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Das prophetische Wort der Bibel sagt, dass ausgerechnet dann, wenn ein scheinbarer Frieden zustande kommt,

Das prophetische Wort der Bibel sagt, dass ausgerechnet dann, wenn ein scheinbarer Frieden zustande kommt, die Gefahr eines plötzlichen Überfalls auf Israel am grössten sein wird

E D I T O R I A L

Liebe Israelfreunde

Das Jahr 2008 wird für Israel ein Jubiläumsjahr sein, weil man das 60- jährige Bestehen des jüdischen Staates feiern wird. Am 29. November 2007 erinnerte man sich in Israel an den Beschluss der Vereinten Nationen über die Teilung Palästinas in ein jüdisches und ein arabisches Gebiet. Der Teilungsplan wurde mit einer Zweidrittelmehrheit angenommen. Da- mals ebnete dieses Wunder Gottes den Weg zur Gründung des jüdischen Staates, der aber von den Palästinensern und den arabischen Nachbarn abgelehnt wurde. Der Sieg Israels über die arabischen Gegner im Unab- hängigkeitskrieg war ein weiteres Glied in einer Kette von Wundern, die sich bis zum heutigen Tag fortsetzt. Am Geschehen in Israel können wir erkennen, wie sich die Zusagen Gottes über die Rückführung der Juden in ihr Land erfüllt haben. Darum dient Israel für alle, die Gottes Wort lieben, als Glaubensstärkung, zugleich aber auch als Warnung. Gott wacht über Sein Wort, um es einzulösen. Er wird auch alles, was noch nicht eingetroffen ist, geschehen lassen. Israel ist für uns aber auch ein Warnzeichen, weil es uns auf die baldige Rückkehr Jesu hinweist. Sechzig Jahre dauert nun schon die Ablehnung Israels durch die ara- bischen Staaten. Mit der neuen Friedensinitiative durch die Konferenz in Annapolis geschah etwas bisher noch nie da Gewesenes. Die arabische Liga hat diese neue Friedensinitiative zum ersten Mal aktiv begrüsst, und rund 20 arabische Staaten haben an der Konferenz teilgenommen. Die reicheren, westlich orientierten arabischen Staaten, allen voran Saudi- Arabien, sehen sich heute durch den Iran und den extremistischen Islam bedroht und nehmen deshalb eine eher proamerikanische und prowest- liche Haltung ein. Aus dieser Perspektive gesehen hat die neue Friedensinitiative zum ersten Mal eine scheinbare Chance auf Erfolg. Dazu kommt noch ein weiterer Punkt: Zum ersten Mal hat Israel einer aktiven Vermittlerrolle durch die USA zugestimmt. Die USA werden auf beiden Seiten, der isra- elischen und der palästinensischen, kontrollieren, ob die Vereinbarungen eingehalten werden, bevor man zum nächsten Schritt übergeht. Israel hat offenbar dieser aktiven Einmischung durch die USA zugestimmt, weil es gemäss seiner eigenen Überzeugung die Unterstützung der Amerikaner gegen die vom Iran ausgehende Bedrohung braucht. Das prophetische Wort der Bibel sagt jedoch, dass ausgerechnet dann, wenn ein scheinbarer Frieden zustande kommt, die Gefahr eines plötzlichen Überfalls auf Israel am grössten sein wird. Angesichts der vielen Bedrohungen in dieser Welt dürfen wir dankbar sein, dass wir in Jesus Christus einen Frieden haben, den uns niemand rauben kann. Deshalb dürfen wir auch dieses neue Jahr voller Zuversicht beginnen. Möge unser treuer Herr Sie im Jahr 2008 reich segnen, auch dafür, dass Sie die Arbeit, die wir in Seinem Namen tun, so grosszügig unterstützen.

In der Dankbarkeit unserem Herrn Jesus gegenüber mit Ihnen verbun- den grüsse ich Sie mit einem herzlichen Shalom aus Israel

Ihr Fredi Winkler

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Nachrichten aus Israel • 01/2008

Nachrichten aus Israel ®

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Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkenntnis Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren eigenverant- wortlich ihre persönliche Sicht dar.

Initialen der Autoren und Quellenangaben in dieser Ausgabe:

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Ultraorthodoxe Juden leisten keinen Wehrdienst. Sie bekommen aber bis jetzt mehr finanzielle Zuschüsse als Reservisten
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Ultraorthodoxe Juden leisten keinen Wehrdienst. Sie bekommen aber bis jetzt mehr finanzielle Zuschüsse als Reservisten Seite 11

In den vergangenen Wochen stand im Na- hen Osten die Zusammenkunft in Annapolis im Vordergrund der Berichterstattung. Dazu einige grundlegende Überlegungen zum Nahostkonflikt. Seite 13

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von Fredi Winkler

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Die Gottheit des Menschen Jesus von Nazareth

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Der dritte Tempel im Tausendjährigen Reich (1)

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Druse stellvertretender Aussenminister Israels

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Militärgelände zu Vermieten

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Bedeutsamer Kabinettsbeschluss

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Alarmierender Trend

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Wird Zensur Abhilfe schaffen?

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Älteste Synagoge in Südamerika

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Grundsätzliche Überlegungen

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Erfolgsgeschichte mit Beigeschmack

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An einsamer Spitze

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«Terroristen nutzen das Internet»

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Brisantes Thema und sensationelle Funde

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Israel und die Europäische Union

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Israel und die angewandte Forschung

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Exportschlager aus Israel

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Unter den weltbesten Lungenexperten

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Grosse Ehrung

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Israel plant Friedenspromenade

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Die Steinböcke kehren zurück

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Hilfe für Psoriasis-Patienten

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Frauen an vorderster Front der Forschung

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Mikrostaub verspricht Abhilfe

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Die Gottheit des Menschen Jesus von Nazareth

Es gibt nichts Neues unter der Sonne (vgl. Pred 1,9). So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Gottheit Jesu Christi heftig umstritten ist.

Thomas Lieth

Der Islam bestreitet die Gottheit Jesu genauso wie das Judentum. Andere Religionsgemeinschaften und Sekten de- mentieren diese, Atheisten sowieso. Aber sogar – man mag es kaum fassen – innerhalb des sogenannten Christentums wird darüber diskutiert. Solche Debatten gab es zu allen Zeiten. Bereits zur Zeit der ersten Gemeinden stellte eine Bewegung – basierend auf einer religiösen Mixtur aus der römischen, griechischen, orientalischen und jüdischen Kultur – Jesu Gottheit infrage. Dabei wurde Jesus nicht etwa als historische Persönlichkeit bezweifelt. Nein, dafür waren die Zeitzeugen zu zuverlässig. Aber um Seine Stellung und Seine Bedeutung stritt man sich heftig. Das hat sich bis heute nicht geändert. Für die einen ist Jesus nur Gott und kein Mensch, die anderen halten Ihn für einen Menschen, aber niemals für Gott. Was ist nun richtig? Nun, diverse Aussagen in der Heiligen Schrift belegen die Gottheit des Menschen Jesus von Nazareth.

Aussendung Seiner Engel. «Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle Ärgernisse zusammenlesen und die, die Gesetzlo- ses tun» (Mt 13,41). Auf den ersten Blick scheint in diesem Vers nichts auf die Gottheit Jesu hinzudeuten. Aber wer redet hier? Es ist Jesus persönlich. Er legt Seinen Jüngern das Gleichnis vom Unkraut auf dem Ackerfeld aus. Jesus spricht von sich selbst («der Sohn des Menschen») und davon, dass Er «seine Engel» aussenden wird. Welcher Mensch besitzt Engel, die er aussenden könnte? Darüber hinaus sind Engel

gemäss Hebräer 1,6.14 Wesen Gottes. Folglich muss Jesus selber Gott sein. Sonst könnte Er nicht von «seinen» Engeln sprechen und diese aussenden.

Mitwirkung bei der Schöpfung. «Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde» (1.Mo 1,1). In diesem Punkt sind sich viele einig. Jeder Jude, jeder Moslem und auch jeder gläubige Christ wird bestätigen: Der allmächtige Gott ist der Schöpfer von Himmel und Erde. In Psalm 33,6 heisst es weiter: «Durch des Herrn Wort sind die Himmel gemacht und all ihr Heer durch den Hauch seines Mundes.» Im Neuen Testament haben wir die verschiedensten Hinweise darauf, dass Jesus selber bei der Schöpfung mit- gewirkt hat (das unterscheidet uns auch von den anderen Religionen), zum Beispiel:

«Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben al- ler Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat» (Hebr 1,1-2).

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Nachrichten aus Israel • 01/2008

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Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung. Denn in ihm ist alles in den Him- meln und auf der Erde geschaffen worden, das Sichtbare und das Unsicht- bare, es seien Throne oder

Das Judentum wie auch andere Religionsge- meinschaften bestreiten die Gottheit Jesu

Herrschaften oder Gewalten oder Mächte: Alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaf- fen; und er ist vor allem, und alles besteht durch ihn» (Kol 1,15-17). Es ist völlig ausgeschlossen, dass Jesus bei der Schöpfung als Mensch mitgewirkt hat. Das Neue Testament aber belegt eindeutig, dass Jesus der Schöpfer ist. Folglich muss Jesus Gott sein. Und dies verstanden die Priester und Schriftgelehrten zu Seiner Zeit auch genau so. Darum empörten sie sich heftig, als ihnen Jesus sagte: «Ehe Ab- raham war, bin ich.» Wie sollte das möglich sein, wäre Jesus nur ein Mensch? Immerhin lebte Abraham gut 2 000 Jahre vor Jesus. Infolgedessen geschah dann Folgendes: «Da hoben sie Steine auf, um ihn zu steinigen …» (Joh 8,58-59). Jesu Anspruch «Ich bin Gott!» war in den Augen der religiösen Oberschicht reinste Gotteslästerung. Der Vers «Im Anfang war das Wort …» bezeugt die Ewigkeit des Sohns. Der Sohn war eben von Anfang an da und somit Gott selbst. «… das Wort war bei Gott» weist auf eine Trennung hin: Das Wort ist zwar Gott selbst, wird aber vom Vater unterschieden. Dies ist das Geheimnis der Dreieinigkeit – ein Gott und doch drei Personen, nämlich

Vater, Sohn und Heiliger Geist. Und die Dreieinigkeit, die wir mit unserer menschlichen Beschränktheit niemals wirklich fassen können, müssen wir im Auge behalten, wenn es um die Gottheit Jesu geht. Weiter heisst es: «… und das Wort war Gott.» Wie kann das Wort bei Gott sein, wenn es doch oh- nehin Gott ist? Dass wir das intellektuell

verstehen, wird nicht von uns verlangt. Aber es ist so und wir werden lediglich aufgefordert, es zu glauben.

«Und von den Engeln zwar spricht er: ‹Der seine Engel zu Winden macht und seine Diener zu einer Feuerflamme›, von dem Sohn aber: ‹Dein Thron, o Gott, ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Aufrichtigkeit ist Zepter deines Reiches; du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetz- losigkeit gehasst; darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl vor deinen Gefährten.› Und: ‹Du, Herr, hast im Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind Werke deiner Hände›» (Hebr 1,7-10). Einerseits heisst es: «Im Anfang schuf Gott …» Anderer- seits bezeichnet die Bibel Jesus als Schöpfer. Somit wider- sprechen sich Altes und Neues Testament oder aber Jesus ist

zugleich Gott. In Johannes 1,1 steht geschrieben: «Im Anfang war das Wort …», was sich mit dem Schöpfungsbericht in 1. Mose sowie Psalm 33 deckt. Aber Johannes fährt fort: «… und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.» In Vers 14 schliesslich bezieht Jo- hannes das alles auf Jesus Christus, das

fleischgewordene Wort Gottes: «Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.» Das Neue Testament widerspricht demzufolge keineswegs dem Alten; es ist vielmehr dessen Er- klärung und Erfüllung. Grundsätzlich gilt: Das Alte Testament lässt sich ohne

das Neue niemals verstehen. Wer beim Alten Testament stehen bleibt, dem fehlt das Wesentliche,

nämlich die Lösung bzw. die Erfüllung. «Er (Jesus Christus) ist das Bild des unsichtbaren

Die Dreieinigkeit, die wir mit unserer menschlichen Beschränktheit niemals wirklich fassen können, müssen wir im Auge be- halten, wenn es um die Gottheit Jesu geht

Sündenvergebung. «Ich, ich bin es, der deine Verbrechen auslöscht um meinetwillen, und deiner Sünden will ich nicht gedenken» (Jes 43,25). «Ich habe deine Verbrechen ausgelöscht wie einen Nebel und wie eine Wolke deine

Sünden. Kehre um zu mir, denn ich habe dich erlöst!» (Jes 44,22). Wenn diese Verse auch von der zukünftigen Erlösung Israels sprechen, so zeigen sie doch das Prinzip der Sünden-

«Denn der Herr ist unser Richter, der Herr ist unser Gesetzgeber» Linken» (Mt 25,31-33).
«Denn der Herr ist unser Richter, der Herr ist
unser Gesetzgeber»
Linken» (Mt
25,31-33).

