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Berlin

Da sind Sie nun in einer unübersichtlichen Reisenstadt und wissen vielleicht


nicht, wo Sie anfangen sollen. Deshalb habe ich als Überblick ein Programm
ausgearbeitet, das infomativer und billiger ist al seine der üblichen Stadtrundfahrten.
Brechen Sie so früh wie möglich in Ihren Bequemsten Schuhen auf und fahren
Sie mit der Verkehrsverbund-Tageskarte (die es in gröβen Bahnhöfen am Kiosk, sonst
in Automaten gibt) als Erstes zur….

Kaiser-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz

In den Jahren den Teilung galt die Turmruine in Herzen Westberlins als
Freiheitssymbol. Schauen Sie unbedingt in die Gedenkhalle unten im Turm. Dort
bekommen Sie ein Gespür für Berlins Schicksaal in der jüngeren Vergangenheit.
Drauβen halt der Bus 129. Vielleicht bekommen Sie sogar einen Platz in der
vordersten Reihe seines Oberdecks.

Weiter geht es in die – eine Generation lang abgetrennte – historische


Stadtmitte. Nach wenigen Minuten sind Sie bereits am groβen Stern, wo die Statue
der Viktoria hoch auf einer Säule über den Tiergraten schwebt. Hier sollten Sie
unbedingt aussteigen. Betrachten Sie die Platzanlage uns lassen Sie sich nicht
abschrecken von den 285 Stufen, die im inneren der Siegesäule hinnaufführen. Der
Blick lohnt jede Mühe. Die Säule erinnert an den Deutsch – Franzözischen Krieg von
1870/1871.

Bis zum nahen Reichstag durchquert der Bus den sogenannten Spreebogen, das
Regierungsviertel der Hauptstadt. Solange die Mauer stand, fanden fast alle
westlichen Mammutveranstaltungen vor der Reichstag statt. Hier beschwor

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Oberbürgermeister Ernst Reuter in 1948 vor 350.000 Menschen die Völker der Welt:
”Schaut auf diese Stadt unde erkennt, dass ihr diese Stadt und dieses Volk nicht
preisgeben dürft und preisgeben könnt!”. Sie können im Restaurant des
Reichstagserfrischen oder in der gläsernen Kuppel herumlaufen. Wandern sie aber
auch ein bisschen drauβen herum.
Mit ein Paar Schritten in der Richtung Süden sind Sie bereits am
Branderburger Tor. Etwa weiter erhebt sich das Sowjetische Ehrenmal, von der
Roten Armee (1945) für die etwa 70.000 Soldaten erreichtet, die im Kampf m Berlin
gefallen waren. Als Material dienten Marmorblöcke aus Hitlers zerstörte
Reichskanzlei. 28 Jahre war hier vor dem Brandenburger Tor die West – Insel – Welt
zu Ende.
Gleich rechts, am Beginn des prächtigen Boulevards “Unterden Linden”, halt
Bus 100, mit dem Sie bis zur Oper fahren.

Hier gilt e seine Entscheidung zu treffen: Weiter mit dem Bus oder zu Fuβ?
Ziel ist in jedem Fall der Bahnhof Alexanderplatz. Das Herzstück des alten
Berlin, einst überquellend von Leben, wurde im Krieg stark zerstört und war spätter
Kernstück der Hauptstadt der DDR, wo nun der Fernsehturm in den Himmel schieβ.

Es geht weiter mit der U – Bahn bis zur Kochstraβe. Schauen Sie unbedingt
das Mauer – Museum an. Beklemmend und dramatisch wird hier in Dokumenten,
Filmen und Videoshows über die Mauer informiert, über Flüchtende, Fluchtfahrzeuge
und Tunnels.
Und wer nach all den Sehenswürdihkeiten noch Unternehmungsgeist verspürt,
ist fast schön ein Berliner. Zu nächtlichen Vergnügungen mit ganz besonderer Note

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fahren Sie mit der U – Bahn zurück zum Kurfürstendamm. Von hier sin des nur
wenige Schritte in der Meineckestraβe entlang Richtung Süden. Sie stoβen direct auf
das Musical – Theatre, woe s vielleicht noch Karte gibt. Oder auf die berühmte “Bar
jeder Vernuft”, wo sich anschlieβend ab 23 Uhr Nachtsalon oder Pianobar öffnet.

