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Preis Deutschland 3,40 € WOCHENZEITUNG FÜR POLITIK WIRTSCHAFT WISSEN UND KULTUR 5. Februar 2009
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Meine Berlinale

Eine Liebeserklärung von


]urypräsidentin Ttlda Swinton
in einem Heft zum Festival
MAGAZIN SEITE 18

Wird China schwach?

Das Ende des Booms: Wie


in Peking die Krise Arbeiter
und Unternehmer trifft
POLITIK SEITE·5/7

..
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Der fehlbare Papst Vergesst den· Sieg! Die "SpitzelafFäre« bringt den
Bahnchef in Gefahr. Er hatte
Entsetzen in der katholischen Kirche: Es gibt nur einen W?g, Für Barack Obama ist Afghanistan der richtige Krieg. Doch das Land schon vorher genug Feinde
das Debakel von Benedikt XVI. noch abzumildern VON GIOVANNI DI LORENZO braucht nicht noch mehr Soldaten, sondern Aufbauhelfer VON ANDREA BÖHM . WIRTSCHAFT SEITE 22
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5. Pebrllar 2009 DIE ZEIT M: 7


ne aU er ganzen c t 111 ce SIC Im ugen ic vor a cm in onn-
cherchips verraten mir, dass du vor dem Rathaus ri.isten technisch auf. um policisch Andersden- mehr als zehn Millionen iPhones. . tagsreden. Im Herbst noch beschlossen 20
stehst. Sag mal: Wohin willst du eigentlich? Ah, kende auhuspüren, und zwangen auch schon Im Mobilfunk wiederholt sich gerade die Er- Regierungen bei einem Treffen in Washing-
zum Bahnhof? Hier entlang! internationale Internetkonzerne, ihnen zu helfen. folgsgeschichte des Fesmetzes: Seit die Kosten ton, dass sie eine neue Welthandelsrunde
In der Datensprache der Handys heißt das: Die Schweizer Polizei entdeckte kürzlich eher spürbar sinken, gehen die Kunden scharenweise ~ anstoßen wollen - zu unverbindlich und bis-
194.77157.241 - 25/fan/2009 - 10:23:54 - zuf:illig bei Google Earth, einer Sammlung von online. Einer Unrersuchung von T-Mobile in runf lang vergeblich. Jetzr, da feststeht, dass der
Google beherrscht das - search?q=Hamburg-Rathaus-to-Bahnhof Satellitenbildern, eine Hanfplantage in den Alpen europäischen Ländern zufolge ist der mobile Da- Welthandel 2008 um vier Prozent ge-
Seit Beginn dieser Woche verkaufen der In- - und zerstörte sie später. tenverkehr in den v:ergangenen zwei Jahren um schrumpft ist, wird es noch schwerer.
Internet und beobachtet ternetkonzern Google und die Mobilfunkfirma Google selbst aber ist der größte und zugleich das Dteizehnfache gestiegen. Der preiswerteste, Leider zeigt die Geschichte großer Krisen,
seine Besucher. Wer eine T-Mobile hierzulande das Handy G I, und wer ein nimmersarcer Datensammler. In seinem In~ Datentarif rur das neue G I beispielsweise kostet dass man internationale Zusammenarbeit sehr
Seite sucht oder E-Mails
es sich zulegt, trägt fortan einen cleveren klei- nefen arbeiten Hunderttausende Computer, die im Monat nur noch rund 25 Euro. Das mag flir \f schnell vereinbaren muss - oder es gleich ver-
nen Helfer mit sich herum. Man kann ihn nach nach Mustern fahnden, um Informationen und den einen oder anderen zwar immer noch viel gessen kann. Die Kooperationsbereitschaft
versendet, gibt jedes Mal dem richtigen Weg fragen, nach Einkaufstipps, passende Werbung zu liefern. Doch das ist (Jen Geld sein, ist aber kein Vergleich zu den Preisen' erodiert nämlich, wenn erst alle Regierungen
Sehenswürdigkeiten und allerlei sonstigen Be- Programmierern längst nicht mehr genug. Tausen- von vor wenigen Jahren. ~ in ihrer Not gegeneinander und auf Kosten
etwas von sich preis. Doch langen des täglichen Lebens. Doch das Zwie- de von ihnen arbeiten daran, dem Rechnernetz- Für Google ist der Einstieg in den Mobil- ihrer Nachbarn nationale Wirtschaftspolitik
damit nicht genug: Googles gespräch mit dem Handy ist nie ganz privat. werk eine Vorform des Denkens beizubringen. funk der vielleicht wichtigste Schritt seit Jah- . betreiben. Ökonomen warnen, dass Krisen
Koordinaten, Wünsche, Ziele - diese persönli- "Ware es nicht schön, wenn Google die Bedeu- ren. »Wir glauben fest daran: Wenn wir das dann länger dauern. Historiker warnen, dass
neues Mobiltelefon (Foto chen Daten werden laufend aus dem Handy tung eines Satzes verstehen würde und nicht nur Internet voranbringen, den Einstieg erleichtern politische Unruhe und Konfliktbereitschaft
versendet. An Google und seine Partnerfirmen. di~ Woner in diesem Satz?«, schwärmt Eck und das Surfen mehr Freude bringt, dann wer- wachsen. Und sie verweisen düster auf die
unten) kann noch viel mehr
Denn erst so wird die Fülle neuer Dienste über- Schmidt, der Vorstandschef des Konzerns. Viel den Menschen das Internet häufiger benurzen 1930erJahre. THOMAS "SCHERMANN
über die Benutzer haupt möglich. schnöder kann demgegenüber die Realität sein: - und häufiger etwas mit unserer Hilfe suchen«,
Hey! Ich helfe dir, ein Taxi zu finden, egal, in Erst am Wochenende legten Google-Mitarbeiter sagt Marissa Mayer, die im Google-Vorstand
herausfinden. Im Gegenzug welcher Stadt du gerade herumläufst! Ich zeige dir die Suchmaschine versehentlich rur eine knappe f1ir die Suche verantwortlich ist. Was so beiläu-
bietet es praktische und den nächsten Taxistand oder liefere dir die Num- Stunde lahm. fig und harmlos klingt, beschreibt eine f1ir den
mer der Taxiunternehmen am On! oJ musst dich Bei Google liegen Schaudern und Staunen, Konzern ernste Bedrohung: Was, wenn er im
zeitsparende Dienste an. um nichts kümmern. Wenn du einen Wagen ru- Fluchtreflex und Vertrauen eng beieinander. In mobilen Internet scheitert?
Fortschritt oder
Rückschritt? Mancher
fen möchtest, drücke einfach )hier«(.
194.77157.241 - 25/fan/2009 - 11:18:58
Deutschland überwiegt bislang das Vertrauen.
Neun von zehn Suchanfragen im Internet
Wenn das Internet nicht mehr nur vom
Schreibtisch aus zu erreichen ist, sondern auch Bäuerchen
