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BKA

Statistik

Polizeiliche Kriminalstatistik 2000

Bundesrepublik Deutschland

Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg Sachsen-Anhalt
Mecklenburg-Vorpommern
Brandenburg
Sachsen-Anhalt

Polizeiliche

Kriminalstatistik

2000

BKA
BKA

BKA - Statistik

herausgegeben vom Bundeskriminalamt Kriminalistisches Institut Fachbereich KI 12 65173 Wiesbaden

Bundeskriminalamt (Hg.)

Polizeiliche Kriminalstatistik Bundesrepublik Deutschland

Berichtsjahr 2000

Bundeskriminalamt Wiesbaden 2001

ISSN 0943-4674

Nachdruck und sonstige Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Bundeskriminalamtes

Druck: Chudeck Druck Service, Bornheim-Sechtem

PKS Berichtsjahr 2000

Inhaltsverzeichnis

PKS im Internet - PKS im Internet - PKS im Internet - PKS im Internet - PKS im Internet -

Über die Homepage des BKA - http://www.bka.de - sind die Jahrbücher ab 1997 sowie Zeitreihen ab 1987 für die wichtigsten PKS-Tabellen abrufbar.

Inhaltsverzeichnis (Table of contents)

Vorbemerkungen (Preface)

Seite (page)

A: Bedeutung (Significance)

7

B: Inhalt (Contents)

8

C:

Definitionen (Definition of certain terms)

12

D: Regeln der Fallerfassung (Counting-rules)

19

E: Änderungen (alteration)

21

1. Kurzinformation zur Kriminalitätsentwicklung

23

2. Gesamtüberblick (General synopsis)

25

2.1. Bekanntgewordene Fälle (cases which have come to the attention of the police)

25

 

2.1.1. Kriminalität insgesamt (Crime volume)

25

2.1.2. Fallentwicklung 2000/1999 der Straftaten(gruppen) (Development of crime 2000/1999)

30

2.1.3. Räumliche Verteilung der Kriminalität (Regional distribution of crime)

45

2.1.4. Schußwaffenverwendung (Use of fire-arms)

52

2.1.5. Opfer (Victims)

55

2.1.6. Schaden (Damage)

64

2.2. Aufklärung (Clearance of crime)

65

 

2.2.1. Aufklärungsquoten einzelner Straftaten(gruppen) (Clearance rates)

65

2.2.2. Aufklärung in den Ländern und den größten Städten (Clearance in the „Laender“ and cities)

66

2.2.3. Täterkriterien beim aufgeklärten Fall (Further details)

69

2.3. Tatverdächtige (Suspects)

72

 

2.3.1. Geschlechts- und Altersstruktur der Tatverdächtigen (Sex and age structures of suspects)

72

2.3.2. Tatverdächtigenbelastung deutscher Tatverdächtiger (suspects in relation to population)

97

2.3.3. Nichtdeutsche Tatverdächtige (Non-Germans suspects)

107

2.3.3.1. Exkurs: Nichtdeutsche Tatverdächtige nach Aufenthaltsdauer (Deviation: Duration of stay of non-Germans suspects)

124

2.3.4. Wohnsitzverteilung der Tatverdächtigen (Residences of suspects)

128

2.3.5. Weitere Angaben zum Tatverdächtigen (Further details)

131

3.

Einzeldarstellungen (Individual representations)

3.1. Mord und Totschlag (Murder and manslaughter)

135

3.2. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (Offences against sexual self-determination)

139

3.3. Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer (Robbery)

145

3.4. Körperverletzung (bodily injury)

154

3.5. Straftaten gegen die persönliche Freiheit (Offences against the personal liberty)

162

Inhaltsverzeichnis

PKS Berichtsjahr 2000

Seite (page)

3.6. Diebstahl ohne erschwerende Umstände (Theft without aggravating circumstances)

165

3.7. Diebstahl unter erschwerenden Umständen (Theft under aggravating circumstances)

171

3.8. Diebstahl insgesamt (Theft in total)

179

3.9. Betrug (Fraud)

192

3.10. Betrugsverwandte Delikte (Fraud related offences)

201

3.11. Fälschungsdelikte (Forgery offences)

205

3.12. Begünstigung, Strafvereitelung und Hehlerei (Aiding and abetting, receiving stolen goods)

208

3.13. Brandstiftung (Arson)

211

3.14. Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte (official crime and corruption)

215

3.15. Sachbeschädigung (Damage to property)

216

3.16. Umweltkriminalität (Environmental offences)

220

3.17. Rauschgiftdelikte (Drug offences)

224

3.18. Gewaltkriminalität (Violent crime)

233

3.19. Wirtschaftskriminalität (Economic crime)

238

3.20. Straftaten gegen die Bestimmungen zum Schutze der Jugend (Offences against regulations for the protection of juveniles)

240

3.21. Computerkriminalität (Computer crime)

242

3.22. Straßenkriminalität (Street crime)

244

4.

Staatsschutzdelikte (Offences against the state)

249

Summary

253

Tabellenanhang

255

Hinweise zu den Daten

256

Übersicht

Straftatenkatalog 2000 (catalogue of offences 2000)

Tabelle 01

Grundtabelle

Tabelle 07

(Known offences and attempts, subdivision of the venues by size of communities, use of firearms, clearance und total synopsis) Aufgliederung der Straftaten nach Schadenshöhe

Tabelle 12

(Damage by amount) Angaben zum aufgeklärten Fall

Tabelle 20

(Cleared cases) Aufgliederung der Tatverdächtigen nach Alter und Geschlecht

Tabelle 21

(Suspects by age and sex) Tatort-Wohnsitz-Beziehung nach Tatverdächtigen

Tabelle 22

(Suspects - place of residence) Sonstige Angaben zum Tatverdächtigen

Tabelle 61

(Suspects by special items) Nichtdeutsche Tatverdächtige nach dem Grund des Aufenthaltes

Tabelle 91

(Non-German suspects by nature of and reason for their stay in the Federal Republic of Germany) Aufgliederung der Opfer nach Alter und Geschlecht

Tabelle 92

(Victims by age and sex) Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung (Connections between victims and suspects)

PKS Berichtsjahr 2000

Vorbemerkungen

7

Vorbemerkungen

A: Bedeutung

Nach den seit 1.1.1971 geltenden und zuletzt zum 1.1.2000 geänderten bundeseinheitlichen Richtlinien ist die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)

„eine Zusammenstellung aller der Polizei bekanntgewordenen strafrechtlichen Sachverhalte unter Beschränkung auf ihre erfaßbaren wesentlichen Inhalte. Sie soll damit im Interesse einer wirksamen Kriminalitätsbekämpfung zu einem überschau- baren und möglichst verzerrungsfreien Bild der angezeigten Kriminalität führen“.

Insoweit dient sie der

„Beobachtung der Kriminalität und einzelner Deliktsarten, des Umfangs und der Zu- sammensetzung des Tatverdächtigenkreises sowie der Veränderung von Kriminali- tätsquotienten

Erlangung von Erkenntnissen für die vorbeugende und verfolgende Verbrechensbe- kämpfung, organisatorische Planungen und Entscheidungen sowie kriminologisch- soziologische Forschungen und kriminalpolizeiliche Maßnahmen “.

Die Aussagekraft der Polizeilichen Kriminalstatistik wird besonders dadurch eingeschränkt, dass der Polizei ein Teil der begangenen Straftaten nicht bekannt wird. Der Umfang dieses Dunkelfel- des hängt von der Art des Deliktes ab und kann sich unter dem Einfluss variabler Faktoren (z.B. Anzeigebereitschaft der Bevölkerung, Intensität der Verbrechenskontrolle) auch im Zeitablauf än- dern. Es kann daher nicht von einer feststehenden Relation zwischen begangenen und statistisch erfassten Straftaten ausgegangen werden.

Folgende mögliche Einflussfaktoren können sich auf die Entwicklung der Zahlen in der Polizeili- chen Kriminalstatistik auswirken:

Anzeigeverhalten (z.B. Versicherungsaspekt)

Polizeiliche Kontrolle

Statistische Erfassung

Änderung des Strafrechts

Echte Kriminalitätsänderung

Die Polizeiliche Kriminalstatistik bietet also kein getreues Spiegelbild der Kriminalitätswirklichkeit, sondern eine je nach Deliktsart mehr oder weniger starke Annäherung an die Realität. Gleichwohl ist sie für Legislative, Exekutive und Wissenschaft ein Hilfsmittel, um Erkenntnisse über die Häu- figkeit der erfassten Fälle sowie über Formen und Entwicklungstendenzen der Kriminalität für die oben beschriebenen Zielsetzungen zu gewinnen. Siehe hierzu auch das Schaubild 1: Dunkel- und Hellfeld.

Vorbemerkungen

8

PKS Berichtsjahr 2000

Schaubild 1: Dunkel- und Hellfeld

Absolutes Dunkelfeld = Weder durch die PKS, noch durch Dunkelfeldforschung aufzuhellen (außerhalb der Kreise, oberhalb
Absolutes Dunkelfeld =
Weder durch die PKS, noch durch Dunkelfeldforschung aufzuhellen
(außerhalb der Kreise, oberhalb der Linie)
„Kriminalität“
(Verstöße gegen
StGB und straf-
rechtliche Neben-
gesetze)
PKS (offizielles Hellfeld) *)
Relatives Dunkelfeld **)
1)
oberhalb der
Linie
unterhalb der Linie
Ereignisse, die nicht als
„Kriminalität“ (Verstöße
gegen StGB und strafrecht-
liche Nebengesetze) zu
bewerten sind

1)

Die Schnittmenge zwischen relativem Dunkelfeld und PKS sind angezeigte und registrierte sowie in crime surveys berichtete

*)

Straftaten. angezeigte und registrierte, nicht in crime surveys erfasste Kriminalität (z.B. „opferlose“ Straftaten, Straftaten gegen z.B. Reisende, Kinder oder Randgruppen, vollendete Tötungsdelikte)

**) z.B. durch crime surveys aufgehelltes Dunkelfeld = insbesondere Massenkriminalität von eher geringer Schwere mit in der Regel Privatpersonen als Opfer

B: Inhalt

In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden die von der Polizei bearbeiteten rechtswidrigen (Straf)Taten einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche registriert. Einbezogen sind auch die vom Zoll bearbeiteten Rauschgiftdelikte.

Nicht enthalten sind Ordnungswidrigkeiten, Staatsschutz- und Verkehrsdelikte (wohl aber die §§ 315, 315b StGB und § 22a StVG, die nicht als Verkehrsdelikte im Sinne der Richtlinien gelten) 1 . In diesem Jahrbuch werden jedoch ergänzend zur Polizeilichen Kriminalstatistik die Ergebnisse eines selbständigen kriminalpolizeilichen Meldedienstes über Staatsschutzdelikte abgedruckt (s. Ab- schnitt 4).

