir in Unterhose und
nur mit Stöcken ausgerüstet dem Wasserlauf folgten. Jeder Schritt ist schwierig, da die meisten Steine
glitschig sind, und man in manches Grünzeug auch nicht reintreten will. Die Szenerie blieb durchgehend
super, aber die Strömung wurde stärker und das Becken tiefer. Kurz vor unserem Ziel (ein kleiner Felsen der
aus dem Grün herausragte) war das Wasser sogar so tief, das es uns bis zum Hals ging.
Auf dem Rückweg haben wir einen etwas anderen Weg eingeschlagen. Es war auf jedenfall eine
eindrucksvolle Expedition mit anschliessendem Pfefferminztee am Lagerfeuer.

viele grüße von stefan&stefan on tour.

Gestern war der 23.10.


Wir sind gestern morgen wieder in unserem
kleinem Paradies am Fluss aufgewacht.
Nachdem wir im Fluss schwimmen waren,
sind wir zu einer kleinen Wanderung
aufgebrochen. Fluss aufwärts gab es auch
noch andere Wasserfälle. Der Fluss ging hier
über mehrere Stufen den Felsen hinunter.
Auf den einzelnen Stufen konnte man super
baden und planschen. Wir haben auch noch
mehr Pfefferminze gesammelt um einen kleinen Vorrat mitnehmen zu können. Ausserdem, seit unser
Trinkwasser leer ist, ist Pfefferminztee aus dem Fluss das beste Getränk was wir haben.
Um Benzin zu sparen haben wir eine Kochstelle fuers Feuer gebaut und köcheln da unseren Tee.
Am Nachmittag bin ich mit Faith (unserem Boot) noch was auf dem Fluss gefahren und hab das Leben
unter Wasser und am Ufer beobachtet.
Morgen wollen wir zurückwandern und nach Darwin fahren.
Weil es im Zelt wieder so heiss war, habe ich beschlossen die Nacht unter den Sternen zu verbringen.

viele grüße von stefan&stefan on tour.

Heute ist der 24.10.


Die Nacht im Freien war durchwachsen. Die Geräuschkulisse und der Sternenhimmel super. Im Wasser
schien plötzlich auch was abzugehen. Ich hörte es mächtig plätschern. Freshies?
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Aber leider war es draussen fast genauso heiss wie im Zelt. Und wegen der Mücken musste ich auch noch so
weit wie möglich im Schlafsack verschwinden. Der war bald genauso klitschnass geschwitzt wie im Zelt.
Und mit den ersten Sonnenstrahlen waren auch wieder viele fleißige Fliegen vor Ort.
Nach Kochen, Abbauen und Schwimmen haben wir uns auf den Rückweg zum Auto gemacht.
Das hatte natürlich einen Platten. Doch damit sollte jetzt Schluss sein. Wir haben den Reifen mit der
kaputten Dichtung gegen den Ersatzreifen getauscht. Das einzige Problem war, das in unserem Crysler kein
vernümftiges Kreuz (Werkzeug) drin war. Wir haben uns bei einem neuseeländischem Pärchen mit VW-Bus
dann vernümftiges Werkzeug ausgeliehen. Jetzt haben wir auch eine Adresse mehr in Neuseeland bei der
wir vielleicht duschen können. Sean meinte es wäre überhaupt kein Problem mit einem selbstgebauten
Floss einen Fluss in NZ runterzufahren. :-)
Nach ein paar Stunden im Auto kamen wir in Darwin an. Wir haben ein paar Unterkünfte abgeklappert und
sind bei 17$pp eingekehrt. Das Backpackers war ganz zentral. Wir haben bis Mitternacht eingekauft und
Erkundungen angestellt. Abends sind wir dann betrunken ins Bett gefallen. Der Kompfort einer AC ist hier
im Norden unbeschreiblich angenehm. Ich
hatte mein Bett neben dem Fenster auf die
Straße. So konnte ich noch bis zum
Einschlafen das Treiben auf der Straße
beobachten.

Viele grüße von Stefan&Stefan on tour.

Es war mal der 25.10.


Ich bin früh aufgewacht, wollte aber noch
keinen Lärm im 6 Mann Zimmer machen.
Also hab ich erstmal aus dem Fenster die
Straße beobachtet. Kurz vor neun hab ich
mich dann aber mit der Zahnbuerste auf
den Weg aus dem Zimmer gemacht.
ZUFäLLIG bin ich in einem Internetcafe
gelandet. Die Bedienungen hatten so wenig
Ahnung wie in allen Internetcafes, aber
zufällig liessen Sie mich direkt am Rechner
installieren und machen. Ich hatte Glück,
denn wer vor 9am anfing, konnte den
ganzen Tag für 4$/h ins Netz.
Eine Minute vor 9 Uhr war ich mit aller Technik am Rechner. Wärend Schäfer auscheckte, begann für mich
ein langer Tag am Rechner. Der Upload der neuen Photos war um 17h fertig! (hoffentlich sind sie auch
angekommen.) Der Typ vom Internetcafe musste öfters Freiminuten verschenken, weil ich „das Internet so
langsam gemacht habe“.

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Abends haben wir noch eine Suzi kennengelernt. Sie erinnerte mich etwas an Frau Jansen. Suzi hat uns zu
einem kalten Bier eingeladen und uns ungeschliffene Opale geschenkt. Ihr letzter Freund war nämlich ein
Miner in CooberPedy.
„Some of them are worth 300$!“. Schön sind sie auf jeden Fall; ungeschliffen vielleicht noch mehr.
Wir sind bei Dämmerung Richtung Kakadu NP aufgebrochen.
Die Nacht war schrecklich schwül und überall gab es Mücken.

viele grüße von stefan&stefan on tour.

loosing contact
Gestern war der 26.10.
Wir sind nach einem langen Frühstück in den Kakado
Nationalpark reingefahren. Während des Vormittags
trat bei uns eine traurige Erkenntniss ein: Die
Technik lässt uns im Stich! Wir haben drei
Fehlerquellen, von denen ich nicht erwarte, das sie
von selber bessern werden. Wir hoffen noch einige
Tage mailen zu können. :-(
Parallel mit der Erkenntniss evt. in neue Technik zu
investieren, haben wir jetzt mit hartem
Jongliertraining angefangen.
Wir haben einen supercoolen Campingplatz
gefunden. Der ist sogar umsonst. Mücken gibts hier
trotzdem. Ich konnte Abends 17 Stiche in meinem Gesicht zählen. Alle drei von „Experten“ empfohlenen
Mückenmittel sind nutzlos. Ich bin fast wahnsinnig geworden. Die Nacht habe ich auf dem Saunahandtuch
verbracht.

viele grüße von stefan&stefan on tour.

Es war mal der 27.10.


Die Nacht war scheisse. Orginal wie in einer Sauna mit einem Schwarm Mücken.
Zum Frühstück hatten wir ein Berliner Pärchen am Tisch. Danach wurde jongliert! Als es Zeit zum
Kaffeetrinken war, bin ich zu den jüngsten Nachbarn gegangen, und hab sie gefragt, ob Sie mittrinken
wollten. Das ist unsere 0-8-15 Nummer um Leute zu treffen.

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Mit Laura und Simon sind wir dann später noch auf einen Spaziergang durch den Dschungel gegangen. Wir
haben Fliegende Hunde gesehen. Man könnte schon Angst kriegen, wenn da so 30 Blutsauger in den
Bäumen hängen. {mittlerweile weiss ich, das sie sich nur von Nektar ernähren}
Auf dem Rückweg sind wir noch im Pool am
anderen Ende des Campingareals gewesen,
und uns dämmert, das man hier schon was
fuers Campen zahlen könnte.
Simon & Linda haben uns noch eine Flasche
kühle Cola geschenkt.
Mmmnmmmm....
Abends waren wir schnell in der Sauna um
den Mücken zu entgehen. (Immerhin hatte
ich vom Vorabend 17 Stiche im Gesicht! ) Im
Zelt kam raus, das Schäfer alle (ja, alle)
Asterixhefte nacherzählen kann. Das ist für
mich fast wie ein Hörspiel.

viele grüße von stefan&stefan on tour.

Es war einmal der 28.10.


Zum Frühstück
schenkten uns
Simon & Laura
gekochte Eier.
Dann ging es
weiter. Nach ein
bisschen
Shopping in
Jabiru sind wir
einen ‘4WD
recommended’ –
Track zum Sandy
Billabong
gefahren. Ein
Billabong ist ein
immerfeuchtes
Wasserloch im
Dschungel von
der Grösse eines Sees.
Da gibts auch die richtig grossen Salties.
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Hier haben wir wie jeden der letzen Tage voll viel jongliert. Mir tun morgens schon immer die Hände weh.
Jonglieren und Kaffeetrinken reicht Schäfer nicht zur Erfüllung und er ging ein bisschen klettern. (dazu gibt
es eine fotostory bei dem nächsten upload).
Abends mussten wir wieder vor den Mücken wegrennen. Und ich bekam Asterix bei den Briten zu hören.

viele grüße von stefan&stefan on tour.

Es war einmal der 29.10.


Morgens wollte ich eigentlich eine Wanderung um das Billabong machen, aber nach Umziehen und 3
Kaffees war es schon wieder zu heiss. Ich hab dann nur einen Abstecher zum Ufer gemacht. Dann haben wir
wieder stundenlang jongliert. Wir werden jetzt echt besser.
Zum Essen zauberte ich Bratkartoffeln! Bei Dämmerung brachte uns das Schicksal plötzlich dazu, vom
Billabong aufzubrechen. Der Track war im Dunkeln zwar nicht einfacher, aber wer weiss wozu das gut war.
Es fing nach einer Stunde an zu regnen und wir tanzten auf dem Autodach.
Überall waren helle Trockengewitter und bei uns rieselte auch nur ein bisschen Regen. Wir suchten uns
überdachte Picknikplätze und feierten einfach so mit leckeren Spaghetti und Wein aus der Pappschachtel
den Anfang der Regenzeit.

Viele grüße von stefan&stefan on tour.

Der Fischtag!
Es war mal der 30.10.00
Wir sind morgens an der
Touristeninformation vor Jabiru
aufgewacht.
Was hab ich bloss gemacht? Wo
war ich letzte Nacht? Mit wem
und vor allem wie hab ich sie
verbracht? ...

Kurz nach sunrise standen wir


vorm shoppingcenter und
Schäfer wartete auf eine Zeitung
mit dt. Fussballergebnissen.
Am Nachmittag trudelten wir
dann beim Jim-Jim Billabong
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ein. Mit unserm Auto trauten wir uns nicht zu den gleichnamigen Wasserfällen. Die sind eigentlich eine
grosse Attraktion in Kakadu, aber z.Z. fallen da sowieso nur Tropfen runter.
Wir bauten uns auf der bushcampesite einen Sonnenschutz und hielten nach Crocs Ausschau. Ich gab dem
Fischen nochmal eine Chance, und packte meinen Haken aus. Um keine Krokodile anzulocken versuchte ichs
erstmal mit Möhre. Das klappte nicht! :-(
Beim Fischen chattete ich mit einem Sam aus Sydney, der mit Bev aus England reiste. Und wärend Sam an
meinem Versuch mit Käse zu angeln zweifelte fange ich einen Fisch. Jippe!, mein erster Fisch. Nicht viel
dran, aber für 2 grosse Bissen für Schäfer und mich hats gereicht. Sam war begeistert und wir versuchten es
zusammen noch ein bisschen – ohne Erfolg.
An diesem Abend saßen wir zusammen
vor einem grossen Feuer und konnten es
so mit den Mücken aufnehmen. Um bei
der Hitze besser schlafen zu können hat
Stuart diese Nacht nur das Innenzelt
abgespannt. Wir schliefen also im Freien
mit einem Moskitonetz zwischen uns und
den Crocos.

viele grüße von stefan&stefan on tour.

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Gestern war der 31.10.
Die Nacht in unserer neuen Zeltkonstruktion war auf jeden Fall schon mal besser. Das erste, was ich
gemacht habe, war fischen. Ich hab auch noch einen Fisch rausgeholt. Zum Mittag gab es dann gebratenen
Fisch mit Reis, Möhren und was halt da war. Ab jetzt wird Fisch unsere Speisekarte erweitern.
Wir mussten Sam und Bev dann noch anschleppen, damit ihr Diesel ansprang.
Wir haben beschlossen Kakadu wieder zu verlassen. Die Mücken und die Hitze sind zu krass. Wir sind jetzt
also grob auf dem Weg nach Osten.
Lustig war auch noch... Weil ich dachte, das morgen der 1. Advent sei, und da ein
Schokoladenadventskalender im Auto schmilzt, haben Schäfer und ich uns ein Packet Eis gegönnt. Wir
haben erst viel zu spät gemerkt, das es noch etwas dauert und viel gelacht.
Den Abend haben wir am Katherine Gorge verbracht. Mal wieder auf einem richtigen Campingplatz für
7,5$. Hier haben wir einer australischen 4WD-Reisegruppe was vorjongliert und dafür mit ihrem Punsch
Halloween mitgefeiert. Der ‘Chief’ konnte ein superlanges Gedicht vortragen:
‘The man from snowy river’.
Das hat Schäfer dann an einen Film mit phantastischen Landschaftsaufnahmen erinnert. Wir beeilen uns
jetzt an die Küste (mind. 2000km) zu kommen um am Snowy River in den Blue Mountains zu wandern.
viele grüße von stefan&stefan on tour.

Es war der 1.11.


By: Stefan Schäfer

Die letzte Nacht war die angenehmste


die wir im Norden hatten! Die Gruppe
mit der wir gestern gefeiert hatten war
schon lange vor uns weg. Wir haben
dann noch geduscht und einem
anderen Wagen Starthilfe gegeben.
Dann haben wir wieder mal
angefangen Kilometer zu machen!
Wir wollen so schnell wie möglich an die Ostküste, weg von den Mücken und in etwas weniger tropische
Gebiete. Vor uns liegen also nur wenig mehr als 2000 km Piste durchs Outback! Ich hoffe nur, das Alfons
nicht wieder mit seinen Fischstories anfängt! Wenn er mit leuchtenden Augen anfängt und dann eine halbe
Stunde nur noch über Angelschnur redet endet mein Interesse!
Der Fisch war es aber wert sich seine Monologe anzuhören...
Ein Dank an Apollo (meine beiden angelnden Freunde meinen er wäre der Fischgott?!?...ich meine sie
waren zu lange in der Sonne, aber schaden kann ein Dank ja auf keinen Fall!)

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viele grüße von stefan&stefan on tour.

2-4.11.2000
Die nächsten Tage haben wir Kilometer
heruntergerissen. Auch an diesen
Tagen schien das outback wieder
endlosgross zu sein. Nur wenige kleine
Orte lagen auf unserem Weg. Es waren
die typischen Einstrassenörtchen mit
Tanke und vielleicht einem kleinen
Supermarkt.
Allerdings konnte man auch alle 3-400
Kilometer die grossartige australische
Geschichte bestaunen wie zum Beispiel
eine 100 Meter lange Zementpiste von
der aus im zweiten Weltkrieg
Flugzeuge gestartet sind. Am 4.11 ist
Krügers Orga völlig kaputtgegangen
und er hat angefangen sich im Auto zu
betrinken. Dann hatten wir noch ein
lustiges Photoshooting mit unserem
treuen Begleiter Uncle Toby, der damit
endgültig Kultstatus erreichte. Uncle Toby ist der auf ein Stück Pappe gedruckte australische Onkel
Dittmayer, der immer einen weisen Spruch auf Lager hat und im Fussraum unseres Beifahrersitzes wohnt.
Wir haben dann
beschlossen nicht mehr bis
zur Küste weiterzufahren
sondern bei einem Fluss zu
campen. Beim letzten Stop
hat Krüger dann noch Bier
und Streichhölzer gekauft.
Von den 8 neuen Päckchen
Streichhölzer hat er dann 3
während der Fahrt zu
Schulkindern auf die
Strasse geworfen und
ihnen zugerufen sie sollten
damit ihre Schulen
abbrennen. Als wir am Fluss ankamen haben wir uns erst mal ins Wasser gesetzt und ein Bierchen
getrunken.
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Es war einmal der 5.11.2000
Im Auto sind Ameisen. Die letzte Nacht haben wir am Burdekin River verbracht. Baden, Essen, Saufen,
Kochen, Essen, sorgenfrei... Abends entpuppten sich die Bäume zwischen Auto und Fluss als Flughundbasis.
Als die Sonne untergegangen war, flogen vielleicht hundert kleine Vampiere über den Fluss und zogen ein
Band in die Dunkelheit. Unser Sitzplatz lag nah genug an den Bäumen, so das wir durchgehend Tiefflüge
beobachten konnten.
Wir kamen am Nachmittag in Airlie Beach an. AB ist eine Touristenstadt an der Küste. Eine Straße mit
McDonnalds, Disco, Internet und Backpackers.
Wir sind einmal durchgefahren und haben am anderen Ende das Nationalparkbüro gefunden. Hier wollten
wir uns informieren, wie man auf den Whitsundayislands campen kann. Die stehen nämlich grossteils unter
Naturschutz. Da Sonntag war, hatten die aber leider nicht auf. Wir haben ein bisschen im Netz gesurft und
suchten dann nach einem Platz zum campen. Da wir auf unseren Isomatten vom Küstenregen überrascht
wurden, haben wir die Nacht unter dem Dach eines Picknicktisches verbracht.

The Whitsundays

Es war einmal eine sehr schoene Zeit auf einer einsamen Insel ...
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Montag Morgens sind wir als erstes zum Nationalparkoffice gefahren um eine Permit zum campen zu
besorgen. Wir standen ein wenig unter Zeitdruck und erreichten unsere Fähre nur in letzter Minute.
Es war eine Überfahret zu einem Hotel auf einer der Inseln, von wo wir unser Wasser fuer 3 Nächte selber
5km tragen mussten. Das ist SEHR anstrengend.
Die ersten zwei Naechte waren wir praktisch alleine. Ein ganzer Sandstrand mit vorgelagertem Riff fuer uns
alleine!! Zum Glueck haben wir noch eine Tauchermaske gekauft und verbrachten so durchschnittlich den
halben Tag im Wasser. Korallen sind das schoenste was wir jeh gesehen haben. Und überall Fische! Wir
haben Rochen, Wasserschlangen, Delphine, Seesterne, Fischschwärme, riesige Muscheln und sogar eine
Seeschildkroete gesehen. Alles in der freien Natur. Manches ist auch auf unserem Teller gelandet. Wir sind
mit Angelschnur und Hacken auf das Riff geschwommen und haben manchmal 2 Stunden lang versucht
einen Fisch zu fangen. Manchmal auch länger.
Doch es gab auch noch alle mögliche Muscheln und Schnecken. Alles sehr lecker mit Knoblauch und
Zwiebeln angebraten – und mit Zitrone verfeinert.
Die Tage auf der Insel waren soo schön, das wir ganz guenstig einfach noch einen Tag länger blieben als
unsere Permit erlaubte.
Daher mussten wir aber auch mehr Wasser besorgen. Wir haben uns zu einem See im Landesinneren
durchgeschlagen und
dann mit dem 15 Kilo
schweren Kanister
über Hügel und durch
brusthohes Unterholz
zum Strand
durchgekämft.
Die Einsamkeit war
am dritten Tag
allerdings vorbei, als
ca. 10 Leute mit
Wasser und
Campingvorräten am
Strand abgesetz
wurden. Das war die
etwas teurere
Alternative um zu
den Campsites zu gelangen. Auch wenn die Einsamkeit futsch war – so konnte man wieder neue Leute
kennen lernen.
Wir haben ziemlich viel mit Jared und Troy aus den Staaten gemacht. Jared moderiert Clips für eine
Wissenschaftssendung im Discovery Channel. Und Troy war sehr gesprächig was seine Internetcompany
anging.
Ausser Jagen&Sammeln und dem dazugehörigen Kochen, Essen, Kaffeetrinken und Schlafen haben wir
nichts gemacht. Das war aber auch genug!

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Doch es war richtig anstrengend als wir einen Tag mal alles Essen selber auftreiben wollten. Man war von
Morgens bis Abends beschäftigt.
Doch auch die schönsten Urlaubstage gehen einmal vorbei und wir mussten über die ganze Insel zur Faehre
zurückwandern. Bei der Wanderung hat uns Troy begleitet und wir haben uns überlegt zusammen ein
bisschen nach Sueden zu reisen. Er hatte noch eine Nacht auf der Insel geplant und wir wollten ihn am am
nächsten Morgen vom Hafen abholen.

Es war mal Samstag


der 11.11. und
Sonnatg der 12.11
im Wald
Wir hatten Troy am Freitag
vom Hafen abgeholt und das
Auto den neuen Umständen
entsprechend umgepackt.
Da das Postoffice
dummerweise erst am
Monatg (in 2 Tagen) wieder
aufmachte, und wir den
Organizer da vermuteten,
wollten wir am Monatg wieder in Airlie Beach sein. Für die 2 Nächte wollten wir 150km nach Süd-Westen
fahren. Den geplanten Eugilla Nationalpark haben wir zwar nicht erreicht, aber wir haben den schönen
Cathu Staatsforst mit Campingmöglichkeit gefunden.
Am Sonntag kamen viele Einheimische in den Wald gefahren, um auf den Dreckpisten mit Motorrädern
Cross zu fahren oder ihren teuren LandRover dreckig zu machen.Wir haben dann auch mal den Motorsport
ausprobiert und sind 2h abwechselnd fahrend auf dem Autodach durch den Regenwald gesurft („Extreme-
Car-Surfing“).
Nachdem ich die Karre dann einmal von der Piste abgebracht habe, hatten wir Zeit für einen Auto-Check:
Unser linker Hinterreifen (eigentlich der Reservereifen) löste sich auf.
Wir haben abends mit viel Mühe und Hilfe von Aussiecampern den leckenden Reifen wieder gegen den
kaputten getauscht. Am Samstag Abend war auch ein alleinreisender holländischer Captain aus Amsterdam
da und wir haben zu viert die meisten unserer Weinvorräte versoffen.

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Die Tee -Story
Es war mal Monatg der 13.11.
Monatg war ein ziemlich durchwachsener
Tag. Wir sind im Cathu-State-Forest
ziemlich schnell losgekommen und zurück
nach Airlie Beach gefahren. Wir waren
schon um 10h im Internetcafe, und ich
versuchte schon mal Programme für den
Orga auf die Chips meiner Digicam zu
ziehen: Ohne Erfolg. :-(
Um 11h bin ich dann zur Post um den Orga
endlich abzuholen. Aber der war gar nicht
da!! Mmm. Wir sind dann zum Strand gefahren an dem wir auch schon gepennt haben und wollten die
ganzen nächsten Tage mit Troy mal roughly durchplanen.
Wegen der ganzen Organizer-Scheisse habe ich uns erstmal eine Sport-Zigarette gedreht. Doch die sollte
uns auch nicht gegönnt sein, denn irgendwer hat die Polizei angerufen. Die waren nach 2 Minuten auch an
unserem Picknicktisch um uns über die Gesetzeslage in Queensland zu informieren ... und dann wurde
gequatscht ... und dann wurde durchsucht ... und dann war da auf einmal diese Dose in meiner Tasche ...
und darin waren Tabak, Blättchen, Tips und ... TEE!!!
Die 2 Polizisten notierten
sich unsere
Reisepassnummern und
informierten uns über die
rechtlichen Folgen von
Marihuanabesitz: NFO
(Next Flight Out)! Die
Polizistin schnüffelte dann
lange an dem Tee und
steuerte bei, das es
wirklich etwas nach Tee
riechen würde. Wir
wurden dann mit unserem
Tee alleine gelassen.
PUUHH!
Jetzt wollten wir uns endlich auf den Weg machen. Doch irgendwie waren 3 Personen zu viel für das Auto
(oder unser Offroad-Spass im Regenwald?). Wir mussten 3 mal mit Motorproblemen stoppen und am Ende
haben wir 20$ für eine Reifenpumpe und ein vernümftiges Kreuz ausgegeben. Troy hat sich doch

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entschieden am nächsten Montag nach Sydney zu fliegen um dann ein paar Tage in NZ zu verbringen. Vor
der Abfahrt haben wir noch gemeinsam eingekauft und uns mit Getränken eingedeckt.
Abends haben wir es bis zum Lake Elphiston geschafft. Leider konnte man im See wegen einer Algenplage
nicht schwimmen, aber es war trotzdem ziemlich schön hier: Viele Pelikane die bei Vollmond auf dem See
Fische fingen. Troy hat uns Burger im American Style serviert. Die waren sehr lecker und wir haben noch
lange gefeiert.

Es war einmal Dienstag der 14.11.


Troy ist mal wieder als erster
aufgewacht. Ich habe mich
nach einem leckeren Frühstück
wieder ins Bett gelegt. Wir
haben den ganzen Vormittag
mit Körperpflege (erste Dusche
seit der Inselzeit), Jonglieren
und Essen verbracht. Später
sind wir dann doch endlich
losgefahren. Unsere weiteren
Ziele waren der Carnavon
Gorge Nationalpark, Fraser
Island, Troy in Brisbane
absetzen und Richtung Sydney
fahren.
Etwa 160km nördlich des
Carnavon NP liegt der Lake Maraboon. Auf der Fahrt dahin haben wir uns eine „Lern-Cassette“ von Troy
angehört : „Private Frenchising In A Dot Com World“. (hihi, die spinnen die Amies). Schäfer und ich haben
dann noch bis tief in die Nacht mit Troys Tuner Radio gehört.

Es war mal der 15.11.


Als wir am Mittwoch Morgen beim Stausee aufgewacht sind, haben wir schnell unsere Zelte
zusammengerollt und sind zur Picknikarea gefahren. Hier haben wir die Einträge auf unseren Isomatten
geupdated (wir schreiben immer Datum und Ort drauf, wo sie benutzt wurden). Dann sind wir weiter
gefahren...
In Springsure haben wir in der Library versucht 70 Bilder an euch abzudrücken. Um 5pm wurden wir
rausgeschmissen, und wir haben uns beeilt noch bei Dämmerung im Carnavon Gorge anzukommen.
Pustekuchen! Während des Uploadens hat es bereits angefangen zu regnen, und als wir auf den letzten
50km waren, regnete es immernoch. Die Floodways wurden immer tiefer und tiefer. Wir haben uns
unangemeldet auf dem Campingplatz eingeschlichen und mit Troy im Zelt gegessen.
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Wir stecken fest …
Es war einmal der 16.11. im
Carnavon Gorge
Als wir aufwachten regnete es immer noch.
Uns dämmerte langsam, das es nicht einfach
sein würde mit unserem Auto die „Pfützen“ zu
durchqueren. Wir haben die heissen Duschen
des Campingplatzes noch in Anspruch
genommen (Troy kannte da einen Trick mit
dem Münzautomaten (-; ), und sind
aufgebrochen.
Nach 20km sahen wir schon zwei Britz-Rental
Campervans am Straßenrand stehen. Ein paar Meter weiter, direkt am Wasser, stand noch ein australisches
Pärchen mit ihrem 4WD und trank Tee. Da war dann auch für uns Ende-Gelände.
Ein Floodway mit einer richtig starken Strömung stand ca. 80cm über der Straße. Da gibt es nur eins:
Warten und Regenwasser zum Trinken und Kochen auffangen. Lustigerweise waren die Leute aus beiden
Wohnmobilen auch Deutsche. Aber nicht so ganz auf unserer Wellenlänge. Aber wir haben ihnen hoch
angerechnet, das sie uns abends ein paar Büchsen Bier geschenkt haben.
Den ganzen Tag hat es in Strömen weitergeregnet und ich konnte das erste mal in voller Regenmontour
rumlaufen. Am Abend stand der Creek schon 1,9m über der Straße. Wir haben also keine Mühen gescheut
ein richtiges Lager mit unseren Zelten und Planen zu bauen.

Es war einmal der 17.11. im Carnavon Gorge


Die Nacht über hat es weniger
geregnet, und das Wasser war
wieder bei einem Meter über der
Straße. Troy machte sich langsam
Gedanken, ob er seinen Flug von
Brisbane am Montag den 20.
erreichen würde. Vom Campingplatz
kamen immer wieder Schaulustige,
die genauso in der Klemme steckten
wie wir. Zum Glück hatten wir genug
Wasser & Essen im Auto. Troy wollte
an diesem Nachmittag entgegen
dem Wetter und der allgemeinen

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Stimmung River Raften.
Dazu pumpte er 2 Autoreifenschläuche auf und sprang mit Schäfer zusammen ca. 500 Meter Fluss aufwärts
ins Wasser. Ich wartete weiter unten um Fotos zu schiessen. Das sah nach soviel Spass aus, das ich danach
auch mitmachte.
Abends haben wir Doreen und Jeff (die 2 Aussies mit dem 4WD) zum Essen eingeladen. Die wollten am
nächsten Morgen eventuell versuchen das Wasser zu durchqueren.

From: skrüger@gmx.de Wed Nov 29 13:12:37 2000_


Date: Mon, 27 Nov 2000 13:58:53 +0100 (MET)
From: Stefan Krüger <skrüger@gmx.de>_
To: jim@users.de_
Subject: RTB 18.11.

Es war einmal der 18.11.


Der Fluss stand bei 50cm und für den Abend waren neue Thunderstorms vorhergesagt. Jeff & Doreeen
kamen aus Brisbane und haben Troy angeboten, ihn zu seinem Flug am Montag mitzunehmen, wenn sie
mit dem 4WD durch die Fluten kämen.
Der Abschied kam total plötzlich für alle. Er hat uns SUPER netterweise seine Benzinlampe zu einem fairen
Preis überlassen. Jetzt können wir Abends
problemlos lesen – und müssen noch mehr
schleppen.
Die Aussies und Troy haben die Durchfahrt
geschafft. Tja, das war ein plötzlicher Abschied.
Jetzt campten nur noch Deutsche am Fluss. Ein
netter Aussie, der in der Gegend wohnte, kam
mit frischen Eiern und Brot. Im Laufe des Tages
hatte ich auch keinen Bock mehr auf Warten und
wollte es mit unserem Auto auch probieren. Die
Wassertiefe von 50cm war nicht das grösste
Problem, sondern die Strömung.
Wir haben alle Elektronik unter der Motorhaube
mit Gaffatape und Plastiktüten abgeklebt, den
Ansaugschlauch höher gelegt und den
gesammten Vorderteil des Autos von unten +
vorne mit der Zeltunterlage abgedichtet. Dann
fingen wir an dicke Steine ins Auto zu laden um
nicht so leicht von der Strömung mitgerissen zu
werden.
Die Wohnmobile waren nicht so mutig und nicht

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so kooperativ. Pah! Wir haben das Auto bis zum Wasseranfang gefahren, und ....

.... dann doch gezögert. ;-)


Es mangelte nicht an Motivation, sondern wir haben uns mal in Ruhe bei einer Tasse Kaffee ausgemalt was
wäre, wenn unser Auto mit allem Inhalt den Fluss runter getrieben würde. Wir haben einfach mal
abgewartet, was die anderen vorhatten.
Eine Stunde später haben wir mitbekommen, das die Aussies auf dem Campingplatz und die örtliche
Cowboy Mama eine Rettungsaktion starten wollten: Nicht viel später wurden wir an einen hohen und
starken 4WD gekettet und durch das Wasser gezogen. Auf der anderen Seite angekommen, meinte Schäfer,
das wir es alleine nicht geschafft hätten!
Zwischen 2 4WDs wurden die Deutschen und die anderen unglücklichen 2WDs über eine Dirtroad auf den
Highway gebracht. Jetzt fanden wir es schon sehr schade, das Troy uns zu früh verlassen hatte.
Gegen Abend kamen wir in Roma (Qld.) an. Am Ortseingang war der Roma-Horse-Racing-Ground. Das
grösste Rennen des Jahres war heute ins Wasser gefallen, aber eine After-Party mit Liveband fing gerade
erst an. So wie die Pferdeinteressierten aus Roma herrausgeputzt waren, hätte es auch ein ABI-Ball sein
können.
Ich habe von hier ein R-Gespräch in den Marderweg gemacht. Danach haben wir einen kleinen 7x7x24
Supermarkt + Bottelshop gefunden. Nachdem wir alles für Burger „Troy-Style“ und 4l Wein gekauft haben,
sind wir 20km zurück nach Norden auf eine Picknickarea gefahren um da zu campen. Wir haben die Burger
im Troy Style gegessen und dabei den Wein getrunken.
Als die 4 Liter leer waren, hatten wir die dumme Idee, zum Weiterfeiern nach Roma zu fahren. Wir haben
das Auto 2km vorm Ortseingang stehen lassen um nicht in Alkoholkontrollen zu kommen. Dann sind wir
durch einen Hintereingang auf die Party gekommen. Es war schon lustig mal die ganzen Aussies (so ca. in
unserem Alter) tanzen zu sehen. Die Liveband war auch ganz ok, und wir zappelten viel und ausgiebig auf
der Tanzfläche ab. Dann nahm das Schicksal seinen Lauf ...
Schäfer stellte mich irgendwann Melissa vor, und ich erkannte direkt den internationalen Brunftsschrei
jeder Blondiene : „I am soo drunk!“. Melissa erzählte, das sie vor wenigen Tagen in ihr eigenes Haus in
Roma gezogen ist.
Da die Taxischlange so lang war, hatte ich die (superschlaue!) Idee, das Auto zu holen. Als ich mit dem Auto
vor der Party parkte war Melissa nicht mehr da. Ich glaube ich muss mir keine Sorgen machen, das sie nicht
nach Hause gebracht wurde. Das ich nicht mit Melissa abgehauen bin war aber auch ganz OK, denn sonst
wäre Schäfer alleine und ohne Auto 20km vom Zelt entfernt hängen geblieben. Ich traf ihn auf der Party
wieder und sagte ihm wo das Auto jetzt stehen würde.
Ca. eine Stunde später war das letzte Lied, und irgendwie sind alle Dummen auf der Welt gleich: Ein paar
Dorfnasen meinten zu wissen, das wir schwul wären, und rotteten sich gegen uns zusammen. Wir sind
ohne nachzudenken ins Auto, und als einer von denen auf die Motorhaube schlug, sind wir losgefahren.
Nur leider war zu dem Zeitpunkt schon eine Polizistin „zur Wahrung der öffentlichen Ordnung“ an Ort und
Stelle. Nach 3 Minuten hat uns die Polizistin mit ein paar Kollegen eingeholt. Schäfer musste pusten und
wurde mitgenommen.
Als ich alleine war kamen ein paar Aborigines zu mir gefahren: „Are U the gay guy?“ Mit viel Redenskunst
konnte ich die 3 Jungs davon überzeugen, das sie weder mein Geld noch meinen Sprit haben könnten.
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Netterweise brachten die Bullen Schäfer wieder zurück und redeten mit den Aborigines. Schäfer hatte 1,56
promille und durfte 24h nicht Auto fahren. Zudem muss er am Mittwoch im Gericht erscheinen!

From: skrüger@gmx.de Wed Nov 29 13:12:40 2000_


Date: Mon, 27 Nov 2000 14:06:15 +0100 (MET)_
From: Stefan Krüger <skrüger@gmx.de>_
To: jim@users.de_
Subject: RTB 19.11.

Es war einmal ein trauriger Sonntag der 19.11.2000


Die Nacht haben wir im Auto verbracht. Wir haben später nochmal die Bullen gerufen, weil die Aborigines
andauernd bei uns auftauchten. Am Ende haben wir mit Knüppeln in der Hand geschlafen.
Wir sind früh aufgewacht. Da Schäfer bis Montag 2am nicht fahren durfte, haben wir versucht Autos in
unsere Richtung anzuhalten, in denen wahrscheinlich 2 Leute mit Führerschein saßen. Das hat aber nicht
geklappt, und so mussten wir riskieren uns noch weiter in die Scheisse zu reiten und selber fahren. Wir sind
aber sicher am Zeltplatz angekommen.
So langsam wurde uns klar, das wir hier bis Mittwoch feststeckten und dann im Roma Court auch noch was
zu hören kriegen würden. Da wir total verkatert waren, blieben wir bis zum nächsten Morgen im Zelt.