- "arch?q= Taxi - call?q=Hansataxi - Ioca- richten die Deutschen an Google. Auch wenn aus der Straßenbahn, am Flughafen, aus dem
überlässt dem Konzern tion?q=Neß der Konzern keine präzisen Zahlen heraus- Bus, beim Picknick im Wald oder während e;- , Lätta-Ieicht dU,rchs Leben hüpfende Men-
Halte die Linse deiner Handykarnera einfach rückt, dürften allein hierzulande Millionen von ner nächtlichen Kneipentour, hat es eine voll- schen. Gummibärchen im Gespräch mit
schon heute bereitwillig auf ein historisches Gebäude, und ~ch sage dir, Menschen ihre elektmnische Post mit Google kommen andere Qualität. Denn anders als der 'W·~"'''''' Thomas Gottschalk. Sich im Wind wie-
was dorr los ist und wer es gebaut hat! Einen Rei- verschicken, Terminkalender führen, Adressen heimische Laptop weiß ein Smartphone stän- gende »Cerealien«. Milchgläser, die Scho-
seine Daten (Seite 20). seruhrer aus Papier brauchst du nicht mehr. ihrer Freunde, Kollegen und Geschäftsparmer dig, wo es ist, wo sich sein Besirzer aufhält. ~oladenriegel anflirten. Aber hey, Lebens-
Larry Page, einer der 194.77.157.241 - 25/fan/2009 - 12:34:01 speichem. Sie legen Fotoalben von Reisen, Ge- Das ist rur die Nutzer gut, denen sich nun mittelwerbung muss nicht nur unlustig
- search?q=Kunsthalle - ask?q= Wikipedia - burtstagen und Partys an und laden selbst ge- neue Dienste erschließen - und es würde sein. Sie kann auch unlustig und peinlich
Google-Gründer, begrüßt show?q=Ergebnis. drehte Videos auf Googles Computern ab. Der GoogJe viel nürzen. Denn diese Informationen sein: Neckische Frauen, die ihren Männern
das: Er will noch mehr Taxilotse, Reiseflihrer, EinkaulShilfe, und das Konzern registriert das alles still - und lernt so hat der Internetkonzern bisher nicht, der wie an die Schenkel greifen und gleichzeitig in
alles unterwegs - Technikvisionäre prophezeien eine Menge über s<dne Nutzer. kein anderer davon lebt, zu wissen, was seine ein Hühnchenbein beißen·. Oder dieses
erfahren - und mit diesem schon seit zehn Jahren das Internet zum Mitneh- Für E!1thuslasten ist Google das Tor ins Infor- Nurzer tun. Wer sie sind. Was sie wollen. Und Pärchen im Heu beim Pitknick:Er schaut,
Wissen die Welt verbessern men: das neue Zeitalter, in dem jeder ständig und mationszeitalter. Pragmatiker sehen in dem Un- bald auch, wo sie sind? als hätte er die falschen Pilo;e gegessen, sie
überall online ist. Nun ist es in greifbarer Nähe. ternehmen ein Werkzeug, um Ordnung ins Cha- Lange hat es keinen großen Spaß gemacht, schmachtet mit laszivem Blick, der Kamera
(Seite 21) Bereits jedes achte Handy ist heute ein sogenann- os ihrer Dokumente zu bringen oder Reisen zu 'mit dem Handy im Internet,.zu surfen. Es war zugewandt, samt der wahnsinnig subtilen
tes Smartphone- ein kleiner Computer, der noch planen. Doch egal, welchen Stellenwert der Ein- kompliziert, langsam und nicht besonders Schürzenaufschrift »Das erste Mahl vergisst
so tut, als sei er ein Telefon. Dabei schlagen die zelne Google auch zumessen mag: Die Internet- hübsch anzusehen. Erst mit dem iPhone und man nie.«
kleinen Rechenzwerge nur wenige Jahre ältere firma aus dem kalifornischen Mountain View ist seinen Nach'ahmern hat sich das geändert. Die Danke, CMA, Centrale Marketing-Ge-
Laptops um Längen. Und dank der eingebauten Teil moderner Lebensartgeworden. Viele googeln Geräte haben rechnisch einen Sprung gemacht: seilschaft der deutschen Agrarwirtschaft! Ein
GPS-Satellitenempfanger verkaufen si.' sich in sich Nachrichten, Wetterinformationen und Rei- schnellere Computerchips, 'größere Bildschir- Hühnerwirt allerdings wollte nichr länger
vielen Ländern bereits besser als herkömmliche sepläne herbei. Manche googeln, wenn sie etwas me, smartere Programme. . hinnehmen, dass der pubertäre Spaß ums
Navigationssysreme. kaufen oder finden wollen. Einige googeln sogar, Die Freude am mobilen Surfen stieg weiter, Bauernfrühstück mit seinem Geld bezahlt
, \; Apples iPhone ebnete vor eineinhalb Jahren 'ob ihre nächste Verabredung etwas taugt. weil unabhängige Firmen und Entwickler in- wird, und klagte vor dem Bundesverfassungs-
den Weg. Als Statussymbol der Informations- Kaum vorstellbar, dass Google uns noch nä- zwischen leicht bedienbare Miniprogramme gericht gegen die Zwangsabgabe der Land-
gesellschaft wandte es sich an jene, die genü- her rückt. Doch genau das geschieht mit dem rur die gefragtesten Dienste anbieten dürfen: wirte an die CMA. Er bekam sogar recht. Die
gend Geld und Geltungsbewusstsein besaßen. neuen mobilen Google, dem Konzern als stän- rur E-Mail, Kartendienste, Fahrplanauskunft, Abgabe sei großer Mist, sagte das Gericht in
Google hingegen will nun die Masse der digem Begleiter. Zuverlässig und vertraut; von Kinoprogramme, Nachrichten, Einkaufshilfen. anderen Worten. Was wird nun aus dem Tag
Otto Normalsurfer erreichen und bringt ge- manchen sogar geliebt. Aber auch: e!n Spion. Allein fiir das iPhone gibt es inzwischen an die des Butterbrotes, den uns die pfiffigen CMA-
meinsam mit T-Mobile ein eigenes Handy auf' Das G I-Smart»hone isr hässlicher aIs Apples 15000 solcher KJeinprogramme (»Applikatio- Leute,jeden September bescheren? Und was
den Markr. Es bietet »Google to go«. Konkurrenzmodell iPhone, daflir aber billiger. nen«). Man kann sogar exotische Instrumente aus dem grandiosen Slogan >,Eier - einfach
Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der pa- Und es wird seine Freunde finden. Zuerst kam wie die Gefaßflöte Okarina spielen lernen, lus- voller Ideen«? Da könnte uns die Milch glatt
tenberge je nach StandpunktAlLnachtsfantasien das Gerät im Herbst in den Vereinigten Staaten wieder. hochkommen. Für ein nettes Bäuer-
oder Wut erzeugen. Wut über die Spirzelskanda- auf den Markt. Absatzzahlen verrät Google chen danach. AN NA MAROHN