Ferner werden Taten, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland begangen wurden, und auch Verstöße gegen strafrechtliche Landesgesetze der einzelnen Länder, Datenschutzgesetze der Länder ausgenommen, nicht berücksichtigt.

Um ein möglichst vollständiges Bild der erfaßbaren Sicherheitslage zu erhalten, werden in die Er- fassung zur PKS aber auch von strafunmündigen Kindern oder von schuldunfähigen psychisch Kranken begangene Taten einbezogen. Über die Schuldfrage hat die Justiz und nicht die Polizei zu befinden. Zudem sind bei unaufgeklärten Fällen Alter und Schuldfähigkeit der Täter in der Regel ohnehin nicht bekannt.

Der Erfassung liegt ein unter teils strafrechtlichen, teils kriminologischen Aspekten aufgebauter Straftatenkatalog zugrunde. Bundeseinheitlich wird seit dem 01.01.1971 eine „Ausgangsstatistik“ geführt, d.h. die bekanntgewordenen Straftaten werden erst nach Abschluss der polizeilichen Er- mittlungen vor Aktenabgabe an Staatsanwaltschaft oder Gericht erfasst. Das Zahlenmaterial wird von den Landeskriminalämtern in tabellarischer (aggregierte Daten) und damit bereits festgelegter Form dem Bundeskriminalamt übermittelt und hier zur Polizeilichen Kriminalstatistik für die Bun- desrepublik Deutschland zusammengefasst.

1 vgl. Seite 14 und 18

PKS Berichtsjahr 2000

Vorbemerkungen

9

Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist mit der Strafverfolgungsstatistik der Justiz (Verurteiltenstatistik) nicht vergleichbar, da:

sich der Erfassungszeitraum verschiebt die Erfassungsgrundsätze sich unterscheiden

sich der Erfassungszeitraum verschiebt die Erfassungsgrundsätze sich unterscheiden

und der einzelne Fall im Justizbereich eine andere strafrechtliche Beurteilung erfahren kann (siehe auch Stichwort „tatverdächtig“)

Falls die im Berichtsjahr in der PKS registrierten Tatverdächtigen rechtskräftig verurteilt werden, gelangen sie wegen der unterschiedlichen Verfahrensdauer teils im Berichtsjahr, teils im Folgejahr oder auch erst noch später in die Strafverfolgungsstatistik (SVS).

Schaubild 2: Tatverdächtige / Verurteilte

PKS Tatverdächtige SVS Verurteilte u.a. Verkehrsdelikte *) Zeitliche Verschiebung der Erfassung
PKS
Tatverdächtige
SVS
Verurteilte
u.a. Verkehrsdelikte *)
Zeitliche Verschiebung der Erfassung

*) Verkehrsdelikte werden in der PKS nicht erfasst

Wegen erheblicher Anlaufschwierigkeiten waren die PKS-Daten in den neuen Ländern für die Be- richtsjahre 1991 und 1992 viel zu niedrig ausgefallen, so dass sie noch keine brauchbare Basis für zeitliche Vergleiche bildeten. Ab dem Berichtsjahr 1993 hat sich die Erfassung in den neuen Län- dern weitestgehend normalisiert, so dass Vergleiche mit den Folgejahren wieder möglich sind. In den Zahlen für die alten Länder mit Berlin sind seit 1991 untrennbar die Daten von Ostberlin ent- halten.

Teil 1, 2, 3 und 4 der vorliegenden Polizeilichen Kriminalstatistik enthalten erläuterte Auszüge aus den im Tabellenanhang abgedruckten Tabellen sowie aus weiterem, hier nicht abgedruckten Da- tenmaterial.

Teil 1 (Kurzinformation zur Kriminalitätsentwicklung) gibt einen schnellen Überblick über die Fall- und Tatverdächtigenentwicklung

Teil 2 (Gesamtüberblick) ist nach den Erfassungskriterien gegliedert. Grundeintei- lungsgesichtspunkte sind:

Bekanntgewordene (erfasste) Fälle

aufgeklärte Fälle

Tatverdächtige

Teil 3 (Einzeldarstellungen) enthält tabellarische Übersichten und Erläuterungen zu ausgewählten Deliktsgruppen, die nach einzelnen Begehungsformen weiter untergliedert sind. Die Deliktsgruppen und Begehungsformen sind zudem nach bestimmten Kriterien (z.B. Altersstruktur der Tatverdächtigen, Scha- denshöhe etc.) aufgeschlüsselt.

Teil 4 (Staatsschutzdelikte) gibt einen Überblick über die Staatsschutzdelikte für die ein unabhängiger kriminalpolizeilicher Meldedienst besteht.

Vorbemerkungen

10

PKS Berichtsjahr 2000

Tabellenanhang Im Anhang (gelbes Papier) sind die mit gekennzeichneten der folgenden bundeseinheitlichen Tabellen der Polizeilichen Kriminalstatistik abgedruckt: Die nicht abgedruckten Tabellen können bei Bedarf beim Bundeskriminalamt angefordert werden.

Tabelle 01: Grundtabelle gibt eine Übersicht über die innerhalb eines Berichtsjahres in der Bundesrepublik Deutschland erfassten rechtswidrigen (Straf-)Taten und die darin enthaltenen Versuchshandlungen, die Aufglie- derung der Tatorte nach der Einwohnerzahl, die Verwendung von Schusswaffen, die Aufklärungs- quoten und die ermittelten Tatverdächtigen.

Tabelle 02: Grundtabelle „Wirtschaftskriminalität“ entspricht für die Teilmenge der Wirtschaftskriminalität in Aufbau und Zählweise der Tab. 01.

Tabelle 03: Grundtabelle „Bundesgrenzschutz“ entspricht für die Teilmenge der vom BGS bearbeiteten Fälle in Aufbau und Zählweise der Tab. 01.

Tabelle 07: Aufgliederung der Straftaten nach der Schadenshöhe weist die Zahl der Fälle für bestimmte Straftaten(gruppen) nach Schadensgrößenklassen aus und enthält in Spalte 15 die Schadenssumme in DM.

Tabelle 08: Tatzeitstatistik stellt die innerhalb eines Jahres begangene Anzahl von Straftaten nach dem Tatmonat dar. Sie wird in den Ländern im Mai des Folgejahres mit Stand vom 30.04. erstellt.

Tabelle 09: Aufgliederung der „Wirtschaftskriminalität“ nach der Schadenshöhe Entspricht für die Teilmenge der Wirtschaftskriminalität in Aufbau und Zählweise der Tab. 07.

Tabelle 12: Angaben zum aufgeklärten Fall gibt Auskunft über die Zahl der aufgeklärten Fälle, für die als Tatverdächtige ermittelt wurden:

alleinhandelnde Tatverdächtige

als Tatverdächtige bereits in Erscheinung getretene Personen

Konsumenten harter Drogen

Tatverdächtige unter Alkoholeinfluss

Schusswaffe mitgeführt

Tabelle 20: Aufgliederung der Tatverdächtigen nach Alter und Geschlecht gibt eine Übersicht über die Alters- und Geschlechtsstruktur der ermittelten Tatverdächtigen. Er- rechnet wird das Alter zur Tatzeit (zur Zählregel siehe Stichwort „tatverdächtig“).

Tabelle 21: Tatort-Wohnsitz-Beziehung nach Tatverdächtigen enthält Angaben über die räumliche Beziehung des Wohnsitzes (zur Tatzeit) des Tatverdächtigen zum Tatort. Die echte Tatverdächtigenzählung ist für jeden betroffenen Einzelbereich gesondert durchzuführen:

Wohnsitz in der Tatortgemeinde

im Landkreis der Tatortgemeinde

im gleichen Bundesland (wie die Tatortgemeinde)

im übrigen Bundesgebiet

außerhalb des Bundesgebietes

ohne festen Wohnsitz

Die Summe der Zeilenprozentangaben wird daher im allgemeinen höher als 100 sein.

Tabelle 22: Sonstige Angaben zum Tatverdächtigen enthält die gleichen Merkmale wie die Tabelle 12, jedoch den Tatverdächtigen und nicht den Fällen zugeordnet.

Tabelle 28: Tatort-Wohnsitz-Beziehung nach deutschen Tatverdächtigen entspricht für die Teilmenge der deutschen Tatverdächtigen in Aufbau und Zählweise der Tab. 21.

PKS Berichtsjahr 2000

Vorbemerkungen

11

Tabelle 29: Tatort-Wohnsitz-Beziehung nach nichtdeutschen Tatverdächtigen (TV) entspricht für die Teilmenge der nichtdeutschen TV in Aufbau und Zählweise der Tab. 21.

Tabelle 40: Aufgliederung der deutschen Tatverdächtigen nach Alter und Geschlecht entspricht für die Teilmenge der deutschen Tatverdächtigen in Aufbau und Zählweise der Tab. 20.

Tabelle 50: Aufgliederung der nichtdeutschen Tatverdächtigen (TV) nach Alter und Geschlecht entspricht für die Teilmenge der nichtdeutschen TV in Aufbau und Zählweise der Tab. 20.

Tabelle 51: Aufgliederung der türkischen Tatverdächtigen nach Alter und Geschlecht entspricht für die Teilmenge der türkischen Tatverdächtigen in Aufbau und Zählweise der Tab. 50.

Tabelle 52: Aufgliederung der jugoslawischen Tatverdächtigen nach Alter und Geschlecht entspricht für die Teilmenge der jugoslawischen Tatverdächtigen in Aufbau und Zählweise der Tab. 50 (wurde für die Jahre 1993 bis einschl. 1998 nicht erstellt).

Tabelle 53: Aufgliederung der italienischen Tatverdächtigen (TV) nach Alter und Geschlecht entspricht für die Teilmenge der italienischen TV in Aufbau und Zählweise der Tab. 50.

Tabelle 54: Aufgliederung der polnischen Tatverdächtigen nach Alter und Geschlecht entspricht für die Teilmenge der polnischen Tatverdächtigen in Aufbau und Zählweise der Tab. 50.

Tabelle 55: Aufgliederung der rumänischen Tatverdächtigen (TV) nach Alter und Geschlecht entspricht für die Teilmenge der rumänischen TV in Aufbau und Zählweise der Tab. 50.

Tabelle 59: Aufgliederung der nichtdeutschen Tatverdächtigen nach Alter und Geschlecht ohne Illegale, Stationierungsstreitkräfte und Touristen/Durchreisende entspricht für die Teilmenge der nichtdeutschen Tatverdächtigen ohne sich illegal in der Bundesre- publik Deutschland aufhaltende Personen, ohne Stationierungsstreitkräfte und Angehörige sowie ohne Touristen/Durchreisende in Aufbau und Zählweise der Tab. 20.

