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"CBD: Problematik des Zugangs zu genetischen Ressourcen ­

Regelungsansätze für ein internationales Regime?"

Zhuomin Wu *
2005.02.

A Einleitung

Erhaltung und Schutz genetischer Ressourcen und biologischer Vielfalt sind in den letzten
Jahren zunehmend ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gedrungen und zum Thema nationaler
und internationaler Politik geworden. Am Anfang sind die genetischen Ressourcen als ein
„globales Erbe der Menschheit“1 ohne nötige Schutzmaßnahmen ausgebeutet. Das
Bewusstsein der Öffentlichkeit ist von der überraschenden Verlust an globaler genetischen
Ressourcen aufrüttelt. Die internationale Gesellschaft bemüht sich dann, genetische
Ressourcen zu schützen. Verschiedene internationale Abkommen sind zu diesem Zweck
getroffen. Mit der Entwicklung der Internationalisierung und der Kommerzialisierung
werden aber immer neue Probleme auf der internationalen, nationalen und lokalen Ebene
getaucht. Die Gründe dafür sind zunehmender Bedarf an der Innovationen der Biotechnologie
und an der kommerziellen Gewinnmaximierung. d.h. um biotechnologische Innovationen zu
verwirklichen, und um immer mehr Gewinn zu bekommen, ist der Erwerb biologischer
Materialien (besonders genetischer Ressourcen) von Bedeutung geworden. In diesem Sinne
spielt der Zugang zu genetischen Ressourcen eine große Rolle. Biotechnologische
Innovationen setzen in der Regel den Zugang zu genetischen Ressourcen voraus.
Wegen der Wichtigkeit des Zugangs zu genetischen Ressourcen sind die Regelungen
dafür, oder so zu sagen Regelungsansätze zu erforschen. In der Gegenwart sind vier
internationale Abkommen2 im diesem Bereich von Bedeutung. Auf einer(CBD, Convention

* Zhuomin Wu, LL.M. University of Heidelberg. Webpage: www.zhuominwu.cn


1 Brand,Ulrich/Görg,Christoph, Zugang zu genetischen Ressourcen und die Sicherung geistigen Eigentums:

zentrale Konflikte um die Gestaltung postfordisti­scher Natur­verhältnisse, in: Forschungspreis 2001 der Rosa
Luxemburg Stiftung: Wem gehört die Welt? Eigentum – Aneignung – Enteignung im gegenwärtigen
Kapitalismus, 2001. S.18.
2 Siehe C.II.1.Die zu präzisierende nationale Souveränität

1
on Biological Diversity) davon wird in folgendem Text eingegangen werden. Das heutzutage
oft diskutierte Thema „Zugang zu genetische Ressourcen“ ist von der CBD besonders im
Artikel 15. geregelt. Ob das Übereinkommen über die biologische Vielfalt als ein kräftiges
Regime für internationale Gesellschaft angesehen werden kann, wird in den Folgenden
erörtert.

B Vorkenntnisse über den Zugang zu genetischen Ressourcen

I Entwicklung der CBD

Seit Beginn der 1980er Jahre entstand in Verbindung mit der Konvention über die
biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity; CBD) und anderen Vertrags­
werken in ersten Ansätzen ein globales Regulierungssystem biologischer Ressourcen. Im
Jahr 1992 wurde das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on
Biological Diversity – CBD) auf der UN­Konferenz für Umwelt und
Entwicklung(UNCED) in Rio de Janeiro verabschiedet. Die CBD trat 1993 in Kraft und
ist ein völkerrechtlich verbindliches Vertragswerk, hat jetzt fast 200 Vertragsstaaten. Das
Übereinkommen über genetischen Ressourcen ist als Beginn einer neuen weltweiten
Politik zum Erhalt der biologischen Vielfalt der Erde betrachtet. Im Rahmen der CBD
sind nicht nur Pflanzen und Tiere sowie ihre Produkte wirtschaftlich und wissenschaftlich
nutzbar, sondern auch die genetischen Informationen einzelner tierischer oder pflanzlicher
Individuen. Das Übereinkommen betrachtet erstmals die genetischen Bestandteile von
Lebewesen als Rohstoffe bzw. Ressourcen, die auch international handelbar sind, und
normiert den Handel in seinen Grundzügen. „Access and Benefit Sharing“ ist das
entscheidende Wirtschaftsthema der Konvention.3
Vom 07. bis 19. April 2002 wird in Den Haag die 6. Vertragsstaatenkonferenz (VSK
6) der CBD stattfinden, der sich die 3. Sitzung des Zwischenstaatlichen Ausschusses für
das Cartagena­Protokoll zur biologischen Sicherheit (Intergovernmental Committee for
the Cartagena Protocol on Biosafety ­ ICCP 3, 19. bis 26. April) anschließt. Die
Verhandlungsschwerpunkte der 6. Vertragsstaatenkonferenz sind:
1. Zugang zu genetischen Ressourcen und gerechter Vorteilsausgleich (Bonn –
Guidelines)

3Hintergrundpapier zur 6. Vertragsstaatenkonferenz des VN­Übereinkommens über die biologische Vielfalt, 7.­
19. April 2002, Den Haag., Herausgeber: BMU­Pressereferat

2
2. Biologische Vielfalt der Wälder
3. Invasive gebietsfremde Arten
4. Strategischer Plan der CBD bis 2010
In den freiwillig anwendbaren „Bonn­Guidelines“ sind die Richtlinien für die Umsetzung
der CBD entwickelt. Viele Empfehlungen von „Bonn­Guidelines“ (wie z.B. zuständige
Nationalen Behörden einzurichten) sind konstruktiv. Es ist zu hoffen, dass die
Anwendung der „Bonn­Geuidelines“ und mehrere effektivere Maßnahmen in Gang
bringen werden.