Jesus stellt klar, dass Er am Ende der Zeit die Heidenvölker richten wird. Auch das spricht für die Gottheit Jesu, denn gemäss dem Alten Testament ist Gott selbst der Richter. Folglich handelt es sich auch hier um einen Widerspruch – oder aber Jesus ist Gott und der Vater hat Ihm das Gericht übertragen. Nur unter Berücksichtigung der Dreieinigkeit ist dann auch die folgende Bibelstelle zu entschlüsseln: «Denn der Herr ist

unser Richter, der Herr ist unser Gesetzgeber, der Herr ist un- ser König; er wird uns retten!» (Jes 33,22). Dieses dreimalige «Herr» (Jahwe) trifft sowohl auf Gott den Vater als auch auf Jesus als Gottes Sohn zu. «Denn der Herr (Jahwe) ist unser Richter …»: Jesus sagt von sich selbst, Er sei der Richter (vgl. Mt 25,31-33). Dasselbe bezeugt Petrus. «Und wir sind Zeugen alles dessen, was er sowohl im Lande der Juden als auch in Jerusalem getan hat; den haben sie auch umgebracht, indem sie ihn an ein Holz hängten. Diesen hat Gott am dritten Tag aufer- weckt und ihn sichtbar werden lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern den von Gott zuvor erwählten Zeugen, uns, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er aus den Toten auferstanden war. Und er hat uns befohlen, dem Volk zu predigen und eindringlich zu bezeugen, dass er der von Gott verordnete Richter der Lebenden und der Toten ist» (Apg 10,39-42).

« … der Herr (Jahwe) ist unser Gesetzgeber …»: Zum

einen wurde dem Volk Israel durch Jahwe auf dem Berg Sinai das Gesetz gegeben. Zum anderen

wird im Neuen Testament bestätigt, dass Jesus des Gesetzes Erfüllung ist (Röm 8;

Gal 5,18; Joh 1,17). Paulus spricht auch von einem neuen Gesetz (Röm 3,27-28): dem Gesetz des Glaubens an Jesus Christus. Somit war Jesus als Person der

Dreieinigkeit zugegen, als dem Volk Israel das Gesetz gege- ben wurde (Jahwe). Und erst recht war Er derjenige, der Seiner Gemeinde das neue Gesetz des Glaubens gab.

« … der Herr (Jahwe) ist unser König …»: Was sagt das

Neue Testament dazu? «Diese werden mit dem Lamm Krieg führen, und das Lamm wird sie überwinden; denn es ist Herr der Herren und König der Könige, und die mit ihm sind, sind Berufene und Auserwählte und Treue» (Offb 17,14). Jesus, das Lamm Gottes, welches der Welt Sünde trägt, ist nicht nur Herr, sondern der Herr aller Herren. Und dieser Jesus ist nicht nur König, nein, Er ist König aller Könige! Dies wird in Offenbarung 19,16 nochmals bekräftigt: «Und er trägt auf seinem Gewand und an seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren.»

vergebung: Nur Gott selbst kann Sünden vergeben. Es ist eine biblische Selbstverständlichkeit, dass kein Mensch und keine Institution Sünden ver- geben kann, sondern allein Gott! Diese Tatsache wird Ihnen jeder jüdische Gelehrte, gerade aus dem alttestamentlichen Verständnis heraus, bestätigen können. Und gerade deshalb machten die jüdischen Gelehrten und Priester Jesus Vorwürfe, als Er einem Gelähmten die Vergebung der Sünden zu- sprach. «Und als Jesus ihren Glauben sah, spricht er zu dem Gelähmten: Kind, deine Sünden sind vergeben. Es sassen dort aber einige von den Schriftgelehrten und überlegten in ihren Herzen: Was redet dieser so? Er lästert. Wer kann Sünden vergeben ausser einem, Gott? Und sogleich erkannte Jesus in seinem Geist, dass sie so bei sich überlegten, und spricht zu ihnen: Was überlegt ihr dies in euren Herzen? Was ist leichter? Zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind vergeben, oder zu sagen: Steh auf und nimm dein Bett auf und geh umher? Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben – spricht er zu dem Gelähmten:

Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett auf und geh in dein Haus! Und er stand auf, nahm sogleich das Bett auf und ging vor allen hinaus, sodass alle ausser sich gerieten und Gott verherrlichten und sagten: Niemals haben wir so etwas gesehen!» (Mk 2,5-12). Man muss sich in die Situation der Priester und Schrift- gelehrten hineinversetzen: Für sie war das Vorgehen des Zimmermannssohns aus Nazareth eine ungeheuerliche An- massung und Gotteslästerung. Denn mit Seiner Handlung unterstrich Jesus klar Seine Einzigartigkeit und Gottheit – ein Skandal ohnegleichen!

Jesus als Richter. «Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen; und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zur

«Denn in ihm ist alles in den Himmeln und auf der Erde geschaffen worden» Bild: Jordan

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Nachrichten aus Israel • 01/2008

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Folgendes: «Jahwe ist das absolute ‹Ich› in seiner höchsten

Gottesfülle.» 1 Jahwe heisst also nicht nur «Ich bin, der ich bin», sondern auch «Ich bin, der ich war» und «Ich bin, der ich sein werde». Gott ist das Ich ohne Zeit und Raum. Das ist gewaltig und für uns Menschen nicht zu fassen. Darum zerriss es den Hohepriester auch förmlich, als Jesus ihm auf die Frage, ob Er der Sohn Gottes sei, antwortete: «Ich bin’s» (Mk 14,62). Mit denselben Worten antwortete Jesus bei Seiner Ge- fangennahme im Garten Gethsemane. Als Er kraft Seiner Gottheit sagte: «Ich bin’s», wichen alle zurück und fielen zu Boden (Joh 18,2-6). Hier bediente sich Jesus Christus, dieser Zimmermannsohn aus Nazareth, genau des Namens Gottes «Jahwe» bzw. «Ich bin». Das Selbstbekenntnis Jesu haute die Schar, die gekommen war, regelrecht um. Im Johan- nesevangelium sind uns sieben weitere

Ich-bin-Worte Jesu überliefert: «Ich bin das Brot des Lebens» (6,35); «Ich bin das Licht der Welt» (8,12); «Ich bin die

Tür der Schafe» (10,7); «Ich bin der gute Hirte» (10,11); «Ich bin die Auferstehung und das Leben» (11,25); «Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben» (14,6); «Ich bin der wahre Weinstock» (15,1). Damit gibt sich Jesus Christus als Gott zu erkennen. Aber auch weitere Aussagen offenbaren Ihn als solchen, zum Beispiel: «Ich und der Vater sind eins» (Joh 10,30); «Wer mich sieht, der sieht den Vater» (Joh 14,9). Heute fehlt uns natürlich der sprachliche Zusammenhang, um die Bedeutung und Tragweite dieser Ich-bin-Worte zu verstehen. Aber den damaligen Juden waren sie durchaus präsent: Beim Satz «Ich bin das Brot des Lebens» hatte jeder den Schau- brottisch des Heiligtums vor Augen sowie das Gedenken an die 40-jährige Wüstenwanderung, während der Gott Sein Volk mit dem himmlischen Manna versorgt hatte. Und als Jesus «Ich bin das Licht der Welt» sagte, dachte jeder Jude an den siebenarmigen, goldenen Leuchter, der ebenfalls im Heiligtum stand; und das Heiligtum durfte nur von den Priestern betreten werden. Jesus gab sich mit diesen Worten als die Erfüllung des Tempels sowie des Priester- und Opferdienstes zu erkennen. Das war es schliesslich auch, woran sich die religiöse Ober- schicht stiess. Die Priester und Schriftgelehrten fühlten sich in ihrer Existenz bedroht, dienten sie doch längst nicht mehr Gott, sondern lediglich einem religiösen System. Mit Jesus als dem wahren Hohenpriester und vollständigen Opferlamm wären sie selbst und der ganze Tempelritus überflüssig ge- worden. Und das durfte nicht sein. Auch heute nimmt jedes religiöse System, einschliesslich des christlichen, an der Gott- heit Jesu und dem damit verbundenen Absolutheitsanspruch Anstoss. Es passt nicht ins Konzept. Aber ob es der Menschheit gefällt oder nicht, eins ist gewiss: Jesus war nicht irgendein Mensch oder Religionsstif- ter, nein, Jesus ist Gott! In Jesus ist Gott Mensch geworden (2.Kor 5,19). In Jesus haben wir die Vergebung unserer

Sünden (1.Joh 1,7-9) und das ewige Leben (1.Joh 4,9). Ohne Jesus Christus – den Richter, Gesetzgeber und König – gibt es keine Rettung (Joh 14,6 und Apg 4,12)! Wer ist Gott? Das fleischgewordene Wort Gottes – Jesus von Nazareth, der vollmächtig sagen konnte: «Ich bin’s!»

«Ich habe deine Verbrechen ausgelöscht wie einen Nebel und wie eine Wolke deine Sün- den» Bild: Sturmwolken bei Tel Aviv

« … er wird uns rettenWer wird retten? Jesus! Jesus ist der bereits im Alten Testament verheissene Erlöser. An Ihm führt kein Weg vorbei! «Das ganze Haus Israel wisse nun zuverlässig, dass Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt» (Apg 2,36). «… dass, wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst» (Röm 10,9). «Denn unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Retter erwarten» (Phil 3,20). Das Alte und das Neue Testament ergänzen sich also. Es handelt sich nie um einen Widerspruch, sondern immer um eine Erklärung und Erfüllung. «Jahwe» ist der Gottesname, der sowohl in Jesaja 33,22 als auch in 2. Mose 20 mit «HERR» wiedergegeben ist. Mit diesem Namen gab sich der himmlische Vater einst Mose zu erkennen, als dieser nach dem Namen Gottes fragte: «Mose aber antwortete Gott: Siehe, wenn ich zu den Söhnen Israel komme und ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mich fragen: Was ist sein Name?, was soll ich dann zu ihnen sagen? Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der ich bin. Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der Ich bin – hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose: So sollst du zu den Söhnen Isra- el sagen: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist meine Benen- nung von Generation zu Generation» (2.Mo 3,13-15). «Ich bin» entspricht dem hebräischen Gottesnamen «Jahwe». Allerdings gibt diese Übersetzung nur annähernd wieder, was Jahwe tatsächlich bedeutet. Abraham Meister schreibt dazu

1 Abraham Meister, Biblisches Namenlexikon, S. 172

EIN MESSIANISCHES PANORAMA AUS JERUSALEM Y E S H U A U N D I

EIN MESSIANISCHES PANORAMA AUS JERUSALEM

Y E S H U A

U N D

I S R A E L

Der dritte Tempel im Tausendjährigen Reich (1)

«Und die Nationen werden erkennen, dass ich der HERR bin, der Israel heiligt, wenn mein Heiligtum für ewig in ihrer Mitte ist» (Hes 37,28).

DR. GERSHON NEREL – TEIL 18

über dieses zukünftige Friedensreich stütz- te Newton auf die Visionen der Propheten Jesaja (Kap. 2) und Micha (Kap. 4) sowie die Offenbarung (20,6). Aufgrund seiner Bibelauslegung konnte Newton deutlich vorhersehen, dass die Stadt Jerusalem und der Tempel den Mittelpunkt dieses messianischen Friedensreiches bilden würden. An dieser Stelle sei noch eine An- merkung zur pro- phetischen Vision

Newtons offenbaren denn auch, dass er den konkreten Wiederaufbau des dritten Tempels erwartete, mit dem Opferdienst, den Zeremonien und sogar solchen Details wie die Dekoration der Lampen. Die Auseinandersetzung mit der Endzeit stellte für Newton eine grosse Herausforderung dar. Dennoch fehlte ihm ein wesentlicher «Schlüssel» zur Deutung der von den Propheten vorhergesehenen Entwicklungen, nämlich die buchstäbliche Rückkehr Israels in das Land der Verheis- sung. Mit unserem eigenen Wissen über die Wiederherstellung Israels im letzten Jahrhundert sind wir heute in der Lage, uns tiefere Einblicke in künftige Geschehnis- se zu verschaffen. Jerusalem als vereinte Hauptstadt des jüdischen Staates ist heute bereits eine historische Realität. Trotzdem hat Israel noch keine volle Souveränität über das Gebiet des Tempelberges, auf dem sich inzwischen zwei Moscheen befinden. Aber Gott steht treu zu Seinem Wort. Auch bezüglich der Errichtung des dritten Tempels auf dem Berg Moria in Jerusalem wird Er Seine Pläne und Termine einhalten. Über diesen neuen Tempel berichtet der

Im Sommer 2007 fand in der «Jüdischen National- und Universitätsbibliothek» in Jerusalem eine besondere Ausstellung statt, und zwar in Zusammenarbeit mit dem «Einstein- Zentrum» der He- bräischen Univer- sität. Das Thema der geschmackvoll präsentierten Schau lautete: «Isaac New- tons Geheimnisse:

Manuskripte des Wissenschaftlers aus der Sammlung der Nationalbiblio- thek». Die authenti- schen Manuskripte offenbarten das grosse Interesse des berühmten englischen Physikers (1642- 1727) an theologischen und endzeitlichen Fragen. Er beschäftigte sich eingehend mit apokalyptischen Prophezeiungen. Dieser Aspekt seines Schaffens wurde je- doch bisher der Öffentlichkeit weitgehend vorenthalten. Newton befasste sich insbesondere mit der Vergangenheit und Zukunft des Jeru- salemer Tempels. So verfasste er «Eine Beschreibung des Tempels von Salomo» und fügte seine eigenen Illustrationen des Tempels und des Vorhofs hinzu, mit dem Brandopferaltar in der Mitte. In seiner Erklärung über das in der Bibel erwähnte Ellenmass (hebr.: Ama) für den Tempel kam Newton zu der Schlussfolgerung, dass die Länge einer «heiligen Elle» etwa 56 cm betrug. Mithilfe dieser Masseinheit versuchte er sich an einer Rekonstruktion des zukünftigen Tempels in Jerusalem. Dem englischen Naturwissenschaftler zufolge weissagten die hebräischen Pro- pheten über die Rückkehr der Juden in das Land ihrer Väter, über die Wiederkunft Yeshuas auf diese Erde, die Auferstehung der Toten, den Tag des Gerichts und die Aufrichtung eines tausend Jahre dauernden Reiches unter der Herrschaft von Yeshua und Seinen Heiligen. Seine Auffassung

Herrschaft von Yeshua und Seinen Heiligen. Seine Auffassung Isaac Newton über das künftige Friedensreich er- laubt.

