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Ist Hollywood in jedem Fall schlecht?

Mit Nichten, denn in seltenen Fällen vermitteln auch diese Geldbesessenen Filmemacher Werte. Wie 
komm ich wohl darauf? Sicherlich eine gewagte Aussage, wo wir doch alle diese typischen 
„Produktionen“ kennen. Die Handlung einfach, um nicht zu sagen primitiv, eine komplette 
Inhaltsangabe erstreckt sich über maximal eine A4‐Seite und doch gibt es Ausnahmen. Selbst redend 
sind auch diese Ausnahmen nicht von solch breit gefächertem Inhalt, wie ausgesuchte Asia‐
Produktionen und doch möchte ich heute auf eben diese wenigen lobenswerten Perlen eingehen, die 
einem so selten unter die Augen kommen. Es mag sein, dass der Film „In den Schuhen meiner 
Schwester“ sich als typischer Frauenfilm brandmarken lassen würde. Aber Vorsicht auch wenn es ein 
Streifen ist, der über weite Strecken hinweg geradezu schnulzig daher kommt, so hat auch dieser 
einen nicht zu unterschätzenden Inhalt. Es geht im Wesentlichen um zwei Schwestern, wie sie 
verschiedener nicht sein könnten. Die Eine, ein Mauerblümchen aber als Anwältin sehr erfolgreich, 
die Andere, Legasthenikerin aber ein Bild von einer Frau. Beider haben einen traurigen Fakt 
gemeinsam, sie verloren ihr Mutter, die an einer geistigen Störung gelitten hat und wurden fortan 
auch noch von der Großmutter mütterlicher Seitz ferngehalten. Warum das alles? Es ist fast zu 
einfach aber in genau diesem Maße kommt es auch in unserer Gesellschaft unzählige Male vor. Um 
nicht die Hintergründe des Todesfalls aufdecken zu müssen, hält man erst die Großmutter fern und 
zum zweiten erfindet man eine Wahrheit.  
Es kommt zwar zu einem Happy‐End, bei dem sich die Zusammenhänge offenbaren und jeder 
irgendwie seinen Frieden findet aber die zentrale Angelegenheit bleibt bestehen. Wie kann es sein 
das man sich einer Wahrheit verschließt und anfängt eine Lüge zu leben, nur um sich nicht 
unbequemen Fragen stellen zu müssen?  Leicht wird die Betrachtung nicht aber ein Ansatz mag 
folgender sein. Da die menschliche Psyche nicht unbeschränkt leidensfähig zu sein scheint und bei zu 
häufiger extremer Belastung bleibende Schäden davon tragen kann, ist fast jeder bemüht eben diese 
kritischen Situationen so weit es eben geht, aus seinem unmittelbaren Blickfeld zu verbannen. Doch 
ist es das wert? Eine betroffene Person wird sicherlich sagen: „Auf jeden Fall, denn es Hilft mir einen 
Ausweg zu finden.“ Ist es aber ein Ausweg in einer Lüge zu leben nur, weil es so scheinbar einfacher 
ist. Nun ich bin kein Psychologe aber ich für meinen Teil, wüsste nicht zu sagen, ob ich in diesem Fall, 
des Selbstbetrugs, Mitleid übrig hätte. Wohl schon aus dem Grund nicht, da ich feststellen musste 
auch wenn es das Gute im Menschen zu geben scheint, tritt es doch eigentlich nie wirklich sichtbar in 
Erscheinung. Alles was einem in solch einer Situation bleibt ist die traurige Gewissheit, dass man nie 
etwas vom Leben erwarten sollte, denn ohne diese irrtümliche Annahme bleiben einem viele 
Erfahrungen erspart, die nur im Bereich der Hoffnung angesiedelt sind. Ganz gleich in welcher 
Beziehung Menschen zueinander stehen, sie werden nur in den aller seltensten Fällen wirkliche 
Größe beweisen und sich über eine einfache Bewältigung des Problems, zu Gunsten der Gesamtheit 
aller Involvierten, für eine vielleicht schmerzhafte aber vollständige Aufklärung einsetzen. Der Grund 