II Ziele der CBD:

Wie Artikel 1. CBD erörtert hat, das Ziel von dem Übereinkommen über die biologische
Vielfalt ist
„ die Erhaltung biologischer Ressourcen, die nachhaltige Nutzung die Erhaltung der
biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und die ausgewogene
und gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergebenden
Vorteile, insbesondere durch angemessenen Zugang zu genetischen Ressourcen und
angemessene Weitergabe der einschlägigen Technologien unter Berücksichtigung aller
Rechte an diesen Ressourcen und Technologien sowie durch angemessene Finanzierung.“
Die „nachhaltige Nutzung“ ist heute besonders von der Öffentlichkeit betont. Dazu
präzisiert Artikel 2 ihren Begriff.4 Rüdiger Wolfrum merkte an
„Dieses Übereinkommen verbindet erstmalig den Schutzansatz mit dem Gedanken der
nachhaltigen Entwicklung(sustainalbe development).“5

Im Art.1.CBD. sind die wichtigsten Elemente für genetische Ressourcen erwähnt. Sie sind
nicht nur als das Ziel der CBD gesehen werden können, sondern auch Grundprinzipien der

4Nach Art.2.CBD. bedeutet "nachhaltige Nutzung" die Nutzung von Bestandteilen der biologischen Vielfalt in
einer Weise und in einem Ausmaß, die nicht zum langfristigen Rückgang der biologischen Vielfalt führen,
wodurch ihr Potential erhalten bleibt, die Bedürfnisse und Wünsche heutiger und künftiger Generationen zu
erfüllen.
5Siehe Rüdiger Wolfrum, Die Konvention über die biologische Vielfalt, Verträge zwischen Unternehmen und
Staaten über den Schutz und Nutzung genetischer Ressourcen, 1994, Gutachten für das TA­Projekt
„Auswirkungen moderner Biotechnologien auf Entwicklungsländer und Folgen für die zukünftige
Zusammenarbeit zwischen Industrie­ und Entwicklungsländern“ – Endbericht – Büro für
Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag, 1994, S. 1 ff., IUCN­Guide (Fn.1), S. 1 ff.

3
Nutzung der genetischen Ressourcen anerkannt werden können. Zuerst, kommen die
Konservierung der biologischen Vielfalt und die nachhaltige Nutzung der biologischen
besonders der genetischen Ressourcen im Betracht. Als nächstes ist die
„Angemessenheit“ des Zugangs zu genetischen Ressourcen und Weitergabe der
Technologien erwähnt. Darüber hinaus müssen alle Rechte an diesen Ressourcen und
Technologien bei dem Zugang zu genetischen Ressourcen und Weitergabe der
Technologien berücksichtigt.
Soweit Art.1.CBD. festgeschrieben hat, ist schon umfassend und perspektivisch.
Aber die Probleme, die im Art.1. nicht geregelt werden, ist bisher noch offen: Die so
genannte „Angemessenheit“ des Zugangs zu genetischen Ressourcen und Weitergabe der
Technologien und „Berücksichtigung aller Rechte an diesen Ressourcen und
Technologien“ sind in der Praxis schwierig klar und einheitlich zu definieren, da das
globale Management genetischer Ressourcen in ein komplexes Feld eingebettet ist, in
dem supranationale, internationale, regionale, nationale und lokale Ebenen der
Politikformulierung und –durchsetzung miteinander verknüpft sind.6

III Biologische und genetische Ressourcen

Die „genetischen Ressourcen“ sind zuerst als Gegenstand zu definieren. Es soll


verdeutlicht werden, welche Dinge in unserer Erde als „genetische Ressourcen“ benutz
werden können oder dürfen, und auch gleichzeitig geschützt werden sollen. Bevor die
einheitliche Definition von „genetischer Ressourcen“ in der Übereinkommen über die
biologische Vielfalt geregelt ist, haben verschiedne Staaten unterschiedliche Definitionen.
In manschen Entwicklungsländer gab es nur verschwommene, sogar noch keine
Kenntnisse darüber. Schlimmer noch haben lokale Regierungen und indigener Völker
noch nicht gewusst, dass eigene traditionelle Biotechnologie von manschen Unternehmen
in den Industrieländer patentiert und kommerzialisiert sind. Sie haben zuvor gar nicht
gewusst, dass die traditionelle Kenntnisse, das Blut vom Menschen, indigene Pflanzen
auch wirtschaftliche Ressourcen sein können.
Der Begriff „biologische Ressource“ hebt den wirtschaftlichen Charakter, der sich
aus der Nutzung der Biodiversität ergibt, hervor. Er wird in der CBD beschrieben und
schließt „genetische Ressourcen“, Organismen oder Teile davon, Populationen oder einen

6 Diese Frage wird in C.I. analysiert.

4
anderen biotischen Bestandteil von Ökosystemen ein, die einen tatsächlichen oder
potentiellen Nutzen oder Wert für die Menschheit haben“(Art.2. CBD). Der Begriff der
„genetischen Ressourcen“ unterscheidet sich von dem Begriff der „biologischen
Ressourcen“ durch eine gegenständliche Eingrenzung, indem hierzu nur das „genetische
Material“ zählt und der Wert der Ressourcen in der Information und nicht in den
physikalischen Eigenschaften liegt.7 Nach Art.2.CBD bedeutet „genetisches
Material“ jedes Material pflanzlichen, tierischen oder mikrobiellen Ursprungs, das
funktionelle Einheiten von Erbinformationen enthält. Es kann als Teilmenge der
biologischen Ressourcen angesehen werden.