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Nichts zu verbergen ,
Drei Menschen berichten, warum sie Google bereitwillig persönliche Informationen anvertrauen VON LARS REPPESGAARD

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Sängerin ANNA CORALEE will über das Internet gefunden werden "Berater HARALD EHREN will wichtige Daten immer bei sich haben Informatiker STEFAN ZWIERLEIN ist fasziniert von intelligenten Maschinen

Das OnIine-Sternchen Der Info-Junkie. Der Technik-Freak


Vor der Videokamera verwandelr·sich luden sie Google-Mirarbeiret im Dezem- Das Werter in Australien und die Uhrzeir Wer sich /Ur solche Dienste anmeldet, Mit Fragen der Künsrlichen Intelligenz ist's recht. »Wenn .Google diese Daten
Anna Klepper in die Sängerin Anna ber 2007 zum YouTube-Talenrwett- in New York, die Börsenkurse und die macht es Google besonders leicht, Infor- hat sich Stefan Zwierlein schon zu Schul- nicht sammeln würde, würden viele
Coralee - das isr ihr Künsrlername. Die bewerb nach Berlin ein. Anna gewann. Nachrichten von den Onlineseiten der mationen über sich zu sammeln, Sorgen zeiten beschäftigt. Heute ist er Informa- Dienste nicht so gut funktionieren oder
22-jährige Hamburgerin singr die Soul- "Danach haben sich Forografen und die überregionalen Zeirungen - das alles sieht macht sich Ehren aber nicht, »)Die Person tiker in Berlin und fasziniert von Google, wären weniger komfortabel«, sagt er.
nummer Rthab fasr so gur wie Amy Wine- Presseleute auf mich gestürzt«, sagt sie. Harald Ehren auf einen Blick, sobald er Harald Ehren ist Google völlig egal«, sagt weil der Konzern sein Rechnernerzwerk . Blindlings vertraut er der Suchmaschi-
house. Die ferrige Aufnahme har sie dann Inzwischen isr die Euphorie abgeklun- seinen Laptop aufklappr. Der Rechner isr er. ~)Es geht dem Unternehmen darum" zu einer intelligenten Maschine ausbauen nenfirma uotzdem nicht, Zwierlein ist
ins Internet gestellt. gen, Anna kümmert sich wieder mehr um nämlich ständig mit dem Internet ver- /Ur das Geschäft mit Onlineanzeigen will, Die eines Tages wirklich verstehen einer der Auroren des GoogleWatchBlog,
Im Videoporral YouTube, das zu Goo- ihre Musik. Im Augusr 2008 absolvierre bunden. Genauer gesagr: mir Google. grobe Interessenprofile zu sammeln. Oh- soU, was ihre Benutzer möchten. eines Informationsdienstes mit Nachrich~
gle gehörr, gibr es Tausende solcher FiIm- sie den Popkurs Hamburg, bei dem'sich Ehren arbeirer /Ur die Public-Rela- nehin wird Google es schwer haben, mich »Ich bin einfach ein Te'chie«, sagt ten rund um Google. »Natürlich kann ~o
clips. Annas Version von Rehab wurde schon Bands wie Wir sind Helden gefun- rions-Agentur Fischer Appelt in Hanlburg irgeridwo zuzuordnen, weil ich gleichzei- Zwierlein - ein Technikbegeisterter. Auf eine Menge an Informationen, wie Goo~
mehr als zwei Millionen Mal angeschaur, den haben. Neue Songs will sie dem- und hat sich beim kalifornischen Imer- tig so unterschiedliche Informationen seinem Google-E-Mail-Konto laufen gle sie durch all seine Dienste sammelt,
damit ist sie mittlerweile eine Berüh'mt- nächsr veröffenrlichen - bei YouTube. netkonzern ein persönliches Nurzerkon- suche wie volkswirtschaftliche Analysen ständig neue Mitteilungen ein. Statt einer auch missbraucht werden«, sagt er, )Und
heir im Netz. "Es gibr eine Menge Leure, Die Google-Tochterfirma speichert, co eingerichtet. Damit kann er sich eine und bunte Promiklatschgeschichten aus Zeitung liest er den Google-Nachrichren- es gibt auch Dinge, von denen ich nicht
die zu Hause in die Kamera singen und mir welchen anderen YouTube-Nurzern Art persönliches Informationscockpit dem Dschungelcamp.« dienst News, das Google-Landkarrenpro- will, dass sie online zu finden sind. Meine
davon träumen, damit zum Star zu wer- Anna in Konrakr kommt.•Ich kann nichr einrichten, das immer erscheint, wenn er Für Ehren ist es selbstverständlich, gramm Maps nutzt er fast jeden Tag. Kreditkartennummer, zum Beispie1.e(
rI,,"............ A nn .<> Rpj ihr h.<>re~ p'eklc.oDI:- ,/;:uzen. d:l-<;''i: ich nUch daduTch-bedt:oht. seinen Comouter startet - und immer dass er sichjetzr auch das neue Google- Der Preis dafiir: Google speichert seine Goo~le nimmt die Blo~:Auror~n al~
Dabei wollte sie garnJClit ~ntaeclit as mit den rntormatio-
fiihle({, sagt sie. >'I> ----'''!'''''I
aKtuelrisSjtCC. ~clhh"hhälabDie"älillreel'teeJlev;ürn!J'rl'llieJl'e--I"\7l(j!j"Iiffi!mrorün:"""gr:":5l!""l""""'tm....---.".,""'""'''''l\''".........'''''.......",...'''''=........-.''''''I''''''"''I''..........~-''I!''--"":"....
wetden. Ihre Mutter ist K1avierpädagogin, nen geschehe, stehe schließlich in den richten ffir meinen Job im Blick. Gleich- siertes Informationscockpit von iGoogle tOmatisch von einem Texterfussungspro- sogarVerbesserungsvorschläge.auf. "Es ist
der Vater sei ein bedeutender rumänischer Datenschutzbestimrnungen. "Wenn ich zeitig sehe ich, wie beispielsweise das läuft nämlich auch auf diesem Gerät, und gramm analysiert, damit Google inhaltlich .einfach tOll, diejenigen zu kennen, die
Komponist gewesen, sagt sie. Mit drei mir das nicht vorher durchlese, kann ich Wetter in Sydney ist«, sagt Ehren. ).So Ehren kann es dann ständig mit sich passende Werbung einblenden kann. An- durch ein Unternehmen wie Google die
lernte sie Klavier zu spielen. besuchte spä- mich im Nachhinein auch nicht beschwe- habe ich soforr einen guten Gesprächs- herumtragen. »Das wird mein neues hand der Nachrichten, die er bei Google Welt verändern, und sich mit ihnen aus-
ter ein Musikgymnasium. AufYouTube ren', sagt sie. Abgesehen davon, hat Anna einstieg, wenn ich dort jemanden anrufe.« Nachrichtenwerkzeug" sagt er. Und auch News verfolgt, kann der Konzern ablesen, zutauschen«, sagt Zwierlein. Und viel-
wollte sie bloß testen, wie Hörern ihre Coralee nichts dagegen, im Datennetz Kollegen und Freunde hätten ihn schon Google freut sich vermutlich - weil der fur welche Themen sich Zwierlein inte- leicht trägt er auf diese Weise ja mit dazu
Stimme gefallt. Weil ihre Videos bald zu gefunden zu werden. So wurde sie schließ- gebeten, auch so etwas auf ihren Com- Konzern dann noch mehr über Harald ressiert. Suchanfragen bei Maps verraten bei, dass Google sich zu einer intelligen-
den beliebtesten in Deutschland zählten, lich berühmt. putern einzurichten. Ehren lernt. die One, die ihm wichtig sind. Zwierlein ren Maschine entwickelt.