Tabelle 61: Nichtdeutsche Tatverdächtige nach dem Grund des Aufenthaltes unterscheidet nach nichtdeutschen Tatverdächtigen, die sich illegal oder legal in der Bundesrepu- blik Deutschland aufhalten, und nach dem Anlass des legalen Aufenthaltes:

Stationierungsstreitkräfte und Angehörige

Tourist/Durchreisender

Student/Schüler

Arbeitnehmer

Gewerbetreibender

Asylbewerber

Sonstige

Tabelle 62: Straftat und Staatsangehörigkeit nichtdeutscher Tatverdächtiger gliedert die nichtdeutschen Tatverdächtigen nach den Schlüsselzahlen der einzelnen Deliktsarten (Kopfzeile) und nach den Staatsangehörigkeiten (Vertikale) auf.

Tabelle 91: Aufgliederung der Opfer nach Alter und Geschlecht enthält Angaben über Alter und Geschlecht der Opfer bei bestimmten Straftaten(gruppen) für voll- endete Taten, versuchte und insgesamt.

Tabelle 92: Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung gliedert die Opfer bei bestimmten Straftaten(gruppen) für vollendete Taten, versuchte und insge- samt nach ihrer Beziehung zu den Tatverdächtigen (vom Opfer aus gesehen). Unterschieden wird nach:

Verwandtschaft (Angehörige nach § 11 Abs. 1 Nr. 1 StGB)

Bekanntschaft

Landsmann (nur bei Ausländern derselben Nationalität)

flüchtige Vorbeziehung

keine Vorbeziehung

ungeklärt

Vorbemerkungen

12

PKS Berichtsjahr 2000

C: Definitionen

Alkoholeinfluss bei der Tatausführung Ein Alkoholeinfluss liegt vor, wenn dadurch die Urteilskraft des Tatverdächtigen während der Tat- ausführung beeinträchtigt war. Maßgeblich ist ein offensichtlicher oder nach den Ermittlungen wahrscheinlicher Alkoholeinfluss.

Aufklärungsquote (AQ) bezeichnet das prozentuale Verhältnis von aufgeklärten zu bekanntgewordenen Fällen im Be- richtszeitraum. Eine Aufklärungsquote über 100 kann z.B. zustande kommen, wenn im Berichts- zeitraum noch Fälle aus den Vorjahren nachträglich aufgeklärt werden.

AQ =

aufgeklärte Fälle x 100

bekanntgewordene Fälle

BtM-Ersatzmittel / -Ausweichmittel Der Begriff Betäubungsmittel bei den Beschaffungsdelikten (Raub, Diebstahl, Urkundenfälschung) schließt die BtM-Ersatzmittel und BtM-Ausweichmittel ein.

Drogenart -siehe Rauschgiftdelikt-

Fall Bekanntgewordener Fall ist jede im Straftatenkatalog aufgeführte rechtswidrige (Straf-)Tat einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche, der eine polizeilich bearbeitete Anzeige zugrunde liegt. Die Insgesamtzahl der bekanntgewordenen Fälle ergibt sich aus der Addition der Straftatengruppen. Aufgeklärter Fall ist die rechtswidrige (Straf-)Tat, für die nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis ein mindes- tens namentlich bekannter oder auf frischer Tat ergriffener Tatverdächtiger festgestellt worden ist.

Geld- und Kassenboten 1 Als Geld-/Werttransporte durch Geld- und Kassenboten sind alle Beförderungen anzusehen, bei denen ausschließlich/überwiegend im Rahmen des beruflichen/geschäftlichen Interesses Geld o. Wertgegenstände transportiert werden. Dies gilt sowohl für Beschäftigte als auch für Geschäftsin- haber/-führer, entsprechende gewerbliche Geld-/Werttransporte oder auch Geldbriefträger.

Häufigkeitszahl (HZ) ist die Zahl der bekanntgewordenen Fälle insgesamt oder innerhalb einzelner Deliktsarten, errech- net auf 100 000 Einwohner (Stichtag ist der 1.1. des Berichtsjahres, ersatzweise der zuletzt ver- fügbare, der dann besonders benannt ist). Die Aussagekraft der Häufigkeitszahl wird dadurch be- einträchtigt, dass nur ein Teil der begangenen Straftaten der Polizei bekannt wird, und dass u.a. Stationierungsstreitkräfte, ausländische Durchreisende, Touristen, Besucher und grenzüber- schreitende Berufspendler sowie Nichtdeutsche, die sich illegal im Bundesgebiet aufhalten, in der Einwohnerzahl der Bundesrepublik Deutschland nicht enthalten sind, Straftaten, die von diesem Personenkreis begangen wurden, werden aber in der Polizeilichen Kriminalstatistik gezählt.

HZ =

erfaßte Fälle x 100 000

Einwohnerzahl

Kiosk 1 Ein Kiosk ist ein räumlich fest umschlossenes Thekengeschäft, das dazu bestimmt ist, von Kunden nicht betreten zu werden.

Konsumenten harter Drogen Als Konsumenten harter Drogen gelten Konsumenten der in den Anlagen I – III des BtM-Gesetzes aufgeführten Stoffe und Zubereitungen, einschließlich der den betäubungsmittelrechtlichen Vor- schriften unterliegenden Fertigarzneimittel, mit Ausnahme der ausschließlichen Konsumenten von

1 klarstellende redaktionelle Textänderung zum 1.1.99

PKS Berichtsjahr 2000

Vorbemerkungen

13

Cannabisprodukten (Haschisch, Marihuana, Haschischöl), Psilocybin (-Pilzen) und von „Ausge- nommenen Zubereitungen“. Dabei ist es gleichgültig, auf welche Weise diese Stoffe und Zuberei- tungen dem Körper zugeführt werden. Soweit als Konsumenten harter Drogen bekannte Personen in Ermangelung von Betäubungsmit- teln sog. Ausweichmittel konsumieren – „Ausgenommene Zubereitungen“ oder sonstige Medika- mente oder Substanzen, die nicht unter das BtM-Gesetz fallen – ist dies ebenfalls als Konsum harter Drogen anzusehen.

Anmerkung:

Die wichtigsten harten Drogen sind Heroin, Kokain, Amphetamin/Methamphetamin und deren Derivate in Pulver- oder flüssiger Form sowie in Tabletten- bzw. Kapselform (einschl. Ecstasy) und LSD.

Kreditkarte Als Kreditkarte im Sinne dieser Richtlinien sind alle Karten zu verstehen, die zum Bezug von Geld oder Waren bzw. Inanspruchnahme von Dienstleistungen berechtigen. Darunter fallen sowohl die klassischen Kreditkarten (American Express, Diners Club, Eurocard, VISA) als auch alle Kunden- und Servicekarten von Dienstleistungs- und Handelsunternehmen, Firmen und Verbänden sowie alle Multifunktionskarten wie z.B. die Euroscheckkarte, wenn diese nicht in Verbindung mit Euro- schecks benutzt wird. Die Erfassung erfolgt unter der Schlüsselzahl 5164 (Betrug mittels rechts- widrig erlangter Kreditkarten). Die Verwendung von EC- und Kreditkarten an Geldautomaten und elektronischen Kassen („Electronic Cash“) ist unter der Schlüsselzahl 5163 (Betrug mittels rechts- widrig erlangter Karten für Geldausgabe- bzw. Kassenautomaten) zu erfassen.

Kommunikationsdienst Unter die Kommunikationsdienste fallen alle Übertragungen von Sprache/Ton, Texten und Bildern, unabhängig vom Übertragungsweg. Die Zugangsberechtigung kann dabei eine Karte (Telefonkarte mit Vorausgebühr, Telefonkarte als Kreditkarte, sonstige Zugangsberechtigungskarte/Chip) und/oder ein anderes Zugangsdatum (z.B. Passwort) sein.

Ladendiebstahl Als Ladendiebstahl werden alle Diebstahlsfälle von ausgelegten Waren durch Kunden während der Geschäftszeit erfasst.

Opfer sind natürliche Personen, gegen die sich die mit Strafe bedrohte Handlung unmittelbar richtete. Das Opfer ist bei allen im Straftatenkatalog mit „O“ gekennzeichneten vollendeten und versuchten Straftaten(gruppen) zu erfassen. Bei der Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung (vom Opfer aus gese- hen) hat stets die engste Beziehung Vorrang: Verwandtschaft vor Bekanntschaft vor Landsmann vor flüchtige Vorbeziehung. Dies gilt auch dann, wenn bei einer Mehrzahl von Tatverdächtigen unterschiedliche Beziehungsgrade zum Opfer bestehen. Das Merkmal Verwandtschaft umfasst alle Angehörigen gemäß § 11 Abs. 1 StGB. Das Merkmal Landsmann ist nur bei Nichtdeutschen und nur dann zu berücksichtigen, wenn Opfer und Tatverdächtiger dieselbe Staatsangehörigkeit besitzen, jedoch weder miteinander verwandt noch bekannt sind.

Raub auf Geld- und Werttransporte Unter Schlüsselzahl 2130 sind auch diejenigen Raubüberfälle auf Geld- und Werttransporte einzu- beziehen, die strafrechtlich als räuberischer Angriff auf Kraftfahrer zu bewerten sind.

Rauschgiftdelikt / Drogenart Sind bei einem Rauschgiftdelikt mehrere Drogenarten betroffen, so gilt bei der statistischen Erfas- sung folgende Vorrangregelung:

1. Heroin

2. Kokain

3. Amphetamin/Methamphetamin und deren Derivate in Pulver- oder flüssiger Form

4. Amphetamin/Methamphetamin und deren Derivate in Tabletten- bzw. Kapselform (einschl. Ecstasy)

5. LSD

6. Cannabis

7. sonstiges

Schaden ist grundsätzlich der Geldwert (Verkehrswert) des rechtswidrig erlangtes Gutes. Bei Vermögensde- likten ist unter Schaden die Wertminderung des Vermögens zu verstehen. Der Schaden ist bei

Vorbemerkungen

14

PKS Berichtsjahr 2000

allen im Straftatenkatalog mit „S“ gekennzeichneten vollendeten Straftatengruppen zu erfassen (Angabe in Deutsche Mark, aufgerundet auf volle DM). Falls kein Schaden feststellbar ist, gilt ein symbolischer Schaden von DM 1,--; dies gilt auch, wenn bei einem vollendeten Vermögensdelikt nur eine Vermögensgefährdung eingetreten ist. Wenn ein Betrugsschaden gleichzeitig Insolvenz- schaden ist, ist der volle Schaden (ab 1.1.94) bei den Insolvenzstraftaten zu erfassen. Beim dazu- gehörigen Betrugsdelikt ist dagegen ein Schaden von DM 1,-- zu erfassen. Bei versuchtem Raub- mord erfolgt keine Schadenserfassung.