IV Nationale Souveränität

Im Vergleich mit zuvor vorhandenen internationalen Umweltabkommen(wie z.B.: Ramsar8


oder CITES9) hat die CBD umfassenderen Schutzbereich vor genetischen Ressourcen.10 Mit
der Entwicklung der Internationalisierung der Wirtschaft und Politik spielt die CBD eine
wichtige Rolle nicht nur im Bereich des Umweltschutzes, sondern auch im Bereich der
Genwirtschaft, also, eine neue Wirtschaftsform, die auf der Gentechnologie basiert.11 Die
volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Ressourcen wird dadurch immens erhöht, womit
wiederum auch der Schutz dieser Ressourcen erreicht werden soll.12 Nach CBD­Präämbel,
Artikel 3 und 15.Abs.1 CBD ist die nationale Souveränität über die biologische Vielfalt
völkerrechtlich verbindlich festgeschrieben. Dazu hat der Staat das Recht, Regeln und
Gesetze zum Umgang mit den genetischen Ressourcen festlegen zu können. Und gleichzeitig
ist der Staat nach Artikel 15 CBD. auch verpflichtet, den Zugang zu den genetischen

7 Henne, Gudrun, Genetische Vielfalt als Ressource. Die Regelung ihre Nutzung, 1998, Baden­Baden. S.41.
8Die Convetion on Wetlands of International Improtance especially as Waterfowl Habitat entstand 1971 in
Ramsar(Iran) und wird daher Ramsar­Konvention genannt. (vgl. www.ramsar.org)

9Die Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna an Flora(CITES) entstand 1973
zur Überwachung und Beschränkung des internationalen Handels mit gefährdeten Tier­ und Pflanzenarten und
unterbindet ihn für vom Aussterben bedrohte Arten( vgl. www.cites.ec.gc.ca)

10Wullweber, Joscha, Das grüne Gold der Gene: Globale Konflikte und Biopiraterie. 1 Auflage. 2004,
S.57.
11Dieser Terminus ist heutzutage häufig von Chinesisch geäußert.
12Görg, Christoph, Erhalt der biologischen Vielfalt­zwischen Umweltproblem und Ressourcenkonflikt,
in:Görg,C. et al., S.18­23

5
Ressourcen zu gewährleisten. 13 Aber die nationale Souveränität bedeutet auf keinen Fall,
dass der Staat Eigentümer der genetischen Ressourcen wäre. Insofern ist die nationale
Souveränität ein zentrales Element im internationalen System des Verfügungsrechts im
Umgang mit genetischen Ressourcen.14

V „access to genetic resources“ und „benefit sharing“

Für das Management internationaler, regionaler, nationaler, und lokaler genetischen


Ressourcen sind zwei Faktoren von größerer Bedeutung. Erster Faktor ist Zugang zur
genetischen Ressourcen („access to genetic resources“), welche in Artikel 15.CBD
festgeschrieben ist. Zweiter ist das Problem des Vorteilausgleiches („benefit sharing“),
welche in Artikel 1 CBD erwähnt ist. Die zwei entscheidenden Elemente sind eng von
einander verbunden. Der Zugang muss jedoch mit einem gerechten Vorteilsausgleich
einhergehen.
Mit dem Begriff des Zugangs sind nach Ansicht von Christoph Görg drei sehr
verschiedene Formen gemeint:15
­­Zugang zu natürlichen Ressourcen
­­Zugang zu Wissen sowie­ eng damit verbunden
­­Zugang zu Technologien
Für den Zugang zu natürlichen Ressourcen und den Zugang zu Wissen haben wir bisher
noch keine besonderen Vorschriften in der CBD, wie Zugang zu Technologien
(Art.16.CBD). In gewissem Sinn hat die CBD größere Aufmerksamkeit auf dem Zugang
zu Technologien geschenkt, als auf den zwei anderen. Die meistens von den
Industrieländer beherrschende geistige Eigentumsrechte auf die Technologien sind
dadurch stärk gewährleistet. Im Gegenzug sind die Rechte der „Geberländer“ und

13Wullweber, Joscha, Das grüne Gold der Gene: Globale Konflikte und Biopiraterie. 1 Auflage. 2004,
S.58.
14Brand,Ulrich/Görg,Christoph, Postfordistische Naturverhältnisse, Konflikte um genetische
Ressourcen und die Internationalisierung des Staates. mit Beiträgen von Karin Blank, Joachim Hirsch
und Markus Wissen, 2003. S.60.

15 Brand,Ulrich/Görg,Christoph, Postfordistische Naturverhältnisse, Konflikte um genetische


Ressourcen und die Internationalisierung des Staates. mit Beiträgen von Karin Blank, Joachim Hirsch
und Markus Wissen. 2003., S.60.

6
indigene Völker nicht fair und vernünftig behandelt, und die Gefährdung dafür bleibt
immer noch. 16
Im Artikel 15.CBD ist die nationale Souveränität noch einmal betont. Der Staat ist
rechtfertigt den Zugang zu genetischen Ressourcen zu bestimmen. Außerdem hat der
Staat auch die Pflicht, den Zugang zu genetischen Ressourcen für eine umwelt­
verträgliche Nutzung durch andere Vertragsparteien zu erleichtern. Die Beschränkungen
des Zugangs sind nur dann zulässig, wenn sie den Zielen des Übereinkommens über die
biologische Vielfalt nicht zuwiderlaufen.
Um den Zugang zu genetischen Ressourcen zu verwirklichen, sind die so genannte
MAT („mutually agreed terms“: die vorherige informierte Zustimmung der Geberländer,
die von den Interessenten vor der Entnahme des genetischen Materials eingeholt werden
muss. Art.15.4.CBD) und PIC („prior informed consent“: die einvernehmlich festgelegten
Bedingungen für den Zugang zu den genetischen Ressourcen. Art.15.5. CBD)17
erforderlich.

Im Vergleich mit Regelungen des Zugangs zu genetischen Ressourcen in CBD sind die
Regelungen des Vorteilausgleiches auflockernd geschrieben. Nach Art. 15, 16, und 19
CBD sind die aus der Nutzung der genetischen Ressourcen gezogene Vorteile bzw. die
potentiellen Gewinne gerecht aufzuteilen. Die Arten des Vorteilausgleiches sind
unterschiedlich, wie z.B.:18
­­ausgewogene und gerechte Teilung der Ergebnisse der Forschung und Entwicklung
­­ausgewogene und gerechte Teilung der sich aus der kommerziellen und sonstigen
Nutzung der genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile
­­eine Pauschalzahlung als finanzielle Kompensation
­­Bezahlung pro bereitgestelltem Muster
­­ Gewinnbeteiligung an den Lizenzgebühren eines später vermarkteten Produkts,
abhängige von der Nähe des Endprodukts zur Ausgangssubstanz und von dem durch
den Anbieter geleisteten eigenen Beitrag.