Es war einmal der 20.11.


Unsere Stimmung war total auf dem
Tiefpunkt. Um uns zu beschäftigen haben
wir das Auto ausgeräumt und alles so
sauber wie möglich gemacht. Schäfers Tür
war mal wieder kaputt und er hat sie mal
wieder repariert. Mal wieder mit Gaffatape
und Gummibändern. Hoffentlich hält sie
dieses mal bis das Auto verkauft ist.
Später sind wir dann zum Einkaufen nach
Roma reingefahren. (Schäfer hat den
Führerschein noch nicht abgenommen
bekommen). Wir sind durch den
Supermarkt gelaufen, und hatten nicht
einmal Lust Cookies zu kaufen. So Scheiße
fühlten wir uns. Am besten zu vergleichen mit dem Gefühl nach drei verhauenen Abiturklausuren, mal drei!
Danach wollten wir von der Library aus Bilder hoch laden, doch die haben mir nicht erlaubt den Treiber zu
installieren. Wir haben dann noch einen Computerladen gefunden. Da durften wir an den Rechner, aber die
Verbindung war so schlecht, das nach einer Stunde noch kein Bild bei euch war. Wir haben das

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Bilderabschicken dann erstmal aufgegeben. Aber wenigstens ist so der erste Nachmittag in Roma
rumgegangen.
Als wir wieder beim Zelt waren, sind wir gegen die schlechte Stimmung spazieren gegangen. Da haben wir
Löcher im Boden gefunden, die trotz der ganzen Regenfälle noch vom letzten Buschbrand qualmten.
Nachdem der Baum abgebrannt ist, verglühen da in Seelenruhe die Wurzeln zu Asche und hinterlassen
Höhlen im Boden.
Der Spaziergang hat uns wieder hoch gezogen, und wir sind noch schnell nach Roma gefahren um Wein zu
holen. Diesesmal aber so viel, das wir danach nicht mehr fahren KONNTEN.
Beim Bechern wurden wir plötzlich vom stärksten Gewitter heimgesucht, das ich je erlebt habe. Alles wurde
nass und der Tische vom Wind leergefegt. Wir haben alles (ausser dem Wein) liegen lassen und sind ins Zelt
geflüchtet.

Es war einmal der 21.11.00


Unsere Stimmung wurde leider nicht besser. Aber es waren nur noch 24 Stunden bis ich vor Gericht
erscheinen musste. Wir haben zuerst versucht das Chaos auf unserem Rastplatz zu beseitigen. Unsere
Sachen waren in der letzten Nacht im Umkreis von 10 Metern verstreut worden, und jetzt ohne Ende
eingesaut. Wir beschlossen jetzt endlich mal in eine Wäscherei zu gehen und taten dies auch am
Nachmittag!
Wir kauften uns dann noch zwei Bücher in Roma um uns die Zeit vertreiben zu können. Dann kamen wir zu
unserer „picknickarea“ zurück, und durften uns nach einer halben Stunde erst mal wieder mit zwei
Polizeibeamten unterhalten. Die kamen als wir gerade einen Kaffee trinken wollten und erklärten uns, das
es verboten sei auf diesem Platz zu campen. Sie meinten wir würden andere Reisende stören. Wir erklärten,
das es nicht unsere Absicht war irgendjemanden zu verärgern, und, das wir keine Verbotsschilder gesehen
hätten... bla bla bla. Sie liessen sich unsere Ausweise zeigen und stellten uns dann sehr amüsante Fragen
wie zum Beispiel: Welche Farbe haben deine Augen??? Nachdem wir (wahrheitsgemäss!) antworteten
kontrolierten sie unsere Angaben anhand der Pässe...?!? Dann fanden sie es noch sehr erstaunlich, das wir
in einem Zelt schliefen, und wir waren nahe daran wieder zu hören wir wären schwul.
Wir haben, als die Ordnungshüter gefahren waren, unsere Sachen gepackt und sind in einen Caravan-park
in Roma gefahren. Wir haben den Park genommen der am weitesten ausserhalb lag, da wir nach dem
Gerichtstermin ohne Fahrerlaubniss den Staat Queensland verlassen wollten!
SS:
Ich rasierte mir noch den Bart ab, da ich Punkte bei dem Richter sammeln wollte...

... to be continued ...

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Ein Tag vor Gericht!
Es war einmal der 22.11.00
Wir sind sehr früh mit einem mulmigen
Gefühl aufgewacht. Ich habe das erste
mal um 5am auf den Wecker geschaut.
Schäfer musste um 9am vor der Gericht
erscheinen. Wir haben in Ruhe geduscht,
das Campingzeug gepackt, Öl, Wasser
und Luft des Fluchtautos überprüft und
in einer Seitenstrasse geparkt. Dann sind
wir zu Fuss zum Gericht aufgebrochen.
Da war eine ganze Menge los, und da
wir zu spät gemerkt haben, das wir uns
bei der Pflichtverteidigerin anmelden
mussten, sind wir in der Warteschlange noch etwas nach hinten gerutscht. Bis der Richter Zeit für Schäfer
hatte, dauerte es 6 Stunden! Ich habe in der Zeit Essen geholt, Traveller Cheques getauscht und eMails
geschrieben.
Als Schäfer endlich dran war, bin ich draussen geblieben, und habe versucht mit Telepathie die Strafe zu
senken. Nach 10 Minuten kam er wieder aus dem Gerichtssaal:

.
.
..
....
.........
............

500 $AUS und 9 Monate Fahrverbot für Australien. Den Deutschen Führerschein konnten Sie ihm nicht
abnehmen. Wir sind zur Bank und haben die Kohle geholt.. Die Frau am Bankschalter wollte lustiger Weise
das TC-Formular mit Stefan Alfons Deutsch ausfüllen. Ich hab ihr dann gezeigt, das auf den EU-Pässen alles
in 10 Sprachen beschriftet ist.
Nachdem wir die Scheinchen losgeworden sind, wollten wir Roma endlich verlassen. Wir waren uns im
klaren, das fast alle Bullen aus Roma unser Auto kannten und wußten, das wir keinen Führerschein mehr
hatten. Die ersten Meter der Flucht waren also die kritischsten.
Ich hab mich an die Kreuzung gestellt und beim vereinbarten Zeichen, einem langen Gähnen, kam Schäfer
auf die Straße gefahren und TSCHÜß ROMA!!! Nach 20 Minuten war auch Schäfer cool wie ein Blues Brother.

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Es waren 350 km bis zur Grenze von NSW! Wir überqürten die Staatsgrenze bei Dunkelheit durch ein Kaff
namens Mungidi.
Wir fuhren durch den Ort und mussten leider feststellen, das die Straße nach Moree wegen
Überschwemmungen gesperrt war. Wir wollten gerade zu einer Laterne fahren, um die Lage auf der Karte
zu realisieren, als plötzlich Blaulicht hinter uns auftauchte!!!!!!!!
Wir hielten und
sprangen mit Karten
bewaffnet auf unsere
Freunde und Helfer zu.
Wir haben die Bullen mit
Fragen zur Straße, zur
schnellsten Route nach
Sydney und zur
Wettervorhersage
bombardiert.
Die Straße nach Moree
würde nächsten Monat
nicht mehr trocken
werden, und wir
mussten wieder 300km
nach Queensland fahren.
:-( Als wir wieder im
Auto waren, flippten wir
beide total aus: WIR SIND
DOCH KEINE
VERBRECHER! WARUM
SIND DIE ERSTEN
MENSCHEN DIE WIR IN
NEW SOUTH WALES
TREFFEN BULLEN?
naja, die haben uns
netterweise gesagt, welche Kneipe um diese Uhrzeit noch Sprit verkaufte, und dabei ganz vergessen nach
unserem Führerschein zu fragen!
Mit einem vollen Tank haben wir an dem Abend nochmal 150km in Queensland runtergerissen und dann
unauffällig im Auto gepennt.

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Zweiter Tag auf der Flucht
Es war einmal der 24.11.
Wir haben gestern Abend auf
einer Landstrasse zwischen
Casino und Warwick die
Staatsgrenze überquert und
zum Glück keine Bullen mehr
getroffen. In Casino konnten
man in der Library umsonst
surfen, und wir haben beide
Rechner für 90 Minuten
belegt. Wir haben eine eMail
von Sam (Sam+Bev haben
wir im Kakadu Nationalpark
getroffen) bekommen. Er
wohnt in Sydney und hat
Sat+Sun+Mo frei. Ob wir bei
ihm schlafen können wissen
wir noch nicht, aber zum
Partymachen sind wir schon verabredet.
In NSW sieht es anders aus. Der Highway #1 führt durch richtig hohe Wälder mit riesigen Bäumen. Zum
Pennen sind wir in einen Forstweg eingebogen, und haben unser Zelt neben dem Weg aufgeschlagen. Seit
ich diese (Ur-)Wälder gesehen habe, werde ich nur noch von der Schule am Pleiser Wäldchen und dem
Siegburger Förstchen reden.

Beim Abendessen haben wir Sam auf seinem


Handy angerufen: „Hi, this is fisherman Steve from
Germany. Am i speaking to fisherman Sam?“

Es war einmal der 25.11.


Nach dem Aufwachen bin ich erstmal im Wald
spazieren gegangen während Schäfer sich mit
seinem Buch ins Auto verzogen hat. Bei der
Rückkehr musste ich entsetzt feststellen, das ich
mir beim enthusiastischen Fotographieren (Knien,
Bücken und Klettern) einen Blutegel eingefangen habe. Ich hatte aber nicht die Ruhe das Viech zu

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fotographieren bevor ich mit ihm gekämpft habe.Wir fahren gerade nach Sydney rein. Sam wohnt 10
Busminuten von Sydney City entfernt, und wir können bestimmt eine Nacht bei ihm pennen. Sydney ist
cool. Mit dem Auto über die Habour Bridge, einen kurzen Blick auf das Opera House und dann wieder mit
dem Stadtverkehr kämpfen. Wir haben Sams Wohnung mit Hilfe einer Stadtkarte sofort gefunden. Bei Sam
angekommen haben wir Bier gekauft, Pizza bestellt und gefeiert. Sam teilt sich die Wohnung mit seiner
Freundin Bev(erly), Mark und Carlos+Pia. Sein Nachbar Jeff arbeitet für eine Kreditkartengesellschaft und
hat viel mit Computern am Hut. Ich bin direkt mal ein paar Stunden rüber gesprungen und habe mit dem
Uploaden der Bilder begonnen.

Erster Tag in Sydney

Es war einmal der


26.11.
Liebe Arbeiter und
Daheimgebliebenen!

Ich war was das RTB


angeht in letzter Zeit etwas
faul. Es ist auch nicht so,
das man beim Weltreisen
immer alle Zeit der Welt
hat. Ich sitzte jetzt in NZ
am Strand und versuche
niederzuschreiben, was
alles während der Woche
in Sydney passiert ist.

Wir sind (mal in der Garage, mal im Wohnzimmer) in der WG von Sam untergekommen. Die WG teilen sich
5 Leute. Zuerst wären da mal Carlos & Pia, die sich ein Zimmer teilen. Pia kommt eigentlich aus Schweden
und arbeitet nicht weit weg in einer Kneipe. Carlos verdient sich sein Geld als Kameramann mit halber
Stelle. Die beiden sind so der Techno-Disco-Pol in der WG und verbringen ihre Wochenenden mit einer
langen Party und dem Versuch sich wieder zu erholen.
Im kleinsten Zimmer wohnt Marc. Es wohnt nur halb in der WG und muss als einziger regelmässig früh
aufstehen. Als letztes ist da Sams Zimmer, in dem Beverly auf unbestimmte Zeit mitwohnt. Sam ist als
richtiges Hippiekind auf einem Bauernhof aufgewachsen. Er arbeitet als Telefonsupport für eine
Krankenhaussoftware 4 Tage die Woche von früh bis spät. Bev, eigentlich aus England, hat keinen Job und
auch kein Workingvisa. Dafür gehört ihr der Bus mit dem Sie und Sam in Kakadoo waren. Der Motor ist am
Ende ihrer Tour leider völlig kaputt gegangen.
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Wir sind also Sonntag den 26.11. im Wohnzimmer wach geworden. Ich habe aus den restlichen Konserven
ein Essen für alle gekocht. Als wir Marc bei seiner Frühstückszigarette auf dem Balkon Gesellschaft leisteten,
schlug er uns vor, eine BBQ-Party am Strand zu machen. Das hörte sich doch super an! Wir wollten uns aber
erstmal etwas ums Auto kümmern. Am Freitag war unser Flug nach Auckland, und das ist nicht viel Zeit um
ein Auto zu verkaufen. Die BBQ-Party sollte im Nielson Park steigen und wir haben verabredet am späten
Nachmittag nachzukommen. Dann haben wir angefangen das Auto auf Vorderman zu bringen: Ich sage
euch, so gut sah die Karre noch nie aus! Dann sind wir in die Stadt, und wollten das Auto beim Kings-Cross-
Car-Market abstellen. Das ist die unterste Etage in einem Parkhaus im „schlechtesten“ Teil von Sydney.
(„Schlechtesten“ heisst, daß das sowas wie ein sehr grosses Bonner Loch ist. ;-) ) In dem Parkhaus kann
man sein Auto gegen Gebühren zum Verkaufen hinstellen, und viele Leute kommen und sehen sich die
Karren an. Es ist schon speziell für billige Autos, die meistens von Backpackern vergewaltigt wurden. Die
allgemeinen Geschäftsbedingungen der KingsXCarMarkets beinhalten, das der, der sein Auto verkauft, am
nächsten Tag mit einem Karton (es gibt hier keine Kästen) Bier wiederkommt und allen die noch warten
eins ausgibt. Das Büro erklärte uns aber, das wir uns erstmal einen Report über die Straßentauglichkeit
(sogenannten „white slip“) von einer Werkstatt besorgen mussten. Da es Sonntag nicht ging, haben wir
unsere Bemühungen vertagt und sind zum BBQ gefahren.

Da ich ja eine australische Handykarte hatte, war es sehr leicht die anderen zu finden. Der Nielson Park war
ein supertoller Strand in Sydney mit Blick auf Sydney. Sam, Marc und noch vielleicht 8 andere Aussies waren
fröhlich am grillen und versuchten uns Cricket nahe zu bringen. Das Wasser war auch herrlich. Beim
Einpacken fanden wir zur Krönung noch eine grosse Schüssel mit leckerem Kuskus!
Diese Nacht haben wir wieder auf der Couch im Wohnzimmer geschlafen.

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Es war einmal die Woche in Sydney
Subject: RTB 27.11. bis 2.12.

Normalerweise schreibe ich jeden Tag einen kleinen Bericht ins Notitzbuch, aber während der Zeit in
Sydney hatten wir Besseres zu tun. Ich versuche trotzdem mal einiges von der Woche zu erzählen:
Am Montag sind wir mit dem Auto in die Innenstadt um uns den „white-slip“ in einer Werkstatt zu holen.
Wir haben dann auch eine gefunden, die es am gleichen Tag erledigte. In der Zeit haben wir 40 Flyers in
allen Backpackers verteilt. Einen von denen habe ich noch und werde ihn als Andenken mitbringen.

Später haben wir die Karre dann im Car-Market abgestellt. Da war aber nachmittags nicht mehr viel los. Wir
müssten wohl oder übel mal um 10am da sein um unser Auto erfolgreich anpreisen zu können. Am Montag
Nachmittag wollten wir aber lieber mal durch die Stadt laufen.

Um Geld zu sparen, sind wir jede Nacht bei Sam untergekommen. Um nicht mehr spät klingeln zu müssen
haben wir oft in der Garage geschafen. Da waren zwar überall Kakalaken, aber man wird ja hart im
Nehmen. :-)
Sydney ist eine tolle Stadt. Sam wohnte im
Stadtteil Glebe. Das ist westlich von der
Innenstadt. Kings-X ist östlich, und so sind
wir jeden Abend einmal durch die ganze
Innenstadt gelaufen. Mal einen Bogen über
das Opernhaus, mal durch den botanischen
Garten, mal zum Fischmarkt. Wirklich eine
sehr krasse, schöne, Stadt!

Am Mittwoch Morgen haben wir es dann das


erste Mal geschafft pünktlich im Car-Market
zu sein. Mir hat es da super gefallen:
Andauernd schenken einem Leute Bier! :-))
Wenn jemand eine Testfahrt machen wollte
mussten Schäfer und ich ihm den Schlüssel in
die Hand drücken, weil wir zu betrunken
waren. :-)) Bei der ersten Testfahrt mussten
wir die Karre sogar anschieben. Ups! :-) Die
Leute mit jonglieren anlocken und dann zu
einer Testfahrt beschwatzen hat mir echt Spaß gemacht. Schäfer hat mit Gorden, einem Schotten der
versuchte seinen Bus zu verkaufen auf einer Bank gesessen über das Reisen philosophiert und Bier
getruncken (G und ich hielten Krüger für den idealen Autoverkäufer).

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Manche armen Kerle standen
aber schon seit über 10 Tagen
mit ihrem Auto da. Denen hat
es natürlich keinen Spass
mehr gemacht „unter Tage“
zu hocken.
Unser Auto war mit 1000$
(gekauft für 1200$) das
billigste im ganzen Car-
Market. Am Donnerstag
Abend (Freitag war der Flug)
mussten wir dann schon fast
für 500$ verkaufen. Doch
Schäfer ist losgelaufen und
hat den Flug auf Sonntag Nachmittag verschoben. Das gab uns dann natürlich mehr Luft um das Teil
loszuwerden. Am Donenrstag Abend haben es dann um 20:00 aber doch noch die zwei 18jährigen
Franzosen für 940$ gekauft. Bei der letzten Testfahrt hat sich der Motor so schlecht wie noch nie angehört.
Viel Glück Jungs!
Durch den flotten Verkauf (nur 2½ Tage „unter Tage“) hatten wir das ganze Wochenende frei.
In Sydney sind Schäfer und ich einmal ins Kino gegangen: High Fidelity ist ein Superfilm!
Der neue Organizer (Garantie über eMail in Anspruch genommen) ist auf den letzten Drücker bei Sam
angekommen. Jetzt musste ich nur noch den alten (kaputten) Organizer zurückschicken und würde das
Geld für den neuen zurückgebucht kriegen. Da es aber auf den letzten Drücker war, habe ich ihn mit zum
Flughafen genommen um ihn am Montag von Auckland aus zu verschicken.
Ich will heute noch die ersten Wochen von NZ ins Reisetagebuch schreiben und schliesse damit, das nach
der Downphase und dem Stress in Queensland Sydney richtig Spass gemacht hat!

Der letzte Tag in


Sydney
Es war einmal Sonntag
der 3.12.
Wir sind morgens im Wohnzimmer
mit einem Kater aufgewacht. Da
Sam letztes Wochende bei seinen
Hippie-Eltern in Byron Bay zu
Besuch war, wurden während der
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letzten Woche viele Joints in der WG geraucht. An unserem letzten Abend haben wir dann auch mal
probiert: Aber natürlich nicht inhaliert!
Unser Flug ging um 6pm. Wir haben beschlossen ein Taxi zum Flughafen zu nehmen, was für 2 Personen
auch schon fast das Billigste war. Wir genossen eine ausgiebige Dusche und da ausser Bev keiner in der WG
war, belegten wir das ganze Wohnzimmer mit unseren Rucksäcken. Seit
Bali mussten wir nicht mehr so viel in ihnen unterbringen! Bev verabschiedete sich gegen Mittag von uns
und wir waren ganz alleine in der Wohnung. Ich habe nochmal versucht UPS zu erreichen um den Organizer
doch noch los zu werden. Doch da Sonnatg war, war unter meiner UPS-Telefonnummer keiner zu erreichen.
Ich hab den alten (kaputten) Organizer fertig verpackt und beschlossen ihn als Handgepäck mit nach
Auckland zu nehmen und ihn dann Monatg abzuschicken.
Vor der Abreise gab es noch ein letztes, superleckeres Resteessen: Am Abend vorher habe ich „Salat a la
Chrissi Krüger“ gemacht und abends hat uns noch eine Küchenhilfe aus Pias Kneipe einen halben Leg-Ham
geschenkt.
Dann haben wir uns von Nicole (Nachbar Jeffs Frau) ein Taxi rufen lassen. Das Taxi war sein Geld auf jeden
Fall wert. Völlig entspannt sind wir am Flughafen eingetrudelt und unser Flug hatte sogar noch ein bisschen
Verspätung.

Im Flugzeug habe ich einen holländischen Piloten getroffen, der gerade 2 Monate in NZ verbracht hat und
mir mal seine MUST-DO Punkte auf einer Karte eingezeichnet hat. Vom Flughafen ging es mit dem
Shuttlebus zum Backpackers in der City. Eine Minute nachdem wir eingecheckt haben, ist mir aufgefallen,
das der Organizer noch im Shuttlebus lag!!! Ich habe bis Morgens um halb drei versucht das Teil
wiederzubekommen. – Ohne Erfolg. Auch wenn der Orga kaputt ist, ist er wegen der Garantie noch 800 DM
wert. Die kann meine Reisekasse natürlich gut gebrauchen.
Naja – Wahrscheinlich müssen solche Sachen passieren, damit wir uns kein Bein brechen. ;-)

Unser erster Tag in Auckland


Es war einmal der 4.12.
Wir haben erstmal ausgepennt und mit dem Koreaner auf unserem Zimmer gequatscht. Dann habe ich
weiter versucht an den verlorenen Organizer zu kommen. Immer noch ohne Erfolg. :-(

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Später sind wir dann mal in die Stadt gelaufen. Nach einer Woche in Sydney konnte uns Auckland nicht so

viel bieten. Da NZ genau so wie Australien Angst um seine Natur hat, mussten wir alles Essbare der WG-
Küche spenden.
Nachdem wir uns mit dem nötigsten ausgestattet haben (Ohne Auto, gibt es leider keine Chance mehr für
solche Goodies wie den 4l-Tomatensoucenkanister), bin ich in alle möglichen Computer- und Telefonläden
gegangen und habe die Chancen für eMail-On-The-Road (wie Anfangs in Australien) abgecheckt.
Eine neue Tastatur (die alte hat den Outback auch nicht überlebt) kostet 400$ und vom Telefon her klappt
das auch alles nicht. Schade! Das heisst im Klartext, das wir immer nur in Internetcafes eMails schreiben
können (oder bei netten Gastgebern). In Internetcafes wird meistens pro Minute abgerechnet, was einen
immer etwas unter Zeitdruck setzt.
Das Reisetagebuch schreibe ich wie die Menschen vor 50 Jahren mit einem Stift in ein echtes „notebook“
und tippe es dann bei Gelegenheit Ins Netz. Das kostet alles viel Zeit und so können wir leider weniger
eMails schreiben/beantworten. Das wird sich bis Ende der Reise nicht ändern. Dennoch wird jede email an
skrüger@gmx.de irgendwann gelesen und wir freuen uns auch jedesmal was aus Deutschland zu hören.
Am Abend war ich das erste mal seit wir auf Reise sind bei McDreck. Ich konnte dem Montagsangebot von
80Pfennig für einen Hamburger nicht wiederstehen.
Abends hat Schäfer noch die Kneipe in der Jugendherberge abgecheckt. Ich war viel zu müde und wegen
der Check-Out-Time wollte ich noch möglichst viel Zeit im richtigen Bett verbringen.

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„Ian und Eric“
Es war einmal der 5.12.2000
Wir wollten heute Auckland verlassen und mit dem
Trampen anfangen. Das erste Happening des
Morgens war, das Schäfer seine Kamera nicht
finden konnte. Brainstorming ergab, das er sie im
Flugzeug vergessen hatte. Er hatte mit seinen
Telefonaten mehr Glück als ich, denn Air NZ konnte
ihm sagen, das sie eine solche Kamera gefunden
hatten. Wir haben also beschlossen, nochmal
einzeln durch die Stadt zu laufen, und dann zurück
zum Flughafen zu fahren.
Ich kaufte erstmal einen Lonely-Planet NZ und
einen kleinen Straßenatlas. Ich schlenderte aus
Interesse in einen Outdoorladen wie Steppenwolf.
Da habe ich die absolut besten Dosenöffner
gefunden wie auch Noddy im Outback einen
benutzte.

Ich fragte das Personal nach allen möglichen Kleinigkeiten, denn schliesslich bin ich jetzt ein Fulltime-
Outdoorer. Ich weiss nicht, ob wir es euch geschrieben haben, aber auf den Whitsunday Islands ist erst
Schäfers und dann meine supergute und superteuere Thermarest-Isomatte wegen Hitze kaputt gegangen.
Die Laminierung hat sich abgelöst, und beim Aufblasen entstand eine grosse unbequeme Blase. Ich hab mal
wegen der Lifetime-Garantie nachgefragt, und da sie 4 Stück von der Sorte auf Lager hatten, konnte ich mit
2 nagelneuen Isomatten im Ettikettenwert von 478 NZ$ aus dem Laden spazieren! Wow, was war das doch
für ein guter Start in den Tag!

Nachdem wir den ersten Airportbus verquatscht haben, haben wir Auckland Richtung Flughafen verlassen.
Während Schäfer seine Kamera abholte, hab ich mich persönlich bei der Flughafenpolizei vorgestellt um
nochmal wegen dem Organizer nachzufragen. Normalerweise findet alles was in den Bussen vergessen
wird wohl den Weg zu ihnen, aber mein Packet hatten sie (noch?!) nicht. Nach 20 Minuten „auf der Wache“
hatte ich wenigstens einen „Lost Property“-Wisch in der Hand. Vielleicht kann ich ja damit was wegen den
800 DM bei TRG erreichen.

Danach sind wir das zweite Mal seit der Reise zu McDreck gegangen. Wir konnten dem Dienstagsangebot
von einem Cheesburger für 90Pf nicht wiederstehen. ;-)

61
Jetzt waren wir aber bereit für die Straße und versuchten Richtung Süden mitgenommen zu werden. Die
ersten 15 Minuten leider ohne Erfolg. Dann fingen wir an zu jonglieren, aber alle Autos die anhielten,
fuhren nach Auckland rein. Nach einer halben Stunde standen wir immernoch vorm Flughafen und hofften
auf Hilfe.
An alle Inhaber eines Kraftfahrzeugs: NEHMT ANHALTER MIT GROSSEN RUCKSÄCKEN IMMER MIT! Nach
einem weiteren Stück Ewigkeit hielt endlich jemand an. Im Auto sass ein Flughafenangestellter in der
Uniform der Quarantänepolizei. Er sagte, er wohnte eigentlich ganz nah, würde uns aber zur Autobahn in
unsere Richtung bringen wenn er schnell seine Uniform zu Hause los werden könnte. Als wir uns darauf
einliessen auf einen Tee oder Kaffee bei ihm mitzukommen, wollte er noch loswerden, das sein Partner ein
Mann war. Das war uns natürlich total egal. Er und Ian wohnten in einem Haus zusammen mit 4 Kindern.
Erics Partner Ian war zu aller Besonderheit auch noch ein Maori (Das Urvolk Neuseelands, aber nicht mit den
Aborigines vergleichbar).
Wir wurden sehr herzlich aufgenommen und zu Kaffee und Ians selbstgebackenen Peanutcookies
eingeladen. Es war so nett, das wir garnicht mehr weg wollten. Und als Eric uns zur Autobahn fahren
wollte, baten wir, im Garten campen zu dürfen. Wir waren willkommen! Wir tranken also weiter mit den
beiden Kaffee und hörten uns ihre interessanten Geschichten an. (und sie sich unsere) Eric arbeitet wie
gesagt bei der Quarantänepolizei am Flughafen und hatte diese Woche eine ganz brutale Frühschicht. Er
muss von 5am bis 3:30pm arbeiten (4 Tage die Woche). Sein Partner Eric hat seit 2 Jahren aufgehört zu
arbeiten um sich fulltime um das Haus, das Kochen und besonders die Kinder zu kümmern. Ihr fragt euch
bestimmt wo die Kinder herkommen. Nun, keiner von den beiden ist der leibliche Vater. Als Maori ist Ian
einer von 12 Geschwistern. Und ich zitiere ihn mal : „Even tough I love all my brothers and sisters deeply,
many of them are shit when it comes to beeing parents.“. Und so wohnen bei ihnen immer zwischen 4 und
8 Kindern. So wie es für uns den Anschein hatte, machten die beiden ihren Job als Eltern gut! Als Hobby war
Ian Sänger. Und da er wohl ziemlich gut war, hatte er jetzt vor Weihnachten und Sylvester viel zu tun. Wir
haben ihn an dem Abend zu seiner Chorprobe begleitet und mussten da natürlich auch unsere
Jonglierkünste zum besten geben.
Als wir wieder „Zuhause“ waren, war Erik längst im Bett. Wir saßen noch lange mit Ian in der Küche, und als
ich erfuhr, das er eine Internet-Flatrate hatte war klar, das Schäfer und ich noch lange nicht schlafen gehen
würden. (Sie haben uns übrigens nicht im Garten campen lassen, sondern auf der Couch im Wohnzimmer
untergebracht) Ich habe alle Bilder von der Kamera hochgeladen und Software zum Chatten installiert.
Dann ging eine „Achtung ich bin jetzt im Chat“ Mail rum, und ich wartete nicht lange bis ich Jims Getippe
auf dem Bildschirm hatte: WAS FüR EIN GEFüHL! Später kamen auch noch Wolf, Markus, Gregor und ganz
am Ende sogar Yvonne in den Chat. (Dank an Jim für das Management!). Wir waren beide noch wach als
Erik zur Arbeit musste, und als wir um 7am endlich Schluss machten, war das halbe Haus schon auf den
Beinen.

62
Es war einmal der 6.12.
Bei Ian und Eric haben wir bis ca. 11h Morgens noch ein bisschen geschlafen. Müde waren wir natürlich
trotzdem noch. Ian hat uns dann ein super-mega-tolles Breakfast aufgebaut. Es gab alles um sich so richtig
den Magen voll zu schlagen. Dann haben wir für die beiden noch ein paar Photos von Kindern, Haus und
Garten gemacht und auf den Rechner gezogen. Wir haben auch die Lonely Planets Indonesia und India bei
ihm gelassen und so garantiert, das wir im Febuar wieder reinschauen würden. So gegen 3pm ist der
Abschied dann gekommen. Wir haben uns noch von ihm beraten lassen was ein gutes Tagesziel wäre, dann
hat er uns netterweise bis zum Ende des Motorways gefahren (Bestimmt 30 Minuten Fahrt!). Dabei hat er
uns erzählt, das Eric am Anfang ihrer Beziehung oft von Wellington zu ihm nach Auckland getrampt ist.
Daher waren sie beide sehr gut zu Anhaltern.Dann kam der Abschied und wir standen an der Straße. Aber
keine 2 Minuten, und schon wurden wir mitgenommen. Das Trampen funktionierte plötzlich super gut und
wir standen irgendwann am Wasser und konnten zur Coromandel-Halbinsel rübersehen. Eine Frau bei der
wir nach Wasser fragten, sagte uns in 20, vielleicht 30 Minuten Fussmarsch würde ein Laden kommen. Wir
sind dann eine Stunde der Straße gefolgt, aber ausser Farmen haben wir nichts gefunden. Als es anfing zu
dämmern, sind wir zu einem der Häuser gelaufen. Noch bevor wir fragen konnten wurde uns angeboten im
Garten zu zelten. Wirklich sehr nett die Kiwis!
Wir bauten unser Zelt auf und quatschten ein bisschen mit dem Farmer. Lustiger Weise hatte er einen
deutschen Praktikanten aus Dachau, der in NZ Landwirtschaft studierte. Er hiess Coby und hat sich auch
schon in unser Gästebuch eingetragen. Danke nochmal an deinen Boss! ;-) Wir waren natürlich total müde
von der Internetsession letzte Nacht und sind schnell eingepennt.

Es war einmal der 7.12.2000


Der deutsche Praktikant Coby hat uns um 11am durchs Zelt gefragt, ob wir im Zelt erstickt wären. Er und
Farmer Svivels waren seit 5 Uhr auf den Beinen um die Kühe zu melken. Coby meinte er wäre noch mal eine
halbe Stunde im Stall und beschrieb uns wo die Duschen waren. Als unsere Sachen gepackt waren und wir
etwas im Magen hatten, kam auch Farmer Svivels zum Haus zurück. Wir nahmen sein Angebot eMails zu
checken dankend an. Wir wollten nicht länger als eine Stunde an seinem Rechner hängen (und das ist nicht
viel bei unserer eMailflut) und dann die „Road hitten“. Während Stefan und ich abwechselnd am Rechner
saßen, liess ich mir von Farmer Svivels ein bisschen was über die Farm erzählen. Um uns Kinder der
Industriegesellschaft etwas weiterzubilden, gebe ich hier mal ein paar Zahlen wieder: Auf Svivels Dairy Farm
leben 264 Kühe und ein paar Bullen. Jede Kuh ist über 1000 DM wert. Eine Kuh wird zweimal am Tag
gemolken und gibt ca. 30l/Tag. Mit 260 Kühen verdient er so ca. 700DM/Tag alleine an Milch. Alle Kühe
werden künstlich mit Sperma aus den USA beglückt. Einmal im Jahr werden die Kühe „trocken gelegt“, d.h.
sie geben keine Milch mehr und stehen den ganzen Tag auf der Weide rum. Das ist die Zeit wenn Farmer
Svivels auch mal Reisen, Ausschlafen und Fischen gehen kann. Wir haben dann noch ein Photo von Svivels
und Coby gemacht und uns dann aufgemacht. Nach einem Kilometer fanden wir einen Verkaufsstand von
einer Familie mit Gemüsegarten. Hier haben wir für 3$ eine Tüte „Stirfry“-Gemüse und 6 Eier gekauft. Ich
finde es jedesmal schön wenn alle Eier unterschiedliche Grössen haben.
63
Wir wollten schon am Abend den hotwaterbeach erreichen. Das ist der Strand von dem Schäfer schon in
Deutschland geschwärmt hatte. Bei Ebbe kann man sich eine Badewanne buddeln die sich dann man ca. 60
Grad heissem Wasser füllt! Zusammen mit dem Meerwasser kann man sich so einen angenehmen spa
temperieren. Nach drei Mitfahrgelegenheiten und einer kleinen Wanderung hatten wir dann endlich den
Strand erreicht. Trotz no-camping-signs haben wir unser Zelt in den Dünen aufgebaut. Bei Ebbe sind wir
dann zu der beschriebenen Stelle gegangen. Die thermalen-Aktivitäten traten aber bloss an einem kurzen
Abschnitt des Strands auf und so tummelten sich dort nach kurzer Zeit so um die 30 andere Touris. Die
waren mit Spaten allerdings besser ausgerüstet als wir. Es war kaum möglich mit den Händen zu graben
und der Wellengang zerstörte alle Versuche der angesammelten Menschen wieder. Lediglich drei Kerle
schafften es sich auf dem hinteren Teil einen annehmbaren spa zu bauen. Die zeigten dafür richtigen
Einsatz. Wir begnügten uns an diesem Abend damit im warmen Sand zu liegen und zum Zelt
zurückzustapfen.