Isaac Newton

über das künftige Friedensreich er- laubt. Das Bild von den Schwertern, die

in Pflugscharen, und von den Speeren, die in Sicheln umgewandelt werden, hat den zeitgenössischen (jüdischen) Künstler Mordechai Ardon zu einer Darstellung auf grossen, farbenprächtigen Buntglas- fenstern inspiriert. Dieses wunderschöne Kunstwerk ist in Jerusalem in der Jüdi- schen Nationalbibliothek zu sehen, und zwar im gleichen Gebäude, in dem die Newton-Ausstellung stattfand. In einem Kata-

log, den die Hebräi- sche Universität für

diese Ausstellung veröffentlichte (die Kuratoren sind die Professoren Yemima Ben-Menahem, Mor- dechai Feingold und Stephen Snobelen), steht auf Seite 55 dieser Vermerk: «Newton war davon überzeugt, dass das Verständnis über jüdisches Ritual und Anbetung, insbe- sondere über den Tempeldienst, ein Schlüs- sel für die Auslegung der Bücher Daniel und Offenbarung ist. Für ihn bildeten der jüdische Tempel und dessen Rituale den Rahmen für die zentralen Visionen der Apo- kalypse. Deshalb war es seiner Meinung nach für den Bibelausleger obligatorisch, sich mit der Architektur und Anordnung des Tempels sowie seiner Einrichtung vertraut zu machen.» Die Manuskripte

Jerusalem mit dem Berg Moria, wo heute die Omar-Moschee steht

Prophet Hesekiel in den Kapiteln 40-48 seines Buches. Mit seinen Prophezeiun- gen wollen wir uns im nächsten Artikel beschäftigen.

Besuchen Sie die Newton-Ausstellung im Inter- net: www.jnul.huji.ac.il/dl/mss/newton

HI NTERGRUNDI NFORMATI ONEN AUS

Nachrichten aus Israel • 01/2008

NFORMATI ONEN AUS Nachrichten aus Israel • 01/2008 MINDERHEIT IM ÖFFENTLICHEN LEBEN ISRAELS I SRAEL Druse

MINDERHEIT IM ÖFFENTLICHEN LEBEN ISRAELS

I SRAEL

Druse stellvertretender Aussenminister Israels

Im jüdischen Staat Israel leben Minderheiten, die rund 23,3 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Dazu gehö- ren zum Beispiel die Drusen, die auch Abgeordnete in der Knesset stellen.

Die drusische Gemeinschaft lebt in Israel, im Libanon und in Syrien. Es handelt sich um eine Religionsgemeinschaft, die sich im Jahr 1010 vom Islam abspaltete. Gewisse Praktiken und Einzelheiten der drusischen Religion werden nur intern und zum Teil nur unter den «Eingeweihten» weitergege- ben. Die Drusen sind eine eingeschwore- ne Gemeinschaft, der man nicht beitreten kann. Das Besondere ist, dass sich die Drusen dem jeweiligen Land gegenüber, in dem sie leben, loyal erklären. Somit sind die etwas über 100 000 in Israel lebenden Drusen, die zur arabischen Minderheit des Landes zählen, in den Reihen der israeli- schen Armee und Polizei zu finden. Zudem hat die drusische Gemeinschaft mehrere Repräsentanten in der Knesset, die unter- schiedlichen Parteien angehören. Einer davon ist der 54 Jahre alte Majalli Whbee. Er ist Mitglied der Regierungspar- tei «Kadima» und seit 2003 Knesset-Abge- ordneter. Der Vater von vier Kindern wurde in dem Dorf Beit Jan in Galiläa geboren und

studierte an der Hebräischen Universität Jerusalem und an der Universität Haifa, nachdem er seinen Militärdienst absol- viert hatte. In der Knesset ist er in mehreren Aus- schüssen vertreten. Dabei setzt er sich unter anderem auch sehr für die drusische und die tscherkessische Gemeinschaft ein. Die tscherkessische Gemeinschaft Israels (auch Zirkassier genannt) ist ein kauka- sisches Volk, das sich zum Christentum bekennt. Schon seit einiger Zeit amtierte Whbee

Majalli Whbee
Majalli Whbee

als stellvertretender Minister im Ministe- rium für Erziehung, Kultur und Sport. Im Spätherbst 2007 wurde er schliesslich von Ministerpräsident Ehud Olmert zum stellvertretenden

Aussenminister er-

nannt. Er ist damit der erste Druse in einem so hohen israelischen Amt. AN

Website der Knesset: www.knesset.gov.il

MILITÄRISCHES ÜBUNGSGELÄNDE BESTENS GENUTZT Militärgelände zu Vermieten Tze´elim ist ein grosser Truppenübungsplatz

MILITÄRISCHES ÜBUNGSGELÄNDE BESTENS GENUTZT

Militärgelände zu Vermieten

Tze´elim ist ein grosser Truppenübungsplatz in Israel, auf dem wichtige Manöver stattfinden. Doch dieser Ort wird nicht nur von der Armee genutzt.

Auch die verantwortlichen Militärs in Israel machen sich Gedan- ken über Einsparungen. So begannen sie vor einigen Wochen damit, ausländische Repräsentanten über den Truppenübungsplatz Tze´elim zu führen. Diese sollen sich einen Eindruck verschaffen, welche Trai- ningsmöglichkeiten das Gelände bietet. Auf dem Waffenplatz gibt es unter anderem eine Stadt mit mehreren hundert Gebäuden, was viele Simulationen ermöglicht:

Erstürmen von Häusern, Verlegen von Sprengladungen, Landen von Hubschraubern in besiedelten Gebieten usw. Die ausländischen Repräsentanten sollen ihren Heimatstaaten vorschlagen, hier Trup- penübungen abzuhalten. Die israelische Armee hat jedoch nicht nur die blosse Vermietung des Geländes geplant, sondern möchte ein Servicepaket anbieten:

Unterkunft und Verpflegung in nahen Hotels, Fortbildungskurse und praktische Betreuung während der Manöver. Die Idee stammt von Major Tal Lazarus, Leiter der Abteilung für Auslandsmanöver der israelischen Armee. «Wir können das Gelände an relativ kleine Einheiten für ein Kurztraining vermieten, aber auch eine ganze Division für eine längere Periode aufnehmen», meinte er

gegenüber der israelischen Presse. Ein anderer israelischer Offizier betonte die Bedeutung der militärischen Übungen in bebauten und bewohnten Arealen. «Tze´elim hat diesbezüglich ein einzigartiges Potenzial vorzuweisen. Die meisten Armeen der westlichen Staaten haben ein grosses Interesse daran, ihre Soldaten in der urbanen Kriegsführung auszubilden.» Kürzlich fand der erste internationale Trainingskurs in Militär- psychologie in Tze´elim statt. Daran nahmen Repräsentanten aus 14 Ländern teil. AN

Kommentar: Es ist vorstellbar, dass viele Länder von diesem An- gebot Gebrauch machen werden. Von Israel könne man ja nur lernen, werden sie sich wohl sagen, gehört doch die israelische Armee zu den schlagkräftigsten der Welt. Dennoch erinnert uns diese Geschichte auch ein wenig an Hiskia, der den Boten des Feindeslandes alles zeigte, was Gott nicht gefiel (vgl. 2.Kön 20,12ff.). Macht Israel nicht einen Fehler, wenn es sich für alles aus der Welt öffnet? Genauso sollen wir als Christen unsere Herzen bewahren und keine «Gäste der Welt» einlassen. CM

RESERVISTEN WERDEN ANGEMESSENER ENTSCHÄDIGT Bedeutsamer Kabinettsbeschluss Die israelische Armee ist auf ihre Reservisten

RESERVISTEN WERDEN ANGEMESSENER ENTSCHÄDIGT

Bedeutsamer Kabinettsbeschluss

Die israelische Armee ist auf ihre Reservisten dringend angewiesen. Die Männer leisten jedes Jahr mehrere Wochen Reservedienst, oftmals in wichtigen Funktionen.

In vielen europäischen Ländern kann man sich kaum vorstellen, dass ein Familienvater, der vielleicht auch noch selbstständig ist, einen Zettel an die Tür klebt, auf dem steht: «Bin vier Wochen im Reservedienst.» Viele Männer und auch immer mehr Frauen absolvieren jedes Jahr einen Reservedienst. Oftmals werden sie

kurzfristig einberufen und bleiben sogar für mehrere Wochen

weg. Bekleidete ein Soldat während seines aktiven Mi-

litärdienstes eine wichtige Position, so kann er auch noch im Alter von über 40 Jahren problemlos für mehrere Wochen mobilisiert werden. Selbstverständlich wird der Verdienst- ausfall, der aufgrund eines Reservediens- tes entsteht, ausgeglichen. Dennoch haben viele Reservisten das Gefühl, sehr viel zu geben und so gut wie nichts als Gegenleis- tung zu erhalten. Im Gegenteil, denn ge- rade junge Berufstätige werden durch den mehrere Wochen dauernden Reservedienst beruflich immer wieder zurückgeworfen. Studenten haben es manchmal schwer, anschliessend Prüfungen zu bestehen, wenn sie nicht sogar mitten in der Prü- fungsphase einberufen werden. Daher haben sich Verteidigungsminis- ter Ehud Barak und sein Stellvertreter Matan Vilnai für eine Änderung dieser Situation eingesetzt. Ihr Vorschlag für ein Vergünstigungspaket für Reservisten wur- de Ende 2007 nach etlichem Hin und Her von der israelischen Regierung einstimmig angenommen. Das Paket umfasst Einkommenssteu- ererleichterungen, Erlass von Studienge- bühren, Nachlass bei Kommunalabgaben sowie besondere Anleihevergünstigungen beim Kauf einer Wohnung oder eines Autos. Teilweise handelt es sich dabei um Vergünstigungen, wie sie ultraortho- doxen Familien mit mehreren Kindern automatisch zustehen, obwohl diese nicht einmal Wehrdienst leisten. Daher waren in der israelischen Öffentlichkeit nun viele wohlwollende Stimmen zu hören: «Unse- re Reservisten geben Zeit und Energie, manchmal riskieren sie auch ihr Leben für die Allgemeinheit. Also ist es nur fair,

Ultraorthodoxe Juden leisten keinen Wehr- dienst. Sie bekommen aber bis jetzt mehr finanzielle Zuschüsse als Reservisten

dass sie dafür mit einer entsprechenden Gegenleistung von der Gemeinschaft ent- schädigt werden.» AN

Kommentar: Das ist durchaus biblisch, denn der Apostel Paulus braucht dieses Bild: «Wer Kriegsdienst tut, verstrickt sich

nicht in die Geschäfte des Lebensunterhalts, damit er dem gefällt, der ihn in Dienst gestellt hat» (2.Tim 2,4). Hier haben wir auch einen wunderbaren Hinweis für uns Christen:

Wir sind in erster Linie dem Herrn verant- wortlich und dienen Ihm, alles andere ist zweitrangig in unserem Leben. CM

Ihm, alles andere ist zweitrangig in unserem Leben. CM  MEHR ANTISEMITISCHE ZWISCHENFÄLLE IN DEN NIEDERLANDEN

MEHR ANTISEMITISCHE ZWISCHENFÄLLE IN DEN NIEDERLANDEN

Alarmierender Trend

Die Meldung machte in Israel Schlagzeilen. In den Niederlanden wur- den 2006 64 Prozent mehr antisemitische Zwischenfälle als im Vorjahr verzeichnet.

Das in Den Haag niedergelassene «Zen- trum für Information und Dokumentation über Israel» ist eine gemeinnützige jüdi- sche Organisation. Jährlich legt es einen Bericht zu antisemitischen Zwischenfällen in den Niederlanden vor. Die Zahlen sind alarmierend angestiegen. In seinem Abschlussbericht für 2005 verzeichnete das Zentrum insgesamt 159 antisemitische Zwischenfälle in den Nie- derlanden. 2006 wurden 261 Ereignisse registriert, wobei es sich um allgemein antisemitisch motivierte Delikte handelte.