16 Konkretere werden in den Folgenden(C) erläutet.

17Wullweber, Joscha, Das grüne Gold der Gene: Globale Konflikte und Biopiraterie. 1 Auflage. 2004.
S.58.
18Welt im Wandel: Wege zur Lösung globaler Umweltprobleme, Jahres­gutachten 1995, Berlin/Heidelberg.
S.177 ff.

7
Auf dieser Ebene muss man allerdings zugeben, dass die CBD zuvor tatsächlich
unübersehbare Fortschritte gemacht, obwohl sie heutzutage immer mehr kritisiert ist.
Aber mit der raschen Entwicklung der Gentechnologie und der Kommerzialisierung sind
mehre Probleme des Zugangs zu genetischen Ressourcen getaucht, die ausführlich zu
analysieren sind.

C Problematik des Zugangs zu genetischen Ressourcen

Die in diesem Teil erörterten Probleme sind jeder für sich charakterisiert, zugleich sind sie
auch von einander sehr eng verbunden. Aus diesem Grund sind die Probleme nicht isoliert
von einander zu analysieren.

I „Angemessenheit“ des Zugangs zu genetischen Ressourcen und Weitergabe der


Technologien und „Berücksichtigung aller Rechte an diesen Ressourcen und
Technologien“

Im Art.1. CBD erfasst nicht nur die Ziele, sondern auch eine Grundprinzip für den
Zugang zu genetischen Re­ssourcen. Daraus können wir folgern, dass der Zugang zu
genetischen Ressourcen und die Weitergabe der ein­schlägigen Technologien
„angemessen“ müssen, und dass alle Rechte an diesen Ressourcen und Technologien
berücksichtigt werden müssen. Da die CBD die „Angemessenheit“ und die„
Berücksichtigung“ nicht deutlich erörtert hat, können wir nur aus den Vorschriften der
CBD erfassen. Durch die Erfassung von Art.1, 3, 8,10, 15.ff. können die folgende Punkte
als die Kriterien für die „Angemessenheit“ angesehen werden:
­­ Keine Schadensgefährdung zur Umwelt. d.h. der Zugang zu genetischen Ressourcen
ist unzulässig, wenn dieser Zugang der Umwelt einen Schaden zufügen wird.
­­ Nachhaltiger Entwicklung entsprechend (sustainable development)
­­ vorherige informierte Zustimmung (prior informed consent)

Darüber hinaus ist die „Berücksichtigung aller Rechte an diesen Ressourcen und
Technologien“ als ein Kriterium der Angemessenheit anzusehen. Dazu sind die Recht der

8
lokalen und indigenen Bevölkerung besonders zu berücksichtigen. Diese Rechte sind in
den Artikeln 8(j) und 10c angesprochen. Artikel 8 (j) legt fest, eine Vertragspartei solle
„im Rahmen ihrer innerstaatlichen Rechtsvorschriften Kenntnisse, Innovationen und
Gebräuche eingeborener und ortsansässiger Gemeinschaften mit traditionellen
Lebensformen, die für die Erhaltung und nachhaltig Nutzung der biologischen Vielfalt
von Belang sind, achten, bewahren und erhalten, ihre breitere Anwendung mit Billigung
und unter Beteiligung der Träger dieser Kenntnisse,Innovationen und Gebräuche
begünstigen und die gerechte Teilung der aus der Nutzung dieser
Kenntnisse,Innovationen und Gebräuche entstehenden Vorteile fördern“

Obwohl die Rechte der lokalen und indigenen Bevölkerung nach dieser Vorschrift
gewährleistet werden, aber sie ist relativ vage gefasst. Außerdem sind die Rechte nicht
eigenständig aufgeführt, sondern ein Unterpunkt der Bestimmungen zur In­situ­Erhaltung.
Die oben mit Fettschrift markierten Termini „achten, bewahren, erhalten begünstigen,
fördern“ sind zu schwach und nicht genügend, um die Rechte der lokalen und indigenen
Bevölkerung zu schützen.
Auf die andere Seite sollen wir natürlich nicht nur die Rechte der lokalen und
indigenen Bevölkerung berücksichtigen. Die Rechte der Industrieländer, die in diesem
Bereich investiert haben und Immaterialgüterechte haben, die die genetischen Ressourcen
kommerzialisiert haben, sind aber auch zugleich zu bewährleisten. Die
„Berücksichtigung“ ist in diesem Zusammenhang auch als Vorteilausgleich19 genannt.

II Probleme der nationalen Souveränität und Schwierigkeiten der Umsetzung der


CBD

1 Die zu präzisierende nationale Souveränität

Nach herrschender Meinung haben Staaten im Rahmen der CBD (CBD­Präämbel und
Artikel 3 und 15. Abs.1.) Recht, Regeln und Gesetze zum Umgang mit biologischer
Vielfalt national festlegen zu können. Aber Staaten sind keine Eigentümer genetischer

19 Diese Punkt wird in C. IV. erörtert.

9
oder biologischer Ressourcen.20 Genetische Ressourcen sind nicht mehr ein „globales
Erbe der Menschheit“.21
In diesem Sinne können Staaten durch nationale Regeln und Gesetze, die genetischen
Ressourcen verwalten und überwachen. Die Anerkennung der nationalen Souveränität ist
besonders von Bedeutung für die Entwicklungsländer, die als biodiversitätsreiche Länder
gezeichnet sind. In diesen Länder sind die biologische Ressourcen seit lange Zeit bevor
dem Abschluss der CBD in die Industrieländer ausgeflossen, da zuvor keine richtige
Rechte darauf anerkannt sind. Auf dieser Weise sind die Entwicklungsländer befähigt,
die Befugnisse gegen die Verletzungsverhandlung zu schützen.
Aber eine Frage ist noch offen: wie die nach den genetischen Ressourcen, die sich in
staatsfreien Räumen befinden und die das Übereinkommen nur in der Weise anspricht, als
es ein staatliches Recht daran ausschließt, Art.4.Abs.1. CBD. Hierzu rechnet auch die
Bewältigung von Fragen, die sich aus unterschiedlichen Zeitpunkten des Inkrafttretens des
Übereinkommens ergeben können.22