Es war einmal der 8.12.2000


Wir sind nach unserer ersten Nacht in den Dünen ziemlich spät aufgewacht. Es war schon zu spät um an
diesem Morgen die Ebbe zu erwischen. Deswegegn konnten wir keinen weiteren Versuch einen spa zu
bauen starten. Wir sind dann später in Richtung des nahegelegenen Campingplatzes augebrochen da wir
von da aus weitertrampen wollten.
Als wir ankamen frühstückten wir erst mal lange und stellten dann fest, das es eigentlich schon wieder zu
spät war sich den Stress des trampens anzutun. Also beschlossen wir noch eine Nacht dranzuhängen. Wir
fingen an zu kochen und da stellte ich zu meiner Bestürzung fest
das ich einen meiner Schuhe am Strand verloren hatte. Ich hattte sie auf dem Hinweg an mein Backpack
gebunden, von wo sich einer gelöst hatte. Es war dummerweise auch noch der Schuh in dem die 100 US$
Note versteckt war. Fluchend liess ich Krüger zurück und machte mich auf die Suche. Es war schwierig da
die Flut gerade ihr höchstes Level erreicht hatte und ich durch böse Felsen klettern durfte (barfuss)!
Ich hatte eigentlich wenig Hoffnung den Schuh noch zu finden, da ich fast den ganzen Hinweg im Wasser
gelaufen war, und das bei Ebbe.
Glücklicherweise hatte aber
jemand den Schuh gefunden und
diesen, an einem Stock
festgebunden, an eine sichere
Stelle am Strand gebracht.
Nachdem wir gegessen hatten
gingen wir im Meer baden und
jonglierten nachher zum
Warmwerden. Danach gesellten
wir uns zu einem Kiwipärchen die
rauchend den Sonnenuntergang
beobachteten. Im Dunkeln
versuchten wir dann noch mal zu passen, hatten aber kaum noch Erfolg.
64
Es war einmal der 9.12.2000
Wir sind zum zweiten mal an unserer Campingstelle in den Dünen aufgewacht. Da wir wieder nichts zum
essen hatten sind wir wieder zum Campingplatz aufgebrochen. Da das Wochenende begonnen hatte war
der Strand mit Menschen überfüllt. Am Campingplatz habe ich dann unsere beiden Kiwis wiedergetroffen.
Sie boten uns an mit ihnen zum Cathedralcove zu fahren. Da wir da eh noch hinwollten nahmen wir
dankend an. Wir stellten unsere backpacks in Tonis und Richards Zelt unter und machten uns dann mit
Kaffeezeug auf den Weg.
Auf dem Parkplatz hat Krüger dann dummerweise seine Kameratasche falschrum an seinem Gürtel
befestigt. Beim öffnen war dann die Panne passiert... Die Digicam nahm Bodenkontakt auf und war danach
nicht mehr anzukriegen. Wir machten uns dann doch in Richtung Strand auf. Ein 30-Minuten langer
Spaziergang führte uns durch einen
beeindruckenden Wald aus Palmen, Farnen
und Nadelbäumen. Zu einer Seite war fast
immer das klare Meer zu sehen.
Cathedralcove ist eine Höhle die zwei Strände
verbindet und die bei Flut unter Wasser steht.
Die Höhle läuft nach oben spitz zu, daher der
kirchliche Name. Der Strand war ziemlich leer
und die Wellen waren einzigartig. Nach einer
Weile hatten wir den Dreh raus richtig in die
bis zu 2 Meter hohen Wellen
hineinzuspringen und dann auf ihnen bis zu
10 Meter zum Strand zu reiten. Der Schaum des Wassers war einzigartig. Wir haben noch nie so klares
Wasser mit so weissem Schaum gesehen!
Wir machten Kaffee, lasen die Zeitung und quatschten. Toni war 25 und arbeitete als Posti in Auckland und
war vorher ein Jahr in Japan gewesen. Richard war 31 und war Videotechniker. Die beiden wollen sich im
nächsten März über Asien nach England aufmachen um dann da ein Jahr zu bleiben. Nachdem wir den
Strand verlassen hatten kauften wir in einem Supermarkt ein und schlugen unser Zelt bei Toni und Richard
auf dem Campingplatz auf, die dann ihre Autobatterie strapazierten um den ganzen Abend Musik zu hören.
Der Campingplatz hatte ein Badehaus mit eigenen spas. Das war zwar nicht daselbe wie am Strand, aber
trotzdem noch ziemlich toll. Wir sind dann zwischendurch noch mal ins Meer und dann zurück in unsere
Wanne.

Stefan S. am 18.12.2000

Es war einmal der 10.12.2000


Als wir aufgestanden sind waren Toni und Richard schon fast mit dem Packen fertig.Es dauerte noch 10
Minuten dann mussten wir uns schon wieder von ihnen verabschieden. Wir waren nochmal am Strand und
65
machten uns dann ans Trampen. Als wir schon 30 Minuten gewandert waren ohne das jemand sich
erbarmte, hielt endlich ein Wohnmobil mit einer israelischen Familie. Sie haben uns dann sehr weit
mitgenommen und uns nach ca. einer Stunde bei Waihi abgesetzt. Da haben wir dann unsere Vorräte
aufgestockt und uns wieder auf den Weg gemacht.
Der Kiwi der uns danach mitnahm hat uns das erste Mal Kiwiplantagen gezeigt und uns dann bei einem
Campingplatz abgesetzt. Da gab es ein Thermalbecken das wir dann auch lange ausgenutzt haben. Später
haben wir uns in den Fernsehraum gehockt, wo ein Film über zwei Brüder aus Montana lief. Das witzige
war, das der Film in der Nähe von Bozeman gedreht worden war, wo unser Freund Troy herkam. So klein ist
die Welt!

Es war einmal der 11.12.2000


Da wir so lange in die Flimmerkiste gesehen haben sind wir erst sehr spät aufgestanden. Krüger war noch
mal baden gegangen und ich traf ihn bei Frühstück wieder. Wir haben vor dem Fernseher dann auf
besseres Wetter gewartet und sind deswegen noch später weggekommen. Nach unserem ersten ride
haben wir dann dummerweise unseren Straßenatlas im Auto liegenlassen. Trotzdem haben wir es noch bis
nach Rotoura geschafft. Als wir durch diese Stadt fuhren stank es aber unerträglich im Auto. Das lag aber
nicht wie wir zuerst annahmen an den Verdauungsstörungen unseres Fahrers sondern an den thermalen
Aktivitäten die hier verstärkt auftreten. An diesem Abend las ich „the godfather“ zuende, den ich förmlich
verschlungen hatte. Krüger hatte mich
deswegen nur noch mit Don Schäferle
angeredet.
Mittlerweile ist er aber nicht mehr von dem
Buch zu trennen.

Es war einmal der 12.12.2000


Wir haben uns langsam an das Leben als
Tramper gewöhnt. Alles hat sich soweit auf
unseren neuen Lebensstil eingespielt.
Lange ausschlafen, lesen, frühstücken, und
dann irgendwann auf die Straße kommen.
Heute hatten wir allerdings nicht soviel
Glück. Nachdem wir eine kurze Strecke
mitgenommen worden waren standen wir
zwei Stunden an der Straße. Alles
jonglieren half nichts. Die Leute lächeln
einen an, klatschen, hupen, applaudieren,
aber sie halten nicht. Auch nicht wenn sie
alleine fahren, was einen dann doch schon
sehr nerven kann. Als es dann auch noch
66
anfing zu regnen sank unsere Stimmung noch weiter. Am Ende wurden wir dann doch noch von einer
Pilotin mitgenommen die Mitleid mit uns hatte. Wir kamen nach Taupo wo Krüger dann in einen Laden
ging um sich neue Digicams anzusehen. Ich ging in das Internetcafe um die Ecke wo ich die
Fussballergebnisse aus Deutschland ansehen wollte. Eine Sache von 5 Minuten.
Danach wollte er mich da abholen. Nach einer halben Stunde war er aber immer noch nicht da und so ging
ich zu dem Laden, wo er aber natürlich nicht mehr war. Da ich das gesammte Geld hatte ging ich erst mal
in den Supermarkt und kaufte Toast und Äpfel. Damit setzte ich mich dann in den Park vor das Internetcafe.
Als Krüger 2 Stunden später (insgesammt 3 Stunden zu spät) immer noch nicht aufgekreuzt war wurde es
nervig.
Als er dann endlich kam hatte er alle Computerläden der ganzen Stadt abgesucht. Ohne Erfolg! Der
Kodakladen hätte die Kamera einschicken müssen, was über Weihnachten 3 Monate gedauert hätte, und
neue Digicams kosten in Neuseeland fast doppelt soviel wie in Deutschland. Das war es also erstmal mit
Bildern für die Webpage. Auf dem Campingplatz haben wir dann Tom aus München getroffen, mit dem wir,
nachdem wir im Kino waren, noch ein paar Bierchen getrunken haben.

Taki und Doreen


Es war einmal der 16.12.
Ich habs geschafft ziemlich früh
aufzuwachen, und da wir den
Campingplatz nicht bezahlt hatten, hab
ich Stefan und Tom auch geweckt.
Nach 15 Minuten standen wir mit
laufendem Motor vorm Klohaus und
warteten auf Schäfer ... ... ... Als wir
dann endlich rausgefahren sind, ging
es erstmal zu dem Rundweg, den mir
die Frau von der Rezeption als sehr
sehenswert empfohlen hat. Ich hab die
andern beim Frühstücken alleine
gelassen und bin spazieren gegangen.
Es war wirklich ein sehr schöner
Spazierweg. Alle paar Hundert Meter
kamen kleine, natürliche Tunnel. So ein
Spaziergang ist ein guter Start in den
Tag!
Als ich wieder zum Parkplatz kam, waren Tom und Schäfer auch auf dem Rundweg, und ich bin in dem
Fluss schwimmen gegangen: EIS-KALT!!!

67
Dann kamen irgendwann die beiden wieder. Sie holten aber nur schnell eine Lampe, weil sie eine Höhle auf
eigene Faust erkunden wollten. Ich bin mit ein paar Postkarten beim Auto geblieben. Als sie wieder kamen
wurden Nägel mit Köpfen gemacht: Tom wollte bald nach Auckland aufbrechen. Wir wollten weiter in den
Süden. In Otorohanga, einem Städchen auf Highway 3, haben wir unsere Backpacks aus dem Auto geräumt
und zum Abschied nochmal mit Tom in einem Straßencafe gegesen (Das Essen war schlecht, selber Kochen
ist immer besser). Dann ging es mal wieder ganz schnell, und schon wieder ist ein Travelfriend gekommen
und gegangen.
Wir haben im Örtchen noch eingekauft und haben uns dann am Ortsausgang zum Trampen hingestellt. Es
hielt aber auf Teufel komm raus keiner an, und da haben wir einfach ein Zugticket nach Wellington gekauft.
Am nächsten Morgen um 11:30 ging unser Zug. Wir haben also beschlossen die Nacht hier zu verbringen,
und sind beim ersten Haus mit Garten auf die Veranda gelaufen. Die Leute waren ziemlich baff, als ich in
einem Satz sagte, wer wir sind, woher wir sind, und, das wir in ihrem Garten campen wollten. Es wurde uns
gestattet. Als wir anfingen auszupacken kam der Hausherr langsam zu uns über den Rasen geschlendert. Er
hiess Taki und war 57. Seine Heimat waren die Cook-Inseln und er war mit einer weissen NZlerin
verheiratet. Sein Englisch war etwas gebrochen. Beim chatten luden wir ihn zu Kaffe und Keksen in seinem
eigenem Vorgarten ein. Als ich dankend ablehnte im Haus zu schlafen, versuchte er mir mit grösster Mühe
die Intuition seiner Gastfreundschaftlichkeit zu beschreiben. Er meinte wohl sowas wie echte Nächstenliebe
und fragte uns auch, ob wir schonmal was vom Christentum gehört hätten. :-)))
Wir sind mal wieder von der Reiseleitung zu Super-Leuten gebracht worden! Nach unserem Kaffee wollte er
uns das Dorf zeigen. Wir sind mit ihm zu seinem Schwager auf die Farm gefahren und haben beim
Kühemelken zugesehen. Danach ging es zum Haus vom anderen Schwager von wo aus man eine Aussicht
auf das ganze Städtchen hatte. Dann wurden uns noch alle Kirchen der Stadt gezeigt (vom Auto aus) und
das war interessanter als man denkt. Trotz gerade mal 2500 Einwohnern gibt es eine Baptist Church, eine
Anglican Church, eine Presbytian Church, eine Methodist Church und auch eine Catholic Church. Eine Kirche
für je 500 Seelen.
Als Taki uns dann auch noch den Bahnhof zeigte mussten Schäfer und ich schon etwas schmunzeln. Aber
Taki schien wirklich Freude zu haben uns rumzuführen. „Zuhause“ gab es dann ein leckeres Abendessen und
da Taki bis zum 19. Lebensjahr in Polinesien aufgewachsen ist, wurde alles mit den Händen aus den
Schüsseln genommen. Und ich ich krieg zuhause gesagt, mich bei Fremden zu benehmen. ;-) Nach dem
Essen gaben wir eine Jongliershow und wurden so noch ins Familienvideo aufgenommen. Jetzt liege ich auf
der Matratze im Gästezimmer, bin zufrieden und mache die Augen zu.

Es war ein mal der 17.12.


Bei Taki bekamen wir ein tolles Frühstück. Dann fingen wir an unsere Sachen zu packen. Wenn man auch
nur eine Nacht rastet, dauert es immer wieder lange die ganzen Sachen im Backpack zu verstauen. Taki
hatte an diesem Morgen einen Wettkampf in einem Sport, dessen Namen ich leider nicht genau weiss. Es
ist ein bisschen so wie das, was die Franzosen spielen. Man versucht Kugeln möglichst nah an eine kleine
weisse Kugel zu rollen. Das ganze wird auf feinstem Rasen gespielt. Es scheint aber eher ein Sport für ältere
Leute zu sein.
68
Als wir auf dem Spielfeld ankamen, spielten da ca. 100 Opis und Omis. Alle ganz in Weiss gekleidet. Alle
Opis interessierten sich für uns, und Taki war mächtig stolz, das er unser Gastbgeber war. Wir konnten aber
nicht lange da bleiben da wir unseren Zug erreichen mussten. Als wir am Bahnhof auf den Zug warteten,
kam Takis Frau Doreen noch vorbei und wir konnten sie nicht davon abbringen uns noch 20$ zuzustecken.
Sie sagte she felt like doing it, and she always dös what she felt like. Danke Doreen!
Die Zugfahrt verging schnell, da wir direkt ins Gespräch mit einem Kiwi kamen. In Wellington angekommen
ging es erstmal ins Backpackers. Die Fähre für den nächsten Morgen war schon gebucht. (In Wellington
geht rüber zur Südinsel).
Schäfer hat sich im Internet noch nach dem FC erkundigt, und ich bin Don Corleone verfallen.

Es war einmal der 18.12.


Am Morgen sind wir mit der Fähre zur Südinsel übergesetzt. Unser Plan ist ja, möglichst schnell nach ganz
unten zu kommen, um dann in Ruhe wieder hoch zu reisen.
Wir haben uns so an den Komfort von Bus und Bahn gewöhnt, das wir noch auf der Fähre das nächste
Busticket nach Christchurch und weiter nach Te Anau gekauft haben.
Bis Abends saßen wir also im Bus und sind dann in Christchurch in das Charlie Bees Backpackers gegangen.
Im Bus haben wir beschlossen die Idee, mit dem Floss im Fjordland rumzuschippern, in die Realität
umzusetzen.

Es war einmal der


19.12.
Wir hatten heute viel vor:
Gestern im Bus nach
Christchurch haben wir mal
grob eine Liste gemacht, was
wir alles besorgen und
erledigen müssten, bevor wir
ein Floss bauen könnten. Weil
es kaum an einem Tag zu
erledigen war, haben wir die
Weiterfahrt noch nicht gebucht.

Der zeitintensivste Punkt auf


der Liste war auf jeden Fall, das
Reisetagebuch ins Netz zu
stellen, damit ihr auch mitkriegt
was wir hier so machen.
Während ich mit dem Abtippen
anfing, hat Schäfer versucht gebrauchte Traktor-Innertubes zu besorgen. Nach stundenlanger Latscherei
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durch die City hat er 5 Stück für 20$ bekommen. Dann war er drann weiterzutippen, und ich bin Seile und
Werkzeug besorgen gegangen.

Da Dienstag war haben wir uns andauernd das McDreck Angebot von einem Cheesburger für 90Pf
reingezogen. Ich will garnicht wirklich drüber nachdenken!

Als ich einen Blinker zum Angeln kaufen wollte, wurde mir meine Hoffnung auf massenhaft Fisch etwas
getrübt: Im Fjordland gibt es wohl nur ein paar Forellen und ohne Rute würde ich es nicht schaffen die
rauszuziehen. Und ohne Angelerlaubnis dürfte man das sowieso nicht. Wahrscheinlich werden wir also
nochmal 100$ los, um nicht an Weihnachten trockenen Reis essen zu müssen.

70
From: Stefan Krüger_
Sent: Monday, December 18, 2000_
To: TRG Support, Brock Hudson_
Subject: Stefan Krueger’s TRGpro_

Dear Mr. Hudson

You might wonder why I didn’t send the old TRGpro back jet. I received the new one via UPS on my last day
in Sydney, a saturday. The UPS telefonenumber I had, told me to try again on monday. As my flight to
Auckland was on Sunday, I decided to send it from Auckland. I packed the old one in the parcel, like the
new one, and took it as my handluggage with me on the plane. And then I had the pitty to leave it in the
shuttlebus to town. Minutes later I started called all shuttlebus companies from the yellowpages, but no
success. There is a new law in NZ, that makes it very easy for everybody with a driving-license to start a taxi
company. I must have jumped in a very small and new companies bus.

I also called the airport police that night, and they said, that they usually get all left luggage from the
taxies. But nothing was given them till monday.

On Tuesday I went back to the airport and filled out a Lost Propery Report at the airport police station. I
called them again yesterday, but nothing like that parcel has been given to them.

Now all I have left is that Lost Porperty Report, and no old TRGpro.

I am aware that the warrenty replacement is only complete when I send you the old (broken) TRGpro.

Are the 350 $US you charged my VISA card lost?

Or can you take that police report for the broken TRGpro?

Hoping the best for my travel-budget,

Stefan Krueger

Christchurch

PS: I might not be able to check emails for the next two weeks.

71
Es ist der 20.12.
Heute morgen haben sich
Schäfer und ich erstmal
verloren. Das hat aber
keinen in Panik versetzt,
sondern wir haben uns
einfach selber eMails
geschrieben.
Die letzten Besorgungen
für die Floss-Expedition
sind im Gange. 4 Karten
(1:50.000) waren teurer als
das Werkzeug und alle
Seile zusammen. Ich hab
alle kaputte Elektronik
nach Hause geschickt
damit Ingo Miebach und
Jim damit ein bisschen
rumspielen können. Tom hat die Kamera immerhin schon wieder zum Laufen gebracht.

So, dann verabschieden wir uns mal für die Feiertage. Passt auf euch auf!! Nicht, das euch was passiert. ;-)
Wir werden das selbe tun.

Stefan und Stefan on Tour 2000!

Es war einmal der 21.12.2000


Um halb Sieben hat uns der Organizer
geweckt. Wir haben uns aus dem Schlafsaal
geschlichen und waren pünklich am Bus. Die
Busfahrt von Christchurch nach Te Anau hat
11 Stunden gedauert. Wir haben viel gelesen,
Skizzen vom Floss gemacht und aus dem
Fenster geschaut.

Als wir Te Anau erreichten regnete es. Wir


haben noch schnell im Bottelshop ein kleine
Flasche Neuseeländischen Whisky geholt (falls
einer von uns ins Wasser fällt) und dann
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versucht aus der Stadt zu trampen. Es hat uns aber leider keiner mitgenommen, und da wir vor Einbruch
der Dunkelheit am See sein wollten, haben wir nachher einem Typen 20$ gegeben um uns dahin zu fahren.
Mit dem Taxi wären es 60$ gewesen. So, da waren wir: Von der Straße gingen noch 100 Meter Bushland bis
zum Steinstrand. Dann lag der Lake Te Anau in voller Grösse vor uns, umgeben von vielen weissen
Bergspitzen.
Als dann
nochmal die
Sonne rauskam
war ich total
aufgedreht. Ich
hab direkt noch
die Angel
ausprobiert. Hat
etwas gedauert,
aber nachdem
ich zehnmal die
Schnur
enthäddert
habe, habe ich
kappiert wie es
gedacht ist. Aber
gefangen habe
ich natürlich
nichts. :-(
Im Lake Te Anau soll es auch nur wenige Fische geben. Besser wird es, wenn wir am Waiau River zum Meer
runterfahren. Jetzt liege ich happy im Zelt und freue mich morgen das Floss zu bauen mehr als auf
Weihnachten.

Es war einmal der


22.12.2000
Als ich die Augen aufmachte
leuchtete das Zelt hell Orange: Die
Sonne schien! Schäfer und ich
haben uns einen Tee gekocht und
uns auf den Tag gefreut. Die
Vegetation um den See ist
lückenlos dickes Buschland mit viel
dunkelgrünem Farn. Bei einem
Spaziergang gestern hat Schäfer
brauchbare Bäume gefunden.
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Jetzt ist er mit der Säge losgezogen und ich habe angefangen mit unserer kleinen Handpumpe die 5 LKW-
Schläuche aufzupumpen. Da wir nur eine Säge haben, kann einer immer mal wieder die Schläuche
weiterpumpen wenn der andere sägt. Nach einiger Zeit hatten wir die vier Stämme für das Grundgerüst
zusammen. Die Reifen hatten auch schon ihre Form angenommen und wir sind ins Wasser gegangen um
die ersten 3 Kreuzungen festzubinden.
Unser Floss wollten wir so bauen, das wir es bei Bedarf auseinander- und wieder zusammenbauen können;
nur für den Fall, das ein Wasserfall oder ein Damm uns den Weg versperren würde. In der Buschvegetation
gab es zum Glück viele kleinere Bäumchen, die ideale Stangen um die zwei Meter lieferten. Aus 16 solcher
Stangen haben wir unseren Boden gebaut.
Schäfer hat mal was zu Essen gekocht als ich
sägen war, dann bastelten wir beide weiter.
Als es Abends anfing zu nieseln hatten wir
eine ganze Menge geschafft. Die
Schlauchhalterungen waren fertig und
mussten nur noch ans Grundgerüst gebunden
werden. Das Grundgerüst haben wir einmal
rum mit unserem dicksten Seil abgespannt,
was es echt stabil machte. Der halbe Boden
war auch schon fertig, und damit wir auch
vorwärts kommen würden hat Schäfer 3
Paddel (Ein Notpaddel) aus Treibholz und
Stangen gebaut.
Eine erste Testfahrt hat das Floss super gemeistert und wir haben uns gefreut wie ein Schneekönig!
Beim Essen abends haben wir leider gemerkt, das wir nur noch einen Löffel hatten.

Es war einmal der 23.12.00


Es hat leider seit gestern Abend nicht
aufgehört zu regnen. Zum Glück haben
wir ein Zelt mit soviel Stauraum. Beim
Schreiben (ich schreibe das RTB auf
Papier vor) tut mir der Arm weh. Ist
wohl Muskelkater vom vielen Pumpen.
Schäfer packt der Reihe nach die
leckersten Frühstückssachen aus. Ich
denke ich werde mir gleich (wenn der
Löffel frei ist) auch ein Müsli machen
und dann in Goretex eingepackt raus
gehen. Der Regen kann meinen
Basteldrang nicht stoppen.

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Irgendwann bin ich dann wirklich raus und Schäfer dann auch. Wir haben den Boden fertig gemacht und
dann alles auf dem Waser zusammengebunden. Der Wind bliess ganz gut, doch umkippen würden die
Wellen uns noch lange nicht. Schäfer hatte plötzlich eine Flasche Bier und so konnten wir das Floss auch
gleich auf den Namen „Doreen“ taufen. Alles funktionierte, nur kamen wir nicht gegen Wind und Wellen an.
Als wir wieder ans Land gingen, waren wir 500 Meter abgetrieben, obwohl wir mit voller Kraft dagegen
paddelten. Für alle weiteren Arbeiten muss man jetzt erstmal 10 Minuten am Strand laufen.
Der Wind kommt im Fjordland meistens von Westen, und so werden wir grob in die Richtige Richtung zur
Stadt Te Anau getrieben. Bei weniger Wind könnten wir uns aber durchaus von der Stelle bewegen.
Was jetzt noch am Floss fehlt ist
hauptsächlich ein Aufbau um die
Rucksäcke & Co trocken
unterzubringen. Dass wir beim
Flossfahren komplett nass würden
haben wir akzeptiert. Nach dem
Abendessen haben wir uns zwei
Löffel aus schönen weissen
Treibholz geschnitzt. (Nach dem
ersten Gebrauch sind die natürlich
kein bisschen mehr „schön
weiss“.)
Als ich noch mehr Treibholz
suchen war, hab ich unser
Bugruder gefunden und trotz
Regen auch noch eingebaut. Damit können wir auf dem Fluss bestimmt viel besser lenken.
Jetzt sitzte ich vorm Zelt. Schäfer liegt drin und friert mit laufender Nase. Das Fjordland ist ziemlich kalt
wenn die Sonne weg ist. Wir werden morgen Abend also auch eine kalte Weihnacht haben. Morgen früh
will ich mir ein Robinsonmüsli machen. Das heisst Rolled Oats mit wilden Gräsern und Farnsprossen.

Unser Weihnachten am Strand


Es war einmal der 24.12.2000
In Deutschland hätte dieser Tag wohl anders ausgesehen. Meine beiden Geschwister sind zuhause und nur
ich fehle zum ersten Mal. Hier regnet es leider wieder und uns geht das Seil aus um alles zu bauen.

Also irgendwann bin ich gut angezogen in den Regen raus. Ich habe das Ruder ganz fertig gebaut und
später kam sogar die Sonne mal kurz raus. Wir waren der Meinung, das Weihnachten ein gutes Datum ist
um in See zu stechen. Ohne uns nochwas für den Gepäckaufbau zu überlegen haben wir eingepackt und
alles in die Ponchos und die Zeltunterlage gewickelt. Der See hatte hohe Wellen, und wo unser Floss jetzt
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lag war auch noch mehr Brandung. Um erstmal ein bisschen raus auf den See zu kommen musste uns
Stefan mit Ganzkörpereinsatz (in Regenhose, Schuhen, Jacke) ins Wasser schieben. Draussen konnten wir
uns mit aller Kraft 10 Minuten gegen Wind und Wellen halten. Danach trieben wir wieder an den Strand.
Es regnete. Es war Heilig Abend 2000.
Schäfer hat ein zweites Bier aus dem
Rucksack geholt (schöne .5l Flasche
Heinecken) und wir haben auf
unseren Misserfolg getrunken.
Wir haben beschlossen hier direkt am
Stand zu lagern und ein Feuer zu
machen. Bei der Abfahrt hatten wir
unser Notpaddel liegen lassen, aber
das könnte man ja jetzt bei einem
Spaziergang holen. Wir sind ja nicht
weit gekommen. Als wir unsere
Rucksäcke wieder abluden und
auspackten, war alles etwas nass.
Zum Beispiel ist das 1,5kg Mehl-Packet aufgeweicht und aufgeplatzt und mein Schlafsack hat auch Wasser
abbekommen. Als Schäfer das Zelt aufbaute hab ich ein Feuer mit Benzin (es regnete ja immer noch)
anbekommen. Doch am Feuer war es mehr nass und qualmig als warm.
Jetzt liegen wir im Zelt und wärmen uns im Schlafsack auf. Es hat noch bis spät Abends geregnet. Es war
Heilig Abend 2000.

Es war einmal der


25.12.00
Wenn man aufwacht, dann macht
man ja nicht direkt die Augen auf,
sondern döst erstmal was rum.
Und beim Rumdösen konnte ich
schon direkt den Regen hören.
Na gut, haben wir uns gedacht.
Dann bleiben wir einfach solange
im Zelt bis das Wetter wieder gut
ist. Schäffer hatte bei einem der
Bus-Stopps nach Te Anau zum
Glück noch 3 Bücher gekauft.
„EXIT von Duncan Kyle“, „Spectre von Stephan Laws“ und „The Book Of The Lost Tales One“ von JRR Tolkien.
Wir haben also lange gelesen, gekocht und gewartet. Irgendwann war das Wetter mal kurz so gut, das ich
ein Feuer anmachte. Ich wollte mal ausprobieren ob wir unseren Speiseplan hier auf der Reise nicht ein

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bisschen erweitern könnten, und wollte ein Brot backen. Stepfanies Mutter hat mir ganz flott auf meine
Frage-Mail geantwortet und ein Teigrezept geschickt. Danke!
Ich hab also das durchweichte Mehl aus dem Lebensmittelsack gekratzt und Teig gemacht. Im Lagerfeuer
habe ich möglichst viele Steine heiss gemacht, und dann den Topf mit Teig da verbuddelt, wo das Feuer
vorher seine Glut hatte. Die heissen Steine drauf und mit Sand zuschütten. Dann den Erdofen noch mit den
Poncho (es hat nämlich wieder geregnet) abdecken und die Schuhe zum trocknen drunter. Wir warteten
drei Stunden im Zelt und hatten dann tatsächlich ein warmes, dampfendes Brot vor uns stehen! Jippe!!!

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Es war einmal der 26.12.
Am 2. Weihnachtsfeiertag hat es
auch nur geregnet. Wir hatten
immernoch viel zu Essen, doch ein
Ende der Vorräte wurde leider
absehbar. Zum Glück hatten wir ja
kein Problem mit Trinkwasser: ;-)
überall am Strand entstanden
kleine Bächlein. Der See stieg auch
immer weiter und was vor zwei
Tagen noch ein Wäldchen am
Strand war, stand jetzt über einen
Meter unter Wasser.
Ich habe es Mittags mal geschafft
noch ein Brot zu backen, (Es war noch leckerer als das erste!) ansonsten lagen wir im Zelt und warteten auf
das Ende des grossen Regens.

Es war einmal der 27.12.00


Als wir aufwachten regnete es immernoch. Unsere Vorräte gingen langsam zu Ende. Es zerrt auch langsam
an unseren Nerven im Zelt zu liegen und zu warten. Abends ist das Zelt dann auch noch
weggeschwommen. Wir mussten Gräben ziehen, und als das nichts mehr brachte sind wir bei Regen, Kälte
und Dunkelheit nochmal 3 Meter umgezogen. Das war jetzt der höchste Platz am Strand und ohne Gräben
hätten wir hier auch nicht bleiben können. Durch den Umbau haben wir wohl auch noch ein paar Mücken
ins Zelt gelockt. Im Vorzelt saßen ca. 200 Mücken!!!!!
Gute Nacht!!!

Es war einmal der 28.12.


Es hat Morgens mal endlich nicht
geregnet. Wir hatten vielleicht zwei
Stunden Zeit ein paar Sachen zu
trocknen, unter freiem Himmel zu
Essen und den „Tisch“ für das Gepäck
zu bauen, da fing es auch wieder an
zu schütten. Es ist langsam nicht mehr
gemütlich den Regen im Zelt zu hören
wenn man einschläft.
Das Zelt leistet sehr gute Dienste. Die
Gore-Tex-Jacke auch. Wir spielen
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langsam mit dem Gedanken das Floss zu surrendern und nach Te Anau zu wandern.
Ach so, ich vergass zu schreiben, das der Weihnachtssturm das Floss beschädigt hat. Der schlimmste
Schaden ist ein Loch in einem der Schläuche. Wir haben das zwar geflickt, aber da geht jetzt nur noch halb
soviel Druck (=Luft) drauf. Wenn ich jetzt aus dem Zeltfenster gucke, sehe ich grosse Wellen, die gegen den
Strand rollen. Bestimmt müssen wir das Floss nochmal weiter rein holen.
Es kam anders. Wir hatten einfach die Schnauze voll vom rumsitzten, und als es nochmal kurz aufhörte zu
regnen, haben wir alles eingepackt. Der Sturm hatte uns unsere Zeltunterlage weggeweht. Und einer der
Pochos ist irgendwie auch zerrissen. Da bleibt also nicht mehr viel um das Gepäck trocken auf das Floss zu
schnüren.
Als alles fertig verpackt war, fing es wieder an zu regnen und zu winden. Wir haben uns ein paar Meter in
das Buschland verzogen und warteten da. Hier hockten wir nun, nackt und barfuss, nur Regenhose und
Regenjacke am Körper, und assen alle Farnspitzen in Reichweite auf.
:-))
Irgendwan war der Wind wieder schwächer und wir haben das Floss auf den See geschoben. Juhu!! Da
schwammen wir. Und das Gepäck war auch noch trocken! Wir haben zwei Stunden Richtung Süden
gepaddelt. Die ganze Zeit sitzt man mit dem Hintern im Wasser. Und die Zehen frieren!
Als wir irgendwo nicht mehr gegen den Westwind ankamen, wurde das Boot an den Strand gespült. Wir
waren durchgefrohren! Nach 15 Minuten lagen wir in unseren Schlafsäcken und wärmten uns auf. Wir
haben die letzten Spaghetti mit der letzten Sosse gegessen und dann bin ich bei „Asterix & Obelix und der
Avernerschild“ eingeschlafen.

Die grosse Überfahrt


Es war einmal der 29.12.
Als ich aufwachte regnete es mal wieder. Beim ersten Sonnenstrahl sind wir rausgestürmt und haben
eingepackt. Wir wollten uns nicht mehr tagelang vor dem Regen verkriechen!
Der Wind war heute schwächer. Wir paddelten richtig lange. Es wurde windiger, und die Wellen höher. In
der Ferne, am Ende der Bucht, konnten wir die Stadt Te Anau erahnen. Um den Wind besser zu nutzen
haben wir die Nähe zum Strand verlassen und versucht die Bucht zu schneiden. Die Bucht war aber ziemlich
gross, und irgendwann trieben wir mit unserem Floss 3 km weit ab vom nächsten Ufer.
Das muss wohl irgendein Bauer gesehen haben, der dann die Cops angerufen hat. Die haben ein Boot zu
uns rausgeschickt, dem wir aber nur sagen konnten, das alles OK war.
Der Wind hat uns ca. 2km vor Te Anau an den Strand gespült. Da waren zwei schaulustige Opis im 4WD die
uns mit dem Fernglas schon eine Weile beobachteten. Und später kamen auch die Bullen persönlich um uns
zu fragen ob wir mad seien? Aber wir wollten Neuseeland rough, und wir hatten Neuseeland rough!
Das wichtigste war erstmal im Schlafsack wieder warm zu werden. Und da liege ich immernoch. Die Hände
haben Blasen und Schwielen vom vielen Paddeln.