Google weiß, wo du bist einem Freund zusammen und begann nachzuden- über sie weiß, urosa bessere Suchergebnisse kann er Kampf ums Handy dass dieser Informationen über jede besuchte Seite
ken. »Es musste etwas sein, das die Besonderheiten liefern - und umso passendere Werbung kann er ver- im Net7. an den Konzern sendet. .
Fortsetzung von Seite 19 des G I ausnutzt«, sagt er. Weil ein Smartphone kaufen. Zu höheren Preisen. Dieser Wandel kündig- Wer das mobile Internet Ende Januar schließlich führte Google neue Da-
seine Posicion kennt. weil es manchmal sogar mehr te sich vor Jahren mit der Einfuhrung des E-Mail, beherrscht. Marktanteile bei den tenschut7.bestimmungen ein, um seine Nutzer noch
tige Figuren auf dem Handybildschirm herum- weiß als sein Besitzer, der in einer fremden Stadt Dienstes Gmail an, der automatisch·die elekn;onische Smartphone-Betriebssystemen intensiver zu beobachten_ Die Begründung lautete:
kriechen lassen oder Diätpläne kontrollieren. Aber oder nach einer Kneipentour einfach mal ein Taxi Post seiner Nutzer midiest, um sich einen Reim da~ Schutz vor Missbrauch. So wird das Bild vom Nutzer
längst nicht alle Applikationen sind kostenlos. Ein braucht. Cab4me liefert ihm die Nummer der Ta- rauf zu machen, welche Anzeigen diesen Menschen .Symbian (Nokia) .Apple .RIM (BlackBerry) immer vollständiger. Das ai!es geschah heimlich, ohne
tieuer Markt ist entstanden.' xiunternehmen am Ort und zeigt ihm auf einer wohl interessieren. Det Wandel hat sich seitdem be- • Microsoft sonstige gtoßes Aufsehen. Und fur die meisten Surfer: un-
Den erschließt zum Beispiel der Gala Style 1.0- Karte den Weg zum nächsten Taxistand. Dazu rei- schleunigt. Immer mehr Programme brachre Google erkennbar.
cator. Der Einkaufsbegleiter kann in bishet 21 chen wenige Eingaben auf dem berührungsemp- auf den Markt, die etwas über die Vorlieben der Be- Die Welt der Datenströme ist unüberschaubar.
Städten helfen, wenn es im Laden heißt: »Das ha- findlichen Bildschirm des GI. nutzer in Erfahrung bringen sollten: Es sind die per- Sie schwellen an und teilen sich. Einige stauen
ben wir leider nicht mehr in Ihrer Größe da.« Die Idee gefiel Google so gu", dass cab4me bei sönlich konfigurierbare Startseite iGoogle, der neu- sich, andere versickern im digitalen Nichts.
Dann sucht der Style 1.ocator weitere Geschäfte in einem Programmierwenbewerh unter die besten gierige Internetbrowser Chrome, Spezialangebote wie Aber was wird wozu? Was darf gespeichert,
der Umgebung, die die gesuchten Marken fuhren, zehn kam. Mit den 275 000 Dollar Preisgeld wol- Google Gear und SearchWiki - und eben eine per- wann muss gelöscht werden? In welchem Land lie-
und Google Maps liefert eine genaue Wegbeschrei- len Hübner und sein Partner das Unternehmen sonalisierte Suche. gen die Daten überhaupt? Und welche Regeln gei-
bung dazu. Alle drei Monate gibt es eine neue Aus- nun weiterentwickeln. Von allein trägrsich cab4me »Nirgendwo sonst haben wir im vergangenen ten dort? Googles Rechenzentren und die darin
gabe, jede einzelne kostet 1,59 Euro, und schon bislang nicht. »Wir sind noch zu klein, um irgend- Jahr so einen großen Qualitätssprung gemacht wie gespeicherten Informationen stehen an vielen Or-
die erste wurde an die zehntausend Mal verkauft. welche Forderungen stellen zu können«, sagt er. bei der personalisierten Suche«, sagt Vorstand Ma- ten der Welt, auch in den USA. Sie unterliegen
In so einer mobilen Welt könnte Google mit ei- ·"Im Idealfall werden wir einmal so bekannt, dass rissa Mayer. dort somit dem Patriot Act, jenem Gesetz, das der
nem Mal seine Dominanz verlieren, denn auf den Täxiunternehmen dafür bezahlen, dass wir sie in Den Surfer zu orten, zu wissen, wo er steckt, das Regierung weitreichende überwachungsbefugnis-
Handys haben Nokia, Apple und Microsoft das Sagen unsere Liste aufnehmen.« würde Ihnen also noch einmal weiterhelfen? se zur Terrorabwehr gibt.·
(siehe Grafik). Sie kontrollieren bisher die Betriebs- Google hat cab4me keine Bedingungen vor- »)Wenn wir in der Lage sind, zu verstehen. wo je- Google trägt zu dieser Undurchsichrigkeit bei,
systeme der mobilen Welt, eine Art Basissoftware, die gegeben, die Entwickler waren völlig frei. Hübner mand ist, worin er bereits ein Experte ist und was er weil das Unternehmen gegenüber seinen Nutzern
darüber entscheidet, was Handys können und was vermutet, dass Google selbst noch nicht weiß. wie in der Vergangenheit gesucht hat, können wir viel 3, Quartal 2008, Zahlen gerundet oft im Ungefahren darüber bleibt, was es mit den
nicht. Und die drei Hersteller lenkten die Nutzer es mit dem G I einmal Geld verdienen will. bessere, also relevantere Informationen liefern«. sagt ZEIT-GraliklQuelle: Canalys Daten wirklich anstellt. Als Ttost bleibt: Bisher ist
gerne an Google vorbei. Aber das ist wohl eine Fehleinschätzung. Die Mayer und betont, dass Google keine Bewegungs- der Internetkonzern äußerst vorsichtig mit Daten
Strategen von Google dürften sehr genau wissen, profile erstelle. Bei der Eroberung des Handymarktes umgegangen. Kein größerer Datenskandal hat sich
"Wir können viel bessere, das heißt was sie wollen:·ihr bestehendes Geschäft absichern Gleichwohl werden Onsdaten fiir den Konzern hat Google viele - große - Gegner. Die in den vergangenen zehn Jahren in Mountain View
und Zugang zu noch mehr persönlichen Daten eine immer bedeutendere Ressoutce. So stellte Goo- Machrverhältnisse lassen sich gut an- ereignet - anders als bei manchem deutschen Kon-