Außerdem lässt es sich aber bezweifeln, ob die „nationale Souveränität“ tatsächlich


eine ideale Richtlinie oder ein unstreitige Prinzip ist. Staaten sind keine Eigentümer.
Unter dieser Ansicht sind aber folgende Fragen zu beantworten: wer sind die Eigentümer
genetischen Ressourcen? Ein einzelner Mensch? Eine Familie? indigene und lokale
Gemeinschaften? oder Sippe und Stamm? Ohne die Eigentümer festzulegen, wie können
die Rechte effektiv gewährleistet werden? Diese Fragen sind von der CBD nicht erwähnt.
Wir können annehmen: wenn die Rechte verletzt sind, wer soll als Kläger sein. Wenn die
Antwort „Staaten“ wäre, wer kann die Schadensersatz dann erlangen? Vielleicht
kann man auch so sagen, dass solche Fragen die Aufgabe von Staaten sein sollen. das

20Nach Meinung von Christoph Görg, Ulrich Brand, Joscha Wullweber in folgenden Bücher:
Brand,Ulrich/Görg,Christoph, Postfordistische Naturverhältnisse, Konflikte um genetische Ressourcen und
die Internationalisierung des Staates. mit Beiträgen von Karin Blank, Joachim Hirsch und Markus Wissen. 2003
Wullweber, Joscha, Das grüne Gold der Gene: Globale Konflikte und Biopiraterie. 1 Auflage. 2004
21Brand,Ulrich/Görg,Christoph, Zugang zu genetischen Ressourcen und die Sicherung geistigen Eigentums:
zentrale Konflikte um die Gestaltung postfordisti­scher Natur­verhältnisse, in: Forschungspreis 2001 der Rosa
Luxemburg Stiftung: Wem gehört die Welt? Eigentum – Aneignung – Enteignung im gegenwärtigen
Kapitalismus, 2001. S.18.

22Wolfrum, Rüdiger/ Stoll, Peter­Tobias, Der Zugang zu genetischen Ressourcen nach dem Übereinkommen
über die biologische Vielfalt und dem deutschen Recht, Forschungsbericht 101 06 073, UBA­FB 96­055­ im
Auftrag des Umweltbundesamtes.1996. S.24.

10
heißt: die nationalen Gesetze sollen das Eigentumsverhältnis genetischer Ressourcen
regeln. Aber die Frage ist, ob die CBD als „internationale Regime“23 zumindest eine
Leitung dafür festlegen soll. Das Eigentumsverhältnis genetischer Ressourcen bezieht sich
nicht nur um nationale und lokale Ebene, sondern auch internationale Ebene. Die mit
diesem Verhältnis umgehenden nationalen Vorschriften brauchen noch die Anerkennung
von internationaler Gesellschaft, um die Vorschriften wirklich auszuführen. Wenn
genetische Ressourcen von Anfang bis zum Ende nur in einem Land benutz sein, würde
die Lösungen einfacher. Aber in den meisten Fällen sind die Entwicklungsländer mit den
Industrieländern bezogen. Das bedeutet, dass eine internationale anerkennbare Lösung des
Eigentums­verhältnisses zu bearbeiten ist. Zusammenfassend gesagt ist die nationale
Souveränität deshalb besonders im Bereich Eigentumsverhältnis zu präzisieren. Diese
Präzisierung ist keine Regelung, sondern nur eine Leitung, da verschiedene Staaten
unterschiedliche Situationen haben. Jeder Staat kann mit der Leitung der CBD unter
eigenen Umständen betreffende Vorschriften oder Gesetze festlegen. Eventuell werden
die folgenden Vorstellungen als Lösungs­möglichkeiten angesehen:
Genetische Ressourcen können einer bestimmten Gruppe gehören. Die bestimmte
Gruppe kann indigene und lokale Gemeinschaft, eine Sippe24, ein Stamm25, eine Familie

23 Der Begriff „internationale Regime“ wird seit etwa zwei Jahrzehnten bei der Analyse von
internationalen Beziehungen verwendet und bezeichnet die Verregelung eines internationalen
Problembereiches durch „ein Set von Prinzipien, Normen, Regeln und zugehörigen
Entscheidungsprozeduren , welches das Verhalten internationaler Akteure in einem Problemfeld dauerhaft
steuert und die Erwartungen der Akteure in Übereinstimmung bringt“( Krasner, Stephen, International
Regimes, Ithaca, London, 1983.). Internationale Regime entstehen durch Verhandlungen zwischen Staaten.
Der Zugang zu genetischen Ressourcen wird gegenwärtig durch drei internationale Regime geregelt:
(1) Die Konvention über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity ­ CBD)

(2) Die Verhandlungen zur Internationalen Verpflichtung


zu pflanzengenetischen Ressourcen (International
Undertaking on Plant Genetic Resources ­IU)
(Siehe: Gura, Susanne/ Wohlfarth, Sylvia, Regulierung des Umgangs mit genetischen Ressourcen: Profit
für wenige oder Nahrung für alle., 2001, Herausgeber: Forum Umwelt und Entwicklung.,
www.forumue.de
http://www.fao.org/WAICENT/FAOINFO/AGRICULT/cgrfa/default.htm. )

(3) Das Abkommen zu handelsbezogenen Aspekten des geistigen Eigentums (Agreement on Trade­Related
Aspects of Intellectual Property Rights ­ TRIPS) der Welthandelsorganisation (WTO).
(Siehe: http://www.wto.org/english/docs_e/legal_e/final_e.htm)
24Definition nach Deutsch­Deutsch Wörterbuch Langenscheit(1999 Langenscheidt) : eine Gruppe von mehreren
Familien, die zusammen leben.