Schusswaffe Als Schusswaffe im Sinne von „geschossen“ und „mitgeführt“ gelten nur Schusswaffen gemäß § 1 Waffengesetz. Nicht zu erfassen ist das „Mitführen“ von Schusswaffen bei solchen Perso- nen, die dazu bei rechtmäßiger Dienstausübung ermächtigt sind und gegen die Anzeige als Folge der Dienstausübung erstattet wurde.

Mit einer Schusswaffe „gedroht“ ist dann zu erfassen, wenn wenigstens ein Opfer sich subjektiv bedroht fühlt (hier z.B. auch durch Spielzeugpistole).

Ein Mitführen von Schusswaffen ist dann zu registrieren, wenn der Tatverdächtige die Schuss- waffe bei der Tatausführung bei sich hatte. Der Vorsatz, die Schusswaffe zu verwenden, ist nicht erforderlich.

Die Legaldefinition „Schusswaffen“ gem. § 1 Waffengesetz umfasst alle Geräte, die zum Ab- schießen von Munition bestimmt sind, bei denen Geschosse durch einen Lauf getrieben wer- den. Dazu gehören auch Luft-, Federdruck- und Kohlendioxydwaffen, Schreckschuss-, Reiz- stoff- und Signalwaffen sowie Spielzeugwaffen, die ihrer äußeren Form nach den Anschein voll- automatischer Selbstladewaffen hervorrufen, die Kriegswaffen im Sinne des Kriegswaffenkon- trollgesetzes (KWKG) sind.

Staatsschutzdelikte 1 sind rechtswidrige (Straf-)Taten, die sich gegen den Bestand oder die verfassungsmäßige Ord- nung des Staates richten, sowie diejenigen, die ein politisches Element in bezug auf die Bundes- republik Deutschland als Ganzes oder eines ihrer Teile enthalten. Delikte der allgemeinen Krimina- lität, sofern sie im Einzelfall als Staatsschutzdelikte gelten, werden jedoch auch in der allgemeinen Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst.

Steigerungsrate (SR) gibt die prozentuale Veränderung von z.B. Fällen oder Häufigkeitszahlen für die Gesamtkriminalität oder einzelner Straftaten zwischen verschiedenen Berichtszeiträumen an. Eine positive Steige- rungsrate bedeutet einen Zuwachs, eine negative Steigerungsrate eine Abnahme bei z.B. Fällen bzw. Häufigkeitszahlen.

SR =

(Berichtsjahr

Vorjahr ) x 100

Vorjahr

Summenschlüssel

„8910“ Rauschgiftkriminalität umfasst folgende Straftaten:

7300

Rauschgiftdelikte nach BtMG

2180

Raub zur Erlangung von Betäubungsmitteln

*710

Diebstahl von Btm aus Apotheken

*720

Diebstahl von Btm aus Arztpraxen

*730

Diebstahl von Btm aus Krankenhäusern

*740

Diebstahl von Btm bei Herstellern und Großhändlern

*750

Diebstahl von Rezeptformularen

5420

Fälschung zur Erlangung von Betäubungsmitteln

„8911“ Direkte Beschaffungskriminalität umfasst folgende Straftaten:

2180 Raub zur Erlangung von Betäubungsmitteln

1 vgl. Seite 8

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PKS Berichtsjahr 2000

Vorbemerkungen

15

*710

Diebstahl von Betäubungsmitteln aus Apotheken

*720

Diebstahl von Betäubungsmitteln aus Arztpraxen

*730

Diebstahl von Betäubungsmitteln aus Krankenhäusern

*740

Diebstahl von Betäubungsmitteln bei Herstellern und Großhändlern

*750

Diebstahl von Rezeptformularen

5420

Fälschung zur Erlangung von Betäubungsmitteln

„8920“ Gewaltkriminalität

umfasst folgende Straftaten:

0100

Mord

0200

Totschlag und Tötung auf Verlangen

1110

Vergewaltigung und sexuelle Nötigung (§§ 177 Abs. 2, 3 und 4, 178 StGB)

2100

Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer

2210

Körperverletzung mit Todesfolge

2220

Gefährliche und schwere Körperverletzung

2330

Erpresserischer Menschenraub

2340

Geiselnahme

2350

Angriff auf den Luft- und Seeverkehr

„8930“ Wirtschaftskriminalität

Als „Wirtschaftskriminalität“ sind anzusehen:

1. Die Gesamtheit (Ausnahme: Computerbetrug 1 ) der in § 74c Abs. 1 Nr. 1-6 GVG aufgeführ-

ten Straftaten:

a) Nach dem Patentgesetz, dem Gebrauchsmustergesetz, dem Halbleiterschutzgesetz, dem Sortenschutzgesetz, dem Markengesetz, dem Geschmacksmustergesetz, dem Ur- heberrechtsgesetz, dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, dem Aktiengesetz, dem Gesetz über die Rechnungslegung von bestimmten Unternehmen und Konzernen, dem Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung, dem Handelsge- setzbuch, dem Gesetz zur Ausführung der EWG-Verordnung über die Europäische wirt- schaftliche Interessenvereinigung, dem Genossenschaftsgesetz und dem Umwand- lungsgesetz,

b) nach den Gesetzen über das Bank-, Depot-, Börsen- und Kreditwesen, dem Versiche- rungsaufsichtsgesetz sowie dem Wertpapierhandelsgesetz,

c) nach dem Wirtschaftsstrafgesetz 1954, dem Außenwirtschaftsgesetz, dem Devisenbe- wirtschaftungsgesetz sowie dem Finanzmonopol-, Steuer- und Zollrecht, auch soweit de- ren Strafvorschriften nach anderen Gesetzen anwendbar sind; dies gilt nicht, wenn die- selbe Handlung eine Straftat nach dem Betäubungsmittelgesetz darstellt und nicht für Steuerstraftaten, welche die Kraftfahrzeugsteuer betreffen,

d) nach dem Weingesetz und dem Lebensmittelrecht,

e) des Subventionsbetruges, des Kapitalanlagebetruges, des Kreditbetruges, des Bank- rotts, der Gläubiger- und der Schuldnerbegünstigung

f) der wettbewerbsbeschränkenden Absprachen bei Ausschreibungen sowie der Bestech- lichkeit und der Bestechung im geschäftlichen Verkehr,

g) des Betruges, der Untreue, des Wuchers, der Vorteilsgewährung und der Bestechung,

soweit zur Beurteilung des Falles besondere Kenntnisse des Wirtschaftslebens erforder- lich sind.

2. Delikte, die im Rahmen tatsächlicher oder vorgetäuschter wirtschaftlicher Betätigung be- gangen werden und über eine Schädigung von Einzelnen hinaus das Wirtschaftsleben be- einträchtigen oder die Allgemeinheit schädigen können und/oder deren Aufklärung beson-

dere kaufmännische Kenntnisse erfordert. Die Erfassung erfolgt über die Sonderkennung „Wikri = ja“.

„8931“ Wirtschaftskriminalität bei Betrug wird über die Sonderkennung (Wikri = ja) in Verbindung mit Schlüssel 5100 des Straftatenkata- loges erfasst.

1 Computerbetrug ist zwar in der Aufzählung des GVG enthalten, ist aber oft (wegen der Dominanz der Automatenmanipulationen) keine Wirtschaftskriminalität.

Vorbemerkungen

16

PKS Berichtsjahr 2000

„8932“ Insolvenzstraftaten gemäß StGB und Nebenstrafrecht

umfasst die folgenden Straftaten (nur für Fälle mit Sonderkennung Wikri = ja):

5600

Insolvenzstraftaten §§ 283, 283a - 283d StGB (mit allen Unterschlüsseln)

7121

Konkursverschleppung nach GmbH-G

7122

Konkursverschleppung nach HGB

„8933“ Wirtschaftskriminalität im Anlage- und Finanzierungsbereich pp.

umfasst die folgenden Straftaten (nur für Fälle mit Sonderkennung Wikri = ja):

5130

Beteiligungs- und Kapitalanlagebetrug (mit allen Unterschlüsseln)

5141

Kreditbetrug nach § 265b StGB

5143

Kreditbetrug nach § 263 StGB

5144

Wechselbetrug

5145

Wertpapierbetrug

7140

Straftaten i.V.m.d. Bankgewerbe sowie Wertpapierhandelsgesetz

„8934“ Wettbewerbsdelikte

umfasst die folgenden Straftaten (nur für Fälle mit Sonderkennung Wikri = ja):

6560

Wettbewerbsbeschränkende Absprachen bei Ausschreibung

7150

Straftaten gegen Urheberrechtsbestimmungen (mit allen Unterschlüsseln)

7192

Straftaten nach dem UWG ohne §§ 17

„8935“ Wirtschaftskriminalität im Zusammenhang mit Arbeitsverhältnissen

umfasst die folgenden Straftaten (nur für Fälle mit Sonderkennung Wikri = ja):

5173

Arbeitsvermittlungsbetrug

5177

Betrug z.N.v. Sozialversicherungen und Sozialversicherungsträgern

5220

Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt

7130

Delikte i.V.m. illegaler Arbeitnehmerüberlassung

„8936“ Betrug und Untreue im Zusammenhang mit Beteiligungen und Kapitalanlagen

umfasst die folgenden Straftaten (nur für Fälle mit Sonderkennung Wikri = ja):

5131

Prospektbetrug

5132

Anlagebetrug

5133

Betrug bei Börsenspekulationen

5134

Beteiligungsbetrug

5211

Untreue bei Kapitalanlagegeschäften

„8960“ Straftaten gegen die Bestimmungen zum Schutze der Jugend umfasst die folgenden Straftaten:

1431

Verbreitung pornographischer Schriften (Erzeugnisse) an Personen unter 18 Jahren

6261

Verbreiten von Schriften zur Gewaltdarstellung an Personen unter 18 Jahren

7210

Straftaten gegen § 12 Abs. 4 des Gesetzes zum Schutze der Jugend in der Öffent- lichkeit (JÖSchG)

7220

Straftaten gegen das Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften

„8970“ Computerkriminalität

umfasst die folgenden Straftaten:

5163

Betrug mittels rechtswidrig erlangter Karten für Geldausgabe- bzw. Kassen-

Automaten

5175

Computerbetrug nach § 263a StGB

5179

Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten

5430

Fälschung beweiserheblicher Daten, Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung