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Es war einmal der 30.12.00
Wir sind beide sehr lange im Schlafsack liegen geblieben. Ich habe es einfach genossen warm zu sein. Dann
haben wir unsere Rucksäcke gepackt und uns vorläufig von Doreen, dem Floß, verabschiedet. Zu Fuss sind
wir jetzt die letzten 4 km bis nach Te Anau gelaufen.
Es ist schon ein krasses Gefühl von Freiheit irgendwo mit dem Floss zu stranden und dann mit allem Hab
und Gut auf dem Rücken loslaufen zu können. In Te Anau hatten wir erstmals kein Geld und da Samstag

war, waren die Banken zu. Wir haben beide keine Geheimnummer für unsere VISA-Karten und müssen uns
das Geld immer am Schalter gegen Vorlage des Reisepasses holen. Das ist zwar schön sicher, aber an einem
Samstag leider unpraktisch.
Im Supermarkt haben wir mit Karte gezahlt und uns so erstmal mit Lebensmitteln für eine Woche
eingedeckt. Und wir haben Mehl und Chocolate-Chips gekauft, um beim nächsten Lagerfeuer
Schokoladenkekse backen zu können.
Nach dem Supermarkt haben wir zum Glück doch noch einen Touristenladen gefunden, der uns einen
Travellercheqü getauscht hat. Es ist immer gut, möglichst viele verschiedene Geldmittel mitzuhaben.
Der nächste Stop war im viel zu teuren Internetcafe. Irgendein schlauer Unsympath hat alle
Internetmöglichkeiten in Te Anau mit Münzautomaten zu 1$/6min ausgestattet. Das ist SEHR teuer, wenn
man bedenkt, das man in NZ schon für 25$ eine Flatline kriegt.
80
Nun, Schäfer und ich haben uns jeweils 3$ gegönnt. Das ist aber nur ein Tropfen auf dem heissen Stein,
wenn 47 neue eMail-Nachrichten da sind.
Die beste Nachricht kam aus Amerika: Der gute Broc Hudson von TRG hat beschlossen mir meine 800 DM für
den Organizer zurückzugeben, obwohl ich das Teil im Shuttlebus verloren habe. DANKE BROCK!
Nachdem wir also zu horrenden Preisen kurz eMails gelesen haben, sind wir in einen Outdoorladen wie
Steppenwolf (nicht wirklich so gut) gegangen und haben über 100 DM da gelassen. Es war eine Art
Weihnachtseinkauf für unsere Ausrüstung. Wir haben uns beide richtige Outdoortassen mit Deckel und
leichtem Thermöffekt geholt. Und für mich gabs noch 2 kleine Karabiener. Und für die Küche ein paar kleine
Dosen und einen dritten Platypussy Wassersack (für Mehl). Für einen der anderen Wassersäcke habe ich
auch Garantie eingefordert, weil da jetzt ein Loch drin war. Ich soll mich in ein paar Tagen nochmal melden.
Dann hätten wir wieder 17 DM gespart.
Das Beste und Teuerste, was wir uns geleistet haben, waren zwei lange, warme Bergsteigerunterhemden.
Und Schäfer hat sich noch warme Socken gekauft. Da waren wir also langsam wieder startklar für das
nächste Adventure.
Und das sollte der Kepler-Track sein. Eine 4/5 Tage Wanderung durch die verschneiten Berggipfel, zu deren
Füßen wir die letzte Woche gepaddelt sind.

Good news from TRG


From: TRG Support, Broc Hudson_
To: Stefan Krüger’ <skrueger@gmx.de>_
Date: Thursday, December 21, 2000, 6:24:26 PM_
Subject: Stefan Krueger’s TRGpro

Stefan,

I have discussed this with the management and they allowed me to give you the credit despite the loss of
the original unit.

If you do find it let me know so we can get it back. If you have any other questions feel free to contact me.

Thank you,

Brock Hutson
Technical Support
TRG Products, Inc.
2851 104th Street, Suite H
Des Moines, IA 50322

81
Das Ende des Jahrtausends!
Es war einmal der 31.12.2000
Wir sind auf einem
Campingplatz aufgewacht und
haben ewig gebraucht unsere
neuen Einkäufe in den
Rucksäcken unterzubringen. Als
wir endlich vor der Department
Of Conservation (DOC) Visitor
Information waren, war es halb
eins. Wir haben unsere Betten
auf den Berghütten bezahlt und
sind los gelaufen.
Die Jongliersachen und die Säge
haben wir am Campingplatz
zurückgelassen. Es waren aber
trotzdem mindestens 20kg auf jedem Rücken.
Der Wald durch den wir die ersten zwei Stunden wanderten sah märchenhaft aus! Farne, Moose und
Bächlein bedeckten den Boden. Viele Meter höher war ein herrlich grünes Laubdach. Und es schien sogar
die Sonne! Der Weg ging am See entlang und wir konnten einen Blick auf den Waiau-River werfen. Wäre
vielleicht möglich diesen Fluss mit unserem Floss bis zum Meer zu fahren. Am Brod Bay haben wir nochmal
eine Stunde Pause gemacht und Kaffee gekocht. Dann ging es rauf zur Luxmore Hütte. d.h. es ging 8km
Weg immer bergauf! Steil bergauf!!
Wir mussten alle 30 Minuten kurze Pausen einlegen, und mir lief der Schweiss in Fäden von der Stirn. Nach
zwei Stunden änderte sich langsam die Vegetation: Flechten wurden mächenhaft dominant. Sie hingen an
allem wie Watte.
Je nachdem wie die Wolken standen, konnte man eine super Aussicht auf den See geniessen, oder wurde
von kaltem Wind und Hagelkörnern gepeitscht. Irgendwann hatten wir endlich die Baumgrenze erreicht.
Von hier waren es noch 45 Minuten bis zur Hütte. Die Pflanzen hier oben hätten dir, Simon, die Schuhe
ausgezogen, so fremdartig sah alles aus. Auf der Hütte waren über 40 Leute. Ich habe beschlossen dieses
Sylvester besonders zu feiern und vor Mitternacht zu schlafen. Schäfer hat sich mir angeschlossen und so
lagen wir um 10pm im Bett.

Es war einmal der 1.1.01


Diese Nacht habe ich schlecht geschlafen. Die Beine + Füsse haben sich irgendwie so fertig angefühlt.
Woher kommt das wohl? ;-)

82
Wir haben uns nicht vom allgemeinen Aufbruchsstress mitreissen lassen und sind als letzte um halb zwölf
die 16 km zur nächsten Hütte angetreten. Es fing bald an zu schneien. Um Punkt 12:00 haben wir unser
erstes Päusschen gemacht und an Sylvester in Deutschland gedacht.
Das erste Drittel unserer Wanderung heute ging von 1200 Meter auf 1400 Meter rauf. Wir waren meistens
in den Wolken und konnten nur manchmal einen schönen Blick auf die Fjorde erhaschen.
Das zweite Drittel ging dann wieder ein bisschen runter, aber wir blieben immernoch deutlich über der
Baumgrenze. Beim letzten Drittel ging es wieder bis auf 400 Meter runter; und auch das ist mit über 20kg
Gepäck anstrengend.
Jetzt campen wir neben der Iris Burn Hütte. Schäfer hat zuwenig gefrühstückt, und die Sandflies hier haben
seiner Laune den Rest gegeben. Er liegt im Zelt.
Ich versuche einen Schokoladenkeks zu backen. Ist aber garnicht so einfach, weil ich hier so eine BBQ-
Vorrichtung benutzen muss, und keinen Erdofen bauen darf. Im Moment habe ich einen unten total
verbrannten Schokokeks. Naja, ich übe ja noch.
Ups! Gerade raschelt es, und ich (zum Glück die Kopflampe auf) hatte 5 Minuten Besuch von einem
katzengrossen Tier. War weniger als einen Meter neben mir. Jetzt ist es wieder weg. Als ich gerade zum Zelt
ging, sah ich an der Felswand einen leuchtenden Fleck. Im Laufe von 5 Minuten ist er langsam ausgefadet.
Ich kann mir das Leuchten nicht erklären, da es bestimmt schon nach Mitternacht ist und die Sterne am
Himmel stehen. Ich werde Morgen mal den Warden von der Hütte Einiges fragen.

83
Es war einmal der 02.01.2001
Der Tag fängt toll an! Aber nur wenn man sich an den 500 Sandflies im Vorzelt vorbeischlägt. Es scheint ein
bisschen die Sonne. Ich hab erstmal der Warden wegen den Ereignissen von gestern Nacht ausgefragt.

Das Tier war wohl ein


Possum. Die Viecher sind
hier aus irgendeinem
Grund mal eingeführt
worden, und sind seitdem
der Umweltzerstörer
Nummer Eins! Das nächste
Possum wird mit
Zustimmung des Wardens
gegessen.Das Leuchten an
der Bergwand hat der
Warden noch nie gesehen
und kann es mir auch nicht
erklären.

Ich hab mir noch einen Eimer bei ihm ausgeliehen und Wasser für ein heisses Fussbad aufgesetzt. Dann bin
ich wie sich das in der Natur gehört nackt im Fluss schwimmen gegangen. Das war mega kalt aber giga
erfrischend! ;-)
Jetzt sitze ich hier in der Sonne, trinke einen Kaffee aus der schönen neuen Tasse (die hat einen Deckel, so
das keine Sandflies reinfliegen) und bade mit den Füssen im warmen Wasser. :-) Schäfer hat sich leider
noch nicht an den Sandflies vorbeigeschlagen. So gegen 1pm sind wir doch endlich losgegangen. Vor uns
lagen wieder 16km Wanderung. Der Weg überquerte viele kleine Bäche, und in allen fand ich das, was ich
für Rosenquarz halte. Ich habe mir mal ein kleies Stück mitgenommen und an den Organizer gegaffataped.
Manche Menschen sind nämlich überzeugt, das dadurch schädliche Strahlungen von Elektrogeräten
absorbiert werden.Viel lieber hätte ich hier in den Bergen ein Stück Jade gefunden und einen kleinen
Anhänger draus gekratzt. Die Maori haben viel mit Jadeschmuck am Hut. Ian hat Erik auch einen
Jadeanhänger geschenkt.

Wir laufen bis die Dämmerung einbricht. Meine Füsse tun mit der Zeit total weh und meine linke Schulter
kriegt einmal die Stunde eine Krampf. Wo der Track auf den Lake Manapouri stösst haben wir uns in den
Wald geschlagen und das Zelt aufgebaut. Es war schon spät, und wir sind bald eingeschlafen.
Vorm Einschlafen überlegen wir, morgen mal nicht weiter zu wandern, und einfach nur in der schönen
Natur zu hängen und mich reizt es ein bisschen Robinson Crusoezu spielen.

84
By:Stefan Schäfer
Dies hier ist das schlimmste was auf unserer Reise passiert ist und hoffentlich passieren wird. Es ist vielleicht
nicht einfach zu lesen aber entscheidet selbst...

Es war einmal der 4.1.01


Als ich morgens aufgewacht bin war mein Auge immer noch ziemlich angeschwollen. Ich war deswegen
noch nicht so motiviert mich wieder in die Büsche zu schlagen und bin bis mittags in unserem Lager
geblieben und habe Kaffee getrunken und versucht zu lesen. Krüger lief über die Insel und sammelte
„naturefood“. Er wollte sogar die restlichen Pilze von gestern zu Mittag essen.
Er meinte es wäre ihm nur ein wenig komisch zumute gewesen als er sie gestern probiert hatte. Ich konnte
ihn dann davon überzeugen, das es besser wäre nicht alles zu essen wovon man nicht direkt kotzen
muss...Er machte sich dann ein Löwenzahnmüsli zum Frühstück.
Mittags bin ich dann das erste Mal wieder für eine Stunde durch den Wald gelaufen. Ich war aber nicht
mehr so begeistert bei der Sache wie gestern. Als ich zum Lager zurückkam habe ich mir Reis mit einer der
letzten Konserven gemacht. Krüger wollte nichts davon, er hatte sich einen Salat aus irgendwelchem
Grünzeug gemacht. Ich durfte mal probieren, war aber nicht sonderlich angetan...
Danach bin ich wieder losgelaufen und habe Fotos von der Umgebung gemacht, da ich bisher immer ohne
Kamera unterwegs war. Als ich wieder eintrudelte war Krüger ziemlich schlecht dran. Ihm war übel! Ich
habe dann ein Foto von ihm gemacht wie er sich total fertig auf seinen Stock stützt. Danach habe ich ihn
ins Zelt geschickt und ihm nen Tee gebracht. Er sagte er wolle sich ne Stunde hinlegen und dann ginge es
sicher wieder.
Ich habe mir dann, weil unsere Vorräte doch mächtig zur Neige gingen die Angel geschnappt und bin zu
einem ca. 15 Minuten entfernten Strand gelaufen. Dort angekommen sah ich dann das erste mal die Enten
nach denen wir die beiden Tage gesucht hatten. Da ich aber weder mein Messer noch unseren Bogen dabei
hatte und eingentlich auch keiner Ente den Kopf abschneiden wollte bin ich zurück um Krüger davon zu
erzählen. Dachte das würde ihn reizen...
Im Lager stellte ich aber fest, das er noch immer im Zelt lag. Er schien zu schlafen. Also nahm ich unseren
Bogen und ging zu unserem nur fünf Minuten entfernten Strandabschnitt, da die Enten in diese Richtung
gepaddelt waren.
Ich beobachtete sie dann eine halbe Stunde lang und war ehrlich gesagt ganz froh das sie nicht mehr an
Land kamen. Ich war nicht wirklich blutlüstern. Ich glaube, wenn ich wirklich Robinson gewesen wäre hätte
ich keine Skrupel gehabt, aber so war ich schon die ganzen zwei Tage abgeneigt gewesen auf Teufel komm
raus zu essen was ich finde und irgendwelchen Tieren die Köpfe abzuschneiden!
Als ich mich wieder auf den Weg machte hörte ich aus der Richtung in die ich ging laute Schreie. Es klang
ein bisschen wie ein Tier im Todeskampf. Es war regelrecht gruselig. Ich dachte Krüger wäre wieder auf den
Beinen und würde gerade einem Vogel mit seinen Händen den Hals umdrehen. Die Geräusche klagen aber
immer böser und ich begann zu joggen... Als ich die Hälfte des Weges hinter mir hatte erkannte ich dann
was es war das diese Schreie ausstiess. Ein langanhaltender Schmerzensschrei ertönte: Schäfer!! Ich habe
etwas Ähniches noch niemlals gehört, es war erschreckend. Ich rannte...Weitere Schreie...Ich achtete nicht
mehr auf die Wege sondern preschte nur noch durch das Unterholz. Als ich nach ca. 45 Sekunden unser
85
Lager erreichte lag Krüger nur in seiner Unterhose in der Nähe des Erdofens und wand sich unter
Schmerzen. Er war extrem verstört, seine Augen waren glasig. Alles was er sagte war: „Gut, das du da
bist...eben dachte ich, ich will hier nicht sterben...“! Er trank Wasser aus einem Topf, erbrach es danach aber
wieder über seine eigenen Füsse. Ich fragte ihn was ich für ihn tun könnte, aber er war völlig weggetreten.
Er wirkte verwirrt und verängstigt und fragte mich wo er wäre. Ich sagte es ihm aber er fragte mich ob ich
ihn verarschen wolle. Dann wollte er wissen in welchem Land er wäre. Ich sagte Neuseeland und er fragte
wieder ob ich ihn auf den Arm nehmen wollte. Er konnte sich an nichts mehr erinnern. Er fragte noch
weitere Sachen die ich beantwortete. Ich erzählte ihm von Leuten (wie Ian und Eric, oder Tom) die wir
getroffen hatten, aber es half nichts. Dann bat er mich ihm Wasser zu holen, was ich auch so schnell ich
konnte tat. Ich rannte die 500 Meter durch die Büsche zum Fluss und füllte unsere Flaschen auf. Als ich
zurückkam war er die 15 Meter bis zu unserem Zelt gekrochen und ich sah ihn davor auf seiner Isomatte

liegen. Dann hörte ich ein Röcheln von ihm, als würde er um Luft ringen. Ich war sofort da. Es war
erschreckend! Sein ganzer Körper war verkrampft. Er streckte seine Gliedmassen von sich, wie ich es vorher
nur bei Schwerstbehinderten gesehen habe. Seine Augen waren unbeschreiblich. Völlig weggetreten, wie
als hätte ich einen Wahnsinnigen vor mir. Er zuckte und rang wie verzweifelt um Luft. Das alles sah ich in
der Sekunde wo ich mich über ihn beugte. Sein Gesicht wurde schon blau und ich kniete mich über ihn und
hielt seinen Kopf, damit das Wasser aus seinem Rachen herauslaufen konnte. Er zuckte immer weiter
unkontrolliert und würgte, aber die bläuliche Farbe in seinem Gesicht ging langsam zurück. Ich legte ihn in
die stabile Seitenlage und holte die Wasserflaschen die ich als ich ihn gesehen hatte fallengelassen hatte.
Ich gab ihm zu trinken, half ihm in eines meiner T-shirts und deckte ihn mit seinem Schlafsack zu. Er
erbrach sofort wieder alles. über sich selbst, den Schlafsack, die Isomatte usw.. Ich setzte mich neben ihn
und dachte darüber nach was ich tun konnte. Es war so ca. 4 Uhr und die letzten Wanderer waren vor über
einer Stunde über den 2km entfernten Keplertrack. Erst morgen würden weitere kommen. Die nächste
Hütte war ungefähr 4km entfernt. 20 Minuten Spurt, vielleicht länger, da ich den Fluss hätte überqueren
müssen. Ich konnte ihn aber keine Minute mehr alleine lassen. Ein weiterer Anfall wäre fatal gewesen wenn
keiner da gewesen wäre. Die nächste halbe Stunde atmete er schwer und konnte nicht sprechen. Er war
kreidebleich, kam aber danach wieder soweit zu sich das er einige Worte sagen konnte.

86
Er erinnerte sich zwar immer noch an nichts, bat mich aber ein Foto von ihm zu machen, damit er nicht
mehr auf die Idee käme Grünzeug zu essen. Es ist das Foto, wo er im Schlafsack liegt und über ihm der
wahrscheinlich giftige Sprössling zu sehen ist. Im Nachhinein finde
ich es schon ziemlich makaber in diesem Moment ein Foto zu machen, aber wir dachten beide wir hätten
das schlimmste übersteanden. Ich machte ihm dann eine Suppe von der er wenigstens probierte, was ich
schon für ein gutes Zeichen hielt. Dann stand er sogar auf zum pinkeln. Ich war wirklich erleichtert und ging
zu unseren Rucksäcken um irgendwas zu holen. Als ich mich wieder zu ihm umdrehte sah ich nur noch wie
er kollabierte und zusammenbrach.

Es war sogar noch schlimmer als beim ersten Mal. Schaum vor seinem Mund. Sein Gesicht war fast sofort
blau. Wieder dieser irrsinnige Blick. Ein gurgelndes Röcheln. Er wand sich am Boden und fing an seinen
Kopf mit aller Gewalt gegen den Boden zu schlagen. Er war am Ende.Ich war wieder über ihm und hielt ihn
und seinen Kopf, aber er bekam die Kotze einfach nicht aus seinem Hals. Ich wusste, das es nicht
funktionieren würde ihn zu beatmen wenn sein ganzer Hals voll mit wässriger Kotze war. Er zuckte und
wand sich und ich hatte Mühe ihn und seinen Kopf zu halten. Aus seinen Augen sprach jetzt die pure Angst.
Wir wußten beide worum es ging!
Ich sprach immerzu auf ihn ein:“Komm, spucks aus...du schaffst das...nicht aufgeben...“ und ähnliches. Nach
vielleicht 5 Minuten, die mir aber wie eine halbe Ewigkeit vorkamen hatten wir es erst mal wieder
geschafft.
Ich konnte nur weiter abwarten. Ich habe in Deutschland den „Tod“ schon zweimal aus der Nähe
mitbekommen. Einmal waren es nur Zehntelsekunden wo er förmlich an mir vorbeigezogen ist. Hier war es
daselbe. Ich weiss nicht ob
das nachvollziehbar ist
ist...Leben oder Tod...es
steht auf der Kippe. Die
Sekunden rinnen wie in
einem Film an einem
vorbei. Fast so etwas wie
ein Treffen mit dem
eigenen Schicksal...Es
geschieht einfach. Nach
einer weiteren Stunde, in
der er wimmernd aber
atmend in seinem
Schlafsack lag, konnte er
wieder erste Worte sagen.
Als es später dunkel wurde
half ich ihm in Zelt wo er dann noch einmal kollabierte. Allerdings nicht mehr so schlimm wie die Male
zuvor. Es ging vorbei. Aber er war noch immer extrem verwirrt. So versuchte er zum Beispiel auf der
falschen Seite aus dem Zelt zu kriechen und wusste immer noch nichts von dem was er in den letzten
Wochen getan hatte, oder wo er gewesen war. Ich liess unsere Laterne noch über 2 Stunden an, da ich erst
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eine möglichst lange Zeitspanne ohne Anfall hinter mich bringen wollte. Die Nacht über hat er noch fast
jede halbe Stunde gekotzt aber es war überstanden. Die Scheisse war vorbei...
Stefan Schäfer

Es war einmal der 5.1.01


Wir sind früh aufgestanden und Krüger hat sich noch ein paar mal übergeben müssen. Ich habe unsere
Sachen zusammengepackt. Danach wollten wir so schnell wie möglich weg. Krüger erinnerte sich immer
noch an so gut wie nichts, wusste nur durch mich wo er war und wie er hier hingekommen war. Nachdem
ich mit dem Packen fertig war (soviel wie möglich ist in mein Backpack gewandert), haben wir uns auf den
Weg gemacht. Es ging langsam aber stetig vorwärts. Wir wollten noch bis zu einer bus-station kommen
und uns von da das letzte Stück nach Te Anau fahren lassen.
Der Waiau river an dem wir entlang liefen, und den wir eigentlich mit unserem Floss herunterfahren
wollten war über die Ufer getreten und war auf keinen Fall befahrbar. Wir hatten aber auch beide sowieso
die Nase voll vom Fiordland und wollten nur noch so schnell wie möglich weg. Wir erreichten nach drei
Stunden die Bushaltestelle und liessen uns beim Campingplatz absetzen.
Krüger hat sich dann mit einer 1.5 Literflasche Cola auf die Wiese gesetzt und ich bin einkaufen gegangen
und habe unsere Bustickets nach Christchurch reserviert. Am Abend haben wir dann richtig gut gegessen.
Wir trafen auch noch zwei Deutsche Motorradfahrer denen Krüger dann seine langsam zurückkehrenden
Erinnerungen erzählte.

Es war einmal der 6.1.2001


Unser Bus nach Queenstown ging um 9am. Wir sind ohne Wecker früh genug aufgewacht und haben uns
von den zwei deutschen Motorradfahrern die wir kennengelernt haben verabschiedet.
Ich war zwar noch etwas wackelig auf den Beinen, aber mir ging es schon wieder viel, viel besser; die
Kotzerei von Gestern lag nur noch wie eindunkler Schatten in meinem Hinterkopf.
Die Busfahrt ging durch sehr schöne Landschaft. Queenstown liegt nördlich von Te Anau im Fjordland. Es ist
eine kleine Stadt an einem See mit hohen Bergen zu allen Seiten. Queenstown hat den Spitznamen
„Adrenaline City“, weil sich hier alles um Bungyjumpes, Jetboats und Skydiven dreht. Leider spielt unser
Budget da nicht mit.
Wir haben einen Platz in einem netten Backpackers gefunden und sind einmal durch die Stadt spaziert. Von
der City ist Schäfer mit einem Sessellift rauf in die Berge gefahren und hat von da eine schöne Aussicht
genossen. Ich war von J.R.R. Tolkien’s „Lord Of The Rings“ so begeistert, das ich den Abend vor meinem
Buch verbracht habe.

88
Queenstown
Es war einmal der 07.01.2001
Es war ein sonniger Morgen. Da wir nachmittags mit dem Bus weiter nach Christchurch fuhren, mussten wir
die Checkout-Time 10am beachten. Wir haben uns mit allem Gepäck auf der Sonnenterasse ausgebreitet
und im Whirlpool rumgelungert.
Ich hab wieder viel in meinem packenden, neuen Buch gelesen. Die märchenhaften Sagen aus Mittelerde
passen super in die traumhafte Landschaft. Ganz in der Nähe von Te Anau wird auch der neue Film gedreht.
Während des Tages haben wir ein paar interessante und nette Leute kennengelernt. Da waren zum Beispiel
Jerön und Claudy aus Holland. Die beiden kamen gerade aus Indonesien und konnten uns ein paar gute Tips
geben. Ihr nächstes Ziel ist Australien, und so konnten wir ihnen natürlich auch was erzählen und
empfehlen. Und wir haben noch Marc aus Christchurch kennengelernt. Marc ist Straßenjongleur und hat
sich gefreut, das wir einen Haufen guter Keulen mit rumschleppen. Er konnte uns eine Menge erstklassiger
Tricks zeigen. Die Zeit verging also ganz gut bis um zwei unser Bus abfuhr. Die Busfahrt habe ich mit Frodo
und Gangalf auf dem Weg aus dem Shire verbracht.

Spät abends sind wir in Christchurch angekommen. Da wir uns hier schon ganz gut auskennen, sind wir in
einem sehr netten Backpackers direkt am Cathedral Square untergekommen (13$/night).

Christchurch 2
Es war einmal
der 08.01.2001
Hier in Christchurch
bleiben wir im
„Warners At The
Square“. Das ist ein
nettes Backpackers das
total central am
Cathedral Square liegt.
Das Dorm hat uns auch
positiv überrascht,
denn wir haben ein
Zimmer mit nur 5
Betten und einem
eigenen Bad für 13$
89
bekommen. Das letzte mal in Christchurch, im Charlie Bies Backpackers, waren wir zu 40 Leuten im Dorm.
Am Square haben wir auch dieses nette Internetcafe gefunden. Wenn man 6 Stunden im voraus bezahlt,
dann kriegt man die für 20$. Zudem haben die ein Lesegerät für meine Speicherkarten und würden mir für
15$ alle meine Bilder auf CD brennen. Ich werde jetzt noch so viele Bilder wie möglich machen und am
letzten Tag in Christchurch werde ich dann die CD brennen. Die schicke ich dann mit Snailmail zu Jim, und
der wird sie dann für uns ins Netz stellen. Ihr müsst euch also noch zwei/drei Wochen auf neue Bilder
gedulden.
Ich habe den ganzen Vormittag damit verbracht das RTB zu updaten, eMails zu schreiben und ein paar
Programme auf den Organizer zu schieben. Abends sind Schäfer und ich ins Kino gegangen: Snatch! Ein
etwas abgedrehten Film. Kommt ein bisschen auf „Bube, Dame, König & Grass“. Als wir so gegen 12pm ins
Backpackerws zurück kamen, trafen wir auf eine lustige Gruppe von Travellern. Ein total betrunkener
Pommy mit echtem Komikertalent, 4 Holländer, ein Schwede und ein Kiwi. Wir haben ein paar Joints
geraucht, den Süssigkeitenautomaten auf den Kopf gestellt und viel gelacht. Am Ende hat es sich ergeben,
das einer der Holländer sein Bike mit Taschen und Helm für 200 $NZ verkaufen will. Wir haben vor es uns
morgen mal anzusehen. Wäre ja schlön einfach, wenn sich das alles so ergeben hätte.

Christchurch / Warners Backpackers


Es waren einmal die Tage in Christchurch vom 8.1. bis zum 13.1.
Als wir in Christchurch ankamen lag uns immer noch der Schock von meiner Vergiftung im Nacken. So kam
es, das wir uns hier eine gute Woche aufgehalten und in gewisser Weise ausgeruht haben.
Hier im Backpackers haben wir viele nette Leute kennengelernt. Rob und Moritz aus Holland, Sam aus Israel,
James aus England, Slawe aus Kroatien, Monika und Richard aus Perth, Greg aus Alaska und viele viele
mehr. Es ist echt eine Herausforderung sich jeden Abend neue Namen und ihre
Nationalitäten zu merken.
Gestern Abend habe ich einen neuen Eindruck von Neuseeland bekommen. Wir sind nachts noch in einen
24h Supermarkt gegangen um uns etwas zum Knabbern zu holen. Ich habe hier in NZ und Australien schon
oft Cookies gesehen. Ich les mir so die Rückseite von der Cookieverpackung durch. (Die Cookies werden hier
einzeln verkauft). Auf der Rückseite stand, das in Neuseeland in 1996 der größte Cookie der Welt mit 13
Tonnen Ingredients gebacken wurde. Ich schmunzelte beim Lesen und frag den Kassierer ...
„Hi Fella. Would you say these cookies are a Kiwi-thing?“
„Oh Yes! I think you could say so.“
„Then, do you know who baked the world’s biggest Coockie and when?“
without any hesitation : „Yes. I ate a piece of it. It was baked by CookieTime(tm) in 96 not far from here; and
they send pieces of it all over the country.“
Ich bin jetzt völlig überzeugt, das das echt ein „Kiwi-Thing“ ist. Der Cookie hatte übrigens über 24 Meter
Durchmesser und weit über eine Millionen ChocChips.

90
Am Freitag Abend haben
wir Abschied gefeiert. Die
beiden Holländer Rob und
Maurice wollten am
nächsten Morgen
aufbrechen. Wir haben
noch lange unseren Spass
gehabt. So gegen 3 Uhr
waren nur noch Stefan,
Stefan und Sam da, als
dann plötzlich Luke in der
Raum kam und sich zu uns
setzte. Und jetzt ratet was
Luke für einer ist? Also Luke
kommt aus Wellington und
ist eigentlich
Schreiner. Vor zwei Jahren
hat er angefangen für den
„Lord Of The Rings“-Film
Bühnenteile zu bauen. Mittlerweile hat er 28 Rollen gespielt und sein Cousin ist Skale-Doubel für Frodo.
Schäfer ist in die Luft gegangen und die beiden konnten direkt über alle möglichen speziellen Szenen
reden. Eigentlich darf Luke nicht vom Set erzählen, aber er war von Schäfers Tolkienkenntnissen so
angetan, das er direkt anfing Szenen vorzuspielen. Luke meinte mit seinen Connections und unseren
fremden Gesichtern würde er uns ziemlich wahrscheinlich auch ohne Arbeitserlaubnis am Set unterbringen
können. Wir haben jetzt seine Addresse in Wellington. Das wäre für 2 Wochen echt cool im Herrn Der Ringe
mitzuspielen. Am Ende stellte sich noch raus, das Luke sogar in unserem Zimmer schlief. Es war also ein
sehr netter Zufall.
Am Samstag Morgen haben wir abgemacht, das Maurice uns wecken kommt. So gegen 11 Uhr haben wir
uns dann von den beiden verabschiedet. „Goddbye Fellas!“.
Am Samstag Nachmittag haben wir uns das erste mal mit den Fahrrädern beschäftigt und uns das erste mal
überlegt wie wir unser Gepäck unterbringen.
Am späten Nachmittag haben wir uns mit Sam den Botanischen Garten angesehen. Der war schöner als der
in Sydney.
Gerade, während ich vorm Rechner sitzte, erkenne ich glaube ich die Stimmen von Jerön und Claudy zwei
Plätze hinter mir. Die zwei Holländer, die so nett in unser Gästebuch geschrieben haben sind eine Woche
später also auch in Christchurch. Das kann dann heute Abend ja doch noch später werden. ...
Oki, soviel in Kürze zu der Woche in Christchurch. Richtig cool war, das der neue Chat auf der Homepage
sich schon gelohnt hat. Sehr cool Jim!
So weit, Stefan und Stefan

91
Christchurch to Kaikoura by bike
Es war einmal der 14.1.2001
Wir haben am gestrigen Abend noch lange in „unserem“ Raum gesessen und uns mit Jerön, Claudy und
Sam unterhalten. Wir hatten noch mal
TimTams geholt (sehr gute NZ Kekse) und
uns langsam von unserer gewohnten
Umgebung verabschiedet.
Heute morgen haben wir unsere Sachen
aus unserem Zimmer gebracht um noch
rechtzeitig auschecken zu können. Dann
haben wir noch mit Sam gefrühstückt, die
Sachen auf die Räder gepackt und sind
losgeradelt. Wir haben Sam dann noch
zwei Mal auf dem Weg getroffen, da er
versuchte zu trampen.
Wir sind ziemlich gut vorwärts gekommen
und haben, obwohl wir erst um eins
gestartet sind noch 70km geschafft. Dann haben wir bei einem Bauernhaus gefragt ob wir in ihrem Garten
campen können. War kein Problem und wir hatten sogar noch ein Klo das wir vom Garten aus erreichen
konnten. Wir haben gut gegessen und sind dann schlafen gegangen.

Es war einmal der 15.1.2001


Es war schon 12 Uhr als wir endlich aufgestanden sind. Da wir nur noch zwei Scheiben Toastbrot zu essen
hatten, hab ich die Schäfer überlassen und mein Frühstück auf den nächsten Ort verschoben. Nur leider kam
der nächste Ort erst nach 15km, und als ich da dann endlich anfing zu frühstücken wurde mir ganz schwach
und schlecht und das Gegessene war verschenkt.
Ich habe mich in den Schatten geschleppt und wir haben eine Stunde Pause gemacht. Vom Tankwart haben
wir erfahren, das in 45km der nächste und letzte Ort vor Kaikoura kommt, und das es da einen Supermarkt
gabt.

Als wir uns gerade aufgemacht haben, hatte ich einen Platten! Das war aber kein Problem, denn der
Holländer Robert (von dem ich das Rad gekauft habe) hat mir versichert, das ein Ersatzschlauch ohne Loch
unter dem Sattel ist: DODGY DUTCH!!! Der Schlauch hatte natürlich ein Loch und als es schliesslich
weiterging hatten wir vier Flicken verbraucht.

92
Als wir den Ort mit dem Supermarkt endlich erreichten, waren ausser dem Bottelshop alle Geschäfte schon
zu. Wir sind noch durch den Ort durch gefahren und haben unser Zelt zwischen zwei Scheunen bei einer
Schäferin aufgeschlagen. Zum Abendessen haben wir uns lecker Fisch und Chips aus dem Ort geholt.

Es war einmal der 16.1.2001


Ich bin eine Stunde vor Schäfer aus dem Zelt gekrochen und hab in der Morgensonne gelesen. Danach
wollte ich nicht den gleichen Fehler wie gestern machen, und statt dessen den Radfahrtag mit einem
Nudel-Reis-Frühstück beginnen. Schäfer ist dann später zum Supermarkt gefahren um sich Milch und Obst
für ein Müsli zu holen. Bis dahin lief alles gut. Dann... Schäfer kam mit Plastiktüten beladen und fluchend
den Berg hoch geschoben. Seine Pedale war ab! Und das Gewinde war nicht mehr zu retten.
Im guten NRW hätte man das Bike einfach zum Radladen geschoben und wäre eine halbe Stunde später
weitergefahren. Doch in Neuseeland leben sehr wenig Menschen. Und noch weniger Menschen fahren hier
Fahrrad. Und noch weniger Meschen haben Fahrradläden. Kurzum: Der nächste Bikeshop mit der
Kompetenz eine Kurbel/Pedale zu ersetzen lag in Christchurch. In dem selben Christchurch, das wir gerade
120km hinter uns gelassen haben.
Wir haben ein bisschen rumüberlegt, denn eigentlich wollten wir uns ja nach Norden bewegen. Schliesslich
haben wir uns getrennt. Schäfer ist mit dem Bus zürück nach Christchurch gefahren um das Rad zu
reparieren und ich bin weiter nach Norden geradelt. Im Whalewatchingtown Kaikoura wollten wir uns dann
in ein oder zwei Tagen wiedertreffen. Schäfer wollte da dann mit dem Bus hinkommen.
Wegen der Umpackerei bin ich erst um 16 Uhr auf die Straße gekommen, aber ich hab noch eine gute
Strecke bis geschafft. Goose Bay ist der erste Ort, wo der SH1 auf das Meer trifft. Da haben ich einen
Campingplatz am Wasser für 5$ gefunden und mich wie erschagen niedergelassen. Morgen muss ich nur
noch 18km bis Kaikoura radeln!