relevantere Informationen liefern« bekommen. gle am Mitlwoch einen neuen Dienst namens Lati,- hand der Betrieqssysteme darstellen. zern. Und insofern entwickelt sich Google zwat
Einziger Ausweg fur den Internetkon~rn war, selbst Denn Google hat ein Problem. Es hakt bei der tude vor. Wer ein GI besitzt, kann damit auf einer Diese Programme bringen Mobiltele- immer mehr zum Spion, ist aber bisher stets ein
ein Betriebssystem zu entwickeln, den Wettbewerb Suche. »Weil es viele weltweit populäre Internet- digitalen Straßenkarte sehen, wo sich seine Freunde fone, die fur das Internet taugen und verschwiegener Spion geblieben.
um immer leistungsfahigere Mobilteleföne.zu ver- seiten gibt, kann "'i bei S'fchergebnissen durchaus gerade aufhalten. Vorausgesetzt natürlich, diese haben ))Smartphones(( genannt werden, über~ Wer sich deswegen sorgt, kann auf möglichst vie-
schärfen und nebenbei die Nurz.er nicht nur zur ei- zu Mainstream-Effekten kommen«, erklärt Tho- sich mit ihrem Handy ebenfalls bei Latirude regis- haupt erst zum Laufen. Sie bestimmen le Dienste von Google verzichten oder sich - para-
genen Suche zu lenken, sondern auCh zu Google Mai!, mas Hofmann, der rur die Qualität der Suche ver- triert. Google betont, dass man den Nutzern nichts auch sehr weitgehend, was man mit doxetweise - ganz in die Hände von Google begeben.
Google Kalender, Google Stadtpläne, Google News, antwortlich ist und mehrere Hundert Entwickler vorschreibe: Jeder müsse bei der Anmeldung aus- diesen Telefonen anfangen kann. Die Denn nur wer die personalisierten Angebote nut7.t,
Google Earth, dem konzerneigenen Videoportal fuhrt. Anders gesagt: Die normalen Suchergebnis- drücklich festlegen, wie detailliert sein Aufenthaltsort Betriebssysteme stammen nur von einer dem gewährt Google die Freiheit, seine Daten selbst
YouTube und vielem mehr. se werden erwartbarer. Wer Namen wie »Kate fur andere erkennbar sein soll. kleinen Schar von Herstellern. zu löschen. Die Prozedur fteilich ist recht kompliziert
So entstand das Betriebssystem namens An- Winslet« oder »Hape Kerkeling« eingibt, bekommt Der finnische Handyhetsteller Nokia und dürfte viele Nutzer überfordern. Die Wissen-
droid. Das Herz des neuen GI. sichet einen Verweis auf das kostenlose Lexikon "Spuren im Internet sind wie dominiert mit Symbian diese Betriebs~ schaftler John Palfrey von der Universität Harvard
. Um das Handy zu einem begehrten Gerät zu Wikipedia, vielleicht noch auf die Homepage systeme. Ebenfalls stark ist die kana- und Urs Gasservon der Hochschule St. Gallen haben
machen, lädt nun auch Google die freien Entwick-
Tätowierungen« dische Firma RIM, die sich mit ihten fur die Beständigkeit von Daten im digitalen Zeitalter
dee Person - und zuverlässig drei oder vier Verwei-
ler dieser Welt ein, aus dem GI herauszuholen, se auf weitere Google-Dienste wie die Video- Das kann man Google sogar glauben. Aber der Kon- Geräten namens Blackberry vor allem ein ganz passendes Bild gefunden: Die Spuren im
was möglich ist, und intern hoffen sie, dass unter suchmaschine YouTube, die Bildersuche, Google zern kann seine Meinung jederzeit ändern. Schon an Geschäftsleute wendet. Internet, so schreiben sie, glichen »im Verlaufe der
den Ideen eines Tages eine sein wird, die auf Han- Buchsuche oder Google News. Eben weil das Kon- öfter hat er seine Umwelt im Unklaren über das ge- Das Betriebssystem auf dem Google- Zeit mehr und mehr Tätowierungen, die eng mit der
dys ähnlich erfolgreich sein wird wie YouTube auf zern-Universum so groß ist, verweist Google zu- lassen, was er genau macht. Im vergangenen Sommer Handy G I heißt Android und taucht Person verbunden sind und später nur unter sehr
dem heimischen Laptop. nehmend auf sich selbst. fuhrte Google fur seine Werbekunden ein neues klei- in der Liste der Gtoßen noch gar nicht gtoßen Schwierigkeiten beseitigt werden können«.
Komad Hübner ist ein typischer Vertreter die- Google findet den Mainstream, den Massen- nes Spähptogramm ein. Dieses sogenannte Cookie auf. Als Neuling ist der kalifornische •
ser freien Tüftlerszene: keine dreißig Jahre alt, im geschmack. Was aber die Mehrheit der Nutzer sucht, verrät dem Konzern, wohin jemand außerhalb des Konzern aber keineswegs chancenlos.. Leben ohne Google
Hauptberuf Softwareentwickler in München; fas- muss fur den Einzelnen nicht unbedingt das Beste Google-Universums surft. So soll verhindert werden, Das beweist das Beispiel Apple. Als der Wie stelle ich mir ein Paket aus freier Software zusammen,
ziniert von der Idee, ohne großen AufWand die sein. Um das liefern zu können, muss der Konzern dass zweimal hintereinander dieselbe Werbung ein- Konzern 2007 das iPhone vorstellte, das Google ebenbOrtig ist? Was muss ich tun, damit mein
Googte-Handy ohne Google·Applikationen funktioniert? Wie
Welt mit einem kleinen, hilfreichen Programm zu mehr über jeden einzelnen Surfer erfahren: den Be- geblendet wird. war er ein Außenseiter. Heute steht
kann ich Google Anatytics hindern, mein Surfverhalten zu
beglücken. So erfand er den Taxirufdienst cab4me. amten aus Itzehoe, den Studenten aus Leipzig, die Im Herbst stellte Google seinen neuen Internet- Apple auf dem zweiten Platz. ROH protokollieren? Schreiben Sie Ihre Ideen auf und diskutieren
Vor etwas mehr als einem Jahr setzte er sich mit Hausfrau aus Ebersberg. Denn je mehr der Konzern browser Chrome vor, vers~hwieg den Nurzern aber, Sie auf ZEIT QNUNE: www.zeit.de/leben-ohne-google
;::..5.::..:.hb:.:.;rt='ar-=.20::..:.:09:........::.:DI=E=ZE::..:IT:.....:N.=r.=7 G..=....=.co0:.og=le...:..:.m=a=ch:.:...t=m..::..:ob=il_WIRTSCHAFT_--=2=1