25 Definition nach Deutsch­Deutsch Wörterbuch Langenscheit(1999 Langenscheidt) : eine Gruppe von Personen

11
sein. Dadurch kann die umstritten Definition von indigener und lokaler Gemeinschaft
vermeiden. Zu wem gehören die genetischen Ressourcen hängt davon ab, ob die
genetischen Ressourcen von der bestimmter Gruppe traditionell und historisch besitzt und
benutz sind. Theoretisch kann die bestimmte Gruppe auch ein Staat sein, wenn die
genetische Ressourcen landesweit verbreiten und vom Bürger traditionell und historisch
besitzt und benutz sind. In der bestimmten Gruppe haben die Leute gemeinsame Rechte
und auch gemeinsame Pflichten. Die Gruppe kann als Kläger ihre Rechte bewahren.
Wichtig ist, dass es besondere Behörde braucht, um die gemeinsame Rechte zu
gewährleisten, und die Nutzung genetische Ressourcen überzuwachen. Die Behörden
werden für jeden bestimmten Landskreis(z.B. für eine Provinz, für eine Stadt oder sogar
für ein Dorf), wo die bestimmte Gruppe wohnt, eingerichtet. Eine Oberbehörde ist auch
einzurichten, um die staatlichen biologischen Ressourcen zu verwalten. Eine wichtige
Aufgabe der Oberbehörde ist die lokalen Behörden zu verbinden. Sie bieten den lokalen
Behörden Hilfe an. wie z.B. Rechtsberatung. Die Behörden sind unabhängig von einander,
und sind die Vertreter für die bestimmten Gruppen. Die Gewinne sind von den Behörden
zu den Gruppen aufgeteilt. Wenn die Gewinne aus staatlichen Ressourcen sind, können
sie zu der Staatkasse aufgeteilt werden, und zu bestimmtem Zweck bezüglich nachhaltiger
Nutzung benutzt werden. Ganz gleich ob die kurze Vollstellung denkbar ist, ist die
nationale Souveränität auf jeden Fall zu präzisieren.

2 Zwei Faktoren bei Umsetzung der Zugangsregelungen

Umsetzung der Zugangsregelungen der CBD in Nationales Recht geht darum, die
bezüglichen Bestimmungen der Konvention auszugestalten und praktisch handhabbar zu
machen. Diese Aufgabe stellt sich den Mitgliedstaaten des Übereinkommens je einzeln.
Aber das Problem der Umsetzung von geschaffenen Regelungen auf der staatlichen Ebene
ist in den meisten Fällen bisher unbefriedigend gelöst. Obwohl es noch umstritten, ob für
die Vertragsstaaten keinerlei Verpflichtung besteht, diese Richtlinien in nationales Recht
umzusetzen, ist das Denken an Umsetzung der CBD wertvoll.
Da in der CBD keine offizielle bestimmte Regelung für die Umsetzung steht, können
wir die wichtigen Faktoren nur aus vorhandenen Artikeln zusammenfassen.

von derselben Art, Sprache, demselben Glauben und denselben Sitten, die in einem bestimmten Gebiet meist
unter der Leitung eines Häuptlings leben.

12
Zunächst sind die Ziele der CBD zu beobachten. Schutz und Erhalt der biologischen
Vielfalt, Nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile sind vor allem als Prinzipien für Zugang
zu genetischen Ressourcen angesehen. Die Umsetzung der Zugangsregelungen ist deshalb
unter diesen Prinzipien zu gestalten. Die nach der CBD umgesetzten nationalen Gesetze
sollen dem Umweltschutz und der nachhaltiger Entwicklung dienen.
Zweiter Faktor ist im Artikel 15.Abs.2 erwähnt—Erleichterung des Zugangs
zwischen den Vertragsstaaten der Konvention. Die CBD fordert die Ressourcenstaaten
möglichst freien (nicht notwendigerweise kosten­ und bedingungslosen) Zugang zu
gewähren. Die nationalen Beschränkungen, um den Zugang zu genetischen Ressourcen zu
beschränken, sind nur dann zugelassen, wenn sie den Zielen des Übereinkommens nicht
zuwiderlaufen. Die nationalen Gesetze sollen demnach unter Berücksichtigung der CBD
umgesetzt werden. In „Bonn­Guidelines“ wird die Erleichterung des Zugangs zu
genetischen Ressourcen, insbesondere für die Forschung und Wissenschaft weiter und
stärker gefördert. Dies ist besonders für Universitäten und botanische Gärten von
Bedeutung.26Es lässt sich aber bezweifeln, ob die von den Industrieländern immer stärker
geförderte Erleichterung des Zugangs zu genetischen Ressourcen allerdings für die
biodiversitätsreichen Entwicklungsländer eine Gefahr ist. Dadurch wird der Verlust
genetischer Ressourcen eventuell schneller wie nie vergrößert. Zu beachten ist, dass
genetische Ressourcen nicht selten für wissenschaftliche Zwecke gesammelt und erst zu
einem späteren Zeitpunkt, womöglich nach Weitergabe an andere Institutionen oder
Firmen, kommerziell genutzt werden. Ob in diesem Fall die Information des
ursprünglichen Ressourcengebers ausreicht oder erneut MAT auf der Basis von PIC
erzielt werden müssen, da es sich nicht mehr um den ursprünglichen Verwendungszweck
handelt, wird kontrovers diskutiert.27
Dazu merkte BZA.200128 an:
„Die Bemühungen zum Schutz der Ressourcen haben zwar zugenommen, trotzdem ist der
Verlust an biologischer Vielfalt so hoch wie nie. Dieser Verlust gefährdet in dramatischer

26Hintergrundpapier zur 6. Vertragsstaatenkonferenz des VN­Übereinkommens über die biologische Vielfalt, 7.­19. April 2002,
Den Haag
27Göllner­Scholz, Antje/ Kaiser, Julia/ Drews Andreas/ Seiler Achim, Zugang zu genetischen Ressourcen und
Vorteilsausgleich: Offene Fragen und Empfehlungen zur Entwicklung von internationalen Richtlinien.,
Herausgaber: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Entwicklungspolitische
Informations­ und Bildungsarbeit, 2001, siehe: http://www.bmz.de oder http://bibliothek.wz­
berlin.de/fulltext/fodk­vt/2003/f­11347.pdf
28Eine ausführliche Darstellung des Zusammenhangs zwischen Armut und natürlichen Ressourcen findet sich
im Aktionsprogramm 2015 der Bundesregierung zur Armutsbekämpfung (BMZ, 2001).