93
Es war einmal der 17.1.2001
Das war meine erste Nacht alleine im Zelt. Schäfer ist bestimmt wieder in dem selben Backpackers in
Christchurch aufgewacht nachdem er bis spät in die Nacht mit Fella Sam im Raucherzimmer gesessen hat.
Mein Radelziel für heute liegt zum Greifen nah: 18km an der Küste entlang bis Kaikoura. Deshalb versuche
ich alles mit möglichst viel Ruhe und Gemütlichkeit zu machen. Das fällt mir sehr leicht, wenn die Sonne
scheint und man 20 Meter vom Strand entfernt aufwacht.
Am späten Nachmittag habe ich dann Schäfer auch schon in Kaikoura mit seinem reparierten Rad
wiedergetroffen.
Man hat sich ja auch schon fast vermisst. ;-)

Kaikoura
Es waren einmal die Tage vom 17.1. – 22.1.
Unser Aufenthalt in Kaikoura war viel länger als erwartet. Die ersten zwei Nächte sind wir auf den
erstbesten Campingplatz gegangen. Unser Zelt stand schön neben einem kleinen Fluss, und wir haben uns
den Picknicktisch rübergetragen. Unsere Zeltnachbarn haben wir auch schnell kennengelernt: Sylvi aus Ulm
und Nick (ein echter Fella) aus Nordengland. Sylvi war die aktivste von uns allen und ist am ersten Morgen
um 6am zum Schwimmen mit den Delphinen aufgestanden. Nick hat die ganze Zeit sein Geld gespart und
keine Touristentouren mitgemacht.
Unser Budget und unsere Aktivität lag in der Mitte. Die Chance
den zweitgrössten Wal der Welt zu sehen wollten wir auch
nutzen, obwohl das für zwei Personen direkt 170$ kostete. Das
Whalewatchingprogramm fing mit einem 30 minütigem Video
über den Spermawal an. Dann ging es mit dem schnellsten Boot,
das ich jeh gefahren bin auf den Pazifik hinaus. Die
Whalewatching-Firma gab sich grosse Mühe uns die Wale zu
zeigen. Es lag auch mehr am Spermawal selbst, das ich
schliesslich doch etwas enttäuscht war. Die Wale, die ich an der Westküste der Staaten vor langer Zeit
gesehen habe, schwammen neben uns her, tauchten, spritzten und interessierten sich ein bisschen wie
Delphine für das Boot.
Der Spermawahl hingegen, schwimmt für 40 bis 50 Minuten in den Tiefen des Meeres und taucht dann für
ca. 6 Minuten auf um sein Blut wieder mit Sauerstoff anzureichern. Dier Schiffe der WW-Firma koordinierten
sich mit GPS-Koordinaten um bei einer Walsichtung so schnell wie möglich vor Ort zu sein bevor der Wal
wieder abtaucht. Vom Wal ist wärend der kurzen Zeit auch nicht sehr viel zu sehen. Etwa 10% ragen aus
dem Wasser und in gleichmässigen Abständen spritzt Wasser aus dem Atemloch. Ansonsten treibt er wie
ein toter Wal vor sich hin. Wenn er wieder verschwindet haben alle Zuschauer nochmal 2 Sekunden Zeit das

94
beste aller Photos zu schiessen: Beim Abtauchen ragt die grosse Schwanzflosse zwei Meter aus dem Wasser.
Danach jagte er wieder für eine 3/4 Stunde in den Tiefen.
Die WW-Firma schaffte es uns zweimal denselben Wal zu zeigen. Eine Highspeedjagd zu einer anderen
Walsichtung haben wir leider knapp verloren, und der Wal war schon wieder weg.
Auf der Rückfahrt hielt das Boot noch einmal bei einem Seelöwen an. Und last but not least trafen wir auf
einen Schwarm von Delphinen. Weit über 100 tauchten um unser Boot herum und zeigten sehr viel
Lebensfreude. Das war ein sehr
schöner Abschluss für die Tour.
Nach den zwei Nächten auf
dem Campingplatz haben uns
Sylvi und Nick verlassen und
wir sind in die Dünen auf der
Südseite der Kaikoura-
Halbinsel gefahren um wild zu
campen.
Weil ich ziemlich verschnupft
war, haben wir uns die nächste
Nacht im Central Backpackers
eingecheckt. Schäfer kam für
weitere 100$ auch noch zu
seinem Delphinschwimmen. Aber davon soll er euch selber mal erzählen.
Der Housekeeper des „Planet Backpackers“, Robin, hat mir seine Surfcaster (Keine Ahnung wie das auf
Deutsch heisst) geliehen, und ich hab mich damit ein paar Stunden am Strand versucht. Ich hatte zwar
keinen Erfolg, aber lernte dafür den sehr netten Tschechen ‘Hans’ kennen.

Im Backpackers hatten wir so viel Spass mit einem Engländer Namens Steve (der dritte im Bunde), das wir
direkt noch eine Nacht geblieben sind und es ein kleines Trinkgelage (England vs. TSK) veranstaltet haben.
Am nächsten Morgen bin ich mit Kater, und Schäfer mit Schnupfen aufgebrochen.

95
Die Fahrt von Kaikoura nach Picton
Es war einmal der 22.1. bis 24.1.
Die Tour von Kaikoura nach Picton hat am Ende auch drei und nicht zwei Tage gedauert. Es gab einige
schlechte Umstände. Am ersten Tag war ich verkatert und Schäfer verschnupft. Wir haben also schon nach
einer Stunde Radeln eine längere Mittagspause eingelegt.
Am zweiten Tag fing Schäfers Knie an
weh zu tun, und wir hatten einen
Gegenwind, das man sogar bergab
treten musste. Von diesen Umständen
abgesehen, hatten wir viele schöne
Kilometer entlang der Ostküste der
Südinsel. Wir haben Seehunde
gesehen und einen frischen Hummer
verdrückt.

Steve aus Kaikoura ist mit dem Auto


mitgenommen worden, und hatte uns
schon für den nächsten Tag im
Backpackers in Picton angemeldet. Als
wir unsere Verspätung absehen
konnten, haben wir zwar versucht
anzurufen, aber es hat wegen der
schlechten Infrastruktur nicht
geklappt.
Als wir einen Tag zu spät endlich
Picton hinter dem letzen Berg
auftauchen sahen, war klar, das wir
uns mindestens zwei Nächte ausruhen
würden; auch für Schäfers Knie das
Beste.

96
The Jugglers Rest
Es waren einmal die Tage vom 24.1. bis zum 29.1.2001
Unsere Tage im Jugglers Rest waren spitze. Das JR ist ein ziemlich altes Häuschen mit einem kleinen Pool
und ner Garage in Picton. 3 Jongleure, Garry&Pauline + Craig, haben vor 5 Jahren beschlossen eine
Jonglierjugendherberge zu
eröffnen.
Als wir ankamen sind wir
erstmal in den Pool
gesprungen und haben danach
direkt mit Garry und Graig
Keulen gepasst. Pauline ist im
5. Monat schwanger und
schont sich etwas beim
Jonglieren.
Steve aus Kaikoura kam später
auch von seiner Bootstour
zurück und war froh uns
wiederzusehen; wenn auch
einen Tag später als
verabredet.Am ersten Abend lernten wir auch noch zwei sehr nette Isrälis und die holländische „sister“
kennen. Und nicht zu vergessen lernten wir ein neues Gruppenspiel Namens „Killer“ kennen, das viel besser
ist als es sich anhört. Tagsüber
haben Schäfer und ich immer
jongliert. Von der Stadt Picton
haben wir nur den Supermarkt
und die Internetcafes gesehen.
Wir verstanden uns mit den „3
Chefs“ ziemlich gut, und nach
zwei Tagen war klar, das wir
mindestens nochmal so lange
bleiben würden. Die
Erfahrungen, die zwischen so
vielen Jongleuren
ausgetauscht werden, haben
unsere Jonglierkünste hinter
alle Vorstellungen katapultiert.
Das Backpackers ist mit 16

97
Betten klein und gemütlich, aber man konnte dennoch jeden Tag mit sovielen neuen Jongleuren
abjammen! Da war z.B. Stefan aus Münster, mit dem wir viel gepassed haben und der uns nebenbei seine
neuesten Tricks mit zwei Diabolos auf einer Schnur zeigte. Bei Stefan hat Schäfer auch einen ganz anderen
Trick gesehen: Pfannekuchen machen!! Während wir uns bemühten, das jeder, der das JR verlässt,
mindestens 3 Bälle jonglieren konnte, haben Garry und Craig uns jeden Tag bergeweise Passingtricks
gezeigt. Langsam reisten die neuen Travellerfreunde wieder ab, und nur wir blieben weiterhin. Da wir keine
5 Bäle jonglieren konnten, bekamen wir keinen Diskount und mussten die vollen 16$ pp pn zahlen.
Dennoch blieben wir insgesammt 5 Nächte und bereuen keinen Dollar.
Keine professionelle Jongleurin, aber dafür eine gute Kochin und ausgebildete Massagetherapeutin aus
Melbourne, war Vivian. Schäfer hat einen Abend mit ihr 20/30 Pfannekuchen für das Backpackers gemacht,
und einen Kuchen haben die beiden auch mal gezaubert. Ich habe keine Backkünste von ihr gelernt, aber
wenigstens mal 10 Minuten herrliche Massage bekommen.
Viel neues, verrücktes Passingzeug hat uns auch Paul aus WA gezeigt. Er kam für eine Nacht vorbei und
wollte mit mir immer Quick Sex In The Morning werfen (Das ist ein Witz: 6 keulen). Vielleicht sehen wir ihn
in Wellington noch einmal wieder.
Da Luke (der Typ vom Herrn Der Ringe) noch nicht geantwortet hat, haben wir unseren Aufenthalt auf der
Südinsel erstmal
massiv verlängert.
An einem der
letzten Tage haben
wir Paul aus
Auckland
kennengelernt. Der
war ein guter
Jongleur und
erzählte viel Zeug.
z.B., das er ein
psychedelischer
Clown mit
Schwarzlicht für
Raverparties
werden wollte.
über ihn hat Schäfer ein Pärchen in der Nachbarschaft
kennengelernt, die Hackysacks und Jonglierbälle herstellten. Die Muster waren so ausgefallen, das er direkt
sechsmal zugeschlagen hat. Jetzt schleppen wir also 6 Bälle, 2 Hüte und 7 Keulen im Koffer durch die
Gegend.

98
Wir waren immernoch im Jugglers Rest.
Es war einmal der 29.1.2001
Am Montag Morgen haben wir beschlossen, das wir Dienstag abreisen wollten. Wir wollten mit dem Rad
noch ein bisschen den Queen Charlotte Drive anschauen und zum Busking Festival am nächsten
Wochenende in Nelson sein.
Um am nächsten Tag zur Checkout-Time startklar zu sein, musste ich erstmal den platten Vorderreifen
flicken, der seit unserer Ankunft hinterm Haus auf mich wartete. Ich habe unsere letzten 3 Flicken und den
ganzen Nachmittag verbraucht, ohne am Ende ein fahrtüchtiges Rad zu haben. Neben einem neuen
Schlauch wollte ich mir auch noch einen neuen Reifen kaufen (Das Gummi war schon an vielen Stellen ab).
Doch in Picton gibt es keinen Fahrradladen, und die Tankstelle mit etwas bike-support war auch keine Hilfe.
Was nun? Wollten wir morgen wirklich aufbrechen? Ja! Also blieb mir nichts anderes übrig als mit dem
kaputten Reifen und Schäfers Bike morgen früh nach Blenheim (each way 26km leichte Berge – NICHT
Richtung Nelson) zu radeln und da die Sachen einzukaufen.

Ob ichs wirklich geschafft habe, lest ihr im nächsten RTB.

99
Es war einmal der 30.1.
Um halb 10 sind wir aus den Betten gefallen. Wir haben gestern Abend noch einen Haufen Leute am Strand
getroffen, die alle auf ihre Fähre um 5am gewartet haben. Aber obwohl wir beide total müde waren sind
wir aufgestanden. Garry nimmt die Checkout-time ziemlich genau, und obwohl, oder gerade weil, wir einen
Stein bei ihm im Brett hatten, wollten wir uns keine Extras herrausnehmen. Ich hab mich von vielen
Backpackern verabschiedet und bin noch vor 10am aufgebrochen. Im Supermarkt hab ich mir erstmal Obst
und Avocados fürs Frühstück gekauft. Und schon war ich unterwegs zum Bikeshop nach Blenheim.
Erst nach einer halben Stunde hab ich mitten in einem Sumpfgebiet angehalten und gefrühstückt. In
Blenheim hab ich alles bekommen was ich wollte, und um halb 3 schob ich Schäfers Bike total KO auf die
Terrasse des JRs. Es hatten noch keine neuen Gäste eingecheckt, und Stefan saß mit Garry, Craig und Mike
auf der Veranda und passten ab und zu ein paar Keulen.
Ich hab den neuen Reifen eingebaut und bin in den Pool gesprungen. Um 4 wollten wir dann endlich
aufbrechen. Um 10 vor 4 kam eine alte Bekannte, Denise aus der Schweiz, vom „Lazy Fish“ zurück. Es war
erstmal großes Gelache, weil wir ihr vor drei Tagen sagten, das wir uns nicht mehr wiedersehen würden.
Genau das Gleiche passierte 5 Minuten später, als „Johnson und Johnson“ (die zwei netten Israelis) mit ihrer
„sister“ wieder ihre Betten bezogen. Alle sagten wir sollten noch eine Nacht bleiben, doch wir waren schon
zu lange da und neue Sachen riefen nach uns. Wir sind dann wirklich losgefahren. – Aber nicht weit
gekommen.

Ich war natürlich etwas ausgepowert vom Morgensport und so kam es, das wir nach 10km bergauf das Zelt
aufschlugen. Der Queen Charlotte Drive ist eine Straße, die sich durch die Marborough Sounds von Picton
nach Westen schlängelt. Schon nach diesen 10km hatten wir wunderschöne Landschaft um uns. Den
Campingplatz (50 Meter Schotterstraße ab vom Drive) teilten wir uns anfangs mit einem 30 Jahre alten
Wohnmobil. Das englische Pärchen (Generation über uns) genoß ihre sechs Monate und schenkte uns eine
Flasche Wein. Die alte Mühle hat Charly mit Schafsknochen an beiden Stossstangen ein bisschen
aufgepeppt. Wartet auf die Bilder!

Date: Thu, 8 Feb 2001


From: skrüger@gmx.de_
To:jim@users.de_
Subject:RTB 31.1.

Es war einmal der 31.1.2001


Wir sind aufgewacht als es im Zelt zu
heiss wurde. Der Tag wurde mit Lesen
und in der Sonne gammeln begonnen.
Die Motivation mit dem Rad Kilometer
zu machen war irgendwie abgeflacht.
100
Gegen 4pm haben wir dann dochmal aufgesattelt.
Weil wir gestern nur bergauf gefahren sind, konnten wir heute mit einer langen und wunderschönen
Abfahrt beginnen. )Die Häuser mancher Menschen lassen einen echt vor Neid erblassen!) Als die Straße
wieder auf die Höhe des Meeres kam, bin ich
schwimmen gegangen. Das erste krasse Tier, das ich
gefunden habe, war ein grosser Seestern. Ich hab ihn
mir auf den Bauch gelegt, und gewartet bis er sich
festgesaugt hat. Dann konnte ich mit ihm aufstehen. ;-)
Komisches Gefühl – gab zum Glück keinen Knutschfleck.
Später hab ich noch Dutzende von den Räubern
gefunden und ich konnte sogar beobachten, wie ein
Seestern eine Muschel öffnete und ausschlürfte.
Muscheln gab es da auch in Massen und ich hab uns ein
paar zum Abendessen mitgenommen. Unter anderem
habe ich eine Green Clamp (ca.= Miesmuschel) in
Fussgrösse gefunden! Am Abend haben wir uns wild
neben die Straße gehauen und waren sehr zufrieden mit
unseren 15 Kilometern, die wir heute voran gekommen
sind.

The 100$ Day


Es war einmal der 1.2.2001
Es war kein besonderer Tag. Ausser, das ich beim Radfahren einen 100 NZ$ Schein neben der Straße
gefunden habe. Ich hab mich natürlich total gefreut, aber auf der anderen Seite wusste ich auch nicht
wirklich warum ich so ein Glück hatte, und was es bedeutete.
Am Ende habe ich es aber als ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk angesehen. Wir sind im nächsten Ort auf
einen Campingplatz gegangen und haben für alles Geld Schnaps und Bier gekauft!

Quatsch! Wir haben uns für die nächsten zwei Tage Kajaks gemietet (hat uns dann nur noch 60$ gekostet)
und würden morgen für zwei Tage durch die Fjorde paddeln.
Abends, als es schon Dunkel wurde, ist mir dann noch etwas Dummes passiert, an dem ich Tage später
noch kaue: Ich habe versehentlich die angebrochene Reispackung statt der Zuckerpackung in die Müslitüte
gekippt. :-(

Seakajaking
By: Stefan Schäfer
101
Es waren einmal der 2.2. und der 3.2.2001
Wir hatten uns für heute morgen extra den Wecker gestellt. Den haben wir dann aber eine halbe Stunde
lang ignoriert und mußten uns, als wir endlich aus dem Zelt gekrochen sind, ganz schnell beeilen um
unseren Pickup-Bus zum Seakajaking zu erwischen.
Wir und ein älteres amerikanisches Pärchen waren die einzigen, die heute ihre Tour starteten. Wir beluden
unsere zwei Kajaks und liessen uns die Kajaks, Schwimmwesten und Leuchtpistole erklären. Zwischendurch
haben wir uns noch schnell ein Müsli reingepfiffen. Dann ging es schon los und wir schwammen auf dem
Wasser. Wir waren überrascht wie einfach das Kajaken eigentlich war. Wir sind voller Abenteuerlust aus der
Bucht rausgepaddelt.
Die Marlbourough Sounds sind traumhaft. Die Fjorde erstrecken sich über ein riesiges Gebiet; überall gibt es
kleine Buchten, an Land gibt es dichten Wald und das Panorama ist postkartenreif.
Je mehr Wind weht, um so schwieriger ist es, das Gleichgewicht im Kajak zu halten, doch wir hatten auch
noch super Wetter, und die
Wellen machten uns
überhaupt keine Sorgen.

Mit der Taucherbrille ist Krüger


dann irgendwo ins Wasser
gesprungen und hatt
fussgrosse Muscheln von alten
Baumstämmen unter Wasser
gesammelt. Zwei oder drei von
der Grösse sollten unser
Mittagessen sein. Wir sind also
an einen kleinen Strand
gefahren (natürlich einsam)
und wollten kochen. Dort konten wir aber leider unser Kochgeschirr nicht mehr finden. Wahrscheinlich
haben wir es beim Beladen der Kajaks liegen gelassen. Während wir uns überlegten wie man dann jetzt
kochen könnte, kamen immer mehr Wespen
zu uns und stürzten sich auf die Muscheln. Die
Wespen erschienen hier echt als richtige
Räuber und haben eine offene Muscheln so
schnell aufgegessen, das man hätte zugucken
könen. Die Ruhe hatten wir aber nicht und wir
haben die Flucht ergriffen.
Um einen Topf zu ergattern stieg ich am
nächsten Strand in eine Wandererhütte ein. In
dieser gab es aber leider keine Töpfe. Also
bereiteten wir unsere Muschel und etwas Reis
in zwei leeren Konservendosen zu, was auch
102
ziemlich gut gelang. Danach paddelten wir weiter und peilten einen Strand zum übernachten an.
Ich ging zuerst an Land und suchte einen Zeltplatz während sich Krüger am Angeln versuchte. Mit Erfolg!
Zum Abendessen tauchte dann auch rechtzeitig das Kochgeschirr in der letzten Ecke des Kajaks wieder auf,
und es gab erst Pasta mit Zwiebeln, Knofi und bergeweisse Muscheln, Danach einen in der Glut unseres
Feuers gegarten Fisch im eigenen Saft mit viel Gemüse. Zum Abschluss noch einen Kaffee. In der Nacht hat
sich dann ein Possum sehr lautstark über die Gräten hergemacht.
Wir sind am nächsten Tag erst mittags aufgebrochen. Vorher gat Krüger noch zwei Dutzend (gekochte)
Steinaustern mit Zitronensaft serviert.
Köstlich!
Da wir unseren Kajaks mittlerweile mehr vertrauten, haben wir dieses mal die Kameras draussen gelassen
und viele schöne Photos auf dem Wasser geschossen.
Wir nutzten unsere Zeit bis zum letzten aus und kamen just-in-time zur Anlegestelle zurück. Wir wurden
nach Havelock zurückgebracht, duschten, packten unsere Sachen und radelten noch zwei Stunden richtung
Nelson.

Stefan Schäfer

Es war einmal der 4.2.


Wir wollten heute unbedingt in
Nelson ankommen. Vielleicht
würden wir es ja noch schaffen ein
bisschen vom Buskingfestival zu
erwischen.
Aber 20km vor Nelson, mitten im
Wald, ist meine Kette gerissen! Au
Backe – was nun. Ich habs
geschafft mit einem billig
Letherman (für 30DM von einem
anonymen Kaffeeladen) die Kette
zu reparieren. Bin dafür sehr stolz
auf mich. Wir sind am Abend dann
mit weniger als 5$ in der Tasche in
Nelson angekommen. Unsere
letzten Dollar wollten wir im
Internet investieren, aber da ich ein paar Minuten meine Hilfe bei einem Computerproblem angeboten habe
(Ich mit total schwarzen Händen), mußten wir dann am Ende doch nicht zahlen.

Unsere 4$ 40 Cent waren aber trotzdem nicht genug um ein Backpackers zu nehmen, und so haben wir
ganz zentral im Travalgar Square Park auf dem Rasen geschlafen. Nur dummerweise gingen mitten in der

103
Nacht zweimal die Sprinkler an. Als wir sie endlich mit unserem Kochgeschirr abgedeckt haben, war
Schäfers Schlafsack schon gut nass. So hatten wir doch keine so schöne Nacht unter freiem Himmel.

Es war einmal der 6.2.2001


Heute Morgen sind Stefan und ich neben dem State-Highway nach Picton aufgewacht. Ich hab Schäfer
seine zwei Stunden zum Wachwerden gelassen, und bin selber erstmal mit dem Rad zu Mäckes gefahren.
Nach zwei Tassen Kaffee (free refill) und einer richtigen Toilette bin ich zu unserer Verabredung mit dem
Typen vom Grafik FX – Shop gefahren. Unsere zwei CD-Roms mit den neusten 300 Bildern von der Digicam
sollten um 10am fertig gebrannt sein. Waren Sie natürlich nicht! Er hat mir angeboten die beiden CDs zu
mir ins Internetcafe zu bringen, wenn der Kartenleser endlich fertig ist.
Als ich dann später im Internetcafe meine eMails checkte, fiel mir auf, das die alle einen Tag zu früh ihre
Grüße zu meinem Geburtstag abgeschickt hatten. Dann fiel mir auf, das meine Eltern wohl auch der

Meinung waren, ich hätte heute schon Geburtstag. – Ein Blick auf den Reisepass – Ein kleiner Schrei durch
das Internetcafe – „Ich hab ja HEUTE Geburtstag!“. Als Schäfer dann auch ins Internetcafe kam, hat der sich
erstmal total mit mir über mich kaputt gelacht. Dann ist er losgezogen und hat zwei Stücke
Geburtstagskuchen geholt. Während dessen ist der Typ vom Grafik FX Laden gekommen und hat mir die
zwei CDs in die Hand gedrückt. Dann war er auch schon wieder weg, und als ich mir die Bilder auf den CDs
angucken wollte, hatten sie alle Fehler in der JPEG-Kompression (z.B. schwarze Balken). Das war nicht
genug: Zu alledem hat sein Karten-“lese“-gerät die Orginale auf dem Chip auch kaputt gemacht.

104
Aber sowas kann mich nicht mehr wirklich schocken. Ich hab mir bei Mäckes einen Kaffeerefill geholt und
mich beim Leben für die schönen Sachen bedankt.
Auf der Reise habe ich schon sehr viel erfahren und gesehen. Wenn mir jetzt etwas Schlechtes wiederfährt,
wie 300 kaputte Reisephotos, dann vergesse ich noch lange nicht mit welchen tollen Chancen und
Privilegien ich die Welt bisher erlebt habe.
Als wir mit dem Bus in Picton ankamen, wurden wir im Jugglers Rest mittelmässig begrüsst. Es waren keine
bekannten Gesichter unter den Gästen. Wir haben uns ein bisschen eingelebt und dann habe ich von allen
billigen Biersorten jeweils einen 6-Pk. gekauft: Southern Draught, Rheineck Lager und Cadburry Draught.
Als Schäfer und ich ein paar Bierchen gepichelt haben, fingen wir an gutes Essen zu kochen. Später haben
wir den anderen Backpackern das Killer-Spiel erklärt und eine gute Runde mit ihnen gespielt. Das Spiel ist
echt der Knaller! Ich werde es bestimmt noch mit vielen von euch spielen. Als ich abgewaschen habe (Ja, an
meinem Geburtstag hab ich abgewaschen), kam Pauline neben mich geschlichen und hat uns ins
Hinterzimmer eingeladen. Garry und Pauline hatten über die Tage Besuch von einer holländischen
Künsterin und ihrem Mann: Venus! Ich hab sie später auf vielen Photos im Jugglers Rest wieder erkannt und
ihr wird nachgesagt, das sie 4 (vier!!!!!) Diabolos auf einer Schnur halten kann. Das habe ich aber nicht
selber gesehen. Als ich ihrem Mann Robin erzählte, das ich 22 Jahre alt geworden bin, fing er an etwas von
einem Zufall zu erzählen, und holte eine 22$ Jokebanknote aus seiner Brieftasche. Ich weiss nicht wie er
daran kam, oder was man damit kaufen kann, aber er hat sie mir
geschenkt. : – )
Wir haben da also zu sechst alle Biere ausgetrunken und später gab
es auch noch einige Lieder aus Garrys alten Gitarrenzeiten zu hören.
Ganz am Ende war ich total müde und zufrieden mit dem Ausgang
meines Geburtstags. Bevor ich ins Bett ging, hab ich mir noch die
erste Seite vom ‘War Of The Worlds“ – Tape angehört, das ich in
Garrys Sammlung gefunden habe. Ich hatte vor langer Zeit mal die
CD-Version von Diddel ausgeliehen und viele nächtelang gehört
während ich vorm Rechner sass. Dann habe ich Diddels CDs leider
verschlampt. ;-) Und nach vielen Jahren finde ich das Musical als
Tape in Neuseeland wieder. Ich hoffe ich schaffe es mir davon eine
Kopie zu machen.

Es war einmal der 7.2.2001


Um kurz vor 10 kam Craig ins Dorm und hat die Jalousie
hochgezogen. Alle anderen waren schon aufgestanden. Nachdem ich
mir ein paar Toasts mit Marmite zum Frühstück gemacht habe, bin
ich „ins Internet“ gegangen. (Insider: Ich fang schon an wie Frau I. J.
= „Ich putze im Internet“). Da hat sich der beste Chat von allen bisher angeleiert. Jim hatte gestern noch
meine Geburtstagsemail an den Newsletter abgeschickt, und so kam es, das Roman&Stephie, Diddel,
Gregor, Jim und sogar Mattes online waren. Wir hatten zwei Stunden Zeit uns gegenseitig auf den neusten

105
Stand zu bringen. War echt schön mit meinen Freunden zu chatten, auch wenn es natürlich chaotisch
drunter und drüber ging.
Trotzdem Danke, das ihr mit mir online ein bisschen gefeiert habt. Nachdem ich mich vom Internet
losgelöst habe, bin ich in die Kleiderstube gegangen und hab da für je 50 Cent drei kurze Hosen und ein
Hemd gekauft. Schnäppchen! Auf dem Weg zurück zum Backpackers hab ich die Amerikaner wieder
getroffen, die mit uns eine Nacht beim Seekajaken gecampt haben. Unsere
Schwärmerei hat Sie auch ins Jugglers Rest getrieben. Das JR strahlt für mich aber gerade eine andere
Atmosphäre aus, weil die zwei holländischen Profis da sind. Aber zumindest sind Craig und Pauline jeden
Tag die selben. Als ich auf der Veranda ein bisschen jongliere, verdunkeln plötzlich große braune Wolken
den Himmel. Von der Straße aus kann man dann auch sehen, das
der Wald westlich von Picton an drei Stellen in Flammen steht. Jetzt sind schon zwei Stunden vergangen
und im 2 Minuten Takt fliegen Löschhelikopter über das Haus. Da die Sonne hinter den Rauchwolken steht,
haben wir ein ganz merkwürdiges gelbes Licht. Es besteht wohl keine direkte Gefahr, das das Feuer auf die
Stadt überschlägt, aber einige Häuser am Stadtrand wurden trotzdem evakuiert und Gerry befürchtete, das
Funken auf dem Grundstück landen könnten. Schäfer hat sich ein cooles Hawaihemd gekrallt, das jemand
gestern im Dorm vergessen hat. Das Blau paßt richtig gut zu seinem Hut. Bis zum Abend haben wir im
Garten jongliert und ich habs kurze Zeit geschafft drei Bälle durchgehend hinter dem Rücken zu werfen!!

Es war einmal der 8.2.2001


Der Morgen begann wie die meisten im JR mit einer Runde Keulenpassen. Dann bin ich statt in die Dusche
in den Pool gesprungen und sitze seitdem in der Sonne. Schäfer müsste längst wieder hier sein! Dem wird
doch nichts zugestoßen sein in Downtown-Picton?
Natürlich war er nur was Surfen. Nach dem Frühstück hab ich auch ne Stunde lang das RTB für euch
abgetippt. Seit dem hänge ich wieder jonglierend am Pool rum. Sightseeing ist momentan nicht sehr
angesagt. Nach jetzt bald 5 Monaten Reisen, hab ich noch mal ein anderes Gefühl bekommen. „Zuhause“ ist
jetzt schon so lange her, das das Leben als Traveller ganz normal geworden ist. Ob ich es wohl genug zu
schätzen weiss, wie schön das „Leben in den Tag“ ist?! Ich versuche nicht zu vergessen, das jeden Morgen
um 6 Uhr drei ehemalige Kolleginnen im TZ auf der Matte stehen.
Gegen Abend haben wir Fin aus England kennengelernt und noch später haben wir wieder genug nette
Leute gefunden um drei Runden Killer zu spielen.

Es war einmal der 9.2.2001


Garry kam um 9am ins Dorm und hat Schäfer und mich erstmal
angeschnautzt, das wir eine Schüssel ungespült haben stehen lassen;
und wie „disgusting“ das wäre. Er hat ja recht, aber man muss die
Motzerei von Garry einfach in den richtigen Hals kriegen. Als ich mich
dann bei ihm verabschiedete, weil wir zwei Tage wild campen
wollten (nur zum Geld sparen), war natürlich alles vergessen und ich
bekam sogar was zum Einschlafen geschenkt.
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Wir sind dann mit der 10am Deadline (Garrys Check-Out-Time) aufgebrochen und sind mit zwei Rucksäcken
und einem Rad zu einem Stausee im Wald gewandert. Den Picknicktisch hatte ich ein paar Wochen vorher
mit Sahra aus Auckland gefunden. One-way vom JR aus vielleicht 45 Minuten entfernt. Hier liegen wir seit
der Ankunft in der Sonne und schlafen uns nochmal richtig aus. Ich hab eben bemerkt, das von den zwei
CDs mit angekratzten Bildern auch noch eine im CDROM in Nelson geblieben ist. Jetzt ist das Risiko, das die
Post unsere Erinnerungen verschlampt noch grösser. Naja. Vielleicht finde ich jemanden, der sie uns
nochmal brennt bevor ich sie zu Jim abschicke.
Der Rest des Tages ging mit Jonglieren, Organizerspielen (StarAttack) und Essen vorbei.

Es war einmal der 10.2.2001


Ich habe mich auf den Damm gelegt und faullenze vor mich hin. Beim Dösen in der Sonne ist mir die
Sonnenmilch zur einen Seite runtergefallen und liegt jetzt drei Meter unten zwischen den Steinen. Es war
für Kletterschäfer natürlich kein Problem die wieder raufzuholen, und ich musste als Gegenleistung dafür
nur eine weitere Runde StarAttack gegen ihn verlieren. Der Rest des Tages ging schnell mit Nichtstun, Essen
und Lesen vorbei. Im Herrn Der Ringe bin ich mittlerweile so weit, das ich voll in der Story drin bin. Morgen
früh geht es zurück ins JR.

Es war einmal der 14.2.2001


Ich weiss nicht wirklich was wir in den letzten Tagen gemacht haben. Schäfer arbeitet ganz fleißig an 5
(!!!!!) Bällen und ich habe ein paar sehr gute Kartentricks gelernt. Ingrid und Andreas mußten meistens als
Zuschauer für meine werdenden Tricks herhalten. Wenn sogar Andreas etwas bemerkte, war das ein ganz
schlechtes Zeichen. ;-)
Am Abend vor zwei Nächten kam Gerry ein bisschen angetrunken in das Wohnzimmer und hat uns allen da
ein paar alte Kartentricks gezeigt. Ich bin ganz stolz, das ich ihm einen abgeguckt habe.
Heute ist auf jeden Fall der letzte Tag im Jugglers Rest, denn morgen früh um 5:30am geht unsere Fähre
nach Wellington. Dann geht es mit dem Zug rauf zur Juggling Konvention. Die vier Tage bis zum 18.2.
werden total super, und Schäfer hat da auch noch Geburtstag. Wir treffen da hoffentlich viele bekannte
Gesichter. Viele sind in den letzten Tagen schon im JR eingetrudelt: Mathew aus
England (bald ein Kiwi), Diabolostefan aus Münster, Yossi und hoffentlich auch Many aus Israel, John aus
Montana (natürlich ein Flyfischer), und und und...
Gestern Abend hatten wir eine kleine Party: Mit dem Spiel Kartenblasen wurde ganz viel „General Alcoholic
Drink“ getrunken und Ingrids Sellerie dazu gegessen. Als das ganze Backpackers (sind ja nur 16 Betten)
betrunken war, hat Stefan (der aus Münster) sich den Scherz erlaubt mich in den Pool zu schmeißen. (Zum
Gluck hatte ich den Organizer nicht in der Tasche.)

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Die ganzen „Warmduscher“ haben zugeguckt und nur Schäfer und Andreas sind mir nach gesprungen. Es
war danach etwas kalt aber für die nächsten 5 Tage gut zu wissen, das
Diabolostefan auf solche Scherze steht. Den
heutigen Morgen habe ich damit verbracht alle
Souvenirshops in der Stadt abzuklappern. Ich
habe mich für einen besonders schönen
Anhänger entschieden. Er ist nicht ganz billig,
aber ich habe mir ja noch nichts zum
Geburtstag geschenkt. Dennoch komisch, das
mein Hemd und meine Hose zusammen einen
Dollar gekostet haben, und das Stück Knochen
an meinem Hals fast das Hundertfache.

Wir freuen uns beide voll auf die


Jugglingconvention, Stefan & Stefan

The 9th New Zealand


Juggling Convention
Es waren einmal die Tage vom 15.
bis 18.2.2001
Am Morgen des 15.2. war im Jugglers Rest
keine Rest zu spüren. Die meisten Gäste und
Craig reisten mit uns zur neunten neuseeländischen Jonglierconvention ab. John aus Amerika, Naoto aus
Japan, Diabolostefan aus Münster, ein Haufen Isrälis, Craig und wir beiden sind alle mit derselben Fähre
nach Wellington übergesetzt. Aus irgendeinem Grund bin ich am letzten Abend im Jugglers Rest erst um
5am ins Bett gegangen. Total müde hab ich in der Fähre ein paar Stunden auf dem Fussboden geschlafen.
Von Wellinton ging es nochmal eine halbe Stunde mit dem Zug nach Päkakariki. Päkakariki ist ein kleines
Örtchen an der Westküste Neuseelands. Die Jonglierconvention took place on a campground at the end of
town. Zu Fuss keine 15 Minuten vom Strand entfernt. Im Rahmen der registration fee stand uns auch ein
grosses Zelt mit 24h Soundanlage zur Verfügung. Es war also durchaus möglich und angedacht, die Nacht
mit Jonglieren durchzumachen. Als die Convention Donnerstag anfing waren noch sehr wenige Leute dar.
Jeder konnte eine Wette abgeben, wieviele Leute wohl erscheinen (bezahlen) würden. Mein Tip war 42 mal
3 = 126 Jongeure.