6742

Datenveränderung, Computersabotage

6780

Ausspähen von Daten

7151

Softwarepiraterie (private Anwendung, z.B. Computerspiele)

7152

Softwarepiraterie in Form gewerbsmäßigen Handelns

PKS Berichtsjahr 2000

Vorbemerkungen

17

„8990“ Straßenkriminalität

umfasst die folgenden Straftaten:

1111

Vergewaltigung überfallartig (Einzeltäter) nach § 177 Abs. 2 Nr. 1, Abs. 3 u. 4 StGB

1112

Vergewaltigung überfallartig (durch Gruppen) nach § 177 Abs. 2 Nr. 2 StGB

1320

exhibitionistische Handlungen und Erregung öffentlichen Ärgernisses

2130

Raubüberfälle auf Geld- und Werttransporte (mit allen Unterschlüsseln)

2140

räuberischer Angriff auf Kraftfahrer (mit Unterschlüssel)

2150

Zechanschlußraub

2160

Handtaschenraub

2170

sonstige Raubüberfälle auf Straßen, Wegen oder Plätzen

2221

gefährliche und schwere Körperverletzung auf Straßen, Wegen oder Plätzen

2333

erpresserischer Menschenraub i.V.m. Raubüberfall auf Geld- und Werttransporte

2343

Geiselnahme i.V.m. Raubüberfall auf Geld- und Werttransporte

*20*

Diebstahl insgesamt in/aus Kiosken

*30*

Diebstahl insgesamt in/aus Schaufenstern, Schaukästen und Vitrinen

*50*

Diebstahl insgesamt in/aus Kraftfahrzeugen

*550

Diebstahl insgesamt an Kraftfahrzeugen

*90*

Taschendiebstahl

*001

1

Diebstahl insgesamt von Kraftwagen

*002

1

Diebstahl insgesamt von Mopeds und Krafträdern

*003

1

Diebstahl insgesamt von Fahrrädern

*007

1

Diebstahl insgesamt von/aus Automaten

6230

Landfriedensbruch

6741

Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen

6743

sonstige Sachbeschädigung auf Straßen, Wegen oder Plätzen

Tageswohnungseinbruch Von einem Tageswohnungseinbruch (Schlüsselzahl 436*) ist für die Erfassung in der Polizeilichen Kriminalstatistik auszugehen, wenn die Tatzeit zwischen 06.00 und 21.00 Uhr liegt.

Tatort ist die politische Gemeinde in der Bundesrepublik Deutschland, in der sich die rechtswidrige (Straf-)Tat ereignet hat (Ort der Handlung). Straftaten, die sich auf deutschen Schiffen oder Luft- fahrzeugen außerhalb der Bundesrepublik ereignen, sind für das Bundesland des Hei- mat(flug)hafens mit Tatort „unbekannt“ zu erfassen. Bei Straftaten, die sich auf ausländischen Handelsschiffen oder nichtmilitärischen Luftfahrzeugen im Gebiet der Bundesrepublik ereignen, gilt der deutsche Anlegehafen bzw. Landeflughafen als Tatort. Bei der Erschleichung von Beförderung durch ein öffentliches Verkehrsmittel gilt als Tatort grundsätzlich der Ort, an dem der Tatverdächti- ge eingestiegen ist. Wenn der Einstiegsort des Tatverdächtigen nicht festgestellt werden kann, gilt als Tatort der Abgangsort des Verkehrsmittels, bei aus dem Ausland kommenden Verbindungen die erste fahrplanmäßige Einstiegsmöglichkeit in Deutschland. Bei Unterhaltspflichtverletzungen ist der Tatort analog der Regelung der Staatsanwaltschaft der Wohnsitz der Unterhaltsberechtigen.

Tatverdächtige Tatverdächtig ist jeder, der nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis aufgrund zureichen- der tatsächlicher Anhaltspunkte verdächtig ist, eine rechtswidrige (Straf-)Tat begangen zu haben. Dazu zählen auch Mittäter, Anstifter und Gehilfen. Ein Tatverdächtiger, für den im Berichtszeitraum mehrere Fälle der gleichen Straftat festge- stellt wurden, wird in demselben Bundesland nur einmal gezählt. Vor 1983 waren Personen, gegen die im Berichtsjahr mehrfach ermittelt wurde, immer wieder erneut registriert worden. Wegen Ablösung dieser Mehrfachzählung, die zu stark überhöhten und strukturell verzerrten Tatverdächtigenzahlen führte, durch die jetzige „echte“ Tatverdächtigenzählung, ist ab 1984 ein Vergleich zu früheren Jahren beeinträchtigt. Werden einem Tatverdächtigen im Berichtszeitraum mehrere Fälle verschiedener Straftaten- schlüssel zugeordnet, wird er für jede Gruppe gesondert, für die entsprechenden übergeord- neten Straftatengruppen bzw. für die Gesamtzahl der Straftaten hingegen nur einmal ge

1 Dieser Straftatenschlüssel (Tatörtlichkeit Straße) wird in den Bundestabellen nicht gesondert ausgewiesen.

Vorbemerkungen

18

PKS Berichtsjahr 2000

zählt. Die Tatverdächtigen bei den einzelnen Straftaten(gruppen) lassen sich daher nicht zur Gesamtzahl der Tatverdächtigen addieren. Zu beachten ist ferner, dass Schuldausschließungsgründe oder mangelnde Deliktsfähigkeit bei der Tatverdächtigenzählung für die Polizeiliche Kriminalstatistik nicht berücksichtigt wer- den. So sind in der Gesamtzahl z.B. auch die strafunmündigen Kinder unter 14 Jahren ent- halten. Als tatverdächtig wird auch erfasst, wer wegen Tod, Krankheit oder Flucht nicht ver- urteilt werden kann.

Nichtdeutsche Tatverdächtige sind Personen ausländischer Staatsangehörigkeit, Staatenlo- se und Personen, bei denen die Staatsangehörigkeit ungeklärt ist. Personen, die sowohl die deutsche als auch eine andere Staatsangehörigkeit besitzen, zählen als Deutsche. Wird der- selbe Tatverdächtige innerhalb eines Berichtszeitraumes mit unterschiedlicher Staatsange- hörigkeit ermittelt, so wird er zu dem aktuellsten Merkmal gezählt. Analog wird beim Aufent- haltsstatus nichtdeutscher Tatverdächtiger verfahren. Alle Nichtdeutschen, die eine Schule, Fachhochschule oder Hochschule in der Bundesrepublik Deutschland besuchen, werden unter „Student/Schüler“ erfasst.

Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ) ist die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen, errechnet auf 100 000 Einwohner des entsprechenden Bevölkerungsanteils, jeweils ohne Kinder unter 8 Jahren (Stichtag ist der 1.1. des Berichtsjahres). Die Problematik der TVBZ ergibt sich aus dem doppelten Dunkelfeld in der Bevölkerungsstatistik, in der ein Teil der ermittelten Tatverdächtigen nicht enthalten ist (vgl. „Häufigkeitszahl“), und in der Polizeilichen Kriminalstatistik. Über das Dunkelfeld nicht angezeigter Straftaten hinaus bleiben auch die Täter der unaufgeklärten Fälle unberücksichtigt. Die TVBZ kann daher nicht die tatsächli- che, sondern allenfalls die von der Polizei registrierte Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung oder

TVBZ =

Tatverdächtige ab 8 Jahren x 100 000

Einwohnerzahl ab 8 Jahren

einzelner Teilgruppen wiedergeben.

Tatzeit ist der Zeitpunkt, zu dem die Straftat begangen wurde. Bei Straftaten, die sich über Zeiträume erstrecken oder innerhalb von Zeiträumen begangen wurden, gilt das Ende des Zeitraumes als Tatzeit. Wenn nicht mindestens der Monat bestimmbar ist, gilt die Tatzeit als unbekannt.

Verkehrsdelikte

sind:

alle Verstöße gegen die Bestimmungen, die zur Aufrechterhaltung der Verkehrssi- cherheit im Straßen-, Schiffs- und Luftverkehr erlassen worden sind

alle durch Verkehrsunfälle bedingten Fahrlässigkeitsdelikte

die Verkehrsunfallflucht

alle Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz und Kfz-Steuergesetz

Nicht zu den Verkehrsdelikten zählen (und daher in der PKS zu erfassen sind):

der gefährliche Eingriff in den Bahn-, Luft- und Schiffsverkehr gemäß § 315 StGB

der gefährliche Eingriff in den Straßenverkehr gemäß § 315b StGB

das missbräuchliche Herstellen, Vertreiben oder Ausgeben von Kennzeichen gemäß § 22a StVG.

Wohnsitz unbekannt ist statistisch wie "ohne festen Wohnsitz" zu bewerten.

PKS Berichtsjahr 2000

Vorbemerkungen

19

D: Regeln der Fallerfassung

a) Voraussetzung für die Erfassung Es dürfen nur Fälle erfasst werden, deren Daten hinreichend konkretisiert sind. So müssen ü- berprüfbare Anhaltspunkte zumindest hinsichtlich Tatbestand, Tatort/Tatörtlichkeit und Tat- zeit/Tatzeitraum vorliegen. Vage, nicht überprüfbare Angaben eines Tatverdächtigen allein über die Zahl der begangenen Straftaten genügen nicht.

b) Grundsatz Jede im Rahmen eines Ermittlungsvorgangs 1 bekanntgewordene rechtswidrige Handlung (Straftat) ist ohne Rücksicht auf die Zahl der Geschädigten als 1 Fall zu erfassen. Als 1 Fall sind auch in Tateinheit begangene Straftaten zu erfassen (§ 52 StGB "natürliche Handlungseinheit). Als Fall ist die Straftat zu erfassen, für die die nach Art und Maß schwerste Strafe angedroht wird. Beispiele:

1. Lokaleinbruch – geschädigt der Wirt, die Brauerei, der Automatenaufsteller

1 Fall Diebstahl unter erschwerenden Umständen (Schlüsselzahl 415*)

aber:

Lokaleinbruch und anschließende Brandstiftung zum Verwischen von Spuren

1 Fall Diebstahl unter erschwerenden Umständen (Schlüsselzahl 415*) und

=

=

1 Fall Brandstiftung (Schlüsselzahl 6410)

2. Durch den Stich wird ein Mensch verletzt und sein Anzug beschädigt

=

1 Fall gefährliche und schwere Körperverletzung (Schlüsselzahl 2220); die Sachbeschädigung wird nicht erfasst (Tateinheit)

3. Durch ein Sprengstoffverbrechen werden 5 Personen vorsätzlich getötet

=

1 Fall Mord (Schlüsselzahl 0100) mit 5 Opfern

c) Gleichartige Folgehandlungen 2 Werden bei der Bearbeitung eines Ermittlungsvorganges 1 weitere rechtswidrige Handlungen desselben Tatverdächtigen bekannt, die derselben Schlüsselzahl zuzuordnen sind, sind sie bei unmittelbarem räumlichen Zusammenhang unabhängig von seiner ein- oder mehrmaligen Ent-

schlussfassung unter den folgenden Voraussetzungen nur als 1 Fall zu erfassen. Diese Vor- aussetzungen gelten auch für Unbekanntsachen, soweit aus kriminalistischer Sicht die gleich- artigen Folgehandlungen einem oder gemeinschaftlich handelnden noch nicht ermittelten Tä- ter/Tätern zuzuordnen sind. Die wiederholte Begehung derselben rechtswidrigen Tat ausschließlich z.N. desselben Ge- schädigten. Beispiel:

Ein Jugendlicher hat fortlaufend Ladendiebstähle (Schlüsselzahl 326*) z.N. des- selben Kaufhauses begangen

= 1 Fall

aber:

Ein Tatverdächtiger löst 10 gestohlene Schecks eines Geschädigten bei 10 ver- schiedenen Geschäften ein

= 10 Fälle (kein unmittelbarer räumlicher Zusammenhang)

Die wiederholte Begehung derselben rechtswidrigen Handlung, ohne dass Geschädigte vor- handen sind. Beispiele:

a) Ein Antiquitätenhändler hat gestohlene Kunstgegenstände über einen längeren Zeitraum angekauft = 1 Fall.