Hinzu kommen acht physische Übergriffe und sieben Attacken, die als «hochgra- dig gewalttätig» eingestuft wurden. Die meisten Zwischenfälle trugen sich in Amsterdam zu. «In einigen Fällen handelt es sich um verbale Angriffe auf Personen, die eine Kippa tragen», sagte der Direktor des Zentrums, Dr. Ronny Naftaniel. «Andere Attacken erfolgten per E-Mail. Im letzten Jahr gingen bei vielen jüdischen Organi- sationen und auch bei Privatpersonen unzählige elektronische Meldungen ein,

HI NTERGRUNDI NFORMATI ONEN AUS

Nachrichten aus Israel • 01/2008

I SRAEL

«… verbale Angriffe auf Personen, die eine Kippa tragen»

die hassmotiviert waren. Ich bezweifle, dass wir überhaupt über alle derartigen Auswüchse Bescheid wissen.» In dem Be- richt sind diese Angriffe nicht verzeichnet, da man sich darüber nur schlecht einen Gesamtüberblick verschaffen kann. Dr. Naftaniel meint, dass der Libanon- Krieg vom Sommer 2006 sehr zu einer Ver- schärfung der Situation beigetragen habe. «Dennoch verzeichnen wir keine kritischen Angriffe auf die israelische Politik …Wird jedoch in diesem Zusammenhang ein Ver- gleich mit Nazipraktiken gezogen, so sieht das anders aus.» Obwohl er sich über die Entwicklung in den Niederlanden sehr sorgt, sagte Dr. Naftaniel zugleich, dass es dennoch kaum wirklich schwerwiegende physische Attacken in den Niederlanden gegeben habe, wie man sie beispielsweise aus Frankreich kenne. Eine Umfrage, die das Zentrum in Zu- sammenhang mit seinem Bericht durch- führte, zeigte, dass sich die holländische Öffentlichkeit des Problems bewusst ist. 91 Prozent der 1 250 Befragten gaben an, das Gefühl zu haben, dass sich der Antisemitismus in Holland immer mehr ausbreite. AN

Mehr zum Zentrum: www.cidi.nl/index-en.html

Kommentar: Die Niederlande galten bisher immer als relativ israelfreundlich. Dass es nun anders zu werden scheint, un- terstreicht die Wahrheit der Bibel: Einst werden sich nämlich alle Länder gegen Israel wenden. Das gilt auch für die USA, die heute noch fest hinter Israel stehen. Eines Tages, vielleicht wenn die Gemeinde Jesu nicht mehr auf der Erde ist, wird sich das Böse gegen Israel vollumfänglich ent- falten. Das aber wird die Wiederkunft Jesu zur Erlösung Seines Volkes Israel mit sich bringen. Auch der folgende Bericht passt in diesen Zusammenhang. CM

ANTISEMITISMUS EINST AUCH IM NAMHAFTEN «OXFORD ENGLISH DICTIONARY» Wird Zensur Abhilfe schaffen? In den letzten

ANTISEMITISMUS EINST AUCH IM NAMHAFTEN «OXFORD ENGLISH DICTIONARY»

Wird Zensur Abhilfe schaffen?

In den letzten Wochen gingen Petitionen um, die unter anderem dazu aufriefen, sich dem Protest gegen Internetseiten mit antisemitischem Inhalt anzuschliessen. Das lenkte auch auf einige renommierte Publi- kationen.

Den Anstoss zu dieser Diskussion in Israel und in der jüdischen Welt gaben Petitio- nen, die über E-Mail verschickt wurden. In Kettenbriefen wurde dazu aufgerufen, gegen Internetportale zu protestieren, die antisemitische Inhalte verbreiten. Dabei handelt es sich häufig um einen offenen An-

tisemitismus, aber auch um subtil versteckte Angriffe auf Juden. Die Debatte dreht sich hauptsächlich um die Frage, ob man nicht nur dagegen protestieren, sondern vielleicht sogar eine Zensur erwirken sollte. In den Petitionen wird nämlich oftmals damit argumentiert, dass bei genügend Unterschriften solche Seiten tatsächlich aus dem Netz genommen würden. Dazu äusserten sich erst kürz-

lich die verantwortlichen Betreiber der Internetsuchmaschine «Google»: Sie betonten, solchen Inhalten unter kei- nen Umständen zuzustimmen. Dennoch hätten sie keinerlei Möglichkeit einer Zensur in Form einer Streichung aus dem Verzeichnis. Sie meinten: «Goog- le reflektiert das, was im Internet vor sich geht, ohne dabei irgendein Urteil zu fällen.» Nachfolgend entbrannte ein Streitgespräch um die moralische Verantwortung und

die Geschäftsprak- tiken von «Google». Dabei riefen Kenner

der Szene einen in Vergessenheit geratenen Rechtsstreit in Er- innerung, nämlich den Prozess des britischen Textilkaufmanns Marcus Shloimowitz gegen die Herausgeber des «Oxford English Dictio- nary». Der zum damaligen Zeitpunkt 67 Jahre alte Shloimowitz zog 1973 vor den Obersten Gerichtshof Englands, nachdem schon mehrere Jahrzehnte lang jüdische Organi- sationen versucht hatten, einige Definitionen des Wortes «Jude» in dem Nachschlagewerk ändern oder streichen zu lassen. Nach vier Jahren der zähen Prozessverhandlungen wies der Oberste Gerichtshof Shloimowitzs

Klage schliesslich zurück, berief sich dabei allerdings ausgerechnet auf «technische Verfahrensfehler». Dennoch überraschte dann Ende der 1970er-Jahre der «Oxford English Dictionary» mit einer Änderung in Form von Anmerkun- gen. Es wurde darauf hingewiesen, dass in der Vergangenheit und vermutlich auch in der Gegenwart die angegebenen Definitio- nen missbraucht wurden bzw. werden, um Ressentiments gegenüber Juden auszudrü- cken. Vielen reichte das nicht, aber nicht nur in solchen Werken stösst man auf einen mehr oder minder offenen Antisemitismus. Auch wenn viele Menschen ob des er- wähnten Prozesses vollkommen frustriert

«Google reflektiert das, was im Internet vor

sich geht, ohne dabei irgendein Urteil zu fäl- len»

sein

mögen, hat ihr Protest dennoch etwas bewirkt. Natürlich bleibt immer noch eine Menge zu tun, um bestehende Stereotype und Vorurteile zu durchbrechen. Dennoch scheint es vor dem geschilderten Hintergrund angebracht, zumindest auf antisemitische Äusserungen und Beschreibungen hinzuweisen. Vielleicht

bewegt sichdanndochnochetwas, undzwar ohne Zensur … AN

gewesen

Infos zum besagten Prozess unter:

www.time.com/time/magazine/article/

0,9171,907456,00.html

AN  gewesen Infos zum besagten Prozess unter: www.time.com/time/magazine/article/ 0,9171,907456,00.html 12
BRASILIEN BEHEIMATET WICHTIGES JÜDISCHES SYMBOL Älteste Synagoge in Südamerika Brasilien hat eine einzigartige
BRASILIEN BEHEIMATET WICHTIGES JÜDISCHES SYMBOL Älteste Synagoge in Südamerika Brasilien hat eine einzigartige

BRASILIEN BEHEIMATET WICHTIGES JÜDISCHES SYMBOL

Älteste Synagoge in Südamerika

Brasilien hat eine einzigartige Touristenattraktion: die Synagoge zu Reci- fe, das älteste jüdische Gotteshaus in Südamerika. Mehr und mehr erfährt diese Synagoge Aufmerksamkeit von Wissenschaftlern und Medien.

Die Synagoge bestand aus zwei Stock- werken und trug den Namen «Kahal Zur Israel». Sie wurde von der sephardisch-jü- dischen Gemeinschaft der brasilianischen Stadt Recife errichtet. Das Jahr ihrer Er- bauung wird auf 1636 – damals herrschten die Holländer in dieser Region – geschätzt. Damit ist diese Synagoge älter als das 1651 geschaffene jüdische Gotteshaus in Cura- çao (Niederländische Antillen). Zwar lag die Synagoge nur noch in Trümmern, doch anhand von alten Karten wurden zum einen Rekonstruktionen an- gestellt und zum anderen Ausgrabungen durchgeführt. Tatsächlich entdeckte man die Überreste des Synagogenbaus sowie eine Mikweh – ein jüdisch-rituelles Tauchbad. Im Dezember 2001 wurden die Restaurationsarbeiten abgeschlossen. Seither ist die Synagoge zum Ziel vieler Touristen geworden. Sie gehört auch zu den Stationen der offiziellen Stadtführun- gen und -rundfahrten. Darüber hinaus wurden Historiker aus aller Welt auf das Archiv dieser Synagoge aufmerksam. Das Material wirft Licht auf eine jüdische Blütezeit in Brasilien, von der man kaum mehr Kenntnis hatte. «Dadurch wird der stereotype Ansatz, dass die bra- silianische Kultur drei Standbeine gehabt habe – Portugiesen, Ureinwohner und hinzugekommene Afrikaner –, vollkommen auf den Kopf gestellt», meinte Tania Kauf- man, die das jüdisch-historische Archiv in Recife leitet. «Inzwischen wissen wir, dass Juden eine wichtige Rolle im kulturellen Schmelztopf Brasiliens spielten.» Die historischen Dokumente zeigen auf, dass Juden massgeblich am Aufbau der Zu- ckerindustrie beteiligt waren. Zudem halfen sie dabei, den Strassen- und Brückenbau voranzutreiben. Im Nordwesten des Landes waren Juden dafür verantwortlich, dass in den Städten ein Kanalisationssystem an-

gelegt wurde. Nicht wenige brasilianische Juden verdankten ihr Vermögen allerdings auch dem Sklavenhandel. 1645 zählte die jüdische Gemeinde Re- cife 1 630 Mitglieder. Mit dem Ende der holländischen Herrschaft im Jahre 1654 wurden Juden, die den brasilianischen Katholiken schon seit Jahren ein Dorn im Auge gewesen waren, vertrieben, ermordet oder aufgrund der Inquisition gezwungen, zum Christentum überzutreten oder unter- zutauchen. Vor rund zwei Jahrzehnten lebten in Recife noch rund 300 jüdische Familien. Gegenwärtig sind es kaum mehr halb so viele, denn etliche zogen in die grösseren Städte Brasiliens. Die restaurierte «Kahal Zur Israel»-Synagoge zieht nicht nur jähr- lich rund 20 000 Besucher an, sondern ist

Synagoge «Kahal zur Israel» in Recife
Synagoge «Kahal zur Israel» in Recife

auch den wenigen Juden, die weiterhin in Recife leben, ein wichtiges Symbol. Obwohl es in der Stadt vier weitere Synagogen gibt, ziehen viele Familien für die Festtage und Familienfeiern wie zum Beispiel Hochzei- ten diese antike Synagoge den anderen vor. AN

Mehr dazu unter: www.bh.org.il/Communities/ Synagogue/Recife.asp

dazu unter: www.bh.org.il/Communities/ Synagogue/Recife.asp DER WAHRE KNACKPUNKT DES NAHOSTKONFLIKTS Grundsätzliche

DER WAHRE KNACKPUNKT DES NAHOSTKONFLIKTS

Grundsätzliche

Überlegungen

In den vergangenen Wochen stand im Nahen Osten die Zu- sammenkunft in Annapolis im Vordergrund der Berichter- stattung. Nachfolgend einige grundlegende Überlegungen zum Nahostkonflikt.

«Kein Zweifel, jedes Sandkorn vom Jordanfluss bis zum Mittelmeer ist Teil des (biblischen) Landes Israel. Es gibt da eine direkte Verbindung zu unserem Erbe und unserer Geschichte. Aber ich weiss auch, dass wir schmerzhafte Konzessio- nen machen müssen, wenn wir Israels Zukunft als demokratischen jüdischen Staat sichern wollen.» So Israels Mi- nisterpräsident Ehud Olmert, der neu- erdings auch von «zwei Staaten für zwei Völker» redet. Ultimativ fordert Olmert eine Anerkennung Israels als «jüdischen Staat». Der gemässigte palästinensische Premier, Salam Fayad, wies diese Forde- rung strikt zurück. Fast alle anderen «Kernfragen» des Nahostkonflikts – ein Ende der «Besat- zung», die Grenzziehung und eine Auf- teilung Jerusalems – gelten als lösbar. Vieles ist längst ausdiskutiert, aber noch nicht umgesetzt. Mehrfach trat Israel Land ab. Ab 1993 gingen viele Städte im Westjordanland in palästinen- sische Verwaltung über, auch wenn sich Israel vorbehält, im Zusammenhang mit Terroranschlägen Durchsuchungen vor- zunehmen. Im Sommer 2005 räumte Is- rael den Gazastreifen und vier Siedlungen im Norden des Westjordanlandes. Die von Israel verlangte Anerkennung «als Staat des jüdischen Volkes» droht zu einem Knackpunkt zu werden. Für Israelis ist das die Existenzfrage. Für die Palästinen- ser ist das Rückkehrrecht der Flüchtlinge eine unverzichtbare Forderung. «Ministerpräsident Menachem Begin machte 1977 einen tragischen Fehler, in- dem er nicht schon bei den Friedensver- handlungen mit Ägypten eine ausdrück- liche Anerkennung Israels als jüdischen Staat forderte», meinte der israelische Politologe Shlomo Avineri. Der Jurist Me- nachem Klein fügt hinzu, dass niemand

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Nachrichten aus Israel • 01/2008

