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Adoptiv- und Pflegekinder

Adoptiv- und Pflegekinder

Adoptiv- und Pflegekinder

Wer im Kanton St.Gallen ein Adoptivkind, ein Pflegekind zur Adoption oder ein Pflegekind aus dem Ausland in seine Familie aufnehmen will, benötigt eine Bewilligung des Amtes für Soziales, welches auch kantonale Zentralstelle nach dem Haager Adoptionsübereinkommen ist. Familien mit einem Pflegekind zur Adoption oder einem ausländischen Pflegekind werden vom Amt für Soziales beaufsichtigt.

Wir arbeiten für

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– Adoptivkinder

– Pflegekinder zur Adoption aus dem In- und Ausland

– Pflegekinder aus dem Ausland

Unsere Zusammenarbeitspartner sind

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– Kantonales Ausländeramt

– Adoptionsvermittlungsstellen

– Vormundschaftsbehörden

– Fachstellen in den Gemeinden und Regionen

– Zentralstelle des Bundes

– Amt für Bürgerrecht und Zivilstand: Aufsichtsstelle über das Zivilstandswesen und Adoptionsbehörde des Kantons St.Gallen

– Zentralstellen anderer Kantone

– Aufsichtsstellen über das Zivilstandswesen in den Heimat- kantonen der Gesuchstellenden

Unser Angebot richtet sich an

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– zukünftige Adoptiveltern

– zukünftige Pflegeeltern eines Kindes, welches seinen Wohnsitz noch im Ausland hat

Unser Auftrag ergibt sich aus

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– dem Schweizerischen Zivilgesetz (Adoptionsrecht, Vormund- schaftsrecht)

– der eidgenössischen Verordnung über die Aufnahme von Kindern zur Pflege und zur Adoption

– der kantonalen Pflegekinderverordnung

– dem Haager Adoptionsübereinkommen vom 29. Mai 1993

– dem Bundesgesetz zum Haager Adoptionsübereinkommen

– der UNO-Kinderrechtskonvention

Unsere Arbeitsweise

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– Abklärungs- und Aufsichtsfunktion sind klar getrennt von anderen gesetzlichen Aufträgen (Beratung, Begleitung, Unterstützung, Fort- und Weiterbildung, Krisenintervention usw.).

– Das Verfahren richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen für die Adoption, für das Pflegekinderwesen, für den Kindesschutz und nach dem Verwaltungsrecht.

– Die inhaltliche Beurteilung der Pflegeplatzgesuche erfolgt nach fachlichen Kriterien (Orientierung am aktuellen Stand der Erkennt- nisse der Entwicklungs- und Sozialpsychologie, der Sozialarbeit und der Sozialpädagogik).

Unsere Ziele

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– langfristig tragfähige Familien für Adoptiv- und Pflegekinder

– Eltern und Schutz für verlassene Kinder

– eine der Persönlichkeit des Adoptiv- oder Pflegekindes ent- sprechende Betreuung und Förderung

– Information der Adoptiv- und Pflegeeltern über Risiken, Probleme und über das Verfahren

– Anerkennung der persönlichen Lebensgeschichte der betroffenen Kinder

– Integration des Adoptiv- oder Pflegekindes im neuen sozialen Umfeld

Unsere Leistungen

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Wer ein Adoptiv- oder Pflegekind aufnehmen will, erhält tele- fonische Auskünfte, kann bei uns die Gesuchsunterlagen und ein erstes Merkblatt zum Verfahren anfordern.

Wenn das Gesuch um Aufnahme eines Adoptiv- oder Pflege- kindes bei uns eingetroffen ist, nehmen wir eine erste vorläufige Einschätzung vor.

Wir klären ab, welches der verschiedenen Verfahren für das kon- krete Gesuch in Frage kommt, informieren die Gesuchstellenden und koordinieren die Zusammenarbeit aller am Verfahren beteiligten Amtsstellen.

Wir führen voraussichtlich vier Abklärungsgespräche durch, die in der Regel etwa zwei Stunden dauern. Für diese unterbreiten wir Terminvorschläge.

Während der Pflegeplatzabklärung geben wir Informations- material ab.