liegt ebenso nahe, wie man es sich einfacher nicht denken kann, denn welche moralische Instanz 
sorgt dafür, dass der Einzelne nicht den Weg des geringsten Wiederstands geht und sich dem 
Problem in all seiner Größe stellt? Es gibt sie nicht, auch wenn die Gläubigen gerne Gott anführen, 
doch was ist das denn ‘Gott‘, doch bloß eine Farce. Sie entschuldigt alles, wenn man es nur geschickt 
genug anstellt. Wo bleiben die Menschen die an dieser Stelle mit der kantischen Vernunft aufwarten 
(die wohl von einer Gottesidee inspiriert ist aber zur Gänze ohne einen solchen auskommt)? Man 
sieht sie nicht. Das mag zum einen daran liegen, dass kaum ein Mensch Kant liest, noch nicht einmal 
die Zusammenfassung seiner Gedanken in einem einfachen Deutsch, doch gerade in unseren Breiten 
(Deutschland) ist eine medienwirksame Verbreitung der christlichen Gedanken an der Tagesordnung. 
Getreu dem Motto, wenn es sich nicht vermarkten lässt, weil es zu kompliziert ist, simplifizieren wir 
es so lange bis niemand mehr erkennt worum es eigentlich ging. Als einfaches Beispiel für solch ein 
entleerte Hülle ist der Begriff der „Nächstenliebe“, egal ob man gläubig ist oder nicht, diese 
Begrifflichkeit begegnet einen auch ohne eigenes Zutun im Alltag. Doch was nützen solche Phrasen 
wenn die Anwendung brach liegt. Nicht anderes vermag ich es mir zu klären, warum immer von 
Zivilcourage gesprochen wird. Warum wohl? Eben genau deshalb, weil sie nicht praktiziert wird. Der 
Mensch hat sich so damit abgefunden, nur noch zu reagieren wenn eine Aufforderung stattfindet, die 
in einem organisatorischem Rahmen abläuft, das die Hemmschwelle für eigene Aktivitäten so hoch 
liegt, dass eine Katastrophe geschehen muss bevor man selbstlos aktiv wird. Traurig aber wahr, auch 
wenn es wenige Ausnahmen gibt, die ein besseres Bild hinterlassen, so ist es doch auf weite Strecken 
hin betrachtet immer die gleiche Leier.  
In folgender Hinsicht könnte man meinen, dass hier der Servicegedanke Fuß gefasst hat, denn was ist 
es anderes als Hilfe der Bezahlung halber. Da es so abwegig ist, dass man eine Belohnung für 
geleistete Courage gibt, sind sich hier auch die meisten zu schade um zu helfen. Es ist erstaunlich das 
in der Service‐Wüste Deutschland, so ein Auswuchs zu beobachten ist, wo man hier doch froh sein 
kann, wenn einem wenigstens für Geld geholfen wird. Bestes Beispiel dafür ist die Zugehörigkeit zu 
einer gewissen sozialen Schicht. Meist kann ein nicht „Schicht‐konformer“ Mensch nur unter größten 
Hürden etwas erbitten. Nicht umsonst blüht Korruption und Vetternwirtschaft, auch wenn es lieber 
hinter vorgehaltener Hand besprochen wird, so ist es doch ein nicht zu unterschätzender Fakt, der 
mit zu einer sozialen Kälte zwischen verschieden Gruppen beiträgt.  
Denn warum jemandem Helfen, der es aus meinem Blickwinkel verdient hat, egal was diesem 
Menschen passiert? Da freut sich doch der Einzelne bübisch über das Unglück des anderen auch 
wenn oder gerade weil er diesen wohl nie wieder sieht. Zynisch betrachtet könnte man hier vom 
Sozialdarwinismus sprechen, auch wenn sich nicht der Bestangepasste(Umfeld) durchsetzt, sondern 
der welcher sich keine Feinde macht und im Zweifelsfall die geeignete Unterstützung genießt. Wir 
sehn mal wieder, dass man in keinem Fall von einer Gerechtigkeit im Falle der Existenz sprechen 
können, dass meiste ist einfach nur Glück oder gute Beziehungen. 

Bis dahin wünsche ich allen viel Glück und gute Beziehungen 

Auf bald OG3r