1 Ein Ermittlungsvorgang umfaßt alle polizeilichen Maßnahmen zur Aufklärung einer oder mehrer rechtswidriger Handlungen.

2 klarstellende redaktionelle Textänderung zum 1.1.99

Vorbemerkungen

20

PKS Berichtsjahr 2000

b) Ein Arzt hat häufig verbotswidrig Betäubungsmittel verschrieben oder eine Person hat wiederholt pornographische Schriften vertrieben = jeweils 1 Fall

c) Ein Betrieb verschmutzt über einen längeren Zeitraum ein Gewässer (§ 324 StGB)

= 1 Fall Auch längere Pausen führen nicht zur Unterbrechung gleichartiger Folgehandlungen.

d) Tatmehrheit Sind mehrere rechtswidrige Taten desselben Tatverdächtigen durch selbständige Handlungen z.N. verschiedener Geschädigter begangen worden, ist jede Handlung als 1 Fall zu zählen. Beispiele:

1. In einer Garage werden aus 10 Kraftfahrzeugen Gegenstände entwendet

= 10 Fälle

2. Ein Reifenstecher beschädigt jeweils einen oder mehrere Reifen an 12 Fahrzeugen

= 12 Fälle

e) Regelung besonderer Fälle

Betrug und Wettbewerbsdelikte Betrug mittels rechtswidrig erlangter unbarer Zahlungsmittel (Schlüsselzahl 5161 ff.) ist vorrangig zu erfassen, wenn gleichzeitig ein anderer Betrugsschlüssel berührt ist. Kredit- und Subventionsbetrug (§§ 264, 265b StGB) Bei der Verletzung von § 263 StGB und § 265b StGB, ggf. auch § 264 StGB, durch ein und dieselbe Handlung, ist nur die speziellere Straftat (Schlüsselzahl 5141 bzw. 5142) zu erfassen. Leistungserschleichung (Schlüsselzahl 5150) Bei Sammelanzeigen wegen Leistungserschleichungen in öffentlichen Verkehrsmitteln wird nur 1 Fall der Leistungserschleichung erfasst. Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikationsdiensten (Schlüsselzahl 5179) Da die wesentliche kriminalpolitische Bedeutung in der Überwindung von Zugangsbe- rechtigungen liegen dürfte, hat bei Überschneidung der Betrug mit Zugangsberechtigun- gen zu Kommunikationsdiensten Vorrang vor Waren-/Warenkreditbetrug (Schlüsselgrup- pe 5110). Bei betrügerischem Einsatz unbarer Zahlungsmittel (Schlüsselgruppe 5160) haben diese dagegen Vorrang vor Betrug mit Zugangsberechtigungen zu Kommunikati- onsdiensten. Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr (§§ 299, 300 StGB) Eine gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande § 300, Satz 2, Ziff. 2 StGB (Schlüssel- zahl 6572) begangene Tat ist vorrangig zu erfassen, wenn gleichzeitig ein Vorteil großen Ausmaßes nach § 300, Atz 2, Ziff 1 StGB (Schlüsselzahl 6573) vorliegt.

Geiselnahme Werden bei der Geiselnahme gem. § 239b StGB in zeitlicher Aufeinanderfolge mehrere Gei- seln genommen, so ist nur 1 Fall zu erfassen, wenn der Täter sich der weiteren Opfer in un- mittelbarem Zusammenhang mit der ersten Geiselnahme bemächtigt hat, so dass ein unun- terbrochener Handlungsablauf gegeben ist. Für die Bestimmung des Tatortes ist der Ort der ersten Geiselnahme maßgebend.

Geld- und Wertzeichenfälschung Das Herstellen, Verbreiten oder Abschieben von Falschgeld ist nur dann statistisch zu erfas- sen, wenn der Tatverdächtige geständig oder überführt ist.

Unerlaubte Einreise (Grenzübertritt) / Aufenthalt Bei unerlaubter Einreise (Grenzübertritt) und anschließendem illegalen Aufenthalt ist nur die unerlaubte Einreise nach Schlüsselzahl 7251 als 1 Fall zu erfassen.

PKS Berichtsjahr 2000

Vorbemerkungen

21

Insolvenzdelikte Unabhängig von der Zahl der Geschädigten und der mehrfachen Erfüllung einzelner Tatbe- stände des Bankrotts (§ 283, 283a StGB) ist nur 1 Fall nach Schlüsselzahl 5610 oder 5620 zu erfassen. Das gleiche gilt für die mehrfache Erfüllung einzelner Tatbestände gem. §§ 283b, 283c und 283d StGB.

Landfriedensbruch Straftaten, die den Tatbestand des Landfriedensbruchs verwirklichen, sind bei unmittelbarem räumlichen Zusammenhang und unabhängig von der Zahl der Tatverdächtigen als 1 Fall zu zählen. Dabei kann sich der räumliche Zusammenhang z.B. auf einen Platz oder eine Straße nebst benachbarter Straßenzüge beziehen.

Rauschgiftdelikte Es ist nur 1 Fall zu zählen, wenn Händler bzw. Händlergruppen über einen längeren Zeit- raum Betäubungsmittel abgesetzt haben oder wenn eine Person sich über einen längeren Zeitraum Betäubungsmittel verschafft hat.

Urkundenfälschung als Vorbereitungshandlung zu einem anderen Delikt ist – unabhängig von der Regelung über die Erfassung der Tatein- heit – gesondert zu erfassen. Ausnahme: Urkundenfälschung als Vorbereitungshandlung zum Betrug

Urheberrechtsgesetz Bei der Erfassung von Verstößen gegen das Urheberrechtsgesetz ist analog zu den Zählre- geln bei Insolvenzdelikten jeweils nur ein Fall zu erfassen.

E: Änderungen (ab Berichtsjahr 2000) Straftatenkatalog Neue Schlüsselzahlen

1434

Verbreitung von Kinderpornographie - nur 2. Version gemäß § 184 Abs. 3 StGB

6731

Beleidigung auf sexueller Grundlage §§ 185-187, 189 StGB

Inhaltliche und redaktionelle Änderungen

7314

mit Amphetamin/Methamphetamin und deren Derivate in Pulver- oder flüssiger Form

7315

mit Amphetamin/Methamphetamin und deren Derivate in Tabletten- bzw. Kapselform (Ecstasy)

7324

mit/von Amphetamin/Methamphetamin und deren Derivate in Pulver- oder flüssiger Form

7325

mit/von Amphetamin/Methamphetamin und deren Derivate in Tabletten- bzw. Kapsel- form (Ecstasy)

7334

von Amphetamin/Methamphetamin und deren Derivate in Pulver- oder flüssiger Form

7335

von Amphetamin/Methamphetamin und deren Derivate in Tabletten- bzw. Kapselform (Ecstasy).

Nationalitätenkatalog keine Änderungen

Vorbemerkungen

22

PKS Berichtsjahr 2000

PKS Berichtsjahr 2000

Kurzinformation zur Kriminalitätsentwicklung

23

1. Kurzinformation zur Kriminalitätsentwicklung

Fall- und Tatverdächtigenentwicklung in Kürze

Bereich: Bundesgebiet insgesamt

T1

 

Anzahl

Steige-

Aufklärungs-

 

Inhalt

2000

1999

rungs-

quote in %

 

rate (%)

2000

1999

Straftaten insgesamt erfaßte Fälle aufgeklärte Fälle

6 264 723 3 335 356

6 302 316 3 329 124

-0,6

0,2

53,2

52,8

Ausländerspezifische Delikte (Schlüssel: 7250) darunter:

192 864

207 474

-7,0

99,2

99,4

Einschleusen nach § 92a Ausländergesetz

6 212

7 204

-13,8

84,9

90,6

Gewaltkriminalität insgesamt darunter:

187 103

186 655

0,2

73,3

72,9

Mord und Totschlag Raubdelikte

2 770

2 851

-2,8

95,3

94,5

59 414

61 420

-3,3

50,5

50,4

 

*verstärkte polizeiliche Präsenz einschl. BGS an den Brennpunkten vieler Großstädte

 

gefährliche und schwere Körperverletzung

116 912

114 516

2,1

83,9

83,9

Diebstahlskriminalität insgesamt darunter:

2 983 269

3 133 418

-4,8

31,2

31,5

von Kraftwagen

83 063

93 745

-11,4

26,2

26,3

 

*zunehmend Sicherung durch Wegfahrsperren der neuen Generation

 

aus Kraftwagen Ladendiebstahl

461 500

495 629

-6,9

10,3

10,5

562 835

596 436

-5,6

94,2

94,9

 

*Kontrolldelikt; daher ist die Entwicklung im wesentlichen durch Überwachungsmaßnahmen bestimmt.

Wohnungseinbruchdiebstahl § 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB Taschendiebstahl

140 015

149 044

-6,1

17,7

18,3

91 386

87 342

4,6

4,4

4,9

Betrug insgesamt darunter:

771 367

717 333

7,5

79,9

82,7

Betrug mittels rechtswidrig erlangter Kreditkarten

55 747

36 198

54,0

41,6

45,1

 

*seit 1998 haben sich die Fallzahlen mehr als verdoppelt (1998: 25.785 Fälle, AQ: 37,8 %)

 

Erschleichen von Leistungen

148 824

146 264

1,8

98,3

98,5

 

*Kontrolldelikt; daher ist die Entwicklung im wesentlichen durch Überwachungsmaßnahmen bestimmt.