I SRAEL

Ehud Olmert, George W. Bush und Mahmud Abbas in Annapolis

von den Palästinensern verlange, den jüdischen Charakter Israels zu definieren. Dennoch müsse die arabische Welt akzep- tieren, dass Israel der Staat des jüdischen Volkes sei. Mit dem Zionismus erklärten Juden sich zur Nation mit Anspruch auf einen eigenen Staat. Die Mehrheit der jüdi- schen Israelis ist nicht fromm. Einige sind überzeugte Atheisten und dennoch Juden. Der demokratische Staat Israel nennt sich «jüdisch», stellt seinen Bürgern aber frei, je nach Religionszugehörigkeit Freitag, Shabbat oder Sonntag als wöchentlichen Ruhetag auszuwählen. Israel garantiert den Minderheiten per Gesetz gleiche Rech- te und Religionsfreiheit. Das Judentum ist nicht Staatsreligion. Für die Palästinenser ist die israelische Forderung inakzeptabel, weil sie dafür das «Rückkehrrecht» der palästinensischen Flüchtlinge aufgeben müssten. Im Dezem- ber 1948 hatte die UNO-Vollversammlung die Resolution 194 verabschiedet und festgehalten, dass «Flüchtlinge, die in ihre Heime zurückkehren und friedlich mit ihren Nachbarn leben wollen, dazu so schnell wie möglich berechtigt werden sollten». Daraus wurde ein Heimkehrrecht für rund 700 000 Flüchtlinge abgeleitet. Ein derartiges Recht gewährt die UNO keinem anderen Flüchtling in der Welt. Mit ihren Kindeskindern ist die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge auf über drei Millionen angewachsen. Die meisten haben Palästina nie verlassen, sondern leben in Lagern im Gazastreifen und am Rande von Bethlehem, Ramallah und Nablus. Hunderttausende sitzen in

Flüchtlingslagern im Libanon, in Syrien und Jordanien fest – teilweise hinter Sta- cheldraht. Selbst wenn nur ein Teil dieser Flücht- linge zurückkehren würde, um der men- schenunwürdigen Umgebung zu entfliehen, würde sich der jüdische Staat umgehend in einen arabisch-palästinensischen Staat verwandeln und könnte sich eine islami- sche Verfassung geben, wie es die PLO für ihren Staat «neben» Israel vorsieht. US

Mehr Infos zu den Hintergründen des Nahostkon- flikts unter: www.jewishvirtuallibrary.org (Rubrik «Myths & Facts»)

Kommentar: Auch wenn unser Kor- respondent Ulrich Sahm aus menschlicher Sicht über den Nahostkonflikt schreibt, so ist letzten Endes nur die Bibel ausschlag- gebend. Selbst der falsche Friede, der eines Tages kommen wird, wird nur von begrenz- ter Dauer sein. Das ganze Land inklusive Judäa und Samaria gehört Israel. Noch nie hat es in der Geschichte einen paläs- tinensischen Staat gegeben. Aber heute, wo es wieder einen Staat Israel gibt, ist eine palästinensische Nation plötzlich so verdächtig wichtig für die Völkerwelt. Aber Gott wird die Völker, die Sein Land teilen, richten (vgl. Joel 4,2ff.). Abgesehen davon: Israel ist sehr klein im Vergleich zu den arabischen Ländern. Die Tatsache, dass man dieses winzige Land noch teilen will, unterstreicht die weltweite Abneigung gegen das jüdische Volk. CM

die weltweite Abneigung gegen das jüdische Volk. CM  NOBELPREISTRÄGER IST HOLOCAUST-ÜBERLEBENDER Erfolgsge-

NOBELPREISTRÄGER IST HOLOCAUST-ÜBERLEBENDER

Erfolgsge-

schichte mit Beigeschmack

Prof. Mario Capecchi erhielt den Nobelpreis für seine medizinischen Leistungen. Er kann auf ein be- wegtes Leben zurückblicken.

Prof. Mario Capecchi teilt sich den Medizin- Nobelpreis des Jahres 2007 zusammen mit zwei amerikanischen Medizinern. Interessant sind nicht nur seine medizinischen Errungen- schaften, sondern sein gesamter Lebensweg. Prof. Capecchi ist nämlich Holocaust-Überle- bender. Prof. Capecchi wurde 1937 in Verona geboren. Seine Mutter Lucia musste ihren Sohn alleine grossziehen. Als Prof. Capecchi knapp vier Jahre alt war, wurde seine Mutter von der Gestapo aufgegriffen und in das Kon- zentrationslager Dachau verschleppt. Schon zuvor hatte sie für den Notfall vorgesorgt. Sie hatte einem italienischen Bauern in Tirol ihr ge- samtes Geld gegeben, damit er, falls ihr etwas zustossen sollte, ihren Jungen zu sich nimmt. Ein Jahr verbrachte der Junge tatsächlich bei diesem Bauern. Als er fast fünf Jahre alt war, wurde er jedoch ausgesetzt. Dem Bauern war das Geld ausgegangen, und aus eigenen Mitteln wollte er nicht weiter für den Jungen sorgen. Zunächst lebte der Junge auf der Strasse. Später wurde er in Waisenhäusern untergebracht. Während dieser Zeit litt er an starker Unterernährung. Seine Mutter überlebte den Holocaust. Anschliessend machte sie sich auf die Suche nach ihrem Sohn. Sie hatte Glück und fand ihn tatsächlich. Als es ihrem Kind dann etwas besser ging, wanderte sie mit ihm in die USA aus. Dort heiratete sie erneut und gemeinsam schlugen sie ein neues Blatt in ihrem Leben auf. Capecchi erwähnt in seiner Biografie mit keinem Wort, dass er Jude ist. Als jedoch bekannt wurde, dass er mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wird, drang seine Geschich- te an die Öffentlichkeit. Darüber hinaus wurden noch weitere interessante Details seiner Lebensgeschichte bekannt. Er hat eine Schwester namens Marlene, die erst ein Jahr alt war, als seine Mutter nach Dachau deportiert wurde. Auch sie liess Mutter Lucia

Nobelpreisträger Prof. Mario Capecchi

bei einer Familie unterkommen. Diese Familie zog noch während des Zweiten Weltkriegs nach Österreich und adoptierte das Mädchen irgendwann. Nach Kriegsende suchte Lucia vergeblich nach ihrer Tochter. Marlene blieb in Österreich, wo sie auch heute noch ein Leben als Jüdin führt. Als Marlene nun hörte, dass ein gewisser Prof. Capecchi mit dem Nobelpreis ausge- zeichnet werde, wurde ihr klar, dass es sich um ihren verlorenen Bruder handelt. Als sie Kontakt aufnahm, stiess sie jedoch auf Still- schweigen. Prof. Capecchi nahm dazu nicht öffentlich Stellung. Seine Schwester meinte:

«Ich möchte nicht, dass er glaubt, ich wolle irgendetwas vonihmhaben. Ichmöchteihnnur gerne einmal sehen. Das ist alles.» ZL

Infos zu Prof. Capecchis wissenschaftlicher Tätigkeit: http://capecchi.genetics.utah.edu/ capecchi.html

Kommentar: Auch der jüdische Nobelpreis- träger Capecchi, der Dank der Bewahrung Gottes den Holocaust überlebt hat, ist ein Beweis für die Wahrheit der Bibel. Die Schrift sagt in Hesekiel 37, dass der Herr die Gräber der Totengebeine Israels öffnen und sie zu neuem Leben erwecken wird. Die biblische Antwort auf den Holocaust ist die Gründung des Staates Israel. CM

den Holocaust ist die Gründung des Staates Israel. CM  ISRAELIN FÜHRT KAMPF GEGEN DEN IRAN

ISRAELIN FÜHRT KAMPF GEGEN DEN IRAN AN

An einsamer Spitze

Die USA arbeiten für alle Eventualitäten einen Kriegsplan gegen den Iran aus. Im Rahmen dieser Vorbereitungen riefen die US-Luftstreitkräf- te eine Sondereinheit für Strategie ins Leben, deren Arbeit streng geheim bleiben soll. Unter den führenden Mitarbeitern ist auch eine Israelin.

Die USA nahmen diese intensiven Vor- bereitungen bereits im Januar 2006 auf. Die damals entstandene Sondereinheit erhielt den Decknamen «Schachmatt». Die Leitung der Einheit wurde Brigadege- neral Lawrence A. Stutzriem übertragen, der als einer der brillantesten Strategen der US-Luftstreitkräfte gilt. Die anderen Mitglieder sind Offiziere und Sicherheits- experten. Doch es gibt noch eine weitere hoch- rangige Mitarbeiterin: die Israelin Dr. Lani Kass. Sie diente in der israelischen Armee und war auch schon im Irak präsent. Sie gilt als eine der besonnensten Berater ih- res Fachgebiets: Computerkriegsführung und digitaler Krieg. Sie kann eine lange Liste von Publikationen zu diesem Thema in den angesehensten Fachzeitschriften vorweisen. Dr. Kass ist für die Führung des kommenden «Cyberspace»-Kriegs verant- wortlich. Dabei geht es um Strategie und Planung der Übernahme des feindlichen Kommunikationsnetzes. Dazu gehört unter anderem auch das Internet. Ziel ist es, auf diese Weise sowohl die Abwehr- als auch die Angriffssysteme des Feindes lahmzulegen. Das umfasst jede Form von Kommunikation und beispielsweise auch die Energieversorgung. Zugleich arbeitet das Team daran, dem Feind ähnliche Mass- nahmen nicht zu ermöglichen. Dr. Kass studierte unter anderem Politologie an der Hebräischen Univer- sität Jerusalem. Später promovierte sie mit Auszeichnung an der Hebräischen Universität und an der Universität von Columbia, USA. Zwischen 1979 und 1981 diente sie in der israelischen Armee. Nach ihrem Wehrdienst ging sie in die USA. Dort leitete sie ein Institut, das sich mit Russ- land-Studien beschäftigt. 1992 wurde sie als Beraterin ins Pen-

tagon geholt. 1995

war sie dort bereits als hochspezialisierte Beraterin für digitale Strategieplanung tätig. Abgesehen von den zahllosen wissenschaftlichen Fachbeiträ-

gen publizierte Dr. Kass auch zwei Bücher und sie wurde mit mehreren Preisen und

Auszeichnungen geehrt. Sie gilt in der westlichen Welt als eine der besten Ex- pertinnen für die digitale Bekämpfung des globalen Terrorismus. ZL

Kommentar: Die Gefahr aus dem Iran ist gross. Zweifellos würde der Iran Israel vernichten, wenn er könnte. Aber auch hier gilt der Satz des Liedes: «Grösser als der Helfer ist die Not ja nicht.» Auch wenn die Menschen die Lage nicht unter Kontrolle haben sollten, Gott hat sie umso mehr unter Kontrolle. Wir lesen in der Schrift, dass die Augen Gottes Tag und Nacht auf das Land Israel gerichtet sind und dass der Hüter Israels weder schläft noch schlum- mert (vgl. Ps 121,4). Dennoch ist es sehr wichtig, dass wir auch diesbezüglich für Israel beten! Paulus sagt, dass wir alle Anliegen mit Bitten und Flehen vor den Herrn bringen sollen (vgl. Phil 4,6). Im Alten Bund tat das zum Beispiel auch Hiskia, als Syrien Israel verschlingen wollte (vgl. 2.Kön 19,14ff). CM

Dr. Lani Kass

HI NTERGRUNDI NFORMATI ONEN AUS

Nachrichten aus Israel • 01/2008

NFORMATI ONEN AUS Nachrichten aus Israel • 01/2008 ISRAELISCHE EXPERTEN WARNEN: I SRAEL «Terroristen nutzen

ISRAELISCHE EXPERTEN WARNEN:

I SRAEL

«Terroristen nutzen das Internet»

Die israelischen Experten sprachen bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vor und betonten, dass die in- ternationalen Bemühungen, den terroristischen Missbrauch des Internets zu unterbinden, besser koordiniert werden müssten.

«Wer den Cyberspace für terroristische Zwe- cke missbrauchen möchte, kann das von je- dem Fleck der Welt aus tun»

An der Sitzung, die hinter verschlossenen Türen stattfand, nahmen 100 Experten aus 40 Ländern teil. Zwei volle Tage beschäf- tigten sie sich intensiv mit der Frage, wie Terroristen für ihre Machenschaften das Internet nutzen und was man dem entge- genzusetzen hat. Die Israelis waren als wichtige Gäste mit ausgezeichneter Fachexpertise ge- laden. Sie sprachen scharfe Warnungen aus: Europa sei in keiner Weise auf den internationalen Terrorismus vorbereitet und sei nicht für die modernen virtuellen Kampftechniken gerüstet. Vor allem aber fehle es an einer europaweiten Strategie, um im Kampf gegen den Terrorismus die Kräfte zu vereinen. «Sie reden die ganze Zeit. Sie finden sehr schöne Worte. Doch das reicht nicht, denn die Europäer müs- sen ihren hochtrabenden Worten dringend Taten folgen lassen», meinte Prof. Gabriel Weimann, der am Fachbereich für Kommu- nikationswissenschaften der Universität Haifa lehrt und lange Zeit in den USA tätig war. Er wies darauf hin, dass die Europäer technisch wesentlich raffinierter werden müssen, wenn sie den Terroristen in der virtuellen Welt etwas entgegensetzen wol- len. Dabei geht es in erster Linie um eine Kontrolle von auffälligen und verdächtigen Organisationen.