108
Wir haben unser Zelt aufgebaut und
Kaffee gekocht. Danach wurde wild
rumgepassed. Der (für mich schon
berühmte) Jongleur Haggis kam auch
für einen Donnerstag vorbei. Er
machte einen super Workshop für 2
Stunden. Die meiste Zeit brachte er
uns Keulenpassing bei. Haggis
jongliert seit 15 Jahren und arbeitet
als Jonglierlehrer an der Royal British
Circusschool. Bestimmt einer der
allerbesten Keulenjongleure der Welt.
Abends konnten wir im Zelt auch eine
kleine Show von ihm bewundern. Da hat er unglaubliche Sachen gezeigt, die wir als Jongleure alle sehr zu
schätzen wußten.
Am Freitag Morgen sind wir aufgewacht weil Leila, die organisierende Seele der Convention, nach
Steve&Steve gerufen hat. Wir sollten für das Pressephoto mit unseren Hüten im Bild sein.
Danach ist Schäfer mit dem Bike
in die Stadt gefahren um ein
Internetcafe zu finden. Es war
sein Geburtstag und er wollte
chatten. Ich bin auf dem Weg
zum Klo bei einem Workshop
für Contactjuggling hängen
geblieben. Als ich dann gerade
frühstücken wollte, hab ich
mich doch noch für Sugras
Workshop über Interactive
Energy Exchange (I.E.E.)
entschieden. Alles ein riesen
Spass!
Als ich endlich vorm Zelt sass
und einen Kaffee schlürfte, hat sich schon eine „German Mess“ um unser Zelt abgezeichnet.
Extreme-Offroad-Unicycling
Nachmittags bin ich dann total stoned mit 30 anderen Einradfahrern zum Naturpark am Strand gefahren.
Auf den Pfaden durch die Dünen hieß es dann 30 Minuten Extreme-Offroad-Unicycling!! Unglaublich was
manche mit ihren Einrädern machen. Die sind auf Baumstämmen rumgesprungen und danach 45 Grad
Wege runtergefahren. Kurz nachdem es losgegangen ist, hat mich Leila ans Telefon gerufen, und nach
einem kurzen „Hi, who am I talking to?“ war ich ON-AIR. Ich war in dem Moment voll begeistert von dem
Einradfahren und konnte damit bestimmt gut
Werbung machen.
109
Als wir alle total durchgeschwitzt zurück kamen, hab ich mich zur Entspannung ne halbe Stunde auf das
Trampolin geschmissen. Das war das erste mal in meinem Leben, das ich auf einem großen Trampolin
gespielt habe. Klar hat man das in der Schule schon mal gemacht. Aber wenn man alle Zeit der Welt und

etwas THC intus hat, dann macht das erheblich mehr Spaß.
Schäfer war mittlerweile auch wieder zurück. In der Tankstelle hat er eine Surfmöglichkeit gefunden und da
drei Stunden lang einen Super-Geburtstags-Chat gehabt. Freitag Abend war die Renegadeshow. Dafür sind
alle in die Dorfkneipe gefahren (Sugra und ich auf dem Einrad). Die Renegadeshow ist eine Art Testbühne
für Jongleure. Jeder darf etwas vorführen und das Programm erweitert sich während der Show immer
mehr. Johnsen und ich haben auch eine kleine Show gemacht und das Geburtstagskind auf der Bühne
einen Brandy durch ein TimTam™ trinken lassen.
Am Samstag waren die meisten Jongleure da. Und endlich auch viele Kiwis. Am Anfang kam ich mir auf der
Neuseeländischen Jonglierconvention unter all den Backpackern irgendwie komisch vor. Denn außer Craig
waren am Donnerstag die meisten Jongleure Backpacker aus Amiland oder Europa.
Samstag Morgen habe ich angefangen mir von allen netten Leuten etwas aufs Zelt malen zu lassen. Leider
habe ich ein Autogramm von Haggis verpaßt Von dem Extreme-Offroad-Unicycling war ich so begeistert,
das Naoto und ich uns zwei Einräder ausgeliehen haben und nochmal los sind. Dabei hatte ich nicht an den
Muskelkater gedacht der sich in meinen Sitzknochen schwer bemerkbar machte.
Dann war da noch die Juggling Olympiade. 5 Ball Endurance, Long-Distance Passing, Long-Distance-
Diabolo-Passing, Blindjuggling, und und und. Ich hab eine Zahnbürste gewonnen! :-)

110
Mit John Krüger aus USA hab ich später einen Akrobatik Workshop gemacht. Nur wir beide. Ich hab seit
langem meinen ersten Kopfstand und meinen ersten Haldstand gemacht. Natürlich mit Hilfe, aber trotzdem
gut. Außerdem schlage ich jetzt wunderschöne (find ich) Räder über die Wiese.
Das Abendessen wurde von Hare Krishna gekocht. Alles war vegetarisch und sehr lecker. Meine erste
Begegnung mit Hare Krishna war sehr interessant. Alle liefen strahlend rum und es wurden bergeweise
Räucherstäbchen verbrannt.
Eine Publik-Show wurde auch noch veranstaltet. Schäfer ist da mit ein bisschen Passing aufgetreten. Jippie!
;-) Aber Diabolo-Stefan hat die Halle dann zum Toben gebracht! Und die Profis gegen Ende waren einfach
nur erstklassig. Danach hab ich die Hare Krishnas noch ein bisschen ausgequetscht.
( Anmerkung der Redaktion: Ich sitze bei Ian und Eric im Keller. Mir fallen die Augen zu. Es ist 3:20am.
Morgen geht der Flug nach Jakarta. Ich machs kurz.)
Sonntag Abend war die Konvention
eigentlich schon zu Ende. Doch der
harte Kern blieb noch eine Nacht
länger. Meine Schätzung mit den 126
Besuchern war genau richtig und ich
hab ein Essen von Leila gewonnen. :-)
Schäfer und ich mußten in der
nächsten Woche unsere Fahrräder
loswerden und nach Auckland
kommen.
Am Montag lernten wir noch viel
besser die ganzen hartgesottenen
Jongleure der Nordinsel kennen. Wir
waren alle zusammen noch ein
letztes mal am Strand schwimmen.
Gegen Nachmittag ergab es sich dann, das Julie&Nick (Jongleure und Facepainter) Naoto, Sugra und uns
beide in ihrem Bus mit nach Wellington nahmen. Die beiden hatten in Wellington ein Haus. Wir haben mit
Sugra noch eine Einradtour zum Supermarkt gemacht. :-)
Nachdem Sugra seine Fähre erwischt hatte, waren Julie&Nick so freundlich uns drei im Garten zelten zu
lassen. Da Naoto auch nach Auckland musste, haben wir beschlossen zusammen zu reisen.
Den Nachmittag über klapperte ich Automietfirmen mit dem Telefon ab. Bei Thrifty hatten wir Glück. Sie
hatten eine Car-Relocation nach Auckland. D.h. wir mußten zu dritt nur Versicherung und Benzin bezahlen
und hatten dann drei Tage Zeit nach Auckland zu fahren.

Die liebe Julie fuhr den Schäfer dann am nächsten Morgen zum Flughafen und bald stand er mit einem
neuen Kombi von Opel vorm Haus.

Zum Dank haben wir eins der Fahrräder bei Nick und Julie gelassen.

111
Indonesien
Es war einmal die
erste Zeit vom 26.2.
– 3.3.2001
Ich sitze in einem
Restaurant im Dieng
Platou. Das erstemal, das
ich mir in Indonesien die
Zeit für das RTB nehme.
Die Tage bis heute waren
hart. Man könnte sagen
wir haben schon eine
DOWN-Phase hinter uns.
Aber ich fange einfach mal
ganz vorne an
aufzuschreiben, was uns
auf Java bisher alles
passiert ist.
Unser Flug war
anstrengend und sehr
lang. Viele Stunden
Aufenthalt auf Bali und
dann im Flugzeug nach
Jakarta haben wir total
gefroren. Da es ein
Inlandsflug war, ist der Standart ziemlich gesunken, und in der Touristenklasse wurden nicht einmal mehr
Decken ausgegeben. Als wir dann endlich im Taxi zur City saßen war meine Laune schon wieder viel besser.
Während der gesamten Fahrt konnte ich Jakarta riechen. Es roch nach einer Mischung aus Marzipan, Nelken
und verbranntem Plastik. Der Taxifahrer fragte uns wo wir herkämen, und zu Deutschland fiel ihm die
„Geschichte vom tollen Helden Hitler“ ein. Ich glaube der dachte echt, den hätte es nicht gegeben. Und was
für tolle starke Soldaten die Deutschen doch wären. Aber an sowas gewöhnt man sich als deutscher Tourist.
Die Herberge entsprach natürlich wieder Indonesischen und nicht mehr Neuseeländischen Massstäben.
Aber wir waren sowieso hundemüde und sind sofort eingeschlafen. Noch bevor ich am nächsten Morgen
richtig aufwachte, ging mir die ganze neue Situation durch den Kopf: Die längste Zeit meiner Reise ist schon
rum. Ich liege im stinkenden Herzen von Indonesien – Jakarta. Eine neue Erfahrung liegt vor uns.
Lange bevor Schäfer einen Schritt vor die Türe machte, ging ich über die Jalan Jaksa spazieren. Es war noch
sehr früh und kaum ein Geschäft war offen. Unser Problem war aber auch, das wir nach Taxi und Unterkunft

112
keine Tausend Rupiah
mehr übrig hatten. Vor
dem Frühstück musste
ich also erstmal einen
Travellercheqü
umtauschen gehen.
Doch es war Sonn- und
auch Feiertag und alle
Banken und
Wechselstuben waren
geschlossen. Mit
Dollarscheinen hätte ich
es etwas leichter gehabt,
aber so musste ich 3
Stunden durch die City
laufen um dann endlich in einem Luxushotel zu einem richtig schlechten Kurs einen Traveller Cheqü zu
wechseln. Mittlerweile war Jakarta auch auf den Beinen (bzw im Auto) und ich konnte richtigen Smog über
dem Ende der Straßen sehen. Mit der neuen Freiheit von Bargeld habe ich als erstes Wasser und Nasi
Lempang gekauft und zu Schäfer aufs Zimmer gebracht („Zimmerservice!“). Unser Bedürfnis war es Jakarta
schnell wieder zu verlassen, und so planten wir den Zug um 4pm nach Cirebon zu nehmen. Den Nachmittag
verbrachten wir im Park beim Nationaldenkmal. Eigentlich wollte ich auf den über 100 Meter hohen Turm
rauf, doch da es Sonntag war, war der Andrang viel zu gross. Es fand auch gleichzeitig eine politische
Kundgebung statt und bald gesellten sich ein paar Englisch sprechende Studenten zu uns. Indonesier
quatschen echt sehr gerne!
Dann passierte etwas, das ich mir so schnell in Deutschland nicht vorstellen könnte. Nachdem wir ein
bisschen jongliert haben, stürzte sich plötzlich eine Traube von Studentinnen auf mich und wollte Photos in
meinen Armen machen. Danach wollten sie auch meine Adresse. haben und sogar wissen, wo ich die
Nacht bleiben würde. Doch schon bald fuhr unser Zug und wir verließen Jakarta und all die hübschen
Mädels. :,-(
Ich werde jetzt einmal versuchen zu beschreiben, wie Javanesen auf uns reagieren, und danach könnt ihr
euch das zu allen Stories dazu denken. Wenn wir über die Straße gehen oder (noch schlimmer) den Zug
verlassen, schreien uns viele Leute „Mister, Mister“ hinterher. Oft wollen sie einfach nur Kontakt mit dir
machen, und fragen dich dann woher du kommst und wie alt du bist. Genauso oft wollen Sie dir dann aber
auch irgendwas andrehen: Du sollst eine Rikscha mieten, oder ein Taxi, vielleicht brauchst du Zigaretten,
Wasser oder sinnlose Souvenirs. Die ersten zehn mal ist man ganz freundlich und sagt ein nettes „No Thank
You“. Aber beim dreißigsten Mal muss man sich schon echt zusammenreißen um nicht unfreundlich zu
werden.
Als wir in Cirebon angekommen sind, haben wir uns also an Duzenden von Taxifahrern und Becaks
vorbeigeschlagen und sind im erstbesten Hotel untergekommen. Hotel Famili hatte Doppelzimmer für
25000 Rh, was ungefähr 6 DM entspricht. An der Decke hing eine mickrige Glühbirne und das Mandi stank!
Wir haben uns auf der Straße noch etwas Nasi gekauft und sind ins Bett gegangen. Der Jetlack hat uns
113
immernoch so müde gemacht, das uns die Kakalake, die plötzlich aus dem Klo kroch, auch nicht mehr
schocken konnte. Wir würden halt morgen das Hotel wechseln oder weiterfahren.
Am nächsten Morgen wollten wir uns den Palast des Sultans, den Kraton Kesepuhan, ansehen. Wir haben
keine Kosten gescheut ;-) und haben uns auf einem Becak durch die Stadt fahren lassen. Hier auf Java sitzt
der Fahrgast vorne auf dem Dreirad und wird so durch das Verkehrschaos manövriert. Das ist nicht nur sehr
viel angenehmer als zu laufen, sondern bringt einem einen richtigen Thrill. (Eine Hauptverkehrsstraße in
Indonesien scheint zwischen 4 und 6 Spuren zu haben!).
Die Führung durch den Kraton war ganz interessant. Danach wanderten wir für eine Stunde durch die Stadt
und schauten uns das Leben auf den Straßen Indonesiens an: Es ist sehr dreckig und stinkig. Überall liegt
Müll und die Flüsse sind alle schwarz und schlammig. Die Wegwerfmentalität ist wirklich schlimm.
Als wir total durchgeschwitzt und fertig wieder im Hotel ankamen war Essen angesagt. Schäfer hatte eine
Art Restaurant (nicht zuviel erwarten) mit einer grossen Auswahl an Gerichten entdeckt. Wir haben uns für
3 DM den Magen mit leckeren Sachen voll geschlagen. Dummerweise haben wir da auch gekochte Eier
gegessen. Als wir drauf gezeigt haben, sahen sie nicht wie solche aus, und als sie dann auf dem Teller
lagen, haben wir sie halt
gegessen. Das ging unserer
Lebensmittelhygiene voll gegen
den Strich und noch vor
Sonnenuntergang lagen wir beide
in unserem stinkigen Zimmer und
jammerten über Bauchschmerzen.
War also nichts mit Abreisen. In
der Nacht musste jeder von uns
bestimmt zwanzig mal aufs
Mandi. Und das Hotel stellte
nachts auch noch das Wasser auf
dem „Klo“ ab!! Wir bekamen beide
Fieber und harrten bis zum
Morgen im Zimmer aus. Der
Morgen war aber nicht besser. (Ausser, das das Wasser wieder lief) Der einzige Schritt vor die Tür war zum
Wasser und Cola kaufen. Ich wollte nach Hause! Ich wollte zu Mama, Salzstangen, Cola und Kartoffelbrei.
Wenn Diddel nicht schon gebucht hätte, wäre ich sofort nach Deutschland geflogen. Das ganze Zimmer
stank, war dreckig, und ich hatte einfach die Schnauze voll!! Wir wollten weiter – aus dem Hotel raus und
aus Cirebon raus. Doch wir konnten nichts anderes machen als den ganzen Tag in unserem Kämmerchen zu
liegen und zu leiden.
Am dritten Morgen im Hotel Famili ging es uns immer noch schlecht, aber wir fühlten uns stark genug ein
paar Stunden im Zug zu sitzen. Wir rafften uns also auf und fuhren 3 Stunden nach Pekalongan. Da
angekommen waren wir sehr froh ein Zimmer mit Mandi aber ohne Gestank zu finden und blieben
erschöpft bis zum nächsten Morgen auf den Betten liegen. Ich habe viel im Herrn der Ringe gelesen. Auch
an diesem Morgen ging es unseren Mägen und unserem Befinden immernoch noch sehr schlecht. Schäfer
traute sich das erste mal wieder etwas zu essen. Ich konnte noch nichts essen, fühlte mich aber fit genug
114
eine kleine Tour durch Pekalongan zu machen. Zuerst liess ich mich mit dem Bacak zum Stadthaus fahren.
Dort wurde ich auf der Suche nach der Touristen Information von Büro zu Büro geführt, bis schliesslich
jemand Englisch sprach. Die Bürokratie scheint hier Uniformen wirklich zu mögen, denn jeder trägt eine.
Ich wurde höflich an einen Schreibtisch gesetzt und kam mir ganz blöd mit meiner kleinen Frage nach der
Busverbindung zum Dieng-Platou vor. Mir wurde aber gut weitergeholfen.
Auf der Fahrt zum Stadthaus hab ich ein Batikmuseum gesehen, und das wollte ich mir noch schnell
ansehen (bevor ich wieder aufs Klo wollte). Doch das Museum war noch geschlossen und der Becakfahrer
fuhr mich direkt zum Kulturbüro von Cirebon um den Schlüssel zu besorgen. Da wurde ich wieder vor einen
Schreibtisch mit Uniformierten gesetzt und in gebrochenem Englisch nach allen möglichen Sachen gefragt.
Kurzum: Nach einer halben Stunde fuhren die vom Büro mit mir zusammen nochmal zum Museum. Aber es
war immer noch geschlossen. Jetzt hatte ich aber keine Zeit mehr zu warten und musste schnell aufs
Mandi. ;-) Ich wurde netter Weise mit dem Jeep vom Kulturbüro wieder zu meinem Hotel gefahren.
Nachdem ich mich nochmal etwas ausgeruht habe sind wir zusammen zum Busterminal aufgebrochen.
Zum Diengplatou mussten wir 4
Minibusse nehmen. Während der
ersten Busfahrt versuchte ich auch
mal einen Bissen zu essen, doch mir
wurde direkt wieder ganz
schrecklich übel. Die Busse fuhren
ins Landesinnere und die
Landschaft änderte sich von
dreckigen Stadtstrassen zu
Urwäldern und Reisterassen. Das
Dieng Platou liegt 2000 Meter hoch
und mit jedem Bus den wir
wechselten wurde die Fahrt
abenteuerlicher. Als letztes war es
nur noch ein offener Pickup auf dem
sich über 20 Leute qütschten. Eine
coole Erfahrung.
Das Dieng Platou liegt hoch in den
grünen Bergen Javas. überall wird
Kohl, Pilze, Knoblauch, Tee und
natürlich Reis angebaut.
Als wir nach vielen Stunden Fahrt
ankamen haben wir uns ein Hotel
gesucht und erstmal wieder
ausgeruht. Uns ging es immer noch
schlecht. Dennoch wollten wir
beide heute Abend etwas essen. In
diesem Bergdorf gingen wir in das
115
teuerste Restaurant,
das aber immernoch
sehr billig für uns war
und haben da eine
Kleinigkeit gegessen.
Auf dem Weg zurück
zum Hotel wurde uns
beiden aber wieder
übel.

Am nächsten Morgen
um 5am weckte uns
der Ruf zum Gebet.
Die Moschee war nur
20 Meter von
unserem Fenster
entfernt. Da sich in
ein paar Tagen ein islamischer Feiertag anbahnte, wurde der Gebetsruf jeden Tag länger und lauter.
Nach einem Kapitel im Herrn der Ringe machten wir uns wieder ins Restaurant auf um da den ganzen Tag
mit Teetrinken und Lesen zu verbringen.
Bisher habe ich aber nicht gelesen sondern nur an diesem RTB geschrieben und Schäfer hängt über meinem
Herrn Der Ringe. Es gibt hier eine schöne 4h Wanderung, doch dafür fühlen wir uns noch zu schwach. Wie
es aussieht bleiben wir hier im Ort noch eine Weile.

116
Yogyakarta

Es war einmal die Zeit vom 5.-11.3.01


Am nächsten Tag in Dieng haben wir zwei nette englische Studenten (Carl & Graham) kennengelernt. Beide
studieren in England Süd-Ost-Asien-Wissenschaften und verbringen zwei Auslandssemester in Yogya
(=Yogyakarta). Die beiden haben mit dem Motorrad einen Wochenendausflug nach Dieng gemacht und
meinten wir sollten uns auf jeden Fall bei ihnen melden, wenn wir in Yogya vorbei kämen. Nach unseren
Verdauungsproblemen fühlten wir uns langsam wieder mehr als reif für eine Stadt und sind am nächsten
Tag aufgebrochen.
Wir haben einen ganzen Tag gebraucht um mit dem Bemo von Dieng bis nach Yogyakatra zu kommen. Im
letzten Bus ist Schäfer dann auch noch Geld aus der Tasche geklaut worden. Aber das konnte uns nicht die
Laune verderben. Wir hatten eine Hotelempfehlung von Carl und konnten nach all den Strapatzen
schliesslich in einen Swimmingpool springen. Als ich später den ersten Spaziergang zur Jalan Maliboro
machen wollte, treffe ich zufällig Carl und Graham in einem Cafe wieder!
Wir haben mit ihnen den ganzen Abend verfeiert und ich bin erst am nächsten Mittag wieder in unserem
Hotel aufgetaucht.
117
Das Hotel war super und wir
waren uns einig erstmal ein
paar Tage auszuspannen und
Geld auszugeben. Yogya ist
super zum shoppen. Wir
haben von Carl auch
erfahren wo es ein
Internetcafe für 1DM/h gab.
Nachdem wir in NZ
manchmal 8DM zahlen
mussten, war das für uns wie
umsonst.
Leider hatte ich nicht so
kompetente Internetcafes in
Indonesien erwartet und die
Kamerakabel alle schon nach
Hause geschickt. Sonst hätte ich euch schon die ersten Bilder aus Java schicken können. Aber wir haben ein
paar tolle Chats hingekriegt. Das Internetcafe König wurde also zu einem der täglichen Zeitvertreibe. Im
Hotel haben wir auch ein paar nette Leute kennengelernt: Sheldon aus Canada und Jamie&Kelly aus
England. Aus dieser Cliqü hat sich ergeben, das wir hier immer länger und länger blieben.
Am Donnerstag Abend war ich aber nochmal woanders, denn Graham feierte seinen Geburtstag mit einem
kleinen Pubcrawl. Schäfer, Jamie und Kelly wollten zwar auch noch nachkommen aber haben uns im Yogya
Cafe um eine halbe Stunde verpasst.

Aus Schäfers Sicht:


Kelly, Jamie und ich waren zur verabredeten Zeit im Cafe Yogya, waren aber bei dem Namen nicht ganz
sicher. Als wir eine halbe Stunde auf die anderen gewartet hatten brachen wir wieder auf und suchten sie
in der Borobudur Bar. Diesen Namen hatten wir irgendwo aufgeschnappt, lagen aber um Längen falsch. Wir
landeten in Yogyakartas Schwulenbar die allerdings sehr amüsant wirkte. Nach dem ersten halben Bier
fühlte sich Jamie aber schon sehr deplaziert und wir brachen wieder auf und zogen weiter durch die Stadt
bevor wir wieder zum Hotel und dem auch mitten in der Nacht sehr erfrischenden Pool zurückgingen.

Sheldon und ich haben die Studenten ohne Probleme gefunden und feierten und tanzten bis die Kneipen
zumachten.

Eigentlich wollten wir garnicht so lang in Yogya bleiben, denn unser Livestyle war ziemlich teuer, aber es
hat auch mal gut getan Geld zu verprassen und wie, – ja wie ein Deutscher in Indonesien halt -, zu leben.
Im Vergleich zu NZ oder Australien ist unser Leben hier immernoch günstig. Um euch mal einen Eindruck zu
vermitteln, wie billig man hier leben kann, ein paar Zahlen:

118
10000 Rh Sehr einfaches Doppelzimmer mit Mandi auf dem Flur 20.000 Rh Einfaches Doppelzimmer mit
Mandi auf dem Flur 50.000 Rh Unser super Doppelzimmer mir eigenem Mandi, frischen Handtüchern und
Pool 2.500 Rh Eine 1,5l Flasche Trinkwasser 1.000 Rh 1km in der Rikscha durch die Stadt gefahren werden
3.000 Rh Ein Nasi Goreng auf der Straße mit einer Tasse Tee und Kropok 500 Rh Ein Glas frisch gepresster
Papayasaft auf der Straße 10.000 Rh Eine grosse 0,75l Flasche Bintang Bier
Im Restaurant ist alles zwei, drei oder viermal so teuer und Einheimische kriegen es vielleicht noch billiger.
Der Umrechnungskurs : 1 DM = 4500 Rh!
Wenn man also
auf Bier verzichtet
kann man für
5DM/Tag/Person
leben. Aber wir
haben es uns die
Woche über
richtig gut gehen
lassen.
Schäfer hatte das
grosse Glück
etwas Schönes
gefunden zu
haben, das man
sich mit Geld
kaufen kann. Ihm
waren zwei
gebatikte
Geschirrtücher
200,000 Rh wert.
SS: Anderen Reisenden ist ein Stück Knochen 400000 Rh wert ;-))!
Wenn man so zurückschaut haben wir in Yogya nicht viel gemacht. Es gab sogar Tage an denen ich nur
zwischen Pool, Restaurants und Internet gependelt bin. Ich hab viele neue Gerichte ausprobiert und sogar
einen fritierten Squid probiert. Sheldon hat ein 18jähriger Javanese angeboten, ihn mit den öffentlichen
Verkehrsmitteln nach Borobordur zu bringen. Borobudur ist ein riesiger buddhistischer Tempel mit vier
Stockwerken. Weil sich eine Führung von einem Einheimischen so gut anhörte, sind wir alle mitgekommen.
Die Busfahrten waren plötzlich noch billiger. Der Eintritt nach Borobodur war 3000 Rh für Indoneser und
Touristen mussten übertriebene 5 US$ (=50,000 Rh) zahlen. Borobodur war aber beeindruckend. Es waren
sehr viel mehr Indoneser als „Weisse“ da. Das durchschnittliche indonesische Mädchen interessiert sich viel
mehr für die „Weissen“ als für den Tempel. Wir posierten für mehr als 50 Photos und ich wurde sogar von
einem Lehrer mit seiner Klasse festgenagelt und interviewed. Über meine Antworten sollten seine Schüler
dann einen Aufsatz in Englisch schreiben.
Zurück in Yogya haben wir unseren guten Führer Ali dann noch zum Essen eingeladen.

119
Am Samstag Abend hatten wir genug von Kelly&Jamies Schwärmerei von den Gilis. Diese drei winzigen
Inseln vor Lombok mussten der ideale Ort zum „Klebenbleiben“ sein. Es gibt keine Autos oder Motorräder
auf den Inseln, und ... Naja, ich schreib am besten mehr wenn ich da bin.

Wir haben uns spontan entschieden diesen Ausflug nach Osten zu machen.

Jetzt sitzen wir erstmal zwei Tage im Bus. Schäfer wäre gerade fast neben mir eingeschlafen, als es anfing
in den Bus zu regnen.

Ankunft in Padangbai
Es war einmal der 12.3.01
Mittlerweile fährt unser Bus nach Gili Trawangan durch die Vororte von Denpasar, Bali. Um 5am hatt sich
unser Bus in die Warteschlange für die Java-Bali Fähre eingereiht. Kaum sind die ersten Reisenden auf eine
Zigarette rausgegangen, kamen auch die ersten Gitarrenspieler in den Bus. Um 5am keine wahre Freude!
Es hat noch ganze drei Stunden gedauert bis wir auf der Fähre waren. Während wir noch im Hafen lagen
schwammen ein paar Kinder mit Taucherbrillen im Hafenbecken und hofften, das ihnen Münzen
zugeschmissen
würden.
Auf der Fähre
wurde man
durchgehend
angequatscht eine
Sonnenbrille zu
kaufen. Und die
Toiletten sahen aus
als ob sie noch nie
geputzt wurden.
Wenn wir gleich in
Denpasar
ankommen,
müssen wir uns von
Kelly und Jamie
verabschieden und
unseren
Anschlussbus nach
Padangbai suchen.
120
<Stunden später>

Am Busbahnhof in Denpasar schaute sich der Busfahrer unser Ticket mit Zielort Padangbai an und drückte
uns schliesslich 20,000Rh für die selbstzuorganisierende Weiterfahrt in die Hand. Am Ende mussten wir
noch 10,000Rh drauflegen, weil der Bemofahrer sonst noch Stunden auf
mehr Passagiere warten wollte. Hier in Padangbay ist es schön. Der versteckte Strand den uns Kelly &
Jamie empfohlen haben ist wunderbar. Bei weitem unser schönster Strand in Indonesien bisher. Dort haben
wir Johan aus D-Land kennengelernt und am Ende des Tages waren wir mit einer grossen deutschen Cliqü
essen. Johan und sein Freund Holger haben uns ganz gut vom Tauchen vorgeschwärmt. Aber das Leben ist
ja noch lang und unsere Budgets jetzt fast leer. Morgen um 9am geht unsere Fähre nach Lombok in
Richtung Gili Trawangan.

Ankunft auf Gili Trawangan


Es war einmal der 13.3.2001
Ich bin kurz vor 8 Uhr
aufgestanden und habe
unsere Fährtickets nach
Lombok abgeholt. Danach
habe ich ein leckeres
frisches Frühstück
genossen. Eine junge
Cocusnuss frisch
angestochen mit
Strohhalm und ein paar
Salak Früchte. Auf der
Fähre waren plötzlich
ganz viele Bali-Touristen.
Soviele „Weisse“ waren
wir nach Java garnicht
mehr gewöhnt. Ich habe
mich die meiste Zeit mit
einem Kiwi unterhalten. Er war auch nur auf der „Durchreise“ auf Bali und wollte noch viel weiter nach
Osten bis nach Flores. Später habe ich dann auf meiner guten, alten Isomatte ein Schläfchen gehalten. Nach
4 1/2 Stunden kamen wir auf Lombok an. Beim Aussteigen haben wir erst richtig gesehen auf was für einer
Schrottlaube von Boot wir gefahren sind. Und drum herum das Hafenszenario in dem hier und da ein paar
durchgerostete Schiffe auf Grund lagen.Auf der Fähre hatten wir auch mal wieder eine englische Zeitung

121
gekauft. Die Lage in Indonesien hört sich Scheisse an. Die politische Elite warnt vor dem Zerfall der ganzen
Nation und in Jakarta marschieren wieder Studenten gegen den Präsidenten. In Aceh spitzt sich die Lage
auch immer weiter zu. Graham hatte uns auch erzählt, das nach der neusten amerikanischen Intervention
im Irak, Einheimische in Solo durch die Hotels gerannt sind und allen Amerikanern gesagt hätten, sofort das
Land zu verlassen. Auf Gili Trawangan wird uns aber in der nächsten Woche bestimmt Nichs zustossen.
Wenn wir Diddel in Jakarta treffen checken wir aber besser die ganze Reiseroute nochmal im Internet ab.

<TIME>

Wir sind heute Nachmittag


auf Gili Trawangan
angekommen und ich sitze
alleine vor unserem Losmen
über köstlichen Mie Goreng
und sehe mir den
sternenklaren Himmel an.
Nach der Fähre ging es in
einem Minibus die Küste
nach Norden entlang. Die
Fahrt ging durch schöne
hellgrüne Landschaften. Ich
hab das Leben von Lombok
vorm Fenster vorbeiziehen
sehen und mich gefreut. Zwei Jungen auf der Straße haben mir während der Fahrt durchs Fenster „Fünf
gegeben“. Je mehr kleine Fetzen Indonesisch ich spreche um so einfacher ist es staunenden oder
glotzenden Einheimischen ein Lächeln und eine nette Antwort zu entlocken. Manche Kinder, die einem auf
der Straße Sachen verkaufen wollen, habe ich schon mit Kartentricks was vorgezaubert. In den Minibus sind
wir mit 9 Touristen plus Fahrer gequetscht worden. Die Rucksäcke wurden ohne irgendeine Vorrichtung
aufs Dach gelegt und durch beide Fenster verschnürt. Während der Fahrt durch die schöne, hellgrüne
Landschaft, von der ich so schön abgeschweift bin, saßen viele kleine Affen neben der Straße.
Die letzten Kilometer bis auf Gili Trawangan fuhren wir auf einem kleinen, buntem Holzboot. Nachdem wir
mit unserem Gepäck am Strand standen, sind wir mit einem der vielen Pferdekutschen zu Abdul gefahren.
Abduls Namen hatten wir auch von Kelly&Jamie. (THANX TO KELLY & JAMIE FROM LONDON FOR THE GREAT
TIP TO GO TO GILI TRAWANGAN). Wir bekamen bei Abdul zwar kein Zimmer mehr, aber er hat uns direkt mit
zwei frischen, jungen Cocusnüssen und einem Päckchen Ganja vertröstet. (Zu unserer Sicherheit: Gili
Trawangan ist so klein, das es keine Polizei auf der Insel gibt).
Wir sind dann in einem Bungalow am anderen Ende der Insel untergekommen und konnten von unserer
Terasse aus den Sonnenuntergang hinter Bali bestaunen. Schäfer hat sich am ersten Abend noch ins
Inselzentrum bewegt und sich da einen Film angesehen. (Weil es keine Polizei gibt, führen die meisten
Restaurants neuste Blockbuster öffentlich vor).

122
Our second day on Gili Trawangan
It was the 14th of March 2001
This time in English for Kelly & Jamie !

It was my first morning on the island and I was up before Steve. I had a stroll to the beach, which was not
more than a hundered meters away from our bungalow. It was a nuicance that I still didn’t find any slippers
in my size. Barefoot it was no fun to walk on the coral beach and so I headed for the island-center. There is
one simple road arround the whole island that is only used by horsecarts, bikes and pedestrians. The walk
took me twenty minutes and the sun was allready burning on my head. In the center I had a Mie Goreng for
breakfast and I a quick check on the internet I headed back to the bungalow. There I had a second breakfast
with Steve. The rent included a hot drink and a very nice pencake for breakfast. Additionaly we ordered two
nice fresh coconuts. While the sun was in its cenit we started juggling in the shade next to the beach. After
a short time we got to know Stephanie and Mark, two german tourists. Stephie had a lot of big tatoos. On
her back was painted a big red and black scull. But it looked very nice (on her nice back). While Seve
litharged (dt. lithargieren) on the beach
I had a second walk to the center where
I gathered information on a boat trip
from here to flores (further to the east).
The sailingboat makes a 4 day/4 night
trip with stops on Sumbawa, Komodo
and Rinca. On the other end of the town
I hired snorkeling gear and went
swimming. The corals were lousy
compared to the Whitsuday Islands but I
saw lots of fish and an octopus. In the
evening we both went to the island-
center again and watched two movies
in a restaurant. This island gives a shit
on some laws and many restaurants
violate copyrights and show rented
video CDs to the public.