Busit~essprofis dominiert wird, der besinnt sich

D Homo Faber 2.0


avos in der vergangenen Woche. Im Googles Grenzen hinauszuschieben, und die ande-
Zentrum des Schweizer Bergstädrchens schnell. Die anderen reden, wenn Page sie anschaut.. ren holten ihn dann zurück. Und immer ist Page
tagen Topmanager auf dem World Wenn der Chef etwas sagen will, dann schweigen der gnadenlose Prediger der Interneteffizienz, auch
Economic Forum. Einer ihrer größten die selbstbewussten Profis ersraunlich schnell. . als Journalisten ihn auf die Zukunft der Medien
Stars hat einen Bürof]ur in einem Gebäude ein Was Larry Page, diesen Homo Faber des Inter- ansprechen. Zeitungen wie die New York Tim"
paar Hundert Meter den Berg hoch gemietet. Dort nets, ärgert, sind unnötige Hiqdernisse. Ob einer würden nicht weniger genutzt als früher. erklärt er,
empfangt er zwei Handvoll Journalisten. Als sie der Anwesenden schon versucht habe, sich hier in Locker, freundlich - und gnadenlos effizii:lnt: nur würden sie weniger einnehmen. Die Werbung
hereinkommen, steht er in der Ecke am Gardero- Davos über Swisscom ins Internet zu begeben? »)Ieh Der Google-Gründer Larry Page will es leichter machen, im sei nicht hinreichend ins Internet gewandert. Soll
benständer. Die Haare nicht sonderlich gekämmt, wette, das schafft keiner hier unter funr Minuten!« heißen: Da ist Hoffnung, und sie liegt im Netz.
Netz Geld auszugeben. Ein Treffen VON UWE JEAN HEUSER
in T-Shirt und Nadelstreifenjackert. Wie üblich. Dumm sei so was, man solle es den Menschen leicht Und bei Google.•Die Lage ist hart. Wir versuchen
Er könne die Jacken der Gäste aufhängen, sagt er machen, fur etwas zu bezahlen. Sonst bliebe mög- auch da neue Umsätze zu schaffen((, sagt er. Und dann
mit seiner leisen, rauen Stimme und grinst. licher Mehrwert ungenutzt -und der Gedanke ist das: »Ich bin hier fur Google, ich bin hier, um zu
Lawrence Edward Page, genanntLarry, 35, ver- ihm sichtlich ein Graus. helfen." Schon jetzt kämen rund funf Milliarden
heiratet, Sohn eines Informatikers und einer Pro- Die Netzerfahrung müsse »smooth andseamkss« Euro Umsatz aus dem Geschäft mit Seiten anderer
grammiererin aus Michigan, hat es weit gebracht. sein, leicht und reibungslos. Das kann Google, auch Inhalte-Anbieter, und den Großteil des Geldes gebe
Als Doktorand entwickelte er gemeinsam mit sei- wenn Page das Netz noch viel zu langsam erscheint. Google weiter an die Verlage. »Wir sind im Geschäft,
nem Kommilitonen Sergey Bein einen neuen Al- Er fuhlt sich dem Erfolg verantwortlich, nicht ein- fur andere Leute Geld zu verdienen", sagt der Mann,
gorithmus fur das Aufspüren interessanter Seiten zelnen Nurzern. »Wenn zu wenige Menschen ein dessen Firma in Deutschland rund 40 Prozent des
im Internet, gründete Google und machte es zum Angebot nutzen, muss man es wieder einstellen. Online-Werbemarktes auf sich vereint und damit ein
erfolgreichsten Internetkonzern der Welt. Das Un: Und wir sind ziemlich gut darin, das schon nach mächtiger Konkurrent der Verlage ist. Doch das mag
ternehmen, das nach eigener Zielsetzung die Welt Tagen zu beurteilen((, .sagt der"Daueroptimierer, der er so nicht sehen. Das Netz biete ihnen Möglichkei-
verbessern soll, beherrscht nicht bloß das.Geschäft einen möglichst großen Nutzen schaffen will. ten. man dürfe nur die Konsequenzen nicht vermei~
mit der Netzsuche, sondem auch den Markt fur Kennen Sie diesen Satz, Herr Page: »Zum Schutz den wollen. »Angebote im Inrernet richtig hinzube-
Onlinewerbung. So versucht es, neue Märkte im vor Berrug, Datenklau und anderen Vergehen !am- kommen ist schwierig. Es war keineswegs klar, dass
Netz aufZurollen. mein wir eventuell Informationen über Ihren Um- die Suche im Interner der große Profitmacher werden
Ohne Google geht heute wenig im ·Internet. gang mit unseren Diensten«? Er steht seit Neuestem würde. Aber wir haben es richtig gemacht."
Und oh~e Page geht wenig bei Google. bei Google. Klar kennt Page ihn. Und natürlich
weiß er, wo das,hinläuft: Google, der Datenkrake. Der Gründer investiert in Ökojirmen
"Ich kü~mere'~ich um die Realität, »Es ist kompliziert. Will man Produkte anbieten, und eine neue Universität
. nicht ums Image« die den Menschen gefallen, personalisiert und von
immer besserer Qualität, dann muss man mehr über »Richtig machen, kann freilich bedeuten, daSs sich
Larry Page setzt sich an einen großen TIsch, um ihn sie wissen/(, sagt Page. So sei die pe"rsonalisierre Su- die Medienangebote furs Netz veriindern müssen.
gruppieren sich vier seiner Topmanager aus drei che besser als die allgemeine, Auch ein S~rvice wie Page selbst liebt die Zusammenfussung verschiedens-
Kontinenten, allesamt in modernsten Businessanzü- die Google-Gripperrends in den USA sei sehr hilf- ter Artikel zu einem Thema bei Wikipedia. Die ein-
gen. Er fangt mal an, redet über die Wirtschafts- reich. Da könne man Wochen früher als bei den zelne Meldung, das einzelne Medium zählt dabei