Der Tourist will etwas zum Essen und Trinken…

Nach so eine lange Spaziergang, wäre es sehr schön wenn man einmal typische
Berliner Speisen probieren kann. Für diese Wunsch ware es sehr passed die Lokale
“Berlin Museum”. Die Alt Berliner Weiβbierstube kommt manchem Besucher
schooner vor als der Rest des interessanten Hauses. Die Einrichtung ist museumsreif,
die vorwiegend kalte Küche biete alles, was als berlinisch gilt – vom Schusterjungen
mit Griebenschmalz bis zur Roten Grütze – und die Stimmung ist bis drei Uhr früh
gut bierselig.
Und die Nachspeise? Sind Sie ein Liebhaber von guten Torten? Dann probieren
Sie die Operncafe.
Morgens ist das “amerikanische Frühstücksbuffet”, eine wollkommene
Alternative zur Einheitsmarmelade im Hotel, am Nachmittag lassen sich erschöpfte
Touristen auf hellblauen sesseln zur Sahnetorte nieder. Mit dem Kuchen gibt sich das
Operncafe gröβte Mühe: unter der Glastheke werden Strudel wie Trüffel mit Umluft
klimatisiert und stets bei optimaler Luftfeuchtigkeit ausgestellt.
Warum nicht auch tanzen?
Das Wild At Heart ist eine Punk-Kneipe und Konzertstätte. Sie lohnt
definitive einen Besuch, auch als Nicht-Punk fühlt man sich hier wohl. Vor 22 uhr
sollte man nicht kommen, dann ist noch nichts los. Mehrere Tage in der Woche gibts
es internationale Live-Acts. Fast alles, was Rang und Namen in der Szene hat, ist hier
schon aufgetreten. Die Einrichtung ist stilgemäβ schlicht, die Barkeeper und
tatsächlich sehr viele Gäste sind als Punks oder Rockabillies gekleidet. Das Bier wird
schnell und fair gezapft und die Preise bewegen sic him normalen Berliner Rahmen.

Die Leute in Berlin

Über dieser Stadt gibt es keine Himmel. Ob überhaupt die Sonne scheint, ist
fraglich; man sieht sie jedenfalls nur, wenn sie einen blendet, will man über den
Damm gehen. Über das Wetter wird zwar geschimpft, aber es ist kein Wetter in
Berlin.
Die Berliner hat keine Zeit. Er hat immer etwas vor, er telefoniert und
verabredet sich, kommt abgehetzt zu einer Verabredung und etwas zu spat und har

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sehr viel zu tun. In dieser Stadt wird nicht gearbeitet – hier wird geschuftet. Auch das
Vergnügen ist hier eine Arbeit, zu der man sich vorher in die Hände spuckt und von
der man etwas haben will.
Manchmal sieht man Berlinerinnen auf ihren Balkons sitzen. Die sind an die
steinernen Schachteln geklebt, die sie hier Häuser nennen, und da sitzen die
Berlinerinnen und haben Pause. Sie sind gerade zwischen zwei Telefongesprächen
oder warten auf eine Verabredung oder haben sich – was selten verkommt – da sitzen
sie un warten. Und schieβen dann plötzlich wie der Pfeil von der Sehne – zum
Telefon – zur nächsten Verabredung.
Der Berliner kann sich nicht unterhalten. Manchmal sieht man zwei Leute
miteinander sprechen, aber sie unterhalten sich nicht, sondern si sprechen nur ihre
Monologe gegeneinander. Die Berliner können auch nicht zuhören. Sie warten nur
ganz gespannt, bis der andere aufgehört hat zu reden, und dann haken sie ein. Auf
diese Weise warden viele Berliner Konversationen geführt.
Die Berliner sind einander spinnfremd. Wenn sie sich nicht irgendwo
vorgestellt wurden, knurren sie sich auf der Straβe und in Bahnen an, denn Sie haben
miteinander nicht viel Gemeinsames. Sie wollen voneinander nichts wissen und jeder
lebt ganz für sich.
Berlin vereint die Nachteile einer amerikanischen Groβstadt mit denen einer
deutschen Provinzstadt.
Welche Merkmale Berlins treffen Sie auf eine Groβstadt und ihre Bewohner in
Ihrem Heimatland?