Late in the night we fell asleep,

Spezial Greetings to Jamie and Kelly


from London
123
Es war einmal der 15.3.2001
Nach einem Frühstück vor dem Bungalow haben wir eine Schnorcheltour mitgemacht. Das Bötchen ist mit
uns um die drei Inseln gefahren und wir sind dreimal ins Wasser gehüpft. Ich fands aber nicht so gut wie
am Vortag vorm Strand. Viele Teile des Riffs sind mit Dynamitfischen kaputtgemacht worden.
Später am Nachmittag haben wir eine lokale Spezialität ausprobiert: Omelette mit Lombok Pilzen. Danach
waren wir bis spät in die Nacht satt. Am Strand stand eine kleine Hütte, von der aus wir uns mit Stephie und
Marc den Sonnenuntergang angesehen haben. Der Abend endete vor einem Warung am Strand mit ein
paar leckeren Tassen Copi Lombok. Wir haben so viele Einheimische wie möglich zu einem
Jonglierworkshop am nächsten Nachmittag eingeladen. Hoffentlich kommen da ein paar Interessierte
zusammen.

Es war einmal der 16.3.2001


Ich hab Schäfer morgens schnell alleine
gelassen (Schlauere Entscheidung als
morgens zu singen!) und bin mit Marc
am Strand schnorcheln gegangen. Marc
hat nen Tauchlehrerschein und konnte
mir ein paar Sachen unter Wasser
zeigen, die ich sonst bestimmt nicht
gesehen hätte. Am tollsten war eine
grosse Schildkröte, der wir uns
vorsichtig näherten und dann 15
Minuten beobachten konnten.
Vielleicht ist mein Photo sogar etwas
geworden. Auf dem Weg zurück habe
ich mir noch eine Tüte mit Obst gekauft.
Die tropischen Früchte finde ich super
lecker. Zum ersten mal habe ich ein
Stück Zuckerrohr gegessen. Wir haben beschlossen die Bootstour nach Flores mitzumachen.
Es verschlägt uns zwar sehr weit in die falsche Richtung (um Diddel zu treffen), aber auf der anderen Seite
ist es eine einmalige Gelegenheit gewesen und ausserdem wollten wir einen Abreisetermin um nicht noch
eine ganze Woche „klebenzubleiben“. Das Boot fährt nur einmal die Woche und plötzlich war es unser
letzter Tag auf der Insel.

Den Nachmittag haben wir mit Jonglieren am Strand verbracht und dann hab ich ein Schläfchen gemacht.
Am letzten Abend wollten wir nochmal einen Film sehen. Nach einem Abschiedsabstecher bei Abdul haben
wir super gegessen und „Verrückt nach Merry“ und „Larry Flint vs. the People“ gesehen.

124
Der Anfang unseres Segeltörns
Es war einmal der 17.3.01
Die Jungs aus unserem Hotel haben uns eine ganze Stunde zu spät geweckt. Dadurch war unser Aufbruch
ein bisschen gehetzter und wir haben uns nicht die Zeit genommen mit dem Pferdetaxi einen Preis
auszumachen. An der Anlegestelle angekommen, hat er sich dann 15,000Rh von uns ergaunert.
Dann ging es wieder mit einem kleinen Kahn nach Bangsal, Lombok. Dort konnten wir erstmal eine Stunde
auf unseren Bus zum Schiff warten und wurden herzlich aufgefordert irgendwelchen Scheiss zu kaufen. Als
es endlich weiter ging, quetschten wir uns alle in einen Bus und fuhren nach Materam. Hier konnten wir
alle nochmal einkaufen, zur Bank gehen, usw. Jeder sollte sich jetzt schon entscheiden wieviele Colas,

125
Fantas und Araks er in den nächsten Tage trinken wollte, da das Boot nur abgezählten Proviant mitnahm
und unterwegs keine Städte anlaufen würde.
Ich hab auf der Straße nochmal eine Mie Goreng gegessen und es war fast so gut wie in unserem Hotel
Bagus aus Gili Trawangan. Ich hab dem Koch bei der Zubereitung ein bisschen über die Schulter
fotographiert um dem Rezept zu Hause auf die Schliche zu kommen.
Als wir endlich mit dem Bus am Hafen ankamen war es schon später Nachmittag. Das Schiff war klein aber
sah seetüchtig aus. Die Rucksäcke sollten wir alle unter Deck verstauen. Der Bunkroom unter Deck war der
heisse, stickige Bauch des Schiffes, in dem sich die Abgase des Dieselmotos stauten. Wer sich länger als 5
Minuten unter Deck aufhielt lief Gefahr in Ohnmacht zu fallen. Unsere Crew bestand aus einem Kapitän,
zwei Kindern (die immer die Sachen aus dem Bunkroom holen mussten) und unserem
englischsprechendem Tourguide Ali. Weil wir dachten, das es der beste Platz sei, und weil sowieso nicht
alle 16 Passagiere auf Deck Platz hatten, haben wir es uns mit Petra, Mine, Oliver und Rupert auf dem
spärlich überdachten Oberdeck bequem gemacht. Zufällig waren wir sechs auch die einzigen Singles.
Sobald das Schiff in See gestochen war, rollten wir von Steuerbord nach Backbord über Deck und mussten
uns wirklich festhalten um nicht über Bord zu gehen. Vor Dunkelheit machten wir noch einen Stop zum
Schnorcheln. Nach dem Essen haben wir dann ein paar Tüten gepafft (nicht inhaliert, Herr Clinton) und
unsere erste Flasche Arak leer getrunken. Arak ist ein leichter Schnaps der aus Cocusnüssen gebrannt wird.
Jede Insel macht hier ihre eigene Arakkomposition.
Petra und Mine hatte einen Ghettoblaster dabei und der dudelte den ganzen Abend Santanas Best Of. Als es
ganz Dunkel war entdeckte Oliver im Meer viele kleine fluoreszierende Tierchen. Stefan, Oli und ich sind ins
Wasser gesprungen. Durch die Bewegung fing es überall um einen rum an zu leuchten. Es war so schon ein
tolles Erlebniss, aber wenn man dann mit einer Taucherbrille an sich runter sah, war es ein unwirklicher
Anblick. Es sah aus als ob man mit den Beinen durch eine blinkende Milchstrasse strampeln würde.
Unglaublich und Sagenhaft!

Die erste Nacht auf Deck war schliesslich aber doch nicht so toll. Ich hatte keine Decke, der Motor lief
teilweise und es regnete ein bisschen auf uns runter.

126
Unser erster
Morgen auf
dem Boot
Es war einmal der
18.01.2001
Die Crewkinder brachten
uns Pfannekuchen und Tee.
Dann schipperten wir
weiter nach Osten. Ich
stellte mir vor als einer der
ersten Entdecker, Darwin
oder Wallace vielleicht, durch den Archipel zu schippern. überall um uns rum sah man kleine Inseln.
Die Schaukelei ließ einem nicht viele Möglichkeiten und die längste Zeit lagen alle auf ihren Matten und
versuchten zu lesen. Wir machten an dem Tag noch zwei Schnorchelstops und ich hab viele Muscheln
gesammelt. Wo das Boot länger vor Anker lag hab ich versucht zu fischen. Mit einem Muschelkrebs als
Köder hab ich einen kleinen Fisch erwischt. Mit dem als Köder wollte ich dann den grossen Fischen
nachstellen. Doch leider ohne Erfolg. Während ich die Fische fütterte ist der Rest der Gruppe zu einem See
im Inselinneren gelaufen. Es war ein warmer Kratersee der nach wenigen Metern in unvorstellbare Tiefen
abfiel. Diese
Nacht hab ich
mich besser aufs
Schlafen
vorbereitet. Die
Nacht war aber
trotzdem
schlechter als die
vorherige, denn
das Boot musste
Killometer
machen und dafür
die ganze Zeit
durchfahren.
Zum Schlafen
wurden uns
siffige
Schaumstoffmatte
127
n ausgeteilt. Die ganze Nacht vibrierte der Kopf mit dem Dieselmotor und je nachdem wie der Wind stand
hatten wir auch noch die Abgase in der Nase. Doch alles geht einmal vorbei.

Es war einmal der 20.03.2001


Komodo und Rinca sind zwei kleine Inseln zwischen den zwei grösseren Inseln Sumbawa und Flores. Die
Komodowarane gibt es auch auf Rinca und vereinzelt auch noch auf Flores. Da sind sie aber nicht geschützt
und werden so oft von Bauern getötet um ihre Ziegen und Schweine zu schützen.
Der letzte Tag unserer Bootstour began früh. Um 8 Uhr legten wir bereits in Rinca an. Zu dieser frühen
Stunde sind die Riesenechsen viel aktiver und wir konnten beobachten wie sie durch die Gegend spaziert
sind. Die Ranger hatten vor wenigen Tag ein paar Wilderer erwischt, und die beschlagnahmten, toten Rehe
wurden Stück für Stück den Waranen zum Frass vorgeworfen. Die Viecher haben vielleicht ein grosses Maul.
Wir haben auch wieder eine Wanderung über die Insel gemacht und unter einem Baum fanden wir dann
einen faulen Drachen in seiner natürlichen Umgebung. Er ruhte sich im Schatten aus und beäugte die
Gruppe
schwitzender
Zweibeiner. Nur um
das klarzustellen:
Die Warane im
Camp werden da
nicht festgehalten
oder eingesperrt
sondern haben sich
in den letzten
Jahren dem
Menschen
angenähert. Dieser
Ausflug zu den
Komododrachen
war besser als der
am Vortag. Am
Nachmittag legten wir in Labuan Bajo auf der Insel Flores an. Damit war eigentlich das Ziel unserer Tour
erreicht, doch wir hatten noch für eine vierte Nacht an Bord bezahlt. Wir hatten alle die Möglichkeit
nochmal einzukaufen um dann mit dem harten Kern, der sich nicht zu sehr nach Dusche und Bett sehnte,
eine Abschiedsparty auf einer einsamen Insel in der Nähe zu feiern. Ali sammelte ein bisschen Geld von
jedem und kaufte dann zwei riesige Fische fuers Abendessen. Wir sind derweilen über die Hauptstrasse
spaziert und haben einen Laden mit Bier gesucht. In einer Seitenstrasse konnten wir beobachten wie eine
Kuh für eine Hochzeit geschlachtet wurde. Als Kind der industrialisierten Wohlstandsgesellschaft wollte ich
mir den Vorgang unbedingt ansehen. Nachdem wir eine Zeitlang das Blut spritzen sahen wurde mir ein
Stück frisches, warmes Fleisch als Geschenk in die Hand gedrückt. Als alle (fast, Petra&Mine haben

128
rumgemädelt) wieder an Bord waren fuhren wir auf eine Insel mit weissem Sandstrand und veranstalteten
unsere Party.
Schäfer und ich haben ein bisschen jongliert, es wurde ein Feuer gemacht und Rupert erklärte Schäfer und
einem Japaner die Grundideen von Cricket. Die Fische wurden durch einen kleinen Schnitt ausgenommen
und dann einfach durchs Maul auf zwei Holzpflöcke aufgespiesst. Dann ging es ohne Topf und ohne Pfanne
ins Feuer. Alle „Weissen“ haben spätestens dann an den Kochkünsten gezweifelt, als die Schuppen richtig
anfingen zu brennen. Doch der Fisch war innen saftig und lecker und alle waren mit dem Essen zufrieden.

SS:
Ich habe den
Skandinaviern vorm
Essen Jonglieren
beigebracht. Sie waren
verblüffend gut. Als es
zu dunkel wurde
haben wir uns an den
Strand gesetzt und
unsere inzwischen
warmen Biere
getrunken. Krüger ist
dann ziemlich schnell
zum Schlafen aufs Boot
gegangen und wir
haben uns ums Lagerfeuer gesetzt.
Später mussten wir dann versuchen im stockdunkeln in einer kleinen Nussschale zu unserem Boot
überzusetzten.

Es war einmal der 21.03.2001


Der blöde Capitän hat keine Ahnung von unseren westlichen Schlafbedürfnissen. Auch in der letzten Nacht
hat er den Motor um 5am angeschmissen und ist nach Labuan Bajo zurückgefahren. Wir haben langsam
unsere Rücksäcke zusammengepackt, ein paar eMails ausgetauscht und haben dann eine Unterkunft
gesucht. Wir sind mit Oli und Rupert zusammen untergekommen. Als erstes hat sich Schäfer auf die Suche
nach einem Internetcafe gemacht um sich nach dem 1.FCK zu erkunden. Es gab ein einziges in der Stadt,
doch 3500Rh/Min war ihm der Fussballquatsch zum Glück dann noch nicht wert. Ich bin nach ein paar
Kaffees mit der VISA Karte zu den beiden Banken aufgebrochen, doch die waren nicht für Plastikkarten
ausgerüstet. Wir mussten also die letzten 100US$ aus meinem Schuh umtauschen.
In einer Woche waren wir mit Diddel in Jakarta verabredet. Ich habe mich in einer Touristinfomation nach
der besten Verbindung für uns erkundigt und dann schonmal die Tickets gekauft. Wir würden Sonntag den
25.3. morgens mit der Fähre starten und dann nach 70 Stunden im Bus in Jakarta ankommen. Es blieben
uns also noch 4 Nächte auf Flores. Oli und Ruper haben sich 10 Tage für Flores eingeplant. Wir haben
129
beschlossen die beiden bis Ruteng zu begleiten und dann am Samstag wieder nach Labuan Bajo
zurückzukommen.Am Nachmittag wollten wir uns Motorräder leihen und die Umgebung erkunden. Doch
die Einheimischen haben uns keine Mopeds anvertrauen wollen. Als wir dann mit dem Bemo aufbrechen
wollten bekam ich einen sehr starken Migräneanfall. Wahrscheinlich die Folge von den vier schlechten
Nächten auf dem Boot. Mir blieb nichts anderes übrig als bis zum nächsten Morgen im Bett zu liegen. Die
anderen drei haben sich irgendwelche Höhlen angesehen und sind dann lecker Essen gegangen.

Die Fahrt von Flores nach Jakarta dauerte viele Tage. Wir sind zweimal Pleite gegangen und musten uns
Geld bei westlichen Touristen leihen oder unsere leeren Filmrollen verkaufen. Während dieser sehr
anstrengenden Tour gab es keine Motivation Reisetagebuch zu schreiben. Es geht weiter als wir endlich in
Jakarta angekommen sind und wieder Geld haben.

Unser zweiter Tag in Jakarta


Es war einmal der 29.03.2001

Ausnahmsweise hab ich diesmal bis in die Puppen geschlafen, während Schäfer emsig durch Jakarta
gelaufen ist und unsere neuen Flugtickets ergattern wollte. Nachdem meine Eltern gestern noch die gute
Frau vom TUI Reisezenter (Bonn, Bonngasse) kontaktiert haben, wurde unsere Ticketumbuchung jetzt von
130
Garuda in Frankfurt aus ins Rollen gebracht. Schäfer ist zwar noch ohne neue Tickets wiedergekommen,
aber ihm wurde gut zugesprochen morgen mit der anfallenden Gebühr von 200 US$ wiederzukommen.
Mein Tag begann mit zwei Portionen Gado-Gado vom besten Warung der ganzen Jalan Jaksa und viel
Zeitunglesen.
Schäfer wollte später nochmal richtig durch die Stadt touristen, aber mir war echt nicht nach Lärm und
Verkehr zumute und er ist dann alleine los. Ich hab diesen Tag viele Stunden am Rechner verbracht und
lange am RTB getippt. So gegen 7 wollten wir uns dann zum Treffpunkt aufmachen um Diddel rechtzeitig
zu erwarten.
Während wir noch ein Mie Goreng auf der Straße gegessen haben, wurden wir von einer Tunte
angequatscht. Schwule, Lesben und Tunten werden in Indonesien sehr viel mehr toleriert als man bei all
dem religiösen Getue vermuten würde. Obwohl ich zuerst überhaupt nicht begeistert war, nahmen wir ihre
Einladung auf eine Tasse Tee dann doch an. Ade ist eine weitere krasse Bekanntschaft auf unserer Reise, die
sich auf ihre Weise durchs Leben schlägt. Ihr erster Job ist es auf der Straße Alkohol (westlichen Schnaps,
Vodka, usw) zu verkaufen. Nebenbei verschickt sie ab und an indonesische Schnitzereien an einen Händler
in Holland. Über ihren holländischen Boss war sie schon ein paarmal in Europa und ist auch einmal auf dem
Christopher Street Day in Köln mitgelaufen. Aber wir mussten weiter, denn es war schon Viertel vor Diddel.
Wir warteten eine Stunde vorm vereinbarten Internetcafe und sind dann die Jalan Jaksa suchend auf und ab
gegangen. Verdächtig aussehende Taxifahrer wurden mit „Ada Diddel?“ vernommen. Doch es dauerte noch
ein bisschen länger bis Schäfer Diddel schliesslich am anderen Ende der Straße gefunden hat.

Ich hab mich gefreut! Nach der enttäuschten Diddelvorfreude am Vortag konnte ich es garnicht fassen, das
er jetzt echt da war. Wir sind in eine nette Bar gegangen und Diddel hat uns erstmal ein Geschenk von
meiner Mutter überreicht. Das neuste Asterix&Obelix Heft, welches bei Schäfer nach der ersten Seite leider
schon in Ungnade fiel, weil es ihm viel zu Uderzo-neumodisch war. Ich freue mich aber darauf es auf der
nächsten Busfahrt zu lesen. Mit dem Herrn Der Ringe bin ich seit der letzten Zugfahrt fertig. Ich werde
keiner dieser JRR Tolkin Fanatiker werden – aber durchaus eine gute Geschichte. Es war schon nach eins als
wir dann endlich ins Bett gegangen sind.

Die Busfahrt von Jakarta nach Buki Tinggi


Es war einmal die Busfahrt vom 31.3. bis zum 2.4.2001
Am 31.3. sind wir alle früh aufgestanden. Die Fähre nach Padang, Sumatra war leider schon bis Monatag
ausgebucht. Also mussten wir auf den Bus umsteigen. Ein Bus nach Buket Tinggi, West Sumatra, fuhr
Nachmittags los. Schäfer und Diddel haben sich vorher noch ein Kaufhaus angesehen während ich schlapp
im Bett lag. Ich fühlte mich richtig krank und wollte nichtmal frühstücken. Unser Bus sollte also um 3:30 pm
vom Busbahnhof abfahren.
Wir waren um 2:50 pm da und mussten bis 4:30pm warten. Als der Bus ankam blieben uns nur die Plätze
neben dem Klo übrig. Immer wenn die Tür geöffnet wurde kam eine stickige Wolke Uringeruchs über uns.

131
Ich hatte den Schlafsack im Bus dabei und konnte mich so vor der übertriebenen AC schützen. Nach vier
Stunden kamen wir bei der Java-Sumatra Fähre an. Die Überfahrt dauerte 3 Stunden. Als wir auf Deck
rumhingen, kam ein Security-Boy zu uns um sein Englisch an uns zu üben. Er machte einen netten Eindruck.
Erst war es ihm ein Anliegen, uns vor den Taschendieben zu warnen. Dann empfahl er uns für ein
Schläfchen unbedingt in die erste Klasse zu gehen. Da das pro Person nur 3000 Rh extra kostete, waren wir
natürlich einverstanden. Doch der kleine Scheißer konnte es nicht lassen uns 10,000 Rh abzustauben:
Anstatt den normalen Weg in die erste Klasse zu gehen, wo man dann ein Ticket kauft, hat er uns „außen
rum“ geführt, verschlossene Türen mit seinen Schlüsseln geöffnet und dann 10,000 Rh von uns an sich
genommen um für uns die Tickets zu holen. Wir haben nie unser
Wechselgeld oder unsere Tickets zu Gesicht bekommen. Da wir aber unter dem Strich in der ersten Klasse
saßen, war es uns auch egal. Nach einem kurzen Schläfchen waren wir auf der anderen Seite und fuhren auf
dem Trans-Sumatra-Highway Richtung Norden. Unser Busfahrer fuhr wie ein Irrer und musste zweimal
seine Überholmanöver mit einer solchen Vollbremsung beenden, das wir die verbrannten Bremsbeläge
riechen konnten.
Die nächsten 20 Stunden ist nicht viel passiert. Hinter der Scheibe rauschte der Dschungel vorbei; Zwei
Sitzreihen vor uns wurde gekotzt; Das Klo hat gestunken; Mir ging es schlecht; den anderen nicht viel
besser.
Wir sind Nachts um 3am, mit nur 3 Studen Verspätung, endlich in Bukittinggi angekommen und haben auf
Anhieb einen schönen Homestay gefunden.

Es war einmal der 3.4.2001


Wir wollten uns
heute Motorräder
leihen und die
Gegend und den
See Maninjau
erkunden. Als wir
alle drei vor dem
Verleihladen
standen wurde es
ernst: „Here is the
first bike. Who
wants to try
first?“ Irgendwie
haben Schäfer
und Diddel auf
mich gezeigt.
Also gut. Ich bin
Premiere auf
132
einem Motorrad gefahren und nichts wirklich Schlimmes ist passiert. Ich habe mich mit jeder Runde
gebessert. Aber der Verleih-Typ wurde sehr mißtrauisch, und zweifelte ob wir wirklich schon einmal
Motorzweirad gefahren sind. Schäfer und Diddel konnten ihn mit ihren Fragereien nach der Kupplung auch
nicht überzeugen und durften nicht mal mehr eine Testfahrt machen. Nach einer Viertelstunde sind wir
etwas enttäuscht zum Hotel zurück gegangen.
Plan B war mit dem Bemo zum See Minanjau zu fahren. Eine Stunde später fuhr der Minibus eine 47-Kurven
Serpentine runter zum Kratersee runter. Mit den Motorrädern wäre das vielleicht doch nicht auf Anhieb gut
gegangen. :-) Die Aussicht auf den schönen See wäre aber bestimmt besser gewesen. Aber auch so habe ich
auf der Fahrt viele Wasserbüffel gesehen,
die bis zum Hals im Matsch standen und sehr glücklich aussahen. Am See angekommen haben wir uns
erstmal ein nettes Cafe gesucht (Beach Homestay, Danke für den Tip Heinz) und Drinks geschlürft. Wir
hatten Lust auf Planschen und fragten nach
Booten zum Mieten. Wenig später saßen wir
in drei traditionellen Einbäumen und
paddelten um die Wette. Wir waren der
Lacher des Dorfes, als wir alle drei zusammen
mit unseren Kähnen abgesoffen sind. Wir
mußten an einer fremden Terrasse
Notanlegen und die Kanus ausschütten. Wir
hatten noch sehr viel Spaß. Als es schließlich
anfing zu Regnen hatten wir gerade ein
Schwingseil gefunden und liessen uns nicht
vom Wetter bremsen. Als erste Stärkung gab
es dann drei frische, junge Kokosnüsse. (die
erste für Diddel). Eigentlich wollten wir noch
im Seedorf Fischessen gehen und dann erst
nach Bukittinggi zurück fahren. Doch man
konnte mal wieder keine definitive Auskunft
bekommen, wann der letzte Bus fuhr. Wir
haben uns dann für den nächsten Bus
entschieden. Wir kauften schnell noch ein Kilo
leckerste Passionsfrüchte und schon kam der
Bus. Under Indonesien Livestyle gefällt uns
gut.

Es war einmal der 4.4.2001


Wir sind gestern Abend noch sehr lecker Essen gewesen. Wir haben alle drei das gleiche bestellt: Fish Sweet
Sour (Ikam Asam Manis) beim Chinesen und wir waren alle sehr zufrieden. Dann nach bin ich als erster
eingeschlafen während Diddel noch über dem Lonely Planet hing und versuchte Ordnung und Planung in
die nächsten Tage zu bringen. „Jaja Diddel. Plan du mal – ich schlaf schon mal.“ ;-)
133
Heute war Mittwoch und das ist Markttag in Bukittinggi. Wir sind alle einzeln aufgebrochen. Jetzt ist es
2pm und ich schaue auf dem Weg zum Hotel im Internet vorbei. Es macht aber keinen Spaß, weil es viel zu
langsam ist. Ich habe viele tolle Sachen auf dem Markt gekauft und viele Photos gemacht. Hier und da hab
ich neue Früchte ausprobiert und auch eine Stange Zuckerrohr gekauft.
Als wir alle wieder im Hotel versammelt waren haben wir ein paar Stunden jongliert. Die Nachbarschaft war
natürlich sofort versammelt und wir konnten einem auch richtig Jonglieren beibringen. Die tollste
Passingstellung bestand aus uns drei in einer Reihe wobei der erste abwechselnd über den mittleren
rüberpasste. Abends waren wir wieder bei unserem Chinesen „Mona Lisa“ und waren wieder sehr zufrieden
mit dem Essen.

Culture Vaultscher

Es war einmal der 5.4.2001


Ali Bombali ( „Mr. JaMann KlaMann“) erwartete uns um 8am vor seinem Laden. Wir trudelten pünktlich um
8:30 zur Abfahrt ein. Zum Glück leitete nicht er sondern sein Cousin die Tour. Wir haben viel gesehen. Zuerst
machten wir zwei kleine Spaziergänge durch wild gemischte Plantagen im Dschungel. Es gab Zimtbäume,
Nelkenbäume, Palmen, Kaffee und Bananen zu sehen. Zimtbäume haben es mir besonders angetan. Zimt ist
134
die getrocknete Rinde und bei der Ernte stirbt der ganze Baum. Wir konnten alte Mütterchen beim
Kaffeemahlen beobachten und frischen Kaffee kaufen. Das hätte ich aber besser auf Lombok oder Bali
machen sollen, denn da
schmeckte der Kaffee viel
besser als hier.
Wir haben auch die
traditionellen
Familienhäuser gesehen
und viel über die Kultur
der Minangkabau
gelernt. Hier haben die
Frauen das Sagen! :-)
Zum Abschluß konnten
wir traditionelle Weberei
und Holzschnitzerei
beobachten. Die
19jährige Weberin
arbeitet 7 Stunden pro Tag an dam selben Schal. Nach drei Monaten ist das Teil dann fertig und Sie
bekommt vielleicht 1 Millionen dafür. Das sind 330,000Rh im Monat. Das verfuttern wir drei an zwei Tagen!!
Abends haben wir günstig essen wollen und nur hier und da auf der Straße was vom Warung gesnackt. Den
Rest des Abends haben wir noch mit einem Martin aus dem Schwabenländle gequatscht.

Ankunft auf Samosir, Lake Toba


Es war einmal der
9.4.2001
Wir sind zum letzten mal in
Bukittinggi aufgewacht.
Unser Bus ging um 12am,
aber wir sollten schon um
11am am Busbahnhof sein.
Der Bus fuhr zwar pünktlich
los, aber dauerte 20 anstelle
von 14 Stunden.
Zwischendurch durften wir 4
Stunden auf einem
Busbahnhof bei Medan
stehen und auf einen

135
Anschlußbus warten. Indonesiens Verkehrsmittel sind schon wunderbar chaotisch. Während wir warteten
haben wir zu dritt jongliert. Nach einer Nacht im Bus waren wir alle nicht so fit, aber es war genug um die
Jungs zu beeindrucken.
Endlich in Parapat am
schönen Danau Toba
angekommen, sind wir
direkt mit der Fähre zur
Insel Samosir
übergesetzt. Das Boot
hat uns an einer
Hotelanlage
rausgelassen. Wir
haben erstmal gut
gegessen und dabei
Hans-Söllner Musik
gehört. Die Jungs vom
Hotel haben uns nach
drei
Zigarettenpapierchen angeschnorrt als wir unsere kleinen Rucksäcke gerade mit dem Nötigsten gepackt
haben. Dann ging es noch einmal kurz im See schwimmen um die Müdigkeit wegzuwaschen. Obwohl es
schon später Nachmittag war, wollten wir den Aufstieg auf die Mitte der Insel noch machen.
Kaum sind wir losgegangen fing es an zu regnen. Schäfer und ich hatten zum Glück unsere Padi-Hüte
(große Reisfeldhüte wie in Vietnamfilmen) und Diddel seinen Lederhut. Der Regen wurde immer stärker
und der Himmel immer dunkler! Die Wanderung ging erst ein halbe Stunde die Straße entlang und fing
dann erst richtig an. Es ging geradewegs auf den Vulkan rauf.
Nochmal zum nachvollziehen: Diese Insel ist ein kleiner Vulkan in dem Kratersee des größten Vulkans der
Erde. Von der Insel aus
sieht man rundum am
anderen Ufer die hohen
Berge des Kraterrandes. Es
regnete immer weiter und
der Trampelpfad wurde
zum Bach. Einmal haben
wir für 10 Minuten den
Weg verloren.
Der ganze Aufstieg dauerte
2 Stunden und war sehr
anstrengend. Es war schon
fast dunkel als unser Pfad
auf eine Straße im Urwald
traf. Wo lang es jetzt
136
weiterging wußten wir nicht. Der Lonely Planet konnte uns auch nicht weiterhelfen. (Apropos LP – der ist
Diddel heute vom Boot in den Hafen gefallen. Er ist zum Glück nicht sofort untergegangen und wäre wegen
des Regens jetzt sowieso schon naß.) Zum Glück haben wir das kleine Schild in den Wald zu „Jennys
Guesthouse“ gesehen. Der Weg ging weiter durch matschigen Dschungel und Diddel ist auf der Strecke
beim überqueren eines Bächleins
vom Baumstamm gerutscht und
bis zu den Knien im Modder
eingesunken. Als wir nach vielen
weiteren hundert Metern endlich
in einem winzigen Dorf ankamen
waren wir sehr glücklich. Jennys
Güsthouse war wunderbar. Im
Dunkeln konnten wir nicht viel
erkennen, aber es war eines der
alten, traditionellen Batakhäuser.
In der Küche brannte ein Feuer
und im Wohnzimmer wurde eine
Öllampe angezündet. Wir zogen
unsere nassen Sachen aus und
wurden in Sarongs eingewickelt.
Die Familie hatte ein kleines Kind.
Er war total fasziniert mit Diddels
Handy zu spielen. Ich liess es die
verschiedenen Klingeltöne
durchdrücken und seine Augen
und Ohren wurden immer größer.
Jennys Guesthouse hatte 5 kleine
Zimmer für je 5000 Rh (1,20 DM).
Wir haben uns in drei Betten breit
gemacht und bis spät am nächsten Morgen durchgepennt.

137
Ein Tag auf einem Batak -Bauernhof
Es war einmal der
10.4.2001
Zum Frühstück bestellten wir
uns Pancakes. Auf dem
Holzfeuer dauerte natürlich alles
etwas länger, aber es schneckte
voll ok. Als Diddel als allerletzter
aus dem Bett gekrochen kam,
hatte er schlechte Nachrichten.
Sumatras Rache hatte ihn
eingeholt. Er hat sich nachts ins
eigene Bettlacken übergeben.
(Ihhhh!!).
Das Kind war wieder völlig begeistert, als Schäfer sich die Zähne putzte. Diddel ist nach einem Bissen
Frühstück bald wieder ins Bett gegangen. Die Familie lebte hier so primitiv und naturverbunden, das ich
unbedingt einen Tag hier verbringen wollte. Schäfer und ich haben dem reiselustigen Diddel einen Tag
Bettruhe verschrieben und angefangen den Tag zu vertrödeln.
Wir haben uns vom Vater seine Kaffeeplantage zeigen lassen. Er hatte einen Garten mit ca. 1000 Sträuchern

138
einige hundert Meter im Dschungel. Seinem Schwiegervater gehörte das Haus und auch ein Wasserbüffel,
um den er sich auch kümmerte. Der Mutter habe ich später dabei geholten, aus Reis Mehl zu stampfen. Ich
mußte nach zehn Minuten aufhören weil es mir zu anstrengend war.
Diese zwei Batak
Bauern waren die
am härtesten
arbeitenden
Menschen die ich
je gesehen habe.
Für beide beginnt
der Tag mit dem
ersten
Hahnenschrei
und endet spät in
der Nacht.
Während dieser
Zeit hat sie
vielleicht eine
Stunde Freizeit
und er auch nicht
mehr als zwei. Wir konnten im Laufe des Tages alle
Schritte von Kaffeebohne bis zur Tasse Kaffe
verfolgen. Wir haben beschlossen ihm ein paar
Bohnen abzukaufen und als direkte FairPricePolitik
gegen das Nord-Süd-Gefälle die deutschen
Kaffeepreise gezahlt. Das war das 6-fache seines
örtlichen Marktpreises.
Am Abend haben wir uns ein ganzes Ayam
(Hühnchen) bestellt. Wir haben ihr immer mal über
die Schulter geguckt wie sie in der Küche über dem
Feuer kochte. Am Ende bekamen wir einen Topf mit
Hühnchenstücken in Soße und einen Topf mit Reis.
Es war superlecker. Das leckerste Hühnchen an das
sich mein Spatzenhirn erinnern kann. Spät Abends
fing der Gastvater an, uns seine Batak
Musikinstrumente zu zeigen. Er spielte auf einer
selbst geschnitzten Flöte und einem selbst
gebauten Xylophon. Mit viel Regen vorm Fenster
ging der Tag zu Ende.

139
Schnee auf dem Gunung Sibayak
Es war einmal der 13.4.2001
Gunung Sibayak ist einer der vielen aktiven Vulkane die es in
Indonesien gibt. Dieser ist der am leichtesten zu besteigende
und das wollten wir morgens früh vor der Mittagshitze
versuchen.
Wir haben es aber morgens nicht kollektiv geschafft vor 12am
am Busbahnhof zu sein. Dann haben wir uns zu einem Bemo
Richtung Gunung Sibayak durchgefragt, das uns aber leider
zum falschen Hügel gefahren hat. Von da aus haben wir nach
harten Verhandlungen Pferde gemietet (von denen uns i.M.
noch der Arsch weh tut). Die Rücken unserer Pferde trugen
uns bis zum Ende der Straße auf 2000 Metern zum Gunung
Sibayak. Von Reiten konnte aber nicht die Rede sein, wenn
drei große Deutsche auf drei kleinen Gäulen von drei

140
indonesischen Teenagern über die Straße getrieben werden.
Die letzten 100 Höhenmeter haben wir alleine und zu Fuß zurückgelegt. Auf halber Strecke fiel uns ein, das
Stefan und ich unsere beiden Reishüte leider bei den Pferden vergessen hatten. :-( Wir liefen, bis wir in
allen Richtungen kleine oder größere Dampfwolken aufsteigen sahen. Um die pfeifenden Löcher rum
leuchtete es im selben Schwefelgelb wie Diddels Hemd. Als wir nach einer kurzen Photopause weiter gehen
wollten, hatten wir einen neuen Gefährten, der uns in sicherem Abstand folgte.