/<rise, sagt, er kenne das aus der BilanzfUhrung bei staatliche" Virenkonrrolleuren erfahren, welche wenig. Doch wenn die Logik des Netzes es verlangt,
Google: Ökonomie sei nur eine Annäherung an die Gefahren auf die Menschen zukämen. Das einfache so Pages Botschaft - dann muss es eben so sein.
Realität. Tatsächlich täten die Menschen dasselbe Prinzip: Wenn viele im Internet Begriffe rund um Der verstorbene New Yorker Medienforscher Neil
wie vor einem Jahr, sie seien ,nicht scWechter oder die Krankheit suchen, ist die Grippewelle nah. Postman sah jede neue Technologie als »Faustischen
fauler geworden. »Kein fundamentales Gesetz hält Mit mehr Daten können aus dieser Sicht nicht Handel" an: Die Kosten der Veränderung kämen erst
uns davon ab, so viel zu tun wie vergangenes Jahr. bloß die Werbeerlöse steigen. Auch der »soziale später. Larry Page sieht hingegen den Fortschritt. Als
Bloß haben die Menschen enrschieden, dass es ab- . Wert' der Dienste wächst. Page fragt. »Wollen die junger Man'n suchte er ein bestimmtes Technikbuch,
wärtsgeht, das ist alles.« Die Frage sei, wie man die Leute, dass dafur die Spuren vergangener Jahre ge- bis er es schließlich in einem Laden in Oregon fand.
Leute wieder optimistischer macht. speichert werden? Jawohl! Der Trend ist doch, dass Heute, sagt er, fände er es dank des Netzes in funf
Das sei die Sichrweise eines Ingenieurs, erklärt die Menschen mehr Informationen mitteilen, ge- Sekunden. Schneller Zugang sei ein großer Wert.
er - und es klingt w~niger nach Enrschuldigung rad~ Junge geben viel von sich preis und scheinen Bill Gates war auch in Davos. Früher war er der
gegenüber den·Ökonomen als nach überlegenheits- das zu mögen.' Er gibt sich als menschenfreundli- .böse Softwaremonopo!ist von Microsoft, heute ist
.gefuhJ. Larry Page hat Maschineni;lau studiert, cher Macher: Natürlich werde es immer wieder er der gute Chef seiner riesigen Stiftung. Er sei
bevor er Programme schrieb. Harte Vorgaben kom- Probleme mit privaten Daten geben, und staatliche heute nicht besser und nicht böser als damals, sag-
men fur ihn aus der Physik, nicht aus der Psyche. Stellen brauchten Zeit, bis sie die Technologie ganz te er. Larry Page ist ihm ähnlich im Effizienzden-
Er will, dass die Dinge funktionieren - optimal fur durchschauten. Aber Google sei so transparent wie ken und im Mangel an Zweifeln an der eigenen
möglichst viele Leute. möglich und nehme sich Zeit fur die Entwicklung Perspektive auf die Welt. Schon als Junge hat er
Seine gute Nachricht: Google warte mit vie- verantwortungsvoller Angebote. solargerriebene Autos gebaut. Heute investiert er
len Innovationen auf und habe mehr als 10 Mil- Fürchtet .er, dass darunter rroczdem sein Image in div~rse Ökounternehmen, finanziert eine neue
liarden Euro in der Kasse. »Wir haben auch die als guter Internetmogulleidet? Er denkt nach. »Ich Hightech-Universität, die unter anderem der
Kosten reduziert, haben hart gearbeitet. Wir sind kümmere mich um die Realität, nicht ums Image.( Künstlichen Intelligenz zum Durchbruch verhel-
glücklich mit dem Zustand unserer Firma« - Google wolle sowohl erfolgreich als auch gut ~ein. fen soll. Er meint es ernst mit der Welrverbes-
auch wenn Google sein erfolgsarmes Nerzpro- Das sei den Versuch wen. serung. Doch ob er nun mir Macht der Mensch-
gramm Chrome nachbessern musste und um Page ist witzig, al~ er erklärt, gerade in den heit dienen oder die Macht von Google vergrößern
Anschluss im mobilen Internet kämpft. Deshalb ersten Zeiten der Krise solle man keine Krawatte will- der Ingenieur bleibt sich treu.
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tragen, denn die verringere die Blutzufuha:- des
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Anschluss im mobilen Internet kämph. Deshalb ersten Zeiten der Krise solle man 1}eine Krawatte will- der Ingenieur bleibt sich treu.
gibt's jetzt das Google-Handy, das schon sämt- tragen, denn die verringere die Blutzufuhr des Nichts wird in der Branche heißer diskutiert als
liche Mitatbeiter ethalten haben. "Wir wollen, Gehirns. Page ist selbstbewusst, als er'sagt, auf die Vision vom Cloud Computing, bei dem j~der das
dass der Zugang zum Internet richtig gut funk- die Ftage nach Googles Grenzen gebe er garan- ganze Netz als Wissensspeicher nutzen kann. »Wir
tioniert«, erklärt Page. »Und wir brauchen mehr tiert eine andete Anrwort als alle Kollegen. Ihm arbeiten jetzt noch mehr daran«, sagt Larry Page.
Anwendungen rur unsete Software.« gehe es um »)Produkte, die viele Menschen in er- LARRY PAGE »)Dadurch wird die Welt zu einem besseren Ort.«
Wer sich fragt, ob die Manager am Tisch ihm heblicher Weise betreffen. - auch über das ge- sagt, er sei da,
den Rang ablaufen, ob da det Erfinder von den genwärtige Geschäftsfeld hinaus. Er versuche, um zu helfen @ www.zeit.de/audio