13
Weise die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Existenzgrundlage vieler Menschen, vor
allem der Armen in den Entwicklungsländern. Auch zwingt ein Leben in Armut häufig zu
einer unumkehrbaren Übernutzung empfindlicher Ökosysteme, die im krassen Gegensatz
zu einer nachhaltigen Entwicklung steht“

Hierzu steht sich die Frage, wie nationale Gesetze über die Erleichterung regeln soll,
insbesondere für die Entwicklungsländer.
Die Umsetzung der „Erleichterung“ in nationale Gesetze setze ein internationales
Sicherheitssystem voraus, welche sich auf der moralischen Ebene basiert. Ohne
notwendige Sicherheit wird diese Konflikt in einen Teufelskreis geraten. Die Ent­
wicklungsländer werden die Beschränkungen gegen Zugang zu genetischen Ressourcen
immer erhöhen, zugleich werden die Industrieländer immer fordern, die Erleichterung zu
ver­wirklichen. Die Ressourcenstaaten haben nicht genug Geld und Technologie, die
Ressourcen auszubeuten. Und die Industrieländer können aber die Ressourcen bekommen,
obwohl sie Geld und Technologie haben. Dazu ist Ein Versuch von Verband der
Deutschen Botanischen Gärten wertvoll. Die Verhaltensregeln des Verbandes der
Deutschen Botanischen Gärten verpflichten zwar den Nutzer genetischer Ressourcen, die
er von einem Garten erhält, das Ursprungsland über eine eventuelle kommerzielle
Nutzung zu informieren und den gerechten Vorteilsausgleich sicherzustellen, geben aber
ihrerseits keine Informationen an das Ursprungsland über die Weitergabe des Materials.
Das Sicherheitssystem zu bauen ist nicht nur die Aufgabe von der CBD und nationale
Gesetze, sondern auch von den Unternehmen und Instituten, die sich in diesem Bereich
beschäftigen.
Nach Artikel 6 und 10 gibt es noch andere Elemente, die für Umsetzung der CBD
wichtig sind. Aber hier kommen sie nicht im Betracht.
Das Problem der Umsetzung von geschaffenen Regelungen auf der staatlichen Ebene
ist in den meisten Fällen bisher unbefriedigend gelöst. Es ist zu hoffen, der gewünschte
Effekt der Harmonisierung nationaler Regelungen erreicht werden kann.

III MAT. und PIC.

MAT ist die Abkürzung von „mutually agreed terms“, also die einvernehmlich
festgelegten Bedingungen für den Zugang zu genetischen Ressourcen und in Artikel

14
15.4.CBD geregelt. Zugangsgenehmigung in vorheriger informierter Kenntnis der
Sachlage (prior informed consent ­ PIC) ist in Artikel 15.5 geschrieben. MAT und PIC
sind als Zentrales Element bei der Regelung des Zugangs angesehen.29 Es bleibt damit
eine Reihe von Fragen offen. Dazu gehören Einzelfragen, von wem PIC eingeholt und mit
wem MAT erzielt werden muss. Man findet keine Antwort, wenn man in vorhandenen
internationalen Abkommen nachschlägt. Deshalb ist die oben(in C.II.1.) erläutete Fragen
von Bedeutung: Das Eigentumsverhältnis genetischer Ressourcen in nationale Gesetze
festzulegen.
Die Fragen, welche Prinzipien und Regelungen in MAT beobachtet werden sollen,
sind bereit bei Zugangsprinzipien und Zugangsregelungen erörtert.

Die erstrangige Aufgabe für PIC ist das Problem zu lösen—von wem PIC eingeholt wird.
Viele Entwicklungsländer haben sich darum bemüht, eine Zuständige zu errichten.
Beispielsweise hat China ein Büro eingerichtet, um die menschlichen genetischen
Ressourcen zu verwalten. Der Zugang zu menschlichen genetischen Ressourcen setzt die
Genehmigung des Büros voraus. Die bezüglichen Gesetze sind in 1998 veröffentlicht.
Diese Maßnahme ist aber nicht genügend. Außer den menschlichen genetischen
Ressourcen sind anderen genetischen Ressourcen auch zu schützen. Dazu ist die oben
geschilderte Vollstellung hier noch mal zu erwähnen. Wenn die Errichtung der Behörde
verwirklichbar ist, kann PIC von der bestimmten Behörde eingeholt wird. Ohne diese
Frage zu lösen, wird noch eine Reihe von Fragen offen. Um genetische Ressourcen zu
erwerben, gehen viele Unternehmen unter dem Deckmantel der „internationalen
Zusammenarbeit“ oder der „Erforschung“ in die Ressourcestaaten. Sie behaupten, dass sie
die Genehmigung des indigenen Völkers bekommen haben. Umstritten ist, ob die
behauptete Genehmigung wirksam ist. Die indigene Menschen sind in der Regel nicht
ausgebildet. Sie waren überhaupt nicht in der Lage, die schwer formulierten
hochtechnologischen Fragen zu verstehen. Im Provinz Yunnan (China) sind genetische
Ressourcen sehr reich. Solche Fälle waren in der Vergangenheit sehr viel.30 Diese
Unternehmen sind heutzutage als „Biopiracy“ genannt. Abgesehen von den

29 Göllner­Scholz, Antje/ Kaiser, Julia/ Drews Andreas/ Seiler Achim, Zugang zu genetischen Ressourcen und
Vorteilsausgleich: Offene Fragen und Empfehlungen zur Entwicklung von internationalen Richtlinien.,
Herausgaber: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Entwicklungspolitische
Informations­ und Bildungsarbeit, 2001, S.9. siehe: http://www.bmz.de oder http://bibliothek.wz­
berlin.de/fulltext/fodk­vt/2003/f­11347.pdf
30 Zhu,Xueyhong/ Yang, Yuanbin, IPR an genetischen Ressourcen, in: Science,Technologie and Law;

2003,Band.3.