Insolvenzstraftaten nach StGB

4 861

4 371

11,2

99,6

99,5

Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte

8 512

6 589

29,2

88,7

84,9

 

*Kontrolldelikte; Schwankungen in der Fallentwicklung erklären sich zum Teil durch komplexe Ermittlungsvorgänge mit zahlreichen Einzelfällen.

darunter:

 

Vorteilsannahme § 331 StGB Bestechlichkeit §§ 108e, 332 StGB Vorteilsgewährung § 333 StGB Bestechung §§ 108e, 334 StGB Körperverletzung im Amt

3 579

905

295,5

99,6

97,9

391

687

-43,1

92,6

98,4

311

363

-14,3

96,8

97,0

718

958

-25,1

98,6

98,5

2 141

2 172

-1,4

68,5

67,1

Kurzinformation zur Kriminalitätsentwicklung

24

PKS Berichtsjahr 2000

T1- Fortsetzung

Inhalt

2000

Anzahl

1999

Steige-

Aufklärungs-

rungs-

quote in %

rate (%)

2000

1999

Rauschgiftdelikte insgesamt nach Drogenarten:

244 336

226 563

7,8

95,4

95,5

Heroin Kokain Amphetamin/Methamphetamin und deren Derivate (einschl. Ecstasy) Cannabis

45 591

45 578

0,0

95,1

95,6

23 976

25 499

-6,0

94,9

95,2

26

118

21 126

23,6

94,3

94,7

131 662

118 973

10,7

96,3

96,1

*Kontrolldelikte: Die registrierte Entwicklung ist stark durch die Aktivitäten von Zoll und Polizei beeinflusst.

Umweltkriminalität insgesamt (StGB) darunter:

34 415

36 663

-6,1

61,0

58,9

unerlaubter Umgang mit gefährlichen Abfällen § 326 StGB ohne Abs. 2

24

190

25 882

-6,5

58,1

55,2

 

%tualer Anteil

 

Tatverdächtige (TV) Tatverdächtige insgesamt

 

2000

1999

2 286 372

2 263 140

1,0

100,0

100,0

 

männlich

1 757 400 528 972

1 735 324 527 816

1,3

76,9

76,7

weiblich

0,2

23,1

23,3

deutsche TV -insgesamt- nichtdeutsche TV -insgesamt-

1 697 263 589 109

1 661 919 601 221

2,1

74,2

73,4

-2,0

25,8

26,6

Tatverdächtige insgesamt nach Alter Tatverdächtige insgesamt Kinder

2 286 372 145 834

2 263 140 150 626

1,0

-3,2

Diese insgesamt rückläufige Entwicklung ist vor allem auf den Rückgang (absolut) beim Ladendiebstahl -insgesamt- um -5.202 (-6,5 %) auf 74.859 tatverdächtige Kinder zurückzuführen. Bei Körperverletzung -insgesamt- wurde dagegen ein erneuter Anstieg um 1.400 (8,7 %) auf 17.564 tatverdächtige Kinder registriert.

Jugendliche

294 467

296 781

-0,8

Einen starken Rückgang gab es beim Ladendiebstahl -insgesamt- um -9.650 (-10,3 %) auf 84.265 tatverdächtige Jugendliche. Ein Anstieg ist z.B. bei Körperverletzung -insgesamt- um 2.472 (4,9 %) auf 53.357 und bei Rauschgiftdelikten um 2.563 (8,3 %) auf 33.553 jugendliche Tatverdächtige festzustellen.

Heranwachsende

247 586

240 109

3,1

Erwachsene

1 598 485

1 575 624

1,5

Tatverdächtigenbelastungszahl der Deutschen (TV pro 100.000 Einwohner der jeweiligen Altersgruppe)

Tatverdächtige insgesamt (ohne Kinder unter 8 Jahren)

2

444

2 399

1,9

Kinder (ohne Kinder unter 8 Jahren)

2 274

2 341

-2,9

Jugendliche

7 258

7 226

0,4

Heranwachsende

7 476

7 243

3,2

Erwachsene

1 975

1 932

2,3

PKS Berichtsjahr 2000

Gesamtüberblick

25

2.

G1

Gesamtüberblick

Straftaten insgesamt

Anzahl 7 000 000 6 500 000 6 000 000 5 500 000 5 000
Anzahl
7
000 000
6
500 000
6
000 000
5
500 000
5
000 000
4
500 000
4
000 000
3
500 000
3
000 000
2
500 000
2
000 000
1
500 000
1
000 000
500 000
0
Hinweis:
1987 – 1990:
alte Länder
1987
1988
1989
1990
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000

1991 – 1992: alte Länder mit Berlin

ab 1993:

Bundesgebiet insgesamt

erfaßte Fälle

erfaßte Fälle

aufgeklärte Fälle

aufgeklärte Fälle

TV insgesamt

TV insgesamt

erfaßte Fälle aufgeklärte Fälle TV insgesamt
erfaßte Fälle aufgeklärte Fälle TV insgesamt
erfaßte Fälle aufgeklärte Fälle TV insgesamt

Vormerkung:

Ab dem Berichtsjahr 1991 sind die Daten Ostberlins in die PKS für die Bundesrepublik Deutsch- land integriert, wodurch der Vergleich mit den Vorjahren etwas beeinträchtigt ist. Wegen erhebli- cher Anlaufschwierigkeiten waren die PKS-Daten der neuen Länder für die Berichtsjahre 1991 und 1992 viel zu niedrig ausgefallen, so daß sie noch keine brauchbare Basis für zeitliche Vergleiche bildeten. Ab dem Berichtsjahr 1993 hat sich die Erfassung in den neuen Ländern weitgehend nor- malisiert, so daß Vergleiche mit den Folgejahren wieder möglich sind. Schwankungen in der Fallentwicklung erklären sich zum Teil durch komplexe Ermittlungsvorgänge mit von Jahr zu Jahr unterschiedlich zahlreichen Einzelfällen. Die Tatzeiten liegen meist vor dem Berichtsjahr. Auch die Entwicklung der Aufklärungsquoten wird hierdurch beeinflußt, da diese Fälle überwiegend aufgeklärt sind.

2.1. Bekanntgewordene Fälle

2.1.1 Kriminalität insgesamt Für das Bundesgebiet insgesamt wurden 2000 ohne Verkehrs- und Staatsschutzdelikte insgesamt 6.264.723 Verstöße gegen die Strafgesetze des Bundes registriert. Dies waren 0,6 % weniger als im Vorjahr. Die mit Strafe bedrohten Versuche wurden dabei wie vollendete Handlungen gezählt. Die Häufigkeitszahl (Fälle pro 100 000 Einwohner) für 2000 beträgt 7.625.

In den alten Ländern mit Gesamt-Berlin wurden insgesamt 5.074.482 Fälle erfaßt. Dies waren 0,1 % mehr als im Vorjahr. Die Häufigkeitszahl (Fälle pro 100 000 Einwohner) für 2000 beträgt 7.439.

In den neuen Ländern wurden insgesamt 1.190.241 Fälle erfaßt. Dies waren 3,5 % weniger als im Vorjahr. Die Häufigkeitszahl (Fälle pro 100 000 Einwohner) für 2000 beträgt 8.533.

Kriminalität insgesamt

26

PKS Berichtsjahr 2000

Die Veränderung von Bevölkerungszahl, Gesamtzahl der registrierten Straftaten und Gesamthäu- figkeitszahl seit 1971 zeigt folgende Übersicht:

T2

Bevölkerung

Bekanntgewordene Straftaten

 

Einwohner am

Veränderung

Gesamthäufig-

 

Jahr

30.06. gegenüber dem Vorjahr in %

Fälle

Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %

keitszahl

Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %

Bemer-

kungen

1955

52 363 500

 

1 575 310 2 034 239 1 789 319

 

3 018

bis 1970 teilweise Eingangserfassung

1960

55 422 900

3 660

1965

59 040 600

3 031

 

0)

1970

61 508 400

2 413 586

3 924

 

1971

61 293 700

 

2 441 413 2 572 530 2 559 974 2 741 728 2 919 390 3 063 271 3 287 642 3 380 516 3 533 802 3 815 774 4 071 873 4 291 975 4 345 107 4 132 783 4 215 451 4 367 124 4 444 108 4 356 726 4 358 573 4 455 333

 

3 983

ab 1971 Ausgangserfassung

1972

61 673 500

0,6

5,4

4 171

4,7

1973

61 967 200

0,5

-0,5

4 131

-1,0

1974

62 040 900

0,1

7,1

4 419

7,0

1975

61 832 200

-0,3

6,5

4 721

6,8

1976

61 512 900

-0,5

4,9

4 980

5,5

1977

61 395 600

-0,2

7,3

5 355

7,5

1978

61 310 000

-0,1

2,8

5 514

3,0

1979

61 336 600

0,0

4,5

5 761

4,5

1980

61 560 700

0,4

8,0

6 198

7,6

1981

61 665 700

0,2

6,7

6 603

6,5

1982

61 637 900

-0,0

5,4

6 963

5,5

1983

61 420 700

-0,4

1,2

7 074

1,6

1984

61 181 100

-0,4

-4,9

6 755

-4,5

1)

1985

61 015 300

-0,3

2,0

6 909

2,3

1986

61 047 700

0,1

3,6

7 154

3,5

1987

61 170 500

0,2

1,8

7 265

1,6

1988

61 418 000

0,4

-2,0

7 094

-2,4

2)

1989

61 989 800

0,9

0,0

7 031

-0,9

1990

62 679 000

1,1

2,2

7

108

1,1

3), 4)

1991

65 001 400

 

4 752 175 5 209 060

 

7 311

 

5)

1992

65 765 900

1,2

9,6

7 921

8,3

1993

80 974 600

6 750 613 6 537 748 6 668 717 6 647 598 6 586 165 6 456 996 6 302 316 6 264 723

8 337

 

6)

1994

81 338 100

0,4

-3,2

8 038

-3,6

1995

81 538 600

0,2

2,0

8 179

1,8

1996

81 817 500

0,3

-0,3

8 125

-0,7

1997

82 012 200

0,2

-0,9

8 031

-1,2

1998

82 057 400

0,1

-2,0

7 869

-2,0

1999

82 037 000

-0,0

-2,4

7 682

-2,4

2000

82 163 500

0,2

-0,6

7 625

-0,7

Bemerkungen:

0)

1963: Herausnahme der Verkehrsdelikte

1)

Landesinterne Maßnahmen in Baden-Württemberg führten zu einer Mindererfassung, wodurch die Steigerungsrate für das Be- richtsjahr 1984 um etwa 2 Prozentpunkte vermindert und 1985 um ca. 1,7 Prozentpunkte überhöht wurde.