«Die meisten sollte man einfach nur im Auge behalten. Auf diese Weise kann man durchaus auch etwas lernen. Andere Organisationen müssen nach verschärften Kontrollen in irgendeiner Form blockiert werden», wie sich Prof. Weimann aus- drückte. Er ist der Ansicht, dass man den internen Diskussionen fragwürdiger Verei- nigungen viele Informationen entnehmen kann. In diesem Zusammenhang wiesen fast alle Experten darauf hin, dass gerade das Internet immer wieder zur Meinungs- mache in Form einer Gehirnwäsche miss- braucht werde. Man müsse vor allem auf solche Internetaktivitäten ein Auge haben, die sich als «pädagogische Aktionen» oder «Bildungsmassnahmen» ausgeben. Eine der Schlussfolgerungen der Eu- ropäer nach dieser Konferenz bezieht sich auf die globale Nutzung des Internets. Man sieht ein, dass man zwar an einer europäi- schen Strategie wird arbeiten müssen, dies aber nur wenig nützt, wenn man es nicht mit den anderen Staaten der Welt koor- diniert, die ebenfalls vom internationalen Terrorismus ins Visier genommen werden. «Wer den Cyberspace für terroristische Zwecke missbrauchen möchte, kann das von jedem Fleck der Welt aus tun. Dazu braucht man nur einen Computer und einen Internetzugang», meinte ein spani- scher Experte. Das hat der internationale Terrorismus, vor allem jedoch die radikal-muslimische Terrororganisation El Kaida, in den letz- ten Jahren immer wieder bewiesen. Erst im September 2007 wurden in Wien zwei Männer und eine Frau verhaftet, weil sie aufgrund von Videobotschaften, die Dro- hungen gegen Österreich und Deutschland enthielten, im Verdacht stehen, Verbindun- gen zu El-Kaida-Kreisen zu unterhalten. Vor einigen Wochen wurde eine dieser drei Personen aus der Untersuchungshaft entlassen. Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit konnten die Behörden je- doch eine weitere Person festnehmen, und zwar in Kanada. AN

Eine interessante Internetseite zum Thema Terro- rismus: http://terrorismexperts.org

zum Thema Terro- rismus: http://terrorismexperts.org ARCHÄOLOGIE AM TEMPELBERG Brisantes Thema und sensationelle

ARCHÄOLOGIE AM TEMPELBERG

Brisantes Thema und sensationelle Funde

Immer wieder macht der Tempel- berg in Jerusalem Schlagzeilen, vor allem wenn es um das Thema Archäologie geht.

Im Heiligen Land vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendein archäologischer Fund zutage gebracht wird. Dass dabei der Tempelberg eine prominente Rolle spielt, beruht zum einen auf dessen historischer und religiöser Bedeutung und zum ande- ren auf den gegenwärtigen politischen Konstellationen. Die Muslime, die die Oberhoheit über den Tempelberg haben, bekunden – gelinde gesagt – keinerlei Interesse, die jüdische Geschichte dieses Ortes genauer unter die Lupe zu nehmen. Zudem sind sie auf die israelischen Er- kundungen in der Umgebung nicht gut zu sprechen, ebenfalls aus politischen Gründen. Doch welchen politischen Standpunkt man auch vertritt, es ist und bleibt einfach aufregend und faszinierend, an einem Ort zu stehen, an dem durch archäologische Funde die Geschichte lebendig wird. Dazu gehört auch das umstrittene Tunnelnetz- werk entlang der Klagemauer. Nur wenige Meter unter der Erde taucht man in eine andere Zeit ein. Man kann sich – fernab vom Getöse der Altstadt und vom Lärm an der Klagemauer – plötzlich vorstellen, wie hier die Menschen einst die wunderbar konstruierten Bögen überquerten, die das Tal zwischen Tempelberg und Oberstadt überbrückten. Hier wird einem mit eige- nen Augen deutlich, warum man König Herodes noch heute als einen der gröss- ten Bauherren der Antike bezeichnet. Die Steine, die in den unteren Ebenen der Kla- gemauer eingelassen sind, sind so gross, dass man sich kaum vorstellen kann, wie sie vor 2 000 Jahren transportiert wurden. Und auch die Zerstörungswut der Römer kann man immer noch spüren: Durch in den Boden eingelassene Glasscheiben blickt man in die Tiefe und sieht die von den Römern herausgebrochenen Steine, die in die Schlucht stürzten. Schaut man auf die Mauer neben sich, erkennt man,

Immer wieder werden am Tempelberg sen- sationelle archäologische Funde gemacht

dass ebendiese wunderschön gerahmten Steine dort fehlen und nur notdürftig ersetzt wurden. Überall im Tunnelnetzwerk wurden nun Zwischenebenen erstellt. An den Latten der hölzernen Zäune hängen hebräischspra- chige Schilder «Zutritt verboten, Ausgra- bungsgelände». Man kann erahnen, dass neue Tunnelteile und noch tiefer liegende Ebenen erschlossen werden. Verstohlene Blicke hinter angelehnte Türen verraten, dass verschüttete Baukonstruktionen langsam wieder zutage treten. Neuerdings bekommt man sogar zwei gerade erst frei- gelegte Anlagen zu sehen: einen riesigen Raum, der laut Vermutungen der Archäolo- gen den Priestern als Versammlungsraum vor Aufnahme ihrer Tempelarbeit diente, sowie ein gewaltiges rituelles Tauchbad mit einigen Besonderheiten. Archäologen vermuten, dass hier grössere Tiere (zum Beispiel Stiere) rituell gereinigt worden waren, bevor man sie auf dem Tempelberg opferte. Gerade hier hat man die zahllosen Beschreibungen des Alten Testaments mit den genauen Vorschriften zu den Opfergaben vor Augen. So wird es einem vermutlich auch ergehen, wenn man in naher Zukunft die erst kürzlich entdeckte Terrassenstrasse aus römischer Zeit in den Tunnels besichtigen kann. Auch im Zuge der Instandsetzungs- arbeiten auf dem Gelände vor der Klage- mauer entdeckten Archäologen der israe- lischen Antikenbehörde Keramikscherben

und Tierknochen, die sich in das 8. bis 6. Jahrhundert v.Chr. datieren lassen. Das heisst, sie scheinen aus der Zeit des ersten Tempels zu stammen. AN

Mehr zu diesem Tunnel: http:// english.thekotel.org

Kommentar: Wie sehr die Muslime auch dagegen sind, dass die Archäologie den Tempel und die Bibel generell bestä- tigt: Gott geht doch weiter! Immer wieder kommen brisante Funde ans Tageslicht und weisen auf den Tempel hin, der einst dort stand. Es ist fast wie beim Pharao in Ägyp- ten: Je mehr er das Volk Israel unterdrück- te, desto mehr breitete es sich aus (2.Mo 1,12). So geht es auch mit den Muslimen am Tempelberg: Je mehr Anstrengungen sie unternehmen, allen Schutt möglichst schnell zu «entsorgen», desto mehr Ge- genstände finden die Juden, die in diesen Schuttablagerungen graben. CM

INTENSIVIERUNG DER WIRTSCHAFTSBEZIEHUNGEN Israel und die Europäische Union Die Grundlage der Beziehung zwischen Israel

INTENSIVIERUNG DER WIRTSCHAFTSBEZIEHUNGEN

Israel und die Europäische Union

Die Grundlage der Beziehung zwischen Israel und der EU geht auf eine EU-Initiative von 1995 zurück, die als «Euromed» bekannt ist. Seither wurde Israel in verschiedenen Bereichen mit besonderen Abkommen näher an die EU gebunden. Die Wirtschaftsbeziehungen erfahren nunmehr eine weitere Aufwertung.

Das israelische Aussenministerium be- richtete über die Absichtserklärung, die im November 2007 unterschrieben wurde. Sie

bezieht sich auf einen Beitritt Israels zum Un- ternehmens- und Industrieprogramm der EU. Unterzeichnet wurde der Vertrag von Israels amtierendemIndustrie- und Handelsminister, Eli Yishai, sowie demVizepräsidenten der EU- KommissionundKommissarfürUnternehmen und Industrie, Günter Verheugen.

DasProgrammisteinederdreiKomponen-

ten des Rahmenprogramms für Wettbewerb und Innovation (CIP). Die Unterzeichnung der Absichtserklärung ist das Ergebnis erfolgrei- cher Verhandlungen, die das Aussen-, das Industrie- und das Justizministerium Israels mit der Generaldirektion für Industrie der

EU-Kommission führten. In Kürze wird über Israels Mitgliedschaft in den beiden anderen Gremien des Rahmenprogramms verhandelt werden. Das CIP zielt auf die Förderung der Wett- bewerbsfähigkeit kleiner und mittelständi-

scher europäischer Unternehmen ab. Israel kann sich nun voll an den entsprechenden innereuropäischen Aktivitäten beteiligen. Die Mitgliedschaft in diesem Programm markiert für Israel nach dem Beitritt zum Rahmenprogramm für Forschung und tech- nologische Entwicklung einen erneuten Mei- lenstein im Hinblick auf die Mitgliedschaft in EU-Programmen, die Nichtmitgliedstaaten offenstehen, und bedeutet darüber hinaus eine weitere Stärkung der Beziehungen zu Europa. AN

Mehr dazu unter http://de.wikipedia.org/wiki/ Euro-mediterrane_Partnerschaft

Kommentar: Diese Nachricht können wir durchaus vor dem Hintergrund sehen, dass die EU ein Vorläufer des sich wiederherstel- lenden Römischen Reiches sein könnte. Da auch Israel zu diesem antichristlichen Reich gehören wird, gewinnt diese Meldung an Bri- sanz. Die Bibel ist sehr aktuell. CM

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Nachrichten aus Israel • 01/2008

I SRAEL

ONEN AUS Nachrichten aus Israel • 01/2008 I SRAEL FÜHREND IN DER VERMARKTUNG WISSENSCHAFTLICHER STUDIEN

FÜHREND IN DER VERMARKTUNG WISSENSCHAFTLICHER STUDIEN

Israel und die angewandte Forschung

Israel ist auf vielen wissenschaftlichen Gebieten aktiv. Doch auch bezüglich Vermarktung wissenschaftlicher Studien geniesst Israel Weltruf.

chenden Nischenbereich einen Marktanteil

von bis zu 50 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit «Exelon».

Die Hebräische Uni- versität Jerusalem führte Grundlagen-

forschungen durch. Der Pharmakonzern «Norbis» konnte da- rauf aufbauend dieses für Alzheimer-Pa- tienten wichtige Arzneimittel entwickeln. Der weltweite Verkauf des Medikaments bringt pro Jahr rund eine halbe Milliarde US-Dollar ein. Der Vertrieb von «Doxil», das der Pharmakonzern «Johnson & Johnson» ebenfalls aufgrund von Forschungen der Hebräischen Universität Jerusalem zur Be- handlung von Eierstockkrebs entwickelte,

bringt jedes Jahr 350 Millionen US-Dollar ein. Im Hinblick auf die Vermarktung der Forschungen spielt an der Hebräischen Universität Jerusalem die Firma «Yissum» eine wichtige Rolle. «Yissum» wurde schon vor 43 Jahren von dieser renommierten is- raelischen Hochschule gegründet, um sich mit angewandter Forschung zu beschäfti- gen. Die Firma «Yissum» beantragte im Laufe ihres Bestehens 5 000 Patente für 1 400 unterschiedliche Innovationen. Ins- gesamt werden 400 Produkte vermarktet, was der Hebräischen Universität einen Grossteil der jährlich erwirtschafteten Gelder einbringt. Vieles davon fliesst in Jungunternehmen zurück, deren Grün- dung die Firma «Yissum» fördert und deren

Das Weizmann-Institut in Rehovot ist welt- weit führend bei der Vermarktung seiner For- schungsergebnisse

Zwei israelische Hochschulen, das Weizmann-Institut in Rehovot und die Hebräische Universität Jerusalem, zählen zu den weltweit führenden Universitäten, wenn es um die Vermarktung ihrer wis- senschaftlichen Studienergebnisse geht (angewandte Forschung). Dabei macht das Forschungsbudget einer israelischen Universität lediglich ein Zehntel der For- schungsmittel aus, über die ausländische Hochschulen im Allgemeinen verfügen. Laut einem kürzlich vorgelegten Bericht erwirtschaften diese beiden akademischen Institutionen mit den von ihnen entwickelten Produkten mehrere Milliarden US-Dollar pro Jahr. Das Weiz- mann-Institut erforschte zum Beispiel die Erkrankung Multiple Sklerose (MS). Die Forschungsergebnisse wurden vom israe- lischen Pharmakonzern «Teva» umgesetzt, dessen Medikament «Copaxon» inzwischen in aller Welt verschrieben wird. Das gilt auch für weitere Medikamente, die von Pharmakonzernen auf der Grundlage von Forschungen des Weizmann-Instituts ent- wickelt wurden. Einige dieser Arzneimittel bringen der Hochschule jährlich Milliarden von US-Dollar ein, weil es kaum Konkur- renz gibt. Viele halten in ihrem entspre-

es kaum Konkur- renz gibt. Viele halten in ihrem entspre- ISRAELISCHE CAFÉ-KETTE JETZT AUCH IN EUROPA

ISRAELISCHE CAFÉ-KETTE JETZT AUCH IN EUROPA

Exportschlager aus Israel

Die Café-Kette «Aroma» wurde 1994 von geschäftstüchtigen Israelis gegründet. Inzwischen gibt es rund 80 Filialen im ganzen Land. Nun will man diese Erfolgsgeschichte zum Exportschlager machen.