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„Biopiracy“ sind auch bei Bioforschungen problematisch. Wissenschaftliche Instituten
haben in der Regel bei dem Zugang zu genetischen Ressourcen eine wirksame PIC. Sie
werden normalerweise mit der lokalen Regierung oder Instituten zusammen arbeiten.
Aber die Forschungsergebnisse werden eventuell in der Kommerz benutz. Bei der
Weitergabe der Ergebnisse ist der Ver­wendungszweck schon geändert. d.h. Der
wissenschaftliche Zweck wird zum kommerziellen Zweck geändert werden. Um die
Rechte der Ressourcegeber zu bewahren, ist die Änderung des Verwendungszwecks in
der MAT deutlich festzuschreiben. Darüber hinaus sind hier stärkere Schutzmaßnahmen
notwendig. Nach dem Zugang sind die erworbenen Ressourcen schon aus dem
Machtbereich der Ressourcegeber gegangen. Es soll erforderlich sein, beim Import und
Export der Produkte, die sich auf den Forschungsergebnissen basieren, PIC nachzuweisen.
Eine Kontrolle der Verbleibs und der Verwendung genetischer Ressourcen ist zu errichten.
Aber wir habe leide noch keine Vorschriften darüber geregelt. Die CBD ist noch zu
verbessern. Zwei Vorschläge sind dazu eventuell hilfreich: 31
 Gesetzliche Verpflichtung zum Nachweis des rechtmäßigen Erwerbs gemäß den Bestimmungen des
Ursprungslandes beim Import von genetischen Ressourcen.
 Ursprungsnachweis von genetischen Ressourcen als Grundlage für die Patentierbarkeit von auf diesen
Ressourcen basierenden Erfindungen.

IV Vorteilausgleich und Technologietransfer

Die CBD wird von den Entwicklungsländern zum Teil als Instrument angesehen, um ihre
wirtschaftlichen Interessen in Form von Technologietransfer und ausgewogenem und
gerechtem Vorteilsausgleich durchzusetzen. Im Gegenzug versuchen die Industrieländer
möglichst freien Zugang zu genetischen Ressourcen zu fördern, um ihre zunehmende
Bedarf an genetischen Ressourcen für Forschungs­ und Entwicklungszwecke decken.32
Der Vorteilausgleich kann nach zwei Formen genetischer Ressourcen in zwei Teile
unterschieden werden. Die Vorteile durch den Zugang zu natürlichen genetischen
Ressourcen sind in der Regel nach Art.15, 19, 21,29 CBD aufzuteilen. Für den
Vorteilausgleich durch den Zugang zu genetischen Technologien hat CBD nur in Artikel

31Hintergrundpapier zur 6. Vertragsstaatenkonferenz des VN­Übereinkommens über die biologische Vielfalt, 7.­19. April 2002,
Den Haag

32 Siehe Fußnoten Nr.32.

16
16 erwähnt, mehre sind allerdings von TRIPS­ Abkommen geregelt. Wenn Technologien
patentiert werden, oder als andere geistige Eigentumsrechte geschützt werden, spielt die
CBD dann kleine sogar keine Rolle. Stattdessen ist TRIPS­Abkommen von Bedeutung.
Wir wollen deshalb in den Folgenden nur auf dem Vorteilausgleich durch den Zugang zu
natürlichen genetischen Ressourcen eingehen.
In welchen Formen33 soll Vorteilausgleichs durch den Zugang zu natürlichen
genetischen Ressourcen durchgeführt werden, können die Parteien in der MAT
vereinbaren. Die entscheidende Frage beim Vorteilausgleich ist nicht die Form des
Vorteilausgleichs, weil die Formen eigentlich das Aussehen des Ergebnisses der MAT ist.
Wichtig ist, ob die Vorteile fair und gerecht aufgeteilt werden. Weil die MAT von den
Parteien vor dem Zugang zu genetischen Ressourcen auf der Basis der
Gleichberechtigung vereinbart sind, kann der MAT vertraut werden. In der Praxi ist die
Durchführung der MAT schwierig überzuwachen. Ein Moralgesetz kann nicht als einzige
Überwachungsmaßnahme angesehen werden. Eine weitere Aufgabe erscheint ein
Überwachungssystem sowie Konfliktlösungsregen einzurichten. Dadurch können
Ressourcegeber, Unternehmen, Forschungsinstituten eigne Rechte bewahren.

D Zusammenfassung

Die CBD ist momentan noch eine vage Bestimmung von Vertragsparteien. Die
Leistungen sind aber nicht zu verneinen. Ohne die vorhandenen „vagen“ Prinzipien, die
dem Zugang zu genetischen Ressourcen dienen, wäre der Verlust noch schlimmer
geworden. Die CBD bietet uns die Grundlagen an, die in der Zukunft als Basis angesehen
werden. Die nationale Souveränität, MAT, PIC und Vorteilausgleich sind der Kern der
Schutzreglungen vor genetischen Ressourcen geworden. Ein internationales
Sicherheitssystem ist für die weitere Nutzung genetische Ressourcen notwendig. Dieses
System braucht konkrete Regelungen, eine Überwachungsbehörde, ein
Konflicktlösungsmechanismus. Auf nationaler Ebene sind zuerst das Eigentumsrecht an
genetischen Ressourcen festzulegen, und dann die zuständige Behörde zu errichten.

33 Siehe oben in B.V.

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Jetzt Über haben 40 Staaten34gesetzliche Regelungen zu ihren genetischen Ressourcen
erlassen oder entwickeln zurzeit solche Regelungen. wir hoffen, dass die grundsätzlichen
und allgemeinen Bestimmungen der CBD in naher Zukunft konkretisiert werden.

34Hintergrundpapier zur 6. Vertragsstaatenkonferenz des VN­Übereinkommens über die biologische Vielfalt, 7.­19. April 2002,
Den Haag

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