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Liebe . .. !

ich will versuchen, eine Antwort auf Ihre Zweifel zu geben


1. Ihre "Gedanken und Gefühle" stammen offensichtlich vom Feind.
Das beste Mittel, sich von ihnen loszureißen, ist, sie dem
Beichtvater zu eröffnen.
2 . Wenn sie auftauchen, sprechen Sie unablässig die Worte: "Herr,
erbarme dich!" oder das Jesusgebet. Sagen sie eher das erste, und
zwar so lange, bis die dämonischen Einflößungen verschwunden
sind. Denken Sie an die Worte des Psalms, und beziehen Sie sie auf
die Dämonen:
"Sie umgaben mich allenthalben; aber im Namen des Herrn will ich
sie zerhauen. Sie umgaben mich wie Bienen ( ... ); im Namen des
Herrn will ich sie zerhauen"
(Ps. 118, 11-12). So soll ein jeder handeln, denn aus eigener
Kraft vermögen wir nichts. In allem ist Demut zu üben.
Im Zustand der völligen seelischen Erkaltung und Verfinsterung soll
man unbedingt die Gebetsregel erfüllen - trotz Kälte, Zerstreuung
usw. "Gib dein Blut und Empfange den Geist."
Jedes Gestehen einer Sünde unter aufrichtiger Reue bringt den
Beichtenden dem Priester näher, macht ihn lieber und teurer. Das
ist eine allgemeine Erscheinung.
Je mehr Anstrengung der Mensch darauf verwendet, sich von jeder
Sünde, von sündigen und auch nur leeren Gedanken, Gefühlen und
Wünschen zu läutern, je mehr er sich zu einem unablässigen,
reinen und aufmerksamen, von Herzen und fromm gesprochenen
Gebet zwingt, desto schwächer werden seine Leiden, und desto
leichter vermag er sie zu ertragen.

Denn das Ziel, für welches Leiden nötig ist und auf uns
herabgesandt wird, erreichen wir so auf einem anderen Weg, auf
dem Weg der mühevollen Erfüllung der Gebote und der ständigen
Zerknirschung über unser Ungenügen diesen Geboten gegenüber.
Dadurch können wir die anderen Mittel und die Leiden ersetzen.
Besonders haben wir darauf achtzugeben, daß wir im Kontakt mit
den uns nahestehenden Menschen gefügsam und gut seien.
"Unser Heil liegt im Nächsten", sagt der hl. Pimen der Große. Wenn
sich also der Mensch zu seinem Nächsten richtig verhält, d. h. dem
Gebot der Nächstenliebe nachlebt, wird er dadurch auch imstande
sein, alle anderen Gebote und besonders das oberste zu erfüllen:
Liebe Gott, deinen Herrn, aus vollem Herzen. Wer auch nur einen
einzigen Menschen haßt, der kann Gott nicht lieben. Es ist ja
verständlich, daß Liebe und Feindschaft nicht in derselben Seele
hausen können. Die Liebe zum Nächsten aber führt zur Liebe zu
Gott: Beide sind ein Mysterium und haben mit den Beziehungen
des Alten Menschen überhaupt nichts mehr gemeinsam. Nur die
Erfahrung vermag dem Menschen die Tiefe der Gebote zu zeigen;
ihre Erfüllung erneuert die Seele. Suche Erlösung, verzage nicht,
murre nicht und verletze niemanden mit einem spitzen Wort.
Bete und halte stets Gott vor Augen.

http://www.scribd.com/doc/27159986/Briefe-Eines-Russischen-Starzen-an-
Seine-Geistlichen-Kinder