«Die Eröffnung unserer New Yorker Filiale war für uns ein weiterer Wendepunkt», sagte Noam Berman, der Marketingdirektor der israelischen Café-Kette «Aroma». Man fing ganz klein mit einigen Cafés in den grösseren israelischenStädtenan. Inzwischenfindet man fast überall ein «Aroma»-Café. Insgesamt gibt es in Israel fast 80 Niederlassungen. Im Juli 2006 wurde man dann mit der Eröffnung eines Cafés in New York international. Auch im kanadischen Toronto existiert mittlerweile ein «Aroma»-Café. «Wir zeichnen uns durch eine Besonder- heit aus: Wie servieren Fast Food, aber in einer eleganten, gesunden und ansprechenden Art:

Sandwich und Salat, frisch und schön ange- richtet. Da wir in New York und Toronto keines- wegs nur israelische Kunden haben, die sich freuen, einen kleinen Geschmack von Zuhause zu erhaschen, glauben wir, auch in Europa Fuss fassen zu können.» Daher beabsichtigt man, eine Reihe von Fi- lialen in Europa zu eröffnen. Der erste Schritt soll in die rumänische Küstenstadt Constanta

am Schwarzen Meer führen. Innerhalb der nächsten 18 Monate sollen dann vier weitere «Aroma»-Cafés in anderen europäischen Ländern folgen. Da in Europa der Name «Aro- ma» mit einer Kaffeemarke verbunden wird, entschied man, die europäischen «Aroma»- Filialen unter dem Namen «Marrone Rosso» zu eröffnen. Die Besitzer der Espressobarkette sind sich sicher, dass sie auch hier einen Platz auf dem Restaurantmarkt erobern werden. Um ein israelisches Flair zu erhalten, wer- den die Cafés zunächst von Israelis betrieben, die lokale Arbeitskräfte einweisen werden. Die Speisekarte wird grundsätzlich erhalten blei- ben, aber hier und da den lokalen Vorlieben angepasst werden. Ganz abgesehen davon ist die Kette in Israel dafür bekannt, sich auch zum Wohl der Gemeinschaft einzusetzen, indem beispielsweise junge Erwachsene angestellt werden, die zu sozialen Problemgruppen ge- hören. Ob man dieses Konzept auch im Ausland umsetzen wird, ist noch nicht geklärt. AN

Website des Unternehmens: www.aroma.co.il

Produkte sie später einmal zu vermarkten gedenkt. Im selben Bereich tut sich auch die Universität Tel Aviv hervor. Erst kürz- lich kamen zwei Geschäftsabschlüsse zustande, die ihr 1,5 Milliarden US-Dollar einbrachten. Auch in diesem Fall handelt es sich um medizinische Innovationen mit einem grossen Marktpotenzial. In einem Interview meinte Nava Swersky-Sofer, die Präsidentin und leiten- de Geschäftsführerin von «Yissum», dass die israelischen Universitäten zweifelsfrei an der Weltspitze rangierten, was die Be- antragung von internationalen Patenten und die Vermarktung ihrer Forschungser- gebnisse angeht. Sie ist der Ansicht, dass die israelischen Hochschulen noch viel mehr Potenzial haben. Dafür müsste aber eine Förderung von bahnbrechenden For- schungsansätzen in einem noch früheren Stadium und in einem wesentlich grösse- ren finanziellen Umfang erfolgen. ZL

Website der Firma Yissum: www.yissum.co.il

«Aroma»-Espressobar in Haifa

Yissum: www.yissum.co.il «Aroma»-Espressobar in Haifa HARTNÄCKIGER ISRAELISCHER WISSENSCHAFTLER Unter den

HARTNÄCKIGER ISRAELISCHER WISSENSCHAFTLER

Unter den weltbesten Lungenexperten

Es ist eine seltene, aber schwerwiegende Er- krankung, deren Erforschung sich der israe- lische Wissenschaftler Dr. Naftali Kaminski gewidmet hat. Trotz anfänglicher Schwierig- keiten gilt er inzwischen als einer der besten Experten für diese Lungenkrankheit.

In einem Interview beschrieb Dr. Naftali Kaminski kürzlich, wie ihm sein Studien- mentor dringend davon abgeraten hat, sich der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) zu widmen. «Somit ist meine berufliche Laufbahn auch eine Geschichte über den Charakter israelischer Wissenschaftler, vielleicht sogar über den Charakter mei- ner Gesellschaft schlechthin», meinte er. «Schliesslich ist es typisch für einen Isra- eli, zum einen nicht zuzuhören – erst recht nicht, wenn einem jemand etwas ausreden will – und zum anderen sich selbst heillos zu überschätzen. Doch die Lehre von der Geschichte ist auch: Wenn ich mich damals nicht über alle hinweggesetzt hätte, hätten heute wesentlich weniger Patienten eine Aussicht auf Hoffnung.» Die IPF ist zwar eine sehr seltene Krankheit, für die Betroffenen kommt die Diagnose jedoch praktisch einem Todesur- teil gleich. Die mittlere Lebenserwartung liegt bei etwa drei Jahren, ein Grossteil der Patienten ist über 50 Jahre alt. Män- ner sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Bei IPF handelt es sich um eine chronische Entzündungsreaktion der Lunge. Im Verlauf der Krankheit wird das Lungengerüst umgeformt, wobei in un- terschiedlichem Ausmass Verdichtungen und Schrumpfungen festgestellt werden (Fibrose). Diese Veränderungen führen zu einer Verringerung der lebensnotwen- digen Gasaustauschfläche. Die Folgen sind unter anderem Atemstörungen, Atemnot und typische, durch den Arzt erfassbare Geräusche beim Einatmen. Dr. Kaminski studierte an der Heb- räischen Universität Jerusalem und war jahrelang am Hadassah-Klinikum tätig. 1996 ging er für einige Zeit in die USA, kehrte jedoch an seine Alma Mater zurück. Inzwischen hat er wieder Forschungsar- beiten in den USA aufgenommen, denn an der Universität Pittsburgh besteht das Richard Simmons Center, an dem man sich

IPF ist eine sehr seltene Krankheit, für die Betroffenen kommt die Diagnose jedoch ei- nem Todesurteil gleich

vorrangig mit dem Spezialgebiet von Dr. Kaminski beschäftigt. «Als ich noch am Hadassah-Klinikum tätig war, verlief mein Arbeitstag immer gleich: Ich sah einen Patienten, bei dem IPF diagnostiziert wurde. Er war ein Jahr lang mein Patient, kam auch noch im zweiten Jahr zu mir und im dritten Jahr der Erkrankung starb fast jeder Patient, den ich behandelt hatte. Es gibt zwar viele Medikamente, aber irgendetwas sagte mir, dass die meisten nicht wirklich effektiv sind.» Somit nahm dieser halsstarrige isra- elische Mediziner seine Pionierarbeit auf. Er verfolgte vollkommen andere Ansätze, um diese Erkrankung besser zu erforschen. Schliesslich wollte er etwas verändern. Er wandte sich den Genen seiner Patienten zu und kann dank eines neuartigen For- schungsansatzes – «Systems Biology» – be- merkenswerte Ergebnisse vorweisen. «Ich betrachte den Patienten als ein Ganzes, als eine Einheit, und beziehe in meine Analysen alle erdenklichen Faktoren ein, darunter genetische Vorbelastungen und sogar Umwelteinflüsse.» Anhand seiner Erkenntnisse glaubt er, innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre ein Modell ausarbeiten zu können, das auf der Grundlage von Alter, Risiko- faktoren und genetischen Veranlagungen eine Frühdiagnose ermöglicht. Zudem ist er zuversichtlich, dass seine Forschungser- kenntnisse schon bald zur Entwicklung von effektiveren Medikamenten führen werden. Inzwischen interessiert sich sogar das US- Institut für nationale Gesundheit für Dr. Kaminskis Studien. AN

Website des Simmons Centers: http://simmonsce nterild.upmc.com

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Nachrichten aus Israel • 01/2008

I SRAEL

ONEN AUS Nachrichten aus Israel • 01/2008 I SRAEL ISRAELI ZUM VORSITZENDEN DER WELTÄRZTEKAMMER ERNANNT Grosse

ISRAELI ZUM VORSITZENDEN DER WELTÄRZTEKAMMER ERNANNT

Grosse Ehrung

Ende 2007 wurde einem weiteren Israeli eine grosse Ehrung zuteil. Dr. Yoram Blachar wurde mit überwältigen- der Mehrheit zum Vorsitzenden der Weltärztekammer ernannt.

Schon seit Jahren amtiert der israelische Kinderarzt als Vorsitzender der israelischen Ärztekammer. Er hat sich einen weltwei- ten Namen durch seine Arbeit gemacht und wurde Ende 2007 zum Vorsitzenden der Weltärztekammer gewählt. Dabei setzte er sich gegen zwei andere Kandidaten aus Neuseeland und Indien durch. Der Weltärztekammer sind 84 Staaten angeschlossen. Die Organisation verzeich- net neun Millionen Mitglieder. Gegründet wurde sie im Jahre 1947. Nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs war man darauf bedacht, einen weltweit einheitlichen ethischen Kodex für die Mediziner aus- zuarbeiten und strikte Richtlinien für alle Bereiche der Medizin vorzugeben. Auch heute noch beschäftigt sich die Weltärzte- kammer mit Fragen der Ethik in der Medi- zin. Eine der wichtigsten Entscheidungen war beispielsweise die Verabschiedung der Helsinki-Resolutionen gegen pseudo- medizinische Versuche an Menschen. Doch man widmet sich auch finanziellen Fragen

sowie dem Schutz der Weltgesundheit im Hinblick auf Seuchen usw. Für Dr. Blachar ist die Wahl zum Vorsitzenden der Weltärztekammer eine persönliche wie auch berufliche Bestä- tigung. Zugleich sieht er darin einen bahnbrechenden Erfolg für den israeli- schen Staat. Noch niemals zuvor hat ein Israeli eine derart hochrangige Position in dieser medizinischen Organisation bekleidet. Ähnlich wie bei den Vereinten Nationen stand Israel auch bei der Welt- ärztekammer immer wieder einmal im Kreuzfeuer der Kritik. Einige Male wur- de sogar der Ausschluss der israelischen Ärztekammer aus der Weltorganisation diskutiert. So forderten erst im Mai 2007 130 britische Ärzte, Israel auszuschlies- sen, weil «der palästinensischen Zivil- bevölkerung ungehinderter Zugang zu medizinischer Versorgung verweigert werde». Dr. Blachar nahm dazu persön- lich Stellung. So verwies er auf die Zahl der in Israel behandelten Palästinenser.

Ausserdem berichtete er, dass Kontrollen erforderlich seien, weil palästinensische Terroristen immer wieder Sprengstoff in Krankenwagen versteckten. Auch das is- raelische Aussenministerium sprang ein und leistete Aufklärungsarbeit. Da man handfest belegen konnte, dass trotz aller Probleme die internationalen Konventio- nen eingehalten werden, sind derartige Diskussionen in der Weltärztekammer inzwischen verstummt. In seiner Antrittsrede ging dann Dr. Blachar vor allem auf die Ziele ein, die er sich für seine Amtszeit als Vorsitzender der Weltärztekammer gesetzt hat. «Ich möchte als Brücke zwischen Nationen und ihrem medizinischen Personal fungieren», sagte er. Zudem hoffe er, arabische Nationen, die bisher noch nicht zu den Mitgliedstaaten der Weltärztekammer gehören, in die welt- weite Arbeit einbinden zu können. ZL

Website der israelischen Ärztekammer:

www.ima.org.il/EN

DREIECK ISRAEL-ÄGYPTEN-JORDANIEN  

DREIECK ISRAEL-ÄGYPTEN-JORDANIEN

 

Israel plant Friedenspromenade

Israel konnte nur mit zwei seiner Nachbarstaaten ein Friedensabkommen unterzeichnen: 1979 mit Ägypten und 1994 mit dem haschemitischen Königreich Jordanien. Jetzt möchte Israel am Roten Meer eine Friedens- promenade zwischen den drei Staaten bauen.

 

In der israelischen Hafenstadt Eilat am Roten Meer plant man den Bau einer Promenade, die von den israelischen Initiatoren «Frie- denspromenade»

Touristenschwund empfindliche Einbussen verzeichnen musste. Als zweites Ziel haben die israelischen Initiatoren die Beschleunigung des Strandausbaus in Aqaba und Taba vor Augen, was ebenfalls mehr Gäste aus dem In- und Ausland anziehen könnte. Allein die Planung der Promenade wird 750 000 Schekel (rund 135 000 Euro) kosten. Finanziert wird sie von der Stadt Eilat, dem Tourismusministerium und der Israel Land Administration (ILA).