2)

Die Bevölkerungszahl von 1988 ist als Fortschreibung der Volkszählung 1987 mit den Vorjahren, die auf einem anderen Basisjahr (1971) beruhen, nicht vergleichbar.

3)

Ab Berichtsjahr 1990: Einwohner am 01.01. des Berichtsjahres

4)

Der Gesamtanstieg ist durch eine Sonderentwicklung in West-Berlin (Grenzöffnung) beeinflußt.

5)

Berichtsjahr 1991 und 1992: alte Länder mit Gesamt-Berlin

PKS Berichtsjahr 2000

Kriminalität insgesamt

27

Registrierte Kriminalität 2000

Bundesgebiet insgesamt

Straftatenanteile an „Straftaten insgesamt“

G2a

19,0% 24,3% 10,7% 23,4% Betrug 12,3%
19,0%
24,3%
10,7%
23,4%
Betrug
12,3%

sonstige Straftaten

Sachbe-

schädigung

schwerer Diebstahl

Rauschgift-

delikte

3,9%

Körperver-

letzung insges.

6,4%

einfacher Diebstahl

Straftatenanteile an „Diebstahl insgesamt“

G2b

Diebstahl Straftatenanteile an „Diebstahl insgesamt“ G2b Fahrraddiebstahl 13,1% Diebstahl von Kraftwagen sowie aus

Fahrraddiebstahl

13,1%

Diebstahl von Kraftwagen sowie aus und an Kfz

23,6%

sonstiger Diebstahl

38,2%

Ladendiebstahl

18,9%

Diebstahl in/aus

Wohnungen

6,2%

Kriminalität insgesamt

28

PKS Berichtsjahr 2000

Rangfolge einzelner Straftaten(gruppen) nach ihren Anteilen an der Gesamtzahl der erfaßten Fälle

Bereich: Bundesgebiet insgesamt

T3

   

Bundesgebiet insgesamt

alte Länder

neue

Schlüs-

Straftaten(gruppen)*)

   

mit Berlin

Länder

sel

erfaßte Fälle

Straftatenanteil in %

----

Straftaten insgesamt Diebstahl unter erschwerenden Umständen Diebstahl ohne erschwerende Umstände Betrug Sachbeschädigung (Vorsätzliche leichte) Körperverletzung Rauschgiftdelikte (BtMG) Straftaten gegen AuslG und AsylverfG Beleidigung Straftaten gegen die persönliche Freiheit Gefährliche und schwere Körperverletzung Widerstand gegen die Staatsgewalt und Straftaten gegen die öffentliche Ordnung Unterschlagung Urkundenfälschung Raubdelikte Veruntreuungen Straftaten gegen die Umwelt (StGB) Begünstigung, Strafvereitelung, Hehlerei und Geldwäsche Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze auf dem Wirtschaftssektor Brandstiftung und Herbeiführen einer Brandgefahr Straftaten gegen das Waffengesetz und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz Verletzung der Unterhaltspflicht Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte Vergewaltigung und sexuelle Nötigung §§ 177 Abs. 2, 3 und 4, 178 StGB Mord und Totschlag

6 264 723

100,0

100,0

100,0

4***

1 519

475

24,3

23,3

28,5

3***

1 463

794

23,4

23,8

21,4

5100

771

367

12,3

12,9

9,6

6740

671

368

10,7

10,4

12,2

2240

261

894

4,2

4,2

4,3

7300

244

336

3,9

4,3

2,2

7250

192

864

3,1

2,9

3,6

6730

152

282

2,4

2,5

2,3

2300

146

198

2,3

2,3

2,6

2220

116

912

1,9

2,0

1,5

6200

115

097

1,8

1,8

2,0

5300

86

284

1,4

1,5

1,1

5400

71

796

1,1

1,2

1,1

2100

59

414

0,9

1,0

0,8

5200

38

107

0,6

0,5

1,0

6760

34

415

0,5

0,5

0,6

6300

29

479

0,5

0,5

0,4

7100

28

308

0,5

0,5

0,4

6400

28

002

0,4

0,4

0,6

7260

23

607

0,4

0,4

0,3

6710

15

761

0,3

0,2

0,3

6500

8

512

0,1

0,1

0,1

1110

7

499

0,1

0,1

0,1

0100+

2

770

0,0

0,0

0,0

0200

     

*)

Die Auflistung ist nicht vollständig.

Der Straftatenanteil des Diebstahls bestimmt trotz weiter sinkender Tendenz mit fast der Hälfte (47,7 %, 1999: 49,7 %, 1993: 61,5 %) aller polizeilich erfaßten Fälle die Gesamtkriminalität quan- titativ immer noch maßgeblich. In den neuen Ländern lag der Anteil mit 49,9 % etwas höher als in den alten (47,1 %). Hoch ist in den neuen Ländern der allerdings erneut gesunkene Anteil des schweren Diebstahls mit 28,5 % (1999: 31,1 %; 1993: 47,3 %). Rauschgiftdelikte spielen in den neuen Ländern dagegen statistisch bislang trotz weiterer Zunahme eine deutlich geringere Rolle als im Westen Deutschlands. In den alten Ländern war jeder achte registrierte Fall ein Betrug und in den neuen Ländern jeder zehnte.

PKS Berichtsjahr 2000

Kriminalität insgesamt

29

Anteil der Versuchshandlungen bei den einzelnen Straftaten(gruppen)

Bereich: Bundesgebiet insgesamt

T4

Schlüs-

Straftaten(gruppen)*)

erfaßte

darunter: Versuche

Versuchsanteil in % 1999

sel

 

Fälle

Anzahl

in %

0100+

Mord und Totschlag

 

2

770

1

810

65,3

64,7

0200

   

1110

Vergewaltigung und sexuelle Nötigung §§ 177 Abs. 2, 3 und 4, 178 StGB Raubdelikte Gefährliche und schwere Körperverletzung (Vorsätzliche leichte) Körperverletzung Straftaten gegen die persönliche Freiheit Diebstahl ohne erschwerende Umstände Diebstahl unter erschwerenden Umständen

 

7

499

1

592

21,2

24,2

2100

59

414

11

519

19,4

19,4

2220

116

912

8

866

7,6

7,3

2240

261

894

4

793

1,8

1,7

2300

146

198

3

569

2,4

2,8

3***

1

463 794

23

123

1,6

1,6

4***

1

519 475

261 992

17,2

17,1

5100

Betrug

771

367

36

240

4,7

5,1

5200

Veruntreuungen

38

107

0

-

-

5300

Unterschlagung

86

284

612

0,7

0,9

5400

Urkundenfälschung

71

796

1

302

1,8

2,1

6200

Widerstand gegen die Staatsgewalt und Straftaten gegen die öffentliche Ordnung

115

097

625

0,5

0,6

6300

Begünstigung, Strafvereitelung, Hehlerei und Geldwäsche

29

479

1

879

6,4

6,4

6400

Brandstiftung und Herbeiführen einer Brandgefahr

28

002

2

424

8,7

8,7

6500

Wettbewerbs-, Korruptions- und Amtsdelikte

8

512

170

2,0

2,8

6710

Verletzung der Unterhaltspflicht

15

761

0

-

-

6730

Beleidigung

152

282

0

-

-

6740

Sachbeschädigung

671

368

3

767

0,6

0,6

6760

Straftaten gegen die Umwelt (StGB)

34

415

291

0,8

1,0

7100

Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze auf dem Wirtschaftssektor

28

308

220

0,8

0,5

7250

Straftaten gegen AuslG und AsylverfG

192

864

4

752

2,5

1,6

7260

Straftaten gegen das Waffengesetz und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz

23

607

185

0,8

0,9

7300

Rauschgiftdelikte (BtMG)

244

336

4

003

1,6

1,8

----

Straftaten insgesamt

6 264 723

380 877

6,1

6,4

*)

Die Auflistung ist nicht vollständig.

Bei Mord und Totschlag sind hohe und bei Vergewaltigung, Raub und Diebstahl unter erschweren- den Umständen noch relativ beachtliche Versuchsanteile zu beobachten. Ein beträchtlicher Ver- suchsanteil von 46,4 % (1999: 50,4 %) wurde ferner bei Erpressung (Schlüsselzahl: 6100) registriert. Bei Diebstahl unter erschwerenden Umständen gilt die Höhe des Versuchsanteils als Indikator für den Erfolg präventiver Maßnahmen. Seit dem Beginn der gesonderten Erfassung der Versuche im Jahre 1971 (Versuchsanteil 16,7 %) hat sich dieser Anteil beim „schweren“ Diebstahl jedoch lang- fristig kaum geändert (2000: 17,2 %). Bei Wohnungseinbruch (siehe Seite 172) ist der Versuchsanteil aber von 28,3 % (1993) auf 34,0 % gestiegen, wohl Folge einer verbesserten Sicherung der Woh- nungen. Zu beachten ist dabei aber das besonders große Dunkelfeld nicht angezeigter Diebstahls- versuche.

Fallentwicklung und Aufklärung

30

PKS Berichtsjahr 2000

2.1.2 Fallentwicklung und Aufklärung der Straftaten(gruppen) Bereich: Bundesgebiet insgesamt

Hinweise:

AQ = Aufklärungsquote

Hohe Steigerungsraten sind zum Teil auf Ermittlungskomplexe mit zahlreichen Einzelfällen zurückzuführen.

Aufklärungsquoten über 100 % sind u.a. dadurch zu erklären, daß im Berichtszeitraum noch Fälle aus

den Vorjahren nachträglich aufgeklärt wurden.

Bei einer Basiszahl (erfaßte Fälle 1999) von unter 100 wird keine Steigerungsrate errechnet (x).

N =

neuer Schlüssel

Ä =

inhaltliche/redaktionelle Änderung In einigen Bereichen ist dadurch die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr beeinträchtigt bzw. nur eingeschränkt möglich.

T5

Strft.

Straftaten(gruppen)

erfaßte Fälle

Steigerungsrate

AQ %

Schl.

2000

1999

absolut

in %

2000

----

0000

0100

0110

0120

0200

0300

0400

1000

1100

1110

1111

1112

1113

1114

1115

1)

2)

1120

1130

1131

Straftaten insgesamt

6 264 723

6 302 316

-37 593

-0,6

53,2

Straftaten gegen das Leben

3 676

3 744

-68

-1,8

93,7

Mord § 211 StGB darunter:

930

962

-32

-3,3

94,7

Mord i.Z.m. Raubdelikten

63

80

-17

x

92,1