Eine schöne, ganz weiße Hündin folgte uns die nächsten 1,5h beim steilen Abstieg. Als wir im Tal bei den
Kairo Hot Pools angekommen waren, war uns klar, das „Schnee“ uns nicht mehr von der Seite weichen
wollte. Wir malten uns Schreckensbilder aus wie unser treuer Hund hinter unserem Bemo nach Berastagi
herrennen würde. Wir müßten erst ein neues Zuhause für ihn finden. War aber kein Problem, denn der erste
Maisverkäufer war direkt an dem schönen Hund interessiert und wollte ihn gerne haben.
Doch „Schnee“ wollte nichts mit ihm zu tun haen und blieb an meiner Seite. Ich bin einfach losgelaufen um
ein Restaurant zu suchen, und sie war immer einen Schritt hinter mir. Während der ganzen Zeit hat sie noch
kein Mal gebellt. Ich hab ein Stück Hühnchen gekauft und es zum Maisverkäufer gebracht. Er hat es Schnee
angeboten, doch sie hielt immer noch nicht von ihrem neuen Herrchen. Ich hab mich mit ihr auf die andere
Straßenseite gesetzt und sie konnte in Ruhe essen.
Dann ging ich Schäfer und Diddel im nächsten Restaurant suchen. (Das Hühnchen hatte ein bisschen länger
gedauert). Schnee legte sich vor meine Füße und versuchte zu schlafen. Auch hier war der Hund begehrt
und ich meinte, das die Köchin ihn haben könnte, wenn er sie mögen würde. Es war nicht ganz leicht, aber
Sie und ihr Mann haben es schließlich geschafft Schnee etwas zu Essen zu geben. Als wir uns sicher waren,

141
das Schnee hier in guten Händen war, und das es nicht möglich wäre, sie durch die Zoll- und

Quarantänebestimmungen von Malaysia, Thailand und Deutschland zu schaffen, brachen wir auf.
Die Köchin mußte Schnee ein bisschen festhalten und ihr Mann machte schnell die Tür hinter uns zu. Auf
dem Weg zum Bemo schaute ich oft über die Schulter, ob sie am Ende der Straße auftauchen würde. Aber
sie kam zum Glück nicht. Jetzt hatten wir den Kopf frei um die Hot Pools anzudenken. Spontan gingen wir
die Straße wieder zurück und gingen in die Badeanstalt, die am weitesten von dem Restaurant entfernt
war. Auf der Straße sprach mich plötzlich eine Mutter in schnellem Indonesisch an. Ich hab nur Hund und
Berg verstanden. Ob sie fragte ob ich der Mann mit dem Hund vom Berg sei, oder mir erzählen wollte, das
der Hund schon abgehauen ist und zurück auf den Berg gelaufen ist – wir werden es nie erfahren.
Die Thermen zu besuchen war eine super Entscheidung denn nach Reiten und Wandern taten die Bäder
sehr gut. Diddels Silberring ist ganz braun geworden. Nach einer halben Stunde mußten wir uns schon
wieder aufmachen. Auf dem Rückweg war die Restauranttür wieder offen und kein Hund war zu sehen.

142
Bukit Lawang
Es war einmal die Zeit vom 14.
bis zum 17.4.2001
Wir sind nachmittags mit dem
öffentlichen Bus in Bukit Lawang
angekommen. Unsere hilfsbereiten Bekanntschaften aus dem Bus wollten uns direkt zu ihren Hotels
schleppen. Doch Schäfer konnte sich durchsetzen und wir haben uns weiter flußaufwärts niedergelassen.
Wir hatten zwei Doppelzimmer mit einem Balkon über den Fluß. Der Bohoron River ist das lange blaue
Zentrum des ganzen Ortes. Zu beiden Seiten des Flusses ragen dschungelbedekte Berge in die Höhe. Bukit
Lawang ist ein easy-going Dorf im Dschungel. Jetzt, am Wochenende, war alles mit Touristen aus Medan
überlaufen. Es war interessant die Familien, Jungen- und Mädchencliquen, die vereinzelten
Teenagerpäarchen und die Gruppen von alten Waschweibern vom Balkon aus zu beobachten.
Da wir erst spät am Nachmittag ankamen, haben wir am ersten Abend nur gegessen und dann im
Hotelzimmer Skat für uns entdeckt. Am ersten Morgen war das Zimmer von Schäfer und mir überflutet. Von
irgendwo her lief stinkiges Wasser in unser Zimmer (wir wollten gar nicht spekulieren woher das kam). Ich
hab mir das Wörterbuch geschnappt und bin mit der Mutter des Hauses streiten gegangen. Es gab ein
Preissenkung von 50 auf 30 Tausend.
Nach dem Frühstück haben
wir uns drei Tubes gemietet.
Damit haben wir uns in die
reissenden Fluten des Flusses
geschmissen. Mit einem
Tube (wie im Carnavon
Gorge und unterm Lake
TeAnau-Raft) den Fluß
hinabzufahren war nicht
unsere Idee, sondern eine
der populärsten Attraktionen
hier. Der Fluß war nicht ganz
leicht zu reiten. Der Fluß
hatte sehr viel speed und
nach wenigen Minuten waren wir aus dem Ort rausgetrieben. Wenn man in den Stromstellen vom Reifen
fiel, wurde man ganz ordentlich auf den Steinen weichgeklopft. An einer Stelle wäre Diddel fast ertrunken,
aber wie das so Diddels Art ist, hatte er es zum Glück ganz knapp noch geschafft.
Nachdem wir drei lange Stunden durch den Dschungel geraftet sind, sind wir bei einer Brücke wieder ans
Ufer gegangen und mit dem Minibus zurückgefahren. Genau wie auf Gili Trawangan zeigen die Kneipen

143
hier jeden Abend VCDs. Wir haben im Laufe der drei Tage „The Whole Nine Yards“, „Saving Private Ryan“
und „American Beauty“ gesehen. Alle drei Filme waren ihre Zeit wert.
Der Hauptgrund für uns nach Bukit Lawang zu kommen war trotz des tollen Riverraftens das Orang Utan
Rehabilitation Center, in dem ich gerade sitze und den besten Fruchtpunsch !ever! trinke. Gestern Morgen
um 8 waren wir alle zusammen
zur Orang Utan Fütterung hier und
heute morgen bin ich noch mal
alleine so früh aufgestanden.
Begleitet von ein paar Rangern
spaziert man zehn Minuten in den
Dschungel. Dort werden die Halb-
Wilden Orang Utans zweimal
täglich gefüttert. Die Station
versucht Orang Utans wieder zu
verwildern. Manche Orang Utans
kommen aus Zoos, doch die
meisten Orang Utans werden von
Privatpersonen abgegeben. Durch
die große Ähnlichkeit mit dem
Menschen sind die Tiere sehr
anfällig für viele unserer
Krankheiten und die allererste
Stufe der Verwilderung ist
meistens eine lange medizinische
Behandlung im Käfig. Seit ‘91 ist
der WWF nicht mehr an dem
Projekt beteiligt,
und die finanzielle Unterstützung
kommt jetzt leider vom
indonesischem Staat alleine.
Bei der ersten Fütterung waren
zwei Orang Utans gekommen. Heute Morgen waren es drei und auch noch ein paar andere Äffchen.
Manches Tier kam bis auf weniger als einen Meter an uns ran! Dieser Dschungel ist natürlicher Lebensraum
der Orang Utans und es leben im Leuser National Park noch zwischen 3000 und 6000 wilde Orang Utans.
Die restliche Zeit in Bukit Lawang haben wir relaxt, geschwommen, jongliert, gegessen und (besonders ich)
viele Souvenirs gekauft. Mir hat Bukit Lawang sehr gut gefallen. Ich werde den Ausblick auf den Fluß mit
den ganzen Bambushütten bald vermissen.
Heute Nachmittag geht es nach Medan und morgen sind wir dann schon in Malaysia.

Auf wiedersehen Sumatra, Saya kembali nanti!

144
Ein Tag in Georgetown, Penang, Malaysia
Es war einmal der 19.04.2001
Penang ist eine Insel vor Malaysia. Die eine große Stadt hier heißt Georgetown und hat einigen Einfluß von
der englischen Kolonialzeit mitbekommen. Wir sind nach dem Aufwachen als fröhliches Dreiergrüppchen
essen und dann Fussballergebnisse gucken gegangen. Danach wollten wir ein bisschen durch die Stadt
spazieren. Als wir bei einem Barbier vorbeikamen konnten wir Schäfer spontan von der Notwendigkeit einer
Rasur überzeugen. Nach kurzer Zeit sind wir mit „Weissbäckchen-Goldlöckchen“ weiter spaziert. Nach
einem langen und anstrengendem Marsch durch die Stadt (Ich hab z.Z. keine Schlappen und verbrannte mir
die Füße) kamen wir bei einem großen buddhistischem Tempel an. In dem einen Gebäude hingen 24
gesponserte Bilder, die den Lebensweg des Prinzen Siddhartas zeigen. Es gab sehr viele Buddha Statuen in
allen Größen und etliche Spendendosen. Es gab auch ein paar Mönche die auf Bambusmatten Gespräche
mit interessierten Besuchern hielten. Im zweiten Teil des Tempels gab es einen riesigen liegenden Buddha
von 33 Metern Länge.
Auf dem Rückweg wollten wir nicht wieder neben der Straße herlaufen und haben uns einen Weg zum
Meer gesucht. Die Idee sich am Strand entlang mehrere Kilometer in Georgetown fortzubewegen ist nicht
zu empfehlen. Erst verschwand der Stand und wir wurden bis zum Bauch nass, dann ging es auf
Betonschutt weiter und meine Füße taten noch mehr weh. Als wir schließlich wieder auf einer Straße in der
City standen, haben wir uns gegenseitig verführt mit unserem Plastikgeld Kaffeetrinken zu gehen. Wir
kehrten in einem edlen Kaffeehaus ein, machten uns auf den Sesseln und Sofas breit und schlürften teuren
Kaffee. Als wir lang genug unter der Klimaanlage saßen, sind wir wieder zum Sightseeing aufgebrochen.
Nachdem wir uns noch ein paar Sehenswürdigkeiten von Diddel haben zeigen lassen , setzten wir uns auf
der Strandpromenade in den Schatten. Mein indonesisches Kauderwelsch wurde von den Malaien
verstanden, denn Malaiisch und Indonesisch sind fast dieselbe Sprache. Weil es in den Essensständen um
uns so viel frischen Seafood gab, haben wir uns für 3 DM Muscheln mit Chilli-Erdnuß-Sauce. bestellt. Wir
bekamen so viele, das wir sie zu dritt nicht alle aufessen konnten.
Auf dem Rückweg zu unserem Backpackers, es war schon nach sechs, wollten wir noch eine Flasche
malaiisches Tiger Bier testen. Die Idee überkam uns gerade als wir vor einem Restaurant mit VISA-
Schildchen standen. Wir setzten uns und bestellten Bier. Das Restaurant war von der Preisklasse, bei der
sich Diplomaten und Drogendealer gerne eine Zigarre gönnen. Wir tranken, tranken, spielten Karten,
redeten über die Heimkunft, ich rauchte, wir tranken mehr und irgendwann assen wir auch eine Kleinigkeit.
Der Abend war sehr schön, auch wenn die Rechnung langsam außer Kontrolle geriet. Dann kam plötzlich
der Besitzer zu uns an den Tisch, stellte sich mit Karl aus Österreich vor und quatschte ein bisschen mit uns.
Sich mit einem reichen Businessmann zu unterhalten ist einmal ganz interessant, erst recht wenn er die
halbe Welt bereist hat. Aber Karl wurde immer besoffener, bestellte sich ein zweites und drittes Weinglas
obwohl er die anderen noch nicht angefangen hatte und zog die gesamte Konversation an sich. Bald lallte
er nur noch unverständliches Zeug vor sich hin. Sein Lieblingsthema war Jörg „Adolf“ Haider, den ganz
Europa bloß nicht unterschätzen sollte. Wir drei amüsierten uns immer mehr über als mit Karl und

145
überlegten wie wir ihn dazu bringen könnten unsere Rechnung zu löschen. Er bestellte zwar ab und an Bier
und Jägermeister auf die Rechnung des Hauses, aber unsere Rechnung wurde trotzdem langsam aber sicher
größer.
Bald waren wir die letzten im Lokal. Die Kellner kamen unseren Finanzierungsplänen in die Quere und
brachten einfach irgendwann unsere Rechnung. Als Höhepunkt der Blamage hat sich der besoffene Gruftie
noch in die Hose gepisst!, was er aber gar nicht mehr zu merken schien. Der Abend war für uns zu Ende als
seine Frau, die sich um 11:30 verabschiedet hatte, um 1:30 wiederkam um ihren Mann zu holen. Ich habe
mich noch mit dem Kommentar „THE BOSS WAS DRUNK AND PISSED HIS PANTS“ ins piekfeine Gästebuch
eingetragen während die anderen beiden am Eingang zwei Nostalgie-Bierwerbungen demontiert und
mitgenommen haben. Seit diesem Abend kämpfe ich mit leichten Vorurteilen gegen Österreicher. Wer auch
was gegen Österreicher hat oder einfach nur ein Herz für Backpacker hat, der beteilige sich bitte mit einer
Spende an den teuren Spesen dieses Abends.

Diddel’s Bankverbindung: Christian Altenhofen, KN 165037839, BLZ 38650000.


WIR SAGEN DANKE (nur wenn du auch was spendest) !

Der Abend ging damit zu Ende, das ich in unserem Backpackers noch eine halbe Stunde mit einem Mönch
aus Thailand gequatscht habe und bin dann in ein Alkoholkoma gefallen.

Das war der letzte Eintrag im Reisetagebuch.


Wir sind am nächsten Morgen nach Thailad gefahren. In einem kleinen Bungalow haben wir uns die letzten
6 Tage entspannt. Die letzte Nacht verbrachten wir dann in Bangkok. Dann ging es mit 6 Stunden
verspätung nach Frankfurt.
In Deutschland hatten wir vorher ein späteres Ankunftsdatum verbreitet. So konnten wir in den ersten
Tagen viele Freunde mit unserem Comeback überraschen.

146
Gästebuch
Als Anhang sind hier alle Einträge unseres Gästebuchs aufgelistet.

Markus "Krusty" Flinzner 17.10.2000


Na dann will ich doch auch mal!
Ich hab grad auf den Counter geschaut und wundere mich wieviele Leute
schon da waren!
Da loht es sich ja beinahe schon Sponsoren für die Page zu werben, S&S
brauchen doch eh noch Asche für die Karre!

Gruss
Markus

PS: an S&S, schreibt weiter viele Berichte und schickt mal wieder Bilder,
ich brauch das!!! ;)

Thomas 17.10.2000
Hi... viele Grüße aus dem kalten Deutschland!
ciao,t.

Apoc 18.10.2000
Nett nett!
Ob die beiden schon ein Känguruh (danke Duden), oder Koala zum
Abendessen erlegt haben? Mit dem Auto ist die Chance ja eindeutig
gestiegen!
Markus Idee mit den Werbebanner finde ich nicht so toll!
Apoc

Markus 18.10.2000
Apoc Du Dumpfbacke, das war ein Gag! ;-)
Bis die Tage Krusty

147
Ingo 24.10.2000
Da Braucht man sich kein Buch mehr zu kaufen, eure Mails sind
spannender als jedes Abenteuerbuch!
Nur weiter so, Stefan & Stefan.
Grüße von der MEDU

Gregor 26.10.2000
Bitte hier den Text eingeben welchen text? wozu ist das gut?
egal:
die weltrevolution findet statt!

Adam 30.10.2000
Mensch Gregor, jetzt warte ich schon 4 Tage, und die Revolution,
kommt einfach nicht! Da muss doch was schief gelaufen sein. Nun ja auf
das S&S Probleme nachlassen und noch einen schönen Urlaub!
Apoc

Eine Bewunderin 01.11.2000


Hallo S&S!
Ich beobachte Euch schon des längeren und muß feststellen - Ihr seid
echt toll. Aber, man hört ja gar nichts mehr von Euch?!
Was wir noch sagen müssen: Drogen sind scheiße.
Außer man nimmt sie selber......:-)
Dein Bruder & seine Frau

P.S: Und paßt auf Euch auf.

148
Yvonne Metzger 07.11.2000
Hi Ihr beiden Lieben!
Es ist ein sehr komisches Gefühl, sich in dieses Guestbook einer Reise
einzutragen, die man selbst fast gemacht hätte(...).
Ich vermisse Euch sehr und hoffe, dass es Euch, egal was passiert, gut
geht. Habe oft das Bedürfnis, einfach in den nächsten Flieger zu steigen
und zu Euch zu kommen.
Genießt alles, was Ihr erlebt und lebt Euren Traum!
Riesenküßchen, Yvonne

Jared A. Aicher 11.11.2000


Steves,
g'day mates! I just wanted to say I enjoyed meeting you guys on
South
Molle Island last week here in beautiful Australia. Remeber to watch
what you eat :) and keep up on the juggling act. Good luck on the
rest
of your trip and I look forward to hearing from you soon.
Jared "The discovery channel guy"
Karin Becker 20.11.2000
Als kleines Kind darf man nicht so weit verreisen , aber na gut! Ich
verfolge genau deinen heiligen Weg und werde den Arzt rechtzeitig rufen
,wenn es nötig ist! Gib trotzdem gut acht auf kleine gefährliche Tiere im
Stroh.

Viele Schutzengel sollen euch segnen wünscht die Tante Karin aus
Bonn!!
Patrick Bauer 22.11.2000

149
So, da trag ich mich dann auch mal ein um Euch zu zeigen das ich das
mit der Homepage gut finde. Viel Spass noch in der Welt...
" Kann man das alles lesen ??, irgendwie springen die Zeilen nicht um ??
Jim ??"

Naja, ich wende mich jetzt wieder unserem kommerziellen Wahn zu und
weine erst mal 18 Minuten über den nächsten Scheiss Nemax Crash den
wir heute hatten ;-((((

Ist ein Link hierhin auf der AEG Seite und auf der Seite von unserer
Stufe ?? Wenn nicht sollte einer hin, überhaupt sollten wir alle
Homepages von Ehemaligen die es so gibt mal da auflisten, Krügies
normale ist ja auch sehr erfrischend !

Tschaui !
mattes 23.11.2000
also ich schreib mich jetzt auch mal hier rein. verfolge die page seit
anfang und iss fast so was wie nen "echtzeit" buch, das sich staendig
erwietert. macht total spass. fotos sind auch richtig geil. viel spass auf
der reise weiterhin, wuenscht euch,

wer wohl, ich natuerlich

150
Lars M. 23.11.2000
NE,NE,NE was nicht so alles passiert!!
Ein halbes Jahr nicht gesehen und schon ist der Krügi weg.
Habe heute "WOLF"getroffen und der hat mir davon erzählt.
Stefan & Stefan alle Achtung was Ihr zwei da treibt verdient
wirklich Respekt und Anerkennung.Werde euch ab heute 23.11.00 jeden
Tag begleiten!!!!
Hoffe Ihr erreicht das, wovon Ihr träumt.
Ich drücke Euch die Daumen und wünsche Euch viel Glück aber vor
allen Dingen viel Spaß!!!!
P:S
Krügi meld Dich bevor Du wieder kommst ich stelle dann ein TUBORG
kalt.!!!!!!!!!
Grüße Lars
Mike Schäfer 05.12.2000
Hallo Leute, schon klasse, was Stefan & Stefan so alles auf die Beine
stellen, oder? Ihr könnt Ihnen allerdings vielleicht auch mal
freundschaftlich ein bißchen auf die Finger klopfen, wenn Ihr meint, daß
das ein oder andere Abenteuer vielleicht doch ein wenig übertrieben sei.
Gehört glaub' ich auch dazu, wenn einem was an jemandem liegt.

Gruß an meinen Bruder und den Rest der Welt, Mike


Korbinian "Korby" Poeschl 08.12.2000
Ich hab gerade Eure webpage zum ersten Mal besucht - echt eine coole
Idee. Freue mich schon auf die naechste Ladung Fotos. Gruesse und
weiterhin viel Glueck in Neuseeland und Indonesien. Trinkt nicht zu oft
bevor Ihr Auto fahrt.
Alles gute von der dairy farm in Waitakaruru.

151
Uschi 14.12.2000
Hi!
Ich fass es kaum! Hab gerade erst diese Adresse vom Bienchen
bekommen. Das Du auf Tour gehst, dass wusste ich ja, aber wo Ihr so
hinkommt hätte ich nie gedacht. Find ich grandios, was ihr da macht,
hätte ich nie den Mut zu. Ne, Krügi, Du kennst mich ja.
Ok, alle die Daumen drücken, dass die zwei überhaupt nochmal
wiederkommen, nicht, dass denen das Weltenbummlerleben zu gut gefällt
(oder auf Jahre in den Knast wandern ;-)).
Grüße an alle die mich kennen, oder auch nicht!
die Uschi
Daniel Philippsen 24.12.2000
Gruss an meine Helden Stefan & Stefan .
Papa Metzger 26.12.2000
Hallo Ihr Stefans,
Ihr seid inzwischen ja weitgereiste Leute. Neuseeland würde mich auch
mal reizen. Es soll dort ja tätige Vulkane und mehr als einsame
Landstriche geben. Soweit ich bislang hörte, sollen die Leute sehr
naturverbunden und umweltbewusst leben. Könnt Ihr da was zu sagen?
Falls möglich, würde ich mich freuen, wenn auf der Seite "bis der Arzt
kommt" mal Fotos von den Kegelvulkanen auftauchen. Weiterhin viel
Spaß.
Apoc 26.12.2000
Hi ihr SS-Reisetrup!
Ich bin gerade in Tychy (PL) und hier sind heute 10 cm Schnee geafllen,
also dass krasse Gegenteil zu dem Klima bei Euch. Ohh gerade wird mir
nachgeschenkt, also fass ich mich kurz.
Ciao und noch viel Spass auf der Reise wuenscht Euch
Apoc

152
WebAholiC 30.12.2000
Wo Apoc es gerade erwähnt, in Peterslahr lagen am 26sten auch 10cm
Schnee. Leider können wir dieses Jahr keine Peterslahr-Silvester-Party
schmeissen, aber wir sind alle bei Reuther, und werden zumindest im
Gedanken gut mit Euch ins Neue rutschen. Machts gut und haltet die
Ohren steif, oder so! ;)
Greez
Markus
Apoc 30.12.2000
Hi gerade hab ich mir die Bilder angeschaut. Mir viel auf, dass Stefan K.
mit dem Bart etwas Ähnlichkeit zu Frankie B. hat. :o)
Gruss Apoc
Uwe ohne Hut 06.02.2000
Hi Stefan,
egal wo Du Dich jetzt auch auf dieser Welt verstecken magst, hauptsache
Du vergisst nicht: Bringe viel Sonne und vor allem Dich wieder mit in
das komische Europa.

Viel Spass dennoch


Uwe
Volker Wank 07.01.2001
Hallo Stefan,
Ich hoffe Dir geht es gut und Du genießt Deine Weltreise. Wo auf dieser
Welt hältst Du dich eigendlich zur Zeit auf ?
Bei mir ist die Stimmung zur Zeit nicht so gut, da mein Vater zur Zeit im
Herzzentrum in Rotenburg an der Fulda ist.
Hier im ZU ist alles beim alten.
Ich würde mich freuen wieder mal von Dir zu hören, bis dahin Gruß
Volker

153
Jeroen en Claudy 08.01.2001
Geweldige website! Moet veel werk inzitten om dat bij te houden maar
het resultaat is dan ook fantastisch. We kijken erg uit naar onze reis in
Australie en zullen jullie site zeker als informatiebron gebruiken. Goed
om ons Duits een beetje op te halen:)
Wij zitten nu op 1197 Visits en wij zijn ook begin september vertrokken.
Dus jullie moeten je website nog wat beter promoten om ons te kunnen
verslaan:)
Veel reisplezier!
Groetjes, Jeroen&Claudy
Mike Schäfer 15.01.2001
Wie war das: Katzen haben drei Leben.
Die wünsche ich Euch auch.
Gruß, Mike
Nick Fellowes 21.01.2001
Excuse me, Do you mind if we sleep in your back garden?
No bloody way hippies!!
Hope everything is going well, will e'mail soon.
Cheers Fellowes
Uschi 25.01.2001
Der Krügi wollte, daß ich meine e-mailadresse hier reinschreibe, gut, hier
ist sie: mollnuschi@gmx.de
Wünsche allen alles gute etc,
bis demnächst,
die Uschi

154
Steve Yarranton 27.01.2001
Hi Fella(s),

Now in Wellington and looking around the city.... Thinking of getting a


car and going up to Rotarua for a week. I reckon I will be back in the
South Island within 2 weeks..

Are you still at The Jugglers Rest?

Question for Steve : Who the 3rd Marshall Of the Riddermark?


Looking forward to meeting up with you fella's again soon.
Till Rassbach 27.01.2001
Yo what up,
Immer noch am jonglieren? Zeckt euch mal die KAZIK Webpage rein.
http://www.kazik.net
Cya & makis die gut!
Till
WebAholiC 29.01.2001
Hi Ihr beiden!!!

Wenn Ihr schon die "Good Guys 'n' Bad Guys" ernennt, dann gehört ja
wohl an erste Stelle Mr. Homepage (a.k.a. Jim). Na, und was macht
Ihr..... ......dankt dem Typ von "Steppenwolf" und dem Mädel aus'm
Reisebüro das Euch auch noch Geld fürs Ticket nimmt!! *neeneenee* ;)

Well, mal wieder zum "Ernst" des Lebens.....


....ich hoffe Euch geht es noch immer gut und Ihr kommt bald heile
wieder!!!

Greez
WebAholiC

155
Woodruffe 29.01.2001
Muss mich meinem Bruder anschliessen und Jim auf die Good-Guy liste
ganz nach oben plazieren. Ausserdem vermisse ich Ian und Eric. Und
SChäfer vermisse ich auch, der dir Stefan K. immerhin ein halbes Leben
geschenkt hat.
So jetzt zählie ich halt mal die Tage bis ihr wiederkommt und hoffe das
mir dabei nich langweilig wird. Grüsse auch von Katta.

Bis dann Woody


NoName 07.02.2001
hier wird schnell klar warum dsl ein menschenrecht ist....
Andreas 19.02.2001
Hallo Steve & Steve
Ich hoffe Ihr hab die Juggling Convention trotz der
GeneralAlcoholicDrink`s gut ueberstanden. ;-)
Nachtraeglich noch alles gute zum Geburtstag, Stefan.

P.S.: Ich bin auf der Suche nach meinem Fleece Hemd und meiner
Sonnenbrille (war oben in der Tasche) ist irgendwie im JR
weggekommen :-(
Ich habe schon Garry angerufen, liegen gelassen habe ich es nicht.
Sachdienliche Hinweise werden unter andreas@voellmar.de
entgegengenommen.
John Krueger 23.02.2001
Interesting website. I wish that I could read German. Did you sell your
bikes yet? I am slowly realizing that I am in Melbourne, and no longer in
NZ. Hope all is well! Where is my mueslie????

156
Diabolostefan 26.02.2001
eh stiefs! macht spass eure page.... sehr viel spass. hab leider keine
photos vom juggelcon finden koennen. chip im arsch? oder hat dich (äh
stefan) irgendein vollidiot mit der digicam inner tasche in nen pool
geschmissen? werde sicher noch die ein oder andere stunde mit euch
verschwenden und die reise eurer weissen aersche mitverfolgen. ein
verschissenes hoch auf backpacking. bis der arzt kommt und den coolen
typen der die arbeit damit hat.
greetz to jr-people
Apoc 28.02.2001
Hey Schäfer!
Schicker Bart. Erinnert ein wenig an Rheinhold M., also Augen auf
wenn mal das südliche Gegenstück zum Yeti auftaucht; dann kann Dir
auch kein Zeh abfrieren. ;o)
Vile Spass noch auf der Reise Euch beiden

Gruss Apoc
Ingrid 01.03.2001
hey ihr zwei!
...schade, die fotos kommen schwarz-weiss nicht so klasse... dabei ist
mailen und internet hier so schoen umsonst und gemuetlich und
ueberhaupt - falls mal wer noch nach dunedin kommt - lasst euch THE
ARC (high street nummer sowieso, fast ganz unten... dunedin ist
huegelig!) ans herz gelegt sein!!! dienstags special $2 das pint und lecker
musik, lecker essen (vegi)...
tja, so ein jammer aber auch! die geburtstagsfeier liegt "a weng"
unguenstig, aber ich bin vermutlich nah dran (wellington) und im geiste
bei euch...
lasst's euch gutgehen! + schoenes fest (ohne feuchte klamotten, hihihi...)
so, und jetzt noch das stichwort zur erinnerung> bardentreffen,
nuernberg. - vielleicht bis dann (spaetestens),
ingrid.
157
Sylvi 02.03.2001
Hi ihr 2
Wie gehts Euch denn?Wie war Lord of the ring drehen?
Hab mir grad Eure Bilder angeschaut.Kommen ganz gut raus. Bin
inzwischen wieder zurück in Deutschland und es liegt Schnee (das wird
Stefan S sicher ärgern)
Ein Gruß von Stephan-ie-.sie sitzt hier gerade neben mir.
Ich wünsch Euch noch ne ganz geniale Reise wo immer Ihr auch gerade
seid.Hoffe bald mal was von Euch zu hören.
Alles Gute
Sylvin Eumann (ha ha ha)
Ingrid 18.03.2001
haaallo.
back in d'land... hab noch etwas wiedereingliederungsschwierigkeiten
(v.a. ist an so einem tag einfach mehr dran, wenn man nicht lohn-arbeitet
- also, jungs, ueberlegt euch das nochmal gut und lasst euch zeit)... aber
so langsam geht's.
dafuer bin ich seit vorgestern stolze besitzerin von (pinkfarbenen) keulen
und einem diabolo (lila, wen's interessiert) - yo. teil des selbstverordneten
resozialisierungsprogramms...
leider taugt das wetter gerade nicht dazu, sie auszuprobieren :-(
aber ich bin zuversichtlich. zumindest an meinem fenster hat der fruehling
schon einzug gehalten (nach einer riesen-umtopf-und-einpflanz-sauerei in
der wg-kueche... - ebenfalls resozialisierungsmassnahme). wird schon.
euere armen, geschundenen gedaerme haben sich hoffentlich inzwischen
wieder regeneriert + ihr koennt's euch wieder hemmungslos gutgehen
lassen...?
noch viele schoene abenteuer wuenscht euch
ingrid,
- gruesse!!! + ich hoffe wir sehen uns (wenn ihr denn jemals wieder
kommt...)

158
Jamie & Kelly 21.03.2001
Like the website boys,keep it real jay&kel
Stefan und Stefan und Diddel aus Sumatra 02.04.2001
Hallo Deutschland

Wir haben unsere Flugtickets:

Diddel landet am 26.4.01 in Frankfurt


Stefan und Ich landen am 7.5. in Frankfurt

So weit, SS&D on Tour


Heidrun und Georg 05.04.2001
Hallo Ihr Beiden,

anscheinend lebt Ihr noch und seid bei bester Gesundheit. Das ist bei dem
Verkehr in Neuseeland ja gar nicht so angesagt. Sicher fragt Ihr Euch,
wer da schreibt? Unser meeting war in Christchurch bei Warners und
Heidrun ist aus Bonn, alles klar?
Unser VAN hat uns zwischenzeitlich gut durch NZ gebracht und wir sind
kurz vor dem Abflug nach Aussie, wo wir Eure Spuren nachverfolgen
werden und den Flurschaden begutachten, der geblieben ist.
Ihr gluecklichen oder auch nicht landet ja bald in der Heimat im
Fruehjahr. Viel Spass dort und baldiges neues Durchstarten in die Welt
wuenschen
Heidrun und Georg

159
Cousinchen Elke 09.04.2001
Hallo Christian!
Vielen Dank für deine SMS zu unserer Hochzeit. Es war wirklich ein
schöner Tag. Von Anna habe ich diese Adresse und bin völlig
beeindruckt und begeistert von eurer Reise. Ralph und ich wünschen
euch noch viel viel Spaß. Kommt gesund zurück!
Elke & Ralph
Matthias 15.04.2001
Jo mann, jetzt kann man schon die Tage zählen bis ihr endlich wieder da
seit. Juhhu ich feu mich schon total. Ok, wollte euch nur frohe Feiertage
wünschen, und sollte der Osterhase noch nicht im Müll erstickt sein,
hoffe ich, das ihr auch noch ein paar Eier abkriegt.
Greetz Mattes, einer eurer treuesten Fans(schleim)
Chris Hübl 17.04.2001
Hallo Stefan's,
auch von mir viele Grüße aus Deutschland. Wir haben zusammen in
Waitomo auf dem campground mächtig gesoffen. Wie ihr euch sicher
erinnern werdet war's für mich zu viel, und ich habe drei Tage lang
gekotzt. Der Rest vom NZ Urlaub war super, aber die 6 Wochen sind
viel zu schnell vorbei gewesen. Da habt ihr's viel besser (Neid). Viel Spaß
noch für den Rest eurer Tour und viele grüße auch von Steffi.
Bis denn Chris
Anna und Reinhard 18.04.2001
Hallo Ihr drei Hübschen (ich kenne ja nur zwei),es ist sehr schön immer
was von euch zu hören! Die Homepage ist euch gut gelungen-ein paar
aktuelle Bilder wären nicht schlecht!Passt gut auf Euch auf in der doch
so bösen, bösen Welt!!!
WebAholiC 01.05.2001
Ihr Pappnasen!

160
Pernilla 09.05.2001
Hi boys!
Just wanted to tell you that we´ve got the money from your father, and
that this means that we won´t walk around spreading evil rumours about
germans anymore...
We´ve also started to drink very sweet ginger coffee. Thanks for
bringing that into our lives!
Pernilla & Henrik, Sweden

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Wörterbuch
$A Australischer Dollar
$NZ Neuseeländischer Dollar
<TIME> In einigen RTBs benutze ich <TIME> um anzuzeigen, das
einiges an Zeit vergangen ist seitdem der Stift abgesetzt
worden ist.
Arthesische Das Arthesische Becken ist ein großes Süßwasserreservoir
Becken das sich unter dem Outback erstreckt. Die WMC hat mit
ihrem riesigen Bedart an Wasser für den Abbau von Uran,
Silber und Kupfer schon einen beachtlichen Teil des Sees
trcokengelegt und das Wasser verdunsten lassen.
Aussie Kann auch OZZY, OZY, oder einfach OZ geschrieben
werden.
1. Das Land Australien
2. Die Sprache Australisch
3. Alles andere worauf ein Australier stolz ist
Baht Die Thailändische Währung
1 DM ≈ 20 Baht
Britz Britz Campervan Rentals. Bei dieser Mietwagenfirma
mieten 98% aller deutschen Touristen in Australien ihr
Wohnmobil.
Emu Ein großer Vogel der ähnlich wie der Strauß nicht fliegen
kann.
Freschies In Australien gibt es zwei Arten von Krokodilen. Die
kleineren und angeblich harmlosen Süßwasserkrokodile
heißen in Aussie Freschies.
Mie (goreng) Nudeln (gebraten)
Mossies Der Aussie Ausdruck für Mücken
Nasi (goreng) Reis (gebraten)
Permit engl. = Erlaubnis; Um für gewisse Straßen, Wanderwege
oder Nationalparks Gebühren zu kassieren werden in
Australien Permits verkauft.

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Rhupia, Rh Indonesisches Geld
1 DM ≈ 4500 Rh
Ringit Malaiische Währung
1 DM ≈ 200 Rgt
Salties In Aussie sind zwei Krokodilarten heimisch. Die um die
drei Meter großen und sehr gefährlichen
Salzwasserkrokodile werden Salties genannt. Diese
Krokodile stellen eine Lebensgefahr für alle Gewässer an
der Nordküste dar, so daß schwimmen im Meer oder
Flüssen dort das ganze Jahr tabu ist.
Sandflies Das Neuseeländische Pendant (??) zur Stechmücke.
Sandflies sind kleiner als eine Ameise und überall in NZ
anzutreffen. Genauer gesagt suchen und finden und stechen
sie dich.
Spa Eigentlich ein Whirlpool aber im Outback bei Noddy glich
es eher einem Wasserloch.
Steward Mc Steward, in Begleitung seiner Frau Alice, hat als erster
Dowall erster Weisser Australien von Süden nach Norden durch
den Outback durchquert. Ungefähr seiner Route folgt
heute der Steward Highway.
Telstra Telstra ist eine australische Telefongesellschaft ähnlich wie
die Telekom/D1.
TRG Die Firma die meinen Organizer, den TRGpro, baut. Die
Firma und der Nachfolger vom TRGpro heißen jetzt
HandEra. Toller Support.
Tucker Der Aussieausdruck für die Lebensmittel, die die
Eingeborenen im Outback auftreiben können. Z.b.
Wurzeln, Knollen, Pflanzen oder Maden.
WMC Die Western Minig Company ist die größte
Yogya Die Stadt Yogjakarta auf Java. Studentenstadt Indonesiens
voller Kultur.

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