Ungeklärt ist noch, wer als Träger der späteren Baukosten in Frage kommt. AN

 

genannt wird. Dieser Spazierweg soll vom

Hier soll eine «Friedenspromenade» entste- hen. Bild: Eilat am Roten Meer

 

ägyptisch-israeli-

Kommentar: Erinnert uns diese Meldung nicht an eine Strasse im Tausendjährigen Reich, die von Syrien nach Ägypten führen wird? «An jenem Tag wird von Ägypten eine gebahnte Strasse nach As- syrien gehen; der Assyrer wird nach Ägypten und der Ägypter nach Assyrien kommen, und die Ägypter werden mit den Assyrern dem HERRN dienen. An jenem Tag wird sich Israel als drittes zu Ägypten und Assyrien gesellen und inmitten der Erde ein Segen sein» (Jes 19,23-24). CM

 

schen Grenzort Taba im Süden über die israelische Stadt Eilat bis zur jordanischen Hafen- stadt Aqaba im Osten führen. Die Absichten der Bauherren wurden vom israelischen Ministerpräsidentenbüro wohlwollend aufgenom- men. Ehud Olmert sicherte dem Unterfangen volle Unterstützung zu. Die Stadtverwaltung erhofft sich von der Promenade eine Bele- bung des Fremdenverkehrs, der in letzter Zeit vor allem durch den

NATURSCHUTZ IN ISRAEL Die Steinböcke kehren zurück In der judäischen Wüste gibt es viele Tierarten,

NATURSCHUTZ IN ISRAEL

Die Steinböcke kehren zurück

In der judäischen Wüste gibt es viele Tierarten, doch in den letzten Jahren stiess man sogar in entle- generen Landstrichen kaum mehr auf Steinböcke. Das scheint sich zu ändern.

Das israelische Internetportal «Walla» berichtete über eine Erscheinung, die vie- len Wanderern auf ihren Touren durch die judäische Wüste und am Toten Meer schon aufgefallen ist: Man sieht wieder wesent- lich mehr Steinböcke. Das haben nun auch die offiziellen Stellen bestätigt. Der Bestand der Steinböcke in der judäischen Wüste und am Toten Meer hat sich im Laufe des vergangenen Jahres merklich erhöht. Dies ergab eine Zählung der «Israel Nature and Parks Authority»:

223 Steinböcke. Im Vorjahr wurden le- diglich 180 Exemplare gezählt. In dieser Region Israels ist der nubische Steinbock verbreitet, dessen bevorzugter Lebensraum felsiges Gebiet ist. Die Hörner der männli- chen Tiere können bis zu einem Meter lang werden und wirken sehr imposant. Die Zählung wurde in den Kernwohn- gebieten der Steinböcke am Toten Meer, in der Region rund um das Naturschutz- gebiet Einot Zukim, durchgeführt. Dabei sahen die beobachteten Tiere gesund und kräftig aus. Möglicherweise lässt sich der Anstieg zu einem kleinen Teil mit der Wan- derungsbewegung vom Wüstenhochland zu den leichter zugänglichen Wasserquellen in dieser Region erklären. Im Naturschutzge- biet Einot Zukim direkt am Toten Meer gibt es nämlich Süsswasserquellen. Amos Sabach, der zuständige Biologe für den Bezirk Judäa und Samaria, wies darauf hin, dass einer der Gründe für die jährliche Bestandsaufnahme der Steinbö- cke die Wilderei sei. Die Jagd auf die Tiere war früher weit verbreitet. In den 1950er-

Jahren wurde der nubische Steinbock in Israel unter Artenschutz gestellt. Dennoch kommt es immer wieder zu derartigen Zwi- schenfällen, wie Sabach meinte. Alles in allem resümiert Sabach: «Die Angaben bestärken uns darin, die Akti- vitäten der letzten Jahre zum Schutz der

Reinheit von Trinkwasserquellen für die Steinbockpopulation und die Wildtiere in der Gegend insgesamt wie die Errichtung von Trögen zur Speicherung von Quellwas- ser und die Kontrolle der Wasserqualität in den Wadis sowie die Bekämpfung der Wilderei fortzusetzen.» AN

ISRAELISCHE FIRMA ENTWICKELT NEUARTIGE SALBE Hilfe für Psoriasis-Patienten Schuppenflechte ist eine weitverbreitete

ISRAELISCHE FIRMA ENTWICKELT NEUARTIGE SALBE

Hilfe für Psoriasis-Patienten

Schuppenflechte ist eine weitverbreitete Hauterkrankung, die zudem schwerwiegende Folgeerkrankungen mit sich bringen kann. Das Tote Meer hilft vielen. Wer jedoch nicht reisen kann, ist auf Steroide ange- wiesen, die ebenfalls Nebenwirkungen haben.

In Mitteleuropa leiden rund zwei bis drei Prozent der Bevölkerung unter Schuppen- flechte oder Psoriasis. In den USA liegt der Prozentsatz sogar noch höher und beläuft sich auf vier bis fünf Prozent (rund 7,5 Mil- lionen Menschen). Ein Rezept gegen diese Hauterkrankung, die schon der griechische Arzt Hippokrates einige Jahrhunderte vor Christus beschrieb, hat die moderne Medizin bisher noch nicht gefunden. DieSchuppenflechtegibtimmernochviele Rätsel auf. Diese nicht ansteckende Erkran- kung wird von einigen auf einen genetischen Defekt zurückgeführt, doch darüber liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Viele Patienten berichten von einem Ausbruch der Krankheit vor allem nach seelischen Belastungen und in Stresssituationen. Von der Schuppenflechte werden insbesondere Knie, Ellenbogen und Kopfhaut befallen. Der damit einhergehende Juckreiz ist teilweise kaum zu ertragen, sodass es auch zu offenen Wunden kommen kann. Vielen Betroffenen hilft ein Kuraufent- halt am Toten Meer oder in einigen wenigen darauf spezialisierten Kurkliniken in Europa.

Wer keinen Intensivkuraufenthalt macht, muss sich bei seinem Hautarzt Bestrahlun- gen verschreiben lassen und die befallenen Stellen mit Salben behandeln. Da diese Sal- ben fast ausschliesslich Steroide enthalten, kommt es zu unerwünschten und weiter be- einträchtigenden Nebenwirkungen. Darüber hinaus tritt ein Gewöhnungseffekt ein, sodass diese Mittel irgendwann fast oder überhaupt keine Wirkung mehr zeigen. Die israelische Firma «DermiPsor» wid- met sich seit ihrer Gründung im Jahr 2004 der Frage, wie man Psoriasis-Patienten besser helfen kann. Der Firma gelang, wie die ers- ten klinischen Tests zeigten, anscheinend ein wichtiger Durchbruch auf diesem Ge- biet, denn die von «DermiPsor» entwickelte Salbe basiert auf den Vitaminen B und D und enthält keine Steroide mehr. Trotz dieser ersten vielversprechenden Aussichten betonte man, dass noch weitere Testreihen erforderlich seien. Dennoch ist Dr. Avikam Harel, der für die Entwicklung massgeblich verantwortlich ist, zuversicht- lich, diese neuartige Salbe spätestens 2009 auf den Markt bringen zu können. AN

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Nachrichten aus Israel • 01/2008

I SRAEL

ISRAELISCHE MOLEKULAR- BIOLOGIN WIRD VON UNESCO AUSGEZEICHNET Frauen an vorderster Front der Forschung Israelische

ISRAELISCHE MOLEKULAR- BIOLOGIN WIRD VON UNESCO AUSGEZEICHNET

Frauen an vorderster Front der Forschung

Israelische Wissenschaftler ge- niessen Weltruf. Darunter sind auch unzählige Frauen, die sich mit bahnbrechenden Studien einen Namen machen. Die isra- elische Wissenschaftlerin Prof. Ada Yonath wurde kürzlich von der UNESCO geehrt.

Die israelische Molekularbiologin Ada Yonath vom Weizmann-Institut in Rehovot erhielt für ihr Lebenswerk den mit 100 000 US-Dollar dotierten Preis «For Women in Science» (Für Frauen in der Wissen- schaft). Die von der UNESCO und der Firma «L‘Oréal» ausgeschriebene Auszeichnung wird jährlich nur an eine herausragende Wissenschaftlerin pro Kontinent verlie- hen. Prof. Yonath wurde als die führende Wissenschaftlerin Europas gewürdigt. Prof. Yonath wurde 1939 in Jerusalem geboren und durch ihre Pionierarbeit zur Ribosomenstruktur bekannt. Nach der Pro- motion in Rehovot und Post-Promotionsfor- schungen am namhaften «MIT» in den USA und an der «Carnegie Mellon University» gründete sie 1970 das für ein Jahrzehnt ein- zige Protein-Kristallografie-Labor in Israel. Ihre Forschung konzentrierte sich auf die Mechanismen, die der Protein-Biosynthese zugrunde liegen. Prof. Yonaths Methoden zur Erforschung der ribosomalen Kristallo- grafie stiessen bei ihren Kollegen zunächst auf grosse Skepsis. Inzwischen hat sie sich gerade wegen dieses ungewöhnlichen Forschungsansatzes in der akademischen Gemeinschaft durchgesetzt und erntet dafür viel Anerkennung. Prof. Yonath hat die Aktionsweisen von mehr als 20 verschiedenen auf das Ribo- som zielenden Antibiotika untersucht, den Mechanismus von Arzneimittelresistenz und die strukturelle Basis für antibiotische Selektivität erklärt und damit wichtige Grundlagen für die klinische und pharma- zeutische Anwendung geschaffen. AN

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und pharma- zeutische Anwendung geschaffen. AN  22 ISRAELISCHER VORSCHLAG ZUR ENTSCHÄRFUNG VON HURRIKANEN

ISRAELISCHER VORSCHLAG ZUR ENTSCHÄRFUNG VON HURRIKANEN

Mikrostaub verspricht Abhilfe

Nicht nur den Betroffenen ist der Hurrikan «Katrina» in Erinnerung, der im August 2005 vor allem in den USA schwere Schäden anrichtete. Ein israelischer Wissenschaftler beschäftigte sich nachfolgend mit der Frage, wie man die Zerstörungswut solcher Wirbelstürme mindern kann. Seine Antwort ist erstaunlich.

Prof. Daniel Rosenfeld von der Hebräi- schen Universität Jerusalem ist weit über die Grenzen Israels hinaus als Spezialist für Wirbelstürme jeder Art bekannt. Infolge eines der heftigsten Hurrikane der letzten Jahre wollte er zum Wohl der Mensch- heit endlich eine Lösung finden, um die Folgeschäden zu minimieren. Er stellte empirische Studien an und kam auf eine erstaunliche Antwort. Prof. Rosenfeld ist davon überzeugt, dass man die zerstörerische Macht von Hur- rikanen mindern kann, indem man Mikro- staub in solche Wirbelstürme einschleust. Seiner Ansicht nach hat Mikrostaub eine enorme Wirkung und schwächt auch die heftigsten Hurrikane ab. Hätte man in die niedrigeren Wirbelschichten des Hurrikans «Katrina» solchen Mikrostaub gestreut, so hätte sich die Windstärke dieses Sturms vermutlich um mindestens 25 Prozent verringert. Darüber hinaus vermutet Prof. Rosenfeld aufgrund seiner Studien, dass der Hurrikan zudem seine Richtung geän- dert hätte, sodass die Schäden wesentlich geringer ausgefallen wären. Unter den betroffenen US-Bundesstaaten waren Florida, Louisiana, Mississippi, Alabama und Georgia. Vor allem die Schäden im Grossraum New Orleans waren gewaltig. Durch den Sturm und seine Folgen kamen schätzungsweise 1 800 Menschen ums Le- ben. Der Sachschaden belief sich auf zirka 81 Milliarden US-Dollar. Seine empirischen Untersuchungen stellte Prof. Rosenfeld auf einer euro- päischen Konferenz von Wetter- und Sturmspezialisten im italienischen Tries- te vor. Seine Forschungen erregten in Fachkreisen Aufsehen. Seinen Kollegen legte Prof. Rosenfeld beispielsweise sei- ne Beobachtungen von Staubwolken über Afrika vor. Er kann nachweisen, dass diese Staubwolken massgeblich daran beteiligt sind, die Ausbildung von heftigen Stürmen über dem Atlantik nach dem Vorbild von Hurrikan «Katrina» zu verhindern. Zudem hat er Computersimulationen entworfen, die aufzeigen, welchen Effekt das Einstreu- en von Mikrostaub auf Wirbelstürme hat.

Mit Mikrostaub soll dem Hurrikan die zerstö- rerische Kraft genommen werden

Es vermindert sich nämlich die Ausbildung von Regen und zugleich wird verhindert, dass die Temperaturen stark sinken, so- dass auf diese Weise dem Sturm die eigent- liche Energiequelle genommen wird. Prof. Rosenfeld ist der Ansicht, dass man fünf bis zehn grössere Transportflug- zeuge gebraucht hätte, um die 200 Tonnen Mikrostaub auszustreuen, die zur Abschwä- chung von Hurrikan «Katrina» erforderlich gewesen wären. Mikrostaub ist so klein, dass er wie eine Rauchwolke wirkt. Diese Flugzeuge würden Staubwolken mehrere Hundert Kilometer vom Hurrikanauge ent- fernt aussetzen, näher kämen sie wegen der enormen Windstärken ohnehin nicht an den Wirbelsturm heran. Auch die USA waren im Zuge ihrer Sturmforschung in den 1960er-Jahren schon einmal auf eine ähnliche Idee gekommen. «Sie hatten damals allerdings einige Dinge falsch gemacht», sagte Prof. Ro- senfeld. «Ausserdem haben wir heute ganz andere technologische Möglichkeiten. Ich habe neue Berechnungen angestellt und einige der damaligen Fehler anhand meiner empirischen Kenntnisse korrigiert. Dafür habe ich neben Computersimulationen unter anderem auch Satellitenbilder her- angezogen», erläuterte der Wissenschaftler weiter. AN