Wir erstellen einen Sozialbericht mit folgenden, national und international vorgeschriebenen Themen:

– Personalien der zukünftigen Pflege- oder Adoptiveltern und des aufzunehmenden Kindes

– Situation des betroffenen Pflege- oder Adoptivkindes (sofern es bereits bekannt ist)

– Situation des zukünftigen Adoptiv- oder Pflegevaters

– Situation der zukünftigen Adoptiv- oder Pflegemutter

– Partnerschaft, Familie, soziales Umfeld

– Kinder, Erziehung

– Wohnverhältnisse, finanzielle Verhältnisse

– Beweggründe zur Aufnahme eines Kindes

– Rechtliches

– Erwägungen und Antrag

Aufgrund des Sozialberichts erteilt oder verweigert das Amt für Soziales die Pflegeplatzbewilligung.

Wir informieren die zukünftigen Adoptiv- oder Pflegeeltern über das weitere Verfahren und nehmen Einsicht in das Elterndossier, wenn das Kind aus einem Staat des Haager Adoptionsüberein- kommens kommen soll. Das Elterndossier stellen die zukünftigen Adoptiveltern selbst zusammen, in der Regel mit Unterstützung einer von der Zentralstelle des Bundes bewilligten Adoptions- vermittlungsstelle. Dieses Dossier wird gemäss Weisungen des Bundes in das Herkunftsland des zukünftigen Adoptivkindes übermittelt. Wenn das Kind aus einem Staat ausserhalb des Haager Adoptionsübereinkommens kommt, übermitteln die Gesuchstellenden das Dossier selbst, meist über ihre Adoptions- vermittlungsstelle oder nach Vorgaben des Herkunftslandes.

Wir koordinieren unser Verfahren auf der organisatorischen Ebene mit demjenigen des kantonalen Ausländeramtes. Die inhaltlichen Entscheide werden auf beiden Amtsstellen unabhängig voneinander gefällt.

Wir nehmen Stellung zu einem Kinderzuspruch aus einem Staat des Haager Adoptionsübereinkommens (Matchingentscheid des Herkunftslandes) und entscheiden betreffend Fortsetzung des Ver- fahrens und einer allfälligen Bewilligung der Adoption im Herkunfts- staat (Matchingentscheid des Aufnahmestaates). Der Matching- entscheid wird mit den zugehörigen Unterlagen gemäss Weisungen der Zentralstelle des Bundes in das Herkunftsland des Kindes über- mittelt.

Wenn im Herkunftsland keine Adoption nach dem Haager Adop- tionsübereinkommen erfolgt ist, beaufsichtigen wir die Pflege- familie nach der Einreise des Kindes bis zu dessen Adoption und koordinieren unsere Aufsicht mit derjenigen der zuständigen Vor- mundschaftsbehörde. Kurz vor der Adoption erstellen wir einen Bericht zur Pflegekinderaufsicht. Von grösserer Bedeutung ist für den Adoptionsentscheid dann aber der Bericht des Vormundes oder der Vormundin.

Was wir nicht bieten

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– Beratung zu psychologischen, sozialen und erzieherischen Themen vor und während der Abklärung

– Zusammenstellung des Dossiers für Herkunftsländer ausserhalb des Haager Adoptionsübereinkommens

– Vermittlung von Adoptiv- und Pflegekindern

Strukturelles, Personelles

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Die kantonale Pflegekinderaufsichtsstelle und Zentralstelle nach dem Haager Adoptionsübereinkommmen ist integriert in die Abteilung Kinder und Jugend des Amtes für Soziales des Kantons St.Gallen. Für die Pflegeplatzabklärungen und die Pflegekinder- aufsicht werden Fachpersonen eingesetzt, die über eine Grund- ausbildung in Sozialarbeit, Sozialpädagogik oder Psychologie wie auch über spezifische Berufserfahrung und entsprechende Weiterbildung verfügen.

Weitere Auskünfte

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Amt für Soziales des Kantons St.Gallen

Telefon: 071 229 33 18

E-Mail:

info.diafso@sg.ch

Departement des Innern des Kantons St.Gallen

Amt für Soziales Spisergasse 41 9001 St.Gallen Tel. 071 229 33 18 Fax 071 229 45 00