Die Google-Story
Erfolge

Google geht als Testversion ooline


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1998
Misserfolge

Fliegen mit besten


Aussichten.
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...............................................................
Oie Suchmaschine erfasst
} 2000
1 Milliarde Internetseiten
......... __ .
Die Google·GrOnder
SERGEY BRIN (links)
und LARRY PAGE im
Jahr 2001

.
2002
{ Google tritt erfolglos mit seinem Dienst
Froogle gegen das Auktionshaus ebay an
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O~Sd k~stenflOhsrte Googlemail-Angebot
··································ftöogle
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2004 erfolgreiche Soziale Netzwerk orkut geht online
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{ 2005
Google bleibt mit einem Videoportal
bedeutungslos
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......................................... _... _-_ ... _---- ... _.. ...... _---"':" ........

··~~~;~·~~~·~~;~~~~;~I·~!~~nm····}2006 ·G~~~I~·~~·;;~~h~·:~;~~bl;~h:~i·~·i~;~·;~~;:··········
{.~~.~.~lsy:.te~.~u.~.~~I~~r~öo;;le-
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Der Internetbrowser Creme


macht Microsoft Konkurrenz
....... } { 2008
Checkout

Vergeblich versucht Google, mit seinem Angebot


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Der Urlaub vor und nach dem Urlaub
in echter Condo.r Qualität. Scho'n ab € 59
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k1(das Internetlexikon Wikipedia anzugreifen

Google ist laut Markttorschern von Millward


Brown die wertvollsfe Marke der Welt: 86 Mrd. $
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Das Telefon GI kommt auf den Markt
2009 { Google beendet seinen Versuch,
Zeitungsanzeigen mitzuvermarkten
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Google meldet fOr das Jahr 2008 22 Mrd. $
Umsatz und fa,st 6 Mrd. $ Vorsteuergewinn
ZElToGrafiklQuelle: ellllene Recherche